{"id":14328,"date":"2012-09-04T14:50:43","date_gmt":"2012-09-04T12:50:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14328"},"modified":"2015-04-26T10:12:42","modified_gmt":"2015-04-26T08:12:42","slug":"leutheusser-schnarrenbergers-vorstos-gegen-den-ankauf-von-steuer-cds-hinter-dem-rechtsstaatlichen-pathos-verbirgt-sich-plumper-klientelismus-um-parteipolitisch-zu-uberleben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14328","title":{"rendered":"Leutheusser-Schnarrenbergers Vorsto\u00df gegen den Ankauf von Steuer-CDs: Hinter dem rechtsstaatlichen Pathos verbirgt sich plumper Klientelismus, um parteipolitisch zu \u00fcberleben"},"content":{"rendered":"<p>Das einzige Motiv, das die politisch und rechtlich unsinnige Ank&uuml;ndigung, den Ankauf von Steuer-CDs k&uuml;nftig unter Strafe zu stellen zu wollen, plausibel macht, ist wohl weder ein steuer- noch ein rechtspolitisches: Es ist die pure Angst der bayerischen Landesvorsitzenden Sabine Leutheusser-Schnarrenberger davor, dass ihre FDP im kommenden Jahr aus dem Landtag gew&auml;hlt wird. Von <strong>Wolfgang Lieb<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nWelcher Teufel hat wohl Leutheusser-Schnarrenberger geritten, dass sie sich &uuml;ber das Wochenende gleich in mehreren Medien zu Wort gemeldet und daf&uuml;r pl&auml;diert hat, den Ankauf von Steuer-CDs per Gesetz zu verbieten: &bdquo;Der Ankauf bewegt sich in einem hochproblematischen Graubereich, nicht nur ethisch-moralisch, sondern auch juristisch&hellip; Ich unterst&uuml;tze meinen hessischen Kollegen J&ouml;rg-Uwe Hahn, der eine Gesetzesinitiative gegen Datenhehlerei auf den Weg bringen will&ldquo;, sagte <a href=\"http:\/\/www.rp-online.de\/politik\/deutschland\/datendiebstahl-soll-strafbar-sein-1.2976196\">sie zun&auml;chst der Rheinischen Post<\/a>. Nachdem die Justizministerin dann offenbar bemerkt hatte, dass sie sich auf den hessischen Parteifreund gar nicht st&uuml;tzen kann, weil dessen Bundesratsinitiative den Ankauf von Steuerdaten ausdr&uuml;cklich <a href=\"http:\/\/www.rp-online.de\/politik\/deutschland\/justizministerin-weist-kritik-zurueck-1.2977132\">von der Strafbarkeit ausnimmt<\/a>, musste sie ihren Vorsto&szlig; auf die eigene Kappe nehmen und schob in der S&uuml;ddeutschen Zeitung nach: Nat&uuml;rlich sei Steuerhinterziehung &bdquo;kein Kavaliersdelikt, aber das hei&szlig;t nicht, dass die Kavallerie durch den Rechtsstaat reiten darf&rdquo;. Deshalb pr&uuml;fe das Bundesjustizministerium derzeit, &ldquo;<a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/leutheusser-schnarrenberger-zu-steuerstreit-mit-der-schweiz-deutschland-braucht-das-steuerabkommen-1.1456727\">wie eine Regelung gegen den Ankauf illegal erlangter Steuerdaten ausgestaltet werden k&ouml;nne<\/a>&ldquo;.  <\/p><p>Warum sucht Leutheusser-Schnarrenberger nach solchen Schlagzeilen, offenbar ohne sich vorher wenigstens mit ihrer Parteispitze abgesprochen zu haben. Der FDP-Vorsitzende hat ihre Ank&uuml;ndigung angeblich erst aus den Medien erfahren. &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/fdp-spitze-ist-veraergert-ueber-leutheusser-schnarrenberger-a-853643.html\">Die gro&szlig;e Mehrheit<\/a>&ldquo;, des FDP-Pr&auml;sidiums, so Generalsekret&auml;r Patrick D&ouml;ring, &bdquo;sieht den Vorsto&szlig; skeptisch&rdquo;. Vielleicht deshalb, weil die &bdquo;Liberalen&ldquo; nicht schon wieder dem weit verbreiteten Verdacht Nahrung geben wollten, dass die FDP erneut nur ihre W&auml;hler- und Spenden-Klientel bedienten, &uuml;ber die Hoteliers, die Freiberufler und die Wirtschaftslobby hinaus, diesmal sogar kriminelle Steuerbetr&uuml;ger (die ja gerade in den von der FDP geh&auml;tschelten Berufsgruppen nicht selten zu vermuten sind). <\/p><p>Auch der schwarze Koalitionspartner war offenbar alles andere als gl&uuml;cklich &uuml;ber den Vorsto&szlig; der Justizministerin. Ihr Kabinettskollege Sch&auml;uble sprach von einem &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/kauf-von-steuer-cd-schaeuble-gegen-plaene-fuer-verbot-a-853550.html\">Nebenkriegsschauplatz<\/a>&ldquo;, der hier er&ouml;ffnet werde und auch die Kanzlerin war laut Pressemeldungen &bdquo;not amused&ldquo;. <\/p><p>Nun k&ouml;nnten manche Leutheusser-Schnarrenberger, die ja dem sog. B&uuml;rgerrechtsfl&uuml;gel der FDP angeh&ouml;ren soll (Rainer Br&uuml;derle feierte sie als &ldquo;Jeanne d&rsquo;Arc der B&uuml;rgerrechte&rdquo;) und die bisher nicht gerade als Exponentin des Klientelismus ihrer Partei in Erscheinung trat, zugutehalten, dass m&ouml;glicherweise deren rechtsstaatliches Gewissen schlage und die Justizministerin die Hehlerei von Strafverfolgungsbeh&ouml;rden mit geklauten Steuerdaten tats&auml;chlich f&uuml;r ein strafbares Delikt h&auml;lt.  <\/p><p>Doch warum sollten bei ihr die Gewissensbisse gerade jetzt kommen und nicht schon vor zwei Jahren, als ein CDU-Finanzminister aus Nordrhein-Westfalen f&uuml;r 2,5 Millionen Euro eine CD mit 1.400 mutma&szlig;lichen Steuers&uuml;ndern aufkaufte? Warum hatte sie keine Einw&auml;nde erhoben, als das Bundesfinanzministerium am 29. Juni 2010 per Brief an den nordrhein-westf&auml;lischen Finanzminister den damaligen Ankauf der angebotenen Datens&auml;tze ausdr&uuml;cklich &bdquo;begr&uuml;&szlig;te&ldquo; und den Ankauf &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/120904_brief_bmf.pdf\">f&uuml;r rechtlich zul&auml;ssig und aus Gr&uuml;nden der Sicherstellung einer gleichm&auml;&szlig;igen Besteuerung auch f&uuml;r geboten [PDF &ndash; 108.7 KB]<\/a>&ldquo; hielt?<\/p><p>Warum sieht die Bundesjustizministerin gerade jetzt in solchen Einzelf&auml;llen gesetzgeberischen Handlungsbedarf, wo doch das <a href=\"http:\/\/www.bverfg.de\/pressemitteilungen\/bvg10-109.html\">h&ouml;chste Gericht noch im November 2010<\/a> in einem Beschluss, bei dem es gleichfalls um eine rechtswidrige Datenbeschaffung ging, entschieden hat, dass deren &bdquo;Unzul&auml;ssigkeit oder Rechtswidrigkeit einer Beweiserhebung&hellip; nach Auffassung des Bundesverfassungsgerichts nicht ohne weiteres zu einem Beweisverwertungsverbot&ldquo; f&uuml;hre.<\/p><p>Auch mehrere Entscheidungen von Gerichten, wie etwa dem des Landgerichts D&uuml;sseldorf (Js 150\/10-60\/10) oder des Finanzgerichts K&ouml;ln (14 v 2484\/10) urteilten, dass sich die Finanzverwaltung durch den Ankauf von Daten nicht strafbar gemacht h&auml;tte und &bdquo;die Zahlung von Belohnungen f&uuml;r Hinweise zur Aufkl&auml;rung von Straftaten ein traditionelles Mittel der Strafverfolgung&ldquo; sei. Immerhin st&uuml;tzte das Bundesfinanzministerium seine Zustimmung an den Datenkauf <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/steuerdaten-cd-schaeubles-gutachten-geklaute-bankdaten-nicht-schutzwuerdig\/4334194.html%E2%80%AC\">gleichfalls auf ein Rechtsgutachten<\/a>.<\/p><p>Im deutschen Strafrecht gilt n&auml;mlich das &bdquo;Offizialprinzip&ldquo;, d.h. die Gerichte haben eine &bdquo;objektive&ldquo; Aufkl&auml;rungspflicht, unabh&auml;ngig von den Einlassungen von Staatsanwaltschaft und Verteidigung. Deswegen kennen wir in unserem Strafprozessrecht &ndash; anders als im amerikanischen Recht &ndash; nicht die &bdquo;Frucht-vom-verbotenen-Baum&ldquo;-Doktrin, wonach rechtswidrig erlangte Beweismittel nicht verwertet werden d&uuml;rfen. Anders als in den USA, wo man mit dieser Doktrin kriminelle Methoden der Polizei oder von Ankl&auml;gern eind&auml;mmen m&ouml;chte, ist bei uns vom Gericht selbst eine Abw&auml;gung vorzunehmen, wie schwer einerseits der Rechtsbruch zur Erlangung des Beweismittels wiegt und wie gewichtig demgegen&uuml;ber das staatliche Interesse an einer effektiven Strafverfolgung ist. Die Verwertung illegal erlangter Beweismittel geh&ouml;rt also durchaus zu den &uuml;blichen Ermittlungsmethoden. <\/p><p>Und es handelt sich beim Ankauf von Steuer-CDs sogar um eine &auml;u&szlig;erst effiziente Fahndungsmethode, allein in Nordrhein-Westfalen hat es seit dem ersten Ankauf einer Steuer-CD weit <a href=\"http:\/\/www.haufe.de\/steuern\/gesetzgebung-politik\/anzahl-der-selbstanzeigen-steigt_168_131886.html\">6.505 Selbstanzeigen gegeben<\/a> und nach dem Bekanntwerden des j&uuml;ngsten Deals meldeten sich allein von Juli bis August 93 verunsicherte Steuerhinterzieher bei ihren Steuerbeh&ouml;rden. Auch in anderen Bundesl&auml;ndern offenbarten sich pl&ouml;tzlich erheblich mehr <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/kauf-von-steuer-cds-selbstanzeigen-steigen-deutlich-a-850079.html\">Schwarzgeldbesitzer bei ihren Finanz&auml;mtern<\/a>. 2,5 Milliarden Euro sollen  Bund und L&auml;nder durch Selbstanzeigen inzwischen an <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/steuer-cds-sollen-2-5-milliarden-zusaetzlich-gebracht-haben-a-851829.html\">hinterzogenen Steuern zur&uuml;ckerhalten haben<\/a>. Dagegen nehmen sich die Vorauszahlungen, die die Schweizer Banken (f&uuml;r die gesch&auml;tzten 180 Milliarden Euro illegal dort gebunkerten Gelder) nach dem bisher ausgehandelten Steuerabkommen in H&ouml;he von 2 Milliarden Schweizer Franken (1,67 Mrd. Euro) leisten sollen und die k&uuml;nftigen Abgeltungssteuern mit gesch&auml;tzten 700 Millionen Euro bescheiden aus. Au&szlig;erdem soll ja durch die Auswertung der Steuer-CDs vor allem gegen das bisherige &bdquo;Gesch&auml;ftsmodell&ldquo; vieler Schweizer Banken angegangen werden und Ziel ist gerade auch deren &bdquo;Kunden&ldquo; aus Deutschland zu verunsichern.   <\/p><p>Wie scheinheilig diese Debatte ist zeigt sich im &Uuml;brigen darin, dass solche Ermittlungsmethoden sogar in der Schweiz selbst eingesetzt werden, n&auml;mlich dann, wenn die Schweizer Steuerverwaltung gegen ihre eigenen Landsleute vorgeht, die z.B. unversteuertes Geld in die mitten in der Schweiz liegende Steueroase Liechtenstein verschoben haben. Das h&ouml;chste eidgen&ouml;ssische Gericht, das Bundesgericht in Lausanne, hatte n&auml;mlich schon im Oktober 2007 ganz &auml;hnlich wie die deutschen Gerichte entschieden, dass aus gestohlenen Steuerdaten gewonnene Informationen <a href=\"http:\/\/m.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/wirtschaftspolitik\/steueraffaere-schweiz-nutzte-selbst-schon-gestohlene-daten-11708506.html\">keinem Beweisverwertungsverbot unterl&auml;gen<\/a>. Dass sich nun Schweizer Politiker und &bdquo;Bankpatrioten&ldquo; dar&uuml;ber aufregen, dass in Deutschland genauso verfahren wird, zeigt die ganze Interessenabh&auml;ngigkeit des gegenw&auml;rtigen Theaters. <\/p><p>Die strammste politische Verteidigerin des hinter dem Schweizer Bankgeheimnis versteckten organisierten Steuerbetrugs, die eidgen&ouml;ssische Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf sollte sich also besser an die eigene Nase packen, wenn sie t&ouml;nt: &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/deutschland\/spd-haushaelter-ankauf-von-steuer-cds-hoechstrichterlich-abgesichert\/7043496.html\">Wenn Selbstanzeigen auf einem System der Einsch&uuml;chterung beruhen, ist man der organisierten Kriminalit&auml;t n&auml;her als einer gesetzeskonformen Steuererhebung<\/a>&ldquo;. <\/p><p>Selbst den Schweizern sind die Steuerbetrugs-Tricks ihrer Banken offenbar nicht mehr geheuer. Nachdem durch den j&uuml;ngsten Ankauf einer Steuer-CD sogenannte &bdquo;Zebra&ldquo;-Konten der Coutts Bank bekannt wurden, wurde nun auch im bankenfreundlichen Nachbarland eingestanden, dass eine solch &bdquo;plumpe Mauschelei&ldquo; nach <a href=\"http:\/\/www.handelszeitung.ch\/unternehmen\/steuerbetrug-coutts-trickste-mit-zebra-konten\">Schweizer &bdquo;Sorgfaltspflichten&ldquo; nicht erlaubt sei<\/a>.  Die Daten-CD offenbarte n&auml;mlich unter anderem, dass die deutschen Kunden in der Schweiz noch ein zweites schwarzes (&bdquo;Zebra&ldquo;-)Konto unterhielten, das sie nicht gemeldet hatten &ndash; nat&uuml;rlich mit einem Vielfachen des auf dem anderen, offiziellen Konto gemeldeten Geldbetrages. Von einem Vorgehen der Schweizer Beh&ouml;rden gegen solchen evidenten Steuerbetrug ist bisher allerdings nichts bekannt. Dabei kann man sich gewiss nicht mehr hinter dem Argument verschanzen, dass (einfache) Steuerhinterziehung in der Schweiz nur als Ordnungswidrigkeit und nicht als Straftat gilt. <\/p><p>Der nordrhein-westf&auml;lische Finanzminister, Norbert Walter-Borjans fragt die Bundesjustizministerin nach ihren &ouml;ffentlichen Einlassungen vom Wochenende zu Recht danach, welche Haltung sie denn zu Belohnungen, Kronzeugenregelungen oder bezahlten Informationen aus Straft&auml;terkreisen stehe, die der Aufdeckung von Delikten im Bereich des Drogenhandels oder des Rechtsextremismus dienten. Steuerbetrug stehe hinter Straftaten auf anderen Feldern durchaus nicht zur&uuml;ck. Noch im Februar dieses Jahres habe der Bundesgerichtshof entschieden, dass Steuerhinterziehung von mehr als einer Million im Regelfall mit einer Haftstrafe und zwar ohne Bew&auml;hrung zu ahnden sei.<br>\nWas ist ein einziger Diebstahl von Daten der hunderte von kriminellen Akten des Steuerbetrugs in vielfacher Millionenh&ouml;he aufkl&auml;ren helfen kann?<\/p><p>Dass Leutheusser-Schnarrenberger nun speziell bei den Methoden der Fahndung nach Steuerbetr&uuml;gern rechtsstaatliche Gewissensbisse bekommen haben sollte, ist ziemlich merkw&uuml;rdig und erkl&auml;rungsbed&uuml;rftig.<\/p><p>Wollte sie eine politische Attacke gegen ihren Parteivorsitzenden R&ouml;sler reiten und ihm einmal mehr vorf&uuml;hren, dass er seinen Laden nicht im Griff hat, <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/fdp-spitze-ist-veraergert-ueber-leutheusser-schnarrenberger-a-853643.html\">wie der Spiegel spekuliert<\/a>?<\/p><p>Das scheint mir eher unwahrscheinlich, denn erstens machen diese Demontage-Arbeit die &bdquo;Parteifreunde&ldquo; Christian Lindner und Wolfgang Kubicki viel besser und zweitens, welche personelle Alternative wollte Leutheusser-Schnarrenberger denn  anbieten.    <\/p><p>Wollte sie das Steuerabkommen mit der Schweiz retten, das so gut wie tot ist, weil es im Bundesrat im Herbst aufgrund der Mehrheit rot-gr&uuml;n oder rot-rot regierter L&auml;nder mit ziemlicher Sicherheit jedenfalls in der vorliegenden Form scheitern wird? <\/p><p>Dann h&auml;tte die Bundesministerin das Gegenteil erreicht, denn selbst die Wackelkandidaten auf der Seite der SPD, wie der baden-w&uuml;rttembergische Landesvorsitzende und Finanz- und Wirtschaftsminister Nils Schmid, der wegen der &bdquo;Grenzgesch&auml;fte&ldquo; zur benachbarten Schweiz dem vorliegenden Abkommen zuneigt, musste sich gegen diesen <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/newsticker\/news3\/article108948336\/Justizministerin-mit-ihren-Steuerdaten-CD-Plaenen-ausgebremst.html\">Affront von Leutheusser-Schnarrenberger zur Wehr setzen<\/a>, wenn er nicht sein Gesicht verlieren wollte.<\/p><p>(Dass ich selbst das Steuerabkommen mit der Schweiz als einen &bdquo;Freibrief f&uuml;r Steuerhinterzieher und f&uuml;r die Schweizer Banken&ldquo; betrachte, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12806\">habe ich an anderer Stelle darzustellen versucht<\/a>. Siehe auch Jens Berger &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12942\">Ein Steuerabkommen mit Sollbruchstellen<\/a>&ldquo; und Albrecht M&uuml;ller &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14210\">Das Thema Steuerflucht\/Steueroasen k&ouml;nnte ein ganz gro&szlig;es Wahlkampfthema werden, weil es in der Sache so wichtig und voller Konfliktm&ouml;glichkeiten ist<\/a>.&ldquo;)  <\/p><p>Wollte sie gar das Steuerabkommen auf deutscher Seite bewusst torpedieren und gleichzeitig den Ankauf von Steuer-CDs unter Strafe stellen? <\/p><p>Das w&auml;re die raffinierteste Tour des FDP-Klientelismus, denn damit m&uuml;ssten die Steuerbetr&uuml;ger in Zukunft nicht einmal pauschal und anonym &uuml;ber die Schweizer Banken ihre Zinsgewinne abgelten, sie k&ouml;nnten sich sogar endlich wieder vor der deutschen Steuerfahndung einigerma&szlig;en sicher f&uuml;hlen.  <\/p><p>Alle diese Erkl&auml;rungsversuche f&uuml;r den Vorsto&szlig; der Justizministerin machen keinen Sinn.<\/p><p>Das wahrscheinlichste Motiv den politisch und rechtlich unsinnigen Ank&uuml;ndigung, den Ankauf von Steuer-CDs k&uuml;nftig unter Strafe zu stellen zu wollen, ist wohl weder ein steuer- noch ein rechtspolitisches: Es ist die pure Angst der bayerischen Landesvorsitzenden Leutheusser-Schnarrenberger, dass ihre FDP im kommenden Jahr aus dem Landtag gew&auml;hlt wird. Nach <a href=\"http:\/\/www.wahlrecht.de\/umfragen\/landtage\/bayern.htm\">allen j&uuml;ngeren Umfragen<\/a> ist die FDP in Bayern weg von den Tr&ouml;gen. Deshalb musste die Frontfrau der bayerischen FDP, die ansonsten nicht gerade mit <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/deutschland\/:wahlkampf-der-fdp-leutheusser-schnarrenberger-geheimwaffe-aus-bayern\/70084990.html\">politischen Erfolgen vor ihren W&auml;hlern gl&auml;nzen kann<\/a>, endlich mal auf die Pauke hauen. Das macht schlie&szlig;lich auch die CSU etwa mit ihrer populistischen Kampagne gegen die Griechen.<\/p><p>Sie hat das Thema <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/deutschland\/streit-um-steuer-cds-spd-fuerchtet-schutzzone-fuer-steuerkriminelle\/7085130.html\">&bdquo;Kapitalfl&uuml;chtlinge&ldquo; &ndash; wie Steuerbetr&uuml;ger im Handelsblatt<\/a> so erbarmungsw&uuml;rdig genannt werden &ndash; sicherlich nicht ohne Bedacht gew&auml;hlt. Die auf den Steuerdaten-CDs ausgewiesenen Steuerbetr&uuml;ger sind n&auml;mlich &uuml;blicherweise nicht etwa die wirklich gro&szlig;en und organisierten Steuerkriminellen. Die haben ihre Konten l&auml;ngst in Honkong oder auf den Cayman Islands. Die Auswertung der Steuer-CDs zeigte, dass es ganz &uuml;berwiegend Mittelst&auml;ndler sind, die sich ansonsten als staatstragende Patrioten geben und die sich gerne zur ehrenwerten Gesellschaft z&auml;hlen wollen, die ihr Schwarzgeld in die benachbarte Schweiz bringen. Das schon deshalb, um ohne Kontobewegungen auf ihrem deutschen Konto das unversteuerte Geld wieder abholen zu k&ouml;nnen. <\/p><p>Auf diese W&auml;hlergruppe schielt die <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/deutschland\/:steuerstreit-sinnlose-entwaffnung\/70084868.html\">FDP-Landesvorsitzende Leutheusser-Scharrenberger<\/a> offenbar gerade auch in dem mit der Schweiz benachbarten Bayern, in der Hoffnung, dass diese Gruppe und deren insgeheime Sympathisanten ausreichend gro&szlig; ist, der FDP bei den Landtagswahlen im kommenden Jahr wieder &uuml;ber die F&uuml;nf-Prozent-H&uuml;rde zu verhelfen und &ndash; so wahrscheinlich &ndash;  ihre Posten in der bayerischen Landesregierung verteidigen zu k&ouml;nnen. <\/p><p>So entpuppt sich rechtsstaatliches Pathos als plumper Klientelismus, um parteipolitisch zu &uuml;berleben. Einmal mehr steht das Wohl der Partei &uuml;ber dem Wohl der Allgemeinheit und der Mehrheit der ehrlichen Steuerzahler.   <\/p><p>&ldquo;<a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/leutheusser-schnarrenberger-zu-steuerstreit-mit-der-schweiz-deutschland-braucht-das-steuerabkommen-1.1456727\">Deutschland braucht das Steuerabkommen mit der Schweiz<\/a>&ldquo;, sagte sie. SZ <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das einzige Motiv, das die politisch und rechtlich unsinnige Ank&uuml;ndigung, den Ankauf von Steuer-CDs k&uuml;nftig unter Strafe zu stellen zu wollen, plausibel macht, ist wohl weder ein steuer- noch ein rechtspolitisches: Es ist die pure Angst der bayerischen Landesvorsitzenden Sabine Leutheusser-Schnarrenberger davor, dass ihre FDP im kommenden Jahr aus dem Landtag gew&auml;hlt wird. 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