{"id":142791,"date":"2025-11-28T14:00:28","date_gmt":"2025-11-28T13:00:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=142791"},"modified":"2025-11-28T09:36:25","modified_gmt":"2025-11-28T08:36:25","slug":"wegen-osttimor-den-indonesiern-die-zaehne-ausschlagen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=142791","title":{"rendered":"\u201eWegen Osttimor den Indonesiern die Z\u00e4hne ausschlagen?\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Vor genau 50 Jahren, am 28. November 1975, proklamierte Portugals s&uuml;dostasiatische Kolonie Osttimor (seit 2002 <em>Demokratische Republik Timor-Leste<\/em>) ihre Unabh&auml;ngigkeit und rief die <em>Demokratische Republik Osttimor<\/em> <em>(DRO)<\/em> aus. Doch bereits neun Tage sp&auml;ter endete j&auml;h der kurze Traum von Freiheit und Selbstbestimmung, als das indonesische Milit&auml;r mit gr&uuml;nem Licht aus Washington die junge Republik &uuml;berfiel und ein vom Westen toleriertes Terrorregime errichtete. Nachbetrachtungen unseres S&uuml;dostasienexperten <strong>Rainer Werning<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Fanal zum Widerstand<\/strong><\/p><p>Selten kommt es vor, dass ein Lied als Fanal zum Widerstand, gar Aufstand diente. Doch am 25. April 1974 geschah in Portugals Hauptstadt Lissabon just das, als um drei Uhr morgens der katholische Sender <em>R&aacute;dio Renascen&ccedil;a<\/em> das bis dahin verbotene Lied <em>Gr&acirc;ndola, vila morena<\/em> <em>(Gr&acirc;ndola, braun gebrannte Stadt) <\/em>des Protests&auml;ngers <em>Jos&eacute; Afonso<\/em> spielte. Im Text geht es um Solidarit&auml;t und um einen sch&ouml;nen Ort, an dem endlich das Volk Ohnmacht &uuml;berwindet, die Fesseln sprengt und &uuml;ber seine Geschicke selbst bestimmt. Dieser Song war das Signal zum Zuschlagen f&uuml;r alle milit&auml;rischen Einheiten, die sich zur <em>Bewegung der Streitkr&auml;fte<\/em> <em>(MFA)<\/em> bekannten. Ein Sammelbecken all jener Offiziere und einfachen Soldaten, die es satthatten, noch l&auml;nger unter der &auml;ltesten Diktatur Westeuropas, den Statthaltern und verruchten Geheimdienstleuten des faschistischen <em>&bdquo;Neuen Staates&rdquo;<\/em> sowie seinem Sch&ouml;pfer <em>Ant&oacute;nio de Oliveira Salazar<\/em>, zu leben.<\/p><p>Binnen weniger Stunden besetzten MFA-Mitglieder s&auml;mtliche strategisch bedeutsamen Orte des Landes. Die Stimmung war &uuml;berw&auml;ltigend. Entgegen den Anweisungen der neuen Machthaber, ruhig in den H&auml;usern zu bleiben, str&ouml;mten die Menschen auf die Stra&szlig;en und feierten das Ende des verhassten Regimes. Da die Blumenfrauen Lissabons den Soldaten rote Nelken in die Gewehrl&auml;ufe steckten, war der Begriff <em>&bdquo;Portugals Nelkenrevolution&ldquo; <\/em>geboren.<\/p><p><strong>Rasche Dekolonialisierung<\/strong><\/p><p>Das arme, agrarisch orientierte, stockkatholisch ausgerichtete Land hatte sich allzu lange den &bdquo;Luxus&ldquo; geleistet, Kolonialkriege in &Uuml;bersee zu f&uuml;hren und daf&uuml;r reichlich die H&auml;lfte des Staatshaushalts zu verpulvern. Immer st&auml;rker war seit Mitte der 1960er-Jahre eine Antikriegsstimmung vernehmbar, die selbst innerhalb der Streitkr&auml;fte rumorte und sich schlie&szlig;lich an jenem Apriltag des Jahres 1974 explosionsartig entlud.<\/p><p>Rasch sprangen die Funken der &bdquo;Nelkenrevolution&ldquo; auf die alten Kolonialbesitzungen &uuml;ber. Noch im selben Jahr erlangte Guinea-Bissau die Unabh&auml;ngigkeit. Ein Jahr sp&auml;ter folgten dann Angola, Mosambik, S&atilde;o Tom&eacute; und Pr&iacute;ncipe sowie Kap Verde auf dem afrikanischen Kontinent und schlie&szlig;lich in S&uuml;dostasien Portugiesisch-Timor beziehungsweise Osttimor.<\/p><p>In all diesen Gebieten folgte eine Dekolonialisierungspolitik, die Kritiker sp&auml;ter als &uuml;berhastet und katastrophisch bezeichneten &ndash; und zwar deshalb, weil es zeitgleich mit dem raschen Abzug der Portugiesen zu verheerenden B&uuml;rgerkriegen kam, die zumindest zeitweilig aufgrund der starren West-Ost-Blockkonfrontation den Charakter von Stellvertreterkriegen annahmen. Allein in Angola k&auml;mpften drei sich jeweils Freiheitsbewegungen nennende Organisationen erbittert um die politische Vormachtstellung, wobei sich Lissabon in diesem Fall aus ideologischen Gr&uuml;nden f&uuml;r die linke, mit Marxisten besetzte <em>MPLA<\/em> entschied. Diese genoss denn auch R&uuml;ckhalt seitens der Sowjetunion und Kubas, w&auml;hrend die USA und deren Vasall Zaire ihr Gewicht f&uuml;r die <em>UNITA<\/em> in die Waagschale warfen.<\/p><p><strong>Pyrrhussieger Fretilin<\/strong><\/p><p>Im fernen Osttimor f&uuml;hrte die Euphorie im &bdquo;Mutterland&ldquo; immerhin dazu, dass sich politische Parteien nunmehr ungehindert von kolonialer Kontrolle und G&auml;ngelung frei entfalten konnten &ndash; mit dem Resultat, dass auch dort drei unterschiedliche ideologische Str&ouml;mungen um Hegemonie rangen.<\/p><p>Bereits am 20. Mai 1974 konstituierte sich unter der F&uuml;hrung von <em>Francisco Xavier do Amaral, Nicolau dos Reis Lobato<\/em> und anderen die linksorientierte <em>Sozialdemokratische Vereinigung Timors (ASDT),<\/em> die sich aber bereits Mitte September desselben Jahres in <em>FRETILIN, Revolution&auml;re Front f&uuml;r die Unabh&auml;ngigkeit von Timor-Leste (Osttimor), <\/em>umbenannte. Sie genoss den mit Abstand gr&ouml;&szlig;ten R&uuml;ckhalt in der Bev&ouml;lkerung und war vor allem auf dem Lande beliebt. Gleichzeitig war die FRETILIN die einzige politische Organisation, die f&uuml;r eine schnelle Abnabelung vom &bdquo;Mutterland&ldquo; votierte und, um sich eines gr&ouml;&szlig;eren R&uuml;ckhalts seitens der Vereinten Nationen zu vergewissern, am 28. November 1975 die Unabh&auml;ngigkeit der <em>Demokratischen Republik Osttimor<\/em> ausrief. Amaral wurde erster Pr&auml;sident und sein Kollege Lobato erster Premierminister des neu gegr&uuml;ndeten Staates.<\/p><p>Die zweitst&auml;rkste politische Kraft bildete die <em>Demokratische Union Timors (UDT), <\/em>die eine Bindung zur ehemaligen Kolonialmacht bevorzugte und deren Anh&auml;nger sich im Sommer 1975 blutige Gefechte mit der FRETILIN geliefert hatten. Da Lissabon sich auff&auml;llig bedeckt hielt, bildeten die Osttimoresen, die bisher in der portugiesischen Armee gedient hatten, den Kern der <em>Bewaffneten Kr&auml;fte zur nationalen Befreiung Osttimors (FALINTIL).<\/em> Bis zur endg&uuml;ltigen Unabh&auml;ngigkeit des Landes und internationalen Anerkennung als souver&auml;ner Staat am 20. Mai 2002 hatten die FALINTIL als milit&auml;rischer Arm beziehungsweise Guerillaorganisation der FRETILIN die Speerspitze des osttimoresischen Widerstands gegen die indonesische Besatzung von 1975 bis 1999 gebildet.<\/p><p>Als kleinste der drei politischen Parteien agierte mit der <em>Timoresischen Volksdemokratischen Assoziation (APODETI)<\/em> eine politische Gruppierung, deren Mitglieder und Sympathisanten w&auml;hrend des Zweiten Weltkriegs mit der japanischen Besatzungsmacht kollaboriert hatten und die sp&auml;ter pro-indonesische Positionen bezogen beziehungsweise sich 1975 f&uuml;r einen Anschluss Osttimors an Indonesien aussprachen. Zusammen mit der UDT diente sich die APODETI als Statthalter der indonesischen Besatzungstruppen an.<\/p><p>Neben Washington und Jakarta warf in jenen Tagen auch die australische Regierung in Canberra der FRETILIN vor, eine marxistische Organisation zu sein. Es ging die Angst um, &bdquo;vor der Haust&uuml;r&ldquo; k&ouml;nnte mit einem kommunistischen Osttimor ein <em>&bdquo;zweites Kuba&ldquo; <\/em>&ndash; diesmal in S&uuml;dostasien &ndash; entstehen; und das ausgerechnet zu einer Zeit, da die Supermacht USA ein f&uuml;r sie kl&auml;gliches Scheitern in Vietnam, Kambodscha und Laos hinnehmen musste.<\/p><p>Nachdem die US-Regierung bereits ein Jahrzehnt zuvor alle Hebel in Bewegung gesetzt hatte, um mit &bdquo;ihrem Mann&ldquo; in Gestalt von Generalmajor Suharto einen knallharten pro-westlichen Pr&auml;sidenten in Indonesien zu installieren, lag nichts n&auml;her, als ebendiesem Verb&uuml;ndeten freie Hand zu lassen, ein zweites Mal &bdquo;mit den Kommunisten aufzur&auml;umen&ldquo;. Das antikommunistische Kesseltreiben Suhartos und seiner Soldateska 1965\/66 fand seine Fortsetzung seit Mitte des Jahres 1975 in Osttimor.<\/p><p>Um angeblich &bdquo;Anarchie und Chaos&ldquo; abzuwenden, besetzten indonesische Truppen seit dem Sommer nach und nach Teile Osttimors. Am 7. Dezember 1975 &ndash; neun Tage nach Ausrufung der Demokratischen Republik &ndash; blies Jakarta schlie&szlig;lich zur gro&szlig; angelegten Invasion Osttimors und verleibte sich im Juli 1976 das von ihm nunmehr <em>Timor Timur (Osttimor)<\/em> genannte Gebiet als 27. Provinz der Republik Indonesien ein.<\/p><p><strong>Besatzungsmacht Indonesien<\/strong><\/p><p>F&uuml;r die Zivilbev&ouml;lkerung der vormaligen portugiesischen Kolonie begann die d&uuml;sterste &Auml;ra ihrer Geschichte, ein Grauen, das zun&auml;chst erst mit dem R&uuml;cktritt von Suharto im Mai 1998 enden sollte. Fast sah es so aus, als w&auml;re es den indonesischen Besatzern gelungen, die Widerstandsk&auml;mpfer der FALINTIL v&ouml;llig aufzureiben, bis diese unter der F&uuml;hrung des neuen Kommandeurs <em>Xanana Gusm&atilde;o<\/em> gezielt zur Guerillataktik &uuml;bergingen. Immerhin gelang es den Guerilleros trotz massiver Menschenrechtsverletzungen und Gr&auml;ueltaten seitens der Besatzungstruppen, im Sommer 1980 Gegenoffensiven zu er&ouml;ffnen, Fernsehsender, milit&auml;rische Einrichtungen und Waffenlager nahe der Hauptstadt Dili anzugreifen und so ein Zeichen einer\/eines <em>&bdquo;levantamento&ldquo;<\/em> (Erhebung, Aufstand) in diesem Auszehrungskrieg zu setzen. Laut Untersuchungen von <em>Amnesty International, Human Rights Watch<\/em> und anderer Menschen- sowie B&uuml;rgerrechtsorganisationen kamen infolge der indonesischen Besatzung von Ende 1975 bis zum Fr&uuml;hjahr 1998 etwa 200.000 der 800.000 Einwohner Osttimors ums Leben!<\/p><p>Exekutiert wurde dieser erste <em>Genozid<\/em> nach dem Zweiten Weltkrieg von den Sicherheitskr&auml;ften eines Regimes, dessen Oberhaupt der ausgesprochene s&uuml;dostasiatische Darling der &bdquo;westlichen Wertegemeinschaft&ldquo; war. Indonesien, der bev&ouml;lkerungsreichste und gr&ouml;&szlig;te Staat der Region, sollte unbedingt ein Vorposten westlicher Interessen bleiben, den es ein f&uuml;r allemal &bdquo;vom Virus der Subversion und Instabilit&auml;t&ldquo;, so der damalige US-Au&szlig;enminister <em>Henry A. Kissinger<\/em>, zu befreien galt. Aus diesem Grund wurden s&auml;mtliche innen- wie au&szlig;enpolitischen Schandtaten w&auml;hrend der Suharto-&Auml;ra in den westlichen Hauptst&auml;dten stillschweigend geduldet. Schlie&szlig;lich wollte man das eigene Business und lukrative Auftr&auml;ge aus Jakarta nicht gef&auml;hrden.<\/p><p>Zweifellos waren die Regierungen der USA und Australiens die engsten Verb&uuml;ndeten der Machthaber in Jakarta. In London, so der fr&uuml;here britische Botschafter in Jakarta, John Ford, br&uuml;stete man sich mehrfach &ouml;ffentlich damit, die Kontroverse um &bdquo;die Vorf&auml;lle in Osttimor&ldquo; vom Parkett der internationalen Politik und Diplomatie ferngehalten zu haben, vor allem als Gro&szlig;britannien den Vorsitz im UN-Sicherheitsrat innehatte. Selbst der Tod zweier britischer Journalisten, die im Oktober 1975 in Osttimor bei Recherchen von indonesischen Sicherheitskr&auml;ften umgebracht worden waren, war London keine hartn&auml;ckige Untersuchung wert. Resolutionen oder Engagements zugunsten der geschundenen Zivilbev&ouml;lkerung Osttimors seitens der UN wurden allenfalls bel&auml;chelt.<\/p><p>Erst ab 1996 erheischte Osttimor ein wenig internationale Aufmerksamkeit, als <em>Jos&eacute; Ramos-Horta<\/em>, Mitbegr&uuml;nder der FRETILIN, Au&szlig;enminister der Demokratischen Republik Osttimor und Vertreter des osttimoresischen Widerstands bei den UN in New York, sowie sein Landsmann und Bischof von Dili, <em>Carlos Filipe Ximenes Belo<\/em>, den Friedensnobelpreis erhielten.<\/p><p><strong>Kissinger dr&auml;ngte zum &bdquo;quick fix&ldquo;<\/strong><\/p><p>Der damalige US-Pr&auml;sident Gerald R. Ford und sein Au&szlig;enminister Henry A. Kissinger hatten sich nicht nur f&uuml;r massive Waffenlieferungen an Jakarta stark gemacht. Das Ford-Kissinger-Tandem befand sich Ende 1975 auch auf Stippvisite in Ost- und S&uuml;dostasien und stattete Suharto just einen Tag vor der indonesischen Invasion in Osttimor am 7. Dezember 1975 einen Besuch ab. Dabei ging es nicht nur um die politisch-diplomatische Aufwertung des engen Verb&uuml;ndeten in Jakarta. Ford und Kissinger waren voll in die bevorstehenden Invasionspl&auml;ne eingeweiht und unterhielten sich dar&uuml;ber hinaus explizit mit Suharto &uuml;ber das Thema, wie lange wohl ein Guerillakrieg seitens der FALINTIL andauern k&ouml;nnte.<\/p><p>Die G&auml;ste enthielten sich jedweder Kritik. Mehr noch: Kissinger gab Suharto zwei Hausaufgaben auf. Erstens: Jakarta sollte die Invasion erst beginnen, wenn er (Kissinger) und der Pr&auml;sident wieder in Washington gelandet seien. Just so geschah es denn auch. Zweitens: Suharto wurde zum &bdquo;quick fix&ldquo; gedr&auml;ngt. Im Klartext: Das Milit&auml;r sollte den Einmarsch auf schnellstm&ouml;glichem Wege &ndash; sozusagen als &bdquo;chirurgischen Schnitt&ldquo; &ndash; durchf&uuml;hren.<\/p><p>F&uuml;r Kissinger stellte sich als einziges Problem, wie man am effektivsten die Tatsache vertuschen und verschweigen konnte, dass die indonesische Invasion wesentlich mit zuvor gelieferten US-Waffen durchgef&uuml;hrt wurde. Nach Washington zur&uuml;ckgekehrt, entsponn sich Anfang Dezember im State Department zudem eine hitzige Debatte zwischen Kissinger und seinem Stab, ob das Vorgehen Jakartas rechtens und zu billigen sei. Das musste, wie Aufzeichnungen &uuml;ber das Treffen und vom <em>National Security Archive (NSA)<\/em> an der George Washington University in Washington, D.C. am 6. Dezember 2001 sowie am 28. November 2005 publizierte deklassifizierte Dokumente einwandfrei belegen, den verschlagenen Henry ziemlich gereizt haben. Der State Department-Chef konterte diese kritischen Nachfragen mit der ihm eigenen Derbheit:<\/p><blockquote><p>\n<em>&bdquo;Ich wei&szlig;, was das Gesetz ist. Doch kann es in unserem nationalen Interesse liegen (&hellip;), wegen Osttimor den Indonesiern die Z&auml;hne auszuschlagen?&ldquo;<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>Bereits im Oktober 1975, also etwa sechs Wochen vor der Osttimor-Invasion, hatten indonesische Eliteeinheiten dort mit Wissen Kissingers Geheimoperationen durchgef&uuml;hrt. Daraufhin beschwor dieser seine engsten Vertrauten:<\/p><blockquote><p>\n<em>&bdquo;Ich gehe davon aus, da&szlig; Sie in dieser Angelegenheit wirklich den Mund halten.&ldquo;<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>In einem exklusiv f&uuml;r Kissinger bestimmten Memorandum hatte David Newsom, zu der Zeit US-Botschafter in Jakarta, bereits im M&auml;rz 1975 (knapp neun Monate vor der Osttimor-Invasion) skizziert, worum es eigentlich ging:<\/p><blockquote><p>\n<em>&bdquo;Die USA haben betr&auml;chtliche Interessen in Indonesien und keine in Timor.&ldquo;<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>Unmittelbar nach Bekanntwerden der Dokumente insistierte Brad Simpson, Historiker an der University of Maryland und Direktor des Indonesien- und Osttimor-Dokumentationsprojekts der NSA, auf <em>&bdquo;die Notwendigkeit, international auf eine genuine Aufkl&auml;rung hinzuarbeiten und die Schuldigen der uns&auml;glichen Leiden in Osttimor zu benennen&ldquo;.<\/em><\/p><p>F&uuml;r den Publizisten Anthony Lewis, der Kissingers Agieren im Falle Indonesiens und Osttimors aufmerksam verfolgt hatte, stand bereits fr&uuml;her fest, dass es sich dabei, wie er am 8. September 1999 in der <em>International Herald Tribune<\/em> schrieb, um einen <em>&bdquo;Kissinger-Realismus&ldquo;<\/em> handelte.<\/p><p><strong>Blutiges Referendum oder Der Trag&ouml;die zweiter Teil<\/strong><\/p><p>Als Suharto nach massiven politischen Unruhen infolge der Nachwirkungen der Finanzkrise in S&uuml;dost- und Ostasien im Mai 1998 von der B&uuml;hne abtrat, verfolgte sein Nachfolger, Dr. Bacharuddin Jusuf Habibie, eine Kehrtwende vis-&agrave;-vis Osttimor. Zum Jahresbeginn 1999 verk&uuml;ndete Habibie erstmalig den Plan, die Bev&ouml;lkerung Osttimors binnen weniger Monate in einem Referendum &uuml;ber Autonomie, Unabh&auml;ngigkeit oder den Verbleib bei Indonesien abstimmen zu lassen. Dabei hatte er vorrangig wirtschaftliche und politische Gr&uuml;nde im Sinn. Er sah in Osttimor eine zus&auml;tzliche &ouml;konomische Belastung und war gleichzeitig gewillt, das wegen der Annexion anhaltende Negativimage seines Landes abzustreifen und sich mit Blick auf die bevorstehenden Parlaments- und Pr&auml;sidenschaftswahlen als demokratischer Erneuerer zu gerieren.<\/p><p>Da hatte der neue Pr&auml;sident allerdings &uuml;bersehen, dass das ungebrochen m&auml;chtige Milit&auml;r sich nach wie vor der <em>&bdquo;dwi fungsi&ldquo;<\/em>-Doktrin verpflichtet f&uuml;hlte. Demnach kam ihm eine Doppelfunktion zu: Im Inneren wirkte es sozialpolitisch im Sinne von Ruhe, Ordnung und Stabilit&auml;t und garantierte gleichzeitig als Wahrer nationaler Integrit&auml;t und Souver&auml;nit&auml;t den unbedingten Zusammenhalt des Staatsverbandes. Zwar opponierten die Streitkr&auml;fte nicht offen gegen Habibie, unternahmen allerdings hinter den Kulissen alles, um das Osttimor-Referendum zu unterlaufen und die Lage dort zu destabilisieren.<\/p><p>Nach mehrfachen Verz&ouml;gerungen stimmten schlie&szlig;lich bei dem Referendum am 30. August 1999 &uuml;berw&auml;ltigende 78,5 Prozent der Bev&ouml;lkerung f&uuml;r die Unabh&auml;ngigkeit Osttimors von Indonesien. Mit einem solchen Ergebnis hatte der neue Mann im Pr&auml;sidentenpalast zu Jakarta nicht gerechnet. Wohl aber hatte das Milit&auml;restablishment Derartiges im Vorfeld geahnt und entsprechend &bdquo;Vorkehrungen&ldquo; getroffen. Das Milit&auml;r opponierte, proindonesische Milizen brandschatzten, mordeten und vertrieben Hunderttausende aus Osttimor. Habibie musste abdanken. Die neue Regierung unter Abdurrahman Wahid respektierte immerhin das Votum f&uuml;r Osttimors Unabh&auml;ngigkeit, wenngleich er der marodierenden Soldateska keinen Einhalt zu gebieten vermochte. In Osttimor bedeutete das Votum einen Sieg, um den man monatelang den Sieger nicht beneiden konnte.<\/p><p>Am 7. September zitierte die franz&ouml;sische Nachrichtenagentur <em>AFP<\/em> einen proindonesischen Milizenf&uuml;hrer, der die Strategie Jakartas ungeschminkt offenlegte: Ziel sei es, bis zu 300.000 Osttimoresen gewaltsam in die Berge zu treiben oder in den (indonesischen) Westteil der Insel zu deportieren und Osttimor mit Indonesiern neu zu bev&ouml;lkern. Die unmittelbare Verbindung zwischen Milizen und Milit&auml;r stand au&szlig;er Zweifel, was u.a. von der <em>BBC<\/em> mitgeschnittene Funkgespr&auml;che zwischen beiden Parteien belegten. Makaber war an alledem, dass ausgerechnet die indonesischen Streitr&auml;fte mit der ordnungsgem&auml;&szlig;en &Uuml;berwachung des Referendums betraut worden waren!<\/p><p>Das angek&uuml;ndigte Grauen nahm seinen Lauf, und die &bdquo;westliche Wertegemeinschaft&ldquo; schaute mal wieder zu beziehungsweise weg. Erst am 20. September landete die Vorhut der aus 15 Staaten zusammengesetzten<em> International Force in East Timor (INTERFET)<\/em> in Osttimors Hauptstadt Dili. Dort und andernorts konnten sie sich allerdings nurmehr als Leichenbeschauer und Zeugen gewaltiger Zerst&ouml;rungen bet&auml;tigen.<\/p><p><strong>Ausgebliebene Krisenpr&auml;vention &ndash; Versagen der UN<\/strong><\/p><p>In jenen Monaten markierte die Entfernung zwischen dem gleichsam &bdquo;unruhigen&ldquo; Kosovo und Osttimor die Kluft zwischen &bdquo;humanit&auml;ren Interventionisten&ldquo; und perfiden Zynikern der Macht. Von &bdquo;erzwungenem Massenexodus&ldquo;, &bdquo;systematischem V&ouml;lkermord&ldquo; &ndash; gar &bdquo;einem neuerlichen Auschwitz&ldquo; &ndash; war im Fr&uuml;hjahr 1999 die Rede, als im Namen von Menschenrechten ein kompromissloses und kostspieliges Handeln in Jugoslawien propagiert und exekutiert wurde. Im Falle des erneuten indonesischen Staatsterrors gegen Osttimor, der in unterschiedlicher Intensit&auml;t seit 24 Jahren andauerte und s&auml;mtliche UN-Verurteilungen ungestraft ignorierte, war alles anders. Dort konnte der Befehlshaber der indonesischen Truppen in Dili, Oberst Tono Suratman, zwei Wochen vor dem Referendum laut <em>Australian Financial Review (<\/em>14. August 1999) unter Bezug auf ein Radiointerview schlankweg schwadronieren:<\/p><blockquote><p>\n<em>&bdquo;Sagen wir es ganz deutlich: Wenn die Pro-Unabh&auml;ngigkeitskr&auml;fte siegen, wird alles zerst&ouml;rt werden. Das wird schlimmer als vor 23 Jahren (als indonesische Streitkr&auml;fte die erste Terrorwelle in Osttimor ausl&ouml;sten &ndash; RW).&ldquo;<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>Die lautst&auml;rksten Apologeten des NATO-Krieges gegen Jugoslawien, vom britischen Premier Tony Blair und US-Pr&auml;sident Bill Clinton bis hin zu den bundesdeutschen Ministern f&uuml;r Verteidigung und Au&szlig;enpolitik, Rudolf Scharping und Joseph Fischer, favorisierten im Falle Osttimors unisono eine <em>&bdquo;quiet diplomacy&ldquo;.<\/em> Selbst nach dem Ausbruch der Gewalt mahnte UN-Generalsekret&auml;r Kofi Annan Indonesien lediglich an, seinen Pflichten nachzukommen.<\/p><blockquote><p>\n<em>&bdquo;Die US-Luftwaffe&ldquo;,<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>schrieb der langj&auml;hrige Kritiker US-amerikanischer Au&szlig;enpolitik, <em>Noam Chomsky<\/em>, in der deutschsprachigen Oktober 1999-Ausgabe von <em>Le Monde diplomatique,<\/em><\/p><blockquote><p>\n<em>&bdquo;die in Jugoslawien zivile Ziele punktgenau vernichten konnte, sah sich au&szlig;erstande, Nahrungsmittel f&uuml;r hungernde Menschen abzuwerfen, die vom Terror der indonesischen Streitkr&auml;fte in die Berge getrieben wurden &ndash; von Truppen also, die von den USA und ihren Verb&uuml;ndeten ausger&uuml;stet und ausgebildet werden. (&hellip;) In den Monaten vor dem August-Referendum wurden nach glaubw&uuml;rdigen Kirchenquellen 3.000 bis 5.000 Menschen umgebracht. Das w&auml;ren doppelt so viele Tote wie im Kosovo in der Periode vor den NATO-Bombenangriffen und sogar viermal so viel, wenn man es in Relation zur Gesamtbev&ouml;lkerung setzt. Der Terror war umfassend und sadistisch und sollte warnend darauf hinweisen, was jeden erwartete, der den Befehlen der Besatzungsarmee zu trotzen wagte.&ldquo; (S. 7)<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>Das langj&auml;hrige Tolerieren der indonesischen Okkupation Osttimors seitens der UN als auch der &bdquo;westlichen Wertegemeinschaft&ldquo; hatte Jakarta in seiner Einsch&auml;tzung best&auml;rkt, dass diese keine gegen die Interessen Indonesiens gerichtete Politik verfolgen w&uuml;rden. Von einem diktatorischen Regime, wie es seinerzeit unter Suharto herrschte, das Plazet zur Stationierung einer Friedenstruppe zu erbitten &ndash; eine solche Geste h&auml;tte im Falle des Kosovo als abstrus gegolten.<\/p><blockquote><p>\n<em>&bdquo;M&ouml;glicherweise h&auml;tten bereits vor dem Referendum stationierte Ordnungskr&auml;fte einen Ausbruch der Gewalt in Osttimor verhindern k&ouml;nnen&ldquo;,<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>schrieb der Z&uuml;richer V&ouml;lker- und Staatsrechtler <em>Daniel Th&uuml;rer<\/em> im Oktober 1999 in der Monatszeitschrift <em>Entwicklung &amp; Zusammenarbeit:<\/em><\/p><blockquote><p>\n<em>&bdquo;Jakarta hatte das zwar stets abgelehnt, v&ouml;lkerrechtlich h&auml;tten solche Kr&auml;fte wohl aber auch ohne die Zustimmung Indonesiens entsandt werden k&ouml;nnen. Mit dem daf&uuml;r ben&ouml;tigten Personal in der Hinterhand h&auml;tte Kofi Annan druckvoller gegen&uuml;ber der indonesischen Regierung argumentieren k&ouml;nnen, der pr&auml;ventiven Stationierung einer Polizeitruppe zuzustimmen.&ldquo;<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>Th&uuml;rers ern&uuml;chterndes Fazit:<\/p><blockquote><p>\n<em>&bdquo;Osttimor ist ein weiteres Lehrst&uuml;ck daf&uuml;r, dass den Menschenrechten, der Demokratie und dem humanit&auml;ren V&ouml;lkerrecht nicht erst dann der n&ouml;tige Respekt gezollt werden darf, wenn es bereits zu sp&auml;t ist.&ldquo;<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Postscript oder Amnestie, Amnesie, Apotheose<\/strong><\/p><p>Suharto (1921 &ndash; 2008) sei eine herausragende Pers&ouml;nlichkeit und &bdquo;ein Held des Unabh&auml;ngigkeitskampfes&ldquo; gewesen, erkl&auml;rte Indonesiens Pr&auml;sident Prabowo Subianto, der mit einer Tochter Suhartos verheiratet war, in einer am 10. November im Fernsehen &uuml;bertragenen Zeremonie im Pr&auml;sidentenpalast in Jakarta. Zwar habe er Indonesien aus einer &bdquo;totalen wirtschaftlichen Krise&ldquo; gef&uuml;hrt, sagte der indonesische Jesuit Franz Magnis Suseno gegen&uuml;ber der <em>Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA)<\/em>. Er sei aber auch f&uuml;r einen der &bdquo;schlimmsten Genozide in der zweiten H&auml;lfte des 20. Jahrhunderts verantwortlich&ldquo;, f&uuml;hrte er mit Blick auf die Besetzung Osttimors aus.<\/p><blockquote><p>\n<em>&bdquo;Pr&auml;sident Prabowo (seit Herbst 2024 im Amt &ndash; RW) scheint entschlossen zu sein, die Rolle des indonesischen Milit&auml;rs in zivilen Angelegenheiten wiederherzustellen, die lange Zeit von weit verbreiteten Missbr&auml;uchen und Straffreiheit gepr&auml;gt war&ldquo;,<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>erkl&auml;rte Andreas Harsono, Senior-Researcher f&uuml;r Indonesien bei <em>Human Rights Watch<\/em>, in einer Stellungnahme. Und er f&uuml;gte hinzu:<\/p><blockquote><p>\n<em>&bdquo;Die Eile der Regierung, diese &Auml;nderungen zu verabschieden, untergr&auml;bt ihr erkl&auml;rtes Bekenntnis zu Menschenrechten und Rechenschaftspflicht.&ldquo;<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>Verdr&auml;ngen, Vergessen(machen) und eine Quasi-Verg&ouml;tterung des <em>Ancien R&eacute;gime<\/em> sind f&uuml;r die neu-alte politische Elite in Jakarta das probate Mittel, um die Macht des Milit&auml;rs in Gesellschaft und Politik zu sichern und sich trotz vergangener Gr&auml;ueltaten dauerhaft Straffreiheit zuzuschanzen.<\/p><p><small>Titelbild: Ruslan Maiborodin\/shutterstock.com<\/small><\/p><p><strong>Weiterf&uuml;hrende Links<\/strong><\/p><ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.aljazeera.com\/news\/2025\/3\/20\/indonesia-passes-law-allowing-greater-military-role-in-government\">aljazeera.com\/news\/2025\/3\/20\/indonesia-passes-law-allowing-greater-military-role-in-government<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/indonesiens-ex-diktator-suharto-offiziell-zum-nationalhelden-erklaert-100.html\">deutschlandfunk.de\/indonesiens-ex-diktator-suharto-offiziell-zum-nationalhelden-erklaert-100.html<\/a><\/li>\n<li>Rainer Werning: <em>Des Westens General (SWR2 Wissen)<\/em> * (<a href=\"https:\/\/archive.org\/details\/SWR2Wissen\/Politkrimis\/Werning%2C+Rainer-Des+Westens+General+(Suharto).mp3\">hier: Nr. der Sendung = 747<\/a>)<\/li>\n<li>Rainer Werning: <em><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=139329\">Indonesien vor 60 Jahren: Mandarine, Marodeure und westliche Marketender staatlichen Terrors<\/a><\/em><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.watson.ch\/international\/indonesien\/752694694-ehemaliger-indonesischer-diktator-suharto-wird-nationalheld\">watson.ch\/international\/indonesien\/752694694-ehemaliger-indonesischer-diktator-suharto-wird-nationalheld<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/asiatimes.com\/2025\/11\/indonesias-suharto-was-hardly-a-national-hero\/\">asiatimes.com\/2025\/11\/indonesias-suharto-was-hardly-a-national-hero\/<\/a><\/li>\n<li>Aufschlussreiches Hintergrundmaterial zum Thema liefern = <em>East Timor &amp; Indonesia Action Network (ETAN):<\/em> <a href=\"https:\/\/www.etan.org\/\">etan.org<\/a> * <em>About ETAN:<\/em> <a href=\"https:\/\/etan.org\/etan\/\">etan.org\/etan\/<\/a> * <em>TiSA | Timor international Solidarity Archive:<\/em> <a href=\"https:\/\/timorarchive.com\/etan-2\">timorarchive.com\/etan-2<\/a><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor genau 50 Jahren, am 28. November 1975, proklamierte Portugals s&uuml;dostasiatische Kolonie Osttimor (seit 2002 <em>Demokratische Republik Timor-Leste<\/em>) ihre Unabh&auml;ngigkeit und rief die <em>Demokratische Republik Osttimor<\/em> <em>(DRO)<\/em> aus. Doch bereits neun Tage sp&auml;ter endete j&auml;h der kurze Traum von Freiheit und Selbstbestimmung, als das indonesische Milit&auml;r mit gr&uuml;nem Licht aus Washington die junge Republik &uuml;berfiel<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=142791\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":142792,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[169,212,171],"tags":[2871,912,1917,1620,2175,1345,1792,2840,305,2990,1267,2283,2490,2989,639,2377],"class_list":["post-142791","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aussen-und-sicherheitspolitik","category-gedenktagejahrestage","category-militaereinsaetzekriege","tag-antikommunismus","tag-buergerkrieg","tag-genozid","tag-indonesien","tag-interventionspolitik","tag-kissinger-henry","tag-kolonialismus","tag-massenmord","tag-menschenrechte","tag-osttimor","tag-portugal","tag-revolution","tag-staatsterrorismus","tag-suharto-haji-mohamed","tag-uno","tag-waffenlieferungen"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/shutterstock_2602994783.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/142791","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=142791"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/142791\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":142796,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/142791\/revisions\/142796"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/142792"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=142791"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=142791"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=142791"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}