{"id":142082,"date":"2025-11-16T14:00:38","date_gmt":"2025-11-16T13:00:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=142082"},"modified":"2025-11-16T15:22:42","modified_gmt":"2025-11-16T14:22:42","slug":"das-woerterbuch-der-kriegstuechtigkeit-xv-raubtier-rumpeln-stachelschwein-und-sinnsuche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=142082","title":{"rendered":"Das W\u00f6rterbuch der Kriegst\u00fcchtigkeit (XV) \u2013 \u201eRaubtier\u201c, \u201erumpeln\u201c, \u201eStachelschwein\u201c und \u201eSinnsuche\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Vokabelkritik ist zu Kriegszeiten das Gebot der Stunde. Ich ver&ouml;ffentliche in unregelm&auml;&szlig;igen Abst&auml;nden eine Sammlung teils verharmlosender, teils l&uuml;genhafter W&ouml;rter oder Formulierungen, deren Sinn und Funktion es ist, unsere Gesellschaft &ndash; uns alle &ndash; an das Undenkbare zu gew&ouml;hnen und m&ouml;glichst ger&auml;uschlos in Richtung &bdquo;Kriegst&uuml;chtigkeit&ldquo; umzukrempeln. Von <strong>Leo Ensel<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_3000\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-142082-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251116_Das_Woerterbuch_der_Kriegstuechtigkeit_Teil_XV_Raubtier_rumpeln_Stachelschwein_und_Sinnsuche_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251116_Das_Woerterbuch_der_Kriegstuechtigkeit_Teil_XV_Raubtier_rumpeln_Stachelschwein_und_Sinnsuche_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251116_Das_Woerterbuch_der_Kriegstuechtigkeit_Teil_XV_Raubtier_rumpeln_Stachelschwein_und_Sinnsuche_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251116_Das_Woerterbuch_der_Kriegstuechtigkeit_Teil_XV_Raubtier_rumpeln_Stachelschwein_und_Sinnsuche_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=142082-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251116_Das_Woerterbuch_der_Kriegstuechtigkeit_Teil_XV_Raubtier_rumpeln_Stachelschwein_und_Sinnsuche_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"251116_Das_Woerterbuch_der_Kriegstuechtigkeit_Teil_XV_Raubtier_rumpeln_Stachelschwein_und_Sinnsuche_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><a href=\"https:\/\/www.politico.eu\/article\/putin-predator-von-der-leyen-tells-poles-tusk-defense-border-belarus-poland\/\"><strong>Raubtier<\/strong><\/a><br>\nGenauer &bdquo;predator&ldquo;. Polit-Zoologismus f&uuml;r ungeliebte Staatschefs. Gemeint hat Ursula von Leyen nat&uuml;rlich den &bdquo;russischen Machthaber&ldquo; &ndash; wahlweise &bdquo;Kreml-Chef&ldquo;, &bdquo;Diktator&ldquo;, &bdquo;russischer Kriegstreiber&ldquo; &ndash; Wladimir Putin. &bdquo;Er ist ein Raubtier&ldquo;, warnte die Tr&auml;gerin des diesj&auml;hrigen Aachener Karlspreises Ende August 2025 bei einem Besuch an der polnisch-wei&szlig;russischen Grenze. &bdquo;Wir wissen aus Erfahrung, dass er nur durch starke Abschreckung in Schach gehalten werden kann.&ldquo; Moral: Wer Tiere sieht, darf Waffen sprechen lassen. Zoologie als Sicherheitsstrategie. (vgl. &bdquo;Bestie&ldquo;)<\/p><p><a href=\"https:\/\/www.infosperber.ch\/gesellschaft\/technik\/auch-militaerische-ki-ist-notorisch-vorurteilsbehaftet\/\"><strong>Reallabor<\/strong><\/a><br>\n&bdquo;Der Krieg in der Ukraine erm&ouml;glicht es &ndash; wie im Prinzip jeder Krieg &ndash;, neue milit&auml;rische Entwicklungen unter realen Einsatzbedingungen zu testen. F&uuml;r die Entwicklung milit&auml;rischer KI-Anwendungen besteht ein weiterer Vorteil darin, dass auf den Schlachtfeldern der Ukraine gro&szlig;e Mengen an Trainingsdaten erzeugt werden. Sie sind f&uuml;r maschinelle Lernprozesse notwendig. Daraus ergeben sich ganz neue M&ouml;glichkeiten. Die Ukraine wurde daher auch als <a href=\"https:\/\/www.nationaldefensemagazine.org\/articles\/2023\/3\/24\/ukraine-a-living-lab-for-ai-warfare\">&sbquo;Living Lab&lsquo; f&uuml;r milit&auml;rische KI<\/a> bezeichnet, also eine Art &sbquo;Reallabor&lsquo;.&ldquo; So in dankenswerter Offenheit der Mediensoziologe Jens H&auml;lterlein von der Universit&auml;t Paderborn. &ndash; Brave new war: &bdquo;Reallabor&ldquo; suggeriert Experimente mit freiwilligen Probanden in kontrollierter Umgebung. Irgendwie &uuml;bersehen hat der Akademiker, dass die &sbquo;Schlachtfelder der Ukraine&lsquo; nicht etwa Labore, sondern t&ouml;dliche Realit&auml;t sind. Wo der Krieg zum Innovationsbeschleuniger, zur Teststrecke f&uuml;r neue Waffen, insbesondere f&uuml;r milit&auml;rische K&uuml;nstliche Intelligenz und die Ukrainer zu lebendigen &sbquo;Dummys&lsquo; mutieren. Menschen als &bdquo;Training Data&ldquo; f&uuml;r Maschinen. Alles nach dem zynischen Motto: &bdquo;Wir brauchen den Krieg, um Kriege zu optimieren!&ldquo;<\/p><p><strong>Regime Change<\/strong><br>\nHei&szlig;t auf Deutsch: Wir basteln uns euer System so zurecht, wie es uns passt. Ob das euch passt oder nicht! (Nennt sich dann &bdquo;Demokratief&ouml;rderung&ldquo;. Oder: &bdquo;regelbasierte Weltordnung&ldquo;.)<\/p><p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=138003\"><strong>reinspringen<\/strong><\/a><br>\n&bdquo;Wir sind dann verwickelt, aber das werden wir auch zunehmend in den letzten Jahren. [sic!] Wenn wir sehen, dass wir jetzt der Ukraine dabei helfen, &auml;&auml;h, Produktionen langreichender, weitreichender Drohnen und Raketen bereitzustellen. Auch das wird man in Moskau, &auml;&auml;h, zur Kenntnis nehmen, wenn die dann mal in Moskau oder noch weiter im Hinterland einschlagen. Also, wir sind mittendrin, da reinzuspringen.&ldquo; (Wie im Freibad vom F&uuml;nf-Meter-Brett.) So Oberst a.D. Ralph Thiele aus dem Urlaubshotel in Siena. Soll wohl hei&szlig;en: Wir sind ja eh schon l&auml;ngst &ndash; indirekt &ndash; im Krieg mit Russland. Warum dann nicht endlich N&auml;gel mit K&ouml;pfen machen? Motto: &bdquo;Ist der Ruf erst ruiniert, lebt sich&lsquo;s v&ouml;llig ungeniert!&ldquo;<\/p><p><a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/carsten-breuer-general-inspekteur-der-bundeswehr-in-fuenf-jahren-muessen-wir-kriegstuechtig-sein-a-be252f67-1039-43c7-bd92-518e1be958d2\"><strong>rumpeln<\/strong><\/a><br>\nWenn Generalinspekteur Carsten Breuer verk&uuml;ndet: &bdquo;Zur Ehrlichkeit geh&ouml;rt auch der Satz: Das wird jetzt noch mal ein bisschen rumpeln &ndash; aber im positiven Sinne&ldquo;, dann liefert er einen Orwell&lsquo;schen Sprach-Cluster der Extraklasse. Was sich anh&ouml;rt wie das Ger&auml;usch beim Umstellen eines IKEA-Regals, meint realiter Abstimmungsprozesse durchaus nicht reibungsfreier Art zwischen dem Generalinspekteur und seinem Gro&szlig;en Bruder, US-General Christopher Cavoli, dem NATO-Oberbefehlshaber in Europa. Aber weil Breuer die Worte &bdquo;Ehrlichkeit&ldquo; und &bdquo;im positiven Sinne&ldquo; voranstellt, verwandelt er den Konflikt in einen Akt moralischer Integrit&auml;t: Positives Rumpeln mit ethischem Mehrwert! (vgl. &bdquo;sich ehrlich machen&ldquo;)<\/p><p><strong>russischer Kriegstreiber<\/strong><br>\nKomparativ zum &bdquo;russischen Widerpart&ldquo;. (vgl. auch &bdquo;Bestie&ldquo;, &bdquo;M&ouml;rder &amp; Killer&ldquo;, &bdquo;zweiter Hitler&ldquo; etc.)<\/p><p><a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/news\/biden-nennt-putin-einen-schlaechter-li.219053\"><strong>Schl&auml;chter<\/strong><\/a><br>\n&bdquo;Butcher&ldquo; nannte US-Pr&auml;sident Joe Biden am 26. M&auml;rz 2022 bei einem Treffen mit ukrainischen Fl&uuml;chtlingen in Warschau seinen russischen Amtskollegen. Too bad for Biden, dass Butscha erst einige Tage sp&auml;ter durch die Medien ging! Sonst h&auml;tten ihm seine Berater garantiert noch einen Zettel mit &bdquo;Butcher of Butscha&ldquo; zugesteckt. (vgl. &bdquo;Hurensohn, dummer&ldquo;)<\/p><p><a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/deutschland\/2025-10\/bnd-praesident-reale-gefahr-russland-krieg-andgriff-militaer\"><strong>schon heute im Feuer stehen<\/strong><\/a><br>\n&bdquo;Wir d&uuml;rfen uns nicht zur&uuml;cklehnen in der Annahme, ein m&ouml;glicher russischer Angriff k&auml;me fr&uuml;hestens 2029&ldquo;, warnte Martin J&auml;ger, seines Zeichens neuer Chef des Auslandsgeheimdienstes &ndash; und ehemaliger Botschafter in Kiew. Nein, so bequem d&uuml;rfen wir alle es uns nicht machen, denn: &bdquo;Wir stehen schon heute im Feuer.&ldquo; Der Gegner kenne &bdquo;keine Rast und Ruhezeiten&ldquo;. Dann w&ouml;rtlich: &bdquo;In Europa herrscht bestenfalls ein eisiger Friede, der punktuell jederzeit in hei&szlig;e Konfrontation umschlagen kann.&ldquo; &ndash; Lieber Herr J&auml;ger, was denn nun: Feuer oder Eis? Kalt oder hei&szlig;? Oder kann der BND-Pr&auml;sident die Welt nur bipolar im oszillierenden Wechselb&auml;der-Dauerstaccato wahrnehmen?<\/p><p><a href=\"https:\/\/www.bild.de\/politik\/ausland-und-internationales\/warum-putin-getaetschelt-wird-haendchenhalten-beim-schurken-gipfel-68b53766cf33b514cb80dae4\"><strong>Schurken-Gipfel<\/strong><\/a><br>\nWar nicht etwa der <a href=\"https:\/\/www.bild.de\/politik\/ausland\/politik-ausland\/nordkorea-kim-und-putin-hier-treffen-sich-die-beiden-schurken-fuehrer-85390368.bild.html\">&bdquo;Gipfel der B&ouml;sen&ldquo;<\/a> vom September 2023 am russischen Weltraumbahnhof Wostotschny oder das <a href=\"https:\/\/www.bild.de\/politik\/ausland\/politik-inland\/schurken-treffen-in-moskau-heizt-xi-den-krieg-an-oder-weist-er-putin-in-die-schr-83265950.bild.html\">&bdquo;Schurkentreffen&ldquo;<\/a> vom M&auml;rz desselben Jahres in Moskau, sondern laut <em>BILD<\/em> auch das &ndash; &bdquo;Reich mir die Flosse, Genosse!&ldquo; &ndash; &bdquo;H&auml;ndchenhalten&ldquo; zwischen &bdquo;Kreml-Diktator Wladimir Putin und Indien-Premier Narenda Modi&ldquo; zwei Jahre sp&auml;ter im chinesischen Tianjin. Wo sich nat&uuml;rlich auch noch jede Menge anderer Despoten trafen.<\/p><p><a href=\"https:\/\/germany.representation.ec.europa.eu\/news\/von-der-leyen-auf-der-msc-europa-neuer-geopolitischer-landschaft-2025-02-17_de\"><strong>schurkenhaftes Russland<\/strong><\/a><br>\n&bdquo;Wir m&uuml;ssen klug und mit klarem Blick handeln angesichts dessen, was vor uns liegt: Von einem schurkenhaften Russland an unseren Grenzen bis hin zu Herausforderungen f&uuml;r unsere Souver&auml;nit&auml;t und unsere Sicherheit.&ldquo; So Ursula von der Leyen im Stil Schwarzer P&auml;dagogik auf der M&uuml;nchner Sicherheitskonferenz 2025. &ndash; &bdquo;Schurkenhaft&ldquo;: das verbale &Auml;quivalent zu &bdquo;Du bist b&ouml;se, ich bin gut, also passt auf, was ich mache!&ldquo; Das Wort ist eine rhetorische Abrissbirne, die jeglichen Dialog plattwalzt und der Eskalationslogik den roten Teppich ausrollt. Alles in feinstem, belehrendem Ton. (Und mit dem Rohrstock hinterm R&uuml;cken.)<\/p><p><a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/friedrich-merz-nennt-wladimir-putin-vielleicht-schwersten-kriegsverbrecher-unserer-zeit-a-2c5a0c3a-1695-4080-bf13-3b3705d51c3f\"><strong>schwerster Kriegsverbrecher unserer Zeit (vielleicht)<\/strong><\/a><br>\nIst laut Friedrich Merz Wladimir Putin. Vielleicht. (Das schamhafte Feigenblatt hat er freilich noch vorgeschoben.) Kann er sich leisten, denn es ist ja der Rest, der h&auml;ngen bleibt!<\/p><p><a href=\"https:\/\/taz.de\/Sprache-in-Zeiten-des-Kriegs-\/!6101575\/\"><strong>semantische Vermeidungsstrategien<\/strong><\/a><br>\nVermeidet konsequent der, das W&ouml;rtchen &bdquo;kriegst&uuml;chtig&ldquo; nun von links rehablilitierende, taz-Chefreporter Peter Unfried. Nein, er legt sogar noch einen drauf: Man <em>sp&uuml;rt<\/em> in jeder Zeile seine erotische Lust am kribbeligen Tabubruch! (vgl. &bdquo;verdruckstes und euphemistisches Sprechen&ldquo;)<\/p><p><a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/carsten-breuer-general-inspekteur-der-bundeswehr-in-fuenf-jahren-muessen-wir-kriegstuechtig-sein-a-be252f67-1039-43c7-bd92-518e1be958d2\"><strong>sich ehrlich machen<\/strong><\/a><br>\nEs gehe darum, &bdquo;dass wir uns auf allen Ebenen ehrlich machen&ldquo;, predigte der Generalinspekteur der Bundeswehr Carsten Breuer im Februar 2024 der <em>Welt am Sonntag<\/em>. Denn: Einige zugesagte F&auml;higkeiten k&ouml;nne die Bundeswehr der NATO erst sp&auml;ter als geplant zur Verf&uuml;gung stellen. &ndash; Breuer (argumentativ virtuos, wie immer) nutzt diese Formulierung, um das Eingest&auml;ndnis von Vers&auml;umnissen in einen &ouml;ffentlichen Akt &ndash; scheinbar &ndash; mutiger Selbsterkenntnis zu transformieren. Was dabei raffiniert &uuml;bergangen wird: Wer sich erst ehrlich <em>machen<\/em> muss, war es offenbar vorher nicht! Ehrlichkeit als Performance mit Tarnanstrich. (vgl. &bdquo;rumpeln&ldquo;)<\/p><p><a href=\"https:\/\/www.rnd.de\/politik\/deutsche-freiwillige-im-ukraine-krieg-warum-hanz-und-wizard-ihr-altes-leben-hinter-sich-liessen-T7PCCG4EHZB6FDRJRKHEK2TYSA.html\"><strong>Sinnsuche<\/strong><\/a><br>\nObacht, Viktor Frankl! &bdquo;Bei den meisten von ihnen wird im Gespr&auml;ch deutlich, dass sie ihr Leben in Deutschland nicht erf&uuml;llt hat, dass sie auf der Suche nach einem Sinn gewesen sind&ldquo;, berichtet das <em>RedaktionsNetzwerk Deutschland<\/em> im Mai 2025 &uuml;ber sechs junge Aussteiger, die ihn im Ausland nun endlich gefunden haben. &ndash; Wie haben sie das geschafft? Yogakurse auf La Gomera? Als digitale Nomaden &ndash; heute Reportagen vom Strand in Phuket, morgen &uuml;ber AI-Start-ups in Vancouver, demn&auml;chst Feldforschung &uuml;ber Aussteigerprogramme f&uuml;r Sexarbeiterinnen in Nairobi? PowerPoint-Kurse im Slum von Dharavi? Lebensmittelverteilen in Gaza City? &ndash; Nein: Sie &bdquo;sammeln Kampferfahrungen&ldquo; in der Ukraine und &bdquo;sorgen mit der Waffe f&uuml;r Gerechtigkeit&ldquo;! Ganz wichtig: &bdquo;Keiner der M&auml;nner erweckt den Eindruck, dass er Freude am T&ouml;ten hat.&ldquo; Sie sind nur &bdquo;ihrem Herzen gefolgt&ldquo; und haben nebenbei noch ein &bdquo;neues Gef&uuml;hl&ldquo; kennengelernt. (Wie es sich anf&uuml;hlt, einen Menschen zu t&ouml;ten.) Denn, so die Headline des RND-Artikels: &bdquo;T&ouml;ten ist notwendig, man muss es halt machen.&ldquo; &ndash; Kurz: Der Sinn des Lebens ist &ndash; T&ouml;ten!<\/p><p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=139864\"><strong>Spannungsfall<\/strong><\/a><br>\nVorstufe zum &bdquo;Verteidigungsfall&ldquo;. Sprich: Allerh&ouml;chste Eisenbahn, sich mal zu entspannen!<\/p><p><a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/mediathek\/videos\/politik\/Wir-koennen-nicht-kneifen-und-muessen-eintreten-article25975812.html\"><strong>sportlich<\/strong><\/a><br>\n&bdquo;Auch die Ukrainer sind gelegentlich ganz sportlich.&ldquo; So wieder mal Ralph Thiele in <em>ntv.<\/em> Gemeint waren wohl f&uuml;r das globale Sicherheitssystem so brandgef&auml;hrliche ukrainische Attacken wie die auf Module des russischen Raketenabwehrsystems im Mai letzten Jahres oder das diesj&auml;hrige &bdquo;Husarenst&uuml;ck&ldquo;, die Angriffe auf die strategische Bomberflotte Russlands! &ndash; Sprach&lsquo;s und &bdquo;marschierte steil&ldquo;, nein: &bdquo;sprang&ldquo; selbst &bdquo;sportlich&ldquo; &bdquo;rein&ldquo;. In die Ukraine. (Pardon, das war ein alternatives Factum. Der Oberst im Ruhestand hat im Hotelflur von Siena nur gefordert, dass <em>andere<\/em> Deutsche das demn&auml;chst unternehmen, sprich: nicht &bdquo;kneifen&ldquo;!)<\/p><p><a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/interview-wolfgang-ischinger-ex-leiter-muenchner-sicherheitskonf-zur-ukraine-100.html\"><strong>Stachelschwein<\/strong><\/a><br>\nR&uuml;hrend drolliges Bild f&uuml;r eine vom Westen bis an die Z&auml;hne bewaffnete Ukraine. &bdquo;Ich habe es gro&szlig;artig gefunden, dass irgendjemand den Begriff des &sbquo;Stachelschweins&lsquo; in die Diskussion geworfen hat. Und ich finde, das ist ein eindrucksvolles Bild. Die Ukraine muss zum &sbquo;milit&auml;rischen Stachelschwein&lsquo; werden! Der Tiger vermeidet, das Stachelschwein anzugreifen, weil das wehtut.&ldquo; So Wolfgang Ischinger im Interview mit dem <em>Deutschlandfunk<\/em> am 20. August 2025. Zwei Stunden sp&auml;ter legte der <em>DLF <\/em>in Gestalt eines <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/europa-heute-komplette-sendung-vom-20-08-100.html\">Jean-Marie Magro<\/a> gleich nochmal nach: &bdquo;In Europa spricht man auch von der &sbquo;Stachelschweinmethode&lsquo;. Das hei&szlig;t: Die Ukraine m&uuml;sste so &sbquo;stachelig&lsquo; sein, dass ein m&ouml;glicher Angreifer vor einer Attacke zur&uuml;ckschreckt.&ldquo; &ndash; Mit dem &sbquo;Tiger&lsquo; war &ndash; eine gewisse Verwirrung der Fauna &ndash; der russische &sbquo;B&auml;r&lsquo; gemeint. Und mit &sbquo;Stacheln&lsquo; eine &bdquo;NATO light&ldquo; auf ukrainischem Terrain: Westliche Kampfflugzeuge im Luftraum und Bodentruppen aus NATO-L&auml;ndern &ndash; zwischen 50.000 und 150.000 Mann. (Pardon: <em>Menschen<\/em>!) (vgl. &bdquo;Sicherheitsgarantien&ldquo;)<\/p><p><a href=\"https:\/\/overton-magazin.de\/hintergrund\/politik\/warum-erklaert-die-deutsche-justiz-die-volksrepublik-donezk-zur-auslaendischen-terroristischen-vereinigung\/\"><strong>terroristische Vereinigung<\/strong><\/a><br>\nNeues Wort f&uuml;r &bdquo;prorussische Separatisten&ldquo; in Donezk und Lugansk. (Was es en passant erm&ouml;glicht, Menschen, die vor Jahren humanit&auml;re Transporte in den Donbass organisierten, a posteriori zu kriminalisieren.) Im Kosovokrieg 1999 waren die K&auml;mpfer der U&Ccedil;K allerdings keine &bdquo;prowestliche Separatisten&ldquo;, sondern &bdquo;Freiheitsk&auml;mpfer&ldquo;. &ndash; Schauen wir nach bei <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kosovokrieg\">Wikipedia<\/a>: &bdquo;Offizielles Hauptziel der NATO war, die Regierung Slobodan Milo&scaron;evi&#263;s zum R&uuml;ckzug der Armee aus dem Kosovo zu zwingen und so weitere serbische Menschenrechtsverletzungen, wie das zuvor ver&uuml;bte Massaker von Ra&#269;ak, zuk&uuml;nftig zu verhindern.&ldquo; Und machen wir ein kleines Experiment: &bdquo;Offizielles Hauptziel Russlands ist es, die Regierung Wolodymyr Selenskyjs zum R&uuml;ckzug der Armee aus dem Donbass zu zwingen und so weitere ukrainische Menschenrechtsverletzungen, wie den permanenten Beschuss der Zivilbev&ouml;lkerung und das am 2. Mai 2014 ver&uuml;bte Massaker von Odessa, zuk&uuml;nftig zu verhindern.&ldquo; Alles klar?<\/p><p><em>(wird fortgesetzt)<\/em><\/p><p><em>Mit freundlicher Genehmigung <a href=\"https:\/\/globalbridge.ch\/das-woerterbuch-der-kriegstuechtigkeit-xv-raubtier-rumpeln-stachelschwein-und-sinnsuche\/\">von Globalbridge<\/a>.<\/em><\/p><p><em>Alle bisher erschienenen Folgen der Serie &bdquo;W&ouml;rterbuch der Kriegst&uuml;chtigkeit&ldquo; von Leo Ensel k&ouml;nnen Sie <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?tag=woerterbuch-der-kriegstuechtigkeit\">in dieser &Uuml;bersicht finden<\/a> und diese auch einzeln dar&uuml;ber aufrufen.<\/em><\/p><p><small>Titelbild: arvitalyaart\/shutterstock.com<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vokabelkritik ist zu Kriegszeiten das Gebot der Stunde. Ich ver&ouml;ffentliche in unregelm&auml;&szlig;igen Abst&auml;nden eine Sammlung teils verharmlosender, teils l&uuml;genhafter W&ouml;rter oder Formulierungen, deren Sinn und Funktion es ist, unsere Gesellschaft &ndash; uns alle &ndash; an das Undenkbare zu gew&ouml;hnen und m&ouml;glichst ger&auml;uschlos in Richtung &bdquo;Kriegst&uuml;chtigkeit&ldquo; umzukrempeln. Von <strong>Leo Ensel<\/strong>.<\/p>\n<p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><\/p>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":133674,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[169,107,172,123,11],"tags":[3293,358,3260,1805,893,466,1554,259,2579,2299,2507,260,626,2377,3579],"class_list":["post-142082","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aussen-und-sicherheitspolitik","category-audio-podcast","category-aufruestung","category-kampagnentarnworteneusprech","category-strategien-der-meinungsmache","tag-bellizismus","tag-bundeswehr","tag-feindbild","tag-kuenstliche-intelligenz","tag-militarisierung","tag-nato","tag-orwell-2-0","tag-russland","tag-soeldner","tag-sprachkritik","tag-streitkultur","tag-ukraine","tag-von-der-leyen-ursula","tag-waffenlieferungen","tag-woerterbuch-der-kriegstuechtigkeit"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/shutterstock_2192808331.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/142082","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=142082"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/142082\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":142202,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/142082\/revisions\/142202"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/133674"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=142082"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=142082"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=142082"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}