{"id":143119,"date":"2025-12-04T11:00:36","date_gmt":"2025-12-04T10:00:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=143119"},"modified":"2025-12-04T16:56:10","modified_gmt":"2025-12-04T15:56:10","slug":"frieden-ist-nicht-gut-fuers-geschaeft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=143119","title":{"rendered":"Frieden ist nicht gut f\u00fcrs Gesch\u00e4ft"},"content":{"rendered":"<p>&bdquo;Ihr Geld ist nicht weg, mein Freund, es hat nur ein anderer.&ldquo; Dieses ber&uuml;hmte Zitat des Bankers Mayer Amschel Rothschild ist ungemein n&uuml;tzlich, wenn man die <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=142551\">&bdquo;Friedensangst&ldquo;<\/a> verstehen will, die angesichts der Verhandlungen zwischen den USA und Russland nun in Westeuropas Hauptst&auml;dten grassiert. Die horrenden R&uuml;stungsausgaben landen ja schlie&szlig;lich auf der anderen Seite der Bilanz als Einnahmen in den Kassen der R&uuml;stungskonzerne. Und f&uuml;r die ist nicht nur der Krieg, sondern auch die nach dem Krieg folgende Aufr&uuml;stung der Ukraine ein &auml;u&szlig;erst lukratives Gesch&auml;ft. Dieses Gesch&auml;ft w&auml;re jedoch durch R&uuml;stungsobergrenzen und den generellen Verzicht auf einen NATO-Beitritt behindert, die beide Teil der &bdquo;28 Punkte&ldquo; aus dem urspr&uuml;nglichen &bdquo;Friedensplan&ldquo; der USA sind. Von <strong>Jens Berger<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_2331\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-143119-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251204_Frieden_ist_nicht_gut_fuers_Geschaeft_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251204_Frieden_ist_nicht_gut_fuers_Geschaeft_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251204_Frieden_ist_nicht_gut_fuers_Geschaeft_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251204_Frieden_ist_nicht_gut_fuers_Geschaeft_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=143119-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251204_Frieden_ist_nicht_gut_fuers_Geschaeft_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"251204_Frieden_ist_nicht_gut_fuers_Geschaeft_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Deutsche oder franz&ouml;sische Waffen in die Ukraine zu liefern, ist mittlerweile ein Modell der Vergangenheit. Die Produktionskapazit&auml;ten der europ&auml;ischen Waffenschmieden sind auf viele Jahre mit Auftr&auml;gen der eigenen Streitkr&auml;fte voll ausgelastet und da man ja davon &uuml;berzeugt ist, dass Russland ab 2029 die NATO <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=134646\">&uuml;berfallen k&ouml;nne<\/a>, m&uuml;ssen offenbar bis dahin auch die eigenen Lager wieder gef&uuml;llt werden, aus denen man die Ukraine in den letzten Jahren reich belieferte. Im April dieses Jahres hat die EU daher &ndash; zusammen mit Norwegen &ndash; ein &bdquo;europ&auml;isches Milit&auml;rhilfeprogramm&ldquo; <a href=\"https:\/\/www.washingtonpost.com\/world\/2025\/04\/19\/ukraine-bohdana-howitzer-european-military-funding\/\">f&uuml;r die Ukraine auf den Weg gebracht<\/a>, mit dem die klassischen Waffenlieferungen durch Direktinvestitionen westlicher R&uuml;stungskonzerne in der Ukraine zu gro&szlig;en Teilen ersetzt werden. Die EU-Kommission hat f&uuml;r dieses Programm bereits Darlehen in H&ouml;he von 150 Milliarden Euro <a href=\"https:\/\/ubn.news\/de\/europa-wird-seine-investitionen-in-die-ukrainische-ruestungsindustrie-erhoehen-anstatt-direkte-waffenlieferungen-zu-taetigen\/\">zur Verf&uuml;gung gestellt<\/a>.<\/p><p>Dabei soll es nicht nur um die Ukraine selbst gehen. Folgt man den <a href=\"https:\/\/www.gtai.de\/de\/trade\/ukraine\/specials\/verteidigungswirtschaft-1914528\">W&uuml;nschen der R&uuml;stungslobbyisten<\/a>, k&ouml;nnte die Ukraine gar &bdquo;zum kosteng&uuml;nstigen, innovativen (R&uuml;stungs-)Lieferanten f&uuml;r ganz Europa&ldquo; werden. Stolz stellt man fest, dass die Ukraine den R&uuml;stungsproduktionswert bereits 2024 gegen&uuml;ber dem &bdquo;Vorkriegsjahr&ldquo; 2021 verzehnfacht habe und in diesem Jahr eine &bdquo;erneute Verdreifachung&ldquo; m&ouml;glich sei.<\/p><p><strong>Deutschlands R&uuml;stungsindustrie ist schon vor Ort<\/strong><\/p><p>Als im Juni dieses Jahres der ukrainische Verteidigungsminister Rustem Umerow zu Besuch bei seinem deutschen Amtskollegen Boris Pistorius in Berlin war, bekam er als Willkommensgeschenk die Zusage, dass Deutschland k&uuml;nftig Waffen im Wert von f&uuml;nf Milliarden Euro in der Ukraine f&uuml;r die Ukraine produzieren werde. Umerow ist zwar mittlerweile wegen Korruptionsvorw&uuml;rfen aus dem Amt gejagt worden, der von ihm unterzeichnete Vertrag ist jedoch freilich noch g&uuml;ltig. Aus Beh&ouml;rdenkreisen <a href=\"https:\/\/www.behoerden-spiegel.de\/2025\/06\/03\/milliardensummen-fuer-die-ukraine\/\">hei&szlig;t es dazu dann auch<\/a>, die ukrainische Industrie &bdquo;berge gen&uuml;gend Potenziale, die es abzusch&ouml;pfen gilt&ldquo;. Das ist fein formuliert. Am Geld mangelt es den deutschen R&uuml;stungsplanern ja dank der historisch einmaligen Budgetorgien nicht, was fehlt sind vielmehr die Produktionskapazit&auml;ten. Und wenn deutsche Unternehmen die Waffen f&uuml;r die Ukraine in der Ukraine selbst produzieren, nennt man dies wohl eine Win-Win-Situation &ndash; die Steuermilliarden landen bei der deutschen R&uuml;stungsindustrie, die Ukraine bekommt die Waffen.<\/p><p>Der deutsche R&uuml;stungsgigant Rheinmetall ist nicht nur einer der gr&ouml;&szlig;ten Waffenlieferanten f&uuml;r die Ukraine, sondern hat auch bereits 2023 ein <a href=\"https:\/\/www.rheinmetall.com\/de\/unternehmen\/tochtergesellschaften\/rheinmetall-ukrainian-defense-industry\">Joint Venture<\/a> in der Ukraine gegr&uuml;ndet. Man begann mit der Instandsetzung milit&auml;rischer Fahrzeuge, hat die Produktion in der Ukraine aber auch bereits auf Artilleriemunition und Lynx-Sch&uuml;tzenpanzer ausgeweitet. Bereits ab dem n&auml;chsten Jahr will der R&uuml;stungskonzern auch eine sechsstellige Anzahl 155-mm-Artilleriegeschosse pro Jahr in der Ukraine produzieren. Dazu wurde im Juni 2024 ein <a href=\"https:\/\/www.rheinmetall.com\/de\/media\/stories\/2023\/rheinmetall-ein-starker-partner-an-der-seite-der-ukraine\">&bdquo;gro&szlig;volumiger Rahmenvertrag&ldquo;<\/a> mit der Bundesregierung abgeschlossen, den Rheinmetall selbst als &bdquo;den gr&ouml;&szlig;ten in der Rheinmetall-Firmengeschichte&ldquo; bezeichnet. 2027 <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/rheinmetall-konzern-plant-erweiterte-waffenproduktion-in-der-ukraine-a-7fa464aa-1554-4a7f-a2f6-6cb70ea17b25\">soll dann auch<\/a> die Produktion des Lynx-Sch&uuml;tzenpanzers in der Ukraine beginnen. Der Ausbau der Produktion einer Luftverteidigungsanlage ist ebenfalls in Planung. Rheinmetall beschreibt sich selbst als den wichtigsten r&uuml;stungsindustriellen Partner der Ukraine.<\/p><p>Neben Rheinmetall sind noch zahlreiche andere deutsche und westeurop&auml;ische R&uuml;stungskonzerne bereits vor Ort. So zum Beispiel das deutsch-franz&ouml;sisch-belgisch-niederl&auml;ndische R&uuml;stungskonglomerat KNDS rund um den Panzerbauer Krauss-Maffei Wegmann. 2024 hatte der R&uuml;stungskonzern bereits eine Tochtergesellschaft in der Ukraine zur Wartung und Instandsetzung von Leopard-Panzern und Artilleriesystemen gegr&uuml;ndet. F&uuml;r die n&auml;chsten Jahre plant KNDS nun auch die gemeinsame Herstellung von Artilleriemunition und Ersatzteilen vor Ort. Ziel der politisch von Deutschland und Frankreich flankierten Initiative soll es sein, dass KNDS vor Ort die <a href=\"https:\/\/knds.com\/de\/pressemitteilungen\/ukrainische-tochtergesellschaft-des-ruestungskonzerns-knds-eroeffnet\">nach eigenen Angaben<\/a> &bdquo;rund 800 im Einsatz befindlichen oder unter Vertrag stehenden Systeme&ldquo; wartet und instandh&auml;lt.<\/p><p>Der deutsche Drohnenhersteller Quantum Systems ist ebenfalls bereits <a href=\"https:\/\/soldat-und-technik.de\/2024\/04\/ausruestung-bekleidung\/37798\/quantum-systems-baut-zweiten-standort-in-ukraine-auf\/\">seit 2024 in der Ukraine aktiv<\/a>, wo das M&uuml;nchner Unternehmen zwei Standorte er&ouml;ffnet hat, an denen es anfangs &bdquo;bis zu 1.000&ldquo; Drohnen pro Jahr fertigen wollte. Mittlerweile hat Quantum Systems die Kapazit&auml;ten <a href=\"https:\/\/www.hartpunkt.de\/quantum-systems-eroeffnet-drohnenfabrik-in-der-ukraine\/\">jedoch verdoppelt<\/a>. Im Juli dieses Jahres hat Quantum Systems zudem eine Investitionsvereinbarung mit dem ukrainischen Verteidigungsrobotik-Unternehmen Frontline abgeschlossen, an dem man sich beteiligt hat. Man will nun die neuen Technologien &bdquo;in das europ&auml;ische Verteidigungs&ouml;kosystem&ldquo; integrieren und <a href=\"https:\/\/quantum-systems.com\/news\/quantum-systems-and-frontline-strategic-investment\/\">spricht<\/a> von &bdquo;einer der [bislang] gr&ouml;&szlig;ten strategischen Vereinbarungen im ukrainischen Verteidigungstech-Sektor&ldquo;.<\/p><p>Auch andere deutsche R&uuml;stungskonzerne sind bereits vor Ort. So baut der M&uuml;nchner Roboterhersteller ARX seine &bdquo;unbemannten Landsysteme&ldquo; seit Beginn dieses Jahres in der Ukraine und baut derzeit seine &bdquo;Produktions- und Lieferkettenstrukturen&ldquo; im Land weiter aus. Erst vor wenigen Tagen konnte ARX <a href=\"https:\/\/www.munich-startup.de\/115094\/arx-robotics-erhaelt-grossauftrag-fuer-robotikflotte-in-der-ukraine\/\">einen neuen Gro&szlig;auftrag vermelden<\/a> und will nun in der Ukraine nach eigenen Angaben die &bdquo;weltweit gr&ouml;&szlig;te milit&auml;rische Robotikflotte&ldquo; bauen.<\/p><p>Weitere deutsche R&uuml;stungskonzerne vor Ort sind der Drohnenhersteller <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/muenchner-startup-hilft-ukraine-gegen-russische-drohnen-bald-auch-der-bundeswehr-accg-110715383.html\">Tytan Technologies<\/a> und der Radar- und Avionik-Konzern <a href=\"https:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/international\/verteidigung-warum-stroemen-deutsche-ruestungsfirmen-in-die-ukraine-01\/100167633.html\">Hensoldt<\/a> &ndash; beide aus M&uuml;nchen und Umgebung. Um europ&auml;ischen R&uuml;stungskonzernen die Zusammenarbeit mit der Ukraine bei milit&auml;rischen KI-Technologien zu erleichtern, hat man gemeinsam <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Brave1\">die Brave-1-Plattform gegr&uuml;ndet<\/a>. Die Liste deutscher Unternehmen, die an dieser Plattform teilhaben und mitarbeiten, ist lang und reicht von R&uuml;stungs-Startups wie Circus Defence &uuml;ber Tytan, Alpine Eagle, Quantum Systems, ARX, ValoFly und Helsing bis hin zu den Platzhirschen Diehl und Rheinmetall. Offenbar sehen gerade deutsche technologische R&uuml;stungskonzerne die Ukraine nicht nur als Markt und Produktionsst&auml;tte, sondern derzeit auch noch als gro&szlig;es Freiluftlabor f&uuml;r die eigenen t&ouml;dlichen Hightech-Entwicklungen.<\/p><p>Deutschland ist nat&uuml;rlich nicht das einzige Land, dessen R&uuml;stungskonzerne in der Ukraine sehr aktiv sind. So hat beispielsweise der franz&ouml;sische R&uuml;stungsriese Thales gleich <a href=\"https:\/\/www.thalesgroup.com\/en\/news-centre\/press-releases\/thales-signs-three-agreements-ukrainian-industry-strengthen-front-line\">drei verschiedene Abkommen<\/a> zur Produktion von R&uuml;stungsg&uuml;tern in der Ukraine abgeschlossen. Frankreichs R&uuml;stungsindustrie kooperiert in einem &auml;hnlich gro&szlig;en Umfang mit der Ukraine wie Deutschland; es gab <a href=\"https:\/\/ubn.news\/de\/frankreich-vereint-seine-automobil-und-verteidigungsindustrie-um-drohnen-fuer-die-ukraine-herzustellen\/\">&uuml;ber 200 Treffen<\/a>, auf denen Pl&auml;ne f&uuml;r gemeinsame Produktionslinien beschlossen wurden; oft zusammen mit den auch in Frankreich schw&auml;chelnden Automobilfirmen. Auch D&auml;nemark und Gro&szlig;britannien sind mit einigen R&uuml;stungsprojekten mit im Boot. Insgesamt sind nach offiziellen Angaben <a href=\"https:\/\/www.ukrinform.de\/rubric-defense\/4038193-25-auslandische-unternehmen-haben-bereits-ihre-rustungsproduktion-in-der-ukraine-gestartet-schmyhal.html\">25 europ&auml;ische R&uuml;stungskonzerne<\/a> bereits mit Produktionsst&auml;tten in der Ukraine vor Ort und es wird erwartet, dass im Rahmen der neuen Kreditprogramme ReArm Europe und SAFE zahlreiche weitere Konzerne ihre Fertigung in die Ukraine auslagern.<\/p><p><strong>Was wird aus der R&uuml;stungsindustrie, wenn nun der Frieden ausbrechen sollte?<\/strong><\/p><p>500 R&uuml;stungsproduzenten <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/unternehmen\/2025-03\/ruestungskooperationen-ukraine-deutschland-militaerhilfe-usa\/komplettansicht\">besch&auml;ftigen in der Ukraine heute 300.000 Menschen in der R&uuml;stungsindustrie<\/a>. Die Ukraine war bereits zu Sowjetzeiten ein bedeutender Standort f&uuml;r die R&uuml;stungsindustrie. Als die Sowjetunion zusammenbrach, befand sich rund ein Drittel der sowjetischen R&uuml;stungsindustrie auf dem Boden der nun unabh&auml;ngigen Ukraine. Damals waren &uuml;brigens rund 1,4 Millionen Ukrainer in der R&uuml;stungswirtschaft besch&auml;ftigt. Schaut man sich die &ouml;konomischen Daten der Ukraine an, versteht man auch, warum die vorliegenden Rahmendaten des kursierenden Friedensplans so problematisch sind.<\/p><p>Der 28-Punkte-Plan der USA sieht unter anderem eine Begrenzung der ukrainischen Streitkr&auml;fte und Waffenbeschr&auml;nkungen vor. Da der Ukraine zudem die NATO-Mitgliedschaft sowie NATO-Assoziationsprogramme untersagt werden, w&auml;re auch eine Kooperation auf technischem Bereich zwischen der Ukraine und den NATO-Staaten k&uuml;nftig nicht ohne weiteres m&ouml;glich. Gemeinsame Inspektionen der USA und Russlands sollen die Einhaltung dieser Beschr&auml;nkungen kontrollieren. Doch welche Zukunft haben die vor allem aus Deutschland und Frankreich kommenden Gro&szlig;investitionen in die ukrainische R&uuml;stungsindustrie, wenn es strenge Obergrenzen f&uuml;r Waffensysteme und ein Verbot ebenjener technologischen Verzahnung mit NATO-Systemen g&auml;be, die Grundlage f&uuml;r die meisten aktuellen Investitionen ist?<\/p><p>Rein betriebswirtschaftlich w&auml;re dies der Gau f&uuml;r die deutsche und franz&ouml;sische R&uuml;stungsindustrie. Und man k&ouml;nnte an dieser Stelle sogar noch weiter gehen: Wie soll die Ukraine nach dem Krieg wirtschaftlich selbstst&auml;ndig werden? Schlie&szlig;lich sehen sowohl der Trump&rsquo;sche Friedensplan als auch s&auml;mtliche politische Verlautbarungen der EU eine baldige EU-Mitgliedschaft der Ukraine vor. Innerhalb der EU h&auml;tte die Ukraine jedoch vor allem die Funktion eines Billiglohnparadieses. Das rechnet sich f&uuml;r multinationale Konzerne, aber nicht f&uuml;r die Ukraine selbst. Sollten die &bdquo;Ostgebiete&ldquo; &ndash; wie in den Friedenspl&auml;nen vorgesehen &ndash; abgetreten werden, bleibt auch sonst nicht viel, befindet sich doch die zumindest halbwegs wettbewerbsf&auml;hige Schwerindustrie vor allem im Osten des Landes; gleiches gilt f&uuml;r die Rohstofff&ouml;rderung.<\/p><p>Was bleibt? Die Landwirtschaft, aber hier werden die Polen wahrscheinlich ohnehin eine vollst&auml;ndige Mitgliedschaft der Ukraine inkl. der Agrarsubventionen, die heute Polen bekommt, ablehnen. Und sonst? Energie und Gas? Sicher, aber auch hier geht es in der &bdquo;Rest-Ukraine&ldquo; nicht um F&ouml;rderung und Produktion, sondern vor allem um Verteilung. Westliche Energiekonzerne und Investoren sind zudem schon ganz spitz, die Ukraine zu einem Dorado der regenerativen Energien zu machen. Das klingt ja ganz gut &ndash; f&uuml;r den Westen, aber nicht f&uuml;r die Ukraine, bleibt bei diesem Modell doch fast gar kein Geld vor Ort und die Zahl der entstehenden Arbeitspl&auml;tze d&uuml;rfte auch &uuml;berschaubar sein.<\/p><p>Also noch einmal: Was bleibt? Genau an dieser Stelle d&uuml;rfte die Antwort deutscher und franz&ouml;sischer Politiker wohl &bdquo;R&uuml;stungsindustrie&ldquo; lauten. Wie schon erw&auml;hnt: Das Geld w&uuml;rde von europ&auml;ischen Steuerzahlern in die Taschen europ&auml;ischer R&uuml;stungskonzerne und deren Besitzer wandern; also genau das Spiel, das uns im Rahmen der Zeitenwende ohnehin aufgezwungen wurde. Die Ukraine wird daf&uuml;r sowohl als Produzent &ndash; freilich ohne Gewinnbeteiligung &ndash; als auch als &bdquo;Kunde&ldquo; ben&ouml;tigt, wobei die &bdquo;Kundschaft&ldquo; nat&uuml;rlich nicht bedeutet, dass man am Ende auch die Rechnung bezahlt; das machen schon die Steuerzahler der EU.<\/p><p>Das alles w&auml;re eine Lizenz, Geld zu drucken; eine Lizenz, die jedoch voraussetzt, dass die Europ&auml;er die Ukraine auch nach dem Krieg hochr&uuml;sten d&uuml;rfen. Genau das ist jedoch durch den Friedensplan, der &bdquo;&uuml;ber die K&ouml;pfe der Europ&auml;er hinweg&ldquo; von den USA und Russland verhandelt wird, offenbar unwahrscheinlich. Da wundert es nicht, dass die Herren Merz und Macron und Frau von der Leyen nun &uuml;berhaupt nicht begeistert sind und den Friedensprozess lieber heute als morgen torpedieren w&uuml;rden. Ein solcher Frieden w&auml;re schlie&szlig;lich schlecht f&uuml;rs Gesch&auml;ft. Was die Ukrainer davon halten, fragt selbstverst&auml;ndlich niemand. Warum auch?<\/p><p><small>Titelbild: &copy; Bundeswehr\/Christoph Kassette<\/small><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/a1336c058474465d9556019249427026\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&bdquo;Ihr Geld ist nicht weg, mein Freund, es hat nur ein anderer.&ldquo; Dieses ber&uuml;hmte Zitat des Bankers Mayer Amschel Rothschild ist ungemein n&uuml;tzlich, wenn man die <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=142551\">&bdquo;Friedensangst&ldquo;<\/a> verstehen will, die angesichts der Verhandlungen zwischen den USA und Russland nun in Westeuropas Hauptst&auml;dten grassiert. 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