{"id":142661,"date":"2025-11-26T10:00:28","date_gmt":"2025-11-26T09:00:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=142661"},"modified":"2025-11-27T07:16:24","modified_gmt":"2025-11-27T06:16:24","slug":"80-jahre-nuernberger-prozesse-interview-mit-russischem-generalkonsul-krasnitskiy-moskau-vermisst-anerkennung-der-sowjetischen-rolle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=142661","title":{"rendered":"80 Jahre N\u00fcrnberger Prozesse \u2013 Interview mit russischem Generalkonsul Krasnitskiy: Moskau vermisst Anerkennung der sowjetischen Rolle"},"content":{"rendered":"<p>Anl&auml;sslich des 80. Jahrestages der N&uuml;rnberger Prozesse kritisiert der russische Generalkonsul <strong>Oleg Krasnitskiy<\/strong> die mangelnde Anerkennung der sowjetischen Rolle und fordert die internationale Anerkennung des Vernichtungskriegs gegen die Sowjetunion als V&ouml;lkermord. Im Gespr&auml;ch mit den <em>NachDenkSeiten<\/em> beschreibt Krasnitskiy die deutsch-russischen Beziehungen offen als &bdquo;hybriden Kriegszustand&ldquo; und beklagt Versuche, die Gedenkkultur zu ver&auml;ndern. Er appelliert an die deutsche Zivilgesellschaft, den Dialog trotz der offiziellen Konfrontationslinie fortzusetzen. Das Interview mit Oleg Krasnitskiy f&uuml;hrte <strong>&Eacute;va P&eacute;li<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_9287\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-142661-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251126_80_Jahre_Nuernberger_Prozesse_Interview_mit_russischem_Generalkonsul_Krasnitskiy_Moskau_vermisst_Anerkennung_der_sowjetischen_Rolle_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251126_80_Jahre_Nuernberger_Prozesse_Interview_mit_russischem_Generalkonsul_Krasnitskiy_Moskau_vermisst_Anerkennung_der_sowjetischen_Rolle_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251126_80_Jahre_Nuernberger_Prozesse_Interview_mit_russischem_Generalkonsul_Krasnitskiy_Moskau_vermisst_Anerkennung_der_sowjetischen_Rolle_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251126_80_Jahre_Nuernberger_Prozesse_Interview_mit_russischem_Generalkonsul_Krasnitskiy_Moskau_vermisst_Anerkennung_der_sowjetischen_Rolle_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=142661-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251126_80_Jahre_Nuernberger_Prozesse_Interview_mit_russischem_Generalkonsul_Krasnitskiy_Moskau_vermisst_Anerkennung_der_sowjetischen_Rolle_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"251126_80_Jahre_Nuernberger_Prozesse_Interview_mit_russischem_Generalkonsul_Krasnitskiy_Moskau_vermisst_Anerkennung_der_sowjetischen_Rolle_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Am 20. November 1945 begann im Saal 600 des N&uuml;rnberger Justizpalastes ein historisches Kapitel: Der Prozess gegen die f&uuml;hrenden deutschen Kriegsverbrecher vor dem Internationalen Milit&auml;rtribunal. Unter Beteiligung der vier alliierten Siegerm&auml;chte Sowjetunion, USA, Frankreich und Gro&szlig;britannien wurde hier das Fundament des modernen V&ouml;lkerstrafrechts gelegt. Die Urteile vom 30. September und 1. Oktober 1946 sollten ein Signal setzen: Verbrechen gegen den Frieden und die Menschheit sind ohne Verj&auml;hrungsfrist strafbar.<\/p><p>80 Jahre sp&auml;ter wird dieses Erbe in Deutschland vor dem Hintergrund tiefgreifender geopolitischer Konflikte in Frage gestellt. Russland, als Rechtsnachfolger der Sowjetunion und Mitinitiator des Tribunals, sieht die eigene historische Rolle zunehmend umgeschrieben und vernachl&auml;ssigt. Diese Kritik gipfelt in der Forderung, den faschistischen Vernichtungskrieg gegen das Sowjetvolk von 1941 bis 1945 endlich international als V&ouml;lkermord (Genozid) anzuerkennen &ndash; ein Tatbestand, der in N&uuml;rnberg selbst kein gesonderter Anklagepunkt war.<\/p><p>Anl&auml;sslich des Gedenkens organisierte die Regionalgruppe Bayern der Gesellschaft f&uuml;r Deutsch-Russische Freundschaft (GDRF) in N&uuml;rnberg am Samstag eine vielschichtige Veranstaltung, initiiert und geleitet von Catrin Heidecker. Das Programm umfasste eine Kranzniederlegung an den Gr&auml;bern der mehr als 5.000 sowjetischen Kriegsgefangenen auf dem N&uuml;rnberger S&uuml;dfriedhof sowie die Vorf&uuml;hrung des russischen Spielfilms &bdquo;N&uuml;rnberg&ldquo; (2023).<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/251125-Interview-Krasnitskiy-Foto1.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/251125-Interview-Krasnitskiy-Foto1.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p><small>Quelle: Tilo Gr&auml;ser<\/small><\/p><p>Die offizielle russische Perspektive wurde durch den Generalkonsul Oleg Krasnitskiy sowie durch einen Vertreter der russischen Botschaft unterstrichen. Letzterer verlas eine Gru&szlig;botschaft des Botschafters und pr&auml;sentierte eine Ausstellung der Botschaft zum V&ouml;lkermord an den V&ouml;lkern der Sowjetunion.<\/p><p>Bei dieser Gedenkfeier bezog der Generalkonsul Oleg Krasnitskiy in einem Gespr&auml;ch mit den <em>NachDenkSeiten<\/em> Stellung zu diesen schmerzhaften historischen und erinnerungspolitischen Diskrepanzen. Er beschreibt die gegenw&auml;rtigen deutsch-russl&auml;ndischen Beziehungen offen als &bdquo;hybriden Kriegszustand&ldquo; seitens der Bundesregierung und beleuchtet die Konsequenzen, die dieser Konfrontationskurs f&uuml;r die Gedenkkultur und die Zukunft des Dialogs hat.<\/p><p><strong>&Eacute;va P&eacute;li: Herr Generalkonsul, welche Bedeutung hat der 80. Jahrestag des N&uuml;rnberger Hauptkriegsverbrecherprozesses f&uuml;r Russland heute?<\/strong><\/p><p><strong>Oleg Krasnitskiy:<\/strong> Russland ist Nachfolgerstaat der ehemaligen Sowjetunion, die eine der Siegerm&auml;chte im Zweiten Weltkrieg und Mitinitiatorin dieses Prozesses war. Die damalige sowjetische F&uuml;hrung legte gro&szlig;en Wert darauf, dass nach dem Sieg die Gerechtigkeit Oberhand gewinnt und die Verantwortlichen f&uuml;r die Entfesselung des Angriffskrieges zur Rechenschaft gezogen werden.<\/p><p>Das war keine Selbstjustiz oder Siegerjustiz, sondern verlief nach dem Statut des N&uuml;rnberger Internationalen Tribunals. Dieses Statut ist ein Bestandteil des modernen V&ouml;lkerrechts, und das moderne Strafv&ouml;lkerrecht nimmt seinen Anfang mit diesem Prozess. Im Rahmen unseres Gedenkjahres 2025 in Russland sind die 80 Jahre N&uuml;rnberger Prozesse eine wichtige Veranstaltung in einer Kette von Gedenkfeiern. F&uuml;r uns ist es sehr wichtig, dass die Idee von N&uuml;rnberg, die Bestrafung der nationalsozialistischen Kriegsverbrecher, weiterlebt.<\/p><p><strong>Wir erleben in Deutschland, dass bei der Erinnerung an die N&uuml;rnberger Prozesse vor allem die Judenvernichtung im Vordergrund steht, w&auml;hrend der Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion mit 27 Millionen Opfern kaum eine Rolle spielt.<\/strong><\/p><p>Das haben wir auch beim Besuch im Memorium des N&uuml;rnberger Tribunals bemerkt. Es muss weiter &uuml;ber die Erinnerungskultur diskutiert werden. Wir wollen die Bedeutung des Holocaust als Verbrechen keineswegs schm&auml;lern. Aber ich habe auch heute bei meiner Ansprache am Friedhof, wo wir der sowjetischen Kriegsgefangenen und Zwangsarbeiter gedacht haben, betont, dass sie Opfer des Genozids gewesen sind. Das waren sowjetische Menschen, die massenhaft durch die Nazis vernichtet wurden &ndash; auf dem Gebiet der UdSSR, in Polen und in Deutschland. Hier in Deutschland sind bis zu einer Million Tote begraben. Das mahnt uns, ihrer als Opfer des Genozids zu gedenken. Es geht um die Anerkennung dieses Genozids durch Deutschland und die internationale Gemeinschaft insgesamt.<\/p><p><strong>Wie erleben Sie als offizieller Vertreter Russlands die gegenw&auml;rtige deutsche Politik gegen&uuml;ber Russland, die ja auch Folgen f&uuml;r das Gedenken hat?<\/strong><\/p><p>Wir erleben leider eine sehr schlechte Periode in unseren bilateralen Beziehungen. Sie sind nicht besser als zu Zeiten der Nationalsozialisten &ndash; damals gab es den offenen Krieg, jetzt erleben wir diesen hybriden Kriegszustand, der von der Bundesregierung erkl&auml;rt wurde. Wir sind der &Uuml;berzeugung, dass dies nicht den Realit&auml;ten in Europa entspricht und ge&auml;ndert werden muss. Wir brauchen Voraussetzungen f&uuml;r die Wiederherstellung des Dialogs und der Kontakte.<\/p><p>Dieser Zustand hat Konsequenzen f&uuml;r die Gedenkkultur. Es gibt jetzt Versuche, die Gedenkkultur in Bezug auf die sowjetischen Kriegsgr&auml;ber hier zu ver&auml;ndern, in erster Linie durch eine Art &sbquo;Ukrainisierung&lsquo; dieser Denkm&auml;ler. Oder man will den Sinn des Gedenkens ver&auml;ndern: Die sowjetischen Toten werden genutzt, um die westliche Interpretation des Ukraine-Krieges damit in Verbindung zu bringen. Wir sind f&uuml;r die Erhaltung der Gr&auml;ber als Zeitzeugen der Geschichte, die Mahner f&uuml;r zuk&uuml;nftige Generationen sind.<\/p><p>Sowohl der ehemalige Kanzler Olaf Scholz als auch der jetzige Kanzler Friedrich Merz positionieren sich als antifaschistisch. Dem m&uuml;ssen auch Taten folgen, und die Nazivergangenheit darf nicht f&uuml;r die politische Auseinandersetzung mit anderen politischen Gruppierungen genutzt werden, um diese zu diskreditieren.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/251125-Interview-Krasnitskiy-Foto2.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/251125-Interview-Krasnitskiy-Foto2.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p><small>Quelle: Tilo Gr&auml;ser<\/small><\/p><p><strong>Wie erleben Sie die Reaktion der deutschen Gesellschaft?<\/strong><\/p><p>Es gibt offizielle Stellen, die zurzeit keine Kontakte pflegen. Und es gibt die Zivilgesellschaft, die ganz anderer Meinung ist, die viel unabh&auml;ngiger von ideologischen Grunds&auml;tzen ist. Wir danken allen, die den Mut haben, sich trotz der Gegenarbeit der Presse an diesem Gedenken zu beteiligen. Der Wiederaufbau der Beziehungen kann nur profitieren, wenn diese Kontakte weiter existieren und gepflegt werden.<\/p><p><strong>Wie wichtig sind solche Kontakte der Zivilgesellschaft f&uuml;r Sie?<\/strong><\/p><p>Der Dialog mit Friedensforen und der Friedensbewegung insgesamt, die vor dem Hintergrund der Linie der Bundesregierung auf Remilitarisierung lebendiger wird, ist f&uuml;r uns sehr wichtig. Dort werden Sachen realistisch besprochen, unabh&auml;ngig von Feindbildern und Propaganda. Ich hoffe, dass solche Veranstaltungen &ouml;fter m&ouml;glich sein werden. Wir m&uuml;ssen darauf achten, dass den Initiatoren keine negativen Folgen wie Verfolgungen im medialen Raum entstehen.<\/p><p><strong>Was w&uuml;rden Sie normalen deutschen B&uuml;rgern sagen, die diese Br&uuml;cken erhalten wollen?<\/strong><\/p><p>Ich m&ouml;chte den deutschen B&uuml;rgern empfehlen, offen zu sein und Kontakte sowie den Dialog mit Russland zu suchen. Wenn man nach Russland f&auml;hrt, sieht man, dass die Bilder der deutschen oder westlichen Propaganda &uuml;ber die angebliche Krise infolge der Sanktionen sowie massive Repressalien und Menschenrechtsverletzungen und so weiter einfach nicht stimmen und nicht den Realit&auml;ten entsprechen.<\/p><p>Der Wiederaufbau der Beziehungen erfolgt als Ankn&uuml;pfung an die bereits bestehenden breiten zwischenmenschlichen Kontakte zwischen Russland und Deutschland. Das bleibt die Grundlage. Wir sp&uuml;ren hier kein feindliches Empfinden einer breiteren Bev&ouml;lkerungsmehrheit, sondern weiterhin Interesse an Russland. Die Leute stellen fest, dass man miteinander reden kann. Dieser Konfrontationskurs ist k&uuml;nstlich aufgezwungen.<\/p><p><strong>Was ist eine weitere Voraussetzung f&uuml;r ein besseres Verh&auml;ltnis?<\/strong><\/p><p>Eine weitere Voraussetzung ist, dass uns feindlich gesinnte Regierungen die Bereitschaft zeigen, mit Russland Verhandlungen zu f&uuml;hren, so wie es die US-amerikanische Administration macht. Es gab immer Gegens&auml;tze zwischen Russland und den USA, aber es gibt jetzt die Bereitschaft des US-amerikanischen Pr&auml;sidenten, etwas f&uuml;r die Normalisierung der Beziehungen zu tun, ausgehend von den eigenen Interessen.<\/p><p>Europa will sich nicht in diesen Prozess einbringen und beharrt auf alten Positionen, etwa dass Putin gehen oder Russland eine Niederlage erleiden m&uuml;sse. Dies entspricht nicht den Realit&auml;ten der Sicherheitslage in Europa. Eine verl&auml;ssliche Sicherheitsarchitektur in Europa kann nicht gegen Russland funktionieren. Das bedeutet die weitere Konfrontation und die unmittelbare Gefahr des Krieges.<\/p><p>Die Behauptung, Russland werde irgendjemanden &uuml;berfallen &ndash; das Baltikum, Polen oder sogar Deutschland &ndash;, hat &uuml;berhaupt keinen Sinn. Wir sehen in der deutschen Politik jedoch den Hang zum Ignorieren nicht nur gesellschaftlicher und wirtschaftlicher, sondern auch physikalischer und sogar physiologischer Gesetze, die f&uuml;r das menschliche Zusammenleben immanent sind, was nur negative Folgen haben und nicht funktionieren k&ouml;nnte.<\/p><p><strong>Erleben Sie in Bayern noch die Haltung, mit der man unter Franz Josef Strau&szlig; und Edmund Stoiber ein gutes Verh&auml;ltnis zu Moskau suchte?<\/strong><\/p><p>Kontakte zur CSU gibt es. Bayern war in Deutschland immer besonders und unabh&auml;ngiger. Die Bayerische Staatskanzlei pflegt informelle Kontakte mit uns als Generalkonsulat. Die Bayerische Staatsregierung unterstreicht informell, dass diese Kan&auml;le f&uuml;r die Kommunikation wichtig sind. Allerdings unterscheiden sich die offiziellen Positionen der Staatsregierung nicht von der Linie der Bundesregierung.<\/p><p><strong>Russland war an der Neugestaltung der Erinnerung im Justizpalast beteiligt. 2010 hat Au&szlig;enminister Sergej Lawrow Dokumente zum Tribunal &uuml;bergeben. Was ist daraus geworden?<\/strong><\/p><p>Das waren Kopien des Entwurfs des Statuts des N&uuml;rnberger Tribunals in Form einer Arbeitsunterlage, die dem sowjetischen Staatschef Josef Stalin zur Pr&uuml;fung vorgelegt wurde. Stalin nahm selbst Korrekturen vor und machte Vorschl&auml;ge zur Redaktion dieses juristischen Dokumentes.<\/p><p>Wir haben diese Kopien damals &uuml;bergeben, damit die &Ouml;ffentlichkeit erf&auml;hrt, wie die Sowjetunion an dem Statut mitgearbeitet hat. Leider haben wir diese Unterlagen nicht in der Ausstellung gefunden, und die Mitarbeiter wissen auch nicht, wo sie sind. F&uuml;r mich w&auml;re es sehr wichtig, wenn der Rolle der Sowjetunion mehr Aufmerksamkeit geschenkt w&uuml;rde. Die Besucher sollen wissen, dass es nicht nur das Werk der Amerikaner war. Die Rolle der Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg muss so dargestellt werden, wie sie war: Sie war nicht nur an Opferzahlen, sondern auch an allen Geschehnissen der Hauptakteur.<\/p><p>Fr&uuml;her war das in Deutschland akzeptiert. Jetzt sagen mehrere Bundeskanzler: Es waren die USA, Frankreich und Gro&szlig;britannien die Sieger, und die Sowjetunion wird gar nicht erw&auml;hnt. Das widerspricht den Tatsachen und kann als nichts anderes als eine absichtliche F&auml;lschung bewertet werden.<\/p><p><strong>Herr Krasnitskiy, vielen Dank f&uuml;r das Gespr&auml;ch!<\/strong><\/p><p><small>Titelbild: Tilo Gr&auml;ser<\/small><\/p><div class=\"moreLikeThis\">\n<strong>Mehr zum Thema:<\/strong>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58125\">Auschwitz-Gedenken gegen Russland missbraucht: &bdquo;Eine Informations-Aggression gegen die Geschichte&ldquo;<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141695\">Warum die Arbeit des Volksbundes Deutscher Kriegsgr&auml;berf&uuml;rsorge in Russland ins Stocken kommt<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=132200\">&bdquo;Eine historische Pflicht&ldquo; &ndash; Interview mit Russlands Botschafter Netschajew zum 80. Jahrestag des Sieges &uuml;ber Nazi-Deutschland<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=131489\">Die fragw&uuml;rdige Begr&uuml;ndung des Ausw&auml;rtigen Amts f&uuml;r Ausladung russischer Diplomaten vom Gedenken an den 8. Mai<\/a>\n<\/p><\/div><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg09.met.vgwort.de\/na\/02e144eea2bb4542b2db31d2ec9594e6\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anl&auml;sslich des 80. Jahrestages der N&uuml;rnberger Prozesse kritisiert der russische Generalkonsul <strong>Oleg Krasnitskiy<\/strong> die mangelnde Anerkennung der sowjetischen Rolle und fordert die internationale Anerkennung des Vernichtungskriegs gegen die Sowjetunion als V&ouml;lkermord. Im Gespr&auml;ch mit den <em>NachDenkSeiten<\/em> beschreibt Krasnitskiy die deutsch-russischen Beziehungen offen als &bdquo;hybriden Kriegszustand&ldquo; und beklagt Versuche, die Gedenkkultur zu ver&auml;ndern. Er appelliert an<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=142661\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":142662,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[169,107,212,209,171],"tags":[1120,2301,2104,2996,259,2147,966,3417],"class_list":["post-142661","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aussen-und-sicherheitspolitik","category-audio-podcast","category-gedenktagejahrestage","category-interviews","category-militaereinsaetzekriege","tag-friedensbewegung","tag-konfrontationspolitik","tag-kriegsopfer","tag-nuernberger-prozess","tag-russland","tag-sowjetunion","tag-weltkrieg","tag-zivilgesellschaftlicher-dialog"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/251125-Interview-Krasnitskiy-Cover_Nuernberg.jpeg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/142661","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=142661"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/142661\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":142717,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/142661\/revisions\/142717"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/142662"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=142661"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=142661"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=142661"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}