{"id":142014,"date":"2025-11-13T09:00:50","date_gmt":"2025-11-13T08:00:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=142014"},"modified":"2025-11-13T15:40:15","modified_gmt":"2025-11-13T14:40:15","slug":"mein-gott-elon-wie-tech-milliardaere-den-neuen-menschen-er-und-den-alten-abschaffen-wollen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=142014","title":{"rendered":"Mein Gott, Elon! Wie Tech-Milliard\u00e4re den neuen Menschen er- und den alten abschaffen wollen"},"content":{"rendered":"<p>Der Tesla-Chef greift nach seiner ersten Billion und nach den Sternen. Er will die Menschheit auf den rechten Weg f&uuml;hren, auf dass sie in vielleicht Millionen Jahren in vielleicht Milliarden Galaxien Fu&szlig; fassen mag. H&ouml;rt sich wahnsinnig an, ist genau das, aber der bittere Ernst einer Kaste von Superreichen aus dem Silicon Valley. Ihr Heiland ist die Technik und ihre Spielwiese die Erde. Die ist etlichen Bedrohungen ausgesetzt &ndash; Musk und Co. sind die vielleicht schlimmste. Von <strong>Ralf Wurzbacher<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_250\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-142014-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251113_Mein_Gott_Elon_Wie_Tech_Milliardaere_den_neuen_Menschen_er_und_den_alten_abschaffen_wollen_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251113_Mein_Gott_Elon_Wie_Tech_Milliardaere_den_neuen_Menschen_er_und_den_alten_abschaffen_wollen_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251113_Mein_Gott_Elon_Wie_Tech_Milliardaere_den_neuen_Menschen_er_und_den_alten_abschaffen_wollen_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251113_Mein_Gott_Elon_Wie_Tech_Milliardaere_den_neuen_Menschen_er_und_den_alten_abschaffen_wollen_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=142014-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251113_Mein_Gott_Elon_Wie_Tech_Milliardaere_den_neuen_Menschen_er_und_den_alten_abschaffen_wollen_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"251113_Mein_Gott_Elon_Wie_Tech_Milliardaere_den_neuen_Menschen_er_und_den_alten_abschaffen_wollen_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Menschen brauchen Ziele. Eines derer von Elon Musk mag es sein, der erste Billion&auml;r auf Erden zu werden. Das k&ouml;nnte klappen. Vor einer Woche genehmigte eine satte Mehrheit der Tesla-Aktion&auml;re dem Konzerngr&uuml;nder ein <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/unternehmen\/tesla-musk-verguetung-100.html\">Verg&uuml;tungspaket im Wert von bis zu einer Billion US-Dollar<\/a>. Der Deal: Wenn Ihr mir Eure Aktien gebt und ich meinen Anteil auf 25 Prozent hochschraube, beschere ich Euch eine goldene Zukunft. Daf&uuml;r geht Musk ins Risiko. Am Ende seines Zehn-Jahres-Plans muss der E-Autobauer an der B&ouml;rse 8,5 Billionen Euro schwer sein, fast sechsmal so viel wie heute. Dazwischen gilt es Etappen zu meistern: Bis zu einem B&ouml;rsenwert von zwei Billionen Dollar sind 20 Millionen Fahrzeuge auszuliefern, bei der Marke 6,5 Billionen muss der bereinigte Gewinn mindestens 400 Milliarden Dollar erreichen.<\/p><p>Eine Reihe weiterer Vorgaben sind von &auml;hnlichem Kaliber. Und sollte all das nicht hinhauen, geht der Firmenpatriarch leer aus. Schafft er es, verdoppelt sich auch sein bestehendes Portfolio im Wert, womit er sich dann gleich zum zweifachen Billion&auml;r aufschwingen w&uuml;rde. Wenn man schon mal dabei ist. Mit einem gesch&auml;tzten Verm&ouml;gen von 470 Milliarden Dollar ist der 54-J&auml;hrige heute bereits der reichste Mensch der Welt. Aber er sagt, das sei ihm nicht wichtig. Mehr als Geld interessiere ihn, per Viertelbeteiligung seinen Einfluss bei dem Unternehmen zu sichern. Dabei geht es ihm um mehr als nur den Verkauf schn&ouml;der Elektrovehikel. Zwei Verpflichtungen drehen sich um Robotaxis sowie KI-Roboter, mit einem avisierten Absatz von jeweils einer Million bis 2035. Letztere sollen Optimus hei&szlig;en und laut Musk &bdquo;das gr&ouml;&szlig;te Produkt aller Zeiten&ldquo; werden. Zum Beispiel sollen sie als Chirurgen <a href=\"https:\/\/archive.is\/20251109175051\/https:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/elon-musk-optimus-roboter-zukunft-ki-li.3335864#selection-629.254-629.369\">&bdquo;mit einer Pr&auml;zision, die &uuml;bers Menschliche hinausgeht&ldquo;<\/a>, zum Einsatz kommen, oder als st&auml;ndige Begleiter von Delinquenten, um &bdquo;weitere Verbrechen zu verhindern&ldquo;. Von Musk ist der Satz &uuml;berliefert: &bdquo;Ich f&uuml;hle mich nicht wohl bei dem Gedanken, eine Roboterarmee zu bauen, auf die ich keinen gro&szlig;en Einfluss h&auml;tte.&ldquo;<\/p><p><strong>Tauend Mozarts, Tausend Einsteins <\/strong><\/p><p>Es d&uuml;rfte allerhand Leute geben, denen genau das Bauchschmerzen bereitet: Ein exzentrischer Superreicher, der ein Millionenheer an Androiden befehligt. Das trifft auf manches mehr zu, was der Techmilliard&auml;r an Visionen hegt, die er, mit Kapital im &Uuml;berfluss, auch noch umzusetzen versucht. Dabei gibt es noch einige mehr seiner Art, die sich mit fettem Portemonnaie berufen f&uuml;hlen, gro&szlig; zu denken und gro&szlig; zu handeln, um Gutes zu tun. Denn genau das behaupten die sogenannten Tech Brothers, kurz Tech-Bros, beziehungsweise glauben sie wahrscheinlich wirklich daran, dass ihre Mission der Menschheit zum Besten gereichen wird. Amazon-Boss Jeff Bezos zum Beispiel will alsbald zum Mond, Musk zum Mars und f&uuml;r beide w&auml;re das nur der Auftakt dazu, den ganzen Kosmos zu erobern. &bdquo;Wenn wir eine Billion Menschen h&auml;tten, h&auml;tten wir zu jeder Zeit Tausend Mozarts und Tausend Einsteins&ldquo;, meint Bezos. Das aber gehe nur mit riesigen Raumstationen, <a href=\"https:\/\/www.businessinsider.de\/wissenschaft\/jeff-bezos-zukunftsvision-ist-dass-eine-billion-menschen-dann-im-weltall-leben-sollen\/\">&bdquo;die Planetenoberfl&auml;chen sind einfach viel zu klein&ldquo;<\/a>.<\/p><p>Man k&ouml;nnte derlei als Hirngespinst eines &Uuml;bergeschnappten abtun, vielleicht sogar einen ernsthaften Zukunftsentwurf darin sehen. Das Gef&auml;hrliche ist jedoch, dass Leute wie Bezos, Musk und Co. ihre Energien schon heute auf das Ziel richten, diese &bdquo;riesigen Raumstationen&ldquo; zu bauen. Gobales Internet mit einer Armada aus Satelliten (Starlink), Mondtourismus (SpaceX), die Verschmelzung von Mensch und Computer (Neuralink): Diese und andere Musk-Unternehmungen sp&uuml;len nicht nur massig Geld in seine Kassen. Sie bilden quasi die Vorarbeiten f&uuml;r sehr viel weitreichendere Projekte, die zwar blo&szlig; irre Phantastereien sind. Aber die Denke und das Treiben ihrer Sch&ouml;pfer bestimmen gleichwohl ganz konkret im Hier und Jetzt den Gang der Dinge und den Kurs, den Wirtschaft, Politik und Gesellschaft gehen. Das ist doppelt fatal: Erstens werden gewaltige geistige und materielle Ressourcen f&uuml;r fixe Ideen verpulvert. Und zweitens fehlen genau diese Ressourcen daf&uuml;r, den realen Problemen der Erde beizukommen.<\/p><p><strong>Menschheit auf dem Sprung <\/strong><\/p><p>Da w&auml;ren etwa Armut und Hunger. Musk will diesen N&ouml;ten ausdr&uuml;cklich ein Ende setzen, aber eben nicht jetzt, sondern sp&auml;ter. Und &bdquo;sp&auml;ter&ldquo; meint irgendwann in ganz ferner Zukunft. Tats&auml;chlich sieht sich der Tesla-Boss in &bdquo;enger &Uuml;bereinstimmung&ldquo; mit einer philosophischen Denkrichtung namens Longtermismus. Der operiert mit wahrhaft &bdquo;langen&ldquo; Zeitreihen und astronomischen Gr&ouml;&szlig;enordnungen. Ausgangspunkt und Antrieb seiner Vertreter ist nicht blo&szlig; das &Uuml;berleben der Menschheit, sondern die Besiedlung des Weltalls. Nach dem &bdquo;Plan&ldquo; des Schweden Nick Bostrom, Begr&uuml;nder und Oberguru der Szene, sollen wir ausschw&auml;rmen, um dereinst den sogenannten Virgo-Supercluster mit bis zu 200 Galaxienhaufen zu kolonisieren. Er hat errechnet, wie viele Menschen es daf&uuml;r br&auml;uchte. Ergebnis: 10 hoch 38, eine Eins mit 38 Nullen.<\/p><p>Das w&auml;re eine Menge Holz, beziehungsweise organisches Material. Wobei: Bostrom und Gef&auml;hrten denken &uuml;ber den Homo sapiens hinaus. Sie halluzinieren durch monstr&ouml;se Computersimulationen erschaffene R&auml;ume, in denen Billionen virtueller Wesen &ndash; mithin k&ouml;rperloses Bewusstsein &ndash; ein gl&uuml;ckliches Leben f&uuml;hren. Das Portal <em>Netzpolitik.org<\/em> hatte vor zweieinhalb Jahren &Eacute;mile Torres interviewt, einen ehemaligen Forschungsassistenten von Ray Kurzweil, Futurist und Leiter der technischen Entwicklung bei Google. Nach Torres Darstellung geht es Bostrom um eine Platzfrage. In Simulationen passten <a href=\"https:\/\/netzpolitik.org\/2023\/longtermismus-eine-merkwuerdige-und-sonderbare-ideologie\/\">&bdquo;einfach mehr hinein, so dass die zuk&uuml;nftige Bev&ouml;lkerung noch gr&ouml;&szlig;er sein k&ouml;nnte, 10 hoch 38 im Virgo-Superhaufen, 10 hoch 58 im gesamten Universum&ldquo;<\/a>. Auch in puncto Langlebigkeit der &bdquo;Menschheit&ldquo; sind Longtermisten Optimisten. Hier kursieren Zahlen von 10 hoch 40 Jahren bis hin zu 10 hoch 100 Jahren. Das allerdings w&uuml;rde voraussetzen, dass wir von der Erde rechtzeitig den Absprung schaffen, weil die irgendwann von der Sonne verschluckt wird.<\/p><p><strong>Griff nach der Superintelligenz <\/strong><\/p><p>Diese Perspektive treibt die Tech-Bros an, schon jetzt vorzusorgen, indem sie schon jetzt alles Menschenm&ouml;gliche tun, um die Abreise zu organisieren. Der Mars ist da nur ein Zwischenstopp auf dem Trip in unendliche Weiten und alle Ewigkeit. So erkl&auml;rt sich auch das Scheffeln von Reicht&uuml;mern. Es braucht das ganze Geld, um die Weichen in Richtung &bdquo;Fortschritt&ldquo;, also Abflug zu stellen. Der <em>Deutschlandfunk<\/em> hatte im Sommer einen sechsteiligen Podcast zum Thema gebracht, wovon sich die <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/tech-bro-topia-f6-tausend-mozarts-tausend-einsteins-100.html\">letzte Folge<\/a> speziell mit dem Longtermismus und dem eng damit verbundenen Transhumanismus befasst. In dessen Zentrum steht die Optimierung des menschlichen K&ouml;rpers und Geists durch Verkupplung mit K&uuml;nstlicher Intelligenz (KI) &uuml;ber Computer-Hirn-Schnittstellen, wie sie Musk mit Neuralink anstrebt. Der will aber noch mehr, n&auml;mlich eine Superintelligenz mit gottgleicher Macht erschaffen. Zitat: &bdquo;Entweder wir entwickeln eine &uuml;bermenschliche Intelligenz, oder es ist Schluss mit der Zivilisation.&ldquo;<\/p><p>Im Silicon Valley, dem Hauptquartier der US-amerikanischen Techbranche, sind solche Ansichten laut Torres &bdquo;allgegenw&auml;rtig&ldquo;. Sie seien ma&szlig;geblich &bdquo;hinter vielen Forschungst&auml;tigkeiten&ldquo; rund um die Entwicklung einer K&uuml;nstlichen Allgemeinen Intelligenz (Artificial General Intelligence, AGI), die als Sprungbrett zur Superintelligenz verstanden werde. &bdquo;Es handelt sich also nicht nur um eine merkw&uuml;rdige und sonderbare Ideologie, &uuml;ber die man einfach schmunzeln kann. Nein, sie beeinflusst unsere Welt wirklich auf grundlegende Weise.&ldquo; Noch einmal: Leute wie Bezos, Musk, Meta-Chef Marc Zuckerberg und Techinvestoren der Sorte Peter Thiel (Palantir), Jaan Tallinn (Skype) und Marc Andreesen (Netscape) begreifen sich als Altruisten. Nicht selten firmieren sie als Philantropen, wie vorneweg Microsoft-Gr&uuml;nder Bill Gates. Bekanntlich hatte der es sich in der Pandemie zur ganz pers&ouml;nlichen Herzensaufgabe gemacht, alle Erdenbewohner zu impfen &ndash; was vielen der zu Rettenden den Tod gebracht hat.<\/p><p><strong>Klimawandel kein Problem <\/strong><\/p><p>Solche Opfer geh&ouml;ren zum Kalk&uuml;l. Der Longtermismus steht in der Tradition des Utilitarismus, einer moralphilosophischen Str&ouml;mung aus dem 18. Jahrhundert, die sich &bdquo;das gr&ouml;&szlig;tm&ouml;gliche Gl&uuml;ck f&uuml;r die gr&ouml;&szlig;tm&ouml;gliche Anzahl Menschen&ldquo; auf die Fahnen schrieb. F&uuml;r das vermeintliche Gl&uuml;ck der vielen mussten in der Zwischenzeit allerhand Gl&uuml;cklose ins Gras bei&szlig;en. Der Anfang der 2010er-Jahre entstandene <a href=\"https:\/\/www.philomag.de\/artikel\/longtermism-eine-neue-theorie-fuer-die-zukunft\">Effektive Altruismus<\/a> kn&uuml;pft an den Utilitarismus an. Er ist dem gleichen Ziel verschrieben, legt allerdings f&uuml;r dessen Erf&uuml;llung strenge Kosten-Nutzen-Kriterien an. Kurzum: Die Kr&auml;fte m&uuml;ssen dort konzentriert werden, wo sie am meisten Menschenleben retten. Diesen Ansatz pervertieren die Longtermisten, indem sie ein k&uuml;nftiges Himmelreich mit Phantastillionen an Gl&uuml;ckseligen postulieren, das in der Wertigkeit verh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig h&ouml;her steht als das aktuelle Erdendasein mit nur sieben Milliarden Menschen. Dass ihr Traum kaum aufgehen d&uuml;rfte, weil sich die Menschheit brandaktuell in einem erb&auml;rmlichen Zustand befindet und ihr &Uuml;berleben ziemlich bedroht erscheint, st&ouml;rt sie nicht weiter. Beziehungsweise best&auml;rkt das die Techutopisten noch darin, ihr Ding durchzuziehen, bevor es zu sp&auml;t ist, und koste es, was es wolle.<\/p><p>Das alles erfordert freilich reichlich Ignoranz und Kaltbl&uuml;tigkeit. Zum Beispiel erachten Longtermisten den Klimawandel als kaum gravierendes &Uuml;bel und insofern beherrschbar, als dem globalen S&uuml;den die schlimmsten Verw&uuml;stungen bl&uuml;hten, wogegen der reiche Norden besser wegzukommen verspricht. Zigmillionen Todesopfer sind in dieser Sicht verkraftbar und teure Klimaschutzma&szlig;nahmen nicht zu rechtfertigen, weil sie Mittel binden, die in die neueste Raketentechnologie investiert geh&ouml;rten oder in die Entwicklung der Superintelligenz. Aus dem kosmischen Blickwinkel betrachtet sei der Klimakollaps nur &bdquo;ein kleiner Schluckauf&ldquo;, so Torres. &bdquo;Viel schlimmer&ldquo; sei f&uuml;r die Langfristigkeitsprediger &bdquo;der Verlust all der Menschen in der Zukunft.&ldquo;<\/p><p><strong>Ein Mars ist schon zu viel <\/strong><\/p><p>Im Gewand der Menschenliebe feiern Sozialdarwinismus und Faschismus fr&ouml;hliche Urst&auml;nd. F&uuml;r die Techavangardisten ist ein einziger KI-Wissenschaftler allemal mehr wert als Millionen Afrikaner, die durch D&uuml;rren und &Uuml;berschwemmungen ihr Leben verlieren. &Uuml;berhaupt ist ihnen die <a href=\"https:\/\/www.amadeu-antonio-stiftung.de\/reaktionaere-wende-2025-longtermismus-als-endzeitideologie-des-neoliberalismus-132163\/\">Fetischisierung von Intelligenz<\/a> eigen, wie die Amadeu Antonio Stiftung in einem Beitrag konstatiert. Der IQ werde zum Schl&uuml;sselfaktor f&uuml;r das Fortkommen der Menschheit verkl&auml;rt, hei&szlig;t es darin. Nicht zuf&auml;llig f&auml;nden sich &bdquo;Parallelen zu Ideologien der Ungleichwertigkeit, besonders Rechtsextremismus&ldquo;, um die Differenz von Menschen zu erkl&auml;ren. &bdquo;Eugenik spielt dabei eine zentrale Rolle, sei es durch transhumanistische Selbstoptimierung, technologische Augmentation oder schlichtweg wissenschaftlichen Rassismus.&ldquo;<\/p><p>In ihrem kruden Weltbild lassen sich die Tech-Bros durch nichts beirren, nicht durch Skrupel, Logik oder gesunden Menschenverstand. Zum Beispiel droht schon der Abstecher zum Mars zu scheitern, weil Astronauten der kosmischen Strahlung nicht gewachsen w&auml;ren. Mithin m&uuml;sste also zun&auml;chst der Supermensch kreiert werden, um den ersten Trippelschritt ins Universum zu machen. Aber der ist ja schon in Arbeit. Und dann warnt Musk allen Ernstes h&ouml;chstselbst vor einer existenziellen Bedrohung durch KI mit der Aussicht auf eine <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Musk-warnt-KI-koennte-zu-Terminator-aehnlicher-Zukunft-fuehren-10384190.html\">terminator-&auml;hnliche Zukunft<\/a>. Dass er als Digitalisierungspionier und KI-Anbeter entscheidend zu der Entwicklung beigetragen hat, macht ihn nicht kirre. So wenig wie der Umstand, dass er und andere Techmilliard&auml;re mit ihren profitgetriebenen, ausbeuterischen Gesch&auml;ftsmodellen und ihrem obsz&ouml;nen Lebensstil den ruin&ouml;sen Zustand der Welt nicht unwesentlich mitverschuldet haben.<\/p><p><strong>Erl&ouml;sung am Sankt-Nimmerleinstag<\/strong><\/p><p>Dem jedoch widersprechen sie vehement, schlie&szlig;lich f&uuml;hren sie ja nur Gutes im Schilde, sprich eine gl&uuml;ckliche Menschheit in Trilliardenzahl irgendwann im Irgendwo, noch dazu mit ganz neuen Menschen, weil der alte analoge Menschentyp eh zu nichts taugt, bis auf wenige Exemplare. Verglichen damit wirken die klassischen Religionen deutlich reizvoller. Die verhei&szlig;en die Erl&ouml;sung f&uuml;r den Moment des Todes und nicht erst zum Sankt-Nimmerleinstag.<\/p><p>Immerhin: Bis es so weit ist, sollen wir uns durch Optimus verw&ouml;hnen lassen, besagten humanoiden Robotern aus der Tesla-Werkshalle. Die erm&ouml;glichten ein &bdquo;universell hohes Einkommen&ldquo; und bev&ouml;lkerten als &bdquo;pers&ouml;nliche Assistenten&ldquo; in rosiger Zukunft die Erde in Milliardenzahl, meint sein Sch&ouml;pfer zu wissen. Den Wunderaladin gibt es nat&uuml;rlich nicht umsonst. Nur als Verkaufsschlager macht er Musk zum Billion&auml;r und er uns zum kommenden Herrscher im Virgo-Superhaufen. Gott bewahre! Besser noch: Mensch hilft sich selbst. Die Mittel dazu h&auml;tte er: Reichtum deckeln, Enteignung, Psychiatrie &hellip;<\/p><p><small>Titelbild: Frederic Legrand &ndash; COMEO\/shutterstock.com<\/small><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg09.met.vgwort.de\/na\/dfc09197cc1648fdb43cd8860f0bfbcf\" alt=\"\" title=\"\" height=\"1\" width=\"1\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Tesla-Chef greift nach seiner ersten Billion und nach den Sternen. Er will die Menschheit auf den rechten Weg f&uuml;hren, auf dass sie in vielleicht Millionen Jahren in vielleicht Milliarden Galaxien Fu&szlig; fassen mag. H&ouml;rt sich wahnsinnig an, ist genau das, aber der bittere Ernst einer Kaste von Superreichen aus dem Silicon Valley. Ihr Heiland<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=142014\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":142015,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,125,132,161],"tags":[294,2762,1337,3581,1478,2763,3348,3095,1386],"class_list":["post-142014","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-audio-podcast","category-rechte-gefahr","category-ungleichheit-armut-reichtum","category-wertedebatte","tag-aktienkurse","tag-musk-elon","tag-oligarchen","tag-robotertechnik","tag-sozialdarwinismus","tag-tesla","tag-transhumanismus","tag-weltraum","tag-wissenschaftlich-technischer-fortschritt"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/shutterstock_2318800313.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/142014","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=142014"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/142014\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":142045,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/142014\/revisions\/142045"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/142015"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=142014"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=142014"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=142014"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}