{"id":14352,"date":"2012-09-06T09:56:13","date_gmt":"2012-09-06T07:56:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14352"},"modified":"2015-04-26T10:20:31","modified_gmt":"2015-04-26T08:20:31","slug":"sozialbericht-nrw-2012","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14352","title":{"rendered":"Sozialbericht NRW 2012"},"content":{"rendered":"<p>Armuts- und Reichtumsbericht<br>\nDas Wichtigste in K&uuml;rze.  (WL)<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Einkommensentwicklung und &ndash;verwendung<\/strong><\/p><ul>\n<li><strong>&hellip; Von 2002 bis 2008 ist das Verm&ouml;genseinkommen deutlich gestiegen, w&auml;hrend das Arbeitnehmerentgelt von 2000 bis 2006 stagnierte und von 2006 bis 2008 nur vergleichsweise moderat gestiegen ist.<\/strong><\/li>\n<li>Der Anstieg des durchschnittlichen verf&uuml;gbaren Pro-Kopf-Einkommens hat in der vergangenen Dekade gerade den Anstieg des Preisniveaus (Inflation) ausgeglichen&hellip;<\/li>\n<li>Der Anteil der sozialversicherungspflichtig Vollzeitbesch&auml;ftigten, die einen Niedriglohn von weniger als 1.890 Euro im Monat erhalten, lag Ende 2010 bei 20,4 %. Im Dezember<br>\n2000 war die Niedriglohnquote mit 16,3 % noch deutlich niedriger. Das mittlere Bruttomonatsentgelt der Niedriglohnempf&auml;nger\/-innen lag Ende 2010 bei 1.399 Euro.<\/li>\n<li>&hellip; Ein Drittel der sozialversicherungspflichtig vollzeitbesch&auml;ftigten Frauen (33,3 %) beziehen einen Niedriglohn&hellip;<\/li>\n<li><strong>W&auml;hrend jedoch bei den 20 % der Haushalte mit den niedrigsten Einkommen von 2003 bis 2008 nominale Einkommensverluste zu verzeichnen waren, zeigen sich bei den 20 % der Haushalte mit dem h&ouml;chsten Einkommen &uuml;berdurchschnittliche Steigerungen beim ausgabef&auml;higen monatlichen Einkommen. Insgesamt ist somit die Schere zwischen Haushalten mit h&ouml;herem und niedrigem Einkommen weiter auseinandergegangen.<\/strong><\/li>\n<li>Zur Befriedigung der lebensnotwendigen Bed&uuml;rfnisse, wie Miete, Nahrungsmittel oder Kleidung wurden 2008 durchschnittlich etwas mehr als die H&auml;lfte (51,6 %) der gesamten Ausgaben aufgewendet. Bei den Haushalten, die zu den unteren 10 % der Einkommensverteilung geh&ouml;ren, entfielen 75,3 % der Ausgaben auf den Lebensunterhalt.<\/li>\n<li><strong>Am unteren Rand der Einkommensverteilung besteht so gut wie kein Spielraum zur Verm&ouml;gensbildung. Im obersten Dezil wurden dagegen im Mittel 1.564 Euro im Monat f&uuml;r die Verm&ouml;gensbildung aufgewendet.<\/strong><\/li>\n<li>Die Zahl der &uuml;berschuldeten Personen in Nordrhein-Westfalen lag 2011 bei 1,59 Millionen und damit um rund 38.000 Personen h&ouml;her als im Jahr 2004.<\/li>\n<\/ul><p><strong>Armut<\/strong><\/p><ul>\n<li>Im Jahr 2010 galt in Nordrhein-Westfalen als einkommensarm, wer &uuml;ber ein gewichtetes Pro-Kopf-Einkommen von monatlich weniger als 815 Euro (= 60 % des mittleren<br>\nEinkommens in Nordrhein-Westfalen) verf&uuml;gte.<\/li>\n<li><strong>Mehr als jede siebte Person in Nordrhein-Westfalen war im Jahr 2010 von relativer Einkommensarmut betroffen (14,7 %).<\/strong><\/li>\n<li>Kinder und junge Erwachsene tragen ein &uuml;berdurchschnittliches Armutsrisiko. Fast jedes f&uuml;nfte Kind im Alter von unter 18 Jahren (19,9 %) und 22,5 % der 18- bis unter 25-J&auml;hrigen leben in einem einkommensarmen Haushalt.<\/li>\n<li>Alleinerziehende und ihre Kinder sowie Personen in kinderreichen Paarhaushalten (mit drei oder mehr Kindern) unterliegen einem stark &uuml;berdurchschnittlichen Armutsrisiko<br>\n(37,6 % bzw. 27,3 %).<\/li>\n<li><strong>Mehr als die H&auml;lfte der Erwerbslosen (51,7 %) ist von relativer Einkommensarmut betroffen.<\/strong><\/li>\n<li>Mehr als jede vierte Person mit Migrationshintergrund ist von relativer Einkommensarmut betroffen (28,6 %), bei Personen ohne Migrationshintergrund gilt dies nur f&uuml;r jede zehnte Person (10,4 %).<\/li>\n<li>13,5 % der Personen im Alter von unter 18 Jahren sind von mehr als einer Risikolage betroffen, bei 4,2 % liegt ein Mangel in allen drei Bereichen vor (Einkommen, Bildung und Erwerbsbeteiligung der Eltern).<\/li>\n<li>Im Dezember 2010 lag die Zahl der Empf&auml;ngerinnen und Empf&auml;nger von Mindestsicherungsleistungen bei 1,89 Millionen. Damit hat mehr als <strong>jede zehnte Person in Nordrhein- Westfalen (10,6 %) Mindestsicherungsleistungen<\/strong> empfangen.<\/li>\n<li>Die gro&szlig;e Mehrheit der Mindestsicherungsempf&auml;nger\/-innen beziehen SGB-II-Leistungen (86,0 %). Im Dezember 2010 lag die Zahl der Personen mit SGB-II-Bezug bei rund 1,6 Millionen.<\/li>\n<\/ul><p><strong>Einkommenszusammensetzung und &ndash;verteilung<\/strong><\/p><ul>\n<li><strong>F&uuml;r 84,4 % der Steuerf&auml;lle war 2007 Einkommen aus nicht selbstst&auml;ndiger T&auml;tigkeit die &uuml;berwiegende Einkommensart. Typisch f&uuml;r diese Gruppe ist, dass sie kaum andere<br>\nEinkommensquellen hat.<\/strong> 87,6 % ihres Bruttogesamteinkommens entstammten aus nicht selbstst&auml;ndiger T&auml;tigkeit.<\/li>\n<li>Steuerf&auml;lle mit &uuml;berwiegend selbstst&auml;ndiger T&auml;tigkeit erzielten das h&ouml;chste durchschnittliche Bruttogesamteinkommen (93.499 Euro im Jahr 2007). Die zweith&ouml;chsten Einkommen erzielten Steuerf&auml;lle, deren Einkommen &uuml;berwiegend aus Gewerbebetrieben stammten (2007: 72.091 Euro). Steuerf&auml;lle mit &uuml;berwiegendem Einkommen aus nicht selbstst&auml;ndiger T&auml;tigkeit kamen 2007 auf 38.918 Euro.<\/li>\n<li>Durchschnittlich betrug 2007 der Anteil des Nettoeinkommens am Bruttogesamteinkommen, also der Teil des Einkommens, der zum Konsum verbleibt, 60,9 %. Vom Bruttogesamteinkommen entfielen 24,5 % auf vorsorgebedingte Abz&uuml;ge (Sozialversicherungsbeitr&auml;ge und analoge Aufwendungen zur privaten Absicherung von Lebensrisiken) und 13,8 % auf die Einkommensteuer.<\/li>\n<li>Vom 2. bis zum 7. Dezil wird vor allem aufgrund des mit der Einkommensh&ouml;he steigenden Steueranteils der Anteil des Nettoeinkommens am Bruttogesamteinkommen immer geringer. Im 2. Dezil verblieben netto 69,8 %, im 7. Dezil waren es 55,2 %. In den darauf folgenden Dezilen lag dieser Wert wieder h&ouml;her, da ab dem 7. Dezil der Anteil des Bruttogesamteinkommens, der f&uuml;r vorsorgebedingte Abz&uuml;ge aufgewendet wird, sinkt. <strong>Im 10. Dezil verblieb mit 66,1 % des Bruttogesamteinkommens ein Wert, der in etwa dem des 3. Dezils entsprach.<\/strong><\/li>\n<\/ul><p><strong>Reichtum<\/strong><\/p><ul>\n<li><strong>Im obersten Dezil wurden 2007 35,6 % des gesamten Nettoeinkommens erzielt. Im 9. Dezil waren es 16,2 %&hellip; Auf das 2. Dezil entfielen lediglich 1,4 % des gesamten Nettoeinkommens.<\/strong><\/li>\n<li>Wer in Nordrhein-Westfalen zu den obersten 1.000 Spitzenverdienern z&auml;hlt, verf&uuml;gte 2007 durchschnittlich &uuml;ber ein &Auml;quivalenzeinkommen von 3,37 Millionen Euro&hellip; Bei den obersten 1.000 Steuerf&auml;llen hatten 2007 83,5 % &uuml;berwiegend Einkommen aus Gewerbebetrieben<\/li>\n<li><strong>Das Verm&ouml;gen ist noch wesentlich ungleicher verteilt als das Einkommen.<\/strong> Im untersten F&uuml;nftel der Verm&ouml;gensverteilung war 2008 &uuml;berhaupt kein Verm&ouml;gen vorhanden, auf das zweite F&uuml;nftel entfielen gerade einmal 1,3 % der gesamten Verm&ouml;genssumme.<br>\n<strong>Das oberste F&uuml;nftel in der Verm&ouml;gensverteilung besa&szlig; 2008 nahezu drei Viertel des gesamten privaten Verm&ouml;genswertes des Landes (71,1 %).<\/strong><\/li>\n<\/ul><p><strong>Bildung<\/strong><\/p><ul>\n<li>Im Jahr 2010 verf&uuml;gte mehr als ein Drittel der Bev&ouml;lkerung im Alter von 20 bis unter 65 Jahren &uuml;ber die (Fach-)Hochschulreife (35,3 %). Zur Jahrtausendwende traf dies erst auf ein Viertel (25,5 %) zu. Ohne Schulabschluss waren 2010 5,1 % der Bev&ouml;lkerung im Alter von 20 bis unter 65 Jahren. Im Jahr 2000 waren es 3,7 %.<\/li>\n<li>Auch bei den beruflichen Abschl&uuml;ssen ist der Trend zu einer st&auml;rkeren Verbreitung h&ouml;herer Abschl&uuml;sse ungebrochen: Im Jahr 2010 verf&uuml;gten 16,5 % der Bev&ouml;lkerung im Alter von 25 bis unter 65 Jahren &uuml;ber einen (Fach-)Hochschulabschluss. Im Jahr 2000 lag der entsprechende Anteil mit 12,8 % noch deutlich niedriger.<\/li>\n<li><strong>Der Anteil der 25- bis unter 65-J&auml;hrigen, die keinen beruflichen Abschluss erzielt haben, blieb mit gut einem F&uuml;nftel (21,5 %) unver&auml;ndert hoch.<\/strong><\/li>\n<li><strong>Die Bildungschancen h&auml;ngen nach wie vor stark von der sozialen Herkunft ab.<\/strong> Dies zeigt sich sehr deutlich bei der Wahl der weiterf&uuml;hrenden Schule. Von den Kindern aus<br>\neinkommensarmen Haushalten, deren Eltern gering qualifiziert sind, geht nur jedes zw&ouml;lfte (8,1 %) auf ein Gymnasium. Bei Kindern mit einem hoch qualifizierten Elternteil, die nicht von Einkommensarmut betroffen sind, ist es mehr als jedes zweite (59,2 %).<\/li>\n<li>Der Anteil der Kinder mit Migrationshintergrund unterscheidet sich sehr deutlich zwischen Hauptschule und Gymnasium. <strong>Mehr als die H&auml;lfte der Hauptsch&uuml;lerinnen und -sch&uuml;ler weisen einen Migrationshintergrund auf (50,4 %)<\/strong>. Bei den Gymnasiastinnen und Gymnasiasten der Sekundarstufe I trifft dies nur auf weniger als ein Viertel (23,7 %) zu. <\/li>\n<\/ul><p><strong>Erwerbsbeteiligung<\/strong><\/p><ul>\n<li><strong>Die Zahl der Erwerbst&auml;tigen ist von 2000 bis 2010 nicht in gleichem Ma&szlig;e gestiegen wie das Erwerbspersonenpotenzial. Demzufolge lag die Zahl derer, die ihren Erwerbswunsch nicht realisieren konnten, im Jahr 2010 deutlich &uuml;ber dem Niveau des Jahres 2000. 13,0 % der Frauen und 11,7 % der M&auml;nner mit Erwerbswunsch waren 2010 nicht erwerbst&auml;tig&hellip;<\/strong><\/li>\n<li><strong>In der vergangenen Dekade hat sich das Problem der Erwerbslosigkeit bei den 15- bis unter 30-J&auml;hrigen versch&auml;rft.<\/strong> In dieser Altersgruppe lagen im Jahr 2010 sowohl die Erwerbslosenquoten als auch die Langzeiterwerbslosenquoten &uuml;ber dem Niveau des Jahres 2000.<\/li>\n<li>Die vergangene Dekade ist durch eine zunehmende Flexibilisierung der Erwerbsformen gekennzeichnet. So ist von 2000 bis 2010 <strong>der Anteil der Erwerbst&auml;tigen mit einem unbefristeten Vollzeitarbeitsverh&auml;ltnis (Normalarbeitsverh&auml;ltnis) gesunken. Gestiegen ist dagegen der Anteil der atypisch Besch&auml;ftigten<\/strong> (Teilzeitbesch&auml;ftigte sowie geringf&uuml;gig und befristet Besch&auml;ftigte).<\/li>\n<li>Die Zahl derer, die sowohl ein Einkommen aus Erwerbst&auml;tigkeit als auch Arbeitslosengeld (ALG) II beziehen, ist von Dezember 2007 bis Dezember 2010 um 13,7 % auf 298.546 gestiegen. Damit war Ende 2010 insgesamt <strong>gut ein Viertel der erwerbsf&auml;higen Leistungsbezieherinnen und -bezieher erwerbst&auml;tig (25,8 %)<\/strong>.<\/li>\n<li>Erwerbst&auml;tige ALG-II-Bezieherinnen und -Bezieher &uuml;ben zu 16,5 % eine sozialversicherungspflichtige Vollzeitt&auml;tigkeit aus.<\/li>\n<li>Die Armutsrisikoquoten von atypisch Besch&auml;ftigten liegen deutlich h&ouml;her. <strong>Am h&ouml;chsten ist die Armutsrisikoquote der geringf&uuml;gig Besch&auml;ftigten<\/strong>, die zudem seit 2005 (17,0 %) kontinuierlich gestiegen ist. 2010 war gut ein F&uuml;nftel (20,8 %) der geringf&uuml;gig Besch&auml;ftigten von relativer Einkommensarmut betroffen.<\/li>\n<\/ul><p><strong>Gesundheit<\/strong><\/p><ul>\n<li>2009 bezogen in Nordrhein-Westfalen gut 300.000 Personen eine Rente wegen verminderter Erwerbsf&auml;higkeit. <strong>Die h&auml;ufigsten Gr&uuml;nde f&uuml;r eine Fr&uuml;hberentung waren psychische Erkrankungen (40,4 % der Neuzug&auml;nge)<\/strong>, gefolgt von den Muskel-Skelett-Erkrankungen wie z. B. Bandscheibenvorf&auml;lle (14,2 %), Neubildungen (12,2 %) und Krankheiten des Kreislaufsystems (9,6 %).<\/li>\n<li><strong>Die Chancen auf ein gesundes und langes Leben sind ungleich in der Bev&ouml;lkerung verteilt<\/strong>. Ungleiche Lebens-, Arbeits- und Wohnbedingungen, ungleiche Chancen im Zugang zu Gesundheitsleistungen, psychosoziale Faktoren sowie Unterschiede im Gesundheitsverhalten f&uuml;hren dazu, dass sich soziale Ungleichheit auf die Gesundheit auswirkt.<\/li>\n<\/ul><p><strong>Wohnen<\/strong><\/p><ul>\n<li>Die Wohnungskaltmieten haben sich im Zeitraum 2000 bis 2010 um 10,8 % verteuert, st&auml;rker haben die Wohnungsnebenkosten zugelegt (+18,7 Prozentpunkte). Eine noch gr&ouml;&szlig;ere Preissteigerung hat sich in diesem Zeitraum bei den Haushaltsenergien (Strom, Gas und andere Brennstoffe) vollzogen (+63,8 %).<\/li>\n<li>Das Angebot an preis- und belegungsgebundenen Wohnungen ist in Nordrhein-Westfalen seit 2000 deutlich von 1,19 Millionen Wohnungen auf 744.500 Wohnungen im Jahr 2009 zur&uuml;ckgegangen. Zuk&uuml;nftig ist mit einem weiteren R&uuml;ckgang zu rechnen. Die Nachfrage nach &ouml;ffentlich gef&ouml;rdertem Wohnraum ist dagegen in den vergangenen Jahren nahezu konstant geblieben.<\/li>\n<li><strong>Ein Indikator f&uuml;r soziale Segregation ist die r&auml;umliche Konzentration von SGB IILeistungsbezieher(inne)n<\/strong>. F&uuml;r Nordrhein-Westfalen lassen sich anhand von sogenannten &bdquo;SGB-II-Dichten&ldquo; deutliche Unterschiede sowohl zwischen den Ballungsgebieten und dem l&auml;ndlichen Raum als auch innerhalb der St&auml;dte nachweisen.<\/li>\n<\/ul><p><strong>Partizipation<\/strong><\/p><ul>\n<li>Bundesweite Studien zeigen, dass das politische Interesse, die Wahlbeteiligung und die Wahrnehmung verbindlicherer Formen politischer Aktivit&auml;t (z. B. die Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft oder politischen Partei) in starkem Ma&szlig;e durch Bildung und Einkommen beeinflusst werden.<\/li>\n<li>Die Wahlbeteiligung bei den Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen 2009 weist eine gro&szlig;e Spannbreite zwischen den Kommunen auf und reicht von 44,6 % in D&uuml;sseldorf bis zu 61,7 % in Coesfeld (Landesdurchschnitt: 52,4 %).<\/li>\n<li>Auf kleinr&auml;umiger Ebene werden Zusammenh&auml;nge zwischen der Wahlbeteiligung und der sozialen Zusammensetzung beispielsweise eines Stadtteils deutlich. <strong>Die Stadtteile mit niedriger Wahlbeteiligung sind durch eine &uuml;berdurchschnittliche Arbeitslosenquote und eine hohe SGB-II-Quote gekennzeichnet<\/strong>.<\/li>\n<\/ul><p><strong>Lebenslagen von Kindern und Jugendlichen<\/strong><\/p><ul>\n<li>In Nordrhein-Westfalen lebten 2010 rund drei Millionen Kinder und Jugendliche im Alter von unter 18 Jahren. Davon haben mit 36,9 % mehr als ein Drittel einen Migrationshintergrund.<\/li>\n<li>Die Mehrzahl der Kinder und Jugendlichen w&auml;chst in einer Familie mit einem verheirateten (Eltern-)Paar auf. Dieser Anteil ist jedoch r&uuml;ckl&auml;ufig und lag 2010 bei 78,7 % (2000: 83,7 %). Immer mehr Minderj&auml;hrige leben bei einem alleinerziehenden Elternteil.<br>\n2010 traf dies auf 15,6 % der Minderj&auml;hrigen zu (2000: 12,3 %).<\/li>\n<li>Sowohl Kinder von Alleinerziehenden als auch Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund wachsen &uuml;berdurchschnittlich h&auml;ufig bei gering qualifizierten Eltern bzw. einem gering qualifizierten Elternteil auf.<\/li>\n<li><strong>Kinder mit Migrationshintergrund und Kinder von Eltern mit niedrigem Bildungsstand besuchen die Kindertageseinrichtung seltener bzw. k&uuml;rzer als Kinder ohne Migrationshintergrund<\/strong> und Kinder von Eltern mit hohem Bildungsstand.<\/li>\n<li><strong>Jede f&uuml;nfte minderj&auml;hrige Person lebt in einem einkommensarmen Haushalt. Damit sind Kinder und Jugendliche &uuml;berdurchschnittlich h&auml;ufig von relativer Einkommensarmut betroffen.<\/strong><\/li>\n<li>In besonderem Ma&szlig;e von relativer Einkommensarmut betroffen sind Kinder und Jugendliche:\n<ul>\n<li>deren Eltern nicht erwerbst&auml;tig sind,<\/li>\n<li>deren Eltern gering qualifiziert sind,<\/li>\n<li>die aus kinderreichen Familien stammen,<\/li>\n<li>die bei einem alleinerziehenden Elternteil aufwachsen,<\/li>\n<li>die einen Migrationshintergrund aufweisen.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><strong>Mehr als jede sechste Person im Alter von unter 18 Jahren lebte im Juni 2011 in einer Bedarfsgemeinschaft, die SGB-II-Leistungen erh&auml;lt<\/strong> (Monat\/Jahr: 16,9 %). Die SGB-II-Quote der Minderj&auml;hrigen liegt damit deutlich &uuml;ber der SGB-II-Quote insgesamt (11,4 %). Am st&auml;rksten betroffen sind mit einer SGB-II-Quote von 21,1 % Kleinkinder im Alter von unter 3 Jahren.<\/li>\n<li>Bereits die Startchancen der Sch&uuml;ler\/-innen variieren nach ihrer sozialen Herkunft. So zeigen die Befunde der Schuleingangsuntersuchung zu Entwicklungsbereichen, die zu den schulrelevanten basalen F&auml;higkeiten geh&ouml;ren, deutliche Unterschiede nach dem Bildungsniveau der Eltern.<\/li>\n<li><strong>Je l&auml;nger ein Kind eine Kindertageseinrichtung besucht hat, desto seltener sind Entwicklungsauff&auml;lligkeiten.<\/strong> Kinder aus Elternh&auml;usern mit niedrigem Bildungsniveau<br>\nscheinen im Hinblick auf ihre kognitive Entwicklung in besonderem Ma&szlig;e von einer m&ouml;glichst fr&uuml;h ansetzenden fr&uuml;hkindlichen F&ouml;rderung in einer Kindertageseinrichtung zu profitieren. Allerdings bleiben auch bei l&auml;ngerer Dauer des Besuchs einer Kindertageseinrichtung deutliche Unterschiede nach dem Bildungsniveau der Eltern bestehen.<\/li>\n<li>Die am h&auml;ufigsten gew&auml;hlte Schulform ist das Gymnasium, die am seltensten gew&auml;hlte die Hauptschule. Im Jahr 2010 lag der Anteil der &Uuml;berg&auml;nge an die Hauptschule nur noch bei 12,7 %. Zehn Jahre zuvor waren es noch 18,8 %. Der Anteil der &Uuml;berg&auml;nge an die Hauptschule war bei den Sch&uuml;ler(inne)n ohne deutsche Staatsangeh&ouml;rigkeit mit gut einem Viertel (25,6 %) wesentlich h&ouml;her als bei den deutschen Sch&uuml;ler(inne)n (11,4 %).<\/li>\n<li>Knapp 12.000 Schulabg&auml;nger\/-innen haben 2010 die Schule verlassen, ohne mindestens einen Hauptschulabschluss erlangt zu haben. Dies entspricht 5,5 % der Schulabg&auml;ngerinnen und -abg&auml;nger insgesamt. Sch&uuml;lerinnen und Sch&uuml;ler ohne deutsche Staatsangeh&ouml;rigkeit verlassen die Schule &uuml;berdurchschnittlich h&auml;ufig ohne Hauptschulabschluss (12,3 %).<\/li>\n<\/ul><p><strong>Lebenslage &auml;lterer Menschen<\/strong><\/p><ul>\n<li>Renten und Pensionen stellen f&uuml;r die gro&szlig;e Mehrheit der &Auml;lteren die Haupteinkommensquelle dar: Dies gilt f&uuml;r 95,2 % der M&auml;nner und 79,9 % der Frauen. Bei 17,2 % der Frauen ist der Unterhalt durch Angeh&ouml;rige die wichtigste Quelle des Lebensunterhalts.<\/li>\n<li>Ende 2010 bezogen gut 112.000 Personen im Alter von 65 und mehr Jahren Leistungen der Grundsicherung im Alter. Damit haben 3,6 % der Frauen und 2,4 % der M&auml;nner der entsprechenden Altersgruppe diese Leistungen bezogen. 2005 lagen die entsprechenden Quoten noch etwas niedriger (3,1 % bei den Frauen und 1,9 % bei den M&auml;nnern).<\/li>\n<li><strong>Seit 2006 ist bei den &Auml;lteren ein leichter Anstieg der Armutsgef&auml;hrdung zu beobachten<\/strong> (von 9,0 % im Jahr 2006 auf 11,4 % im Jahr 2010). Damit sind &Auml;ltere aber weiterhin unterdurchschnittlich von Einkommensarmut betroffen. &Auml;ltere Frauen (12,8 %) unterliegen einem h&ouml;heren Armutsrisiko als &auml;ltere M&auml;nner (9,7 %).<\/li>\n<li>14,4 % der &auml;lteren Frauen waren pflegebed&uuml;rftig, bei M&auml;nnern lag der entsprechende Anteil bei 8,0 %. Bei beiden Geschlechtern steigt die Pflegequote deutlich mit dem Alter an und betr&auml;gt im Alter von 90 und mehr Jahren bei den Frauen 69,7 % und bei den M&auml;nnern 36,7 %. Ein entscheidender Grund f&uuml;r diese geschlechtsspezifischen Unterschiede besteht darin, dass &auml;ltere Frauen h&auml;ufiger alleine leben und auf fremde Hilfe angewiesen sind, w&auml;hrend pflegebed&uuml;rftige M&auml;nner h&auml;ufiger von ihren Ehefrauen versorgt werden.<\/li>\n<\/ul><p><strong>Lebenslage Geringqualifizierter<\/strong><\/p><ul>\n<li>Im Jahr 2010 waren 19,2 % der 25- bis unter 65-J&auml;hrigen gering qualifiziert. Bei den Frauen ist der Anteil mit 21,8 % deutlich h&ouml;her als bei den M&auml;nnern (16,5 %).<\/li>\n<li><strong>Mehr als die H&auml;lfte der Geringqualifizierten im Alter von 25 bis unter 65 Jahren hat einen Migrationshintergrund (51,1 %).<\/strong><\/li>\n<li>Im Jahr 2010 verf&uuml;gte mit <strong>60,3 % die Mehrheit der 25- bis unter 65-j&auml;hrigen Geringqualifizierten &uuml;ber einen Hauptschulabschluss, 13,5 % hatten die Fachoberschulreife erzielt.<\/strong> Mehr als ein Viertel (26,2 %) hatte keinen allgemeinbildenden Schulabschluss.<\/li>\n<li>Vor allem j&uuml;ngere Geringqualifizierte haben ein hohes und in der vergangenen Dekade gestiegenes Risiko, von Erwerbslosigkeit betroffen zu sein. Bei den Geringqualifizierten im Alter von 25 bis unter 35 Jahren lag die Erwerbslosenquote im Jahr 2010 bei den M&auml;nnern mit 27,6 % um 11,6 Prozentpunkte und bei den Frauen mit 22,4 % um 7,0 Prozentpunkte &uuml;ber der des Jahres 2000.<\/li>\n<li>Das Armutsrisiko Geringqualifizierter ist &uuml;berdurchschnittlich hoch und zudem zwischen 2005 und 2010 gestiegen. Dies trifft auf alle Altersgruppen zu. <strong>Am h&ouml;chsten ist das Armutsrisiko in der Altersgruppe der 25- bis unter 35-J&auml;hrigen. Diese waren 2010 zu 40,3 % von relativer Einkommensarmut betroffen.<\/strong><\/li>\n<li>Geringqualifizierte mit Migrationshintergrund sind deutlich h&auml;ufiger von relativer Einkommensarmut betroffen (38,3 %) als Geringqualifizierte ohne Migrationshintergrund (28,0 %).<\/li>\n<li>Das Armutsrisiko von gering qualifizierten Erwerbst&auml;tigen war 2010 mit 18,6 % &uuml;berdurchschnittlich hoch und in den vergangenen f&uuml;nf Jahren um 4,4 Prozentpunkte gestiegen. In der Vergleichsgruppe der 25- bis unter 65-j&auml;hrigen Erwerbst&auml;tigen insgesamt lag das Armutsrisiko dagegen stabil auf vergleichsweise niedrigem Niveau (2005: 5,4 %, 2010: 5,7 %).<\/li>\n<li>Nicht nur das Risiko von Erwerbslosigkeit betroffen zu sein, f&auml;llt bei den Geringqualifizierten deutlich &uuml;berdurchschnittlich aus; wenn sie erwerbslos sind, so ist auch ihr Armutsrisiko &uuml;berdurchschnittlich hoch. Erwerbslose Geringqualifizierte waren 2010 zu 68,6 % relativ einkommensarm, f&uuml;nf Jahre zuvor lag die Armutsrisikoquote mit 61,3 % niedriger.<\/li>\n<\/ul><p><strong>Lebenslage von Menschen mit Migrationshintergrund<\/strong><\/p><ul>\n<li>Im Jahr 2010 lebten in Nordrhein-Westfalen 4,16 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund, dies waren 23,3 % der Bev&ouml;lkerung.<\/li>\n<li>Die <strong>Bev&ouml;lkerung mit Migrationshintergrund ist durchschnittlich j&uuml;nger als die Bev&ouml;lkerung ohne Migrationshintergrund.<\/strong> Nahezu ein Viertel (22,2 %) ist unter 15 Jahre alt. Bei der Bev&ouml;lkerung ohne Migrationshintergrund ist dieser Anteil nur halb so hoch (11,0 %).<\/li>\n<li>&Uuml;ber mittlere und h&ouml;here Bildungsabschl&uuml;sse verf&uuml;gen Personen mit Migrationshintergrund seltener. Mit einem Anteil von 14,6 % bleiben sie deutlich h&auml;ufiger ohne allgemeinbildenden Abschluss als die Bev&ouml;lkerung ohne Migrationshintergrund (2,1 %).<\/li>\n<li>Auch berufliche Bildungsabschl&uuml;sse werden von der Bev&ouml;lkerung mit Migrationshintergrund seltener erreicht. 44,7 % der Personen mit im Vergleich zu 13,0 % der Personen ohne Migrationshintergrund bleiben ohne beruflichen Bildungsabschluss.<\/li>\n<li>Die Erwerbst&auml;tigenquote der Bev&ouml;lkerung mit Migrationshintergrund ist unterdurchschnittlich. Dies gilt insbesondere f&uuml;r Frauen. Die Erwerbst&auml;tigenquote ist jedoch auch bei der Bev&ouml;lkerung mit Migrationshintergrund zwischen 2005 und 2010 angestiegen.<\/li>\n<li>Personen mit Migrationshintergrund sind deutlich &uuml;berdurchschnittlich h&auml;ufig von Erwerbslosigkeit betroffen. 2010 fielen die Erwerbslosenquoten der Personen mit Migrationshintergrund aber deutlich niedriger aus als im Jahr 2005. Besonders deutlich sank die Erwerbslosenquote bei den 55- bis unter 65-j&auml;hrigen Personen mit Migrationshintergrund (von 25,3 % im Jahr 2005 auf 13,8 % im Jahr 2010).<\/li>\n<li>Das Armutsrisiko der Bev&ouml;lkerung mit Migrationshintergrund liegt mit 28,6 % deutlich &uuml;ber dem der Bev&ouml;lkerung ohne Migrationshintergrund mit 10,4 %. <strong>Bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren mit Migrationshintergrund liegt die Armutsrisikoquote bei 33,2 %.<\/strong><\/li>\n<\/ul><p><strong>Lebenslagen im SGB-II-Bezug<\/strong><\/p><ul>\n<li>Im Juni 2011 erhielten 827.000 Bedarfsgemeinschaften mit 1,6 Millionen Personen Leistungen der Grundsicherung f&uuml;r Arbeitsuchende nach dem SGB II&hellip;<\/li>\n<li>Die &Uuml;berwindung der Bed&uuml;rftigkeit verl&auml;uft im Allgemeinen relativ langsam: Knapp ein Drittel (31,1 %) der Bedarfsgemeinschaften, die im Januar 2005 den Leistungsbezug begonnen haben, waren bis 2010 durchgehend auf Leistungen der Grundsicherung angewiesen.<\/li>\n<li>Aufgrund einer gewissen Fluktuation unter den Leistungsberechtigten hat im Zeitraum 2005 und 2011 etwas <strong>mehr als jede(r) f&uuml;nfte Einwohner\/-in Nordrhein-Westfalens (3,37 Millionen) zumindest zeitweilig Leistungen der Grundsicherung erhalten.<\/strong><\/li>\n<li><strong>Nur die H&auml;lfte der erwerbsf&auml;higen Leistungsberechtigten in der Grundsicherung f&uuml;r Arbeitsuchende war 2011 arbeitslos und h&auml;tte durch Arbeitsaufnahme unmittelbar ihre Einkommensposition verbessern k&ouml;nnen<\/strong> (2011: 46,3 %); 53,7 % waren wegen Erwerbst&auml;tigkeit, Kinderbetreuung, Ausbildung o. &Auml;. nicht arbeitslos.<\/li>\n<li>Kinderreiche Familien und Alleinerziehende weisen deutlich &uuml;berdurchschnittliche SGB-II-Quoten aus, da auch bei Erwerbst&auml;tigkeit das erzielte Einkommen f&uuml;r den Bedarf von Kindern und Partner(inne)n h&auml;ufig nicht ausreicht.<\/li>\n<li>Die H&auml;lfte der Bedarfsgemeinschaften kann innerhalb von zw&ouml;lf Monaten den SGB-IIBezug zumindest kurzzeitig verlassen. Bedarfsgemeinschaften mit einem\/einer deutschen, j&uuml;ngeren oder gut qualifizierten Antragsteller\/-in208) haben erh&ouml;hte Chancen, den Bezug fr&uuml;her zu beenden.<\/li>\n<li>Nach einer Unterbrechung kehrt ein Drittel innerhalb von zw&ouml;lf Monaten in den Bezug zur&uuml;ck. Alleinerziehende haben zwar die l&auml;ngste Bezugsdauer, aber auch das geringste R&uuml;ckkehrrisiko; Paare mit zwei oder mehr Kindern haben hingegen das h&ouml;chste.<\/li>\n<li>Die h&auml;ufig lange Dauer des Leistungsbezugs entsteht, weil neu begonnene Besch&auml;ftigungen vor allem in Mehrpersonenhaushalten den Bedarf oft nicht decken.<\/li>\n<li><strong>Von den aus dem Leistungsbezug heraus begonnenen sozialversicherungspflichtigen Besch&auml;ftigungen waren etwas mehr als die H&auml;lfte (2008: 52,7 %) bedarfsdeckend&hellip;<\/strong><\/li>\n<li><strong>SGB-II-Leistungsbezieher\/-innen weisen eine relativ gro&szlig;e Erwerbsbeteiligung und Suchaktivit&auml;ten auf.<\/strong> 21,8 % der Antragsteller\/-innen und deren Partner\/-innen gingen im Dezember 2009 einer Erwerbst&auml;tigkeit nach. Erwerbsf&auml;hige Antragsteller\/-innen und Partner\/-innen in Mehrpersonen-Bedarfsgemeinschaften sind &uuml;berdurchschnittlich h&auml;ufig w&auml;hrend des Leistungsbezugs erwerbst&auml;tig. Die Mehrheit der Aufstocker war im Dezember 2009 geringf&uuml;gig besch&auml;ftigt (58,8 %).<\/li>\n<li>Insgesamt waren 59,4 % der erwerbsf&auml;higen Antragsteller\/-innen und Partner\/-innen in den letzten vier Jahren (2006 bis 2009) mindestens einmal sozialversicherungspflichtig oder geringf&uuml;gig besch&auml;ftigt. In Bedarfsgemeinschaften mit Kindern liegt dieser Anteil am h&ouml;chsten, es handelte sich dabei aber h&auml;ufig nur um geringf&uuml;gige Besch&auml;ftigungen. <strong>Nur 11,1 % der Antragsteller\/-innen und Partner\/-innen waren bisher ohne nachweisbare Besch&auml;ftigung.<\/strong><\/li>\n<\/ul><p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.mags.nrw.de\/sozialberichte\/sozialberichterstattung_nrw\/aktuelle_berichte\/index.php%20\">Sozialbericht NRW 2012 Armuts- und Reichtumsbericht<\/a><\/p><p><strong>Nachtrag: Neuere Daten<\/strong><\/p><ul>\n<li>Die aktualisierten Indikatoren zeigen f&uuml;r das Jahr 2011 eine positive wirtschaftliche Entwicklung und eine Belebung des Arbeitsmarkts. Sowohl die Zahl der Erwerbslosen als auch der Personen mit Bezug von SGB-II-Leistungen ist gesunken. Dennoch ist der Anteil derer, die von relativer Einkommensarmut betroffen sind, gestiegen. Dies ist darauf zur&uuml;ckzuf&uuml;hren, dass Niedrigeinkommensbezieher\/- innen nur in unterdurchschnittlichem Ma&szlig;e von der Einkommensentwicklung profitieren konnten&hellip;<\/li>\n<li>Der nordrhein-westf&auml;lische Durchschnittsverdienst (Bruttol&ouml;hne und -geh&auml;lter je Arbeitnehmer\/-in) ist von 2010 auf 2011 um 3,0 % gestiegen und damit st&auml;rker als in den vorangegangenen Jahren (2009: +\/-0,0 %; 2010: +1,9 %). Auch die Bruttol&ouml;hne und -geh&auml;lter je Arbeitsstunde sind nach einem leichten R&uuml;ckgang im Jahr 2010 (&ndash;0,1 %) in 2011 im Vergleich zum Vorjahr wieder gestiegen (+2,3 %). Dieser Anstieg lag auf dem Niveau des Preisanstiegs im Jahr 2011 (+2,2 %5)). Die preisbereinigten Bruttostundenl&ouml;hne<br>\nhaben sich dementsprechend nur minimal ver&auml;ndert (+0,1%).<\/li>\n<li>Die Armutsrisikoquote lag 2011 in Nordrhein-Westfalen bei 15,8 %. Der Anteil derer, die von relativer Einkommensarmut betroffen sind, ist damit im Vergleich zum Vorjahr gestiegen (2010: 14,7 %)<\/li>\n<li>Dass trotz positiver Entwicklungen am Arbeitsmarkt die Armutsrisikoquote gestiegen ist, l&auml;sst sich darauf zur&uuml;ckf&uuml;hren, dass Niedrigeinkommensbezieher\/-innen von der Einkommensentwicklung nur in unterdurchschnittlichem Ma&szlig;e profitiert haben&hellip; Besonders deutlich ist das Armutsrisiko bei den Bev&ouml;lkerungsgruppen gestiegen, die ohnehin<br>\nein &uuml;berdurchschnittliches Armutsrisiko aufweisen&hellip;<\/li>\n<li>Auch die Armutsrisikoquote von Kindern und Jugendlichen im Alter von unter 18 Jahren und von jungen Erwachsenen ist &uuml;berdurchschnittlich gestiegen. Im Jahr 2011 lebte mehr als jede\/r f&uuml;nfte Minderj&auml;hrige (2011: 21,6 %; 2010: 19,9 %) und knapp jede vierte Person im Alter von 18 bis unter 25 Jahren (2011: 24,5 %; 2010: 22,5 %) in einem einkommensarmen Haushalt.<\/li>\n<\/ul><p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.mais.nrw.de\/sozber\/sozialberichterstattung_nrw\/kurzanalysen\/Kurzanalyse_2_12.pdf\">Sozialberichterstattung NRW, Kurzanalyse 02\/2012 [PDF &ndash; 211 KB]<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Armuts- und Reichtumsbericht<br \/> Das Wichtigste in K&uuml;rze. 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