{"id":143286,"date":"2025-12-08T10:00:54","date_gmt":"2025-12-08T09:00:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=143286"},"modified":"2025-12-08T15:54:33","modified_gmt":"2025-12-08T14:54:33","slug":"der-ganz-normale-wucher-beim-vermieten-ist-rechtsbruch-fast-schon-die-regel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=143286","title":{"rendered":"Der ganz normale Wucher \u2013 Beim Vermieten ist Rechtsbruch fast schon die Regel"},"content":{"rendered":"<p>Eine neue Studie alarmiert: Systematische Abzocke von Mietern ist eine weit verbreitete Praxis und bleibt f&uuml;r die Abzocker fast immer folgenlos. Die Bundesregierung wei&szlig; um die Machenschaften, macht aber nichts dagegen. Zumindest nicht so bald, aber in zwei, drei Jahren vielleicht. F&uuml;r die Opfer hei&szlig;t das: abwarten, Tee trinken und eifrig weiter blechen. Von <strong>Ralf Wurzbacher<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_3790\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-143286-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251208-Ganz-normaler-Wucher-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251208-Ganz-normaler-Wucher-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251208-Ganz-normaler-Wucher-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251208-Ganz-normaler-Wucher-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=143286-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251208-Ganz-normaler-Wucher-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"251208-Ganz-normaler-Wucher-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Das gab es in Berlin noch nie: Weil eine Hauseigent&uuml;merin ihre Mieterin &uuml;bervorteilt hatte, wurde sie Anfang November durch das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg zu einer <a href=\"https:\/\/jacobin.de\/artikel\/mieten-wohnen-gentrifizierung-vermieter-mieter-wucher-mietenkampf-linke-berlin\">Strafe von insgesamt 48.000 Euro<\/a> verdonnert. Das Bu&szlig;geld bel&auml;uft sich auf 26.000 Euro, 22.000 Euro muss sie an die Betrogene zur&uuml;ckzahlen. T&auml;tig werden k&ouml;nnen die Gerichte auf Basis von <a href=\"https:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/wistrg_1954\/__5.html\">Paragraf 5 des Wirtschaftsstrafgesetzes (WiStrG)<\/a> bereits, sobald die verlangten Wohnkosten die orts&uuml;bliche Vergleichsmiete um 20 Prozent &uuml;bersteigen. In diesem Fall hatte sich die Wohnungsbesitzerin einen Aufschlag von 190 Prozent genehmigt.<\/p><p>So viel Dreistigkeit mag selten sein, gezielte Abzocke auf niedrigerem Niveau findet dagegen ausgesprochen h&auml;ufig statt. Vielmehr ist die Praxis fast schon die Regel. Letzte Woche ver&ouml;ffentlichte der Deutsche Mieterbund (DMB) seinen neuesten &bdquo;Mietenmonitor&ldquo;. Beleuchtet wird darin die Situation in Berlin und in Ulm, einer mittelgro&szlig;en Stadt in Baden-W&uuml;rttemberg, anhand der Auswertung von &uuml;ber 20.000 Online-Wohnungsanzeigen im Zeitraum zwischen Mai 2024 und Oktober 2025. In der begleitenden Pressemitteilung ist von <a href=\"https:\/\/mieterbund.de\/aktuelles\/meldungen\/mietenmonitor-deutlich-ueberhoehte-mieten-in-berlin-und-ulm\/\">&bdquo;alarmierenden Ergebnissen&ldquo;<\/a> die Rede. Demnach werden in beiden St&auml;dten bei der Preisgestaltung die gesetzlichen Vorgaben in gravierendem Ausma&szlig; verletzt.<\/p><p><strong>Mietspiegel blind<\/strong><\/p><p>Die Untersuchung operiert mit drei Ma&szlig;st&auml;ben, angefangen mit der sogenannten Mietpreisbremse, die in Gebieten mit angespanntem Wohnungsmarkt bei Neuvermietung Preisaufschl&auml;ge von maximal zehn Prozent oberhalb des lokalen Mietspiegels erlaubt. Gem&auml;&szlig; der Erhebung wird diese Bestimmung in Berlin bei nahezu <a href=\"https:\/\/mieterbund.de\/app\/uploads\/2025\/11\/Mietenmonitor_Berlin.pdf\">46 Prozent<\/a> und damit knapp der H&auml;lfte der inserierten Bestandswohnungen mutma&szlig;lich unterlaufen, in Ulm sogar zu <a href=\"https:\/\/mieterbund.de\/app\/uploads\/2025\/11\/Mietenmonitor_Ulm.pdf\">rund 70 Prozent<\/a>.<\/p><p>Zweitens wird nach F&auml;llen einer &bdquo;Mietpreis&uuml;berh&ouml;hung&ldquo; gefragt. Die liegt vor, wenn das orts&uuml;bliche Mittel &bdquo;vors&auml;tzlich oder leichtfertig&ldquo; um mindestens 20 Prozent &uuml;berschritten wird, und kann als Ordnungswidrigkeit verfolgt werden. F&uuml;r Berlin verzeichnet die Erhebung bei unm&ouml;blierten Wohnungen in fast 15 Prozent der Inserate eine &bdquo;Mietpreis&uuml;berh&ouml;hung&ldquo;, in Ulm im Umfang von 33,4 Prozent.<\/p><p>Drittens hat der DMB Verst&ouml;&szlig;e gegen den &bdquo;Mietwucherparagraphen&ldquo; gez&auml;hlt. Der greift bei einer Kluft von 50 Prozent und mehr gegen&uuml;ber den &ouml;rtlich &uuml;blichen Preisen und kann bei Missachtung strafrechtliche Konsequenzen mit &uuml;ppigen Geldbu&szlig;en bis hin zu einer Freiheitsstrafe nach sich ziehen. Die Studie hat f&uuml;r die Hauptstadt eine Quote von 18 Prozent bei unm&ouml;blierten Wohnungen ermittelt, bei denen von Wucher auszugehen ist. Im Fall von Ulm sind es 14,7 Prozent.<\/p><p><strong>Keine &Uuml;berraschung<\/strong><\/p><p>Die Befunde decken weitverbreitete Machenschaften auf, von denen man bis dahin nur eine Ahnung hatte. So richtete der Berliner Senat Anfang M&auml;rz eine &bdquo;Mietpreispr&uuml;fstelle&ldquo; ein, an die sich inzwischen Hunderte Menschen mit dem Verdacht gewandt haben, von ihrem Vermieter &uuml;ber den Tisch gezogen zu werden. Die Analyse ergab, dass <a href=\"https:\/\/www.rbb24.de\/wirtschaft\/beitrag\/2025\/10\/berlin-mietwucher-wohnen-mietpreispruefstelle.html\">neun von zehn Betroffenen<\/a> damit richtig lagen. Allerdings sind die Zahlen nicht belastbar, weil sie nur solche Personen erfassen, die von sich aus aktiv wurden. Dasselbe gilt f&uuml;r den von der Bundestagsfraktion Die Linke vor einem Jahr gestarteten <a href=\"https:\/\/mietwucher.app\/\">&bdquo;Mietwucherrechner&ldquo;<\/a>. Die bisher erfolgten Auswertungen lieferten jedes Mal das Bild von &uuml;berwiegend hemmungslosen Vermietern, die beim Abkassieren auf bestehende Regeln pfeifen.<\/p><p>Mit der DMB-Ver&ouml;ffentlichung wird aus einem Verdacht Sicherheit und der Skandal quasi amtlich, weil repr&auml;sentativ best&auml;tigt. Am Mittwoch &auml;u&szlig;erte sich Verbandspr&auml;sidentin Melanie Weber-Moritz gegen&uuml;ber den <em>NachDenkSeiten<\/em>:<\/p><blockquote><p>&bdquo;Leider mussten wir mit einem solchen Umfang an Regel&uuml;berschreitungen rechnen. Auch die Beratungspraxis unserer Mietervereine, insbesondere in den nachgefragten St&auml;dten zeigt, dass die Mietpreisbremse in vielen St&auml;dten systematisch umgangen wird. Dieses Ausma&szlig; ist erschreckend &ndash; aber aufgrund der fehlenden Kontrollen und Konsequenzen f&uuml;r Vermieter leider nicht &uuml;berraschend.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p><strong>Stumpfes Schwert<\/strong><\/p><p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=125713\">Wie berichtet<\/a>, ist die &bdquo;Mietpreisbremse&ldquo; ein stumpfes Schwert, weil sie wegen etlicher Schlupfl&ouml;cher umschifft werden kann und Eigent&uuml;mer bei Verst&ouml;&szlig;en kaum oder gar nicht belangt werden k&ouml;nnen. Das Grundproblem besteht ohnehin darin, dass es kaum einer wagt, sich angesichts hoffnungslos &uuml;berhitzter Wohnungsm&auml;rkte mit dem Vermieter anzulegen, geschweige denn ihn vor den Kadi zu zerren. Aus Angst vor dem Rauswurf und bei mangelndem Ersatz an bezahlbarem Wohnraum lassen sich viele bereitwillig abzocken.<\/p><p>Speziell zeigt sich das bei m&ouml;blierten Wohnungen. Dass diese grunds&auml;tzlich nicht der Mietpreisbremse unterl&auml;gen, ist eine g&auml;ngige, aber falsche Behauptung. Abweichungen sind lediglich <a href=\"https:\/\/www.immobilienscout24.de\/wissen\/vermieten\/mietpreisbremse-moeblierte-wohnungen.html\">unter bestimmten Bedingungen m&ouml;glich<\/a>, aber nicht generell, wie viele Vermieter glauben machen wollen. Entsprechend gro&szlig; ist der Grad an Missbrauch. Objekte mit M&ouml;beln werden in Berlin laut DMB zu 69 Prozent rechtswidrig teuer vermietet und bei mehr als der H&auml;lfte dieser Anzeigen wird die Mietwuchergrenze &uuml;berschritten. F&uuml;r Ulm liegt der Wert bei 55 Prozent, wobei davon etwa ein Drittel unter Mietwucher fallen.<\/p><p>Es sind vor allem gro&szlig;e Immobilienunternehmen, die die gesetzlichen Vorgaben gezielt verletzen und darauf bauen, dass sich die Leidtragenden nicht zur Wehr setzen. Nach einem Handelsblatt-Bericht vom letzten Montag (hinter Bezahlschranke) strengt zum Beispiel die Vonovia SE mit Hauptsitz in Bochum massenhaft Prozesse an, um Mietsteigerungen durchzusetzen. Im Gros der F&auml;lle weisen die Gerichte die Klagen jedoch als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck, weil die geltend gemachten &bdquo;zus&auml;tzlichen Erh&ouml;hungsmerkmale&ldquo; wie etwa &bdquo;&uuml;berdurchschnittliche &Ouml;PNV-Anbindung&ldquo; oder &bdquo;&uuml;berdurchschnittliche Nahversorgung&ldquo; frei erfunden sind.<\/p><p><strong>Reibachgarantie<\/strong><\/p><p>In der Gesamtsicht sind einzelne juristische Schlappen f&uuml;r Europas f&uuml;hrenden Wohnungskonzern verkraftbar, solange nur die Gesamtbilanz stimmt. Blo&szlig; eine verschwindende Minderheit riskiert einen Rechtsstreit, die allermeisten f&uuml;gen sich in ihr Schicksal und erf&uuml;llen die &uuml;berzogenen Forderungen. Das wiederum hat mithin fatale Folgen nicht nur f&uuml;r den Einzelnen, sondern die Allgemeinheit. Denn erstens folgt die Konkurrenz dem schlechten Beispiel, und zweitens flie&szlig;en unrechtm&auml;&szlig;ige Erh&ouml;hungen, denen mehrheitlich und notgedrungen zugestimmt wird, in die turnusm&auml;&szlig;ige Neuberechnung der Mietspiegel ein. Schon mit diesem Hebel bl&auml;hen sich die Preise immer weiter auf &ndash; ohne jeden Mehrwert f&uuml;r die Mieter, aber mit Reibachgarantie f&uuml;r die dicken Fische der Branche.<\/p><p>L&auml;sst sich die DMB-Studie verallgemeinern? Verbandschefin Weber-Moritz meint ja.<\/p><blockquote><p>&bdquo;Die Probleme sind struktureller Natur und nicht auf einzelne Regionen beschr&auml;nkt. Wir beobachten bundesweit &auml;hnliche Tendenzen. Wo die Mietpreisbremse gilt, wird sie h&auml;ufig umgangen, und bei m&ouml;blierten Wohnungen fehlt es vollst&auml;ndig an wirksamer Kontrolle. Das alles zeigt, dass bundespolitisches Handeln dringend notwendig ist.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>Was trotzdem erstaunt: In Ulm an der Donau mit seinen rund 130.000 Einwohnern wird in Relation sogar mehr betrogen als in der Spreemetropole. Dabei fiel die Wahl auf die Stadt gerade wegen ihrer &bdquo;traditionell guten Bodenpolitik&ldquo; und lokalpolitischer Bem&uuml;hungen, die &bdquo;Spekulation zu begrenzen und bezahlbaren Wohnraum zu sichern&ldquo;, wie es in der Studie hei&szlig;t. Offenbar sind die guten Vors&auml;tze inzwischen ausverkauft und versagt die &bdquo;Mietpreisbremse&ldquo; in der kleinkarierten Provinz genauso beziehungsweise noch mehr als im chaotischen Berlin.<\/p><p>Aus Sicht des DMB geh&ouml;rt das Instrument dringend runderneuert. Es d&uuml;rfe nicht l&auml;nger nur in angespannten Wohnungsm&auml;rkten gelten, so Weber-Moritz. Au&szlig;erdem m&uuml;ssten Ausnahmen wie die Berufung auf h&ouml;here Vormieten oder angebliche Modernisierungen abgeschafft werden.<\/p><blockquote><p>&bdquo;Vor allem braucht es sp&uuml;rbare finanzielle Konsequenzen bei Regelverletzungen. Nur empfindliche Bu&szlig;gelder sorgen daf&uuml;r, dass Vermieter sich an die Gesetze halten. Rechtliche Vorgaben n&uuml;tzen aber so lange nichts, wie sie nicht kontrolliert werden. Es braucht mehr staatliche Stellen, die Verst&ouml;&szlig;e aufdecken und sanktionieren.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>Danach sieht es nicht aus. Erst nach langem Hickhack hatte der Bundestag Ende Juni eine Verl&auml;ngerung der &bdquo;Mietpreisbremse&ldquo; bis 2029 unter weitgehender Beibehaltung der bestehenden Modalit&auml;ten beschlossen. Zugleich k&uuml;ndigte Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) &bdquo;weitere Pakete zum besseren Mieterschutz&ldquo; an, etwa zu Indexmieten, m&ouml;blierten Wohnungen und &bdquo;zur Ausweitung der Regelungen &uuml;ber Schonfristzahlungen&ldquo;. Dass das alles &bdquo;schnell&ldquo; passiert, wie sie versprach, muss derweil bezweifelt werden. Viel eher droht hier die n&auml;chste H&auml;ngepartie.<\/p><p><strong>H&auml;ngepartie nach Plan<\/strong><\/p><p>Beispielhaft zeigt sich das an den Vorg&auml;ngen um den <a href=\"ttps:\/\/www.haufe.de\/immobilien\/wirtschaft-politik\/bundestag-beraet-ueber-schaerferen-mietwucher-paragrafen_84342_507688.html\">&bdquo;Mietwucherparagraphen&ldquo;<\/a> nach besagtem Wirtschaftsstrafgesetz. Bisher handelt nach dieser Norm ordnungswidrig, wer &bdquo;infolge der Ausnutzung eines geringen Angebotes an vergleichbaren R&auml;umen&ldquo; ein &bdquo;unangemessen&ldquo; hohes Entgelt f&uuml;r Wohnr&auml;ume fordert. Vor dem Hintergrund einer den Vermietern &uuml;beraus wohlgesonnenen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGH) hat sich die Vorschrift in der Praxis allerdings als zahnloser Tiger erwiesen. Nur in den seltensten F&auml;llen wurde sie vor Gericht im Sinne von Mietern ausgelegt, so wie zuletzt in Berlin.<\/p><p>Deshalb wollte eigentlich schon die Ampel das Gesetz nachsch&auml;rfen, mit dem Wortlaut, dass schon das &bdquo;Vorliegen eines geringen Angebots an vergleichbaren R&auml;umen&ldquo; ohne die &bdquo;Ausnutzung&ldquo; dieses Umstandes ausreicht, &bdquo;unangemessene&ldquo; Preise juristisch zu beanstanden. Zudem sieht die Vorlage eine Verdopplung der maximalen Strafe auf 100.000 Euro vor. Mit dem Bruch der Koalition blieb das Projekt jedoch unerledigt. Also legte der Bundesrat im September 2025 einen &auml;hnlichen Entwurf vor, der auf eine Initiative Bayerns aus dem Jahr 2019 zur&uuml;ckgeht, die aber damals keine parlamentarische Mehrheit fand. Einen wiederum fast identischen Gesetzesvorsto&szlig; der Linksfraktion haben vor drei Wochen die Fraktionen von Union, SPD und AfD abgew&uuml;rgt.<\/p><p>Das Ganze wirkt wie abgekartet. Seit Jahren vereiteln die jeweils Regierenden eine l&auml;ngst &uuml;berf&auml;llige und f&uuml;r Mieter &uuml;beraus sinnvolle Regel&auml;nderung und br&uuml;sten sich dazu auch noch mit denselben &bdquo;guten Absichten&ldquo;. So geht es weiter. Man wolle den k&uuml;nftigen Vorschl&auml;gen der im September durch Ministerin Hubig einberufenen &bdquo;Mietrechtskommission&ldquo; nicht vorgreifen, begr&uuml;ndeten Union und SPD zuletzt ihre Ablehnung des Linke-Antrags. Ach ja richtig: Laut <a href=\"https:\/\/www.koalitionsvertrag2025.de\/sites\/www.koalitionsvertrag2025.de\/files\/koav_2025.pdf\">Koalitionsvertrag<\/a> werde eine Expertengruppe eine &bdquo;Harmonisierung von mietrechtlichen Vorschriften&ldquo;, &bdquo;eine Reform zur Pr&auml;zisierung der Mietwuchervorschrift&ldquo; und eine &bdquo;Bu&szlig;geldbewehrung&ldquo; bei Nichteinhaltung der Mietpreisbremse &bdquo;vorbereiten&ldquo;. Stichtag: &bdquo;bis zum 31.12.2026&ldquo;. Die Umsetzung erfordert dann bestimmt noch mal ein Jahr oder zwei. Oder Neuwahlen funken dazwischen.<\/p><p>Noch einmal DMB-Pr&auml;sidentin Weber-Moritz:<\/p><blockquote><p>&bdquo;Wenn die von uns geforderten Ma&szlig;nahmen nicht z&uuml;gig umgesetzt werden, wird sich die Lage auf angespannten Wohnungsm&auml;rkten weiter versch&auml;rfen. Und immer mehr Menschen werden sich ihren Wohnraum schlicht nicht mehr leisten k&ouml;nnen.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>Keine Sorge! Die Regierung meint es gut mit Dir, lieber Miethai &hellip;<\/p><p><small>Titelbild: Bjoern Wylezich\/shutterstock.com<\/small><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg05.met.vgwort.de\/na\/c806a143c78242fb95094c4d9f173e43\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine neue Studie alarmiert: Systematische Abzocke von Mietern ist eine weit verbreitete Praxis und bleibt f&uuml;r die Abzocker fast immer folgenlos. Die Bundesregierung wei&szlig; um die Machenschaften, macht aber nichts dagegen. Zumindest nicht so bald, aber in zwei, drei Jahren vielleicht. F&uuml;r die Opfer hei&szlig;t das: abwarten, Tee trinken und eifrig weiter blechen. 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