{"id":143522,"date":"2025-12-14T12:00:01","date_gmt":"2025-12-14T11:00:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=143522"},"modified":"2026-01-09T16:57:48","modified_gmt":"2026-01-09T15:57:48","slug":"islamismus-vs-islam-ueber-macht-glaube-und-die-verantwortung-des-gewissens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=143522","title":{"rendered":"Islamismus vs. Islam \u2013 \u00dcber Macht, Glaube und die Verantwortung des Gewissens"},"content":{"rendered":"<p>Radikale Prediger und Influencer mobilisieren vor allem online eine beachtliche Anh&auml;ngerschaft, besonders unter Jugendlichen. Obwohl diese islamistischen Extremisten<em> <\/em>nur einen kleinen Bruchteil der etwa 5,5 Millionen hiesigen Muslime ausmachen, pr&auml;gen ihre Taten und Parolen das &ouml;ffentliche Islambild unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig stark. Von <strong>Detlef Koch<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_3557\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-143522-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260109-Islamismus-versus-Islam-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260109-Islamismus-versus-Islam-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260109-Islamismus-versus-Islam-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260109-Islamismus-versus-Islam-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=143522-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260109-Islamismus-versus-Islam-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"260109-Islamismus-versus-Islam-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Laute Rufe nach einem &bdquo;Kalifat&ldquo; hallen auf deutschen Stra&szlig;en, w&auml;hrend anderswo muslimische Sch&uuml;ler und Sch&uuml;lerinnen sich unvermittelt daf&uuml;r rechtfertigen m&uuml;ssen, keine Sympathisantinnen von Terroristen zu sein[<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>]. Diese gleichzeitigen Realit&auml;ten markieren das Spannungsfeld zwischen Islamismus und Islam in unserer Gesellschaft.<\/p><p>Erst Anfang November hat das Bundesinnenministerium <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/muslim-interaktiv-100.html\">die islamistische Gruppe &bdquo;Muslim Interaktiv&ldquo; verboten<\/a> &ndash; ein drastischer Schritt, der verdeutlicht, wie ernst die Gefahr islamistischer Radikalisierung hierzulande genommen werden muss. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt fand dazu deutliche Worte:<\/p><blockquote><p>\n<em>&bdquo;Wer auf unseren Stra&szlig;en aggressiv das Kalifat fordert, in unertr&auml;glicher Weise gegen den Staat Israel und Juden hetzt und die Rechte von Frauen und Minderheiten verachtet, dem begegnen wir mit aller rechtsstaatlichen H&auml;rte. Wir lassen nicht zu, dass Organisationen wie &bdquo;Muslim Interaktiv&ldquo; mit ihrem Hass unsere freie Gesellschaft zersetzen, unsere Demokratie verachten und unser Land von innen heraus angreifen.&ldquo;<\/em>[<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>]\n<\/p><\/blockquote><p>Mit solchen Worten unterstreicht die Regierung, dass sie islamistischen Umtrieben entschlossen entgegentreten will. Tats&auml;chlich mobilisieren radikale Prediger und Influencer l&auml;ngst vor allem online eine beachtliche Anh&auml;ngerschaft, besonders unter Jugendlichen. Das islamistische Personenpotenzial[<a href=\"#foot_3\" name=\"note_3\">3<\/a>] umfasst in Deutschland &uuml;ber alle islamistischen Str&ouml;mungen hinweg mittlerweile rund 28.280 Personen. Obwohl diese Extremisten<em> nur einen kleinen Bruchteil der etwa 5,5 Millionen hiesigen Muslime<\/em> ausmachen, pr&auml;gen ihre Taten und Parolen das &ouml;ffentliche Islambild unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig stark.<\/p><p>Gleichzeitig w&auml;chst jedoch die Gefahr einer pauschalen Stigmatisierung von Muslimen. Laut einer Untersuchung aus dem Jahr 2023 empfindet 52&#8239;Prozent der Bev&ouml;lkerung[<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>] den Islam als bedrohlich. Zugleich haben islamfeindliche Straftaten 2023 dramatisch zugenommen: Die Polizei registrierte 1.464 Delikte, mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr[<a href=\"#foot_5\" name=\"note_5\">5<\/a>]. Nach der barbarischen Widerstandsaktion der Hamas auf israelische Zivilisten im Oktober 2023 schnellte die Zahl solcher &Uuml;bergriffe in die H&ouml;he, und vielerorts f&uuml;hlten sich muslimische B&uuml;rger und B&uuml;rgerinnen pl&ouml;tzlich unter Generalverdacht. Selbst der Bundespr&auml;sident und andere f&uuml;hrende Politiker forderten Muslime damals &ouml;ffentlich auf, sich vom Hamas-Terror zu distanzieren &ndash; ein Appell, den viele gl&auml;ubige B&uuml;rger und B&uuml;rgerinnen als Misstrauensvotum empfanden.<\/p><p>Vor diesem Hintergrund ist die Unterscheidung zwischen Islam und Islamismus nicht blo&szlig; eine semantische Feinheit, sondern eine gesellschaftliche Notwendigkeit. Ein aufgekl&auml;rter, differenzierter Blick muss Machtstreben und Extremismus im Gewand der Religion klar benennen &ndash; ohne dabei eine ganze Glaubensgemeinschaft unter Generalverdacht zu stellen. Anders ausgedr&uuml;ckt: Der Islam als Glaube verdient Schutz und Respekt als Teil unserer pluralistischen Gesellschaft, w&auml;hrend Islamismus als politische Ideologie der Ungleichheit und Unfreiheit entschlossen bek&auml;mpft werden muss. Islamismus darf nicht einmal als Religion wahrgenommen werden, sondern muss als Ideologie gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit begriffen werden. Nur eine solche begriffliche wie politische Trennung wird dem Gebot der Stunde gerecht &ndash; diese Differenzierung sind wir unserem Gewissen schuldig. <\/p><p><strong>Die verf&uuml;hrte Jugend: Psychologie der Rekrutierung<\/strong><\/p><p>&bdquo;Jugendliche radikalisieren sich selten aus Fanatismus &ndash; meist aus Sehnsucht.&ldquo; Dieser Satz bringt auf den Punkt, was Studien zeigen: Junge Menschen geraten nicht aus blindem Eifer, sondern aus Sehnsucht nach Identit&auml;t, Anerkennung und Zugeh&ouml;rigkeit in extreme Milieus[<a href=\"#foot_6\" name=\"note_6\">6<\/a>]. Oft stehen Orientierungslosigkeit, Frustration und das Gef&uuml;hl, keinen Platz in der Gesellschaft zu haben, am Anfang. Ausgrenzungserfahrungen oder antimuslimischer Rassismus k&ouml;nnen eine Leere hinterlassen, die nach Sinn und Gemeinschaft verlangt[<a href=\"#foot_7\" name=\"note_7\">7<\/a>].<\/p><p>Genau an diesem Punkt setzen islamistische Anwerber an. Gruppierungen wie Realit&auml;t Islam, Generation Islam oder Muslim Interaktiv pr&auml;sentieren sich als Antwort auf die innere Zerrissenheit muslimischer, aber auch noch nicht-muslimischer Jugendlicher. Sie stilisieren Muslime zu Opfern einer feindlichen Umwelt und liefern einfache Schuldige. So hei&szlig;t es etwa: <em>&bdquo;Du bist nicht integriert, du bist assimiliert.&ldquo;<\/em> Integration in die &bdquo;ungl&auml;ubige&ldquo; Gesellschaft gilt als S&uuml;nde und Schw&auml;che, Gehorsam gegen&uuml;ber der eigenen Gemeinschaft als St&auml;rke. Der Islamismus dient hier als Allzweckantwort: Schwarz-wei&szlig;e Moralkonzepte ersetzen die universelle Ethik menschlicher Werte wie Wahrheit, Rechtschaffenheit, Frieden, Liebe und Gewaltlosigkeit. M&auml;nnliche Selbsterm&auml;chtigung kanalisiert ohnm&auml;chtige Wut. Es entsteht eine enge &bdquo;Bruderschaft&ldquo; mit eigenen Symbolen und Schlagworten, die Jugendlichen das Gef&uuml;hl gibt, dazuzugeh&ouml;ren. &bdquo;Kalifat ist die L&ouml;sung&ldquo; lautet folgerichtig ein Motto &ndash; die Schaffung eines Kalifats wird als Heilmittel aller Missst&auml;nde verkauft, als weltweiter Schutzschild f&uuml;r Muslime[<a href=\"#foot_8\" name=\"note_8\">8<\/a>].<\/p><p>Diese Dynamik wird durch soziale Medien rasant beschleunigt. Auf <em>TikTok<\/em>, <em>Instagram<\/em> oder <em>Telegram<\/em> finden sich Jugendliche schnell in Echokammern, die Emp&ouml;rung und Rachefantasien anstacheln.<\/p><p>Hier ein Auszug aus einem Chatprotokoll eines 18-j&auml;hrigen jungen Mannes (Rechtschreibung &uuml;berarbeitet): <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<em>Der Islam ist politisch!! 90 Prozent. Und der Islam wird siegen, ob du willst oder nicht.<\/em><\/p>\n<p><em>Und wir werden ein Kalifat bekommen, wo wir Da`wah[<a href=\"#foot_9\" name=\"note_9\">9<\/a>] in die L&auml;nder bringen und auch nach Deutschland. Wir werden auf Pferden angeritten kommen!!! Mit der Flagge des Propheten Mohammed (saw). Es ist schon vorbestimmt. Die Schicksalsfrage ist nur, wann wir siegen werden und wieder zur Scharia zur&uuml;ckkehren werden. Die Dreckskufar[<a href=\"#foot_10\" name=\"note_10\">10<\/a>] werden keine Macht haben. Und sie werden alle insch&#257;&#702;all&#257;h Muslime. Wenn wir Macht haben, ist erstmal Schicht im Schacht f&uuml;r diese ganzen Kinderm&ouml;rder, die unseren Geschwistern Leid antun. [Namhafter deutscher Politiker] der elendige Kafir (Ungl&auml;ubige). Er wird so brennen. Und die ganzen anderen Verr&auml;ter auch. Und wenn wir hier die Macht haben, wird jede Frau ein Kopftuch tragen und nach islamischen gesetzten regiert werden. Und es wird sehr bald sein.&ldquo;<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>Die K&ouml;pfe von Generation Islam &amp; Co. beherrschen das perfekt: Mit professionellen Videos und drastischen Bildern inszenieren sie Emp&ouml;rung als Lifestyle. Selbst ernannte Prediger agieren als &bdquo;Hatefluencer&ldquo;, sprechen Jugendsprache und wissen genau, wie man aus Sehnsucht Abh&auml;ngigkeit formt[<a href=\"#foot_11\" name=\"note_11\">11<\/a>]. Auch die Anh&auml;ngerschaft zieht performativ mit: Man posiert mit dem Tauh&#299;d-Finger[<a href=\"#foot_12\" name=\"note_12\">12<\/a>] und stilisiert sich als furchtloser &bdquo;Gotteskrieger&ldquo;. Wer virtuos Wut gegen &bdquo;die L&uuml;gner&ldquo; inszeniert, erntet digitale Anerkennung und steigt im Rang. So entsteht eine Eigendynamik, in der Zweifel unterdr&uuml;ckt werden &ndash; ausgesiebt von Gleichgesinnten und verst&auml;rkt durch Algorithmen.<\/p><p>Islamistische Akteure kn&uuml;pfen an reale Ohnmachtsgef&uuml;hle an. Sie nutzen Diskriminierung, internationale Konflikte oder Gewalttaten als Brennstoff f&uuml;r das Narrativ eines angeblichen &bdquo;Kriegs gegen den Islam&ldquo;. Im abgeschotteten Resonanzraum w&auml;chst der Groll &ndash; und mit ihm die Bereitschaft, extreme &bdquo;L&ouml;sungen&ldquo; zu akzeptieren. Solche Parolen zeigen, wie aus gekr&auml;nkter Sehnsucht ein aggressiver Absolutheitsanspruch wird.<\/p><p>Wichtig bleibt, zwischen friedlichem Islam und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit in religi&ouml;sen Gew&auml;ndern zu unterscheiden. Umso dringlicher ist Aufkl&auml;rung, welche die psychologischen Mechanismen offenlegt. Die Sehnsucht nach Sinn und Gemeinschaft darf nicht den falschen Propheten &uuml;berlassen werden.<\/p><p><strong>Hizb-ut-Tahrir (HuT): Totalit&auml;re Logik und Feindbilder des Islamismus<\/strong><\/p><p>Hizb-ut-Tahrir verk&ouml;rpert exemplarisch das totalit&auml;re Weltbild des Islamismus und bildet die ideologische Grundlage f&uuml;r Muslim Interaktiv, Realit&auml;t Islam und Generation Islam. Die pan-islamistische Organisation propagiert einen <em>Gottesstaat<\/em> in Form eines globalen Kalifats und lehnt die Demokratie radikal ab. Souver&auml;n ist f&uuml;r HuT nicht das Volk, sondern das, was sie f&uuml;r Gott halten, allein &ndash; <em>Volkssouver&auml;nit&auml;t<\/em> gilt als <em>Unglaube (Kufr)<\/em>. Folglich kennt HuTs Ideologie keinen Pluralismus: Politische Opposition oder Meinungsvielfalt sind nicht vorgesehen. Alle Lebensbereiche &ndash; von Politik &uuml;ber Gesellschaft bis Moral &ndash; sollen der religi&ouml;sen Doktrin unterworfen werden. Zweifel oder abweichende Meinungen werden als Auflehnung gegen Gott diffamiert, <em>weltliche<\/em> Freir&auml;ume systematisch negiert. Die gesamte Welt wird als bipolares Lagerdenken entworfen &ndash; hier die Gl&auml;ubigen, dort die &bdquo;Ungl&auml;ubigen&ldquo; &ndash;, ohne Raum f&uuml;r Neutralit&auml;t oder Graut&ouml;ne. Kompromisse werden so per Dogma systematisch verunm&ouml;glicht. <\/p><p><strong>Islamismus als politische Sakralisierung der Feindschaft<\/strong><\/p><p>Tats&auml;chlich entwirft HuT ein ganzes Panorama von Feindbildern. Der <em>Westen<\/em> und die gesamte Sph&auml;re des &bdquo;Unglaubens&ldquo; (d&#257;r al-kufr) erscheinen als metaphysischer Gegenpol zum Islam. In HuT-Schriften wird der Westen pauschal als moralisch verdorbener Aggressor beschrieben: <em>&bdquo;Der Westen, dem der Islam und die Muslime aufs &Auml;u&szlig;erste verhasst sind, attackiere den Islam [&hellip;] indem er L&uuml;gen &uuml;ber den Islam verbreite&ldquo;<\/em>. Auch wenn dieser Vorwurf in Teilen der Wahrheit entspricht, gestaltet sich die Beziehung komplexer als dargestellt. Politische Errungenschaften wie S&auml;kularismus, Liberalismus oder Gleichberechtigung gelten HuT als dekadente <em>Verfallserscheinungen<\/em>. Diese D&auml;monisierung externalisiert alle Missst&auml;nde: Kolonialismus und &bdquo;kufr&ldquo;-Ideologien h&auml;tten die islamische Welt gespalten und geschw&auml;cht. Zu diesem externen Feindbild tritt ein verschw&ouml;rungsgeladener Antisemitismus. So unterstellt HuT Juden (und auch Christen) pauschal, sie seien unverbesserliche &bdquo;Ungl&auml;ubige&ldquo;, die im B&uuml;ndnis darauf hinarbeiteten, den Islam zu zerst&ouml;ren. Kontakt mit ihnen solle man m&ouml;glichst meiden &ndash; eine klare D&auml;monisierung ganzer Religionsgemeinschaften.<\/p><p>Auch gegen Andersdenkende in den eigenen Reihen verf&auml;hrt HuT verbal aggressiv. Muslimische Bef&uuml;rworter von Demokratie oder s&auml;kulare Regierungen werden als <em>&bdquo;Heuchler&ldquo;<\/em> und Verr&auml;ter diffamiert. Sie geh&ouml;ren in HuTs Schwarz-Wei&szlig;-Denken zum Lager des <em>&#7789;&#257;&#289;&#363;t<\/em> (der &bdquo;G&ouml;tzenherrschaft&ldquo;) und stehen somit jenseits der Gemeinschaft der &bdquo;wahren&ldquo; Muslime. Diese Logik rechtfertigt, dass <em>loyale<\/em> HuT-Anh&auml;nger allein als vollwertig gelten, w&auml;hrend <em>Abweichler<\/em> nur maximal geduldet, aber nie als gleichberechtigt akzeptiert w&uuml;rden. Schlie&szlig;lich richtet sich HuTs Feindschaft auch gegen Frauenrechte. Im angestrebten Kalifat sind Frauen dem Mann untergeordnet und ihres autonomen &ouml;ffentlichen Lebens beraubt. HuT propagiert ein streng patriarchales Rollenmodell: Frauen sollen prim&auml;r Ehefrau und Mutter sein; F&uuml;hrungspositionen oder selbstbestimmte Bewegungsfreiheit werden ihnen abgesprochen. Eine HuT-Schrift schreibt etwa vor, die Ehefrau d&uuml;rfe das Haus nicht ohne Erlaubnis ihres Mannes verlassen &ndash; tue sie es doch, gelte sie als &bdquo;aufs&auml;ssig&ldquo; <em>n&#257;&scaron;iz<\/em> und verliere ihren Unterhaltsanspruch. Solche Aussagen entmenschlichen Frauen zu Objekten m&auml;nnlicher Kontrolle. Insgesamt werden alle fremd definierten Gruppen &ndash; Nichtmuslime, Juden, &bdquo;Ungl&auml;ubige&ldquo; allgemein, s&auml;kulare Muslime, emanzipierte Frauen &ndash; von HuT abgewertet, d&auml;monisiert und als Feinde konstruiert. Diese extreme <em>Menschenfeindlichkeit<\/em> im HuT&rsquo;schen Weltbild spiegelt exakt das von Wilhelm Heitmeyer beschriebene Syndrom: Ganze Kollektive von &bdquo;Anderen&ldquo; werden als minderwertig oder gef&auml;hrlich markiert, um die eigene &Uuml;berlegenheitsidee zu befeuern. <\/p><p>Gleichzeitig erhebt HuT den eigenen Herrschaftsanspruch in den Rang einer heiligen Mission. Der Kampf f&uuml;r das Kalifat wird als g&ouml;ttlicher Auftrag verkl&auml;rt, als <em>Heilsdrama<\/em>, in dem HuT als avantgardistische <em>Retterin<\/em> der muslimischen Welt auftritt. Jede politische Zielsetzung &ndash; von der Einf&uuml;hrung der Scharia bis zur &bdquo;Befreiung&ldquo; Jerusalems &ndash; wird moralisch &uuml;berh&ouml;ht und mit quasi-eschatologischer Rhetorik aufgeladen. HuT inszeniert sich als Werkzeug des g&ouml;ttlichen Plans, der die <em>Umma<\/em> von Ungerechtigkeit und westlicher Dem&uuml;tigung erl&ouml;sen werde. In dieser Selbstsakralisierung liegt eine gef&auml;hrliche Dynamik: Wer HuTs Machtanspruch widerspricht, gilt als Feind Gottes. Die eigene Herrschaftsideologie wird gegen Kritik immunisiert, da jede Opposition als blasphemisch oder verr&auml;terisch stigmatisiert wird. So wird der F&uuml;hrungsanspruch der Partei moralisch absolut gesetzt &ndash; <em>Herrschaft wird sakral<\/em>, und Gewalt erscheint (zumindest perspektivisch) gerechtfertigt, solange sie &bdquo;Gottes Sache&ldquo; dient. Der ideologische Lohn ist totale Legitimation: HuT pr&auml;sentiert das angestrebte Regime als einzig wahre gerechte Ordnung, die &uuml;ber allem Zweifel steht.<\/p><p>In Summe offenbart HuTs Ideologie die Mechanismen eines totalit&auml;ren Weltbilds, das feindselige Abgrenzung mit religi&ouml;ser &Uuml;bersch&auml;tzung der eigenen Macht verbindet. Damit widerspricht HuT fundamental den Werten sowohl einer offenen Gesellschaft als auch der islamischen Ethik. Zentralen islamischen Prinzipien wie <em>Barmherzigkeit<\/em> (ra&#7717;ma), <em>Gerechtigkeit<\/em> (&#703;adl), <em>W&uuml;rde<\/em> (kar&#257;ma) und <em>Geschwisterlichkeit<\/em> (ukhuwwa) setzt HuT ein gnadenloses Freund-Feind-Denken entgegen. W&auml;hrend der Koran die angeborene W&uuml;rde jedes Menschen betont (vgl. Qur&rsquo;&#257;n 17:70) und <em>kein Zwang in der Religion<\/em> fordert, predigt HuT Ungleichwertigkeit und Zwangsherrschaft. Wo der Prophet Milde und Nachsicht &uuml;bte, kennt HuT nur H&auml;rte und Konformit&auml;t. Diese Diskrepanz zeigt: <em>Islamismus<\/em> &agrave; la HuT ist nicht Ausdruck religi&ouml;ser Fr&ouml;mmigkeit, sondern die politische Pervertierung religi&ouml;ser Begriffe &ndash; <strong>eine <\/strong>sakralisierte Feindschaftsideologie, die Humanit&auml;t sowohl im s&auml;kularen als auch im religi&ouml;sen Sinne negiert.<\/p><p><strong>Das Leiden der Muslime: Von der unheilvollen Gleichsetzung<\/strong><\/p><p>Islamistische Ideologien wie die der Hizb-ut-Tahrir zerst&ouml;ren die innerislamische Pluralit&auml;t und treffen zun&auml;chst die Muslime selbst. Unter dem totalit&auml;ren Deutungsanspruch selbsternannter Kalifatsvork&auml;mpfer bleibt kein Raum f&uuml;r abweichende Stimmen: Sufismus, liberale Theologie, unkonventionelle Geschlechterrollen oder individuelle Spiritualit&auml;t gelten ihnen als Irrwege. In Deutschland haben HuT-nahe Netzwerke wie &bdquo;Muslim Interaktiv&ldquo; und &bdquo;Generation Islam&ldquo; Andersdenkende als &bdquo;Feinde des Islam&ldquo; gebrandmarkt und so eine Atmosph&auml;re der Einsch&uuml;chterung geschaffen. Auch die bekannte liberale Muslimin Seyran Ate&#351; geriet dadurch ins Visier &ndash; sie steht inzwischen unter dauerhaftem Polizeischutz[<a href=\"#foot_13\" name=\"note_13\">13<\/a>].<\/p><p>Diese Hetze erzeugt auch innerhalb der muslimischen Gemeinschaft enormen Druck: Wer sich dem Kollektivismus der Islamisten verweigert, muss mit sozialer &Auml;chtung, Shaming-Kampagnen oder Boykott rechnen. Kritiker werden verleumdet oder sogar zu &bdquo;Abtr&uuml;nnigen&ldquo; erkl&auml;rt (Takf&#299;r).<\/p><p>Doch verkennen die Islamisten damit gerade die spirituelle Tiefe des Islams. Schon der klassische Gelehrte Ab&#363; &#7716;&#257;mid al-&#288;haz&#257;l&#299; (gest.&nbsp;1111) betonte die L&auml;uterung des Herzens und Tugenden wie Geduld, Liebe und Barmherzigkeit als Kern wahren Glaubens[<a href=\"#foot_14\" name=\"note_14\">14<\/a>]. Nichts davon findet sich im erbarmungslosen Dogmatismus der Islamisten. Stattdessen propagieren sie ein Weltbild, in dem blindes Normbefolgen &uuml;ber Empathie und Gewissen gestellt wird. Echte Muslime, die Gottes Barmherzigkeit oder die Vielfalt muslimischer Lebenswege betonen, gelten ihnen als gef&auml;hrliche St&ouml;renfriede.<\/p><p>Exemplarisch f&uuml;r den inneren Vernichtungswillen der Extremisten steht der Hass, den fundamentalistische Kreise selbst auf Ex-Muslime projizieren: Als der s&auml;kulare Aktivist Amed Sherwan ein Symbolbild f&uuml;r queere Muslime ver&ouml;ffentlichte, erhielt er tausendfache Morddrohungen von Islamisten[<a href=\"#foot_15\" name=\"note_15\">15<\/a>].<\/p><p>Im Ergebnis wirkt Islamismus zun&auml;chst gegen die Muslime selbst &ndash; gegen jene n&auml;mlich, die sich dem absoluten Deutungsanspruch dieser Ideologie nicht unterwerfen. Indem islamistische Akteure innerislamische Dissidenz unterdr&uuml;cken, verraten sie die barmherzige Botschaft des Islam und verursachen Leid und Angst in den Gemeinden, die sie vorgeblich &bdquo;sch&uuml;tzen&ldquo; wollen.<\/p><p><strong>Spiritualit&auml;t statt Ideologie<\/strong><\/p><p>Die drei semitischen Religionen teilen einen gemeinsamen ethischen Kern. Schon die Tora verk&uuml;ndet die unver&auml;u&szlig;erliche W&uuml;rde jedes Menschen als Abbild Gottes[<a href=\"#foot_16\" name=\"note_16\">16<\/a>] (Gen 1,27), und der Koran erkl&auml;rt, Gott habe den Kindern Adams W&uuml;rde verliehen[<a href=\"#foot_17\" name=\"note_17\">17<\/a>] (Koran 17:70). Zentral ist auch das Liebes- und Gerechtigkeitsgebot: Im Evangelium hei&szlig;t es &bdquo;Liebe deinen N&auml;chsten wie dich selbst&ldquo; (Matth&auml;us 22,39); der Koran mahnt: &bdquo;Gewiss, diejenigen, die glauben, und diejenigen, die dem Judentum angeh&ouml;ren, und die Christen und die &#7778;&#257;bier &ndash; wer immer an Gott und den J&uuml;ngsten Tag glaubt und rechtschaffen handelt &ndash;, die haben ihren Lohn bei ihrem Herrn, und keine Furcht soll sie &uuml;berkommen, noch werden sie traurig sein.&ldquo; (vgl. Koran 2:62). Diese Botschaften zeigen: Die W&uuml;rde, Mitmenschlichkeit und Akzeptanz anderer Religionen bilden das Fundament von Judentum, Christentum und Islam. Sie basieren auf dem Glauben an den Einen Gott, der als Ursprung der Einheit aller Menschen verstanden wird &ndash; nicht als Quelle ihrer Spaltung. <\/p><p>Wo die spirituelle Tradition des Islam auf innere L&auml;uterung setzt, verengt der Islamismus den Glauben zu einer Ideologie des &auml;u&szlig;eren Feindes. So bedeutet <em>i&#7717;s&#257;n<\/em> &ndash; Exzellenz des Charakters &ndash; im Islam, Gutes zu tun, gerade auch, wenn niemand zuschaut, und Frieden zu suchen statt Konfrontation. Dieser innere Weg der Verfeinerung des Herzens steht im krassen Gegensatz zum <em>Feinddenken<\/em> ideologischer Extremisten. Islamisten definieren den &#487;ih&#257;d nur noch als bewaffneten Kampf und erkl&auml;ren jede spirituelle oder gewaltfreie Deutung des Wortes f&uuml;r irrelevant. Hier die Rechtgl&auml;ubigen, dort die &bdquo;Ungl&auml;ubigen&ldquo;. Begriffe wie <em>kufr<\/em> (Unglauben), <em>&#7789;&#257;&#289;&#363;t<\/em> (verwerfliche Tyrannei) oder <em>nif&#257;q<\/em> (Heuchelei) dominieren dort die Rhetorik &ndash; ideologische Kampfbegriffe, die wichtiger genommen werden als Barmherzigkeit und Geduld. <\/p><p>Die theologische Gegenposition zu dieser Verengung betont die Verantwortung des Gewissens und die spirituelle Vertiefung. Gro&szlig;e islamische Denker wie Ab&#363; &#7716;&#257;mid al-&#288;haz&#257;l&#299; (1058&ndash;1111) haben gelehrt, dass der wahre Kampf im Inneren stattfindet: Es gehe darum, das Herz von schlechten Neigungen zu reinigen und Charakter und Verstand zu veredeln. Al-&#288;haz&#257;l&#299; betonte, die h&ouml;chste Wahrheit sei <em>&bdquo;nur durch die Erleuchtung des Herzens&ldquo;<\/em> zu erreichen &ndash; nicht durch &auml;u&szlig;ere Machteroberung. In diesem Licht wird deutlich: Wo authentischer Glaube den Menschen zur Selbstpr&uuml;fung, Demut und moralischen Exzellenz anh&auml;lt, verh&auml;rtet der Islamismus die Religion zu einem Machtinstrument. Die spirituelle Dimension des Islam &ndash; wie auch des Judentums und Christentums &ndash; fordert den Gl&auml;ubigen auf, zuerst sich selbst zu &uuml;berwinden und das Gemeinsame im Anderen zu erkennen. Der wahre Muslim sucht die Einheit in der Vielfalt und stellt die Verantwortung des Gewissens &uuml;ber blinden Gehorsam.<\/p><p><strong>Appell an Juden, Christen &amp; Muslime: Extremisten keinen Raum geben<\/strong><\/p><p>Zu lange wurde aus Sorge geschwiegen &ndash; jetzt ist Handeln gefragt. Wenn Extremisten den Glauben als Waffe instrumentalisieren, d&uuml;rfen die Gl&auml;ubigen der drei Religionen nicht l&auml;nger schweigen. Sie m&uuml;ssen klarstellen: Kein Fanatiker darf sich auf den Glauben berufen. Glaube ist keine Kampfparole, sondern ein ethischer Auftrag zur N&auml;chstenliebe &ndash; diesen Kern gilt es zu verteidigen.<\/p><p>Die religi&ouml;sen Gemeinden sind gefordert: In Moscheen, Kirchen und Synagogen muss Hass und Extremismus klar widersprochen werden &ndash; beides verr&auml;t die eigenen Glaubensgrunds&auml;tze und die Werte unserer Demokratie. Wenn die radikalen R&auml;nder laut werden, darf die Mitte der Gl&auml;ubigen nicht schweigen.<\/p><p>Interreligi&ouml;se Initiativen zeigen, wie Begegnung Vorurteile abbaut. Die Abrahamischen Teams etwa bringen mit Formaten wie <em>&bdquo;3 Religionen &ndash; 1 Thema&ldquo;<\/em> Vertreter der drei Religionen in den Dialog[<a href=\"#foot_18\" name=\"note_18\">18<\/a>]. Kreative Aktionen &ndash; ob interreligi&ouml;se Marathon-Staffeln oder Friedensgebete &ndash; f&uuml;hren vor Augen, dass Einheit in Vielfalt m&ouml;glich ist. So &ouml;ffnet etwa die Osmanische Herberge[<a href=\"#foot_19\" name=\"note_19\">19<\/a>] in der Eifel, ein Sufi-Zentrum, ihre T&uuml;ren f&uuml;r Menschen aller Religionen.<\/p><p>Nicht zuletzt muss die &ouml;ffentliche Hand aktiv werden. Staat und Bildungswesen sollten interreligi&ouml;se Projekte st&auml;rker f&ouml;rdern &ndash; finanziell und im Lehrplan. Angebote wie die Abrahamischen Teams geh&ouml;ren fest in Schulen verankert.<\/p><p>All das eint eine Botschaft: Religi&ouml;se Menschen tragen gemeinsam Verantwortung, Extremisten keinen Raum zu geben. Sie m&uuml;ssen vereint f&uuml;r die W&uuml;rde jedes Menschen einstehen und unmissverst&auml;ndlich klarmachen: <em>Religion darf nie wieder als Deckmantel f&uuml;r Hass missbraucht werden.<\/em> Es ist Zeit, Flagge zu zeigen &ndash; f&uuml;r Toleranz, Freiheit und Frieden.<\/p><p>Darin zeigt sich letztlich: Nicht der Glaube bedroht die Freiheit &ndash; sondern der Verlust des Gewissens.<\/p><p><small>Titelbild: wing-wing\/shutterstock.com<\/small><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] <a href=\"https:\/\/mediendienst-integration.de\/artikel\/muslime-sind-im-alltag-bedroht.html#:~:text=Israel,sagt%2520Cheema\">Mediendienst<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.bmi.bund.de\/SharedDocs\/kurzmeldungen\/DE\/2025\/11\/0511.html\">Bundesministerium des Innern<\/a> (BMI)<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_3\" name=\"foot_3\">&laquo;3<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.verfassungsschutz.de\/DE\/themen\/islamismus-und-islamistischer-terrorismus\/zahlen-und-fakten\/zahlen-und-fakten_node.html#doc678982bodyText1\">Das islamistische Personenpotenzial<\/a> setzt sich aus den Mitglieder- und Anh&auml;ngerzahlen der einzelnen Beobachtungsobjekte des BfV im Ph&auml;nomenbereich &bdquo;Islamismus \/ islamistischer Terrorismus&ldquo; zusammen. Insgesamt ergibt sich f&uuml;r das Jahr 2024 aus den ausreichend gesicherten Zahlenangaben ein Islamismuspotenzial von 28.280 Personen.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_4\" name=\"foot_4\">&laquo;4<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.bertelsmann-stiftung.de\/fileadmin\/files\/BSt\/Publikationen\/GrauePublikationen\/0RZ_BS-0302_Religionsmonitor_kompakt_web.pdf#page=9\">Bertelsmann<\/a> Religionsmonitor<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_5\" name=\"foot_5\">&laquo;5<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.bmi.bund.de\/SharedDocs\/downloads\/DE\/veroeffentlichungen\/nachrichten\/2024\/pmk2023-factsheets.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=2#page=11\">BMI<\/a> Politisch motivierte Kriminalit&auml;t 2023<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_6\" name=\"foot_6\">&laquo;6<\/a>] Clark McCauley und Sophia Moskalenko, &bdquo;Mechanismen der Radikalisierung von Individuen und Gruppen&ldquo;, B&uuml;rger &amp; Staat 61, Nr. 4 (2011): 219&ndash;224. Siehe auch Fathali M. Moghaddam, &bdquo;The Staircase to Terrorism: A Psychological Exploration&ldquo;, American Psychologist 60, Nr. 2 (2005): 161&ndash;169.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_7\" name=\"foot_7\">&laquo;7<\/a>] Wilhelm Heitmeyer, Desintegration und Gewalt: Radikalisierung und Terror (Frankfurt a.M.: Suhrkamp, 2018), 33&ndash;41. Heitmeyer beschreibt soziale Ausgrenzung und Anerkennungsverlust als N&auml;hrboden f&uuml;r orientierungslose, w&uuml;tende Jugendliche.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_8\" name=\"foot_8\">&laquo;8<\/a>] Bundesamt f&uuml;r Verfassungsschutz, Verfassungsschutzbericht 2024 (Berlin: BMI, 2025), 226. Hier werden Narrative von &bdquo;Wertediktatur&ldquo; und Kalifat als &bdquo;L&ouml;sung&ldquo; der HuT-nahen Gruppen Generation Islam, Muslim Interaktiv u.a. beschrieben.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_9\" name=\"foot_9\">&laquo;9<\/a>] Aufruf zum Islam<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_10\" name=\"foot_10\">&laquo;10<\/a>] Kufar = Ungl&auml;ubige\/Leugner (Mehrzahl)<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_11\" name=\"foot_11\">&laquo;11<\/a>] Ansar Ahmad Arshad, &bdquo;Radikalisierung: Wenn Jugendliche im Namen des Glaubens verloren gehen&ldquo;, Revue der Religionen, 27. Oktober 2025. Der Autor &ndash; ein Imam &ndash; warnt vor &bdquo;Hassfluencern&ldquo;, die jugendliche Unsicherheit instrumentalisieren (Zitat: &bdquo;wissen, wie man aus Sehnsucht Abh&auml;ngigkeit formt&ldquo;).<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_12\" name=\"foot_12\">&laquo;12<\/a>] Der erhobene Zeigefinger ist eine Schwurgeste beim Sprechen der Shahada (islamisches Glaubensbekenntnis).<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_13\" name=\"foot_13\">&laquo;13<\/a>] Susanne Schr&ouml;ter, <em>&bdquo;Verbot von &lsquo;Muslim interaktiv&rsquo; &ndash; Die Vork&auml;mpfer des Kalifats&ldquo;<\/em>, Cicero Online, 5. November 2025.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_14\" name=\"foot_14\">&laquo;14<\/a>] Mouhanad Khorchide, <em>&bdquo;Ende der Bevormundung&ldquo;<\/em>, in: <em>Die Politische Meinung<\/em>, 13. April 2015.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_15\" name=\"foot_15\">&laquo;15<\/a>] Florian Chefai, <em>&bdquo;Morddrohungen gegen Ex-Muslim&ldquo;<\/em>, Humanistischer Pressedienst (hpd.de), 30. Dezember 2020.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_16\" name=\"foot_16\">&laquo;16<\/a>] Gott schuf also den Menschen als sein Abbild; als Abbild Gottes schuf er ihn. Als Mann und Frau schuf er sie.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_17\" name=\"foot_17\">&laquo;17<\/a>] Und Wir haben ja die Kinder &#256;dams geehrt; Wir haben sie auf dem Festland und auf dem Meer getragen und sie von den guten Dingen versorgt, und Wir haben sie vor vielen von denen, die Wir erschaffen haben, eindeutig bevorzugt.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_18\" name=\"foot_18\">&laquo;18<\/a>] <em><a href=\"https:\/\/qantara.de\/artikel\/abrahamische-teams-und-interreligi%C3%B6ser-dialog-die-kraft-menschlicher-begegnung#:~:text=Durch%2520direkte%2520Begegnung%2520Vorurteile%2520abbauen,mit%2520dem%2520Initiator%2520J%25C3%25BCrgen%2520Micksch\">Abrahamische Teams<\/a> und Interreligi&ouml;ser Dialog<\/em><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_19\" name=\"foot_19\">&laquo;19<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.osmanische-herberge.de\">Osmanische Herberge<\/a>\n<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Radikale Prediger und Influencer mobilisieren vor allem online eine beachtliche Anh&auml;ngerschaft, besonders unter Jugendlichen. Obwohl diese islamistischen Extremisten<em> <\/em>nur einen kleinen Bruchteil der etwa 5,5 Millionen hiesigen Muslime ausmachen, pr&auml;gen ihre Taten und Parolen das &ouml;ffentliche Islambild unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig stark. Von <strong>Detlef Koch<\/strong>.<\/p>\n<p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><\/p>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":143523,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,60,199,166],"tags":[3058,715,3260,2460,2198,1113,827],"class_list":["post-143522","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-audio-podcast","category-innere-sicherheit","category-kirchen-religionen","category-terrorismus","tag-diffamierung","tag-dogmatismus","tag-feindbild","tag-gruppenbezogene-menschenfeindlichkeit","tag-religionsfreiheit","tag-soziale-medien","tag-stigmatisierung"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/shutterstock_2651611957.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/143522","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=143522"}],"version-history":[{"count":13,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/143522\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":144624,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/143522\/revisions\/144624"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/143523"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=143522"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=143522"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=143522"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}