{"id":143708,"date":"2025-12-16T12:23:49","date_gmt":"2025-12-16T11:23:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=143708"},"modified":"2025-12-30T17:24:48","modified_gmt":"2025-12-30T16:24:48","slug":"enteignung-russischer-gelder-das-ziel-sind-ewige-sanktionen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=143708","title":{"rendered":"Enteignung russischer Gelder \u2013 das Ziel sind ewige Sanktionen"},"content":{"rendered":"<p>Als der spanische Konquistador Hern&aacute;n Cort&eacute;s 1519 die neue Welt erreichte, lie&szlig; er seine Schiffe verbrennen, um seinen M&auml;nnern zu signalisieren, dass es ab nun kein Zur&uuml;ck mehr gibt. Geschichte wiederholt sich nicht, es sei denn als Farce, und als solche muss man die geplante Enteignung russischer <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=143031\">W&auml;hrungsreserven<\/a> durch die EU wohl bezeichnen. Auf den ersten Blick klingt der Plan nach einer grandiosen Dummheit. Doch es ist anzunehmen, das mehr dahintersteckt. Offenbar dient die Enteignung vor allem dem Zweck, die Beziehungen zu Russland auf absehbare Zeit zu sabotieren und ein Zur&uuml;ck bereits prophylaktisch auszuschlie&szlig;en &hellip; man verbrennt die eigenen Schiffe und geht dabei ein unkalkulierbares Risiko ein. Von <strong>Jens Berger<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_4406\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-143708-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251216_Enteignung_russischer_Gelder_das_Ziel_sind_ewige_Sanktionen_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251216_Enteignung_russischer_Gelder_das_Ziel_sind_ewige_Sanktionen_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251216_Enteignung_russischer_Gelder_das_Ziel_sind_ewige_Sanktionen_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251216_Enteignung_russischer_Gelder_das_Ziel_sind_ewige_Sanktionen_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=143708-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251216_Enteignung_russischer_Gelder_das_Ziel_sind_ewige_Sanktionen_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"251216_Enteignung_russischer_Gelder_das_Ziel_sind_ewige_Sanktionen_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><em>Dieser Artikel liegt auch <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/flyer\/251216_Enteignung_russischer_Gelder_das_Ziel_sind_ewige_Sanktionen_NDS.pdf\">als gestaltetes PDF vor<\/a>. Wenn Sie ihn ausdrucken oder weitergeben wollen, nutzen Sie bitte diese M&ouml;glichkeit. Weitere Artikel in dieser Form <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?cat=54\">finden Sie hier<\/a>.<\/em><\/p><p>Dass eine Enteignung der gr&ouml;&szlig;tenteils in Belgien verwahrten russischen Euroreserven vor Gericht <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=143031\">keinen Bestand haben wird<\/a>, hat sich offenbar mittlerweile auch bei den Staatschefs der EU herumgesprochen. Auch wenn man eben jene Enteignung nach wie vor de facto plant, wird mittlerweile Wert darauf gelegt, das Kind nicht beim Namen zu nennen. Doch was in der letzten Woche von der EU als &bdquo;Reparationskredit&ldquo; an die Ukraine <a href=\"https:\/\/euractiv.de\/news\/eu-gibt-gruenes-licht-fuer-unbefristetes-einfrieren-russischer-staatsvermoegen\/\">beschlossen wurde<\/a>, ist bei n&auml;herer Betrachtung nat&uuml;rlich eine Enteignung &ndash; eingepackt in ein groteskes Paket. Um was geht es genau?<\/p><p><em>Zur Vorgeschichte lesen Sie bitte den Artikel <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=143031\">&bdquo;Die groteske Debatte um die Nutzung der &bdquo;eingefrorenen&ldquo; russischen W&auml;hrungsreserven&ldquo;<\/a><\/em><\/p><p>Durch die glaubhafte Weigerung der USA, den Krieg in der Ukraine weiterhin mitzufinanzieren, hat sich die ohnehin bestehende Finanzierungsl&uuml;cke vergr&ouml;&szlig;ert. Nimmt man die <a href=\"https:\/\/commission.europa.eu\/topics\/eu-solidarity-ukraine\/eu-assistance-ukraine\/ukraine-facility_en\">Prognosen der EU<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.imf.org\/en\/news\/articles\/2025\/06\/30\/pr-25227-ukraine-imf-completes-8th-rev-of-ext-arrang-under-eff\">des IWF<\/a> als Basis, reden wir hier von rund 100 Milliarden Euro pro Jahr &ndash; Geld, das derzeit weder die EU noch ihre Mitgliedsstaaten aufbringen k&ouml;nnen oder wollen. Eine &bdquo;Vergemeinschaftung der Schulden&ldquo; der EU durch die EU-Mitglieder lehnt nicht zuletzt Bundeskanzler Merz <a href=\"https:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/deutschland\/regierung-merz-lehnt-gemeinsame-eu-schulden-und-lieferkettengesetz-ab\/100127222.html\">kategorisch ab<\/a>; dem W&auml;hler zus&auml;tzliche Schulden f&uuml;r die Unterst&uuml;tzung der Ukraine aufzub&uuml;rden, sehen jedoch ebenfalls vor allem die deutsche und die franz&ouml;sische Regierung kritisch, die beide bei k&uuml;nftigen Wahlen f&uuml;rchten m&uuml;ssen, durch Rechtsparteien abgel&ouml;st zu werden. Dass L&auml;nder, wie beispielsweise Ungarn, die die Fortf&uuml;hrung des Krieges ohnehin skeptisch bis ablehnend betrachten, gemeinsame Schulden zur Verl&auml;ngerung des Krieges ebenfalls ablehnen, versteht sich von selbst.<\/p><p>Vor diesem Hintergrund entstand wahrscheinlich der verzweifelte Plan, die durch EU-Sanktionen eingefrorenen russischen W&auml;hrungsreserven f&uuml;r die Finanzierung der Ukrainekriegs heranzuziehen, obgleich dies rechtlich gar nicht m&ouml;glich ist. Um den Rechtsbruch zu kaschieren, hat man sich nun einen neuen Plan ausgedacht.<\/p><p>Dieser Plan sieht folgenderma&szlig;en aus: Um den Finanzierungsbedarf der Ukraine f&uuml;r die n&auml;chsten beiden Jahre zu decken, will die EU der Ukraine einen Kredit geben. Da die &uuml;blichen Finanzierungswege f&uuml;r diesen Kredit verbaut sind, will man daf&uuml;r die in der EU eingefrorenen russischen W&auml;hrungsreserven mobilisieren. Und weil ein direkter Zugriff rechtlich nicht m&ouml;glich ist, soll der Geldfluss &uuml;ber einen Umweg erfolgen. Das belgische Finanzinstitut Euroclear wird gezwungen, die russischen Gelder an die EU zu &uuml;berweisen. Die EU vergibt diese Gelder dann als Kredit an die Ukraine und gibt Euroclear daf&uuml;r eine Ausfallsicherheit. In der Buchf&uuml;hrung wird so etwas als &bdquo;Aktivtausch&ldquo; bezeichnet. Von einer &bdquo;Enteignung&ldquo; will die EU freilich nichts wissen. Man betont, dass die russische Zentralbank ja immer noch ihre Forderungen gegen Euroclear habe, die <strong>nach Aufhebung der Sanktionen <\/strong>auch von Euroclear beglichen werden muss.<\/p><p>Mit anderen Worten, solange die Sanktionen in Kraft sind, s&auml;he die Rechnung lt. EU-Plan bei einem Volumen von 185 Milliarden Euro folgenderma&szlig;en aus: Die russische Zentralbank hat 185 Milliarden Euro Forderungen gegen Euroclear, die sie aber wegen der Sanktionen nicht geltend machen kann. Euroclear hat 185 Milliarden Euro Verbindlichkeiten gegen&uuml;ber der russischen Zentralbank und 185 Milliarden Euro Forderungen gegen&uuml;ber der EU. Die EU hat 185 Milliarden Euro Verbindlichkeiten gegen&uuml;ber Euroclear und 185 Milliarden Euro Forderungen gegen&uuml;ber der Ukraine, die wiederum auf der anderen Seite 185 Milliarden Euro Verbindlichkeiten gegen&uuml;ber der EU hat.<\/p><p>So weit ist dieses Modell zwar &bdquo;ungew&ouml;hnlich&ldquo;, aber immer noch zumindest halbwegs verst&auml;ndlich. Aber nun kommt der eigentliche Clou. Da niemand ernsthaft damit rechnet, dass die Ukraine ihre Verbindlichkeiten zur&uuml;ckzahlen kann, ist eine direkte Tilgung des Kredites gar nicht erst vorgesehen. Die R&uuml;ckzahlung ist laut Kreditbedingungen nur dann vorgesehen, wenn die Ukraine in einem k&uuml;nftigen Friedensvertrag von Russland Reparationszahlungen in gleicher H&ouml;he bekommt. Russland soll dann also 185 Milliarden Euro an die Ukraine zahlen, die l&ouml;st ihre Verbindlichkeiten bei der EU ein, die mit dem Geld wiederum ihre Verbindlichkeiten bei Euroclear begleicht und am Ende kann dann die russische Zentralbank ihrerseits ihre Forderungen bei Euroclear geltend machen. Am Ende der Zahlungskette h&auml;tte Russland also &uuml;ber den Umweg der Reparationszahlungen seine eigenen W&auml;hrungsreserven bezahlt. Die EU und Euroclear w&uuml;rden bei dem ganzen Plan (wenn man einmal Zinsen und Transaktionskosten herausl&auml;sst) mit plus minus null herausgehen, die Ukraine h&auml;tte 185 Milliarden Euro plus und Russland 185 Milliarden Euro minus, die jedoch in Summe exakt den dann v&ouml;lkerrechtlich verbindlichen Reparationszahlungen entsprechen w&uuml;rden. W&uuml;rde dieses Modell exakt so eintreten, h&auml;tten wir es also in der Tat nicht mit einer Enteignung zu tun. Ob die EU derart kreativ mit den russischen Geldern umgehen darf, ist hingegen eine andere Frage.<\/p><p>Doch die Diskussion dar&uuml;ber ist sinnlos, da das gesamte Modell vollkommen unrealistisch ist. Derzeit finden ja Vorverhandlungen zu einem Friedensvertrag statt und niemand, ja wirklich niemand kommt auch nur im Traum auf die Idee, dass der faktische &bdquo;Kriegsgewinner&ldquo; Russland Reparationen in dieser Gr&ouml;&szlig;enordnung an den faktischen &bdquo;Kriegsverlierer&ldquo; Ukraine bezahlen wird. Will man der EU und den Regierungen der verantwortlichen EU-Staaten nicht vollkommene Traumt&auml;nzerei unterstellen, muss man davon ausgehen, dass auch sie dies ganz genau wissen und genau so einsch&auml;tzen. Was soll also ein Plan, der auf einem vollkommen unrealistischen Szenario aufbaut?<\/p><p>Ganz einfach. Die EU koppelt nun die m&ouml;gliche Aufhebung der Sanktionen an die Frage, ob Russland Reparationen an die Ukraine zahlt. Solange dies nicht der Fall ist &ndash; <strong>und es wird nie der Fall sein <\/strong>&ndash; werden die Sanktionen ganz einfach weitergef&uuml;hrt. Und um dies auch gegen den zu erwartenden Widerstand von L&auml;ndern wie Ungarn abzusichern, hat man nun sogar <a href=\"https:\/\/euractiv.de\/news\/eu-gibt-gruenes-licht-fuer-unbefristetes-einfrieren-russischer-staatsvermoegen\/\">den &bdquo;Artikel 122&ldquo; gezogen<\/a>, der das bisher m&ouml;gliche Vetorecht einzelner Staaten bei der Verl&auml;ngerung der Sanktionen aushebelt und die Frage an die sogenannte &bdquo;qualifizierte Mehrheit&ldquo; koppelt &ndash; sprich, es m&uuml;ssen f&uuml;r eine Verl&auml;ngerung der Sanktionen nicht mehr alle, sondern entweder 55 Prozent der EU-Mitgliedsstaaten oder so viel EU-Staaten zustimmen, dass 65 Prozent der EU-Bev&ouml;lkerung repr&auml;sentiert werden. In der Praxis hie&szlig;e das, dass die Sanktionen auch dann verl&auml;ngert w&uuml;rden, wenn beispielsweise Belgien, Ungarn, die Slowakei und Spanien dagegen votieren w&uuml;rden. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/AEUV\/122.html\">Artikel 122<\/a> bezieht sich &uuml;brigens eigentlich auf Naturkatastrophen in EU-Staaten; dass man auf die milit&auml;rische Unterst&uuml;tzung eines Nicht-EU-Staates bezieht, ist absurd; wie so vieles bei diesem Plan.<\/p><p>Gehen wir also vom realistischen Szenario aus. Irgendwann in naher Zukunft gibt es einen Friedensschluss in der Ukraine und Russland zahlt selbstverst&auml;ndlich keine Reparationen. Nun h&auml;tte die russische Zentralbank ja eigentlich ein Anrecht auf den Zugriff ihrer in Belgien verwahrten W&auml;hrungsreserven. Dieser Zugriff w&auml;re aber de facto nicht realisierbar, da die Sanktionen ja immer noch in Kraft sind. Es ist also gar nicht die Frage, ob der Krieg in der Ukraine beendet wird. <strong>Es geht dann einzig und allein darum, ob die EU die Sanktionen gegen Russland aufhebt, und das will sie ja &ndash; siehe oben &ndash; nur tun, wenn Russland Reparationen bezahlt, was &ndash; siehe oben &ndash; nicht passieren wird.<\/strong> Das Ergebnis: Endlose Sanktionen, De-facto-Reparationen f&uuml;r die Ukraine und eine De-facto-Enteignung der russischen W&auml;hrungsreserven, die jedoch &ndash; zumindest laut Interpretation der EU &ndash; de jure keine Enteignung sein soll, da Russland ja rechtlich immer noch Anspr&uuml;che auf das Geld habe, diese Anspr&uuml;che durch die Sanktionen aber nicht geltend machen kann.<\/p><p>Genau dieser Zustand ist offenbar das eigentliche Ziel der EU. Auf der einen Seite hat man seine gef&uuml;hlte &bdquo;Gerechtigkeit&ldquo;, bei der trotz der Niederlage der Ukraine Russland f&uuml;r &bdquo;seinen v&ouml;lkerrechtswidrigen Angriffskrieg&ldquo; zur Kasse gebeten wird. Und auf der anderen Seite gibt es eine inh&auml;rente &bdquo;Garantie&ldquo;, dass die Sanktionen ewig in Kraft bleiben. Denn was w&uuml;rde passieren, wenn die Sanktionen aufgehoben werden, ohne dass Russland Reparationen bezahlt? Russland h&auml;tte dann einen realisierbaren Anspruch auf das Geld und Euroclear m&uuml;sste zahlen. Euroclear hat jedoch das Geld gar nicht mehr, sondern nur die omin&ouml;se Garantie der EU. Nun m&uuml;sste also die EU Russland das Geld zur&uuml;ckbezahlen. Doch auch die EU hat das Geld ja gar nicht mehr und dass sie es jemals von der Ukraine zur&uuml;ckbekommt, ist auszuschlie&szlig;en. Und genau hier kommen wir nun zum letzten noch vorhandenen &bdquo;Hindernis&ldquo; &ndash; den rechtlichen Risiken. Denn was passiert, wenn &ndash; aus welchen Gr&uuml;nden auch immer &ndash; das gesamte Modell in sich zusammenbricht?<\/p><p>Die &bdquo;Garantien&ldquo; der EU sind streng genommen n&auml;mlich wertlos. Die EU selbst hat keine 185 Milliarden Euro auf der hohen Kante und die Aufnahme eines solchen Kredits w&auml;re zwar theoretisch m&ouml;glich, aber in der Praxis an so viele Probleme und Unabw&auml;gbarkeiten gebunden, dass man diese Option ausschlie&szlig;en kann. Genau aus diesem Grund haben gro&szlig;e EU-Staaten wie Deutschland und Frankreich auch signalisiert, dass sie im Falle eines Falles einspringen w&uuml;rden. Dann m&uuml;ssten sie in einer Nacht- und Nebelaktion 185 Milliarden Euro mobilisieren. Das ist zwar nicht unm&ouml;glich, aber hier wird ein wichtiger Punkt gerne unterschlagen. Was hier als &bdquo;&auml;u&szlig;erst unwahrscheinliches&ldquo; Notfallszenario verkauft wird, ist streng genommen das extrem wahrscheinliche Szenario, wenn eines Tages die Sanktionen beendet werden. Da stellt sich die Frage: Wenn dieses Szenario ohnehin eintritt, warum finanzieren Deutschland, Frankreich und Co. ihre Ukrainekredite nicht gleich selbst ohne diesen grotesken Umweg &uuml;ber die russischen W&auml;hrungsreserven?<\/p><p>Die Antwort ist klar: Dies ist an keiner Stelle so geplant. Der gesamte Plan ist das Pendant zu Cort&eacute;s&acute; verbannten Schiffen. Man will mit aller Macht verhindern, dass es k&uuml;nftig nach einem Friedensschluss wieder normalisierte Beziehungen zu Russland gibt. Die Sanktionen sollen bestehen bleiben und dies wenn m&ouml;glich auf Ewigkeit. Jeder Weg zur&uuml;ck soll bereits jetzt verhindert werden, so dass auch kommende Regierungen diesbez&uuml;glich keine echten Handlungsoptionen haben.<\/p><p>Ob dieser Plan gelingt, ist jedoch zum Gl&uuml;ck ungewiss. Euroclear <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/euroclear-chefin-so-etwas-wie-freies-geld-von-euroclear-fuer-die-eu-existiert-nicht-110799245.html\">wehrt sich mit H&auml;nden und F&uuml;&szlig;en dagegen<\/a> und auch Belgien versucht derzeit alles Menschenm&ouml;gliche, um diesen Plan zu verhindern. Weitestgehend unklar ist dabei auch die rechtliche Bewertung. Wie lange darf ein Staat oder ein Staatenbund &uuml;berhaupt derartige Sanktionen aufrechterhalten? Und last but not least: Was sagt eigentlich die US-Regierung dazu? Immerhin hatte der US-Entwurf eines Friedensplans die Aufhebung der Sanktionen und die Freigabe der eingefrorenen russischen Gelder vorgesehen. So ist es sehr gut m&ouml;glich, dass die EU am Ende doch mit leeren Taschen und 185 Milliarden Euro Schulden dasteht. Dann m&uuml;ssen von der Leyen, Merz, Macron und Co. den Menschen wohl das alte Rothschild-Zitat entgegnen: &bdquo;Ihr Geld ist nicht weg, mein Freund, es hat nur ein anderer.&ldquo; Welche Folgen das f&uuml;r eine m&ouml;gliche Wiederwahl hat, muss man an dieser Stelle wohl nicht fragen. Cort&eacute;s hatte &uuml;brigens mit seiner Strategie auch nur vordergr&uuml;ndig Erfolg. Zwar konnte er dank dubioser R&auml;nkespiele das Aztekenreich erobern, aber ein gro&szlig;er Teil seiner M&auml;nner und ein noch gr&ouml;&szlig;erer Teil seiner indigenen Verb&uuml;ndeten bezahlte diesen &bdquo;Erfolg&ldquo; mit dem Leben.<\/p><p><small>Titelbild: WH_Pics\/shutterstock.com<\/small><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/84e158d60b994138b608446bdc4cc3c7\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p><div class=\"moreLikeThis\">\n<strong>Mehr zum Beitrag<\/strong>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=144085\">Leserbriefe zu &bdquo;Enteignung russischer Gelder &ndash; das Ziel sind ewige Sanktionen&ldquo;<\/a>\n<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als der spanische Konquistador Hern&aacute;n Cort&eacute;s 1519 die neue Welt erreichte, lie&szlig; er seine Schiffe verbrennen, um seinen M&auml;nnern zu signalisieren, dass es ab nun kein Zur&uuml;ck mehr gibt. 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