{"id":142278,"date":"2025-11-18T16:50:26","date_gmt":"2025-11-18T15:50:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=142278"},"modified":"2025-11-18T17:07:23","modified_gmt":"2025-11-18T16:07:23","slug":"leserbriefe-zu-positionspapier-der-evangelischen-kirche-gruenes-licht-fuer-kriegstuechtigkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=142278","title":{"rendered":"Leserbriefe zu \u201ePositionspapier der evangelischen Kirche: Gr\u00fcnes Licht f\u00fcr Kriegst\u00fcchtigkeit\u201c"},"content":{"rendered":"<p><!--more--><br>\n<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=142050\">In diesem Beitrag<\/a> kommentiert <strong>Marcus Kl&ouml;ckner<\/strong> das Positionspapier <a href=\"https:\/\/www.ekd.de\/ekd_de\/ds_doc\/denkschrift-welt-in-unordnung-EVA-2025.pdf\">&bdquo;Welt in Unordnung &ndash; Gerechter Friede im Blick. Evangelische Friedensethik angesichts neuer Herausforderungen&ldquo;<\/a> der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Mit &bdquo;frommen Worten und theologischer Raffinesse&ldquo; positioniere sie sich &bdquo;auf eine Weise, dass sie der vorherrschenden Konfrontations- und Aufr&uuml;stungspolitik als Steigb&uuml;gelhalter&ldquo; diene. Diese Kirche sei &bdquo;l&auml;ngst in jenem Abgrund gelandet, &uuml;ber dem sie zu thronen&ldquo; vorgebe. Wir haben dazu zahlreiche und interessante E-Mails bekommen. Danke daf&uuml;r. Die nun folgende Auswahl der Leserbriefe hat <strong>Christian Reimann<\/strong> f&uuml;r Sie zusammengestellt.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>1. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Es scheint, als k&ouml;nne man das gesamte Positionspapier der evangelischen Kirche mit folgenden 3 Worten zusammenfassen: Beten hilft nicht.<\/p><p>Ekkehard Blomeyer<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>2. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Zu Ihrem Artikel von heute, 14.11.25, ein Foto, aufgenommen in der Stadtpfarrkirche zu Zwiesel. Die Kirchen&hellip;es war noch nie anders&hellip;!<\/p><p>Gru&szlig;: Harald Knei&szlig;l<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/251118_-lbs-DSC_0566.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/251118_-lbs-DSC_0566.jpg\" alt=\"\" titl=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>3. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Kirche hat nichts mit Religion zu tun.<\/p><p>Kirche ist ein weltliches Unternehmen mit gro&szlig;em Besitz und vielen Besch&auml;ftigen.<\/p><p>Diese Besch&auml;ftigten wollen&nbsp; Karriere machen, der Pfarrer will Bischof werden, der Bischof Kardinal, der Kardinal Papst.<\/p><p>Der Name Jesus in dem Kirchen-Papier ist nur ein Feigenblatt.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nHans-J&uuml;rgen Ziegler<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>4. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrte Nachdenkseiten,<\/p><p>Sehr guter Artikel von Marcus Kl&ouml;ckner!<\/p><p>Nicht nur die protestantische Amtskirche weist zunehmend Parallelen zu ihrer Rolle im Nationalsozialismus auf. Auf RT DE wurde die Friedensdenkschrift zutreffend als orwellisch bezeichnet. Es bleibt einem eigentlich bei dieser &bdquo;Denk&ldquo;schrift nur noch die Spucke weg, aber niemand sollte sich besonders wundern.<\/p><p>Die Antwort auf den Schlu&szlig;satz des Artikels von Marcus Kl&ouml;ckner&nbsp;kann&nbsp;nur ein eindeutiges &bdquo;Nein&ldquo; sein. Wir wissen aber aus der Geschichte dass die Amtskirchen das Evangelium immer nach den Bed&uuml;rfnissen der M&auml;chtigen zurechtgebogen haben. Moralischer Nihilismus eben auch in der Kirche, und das nicht erst seit gestern!<\/p><p>Freundliche Gr&uuml;&szlig;e von einem formalen Vollheiden, und weiter so, Wolfgang Blendinger<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>5. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Hallo Herr Kl&ouml;ckner,<\/p><p>zu Ihrer Frage am Schluss: Nein, Jesus h&auml;tte das sicher nicht gewollt &ndash; und er ist schlie&szlig;lich gekreuzigt worden!<\/p><p>Die EKD scheint Angst zu haben, dass auch ihr dieses Schicksal droht, wenn sie es wagt, sich gegen die Herrschenden zu stellen. Dieses erb&auml;rmlich feige und ar&hellip;kriechende Positionspapier ist der Beweis daf&uuml;r. Nur nicht anecken, das k&ouml;nnte die fetten Staatspfr&uuml;nde gef&auml;hrden! Wieder einmal werden die Mordinstrumente (euphemistisch &ldquo;Waffen&rdquo;) gesegnet.<\/p><p>&Uuml;brigens gilt das genau so f&uuml;r die Konkurrenz, die katholische Kirche. Die hat zwar (noch) kein so entlarvendes Papier ausgespuckt, aber von einer dem Evangelium (auf das sie sich ja auch beruft) entsprechenden eindeutigen Einstellung gegen Krieg, Kampf und Mord ist auch in Rom kein Hauch zu sp&uuml;ren.<\/p><p>Nein, auf die christlichen Kirchen war und ist im &ldquo;christlichen Abendland&rdquo; nicht zu hoffen &ndash; sie sind immer Helfershelfer der Herrschenden gewesen und werden es weiterhin sein.<\/p><p>Nein, das hat Jesus sicher nicht gewollt!<\/p><p>Frdl. Gru&szlig;<br>\nHeinz Kreuzhuber<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>6. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Hallo,<\/p><p>ich habe mich schon gestern zu &ldquo;Abschied vom christlichen Pazifismus&ldquo;&nbsp;zu Wort gemeldet.<\/p><p>Was da die evangelische Kirche oder einzelne Vertreter davon von sich geben, ist ungeheuerlich.<\/p><blockquote><p>\n&ldquo;Wenn friedliche Mittel der Konfliktbearbeitung ausgesch&ouml;pft sind und bewaffnete Gegenwehr die einzig verbleibende M&ouml;glichkeit zur Abwehr einer existenziellen Bedrohung darstellt, kann aus ethischer wie v&ouml;lkerrechtlicher Perspektive eine pr&auml;ventive milit&auml;rische Reaktion gerechtfertigt sein.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Eine existentielle Bedrohung kann es nur dann geben, wenn man tats&auml;chlich angegriffen wird. Auch &bdquo;reagieren&ldquo; kann man nur auf einer vorhergehende Tat. Eine &ldquo;pr&auml;ventive milit&auml;rische REaktion&rdquo; gibt es daher gar nicht, ist reine Propaganda.<\/p><p>Wenn nun die FAZ meint, es sei bitter n&ouml;tig, dass die evangelische Kirche Gewalt gegen Aggressoren gut hei&szlig;e, um die Demokratie zu sch&uuml;tzen (ich wei&szlig; nicht, ob das die evangelische Kirche wirklich so gesagt hat), dann kann ich nur antworten, dass in der Bibel, auf die sich die evangelische Kirche beruft, nirgendwo von Demokratie die Rede ist. Mir ist allerdings der Ausspruch Jesu bekannt: Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott was Gottes ist.<\/p><p>Die evangelische Kirche sollte sich also mehr darum k&uuml;mmern, was Gottes und Jesu ist und nicht, was des Ares ist.<\/p><p>Freundliche Gr&uuml;&szlig;e<br>\nIlse Bleier<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>7. Leserbrief<\/strong><\/p><blockquote><p>\n&ldquo;Wenn friedliche Mittel der Konfliktbearbeitung ausgesch&ouml;pft sind und bewaffnete Gegenwehr die einzig verbleibende M&ouml;glichkeit zur Abwehr einer existenziellen Bedrohung darstellt, kann aus ethischer wie v&ouml;lkerrechtlicher Perspektive eine pr&auml;ventive milit&auml;rische Reaktion gerechtfertigt sein.<\/p>\n<p>Besser h&auml;tte es kein NATO-Vertreter formulieren k&ouml;nnen.&rdquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Die o.a. Zeilen aus dem Artikel von Marcus Kll&ouml;ckner habe ich an die EKD gesandt mit der Anmerkung:<\/p><p>Kirchen, die sich in die vorgegebenen Herrschaftsstrukturen einschmiegen,&nbsp;machen sich selbst &uuml;berfl&uuml;ssig.<\/p><p>Eine Art &ldquo;frohe Botschaft&rdquo;, entsprungen&nbsp; der jesuanischen Liebesethik!&nbsp;<\/p><p>Friedenst&uuml;chtige Gr&uuml;&szlig;e<br>\nUte Plass<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>8. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Guten Tag NDS<\/p><p>Schon immer war das Christentum der gr&ouml;&szlig;te Kriegsmacher und Treiber in der Geschichte.<\/p><p>Wie ein roter Faden zieht sich durch 2.000 Jahre Christentum der Krieg.<\/p><p>Die Doppelmoral der Christen ist erstaunlich.<\/p><p>Die Menschen die sich als Christen bezeichnen und in Kirchen gehen und beten sind Paranoid und irrational.<\/p><p>Religionen sind die gr&ouml;&szlig;ten Gehirnw&auml;scher.<\/p><p>In Nord- und S&uuml;damerika haben Christen gew&uuml;tet wie Kriminelle.Wuerde man heute als V&ouml;lkermord bezeichnen.<\/p><p>Wo waren die Christen im Nationalsozialismus?<\/p><p>Sie haben die gr&ouml;&szlig;ten Menschenverachter &uuml;berall in der Welt unterst&uuml;tzt.<\/p><p>Mit Hilfe des Vatikans konnten Nazis nach S&uuml;damerika fl&uuml;chten.<\/p><p>Zum Gl&uuml;ck hat mich der Virus Religion nicht befallen.<\/p><p>Religionen, egal ob Christen, Juden, Moslems sind die Ursache f&uuml;r kriege in der Welt&nbsp;<\/p><p>Wie friedlich w&auml;re die Welt ohne Religionen!!!<\/p><p>Jeder der f&uuml;r Frieden ist muss den Christentum eine Absage geben<\/p><p>Das setzt aber Voraus das man sich selber hinterfragt.<\/p><p>Das ist von der Masse der Menschen nicht zu erwarten.<\/p><p>Das haben Philosophen schon immer erkl&auml;rt<\/p><p>Zum Lesen zu empfehlen:<\/p><p>Kriminalgeschichte des Christentums von Karl-Heinz Deschner .<\/p><p>MfG Dieter Klaucke<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>9. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Werte NDS<\/p><p>Sind diese Synodalen von allen guten Geistern verlassen? Von Gottes Geist auf alle F&auml;lle. Nachdem in der letzten Zeit von der Kirche dr&ouml;hnendes Schweigen zu vernehmen war und ich immer auf ein starkes Friedenswort gehofft hatte, nun dieser Tiefschlag. Es ist ein Schlag ins Gesicht der Vielen, die in den Kirchgemeinden um Frieden bitten und beten.<\/p><p>Erinnern wir uns noch, was Friedensgebete erreichen k&ouml;nnen z.B. in Leipzig? Da hatte die&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;(DDR-)Kirche noch Bi&szlig; und Mut. F&uuml;r uns als Christen in der DDR gab es Einschr&auml;nkungen, aber es gab innerhalb der Kirche auch Freiheiten und demokratische Prozesse.<\/p><p>Da&szlig; ich nun in dieser EKD eine solche Bankrotterkl&auml;rung erleben mu&szlig;, h&auml;tte ich mir vorher nicht vorstellen k&ouml;nnen. Einer auf L&uuml;gen aufgebauten Kriegst&uuml;chtigkeit mit geheucheltem Z&auml;hneknirschen den Segen zu erteilen &ndash; nicht zu fassen. In meinem Alter und meiner Verbindung zur Kirchgemeinde werde ich den Schritt zum Kirchenaustritt nicht gehen, aber ich kann die verstehen, die dieser Kirche den R&uuml;cken kehren.<\/p><p>Beste Gr&uuml;&szlig;e und immer wieder Dank f&uuml;r ihre Arbeit<\/p><p>L. Ritter<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>10. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Na klar, lieber, werter Markus Kl&ouml;ckner und nachdenkende Mitmenschen.<\/p><p>Das war schon zu allen Zeiten so:<\/p><p>&ldquo;Wess&rsquo; Brot ich ess&rsquo; dess&rsquo; Lied ich sing&rdquo; oder wie halte ich das &ldquo;dumpfe&rdquo; Volk&rdquo; still, sie werden schon nicht &ldquo;beissen&rdquo;, die Hand die sie f&uuml;ttert.<\/p><p>Seit Napoleons Zeiten werden die &ldquo;Kirchens&rdquo;, von den Herrschenden des Volkes bezahlt, also von den Steuern &ndash; und Abgaben zahlender B&uuml;rger des Landes.<\/p><p>Heute sind diese &ldquo;Kirchen-dienenden&rdquo; Landesbeamte, indem sie den Christenmenschen erkl&auml;ren und raten was gut oder schlecht f&uuml;r sie ist.<\/p><p>Ich hatte es auch erst 2015 geschafft, bis ich dieser&rdquo;Gemeinschaft&rdquo; den R&uuml;cken zukehrte und diese &ldquo;Gemeinde&rdquo; der Betrogenen und Verf&uuml;hrten verlassen hatte. Aber nicht der Kirchensteuer wegen, sondern weil das &ldquo;Bodenpersonal&rdquo;, die meiner Ansicht nach die &ldquo;himmlische&rdquo; Herkunft ihres Auftrages nicht verstanden hatten oder mit Absicht missbrauchten.<\/p><p>Seit dem f&uuml;hle ich mich freier und ehrlicher.<\/p><p>Ich bereue diese Entscheidung nicht.<\/p><p>Also trefft auch Ihr, die Lesenden, sehr bald Eure Entscheidung.<\/p><p>J. Juhre<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>11. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Guten Tag,<\/p><p>im Januar 2023 schrieb ich im (11.)&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=92932\">Leserbrief an die Nachdenkseiten<\/a>:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Ich bin vor 3 Jahren (mit 69) nach manch &ndash; seitens verschiedener EKD-Stellen &ndash; meist &lsquo;scheinheilig&rsquo; beantworteter E-Mail zu den Themen &lsquo;Krieg und Frieden&rsquo; sowie &lsquo;Umwelt- und Tierschutz&rsquo; aus der Ev. Kirche ausgetreten.<br>\nHauptausl&ouml;ser waren die Aussagen &uuml;ber einen &lsquo;Gerechten Krieg&rsquo;, wie auch im Kleinen Evangelischen Erwachsenen Katechismus von 2004 zu finden:<\/p>\n<p>Dort [bereits] wird das eindeutige Friedensgebot Jesu &lsquo;mal eben locker &uuml;bergangen, und Luthers Aussage zum F&uuml;nften Gebot (Du sollst nicht t&ouml;ten), in der er davon spricht, dass wir &bdquo;unserem N&auml;chsten &hellip;helfen und f&ouml;rdern in allen Leibesn&ouml;ten&ldquo; (sollen), wird erg&auml;nzt um &lsquo;notfalls mit Gewalt&rsquo;. So passt es dann&hellip;<\/p>\n<p>Wobei die deutschen Amts-Evangelen nat&uuml;rlich wie fast immer auf der Seite der Guten sind, und somit aktuell widerspruchslos f&uuml;r den h&ouml;chst gef&auml;hrlichen Kriegskurs der BRD-Regierung (und ihrer medialen Unterst&uuml;tzer).&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Heute, im November 2025 ist die EKD-Haltung fester und verl&auml;sslicher Bestandteil der allgemeinen &lsquo;Kriegss&uuml;chtigkeit&rsquo; (<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=139403\">Oskar Lafontaine<\/a> &ndash; <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=139403\">Deutschlands Todessehnsucht &ndash; nicht kriegst&uuml;chtig, aber kriegss&uuml;chtig<\/a>).<\/p><p>In diesem Zusammenhang erinnere ich an ein passendes Bild in einer anderen <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=79791\">Leserbriefzusammenstellung der Nachdenkseiten<\/a> (16.01.2022&hellip;)<\/p><p>Friede auf Erden!<br>\nHeinz H. Bleidick<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>12. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Kl&ouml;ckner,<\/p><p>Ihr Kommentar zur neuen &bdquo;Friedensdenkschrift&ldquo; der Evangelischen Kirche spricht mir aus dem Herzen. Die Amtskirche ist wie so oft in ihrer Geschichte in ein manich&auml;isches &nbsp;Kreuzritterdenken verfallen. Der Unterschied zu fr&uuml;heren Zeiten ist in der Tat, dass sie sich sehr viel M&uuml;he gibt, ihre Kollusion mit dem Staat mit reichlich geschwurbelter Rhetorik zu verschleiern.&nbsp;<\/p><p>Diese Entwicklung wird begleitet von einem Wandel weg von der christlichen Gemeinschaft in der Gemeinde hin zu einer Art NGO-Kirche oder &ndash; wie Patrik Baab es nennen w&uuml;rde &ndash; Gongo-Kirche ( Government organized NGO). Matthias Burchardt hat dies zuletzt satirisch in&nbsp;B&amp;B #141 so treffend kommentiert: Die EKD AG zieht sich aus der kostspieligen Sparte der Sakraldienstleistungen zur&uuml;ck und fokussiert sich auf ihr Kerngesch&auml;ft: Seenotrettung, Impfwerbung und Demokratief&ouml;rderung.<\/p><p>Sollte die Kirche diese Entwicklung &uuml;berstehen, wird sie irgendwann mal &ndash; zu sp&auml;t &ndash; bekennen wie wenig sie geglaubt und wie sehr sie gefehlt hat.<\/p><p>Das meint ein evangelischer Chist, dem&nbsp;diese Entwicklung in der Seele weh tut und der sich &ndash; angesichts der Vehemenz mit der sie von statten geht &ndash; dieser Entwicklung ohnm&auml;chtig gegen&uuml;ber sieht.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en&nbsp;<br>\nThomas Konradt<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>13. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber V. Rekittke, lieber M. Kl&ouml;ckner,<\/p><p>vielen Dank f&uuml;r Ihre kritischen EKD Artikel.<\/p><p>Beim Lesen der aktuellen EKD Verlautbarungen zur Friedensfrage fiel uns auf, dass wesentliche Aspekte fehlen.<\/p><p>Was fehlt uns im klinisch reinen EKD Text? Kurz: Konkretionen und Folgen bedenken!<\/p><p>Beispiele:<\/p><ul>\n<li>Offenlegung des ethischen (von Ethik) Erkentnisprozesses<\/li>\n<li>Wer ( mit welcher Legitimation ) l&auml;sst die blutr&uuml;nstigen und bluttriefenden Bestien des Krieges nach welchen konkreten (offenen und verdeckten) Kriterien aufeinander los, wer definiert (berechnet) konkret den &bdquo;ultima ratio&ldquo; Fall? (I.F. Stone: &bdquo; Regierungen l&uuml;gen, deshalb glauben wir ihnen nicht!&ldquo; Beispiel: Irakkriegsl&uuml;ge. Chr. Wolff: &bdquo; Misstraut den Eigenen&ldquo;)<\/li>\n<li>Wer h&auml;lt die rasenden Bestien des Krieges unter Kontrolle, wer vermeidet die Eigendynamik der Vernichtungs- und Zerfleischungseskalation des Krieges (wie)?<\/li>\n<li>Wer beendet das katastrophale W&uuml;ten der Bestien des Krieges? Wie?<\/li>\n<li>Welche offenen und verdeckten Ziele sollen f&uuml;r wen, wieso und wozu erreicht werden? Welche Kosten bzw. Lasten sollen von wem in Kauf genommen werden?<\/li>\n<li>Welche Rolle spielt die Asymmetrie der Macht?<\/li>\n<li>Welche Konsequenzen hat es f&uuml;r die Verantwortlichen (auch f&uuml;r die Verfasser des EKD Textes und ihrer Bef&uuml;rworter) \/ die Welt, wenn alles aus dem Ruder l&auml;uft und aus der &bdquo;ultima ratio&ldquo; der worst case wird? ( wer sch&uuml;tzt uns vor Hassadeuren und Vabanque Risikospielern?)<\/li>\n<li>Was bedeutet die M&ouml;glichkeit des &bdquo;ultima ratio&ldquo; Falls konkret &ouml;konomisch, sozial, &ouml;kologisch, rechtlich f&uuml;r die Gestaltung der &bdquo;Vor ultima ratio&ldquo; Phase? Wer tr&auml;gt die Kosten, wer gewinnt?<\/li>\n<li>Wie k&ouml;nnen pr&auml;ventive Deeskalationsstrategien konkret aussehen?<\/li>\n<\/ul><p>(M&ouml;gliches Beispiel: 1990 als fiktive Stunde Null \/ Zweites m&ouml;gliches Beispiel: Die aktuelle Eskalation der USA gegen Venezuela)?<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en Udo und Ulrike B&ouml;ttcher<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>14. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Kl&ouml;ckner und NDS Team,<\/p><p>Nach der beschwerlichen Lekt&uuml;re dieses Machwerks ist eine kurze Zusammenfassung nicht einfach.<\/p><p>Ich denke, in Ihrem Artikel ist diese Zusammenfassung sehr gut gelungen. Dieses Papier entfaltet auf fast 150 Seiten ausschlie&szlig;lich ambivalente Reflexionen &uuml;ber Ethik ohne R&uuml;ckhalt an Realit&auml;ten und geschichtlichen Prozessen. Den Rahmen f&uuml;r diese &ldquo;Reflexionen&rdquo; bildet das simple Hirngespinst eines Kampfes von unter Druck stehenden liberalen Demokratien gegen weltweit aufsteigende Autokratien.&nbsp;<\/p><p>Was den Ukraine Krieg angeht, wird im Grunde nur die Tatsache dieses Krieges erw&auml;hnt, ohne die Vorgeschichte dieses Krieges &ndash; Nato Osterweiterung, Maidan Putsch, Bruch der Minsker Abkommen, das Dr&auml;ngen des Westens, den kurz vor der Ratifizierung stehenden Friedensvertrag von Istanbul kurz nach dem Ausbruch des Krieges nicht zu unterzeichnen, also insgesamt die Mitverantwortung des Westens f&uuml;r diesen Krieg &ndash; auch nur zu erw&auml;hnen. Aus diesem Grund haben die Reflexionen &uuml;ber &ldquo;christliche&rdquo; Ethik keinen R&uuml;ckhalt in der Realit&auml;t und sind eine dreiste Zumutung f&uuml;r jeden nicht in politischer Verantwortung stehenden B&uuml;rger, wird doch das vollst&auml;ndige Versagen und auch das verbrecherische Kalk&uuml;l amerikanischer und europ&auml;ischer Akteure auf der politischen B&uuml;hne nicht einmal im Ansatz erw&auml;hnt, w&auml;hrend dem Durchschnittsb&uuml;rger, der f&uuml;r den Krieg keinerlei Verantwortung tr&auml;gt (abgesehen von der Wahl kriegshetzerischer Parteien) durch ethische Sophisterei eine Verstrickung in diesem Krieg angedichtet wird. Im Resultat also eine vollst&auml;ndige Absolution f&uuml;r das versagende und verbrecherische politische Personal bei gleichzeitiger vollst&auml;ndiger Verantwortungs&uuml;bergabe an die Durchschnittsb&uuml;rger. Die EKD betreibt dasselbe niedertr&auml;chtige Spiel wie die Politik. Die Verantwortung f&uuml;r die Folgen einer falschen, ja verbrecherischen Politik wird der Bev&ouml;lkerung angedichtet.<\/p><p>Man darf gespannt sein, wie willf&auml;hrig die EKD weiterhin der Politik zu Diensten sein wird. Der Ethikrat und seine Diva, die Buyxe der Pandora haben nach Corona an Glaubw&uuml;rdigkeit verloren. Ich k&ouml;nnte mir vorstellen, dass nun in Sachen Ethik der Kriegst&uuml;chtigkeit die EKD den Ethikrat abl&ouml;sen wird. Ging es w&auml;hrend Corona darum, die Menschen davon zu &uuml;berzeugen, dass die Teilnahme an einem die ganze Menschheit umfassenden medizinischen Experiment moralisch geboten sei, so geht es heute darum, die Menschen davon zu &uuml;berzeugen, dass eine grenzenlose Aufr&uuml;stung auf ihre Kosten und &ldquo;Kriegst&uuml;chtigkeit&rdquo; moralisch geboten sei. Im Resultat: Die Menschen davon zu &uuml;berzeugen, dass ihre vollst&auml;ndige Selbstaufopferung moralisch geboten sei, w&auml;hrend den in Wahrheit verantwortlichen Akteuren in Politik und Medien und den Blutgeld Aktion&auml;ren von Rheinmetall &amp; Co keine Opfer abverlangt werden und ihnen vollst&auml;ndige Absolution erteilt wird. Dieses Land ist in seiner Verkommenheit nicht mehr zu ertragen. Wir werden von Charakterm&uuml;ll dominiert.&nbsp; &nbsp;<\/p><p>resignierte Gr&uuml;&szlig;e<br>\nD.Insinger&nbsp; &nbsp;<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>15. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Die EKD wendet sich von der Bibel ab und bet&auml;tigt sich als mitl&auml;ufer bei den Kriegstreibern, Hetzern und Propagandisten. Wohin das f&uuml;hrt kann man untere j&uuml;ngerer Geschichte in den B&uuml;chern nachlesen.<\/p><p>Als Christ erwarte ich ein Eintreten ohne wenn und aber gegen jegliche Gewalt, so wie Jesus Christus uns das vorgelebt hat.<\/p><p>Immerhin ist die andere gro&szlig;e Kirche in Deutschland, die katholische Kirche (noch) anderer Meinung.<\/p><p>Wie zu erwarten wurde diese Pampelt von den Kommentatoren (wie heute morgen im SWR) hoch gelobt und als &uuml;berf&auml;llig bezeichnet. Der &Ouml;RR ist voll auf Kriegskurs. Und da macht sich die Junge Union noch Sorgen &uuml;ber die Renten.<\/p><p>Es ist einfach schrecklich in einer Zeit zu leben, wo Politik skundiert von den gro&szlig;en Medien mit Hetze, L&uuml;gen und Propaganda das Klima in der Gesellschaft vergiftet.<\/p><p>Wemm ich nicht schon vor 30 Jahren den Kirchen den R&uuml;cken gekehrt h&auml;tte, w&auml;re das der Zeitpunkt auszutreten.<\/p><p>&mdash;<\/p><p>Wolfram Wadepohl<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>16. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Kl&ouml;ckner,&nbsp;<\/p><p>Ihren Kommentar zur aktuellen EKD-Denkschrift habe ich mit gro&szlig;em Interesse gelesen. Herzlichen Dank f&uuml;r Ihre klare Analyse!<\/p><p>Bereits im Vorwort der EKD-Denkschrift &ldquo;Welt in Unordnung &ndash; gerechter Frieden im Blick \/ Evangelische Friedensethik angesichts neuer Herausforderung&ldquo; verortet sich die EKD dem Neusprech der Politik sowie der bundesdeutschen Leitmedien: So hei&szlig;t es im Vorwort, Abs. 2, Seite 6: Zitat: Die Welt ist in Unordnung: Der v&ouml;lkerrechtswidrige russische Angriffskrieg gegen die Ukraine geht ins vierte Jahr&ldquo;, Zitat Ende.<\/p><p>Der am 9. April 1945 auf Befehl Hitlers Im KZ Flossenb&uuml;rg&nbsp; ermordete lutherische Theologe Dietrich Bonhoeffer hat einmal gesagt: &bdquo;Wer fromm ist, muss politisch werden&ldquo;. Doch eine Kirche, die offensichtlich die Kernbotschaft ihres Religionsstifters, die Frohe Botschaft von Jesus Christus aus der Bergpredigt, n&auml;mlich das unumst&ouml;&szlig;liche Friedensangebot, negiert, hat ihre einstige unumst&ouml;&szlig;liche moralisch gesellschaftliche Stellung l&auml;ngst eingeb&uuml;&szlig;t und ist gesellschaftsrelevant im &ouml;ffentlichen Meinungsspektrum nicht mehr pr&auml;sent. Man muss kein Prophet sein, um zu erkennen, dass in den n&auml;chsten 10-20 Jahren sowohl die katholische, als auch die evangelische Kirche nur noch rudiment&auml;r ein bedeutungsloses Dasein fristen werden. L&auml;ngst schickt sich der Islam &ndash; wenn auch derzeit im &ouml;ffentlichen Raum kaum wahrnehmbar &ndash; an, den Diskussionskurs zu unterwandern. Der katholische Theologe Dr. Eugen Drewermann&nbsp; geh&ouml;rt zu jener aussterbenden Spezies, die unerschrocken, wortm&auml;chtig und klar die Heilsbotschaft von Jesus Christus und ihre Transformation im &ouml;ffentlichen Debattenraum un&uuml;berh&ouml;rbar wirkm&auml;chtig verk&uuml;nden! Vor 60 Jahren durfte ich als damals 16-j&auml;hriger der Grundsteinlegung einer neu zu erbauenden&nbsp; Kirche beiwohnen; heute, im Jahre 2025, wurde eben diese Kirche entwidmet, kein Einzelfall in den Kirchengemeinden einer Stadt mit knapp 100.000 Einwohnern. Was bleibt, ist die vage verzagende Hoffnung, dass Gott den Verantwortlichen in Politik und Medien die Einsicht schenken m&ouml;ge, statt Konfrontation den Weg der Entspannung und Wiederbelebung der Demokratie zu beschreiten.<\/p><p>Wilfried B&ouml;ckmann<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>17. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Der Synode der EKD ist bei der Abfassung ihrer Encyclica ein Fehler bei der &Uuml;berschrift unterlaufen. In Wirklichkeit muss es hei&szlig;en:<\/p><p>Evangelische Welt in Unordnung &ndash; Gerechte Verteilung der Steuern im Blick evangelischer Finanzpolitik angesichts schwindender Kirchensteuerzahler und der Drohung der Aufl&ouml;sung des Staatsvertrags.<\/p><p>Zwischen 270-280 Millionen Euro pro Jahr werden an die evangelischen Landeskirchen von der Staatsf&uuml;hrung der BRD &uuml;berwiesen. Grundlage ist eine Entsch&auml;digungsvereinbarung f&uuml;r weggenommene L&auml;ndereien, G&uuml;ter und Kirchenbauten aus dem Jahr 1803, als Napoleon die deutsche Kleinstaaterei durcheinander wirbelte. Ferner zieht der Staat die Kirchensteuer ein. W&uuml;rde man das System auf Mitgliedsbeitr&auml;ge umstellen, so schmilzt der Etat in allen Landeskirchen wie der Schnee bei Regen. Nat&uuml;rlich st&auml;nkert schon seit Jahren die FDP gegen diese christlichen Subventionen, was bei dieser Partei verst&auml;ndlich ist. So wurde dieser Punkt auch im Koalitionsvertrag der vorangegangenen Ampelregierung aufgenommen, geriet aber durch die pl&ouml;tzlich aufkeimende Kriegslust ins Hintertreffen. Au&szlig;erdem braucht man im Krieg die Kirche als Trostpflaster nicht nur zum Kanonensegnen oder zur Nuklearbombenweihe, sondern um das Volk sch&ouml;n dumm zu halten, damit es nicht wieder zu solchen Peinlichkeiten kommt wie damals in Kiel anno 1918; das war ja Wehrkraftzersetzung hoch drei.<\/p><p>Das ist der ideologische Hintergrund dieser 150 Seiten umfassenden Unterwerfungserkl&auml;rung. Es ist dieselbe Situation wie nach 1933, als die evangelische Kirche mehrheitlich zu &bdquo;Deutschen Christen&ldquo; konvertierte, w&auml;hrend nur ein kleiner Kreis den Weg in den Widerstand zur &bdquo;bekennenden Kirche&ldquo; beschritt. Nach dem 2. Weltkrieg wurde der Mantel der Barmherzigkeit &uuml;ber den geistlichen Adel gelegt, w&auml;hrend insgeheim schon &uuml;ber den n&auml;chsten Krieg gegen Russland diskutiert wurde. Carlo Schmid (SPD) war schon 1951 bereit mit deutschen Truppen an der Weichsel den Alliierten bei dem kommenden Krieg gegen Russland zu helfen.<\/p><p>Als schlie&szlig;lich Adenauer durch gezielte CDU-Desinformationsarbeit in der &bdquo;Arbeitsgemeinschaft demokratischer Kreise&ldquo; die BRD-B&uuml;rger zur neuen Bundeswehr weichgeklopft hatte, verk&uuml;ndete der angesehene Bischof der Landeskirche von Berlin und Brandenburg Otto Dibelius (1880-1967) folgende Richtungsentscheidung:<\/p><blockquote><p>\n&ldquo;Die Anwendung einer Wasserstoffbombe ist vom christlichen Standpunkt aus nicht einmal eine so schreckliche Sache, da wir alle dem ewigen Leben zustreben. Und wenn zum Beispiel eine einzelne Wasserstoffbombe eine Million Menschen t&ouml;te, so erreichen die Betroffenen um so schneller das ewige Leben:&rdquo; (1)\n<\/p><\/blockquote><p>Angesichts dieser Zuversicht, welche dem gemeinen Kirchenschaf freundlich zugedacht wird, ist also die gegenw&auml;rtige Entschlie&szlig;ung der EKD nichts anderes als die protestantische Traditionspflege in Reinkultur. Diese EKD schreitet &uuml;ber Leichen, die das Gl&uuml;ck hatten schon fr&uuml;hzeitig in die seligmachende Ewigkeit eingehen zu d&uuml;rfen.<\/p><p>Das erinnert ja an das Tagebuch des Rudolf H&ouml;ss, der meinte, dass die Wachmannschaften in Auschwitz ein viel schwereres Los ereilte, weil sie im Gegensatz zu den Opfern, die ja binnen kurzer Zeit alles hinter sich hatten, dies als t&auml;gliche Dienstpflicht aus&uuml;ben m&uuml;ssten.&nbsp;<\/p><p>Die Verfasser dieses Machwerks sollten sich sch&auml;men! Ein wenig mehr Geschichtswissen und R&uuml;ckgrat ist das Mindeste, was man von ihnen erwarten kann. Si tacuisses, philosophus mansisses! (Wenn du geschwiegen h&auml;ttest, w&auml;re dir der Ruf eines Philosophen geblieben. Frei &uuml;bersetzt)<\/p><p>Als Kirchenmusiker im Nebenamt, der sich in &uuml;ber 40 Jahren im Dienst der evangelischen wie katholischen Kirche engagierte, bedeutet diese Kampfansage gegen g&ouml;ttliche Gebote das Ende meiner Mitgliedschaft in diesem Verein von elit&auml;ren Gleisnern und H&auml;retikern.<\/p><p>Stephan Ebers<\/p><p>(1) zitiert in H. Schlemmer: Milit&auml;rkirche oder kirchlicher Friedensdienst. Hrsg: Arbeitskreis evangelischer Pfarrer f&uuml;r Frieden und sozialen Aufbau im Lande Brandenburg, Potsdam 1957, S. 13:<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>18. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Hallo Herr Kl&ouml;ckner!<\/p><p>Ich finde es sehr sch&ouml;n, dass Sie der erste und einzige mir bekannte Autor sind,der&nbsp; dokumentiert, dass die EKD und die NATO die milit&auml;rische Sonderoperation Russlands in der Ukraine aus ethischer und v&ouml;lkerrechtlicher Sicht f&uuml;r gerechtfertigt halten.<\/p><p>So interpretiere ich zumindest Ihren ver&ouml;ffentlichten Text vom 14.11.2025.<\/p><p>Zitat:<\/p><blockquote><p>\n&ldquo;Wenn friedliche Mittel der Konfliktbearbeitung ausgesch&ouml;pft sind und bewaffnete Gegenwehr die einzig verbleibende M&ouml;glichkeit zur Abwehr einer existenziellen Bedrohung darstellt, kann aus ethischer wie v&ouml;lkerrechtlicher Perspektive eine pr&auml;ventive milit&auml;rische Reaktion gerechtfertigt sein.<\/p>\n<p>Besser h&auml;tte es kein NATO-Vertreter formulieren k&ouml;nnen.&rdquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Ich denke, dass es bei der Betrachtung der Geschichte des Ukrainekonflikts in den letzten 30 Jahren jede Menge Hinweise darauf gegeben hat, dass ein immer bedrohlicheres Szenario rund um Russland aufgebaut worden ist. Beispiele daf&uuml;r sind u.a. Tschetschenien- und Georgienkriege, einseitige Aufk&uuml;ndigung wichtiger R&uuml;stungsbeschr&auml;nkungsvertr&auml;ge, Umzingelung durch Milit&auml;rst&uuml;tzpunkte, Stationierung neuer Raketensysteme in Nachbarl&auml;ndern, Ausweitung der NATO nach Osten, Einbindung der Ukraine in milit&auml;r. NATO-&Uuml;bungen und NATO-Ineroperabilit&auml;t, politische Destabilisierung der Ukraine, Forderung und F&ouml;rderung der Dekolonisierung Russlands. Dies alles und vieles mehr was sich auf der politischen B&uuml;hne der letzten 30 Jahre abgespielt hat kulminierte bei der Analyse in Russland zu der Erkenntnis, dass es um eine existenzielle Bedrohung der russischen Nation geht.<\/p><p>Die Konsequenzen daraus sind bekannt.<\/p><p>Die Invasionen aus Mittel- und Westeuropa in Richtung Russland in den letzten Jahrhunderten wurden jedesmal verheerender. Dem letzten Krieg fielen mehr als 27 Mio. Sowjetb&uuml;rger zum Opfer. Das hat sich sehr tief in die russische Seele eingebrannt. Diese Opferrolle will und wird Russland nicht noch einmal &uuml;bernehmen. Um das zu gew&auml;hrleisten gibt es die russischen Atomstreitkr&auml;fte &ndash; nur daf&uuml;r!<\/p><p>Insofern sehe ich das oben angef&uuml;hrte Zitat aus dem Positionspapier der EKD als gute Grundlage der Kirche f&uuml;r eine unvoreingenommene und objektive Betrachtung des Ukrainekonflikts. Denn jeder kennt die jahrtausendalte Weisheit, dass nicht derjenige einen Krieg beginnt, der den ersten Schuss abgibt &ndash; wahrscheinlich auch die EKD.<\/p><p>Aber vielleicht habe ich das Zitat auch nur falsch interpretiert. Das kann nat&uuml;rlich passieren, wenn man es isoliert betrachtet und den umgebenden Text wegl&auml;sst. Und tats&auml;chlich; je tiefer man in den Text des Positionspapiers der EKD eintaucht, umso deutlicher wird, dass die Kirchenoberen mitunter zu recht seltsamen Erkenntnissen gelangen &ndash; Zitat, S. 112 f.:<\/p><blockquote><p>\n&ldquo;Zum einen hat der Verzicht der Ukraine auf die auf ihrem Gebiet verbliebenen sowjetischen Atomwaffen wohl mit dazu beigetragen, dass sie Opfer eines konventionellen Angriffs geworden ist. Zum anderen sind&nbsp;die teils versteckten, teils offenen Drohungen mit dem Einsatz von Atomwaffen durch die Russische F&ouml;deration ein Zeichen&nbsp;daf&uuml;r, dass auch in einem konventionellen Konflikt die Drohung mit nuklearen Waffen eine entscheidende Rolle spielen&nbsp;kann.&rdquo;\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Quintessenz:&nbsp; EKD, setzen, 6!!!&nbsp; &nbsp;Warum?&nbsp; &nbsp;Weil Matth&auml;us 5,9 nicht gelernt.&nbsp; Was sagt Matth&auml;us 5,9?&nbsp; &nbsp;Selig sind, die Frieden stiften, denn sie werden Gottes Kinder hei&szlig;en.<\/strong><\/p><p>mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nP. Schulz<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>19. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrte Redaktion, sehr geehrter Herr Kl&ouml;ckner,<\/p><p>vielen Dank f&uuml;r die deutlichen Worte, obwohl das Ausma&szlig; der kirchlichen Heuchelei und die unheilvollen Konsequenzen daraus kaum in Worte zu fassen sind.<br>\nEine Sache ist mir aufgefallen, zu der ich einige historische Anmerkungen machen m&ouml;chte. Volker Rekittke hat seinem Beitrag die &Uuml;berschrift gegeben &ldquo;Abschied vom christlichen Pazifismus&rdquo; und in dem Beitrag von Marcus Kl&ouml;ckner wird die FAZ zitiert mit den Worten: &ldquo;Die evangelische Kirche bricht mit ihrem Pazifismus. [&hellip;]&rdquo;<br>\nIch kann beim besten Willen nicht erkennen, von welchem Pazifismus sich die ev. Kirche jetzt auf einmal verabschiedet haben soll, au&szlig;er nat&uuml;rlich von dem Pazifismus des Jesus von Nazareth, aber das hat die katholische Kirche schon vor 1700 Jahren getan und Martin Luther ist ihr dabei sp&auml;ter widerspruchslos gefolgt.<\/p><p>Der evangelische Pfarrer Otto Dibelius, der auch sp&auml;ter noch eine unheilvolle Rolle spielen und 1949 erster EKD-Ratsvorsitzender der Bundesrepublik Deutschland werden sollte, behauptete im Jahr 1914: &ldquo;Nie ist das deutsche Volk f&uuml;r eine heiligere Sache in den Krieg gezogen!&rdquo; Den Kriegsdienst nannte er einen &ldquo;heiligen Gottesdienst&rdquo;. Wie die deutschen Landsknechte vor vier Jahrhunderten gesungen h&auml;tten &ldquo;Kein sch&ouml;nrer Tod ist auf der Welt, als wer vom Feind erschlagen&rdquo;, so werde es jetzt auch durch jedes deutsche Herz klingen: &ldquo;Der Tod f&uuml;rs Vaterland ist ein herrlicher Tod! Ehre denen, die ihn sterben!&rdquo;<br>\n(Horst Junginger, Der preu&szlig;ische Adler in der deutschen Herrschaftsgeschichte, Seite 64)<br>\nIm Jahr 1918 beantwortete Dibelius die von ihm aufgeworfene rhetorische Frage, ob das christliche Sittlichkeitsverst&auml;ndnis nicht im Widerspruch zur deutschen Kriegszielpolitik stehe, mit einem klaren &ldquo;Nein!&rdquo;: &ldquo;Nicht Verzicht und Verst&auml;ndigung, sondern Ausnutzung unserer Macht bis zum &Auml;u&szlig;ersten &ndash; das ist die Forderung des Christentums, seine Friedensforderung an uns deutsche Christen!&rdquo; (wie oben, Seite 69)<br>\n&ldquo;Wir fordern im Namen des gerechten Gottes einen einzigen Lohn: freie Bahn f&uuml;r neue, g&ouml;&szlig;ere Leistungen zum Besten der Welt! Nur das deutsche Schwert, nur die r&uuml;cksichtslose Ausnutzung der deutschen Siege kann diese Bahn uns schaffen. Darum fordern wir einen Frieden der deutschen Macht und wissen uns bei solcher Forderung in unserem sittlichen, christlichen Recht.&rdquo; (wie oben, Seite 71)<br>\nIm Jahr 1930 postuliert Dibelius in seinem Buch &ldquo;Friede auf Erden?&rdquo;: Es habe immer Kriege gegeben und es werde immer Kriege geben. &ldquo;Der Krieg [ist] eine nat&uuml;rliche Lebensordnung der V&ouml;lker! Auch die Religion erhebt dagegen nicht Protest. Auch das Christentum nicht.&rdquo; (wie oben, Seite 80)<br>\nDass der Christ &ldquo;grunds&auml;tzlich und im Allgemeinen f&uuml;r den Frieden wirken wird&rdquo;, verstehe sich von selbst. &ldquo;Aber wenn die Mobilmachung da ist, kann man nicht Reden halten und B&uuml;cher dar&uuml;ber schreiben, wie man auf der Welt zum Frieden kommen k&ouml;nne. Dann ist der Krieg eben da. Und der Christ ist zum Kriege gefordert.&rdquo; (wie oben, Seite 81)<br>\nDie Aporie [Unvereinbarkeit] einer christlichen Kriegsethik auf der Grundlage der N&auml;chstenliebe l&ouml;ste Dibelius dadurch auf, dass er ein weiteres Mal auf die besondere deutsche Sittlichkeit Bezug nahm, von der die Kriegsf&uuml;hrung in den anderen L&auml;ndern weit entfernt sei. Denn im Gegensatz zu seinen Feinden greife der Deutsche nicht aus niederen Gr&uuml;nden zur Waffe. Seine Kriege sind keine Kriege um materielle Interessen: &ldquo;Er tut es im Dienst der Liebe! So geht der Christ in den Krieg.&rdquo; (wie oben, Seite 81)<\/p><p>Weitere Aussagen evangelischer W&uuml;rdentr&auml;ger zur Zeit des Ersten Weltkriegs, die wenig mit Pazifismus zu tun haben: <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/kultur\/fanatiker-auf-der-kanzel-3576649.html\">tagesspiegel.de\/kultur\/fanatiker-auf-der-kanzel-3576649.html<\/a><\/p><p>Im Telegramm vom 30. Juni 1941 begl&uuml;ckw&uuml;nschte das oberste evangelische F&uuml;hrungsgremium, der Geistliche Vertrauensrat der Deutschen Evangelischen Kirche, Adolf Hitler zum &Uuml;berfall auf die Sowjetunion. Unterschrieben wurde das Telegramm u.a. von Bischof August Marahrens, der die Bekennende Kirche im Geistlichen Vertrauensrat repr&auml;sentierte.<\/p><blockquote><p>\n&ldquo;Der Geistliche Vertrauensrat der Deutschen Evangelischen Kirche, erstmalig seit Beginn des Entscheidungskampfes im Osten versammelt, versichert Ihnen, mein F&uuml;hrer, in diesen hinrei&szlig;end bewegten Stunden aufs neue die unwandelbare Treue und Einsatzbereitschaft der gesamten evangelischen Christenheit des Reiches. Sie haben, mein F&uuml;hrer, die bolschewistische Gefahr im eigenen Lande gebannt und rufen nun unser Volk und die V&ouml;lker Europas zum entscheidenden Waffengange gegen den Todfeind aller Ordnung und aller abendl&auml;ndisch-christlichen Kultur auf. Das deutsche Volk und mit ihm alle seine christlichen Glieder danken Ihnen f&uuml;r diese Ihre Tat.<br>\nDa&szlig; sich die britische Politik nun auch offen des&nbsp; Bolschewismus als Helfershelfer&nbsp; gegen&nbsp; das&nbsp; Reich&nbsp; bedient, macht endg&uuml;ltig klar, da&szlig; es ihr nicht um das Christentum, sondern allein um die Vernichtung des deutschen Volkes geht. Der allm&auml;chtige Gott wolle Ihnen und unserem Volk beistehen, da&szlig; wir gegen den doppelten Feind den Sieg gewinnen, dem all unser Wollen und Handeln gelten mu&szlig;.<br>\nDie Deutsche Evangelische Kirche gedenkt in dieser Stunde der baltischen evangelischen M&auml;rtyrer vom Jahre 1918, sie gedenkt des namenlosen Leids, das der Bolschewismus,wie er es den V&ouml;lkern seines Machtbereichs zugef&uuml;gt hat, so allen anderen Nationen bereiten wollte, und sie ist mit allen ihren Gebeten bei Ihnen und bei unseren unvergleichlichen Soldaten, die nun mit so gewaltigen Schl&auml;gen daran gehen, den Pestherd zu beseitigen, damit in ganz Europa unter Ihrer F&uuml;hrung eine neue Ordnung erstehe und aller inneren Zersetzung, aller Beschmutzung des Heiligsten, aller Sch&auml;ndung der Gewissensfreiheit ein Ende gemacht werde.&rdquo;<br>\n(Telegramm des Geistlichen Vertrauensrats der Deutschen Evangelischen Kirche an den F&uuml;hrer vom 30.06.1941; zitiert nach Dietrich Kuessner &ndash; Die Deutsche Evangelische Kirche und der Russlandfeldzug <a href=\"http:\/\/www.friedensbilder.de\/KathDisk\/_K&amp;W07_digitalbibliothek.pdf\">friedensbilder.de\/KathDisk\/_K&amp;W07_digitalbibliothek.pdf<\/a>)\n<\/p><\/blockquote><p>Nach dem Zweiten Weltkrieg spielte die ev. Kirche eine entscheidene Rolle, damit im Herbst 1950 der Durchbruch zur Wiederbewaffnung gelingen konnte. Dies gelang nur, indem auf einer eigens daf&uuml;r einberufenen Synode der Hauptgegner der Wiederbewaffnungspolitik, Martin Niem&ouml;ller, auf eine sch&auml;bige und hinterh&auml;ltige Weise quasi f&uuml;r unzurechnungsf&auml;hig erkl&auml;rt wurde.<br>\n<a href=\"https:\/\/www.militaerseelsorge-abschaffen.de\/texte\/hohnsbein-kirchliche-remilitarisierung\/\">militaerseelsorge-abschaffen.de\/texte\/hohnsbein-kirchliche-remilitarisierung\/<\/a><\/p><p>Der schon erw&auml;hnte Otto Dibelius, CDU-Gr&uuml;ndungsmitglied und von 1949 bis 1961 erster EKD-Ratsvorsitzender, fand Milit&auml;rtechnologien zur Massenvernichtung keineswegs per se schlimm. 1954 gab er auf der Zweiten Vollversammlung des &Ouml;kumenischen Rates der Kirchen in Evanston (USA) kund:<\/p><blockquote><p>\n&ldquo;Die Anwendung einer Wasserstoffbombe ist vom christlichen Standpunkt aus nicht einmal eine so schreckliche Sache, da wir alle dem ewigen Leben zustreben. Und wenn zum Beispiel eine einzelne Wasserstoffbombe eine Millionen Menschen t&ouml;te, so erreichen die Betroffenen umso schneller das ewige Leben.&rdquo;<br>\n<a href=\"https:\/\/www.telepolis.de\/features\/Millionen-Menschen-erreichen-schneller-das-Ewige-Leben-4567053.html\">telepolis.de\/features\/Millionen-Menschen-erreichen-schneller-das-Ewige-Leben-4567053.html<\/a>\n<\/p><\/blockquote><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nRalf B&ouml;hm<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>20. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Marcus Kl&ouml;ckner, liebe Freunde bei den NDS.<\/p><p>es ist zum Heulen, wie nach mehreren Jahrzehnten man an diesen <strong>untenstehenden kleinen Texten aus der&nbsp; Kasseler Friedensbewegung der 50er Jahre&nbsp; <\/strong>nur ein paar W&ouml;rtlein zu aktualisieren braucht,&nbsp; und sie passen weiterhin, zynisch gesagt, &nbsp; &ldquo;wie die Panzerfaust aufs Auge&rdquo;:&hellip;&rdquo;.<strong>&hellip;es spielt der Dummheit Kind auf allen Stra&szlig;en&nbsp;schon wieder Greifen mit der Totenhand&hellip;&rdquo;, <\/strong>lest mal unten, ist frappierend<\/p><p>Die sich Christen nennenden&nbsp; Kirchenoberen sind&nbsp; mittlerweile wieder genauso weit von der jesuanischen &ldquo;Ur-Botschaft&rdquo; von Gerechtigkeit und G&uuml;tekraft\/Gewaltfreiheit entfernt, wie es die Kirchenm&auml;chtigen zu Zeiten der Inquisition waren und zu Zeiten der &ldquo;Deutschen Christen&rdquo; , und&nbsp; in den Nachkriegsjahrengab es ebenfalls&nbsp; die Wiederbewaffnung der Bundesrepublik segnende Pfarrer (weshalb meine in der Anti-Wiederaufr&uuml;stungsbewegung engagierte Mutter aus der Kirche austrat).&nbsp; &nbsp; Und diese Nenn-Christen handeln ebenso ungebildet-ignorant &ndash; und weit entfernt von der Geistes- und Herzenskraft eines Dietrich Bonnhoeffers, eines Martin Niem&ouml;llers, eines Hellmut Gollwitzers u.a. &ndash; wie&nbsp; jetzige Politiker sich&nbsp; meilenweit entfernt verhalten &nbsp; von einer &ldquo;Dichter und Denker-Land&rdquo;-Qualit&auml;t, geschweige denn von Herzensbildung oder von&nbsp; Erinnerung an das &ldquo;C&rdquo; im Parteinamen &ndash;&nbsp; erst recht zu schweigen vom &ldquo;D&rdquo;-(emokratisch).<\/p><p>Wir k&ouml;nnen im Moment uns nur an H&ouml;lderlins &ldquo;Wo aber Gefahr ist, w&auml;chst das Rettende auch&rdquo; klammern.Das&nbsp; ist nicht einfach, wenn man den&nbsp; Einsatz und die Hoffnungen solcher Menschen wie meiner Eltern und ihrer Gef&auml;hrten in den 50er\/60er Jahren ansieht und sich die traurige Frage &ldquo;Alles umsonst gewesen?&rdquo; nicht stellen will.&hellip;<\/p><p>Ausreichend laut schreien tut das Rettende leider nicht bisher.<\/p><p>Nette Gr&uuml;&szlig;e<br>\nMarlis Cavallaro<\/p><p>P.S. Sorry die chaotische TextFormatierung hier drunter, lie&szlig; sich wegen Reinkopierens nicht an die Mail anpassen.<\/p><p><strong>Anl&auml;sslich der aktuellen &Auml;u&szlig;erungen der Evangelischen Kirche&hellip;<\/strong><\/p><p>Erinnerung an die kirchliche Haltung vor 70 Jahren.&nbsp;<\/p><p>Meine Eltern waren die Friedensaktiven, die den Auftritt Martin Niem&ouml;llers in der Kasseler Stadthalle organisierten, f&uuml;r den Niem&ouml;ller dann von Franz-Josef Strau&szlig; angezeigt wurde&hellip;.<\/p><p>Auszug aus&nbsp;&nbsp;Originalmanuskripten von Lothar Schirmacher, (Naziverfolgter, als 18J&auml;hriger Verhaftung und Folter bei der Kasseler Gestapo, wegen &bdquo;Hochverrats&ldquo; (Flugbl&auml;tter gegen Hitler &bdquo;Adolf Hitler bedeutet Krieg&ldquo;) als Jugendstrafe mehrere Jahre Zuchthaus, danach Arbeit im Untergrund zur Rettung Verfolgter, nach dem Krieg als christlicher Pazifist und Sozialist aktiv in Hilfe f&uuml;r Kriegsdienstverweigerer, AntiWiederaufr&uuml;stungsbewegung,&ldquo;Christen gegen Atomgefahren&ldquo;) abgeschrieben von Marie-Luise Cavallaro-(geb. Schirmacher) Bohrwerksdreher bei Henschel<\/p><p>Du Bohrwerksdreher, der bei Henschel<br>\nDie neuen Panzers&auml;rge f&uuml;r die S&ouml;hne baut,<br>\nDie jung sind<br>\nUnd nicht wissen k&ouml;nnen, was der Krieg versaut<br>\nUnd wie sich&rsquo;s stirbt<br>\nmit aufgeschlitzten Ged&auml;rmen.<br>\nDreh gut die Welle mit der kleinen Toleranz,<br>\nDie wieder ostw&auml;rts rollen soll zum Totentanz.<\/p><p>F&uuml;r jede Aktie bekommst du einen Jungen,<br>\nF&uuml;r 10 Prozent die halbe Kompanie<br>\nUnd dem Konzern ein Wall von jungen Leibern.<br>\nUnd f&uuml;r die Umsatzsteuer eines Monats:<br>\nEin blankgeputztes Messingschild im Heldenhain<br>\nF&uuml;r jeden eingeplanten toten Jungen,<br>\nDer heute noch sein Bier trinkt und sein M&auml;dchen liebt.<br>\nVergiss nicht<br>\nMorgen<br>\nVom sauer verdienten Lohn<br>\nZwei Mark zu spenden<br>\nF&uuml;r die Volksgr&auml;berf&uuml;rsorge.<br>\nLothar Schirmacher<br>\nDeutschland 1955<\/p><p>H&ouml;rt des Verrates listig hohle Phrasen<br>\nvon Friedenswehr und deutschem Vaterland,<br>\nh&ouml;r L&uuml;ge und Gewalt zum Sammeln blasen,<br>\nes spielt der Dummheit Kind auf allen Stra&szlig;en<br>\nschon wieder Greifen mit der Totenhand.<\/p><p>Sieh, wie sie wieder neue Sensen schmieden<br>\nzur blut&rsquo;gen Ernte jugendfrischer Saat.<br>\nSie sagen:&ldquo;f&uuml;r die Freiheit, f&uuml;r den Frieden&ldquo;<br>\nund bringen neu der V&ouml;lker Blut zum Sieden,<br>\nbis es verrinnt im Stahl- und Eisenbad.<\/p><p>Jetzt, Bruder, blutet neu die alte Wunde,<br>\nVerleumder halten prahlerisch die Macht.<br>\nJetzt, Br&uuml;der, schl&auml;gt der V&ouml;lker zw&ouml;lfte Stunde,<br>\nMillionen schaun auf uns mit bleichem Munde,<br>\nob unsre Reihen stehn auf Friedenswacht.<\/p><p>Tobruk und Andernach<\/p><p>Die Erde, auf der wir gefallen,<br>\nwar nicht unser Vaterland,<br>\nuns schlugen die st&auml;hlernen Krallen<br>\nin Afrikas gl&uuml;henden Sand.<br>\nWir k&auml;mpften und starben durch Kupfer und Blei &ndash;<br>\nund deren Aktien stiegen hoch drei.<\/p><p>Die Fahne, auf die wir geschworen,<br>\nward schnell unser Leichentuch,<br>\nim Blutrausch der Gosse geboren,<br>\nIhr Flattern war L&uuml;ge und Fluch.<br>\nWir liegen, sechstausend in schweigender Reih,<br>\ndoch, wie seltsam, ein Bischof ist nicht dabei.<\/p><p>Der Bischof, der heute noch redet,<br>\nder war auch damals nicht stumm,<br>\nwenn er heut f&uuml;r uns Tote betet,<br>\nbringt er damit die Lebenden um.<br>\nWir liegen, die Herzen und Hirne vermorscht,<br>\nund Gottes Ratschluss bleibt unerforscht.<\/p><p>Zuk&uuml;nftiger Helden Gerippe<br>\nmarschieren heut wieder am Rhein.<br>\nSie f&uuml;ttert der Armen Krippe,<br>\nsie tragen das Zeichen des Kain.<br>\nDamit die Jugend R&uuml;ckgrat erh&auml;lt<br>\nund nicht mit &lsquo;nem Buckel ins Massengrab f&auml;llt.<\/p><p>Die Dummheit, f&uuml;r die sie marschieren,<br>\nsie ist schon Jahrtausende alt,<br>\nmacht das Blut in den Adern gefrieren,<br>\nbis das Grauen die Erde umkrallt.<br>\nEs lebe das heilige christliche Gut &ndash;<br>\nBis zum Nabel in Gold, bis zum Scheitel in Blut.<\/p><p>1956<\/p><p><strong>G e b e t (Vorschlag f&uuml;r Priester des Wirtschaftswunders im Wahljahr 1957)<\/strong><\/p><p>Oh Herr, wir schreien nicht aus tiefster Not zu Dir,<br>\nDenn wir sind satt durch Deine Gnad&rsquo; und G&uuml;te,<br>\nDrum bitten wir Dich heut&rsquo;: beh&uuml;te<br>\nUns vor dem Grimme dessen, der zu wenig hat.<\/p><p>So weit der Bogen der Jahrhunderte sich spannte,<br>\nAls f&uuml;r Millionen hier auf Erden schon die H&ouml;lle brannte,<br>\nDa hieltst Du fern uns Hunger, Not und Schwitzen,<br>\nWir durften stets am Tisch der Reichen sitzen<br>\nUnd fanden dort die Kraft<br>\nVon Deiner Herrlichkeit die Welt zu tr&ouml;sten,<br>\nDie arm und s&uuml;ndig stets im Staube kroch &ndash;<br>\nJ e d o c h<br>\nNun steht sie auf und will nicht mehr nur beten,<br>\nUnd hart bedr&auml;ngt sie uns, die l&auml;ngst Erl&ouml;sten.<\/p><p>So hab&rsquo; aus tiefstem Herzen Dank,<br>\nDass Geld und Macht in u n s &lsquo; r e Hand gegeben,<br>\nDie Pazifisten und die B&ouml;rsen zu beleben<br>\nIn freiem Krieg &ndash; der Friede macht sie krank.<br>\nAuch l&auml;sst sich damit mancher Nacken beugen<br>\nUnd alles Schwankende leicht &uuml;berzeugen,<br>\nDass Milliarden Mark &ndash; aus ihrem Mark gesogen,<br>\nIn Panzer f&uuml;r den Frieden umgelogen-<br>\nDer Sicherheit des Leibes und der Seele n&uuml;tzen<br>\n(Weil ihre Opfer unsre Zinsen st&uuml;tzen).<br>\nBewahr&lsquo;, oh Herr, vor dem roten Brand<br>\nUnser christlich verfaultes Abendland.<\/p><p>Gib Kraft dem Bruder Bischof, der mit hehrem Mut<br>\nDen Dibel jus(t) in Potsdam einst gesegnet<br>\nUnd dem man heut so undankbar begegnet,<br>\nDass ob der Wahlen &ndash; unser Herz ist schwer &ndash;<br>\nMit rechtem Wort er rechten Nebel senke<br>\nUnd, kritikleer,<br>\nMillionen Schafe w&auml;hlen m&ouml;gen wie bisher,<br>\nDass ihrer Lider Schlaf und tr&auml;ger Herzen Schlag<br>\nM&ouml;g dauern bis zum J&uuml;ngsten Tag.<\/p><p>Doch beugen wir in gr&ouml;&szlig;tem Dank die Knie,<br>\nDass Du D e i n L i c h t i n u n s &lsquo; r e H a n d gegeben:<br>\ngesetzt den Fall, &bdquo;sie&ldquo; woll&rsquo;n sich doch erheben<br>\nUnd sprengen das Fundament der Konzerne<br>\nUnd wollen raus aus der Kaserne<br>\nUnd wollen mehr Lohn f&uuml;r das bisschen M&uuml;h&rsquo;<br>\nUnd keine eisernen Kreuze und Orden<br>\nUnd wollten gar uns&rsquo;re Aktien ermorden &ndash;<br>\nDurch uns bestrafst Du sie&hellip;<br>\nMillionen Hitzegrade f&uuml;r Millionen Zweifel,<br>\nNichts bleibt, nicht eine Seele f&uuml;r den Teufel.<br>\nUnd alles tuen wir in Deinem Namen. Amen.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Anmerkung zur Korrespondenz mit den NachDenkSeiten<\/strong><\/p><p>Die NachDenkSeiten freuen sich &uuml;ber Ihre Zuschriften, am besten in einer angemessenen L&auml;nge und mit einem eindeutigen Betreff.<\/p><p>Es gibt die folgenden E-Mail-Adressen:<\/p><ul>\n<li><a href=\"mailto:leserbriefe@nachdenkseiten.de\">leserbriefe(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Kommentare zum Inhalt von Beitr&auml;gen.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:hinweise@nachdenkseiten.de\">hinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> wenn Sie Links zu Beitr&auml;gen in anderen Medien haben.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:videohinweise@nachdenkseiten.de\">videohinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r die Verlinkung von interessanten Videos.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:redaktion@nachdenkseiten.de\">redaktion(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Organisatorisches und Fragen an die Redaktion.<\/li>\n<\/ul><p>Weitere Details zu diesem Thema finden Sie in unserer &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=47939\">Gebrauchsanleitung<\/a>&ldquo;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[103],"tags":[],"class_list":["post-142278","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-leserbriefe"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/142278","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=142278"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/142278\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":142293,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/142278\/revisions\/142293"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=142278"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=142278"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=142278"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}