{"id":14393,"date":"2012-09-10T09:39:07","date_gmt":"2012-09-10T07:39:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14393"},"modified":"2015-04-28T09:16:45","modified_gmt":"2015-04-28T07:16:45","slug":"neues-rentenkonzept-der-spd-eine-laienspielschar-spielt-das-leyen-spiel-nach","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14393","title":{"rendered":"Neues Rentenkonzept der SPD: Eine Laienspielschar spielt das Leyen-Spiel nach"},"content":{"rendered":"<p>Weil die versammelten Agenda-Betreiber in der SPD-Spitze ihr vorausgegangenes sozialpolitisches Zerst&ouml;rungswerk nicht als solches eingestehen k&ouml;nnen, halten sie an ihren Renten-Reformen wie Zecken fest &ndash; weder die Senkung des Rentenniveaus noch die Rente mit 67 werden in Frage gestellt oder wenigstens gestoppt. Deshalb bleibt nur Flickschusterei, um die erkennbare Katastrophe einzud&auml;mmen.<br>\nFlickschusterei deshalb,<\/p><ul>\n<li>weil die vorgeschlagene &bdquo;Solidar-Rente&ldquo; bestenfalls ein Gnadenbrot f&uuml;r einen Bruchteil der Erwerbst&auml;tigen ist,<\/li>\n<li>weil die &bdquo;Betriebsrente plus&ldquo; allenfalls ein Z&uuml;ckerchen f&uuml;r die Gewerkschaften aber keinen Ausgleich f&uuml;r die Absenkung des Rentenniveaus auf  43 Prozent und f&uuml;r die zu erwartenden Abschl&auml;ge der Rente mit 67 bietet,<\/li>\n<li>weil die &bdquo;Betriebsrente plus&ldquo;, wie die gescheiterte Riester-Rente auf  private Kapiteldeckung setzt, und das in einer Zeit, wo der evidente &bdquo;Anlagennotstand&ldquo; alle kapitalgedeckten Renten schrumpfen l&auml;sst und vor allem auch<\/li>\n<li>weil das Klammern an Hartz IV alle sch&ouml;nen Appelle f&uuml;r &bdquo;gute L&ouml;hne&ldquo; oder f&uuml;r eine gesetzliche Einschr&auml;nkung der Leiharbeit konterkariert.<\/li>\n<\/ul><p>Mit ihrem neuen Rentenkonzept spielt die Laienspielschar der SPD nur das Leyen-Spiel nach. Von Wolfgang Lieb.<br>\n<!--more--><\/p><p>Das &bdquo;neue&ldquo; Konzept zur Rentenpolitik der SPD unter dem Titel &bdquo;<strong><a href=\"http:\/\/www.spd.de\/aktuelles\/News\/75906\/20120908_rentenkonzept.html;jsessionid=F5639EAA812F57BFB2B0471F38D676E8\">Altersarmut bek&auml;mpfen. Lebensleistung honorieren. Flexible &Uuml;berg&auml;nge in die Rente schaffen<\/a><\/strong>&ldquo; ist ein weiterer schlagender Beweis daf&uuml;r,<\/p><ul>\n<li>dass von der SPD-F&uuml;hrung keine alternativen Konzepte zur derzeitigen Bundesregierung mehr zu erwarten sind,<\/li>\n<li>dass die derzeitige Parteispitze die Beschl&uuml;sse und klare Willensbekundungen der Partei mit Verfahrenstricks unterl&auml;uft,<\/li>\n<li>das ihre Platzhirsche, solange man sie nicht abl&ouml;st, den Agenda-Kurs von Schr&ouml;der bis zu Untergang ihrer Partei stur verteidigen,<\/li>\n<li>dass zwischen der rechten SPD-Fraktionsf&uuml;hrung und dem von der Leyen-Fl&uuml;gel der CDU eine unausgesprochene Fraktionsgemeinschaft besteht, die mehr verbindet als die CDU mit ihrer Schwesterpartei CSU und schon gar mit dem derzeitigen Koalitionspartner FDP,<\/li>\n<li>dass die SPD alles tut, um nach den Bundestagswahlen in einer Gro&szlig;en Koalition den Steigb&uuml;gel f&uuml;r eine erneute Kanzlerschaft von Angela Merkel zu halten.<\/li>\n<\/ul><p><strong>Von der Leyen spielt mit der SPD Hase und Igel<\/strong><\/p><p>Es spricht vieles daf&uuml;r, dass Sozialministerin von der Leyen davon Wind bekommen hatte, dass die SPD- F&uuml;hrung heute (ein schon f&uuml;r das Fr&uuml;hjahr dieses Jahres versprochenes) neues Rentenkonzept vorlegen w&uuml;rde. Eigentlich ist nur mit dieser Terminank&uuml;ndigung der SPD von der Leyens &uuml;berraschender, weder in der Bundesregierung noch mit ihrer Partei abgestimmter &ouml;ffentlicher Vorsto&szlig; mit dem Vorschlag einer &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14316\">Zuschussrente<\/a>&ldquo; und ihre Medienpr&auml;senz in der vergangenen Woche zu erkl&auml;ren. Sie muss wohl auch zugetragen bekommen haben, dass von der auf dem letzten Bundesparteitag der SPD beschlossenen Kommission eine Mindestrente von 850 Euro f&uuml;r langj&auml;hrig Vollzeit-Erwerbst&auml;tige vorgeschlagen werden w&uuml;rde. Die listige und taktisch clevere Ministerin hatte wohl mit ihrem pl&ouml;tzlichen Vorsto&szlig; kein anderes Ziel, als der SPD zuvorzukommen und den Sozialdemokraten damit ein m&ouml;gliches Wahlkampfthema aus der Hand zu schlagen. Die CDU war wie der sprichw&ouml;rtliche Igel schon da, als der Hase SPD ankam.<\/p><p><strong>Die SPD bietet keinerlei Alternative<\/strong><\/p><p>Ist es reiner Zufall, dass die &bdquo;Zuschussrente&ldquo; von der Leyens und die &bdquo;Solidar-Mindestrente&ldquo; Gabriels weitgehend deckungsgleich sind? Nicht nur, dass beide auf den gleichen Betrag von 850 Euro kommen, auch was die Bedingungen f&uuml;r den Bezug dieser Mindestrente anbetrifft liegen beide Konzepte eng beieinander: Von der Leyen setzt 35 Jahre in &bdquo;Vollzeit&ldquo; und anfangs 5 Jahre (sp&auml;ter ansteigend bis 35 Jahre) Riester-Vertragsdauer als Bedingung f&uuml;r ihre &bdquo;Zuschussrente&ldquo;, die SPD verlangt 40 Jahre &bdquo;Vollzeit&ldquo;-Arbeit und 30 Jahre Beitragsleistung. Zus&auml;tzlich noch einen langj&auml;hrigen Riester-Vertrag als Bedingung zu verlangen, w&auml;re der SPD angesichts dem &bdquo;Problem der aktuellen Riester-F&ouml;rderung&ldquo; dann doch zu peinlich gewesen. <\/p><p>Der einzige gravierende Unterschied der beiden Konzepte ist, dass die Sozialministerin ihre &bdquo;Zuschussrente&ldquo; &uuml;ber die Solidargemeinschaft der Rentenversicherten finanzieren will und die SPD ihre &bdquo;Solidar-Mindestrente&ldquo; aus Steuermitteln. Dieser Unterschied l&ouml;st sich jedoch bei n&auml;herer Betrachtung wieder auf, da die &bdquo;Zuschussrente&ldquo; nur den Anteil der sog. &bdquo;versicherungsfremden Leistungen&ldquo; erh&ouml;hen w&uuml;rde und damit letztlich auch wieder &uuml;ber Zusch&uuml;sse aus dem Bundeshaushalt ausgeglichen werden m&uuml;sste. Mit ihrer renteninternen Verrechnung wollte von der Leyen wohl nur ihren Finanzminister nicht in Rage bringen. Wenn sie gemeinsam mit der SPD eine Steuerfinanzierung schaffen w&uuml;rde, w&auml;re ihr das wohl auch ganz recht, k&ouml;nnte sie doch damit einen Teil ihrer parteiinternen Kritiker ruhig stellen.  <\/p><p><strong>Trotz drohender Altersarmut wird an der Senkung des Rentenniveaus festgehalten<\/strong><\/p><p>Nun hat von der Leyens Vorpreschen immerhin allen im Lande die Augen ge&ouml;ffnet und deutlich gemacht, dass die auch und gerade von der SPD (nat&uuml;rlich unter Applaus der CDU) durchgesetzten Renten-&bdquo;Reformen&ldquo; der letzten Jahre weit &uuml;ber ein Drittel aller Vollzeitbesch&auml;ftigten in absehbarer Zeit auf eine Rentenbezugsh&ouml;he unterhalb der Grundsicherung und damit in Altersarmut f&uuml;hren werden. <\/p><p>Aber statt auch nur einen Gedanken dar&uuml;ber zu verschwenden, wie die gesetzliche Rentenversicherung wieder &bdquo;die Grundlage f&uuml;r den Schutz vor Armut im Alter&ldquo; (so hei&szlig;t es im <a href=\"http:\/\/www.spd.de\/linkableblob\/21860\/data\/beschluss_arbeit_alterssicherung_lang.pdf\">Beschluss des Berliner Parteitags auf Seite 15 [PDF &ndash; 237 KB]<\/a>) werden k&ouml;nnte, h&auml;lt die SPD &ndash; wie von der Leyen auch &ndash;  stur an der weiteren Absenkung des Rentenniveaus von derzeit 51 Prozent auf 43 Prozent eines Durchschnittslohns bis zum Jahr 2030 fest, genauso wie an der Rente mit 67. &ldquo;Diese Entscheidung wird durch die SPD nicht infrage gestellt&rdquo;, hei&szlig;t es im &bdquo;neuen&ldquo; Rentenkonzept. Wie sollten Steinmeier oder Steinbr&uuml;ck als potentielle Spitzenkandidaten der SPD, wie sollte M&uuml;ntefering, der nach wie vor die Rentendebatte innerhalb der Sozialdemokratie wesentlich bestimmt, auch eine Korrektur ihrer Rentenpolitik zulassen, die sie seit Jahren mit Zehen und Klauen verteidigen? <\/p><p>Inzwischen hat ja selbst die Kanzlerin eingestanden, dass die &bdquo;Zuschussrente&ldquo; bestenfalls zehn Prozent der Geringverdiener und der M&uuml;tter mit gebrochenen Erwerbsbiografien ein <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/aktuell\/international\/von-der-leyen-zuschussrente-1.17577973\">St&uuml;ck weit &uuml;ber der Grundsicherung halten k&ouml;nnten<\/a>. Was angesichts der zunehmenden Zahl von Arbeitnehmern in atypischen Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnissen und dem wachsenden Sektor mit niedrigen L&ouml;hnen und unsicherer Besch&auml;ftigung durchaus realistisch ist: Derzeit sind es schon 10 Millionen, darunter etwa drei Millionen Minijobber, rund f&uuml;nf Millionen Teilzeitbesch&auml;ftigte oder ein gro&szlig;er Teil der sog. &bdquo;Solo-Selbst&auml;ndigen&ldquo;. Auch die Zahl der Niedrigl&ouml;hner steigt: inzwischen arbeiten rund acht Millionen f&uuml;r einen Stundenlohn von weniger als 9,15 Euro und 1,4 Millionen Besch&auml;ftigte erhalten sogar weniger als 5 Euro pro Stunde. Von den &uuml;ber knapp 29 Millionen sozialversicherungspflichtig Besch&auml;ftigten haben 4,2 Millionen einen Bruttolohn von weniger als 1.500 Euro. Seit 2003 ist die Zahl der Empf&auml;nger der Grundsicherung der &uuml;ber 65-J&auml;hrigen von 258.000 auf 412.000 gestiegen (Spiegel 37\/2012 S. 82f.). Im Jahr 2030 ist damit zu rechnen, dass etwa die H&auml;lfte der Senioren eine Rente beziehen wird, die kaum h&ouml;her als die Grundsicherung (Sozialhilfe) sein wird, schreibt die SPD in ihrem &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.spd.de\/aktuelles\/News\/75906\/20120908_rentenkonzept.html;jsessionid=F5639EAA812F57BFB2B0471F38D676E8\">Eckpunkte-Papier<\/a>&ldquo; selbst. <\/p><p>Der Prozentsatz der in den &bdquo;Genuss&ldquo; einer &bdquo;Solidar-Rente&ldquo; k&auml;me, d&uuml;rfte nicht viel h&ouml;her liegen als bei der &bdquo;Zuschussrente&ldquo;. Die Genossen bedienen sich mit ihrem Vorschlag der &bdquo;Solidar-Rente&ldquo; der gleichen Placebo-Salbe, wie von der Leyen mit ihrem Vorsto&szlig; mit der &bdquo;Zuschussrente&ldquo;. <\/p><p><strong>Die SPD-Parteispitze unterl&auml;uft den Willen der Partei durch Verfahrenstricks<\/strong><\/p><p>Man erinnere sich nur an die Stimmungslage vor und auf dem Berliner Parteitag, am 5. Dezember 2011. Von einer &bdquo;Machtprobe&ldquo; mit der Parteif&uuml;hrung war die Rede. Immerhin wurde beschlossen: <\/p><blockquote><p><em>&bdquo;Der f&uuml;r das Jahr 2012 vorgesehene Einstieg in die Erh&ouml;hung der Regelaltersgrenze auf 67 Jahre ist auszusetzen, weil die Voraussetzungen f&uuml;r die Erh&ouml;hung gegenw&auml;rtig nicht gegeben sind. Ein Einstieg in die Anhebung des Renteneintrittsalters ist erst dann m&ouml;glich, wenn die rentennahen Jahrg&auml;nge, also die 60- bis 64-j&auml;hrigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, mindestens zu 50 Prozent sozialversicherungspflichtig besch&auml;ftigt sind.&ldquo;<\/em><\/p><\/blockquote><p>Es drohte dar&uuml;ber hinaus eine Mehrheit f&uuml;r eine Festschreibung des Rentenniveaus auf das derzeitige Niveau von um die 50 Prozent. In h&ouml;chster Not bog Sigmar Gabriel einen entsprechenden Beschluss ab:  &ldquo;<a href=\"http:\/\/www.wirtschaftundgesellschaft.de\/?p=896\">Ich bin dagegen, dass wir auf dem SPD-Parteitag auf die Schnelle einfach das gegenw&auml;rtige Rentenniveau festschreiben<\/a>.&ldquo; <\/p><p>Wie immer, wenn der Parteif&uuml;hrung eine Abstimmungsniederlage droht, greift sie zu dem Trick, eine Kommission einzusetzen: <\/p><blockquote><p><em>&bdquo;Es wird eine Kommission beim Parteivorstand eingesetzt, die Fragen der Sozialversicherungsbeitr&auml;ge und der Steuerzusch&uuml;sse zu den Sozialversicherungen und ihre Auswirkungen auf die Sicherungsleistungen (Sicherungsniveau) in den Sozialversicherungen ber&auml;t und im Fr&uuml;hjahr 2012 Vorschl&auml;ge vorlegt&hellip; Dar&uuml;ber hinaus legt die Kommission Vorschl&auml;ge zur St&auml;rkung der gesetzlichen<br>\nRentenversicherung und ein Konzept f&uuml;r ihre <a href=\"http:\/\/www.spd.de\/linkableblob\/21860\/data\/beschluss_arbeit_alterssicherung_lang.pdf\">Weiterentwicklung zur Erwerbst&auml;tigenversicherung [PDF &ndash; 237 KB]<\/a> vor&ldquo;.<\/em><\/p><\/blockquote><p> Mit diesem altbekannten Verfahrenstrick, konnte sich die Parteispitze vor einer Blamage retten. <\/p><p>Im &bdquo;neuen&ldquo; Rentenkonzept wird der Parteitagsbeschluss, dass die Rente mit 67 auszusetzen ist, wenn nicht mindestens 50 Prozent der &uuml;ber 60-J&auml;hrigen sozialversicherungspflichtig besch&auml;ftigt sind, schlicht beiseitegeschoben und mit einem abschlagsbehafteten &bdquo;Teilrenten&ldquo;-Angebot abgetan. Trotz aller Regierungspropaganda, wonach sich die <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14082\">Erwerbsquote der &Uuml;ber-60-J&auml;hrigen mehr als verdoppelt habe<\/a>, blieb es bei der ern&uuml;chternden Tatsache, dass eine sozialversicherungspflichtige Vollzeitbesch&auml;ftigung im Jahre 2011 gerade einmal 12,5% der 63-J&auml;hrigen und nur noch 9,9% der 64-J&auml;hrigen nachgehen (k&ouml;nnen). <\/p><p><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/120910_sozialversicherungspflichtige.png\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/120910_sozialversicherungspflichtige_small.png\" alt=\"\"><\/a><\/p><p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.sozialpolitik-aktuell.de\/tl_files\/sozialpolitik-aktuell\/_Politikfelder\/Arbeitsmarkt\/Datensammlung\/PDF-Dateien\/abbIV105.pdf\">Sozialpolitik aktuell [PDF &ndash; 110 KB]<\/a> <\/p><p>Die Parteif&uuml;hrung setzt also weder die Beschl&uuml;sse der Partei zur Rente mit 67 um, noch folgt sie dem Auftrag &bdquo;Vorschl&auml;ge zur St&auml;rkung der gesetzlichen Rentenversicherung&ldquo; vorzulegen. <\/p><p><strong>Die SPD-Spitze klammert sich an den von ihr selbst eingeschlagenen Agenda-Kurs<\/strong><\/p><p>Obwohl &ndash; wie es in dem Papier hei&szlig;t &ndash; &bdquo;die Sozialdemokraten nicht die Augen vor dem Problem der aktuellen Riester-F&ouml;rderung verschlie&szlig;en&ldquo; wollen. Und obwohl das urspr&uuml;ngliche Versprechen, dass die Riester-Rente die Absenkung der gesetzlichen Rente ausgleichen solle, sich als unhaltbar erwiesen hat, wird weder die von Steinmeier, M&uuml;ntefering und Steinbr&uuml;ck durchgepeitschte Senkung des Rentenniveaus auf 43 Prozent noch die Rente mit 67 in Frage gestellt. <\/p><p>Nach wie vor wird die demografische Entwicklung als drohendes Unheil an die Wand gemalt. (Siehe dazu Albrecht M&uuml;ller heute auf den NachDenkSeiten mit seinem Beitrag wie lange dieses demografische Menetekel schon als Hebel f&uuml;r den Sozialabbau missbraucht wird.) Kein Gedanke daran, dass allein schon aufgrund des technischen Fortschritts ein Arbeitnehmer k&uuml;nftig mehr Werte schaffen kann als heute, so dass auch eine geringere Besch&auml;ftigtenzahl in ferner Zukunft etwas mehr abzugeben in der Lage w&auml;re, ohne selbst Verzicht leisten zu m&uuml;ssen. Aber wenn man auf diesen gr&ouml;&szlig;er werdenden &bdquo;Kuchen&ldquo; zu sprechen kommt, ber&uuml;hrte man ja die Frage, wie der Kuchen verteilt wird, und diese Frage einer gerechteren Verteilung des wachsenden Bruttosozialprodukts scheint f&uuml;r die SPD, die als Partei der sozialen Gerechtigkeit angetreten ist, zum Tabu geworden zu sein.<\/p><p>Obwohl auch von der SPD nicht mehr bestritten werden kann, dass der von Schr&ouml;der einst ger&uuml;hmte Aufbau eines &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.gewerkschaft-von-unten.de\/Rede_Davos.pdf\">der besten Niedriglohnsektoren [PDF &ndash; 23.1 KB]<\/a>&ldquo;  oder die von &bdquo;Superminister&ldquo; Clement massiv vorangetriebene Zeit- und Leiharbeit die Hauptursachen daf&uuml;r sind, dass die Altersarmut auf die H&auml;lfte der Rentner ansteigen wird, werden in dem &bdquo;Rentenkonzept&ldquo; der SPD deren eigene Arbeitsmarkt-&bdquo;Reformen&ldquo; mit keinem Wort erw&auml;hnt. Im Gegenteil &ndash; ohne schamrot zu werden &ndash; tritt Gabriel vor die Kameras und behauptet, dass im Gegensatz zur SPD die CDU und die derzeitige Regierung das Grund&uuml;bel der Altersarmut nicht bek&auml;mpfen k&ouml;nnten, weil sie nichts gegen Leih- und Teilzeitarbeit und gegen niedrige L&ouml;hne untern&auml;hmen.<br>\nEs waren aber doch gerade die Hartz-Gesetze die dem Lohndumping T&uuml;r und Tor ge&ouml;ffnet haben und jede Arbeit als zumutbar erkl&auml;rt haben, egal zu welchem Preis. <\/p><p>Jetzt die Forderung nach h&ouml;heren Tarifl&ouml;hnen und nach einem gesetzlichen Mindestlohn aufzustellen, ist reine Augenwischerei gegen&uuml;ber den W&auml;hlerinnen und W&auml;hlern. Denn der Lohndruck durch Hartz IV wird nicht verringert und auch ein von der SPD geforderter <a href=\"http:\/\/www.spd.de\/aktuelles\/Pressemitteilungen\/69340\/20120313_mindestlohn.html\">Mindestlohn von 8,50 Euro<\/a> kann der programmierten Altersarmut ohnehin nicht abhelfen. In dem Rechenmodell von der Leyens wird doch vorgerechnet, dass selbst bei einem derzeitigen Brutto-Stundenlohn von 14,20 Euro (2.500 Euro im Monat) bei einem Niveau der Nettorente von 43 Prozent bestenfalls eine Rente auf Grundsicherungsniveau herauskommt. <\/p><p>Solange die SPD also an den Kernbestandteilen ihrer Agenda-Politik, n&auml;mlich der weiteren Senkung des Rentenniveaus und an dem Lohndruck durch Hartz festh&auml;lt, bleibt jedes &bdquo;neue&ldquo; Rentenkonzept Flickschusterei. <\/p><p><strong>Eine unausgesprochene Fraktionsgemeinschaft zwischen dem Merkel-von der Leyen-Fl&uuml;gel der Union und der rechten SPD-Spitze<\/strong><\/p><p>Dazu nur der Originalton von der Leyens in einem Interview mit der gestrigen &bdquo;Welt am Sonntag&ldquo;:<\/p><blockquote><p><em>&bdquo;Ich bin zuversichtlich, dass wir das Problem gemeinsam l&ouml;sen und dass am Ende Menschen, die ein ganzes Leben gearbeitet haben, eine gerechte Rente bekommen. Es ist gut, dass die SPD die Gerechtigkeitsl&uuml;cke mit &auml;hnlichen Mitteln angehen will. Rente ist immer in einem gesellschaftlichen Konsens bearbeitet worden, <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article109105237\/Beliebt-wollte-ich-zu-Schulzeiten-sein.html%20\">und das werden wir diesmal auch<\/a>.&ldquo;<\/em><\/p><\/blockquote><p><strong>Auf dem Weg in die gro&szlig;e Koalition<\/strong><\/p><p>Von der Leyen hat der SPD das Thema Altersarmut, das viele Menschen umtreibt (Siehe <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/deutschlandtrend1578.pdf\">ARD-Deutschlandtrend vom September 2012 [PDF &ndash; 340 KB]<\/a>), als innenpolitisches Wahlkampfthema vor der Nase weggeschnappt. Indem die Sozialministerin mit ihrem Vorsto&szlig; f&uuml;r eine &bdquo;Zuschussrente&ldquo; die &bdquo;Solidar-Rente&ldquo; der SPD ins Leere laufen l&auml;sst und gleichzeitig beide an der gesetzlich beschlossenen Rentenniveausenkung wie auch an der Rente mit 67 festhalten, haben die Sozialdemokraten kaum noch eine Chance sich als das &bdquo;soziale Gewissen&ldquo; zu profilieren.   <\/p><p>In ihrem schon angesprochenen Interview mit der &bdquo;WamS&ldquo; stellt von der Leyen die bisher &uuml;bliche Koalitionsaussage der CDU zugunsten der FDP glatt in Frage. &bdquo;Das wird an der Wahlurne entschieden&ldquo;, sagt sie k&uuml;hl zu den Koalitionsspekulationen. <\/p><p>Sollte die SPD sich auf die von der Sozialministerin angebotenen Bem&uuml;hungen um einen Konsens einlassen, wozu auch der jetzt schon in den Medien aufkommende Druck beitragen wird (&bdquo;Einigen statt verunsichern&ldquo; appelliert der Renten-&bdquo;Experte&ldquo; der Bild-Zeitung), dann kann die SPD auf diesem Feld kaum noch punkten. Denn bei dem anderen gro&szlig;en Wahlkampfthema, n&auml;mlich der Europa-Krise, hat die SPD mit ihrer Zustimmung zum Fiskalpakt und zum ESM ohnehin kein Alternative zu Merkels Kurs mehr anzubieten.  <\/p><p><strong>&bdquo;Betriebsrente plus&ldquo; als Alleinstellungmerkmal<\/strong><\/p><p>Wenn es nicht viele andere Gr&uuml;nde f&uuml;r eine rentenpolitische Neuorientierung g&auml;be, so sind schwerwiegendsten Probleme, n&auml;mlich die zunehmenden gebrochenen Erwerbsbiografien, H&ouml;chstst&auml;nde bei &bdquo;atypisch Besch&auml;ftigten&ldquo; (<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14017\">knapp 8 Millionen<\/a>) oder die betrieblich gerade ungebundene Leiharbeit. Aus diesen Armutsrisiken stellt eine Betriebsrente mit noch so viel &bdquo;plus&ldquo; keinen Ausweg dar. <\/p><p>Nachdem &ndash; endlich &ndash; die SPD &bdquo;die Augen vor dem Problem der aktuellen Riester-F&ouml;rderung&ldquo; nicht mehr &bdquo;verschlie&szlig;en&ldquo; will, z.B. weil die Riester-Rente auch wegen der &bdquo;hohen Provisionen und Verwaltungskosten&ldquo; nur &bdquo;unzureichende Anspr&uuml;che&ldquo; erbringt, soll nun neben der &bdquo;Solidar-Rente&ldquo; eine neue Betriebsrente die politisch herbeigef&uuml;hrte Rentenl&uuml;cke f&uuml;llen und &bdquo;zur zweiten S&auml;ule&ldquo; neben der gesetzlichen Rentenversicherung aufgebaut werden. Sie soll &bdquo;so weit wie m&ouml;glich&ldquo; jene Einbu&szlig;en ausgleichen, <a href=\"http:\/\/www.bild.de\/politik\/inland\/rente\/gabriels-rentenkonzept-so-will-die-spd-die-altersarmut-besiegen-26094242.bild.html\">die auf Millionen Ruhest&auml;ndler zukommen<\/a>. <\/p><p>Aus der Erfahrung, dass die (freiwillige) Riester-Rente gerade von Niedriglohnbezieher\/innen\/n am wenigsten angenommen wurde und damit die mit am st&auml;rksten von Altersarmut Bedrohten kaum erreicht werden, soll nun jeder Arbeitnehmer obligatorisch 2 Prozent seines Bruttolohnes in eine neue Betriebsrente einzahlen, es sei denn, er widerspricht. Freiwillig soll der Beitrag auf bis zu 6 Prozent des Bruttolohnes erh&ouml;ht werden k&ouml;nnen. Als Anreiz soll &ndash; &auml;hnlich wie bei der Riester-Rente &ndash; jede &bdquo;Betriebsrente plus&ldquo; pauschal mit 400 Euro pro Jahr aus Steuermitteln bezuschusst werden. Ziel sei es eine &bdquo;m&ouml;glichst fl&auml;chendeckende Beteiligung&ldquo; aller Besch&auml;ftigten zu erreichen. <\/p><p>Bisher haben nur etwa 60 Prozent eine herk&ouml;mmliche Betriebsrente &ndash; darunter alle Mitarbeiter\/innen des &ouml;ffentlichen Dienstes. Nach einer (allerdings schon &auml;lteren jedoch) <a href=\"http:\/\/www.altersvorsorge-in-deutschland.de\/DOWNLOADS\/AVID-2005-Endbericht.pdf\">umfassenden Studie (Altersversorgung in Deutschland 2005 (AViD) S. 41ff. [PDF &ndash; 1.3 MB]<\/a>  hatten nur 29 Prozent der M&auml;nner und 15 Prozent der Frauen Anwartschaften auf eine betriebliche Altersversorgung begr&uuml;nden k&ouml;nnen mit einem durchschnittlichen Betrag von 379 Euro bei M&auml;nnern und 215 Euro bei Frauen. Sowohl beim Anteil der Betriebsrenten als auch bei der H&ouml;he des Zahlbetrags gab es erhebliche Unterschiede zwischen den alten und den neuen L&auml;ndern. <\/p><p>Schon einmal war die betriebliche Alterssicherung eines der Z&uuml;ckerchen, mit der die Gewerkschaften in den Umstieg auf die <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12064\">kapitalgedeckte private Riester-Vorsorge gelockt wurden<\/a>. Mit der staatlichen F&ouml;rderung der Betriebsrente und dadurch, dass die Tarifpartner (also auch die Gewerkschaften) entscheiden k&ouml;nnen sollen, wie die &bdquo;Betriebsrente plus&ldquo; organisiert wird, sollen die <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12098#more-12098\">Gewerkschaftsspitzen<\/a> erneut ruhig gestellt werden &ndash; oder (deutlicher gesagt) wieder st&auml;rker an die SPD gebunden werden. Wie bisher sollen also die Gewerkschaften die Modalit&auml;ten auch der &bdquo;Betriebsrente plus&ldquo; durch Betriebsvereinbarungen oder durch Tarifvertr&auml;ge mit der Arbeitgeberseite aushandeln d&uuml;rfen.<\/p><p>Bei der alten Betriebsrente war es teilweise den Gewerkschaften gelungen, dass die Arbeitgeberseite diese ganz oder wenigstens teilweise finanzierte. Ob das f&uuml;r die &bdquo;Betriebsrente plus&ldquo; auch gelten soll, ist unklar. Nach dem Rentenkonzept der SPD ist jedoch sicher, dass in jedem Falle allein die Arbeitnehmer 2 bis 6 Prozent von ihrem Bruttolohn einzahlen sollen.  <\/p><p>Bei der sog. Metall-Rente etwa haben oft die Betriebsr&auml;te bei der Auswahl der Versicherungstr&auml;ger ein gewichtiges W&ouml;rtchen mitzureden, was nat&uuml;rlich die innerbetriebliche Rolle der Gewerkschaften st&auml;rkt, auf der anderen Seite aber &ndash; wie in dem bekannt gewordenen Skandal bei Iveco Magirus &ndash; wo der Betriebsratsvorsitzende von der Versicherung eine <a href=\"http:\/\/www.swp.de\/ulm\/lokales\/ulm_neu_ulm\/Schmiergeld-fuer-Versicherungsvertraege;art4329,549970\">betr&auml;chtliche &bdquo;Provision&ldquo; kassierte<\/a> &ndash; leider auch ein <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6438\">Einfallstor f&uuml;r Korruption war<\/a>. <\/p><p>Die alte Betriebsrente konnte vor allem bei kleinen und mittleren Unternehmen nie so richtig Fu&szlig; fassen; sei es, dass diese Betriebe nicht in der Lage waren, entsprechende R&uuml;cklagen zu bilden, sei es, dass sie organisatorisch, etwa beim Aushandeln eines Versicherungsvertrages mit einem Versicherungstr&auml;ger &uuml;berfordert waren. <\/p><p>Die hohen Provisionen und Verwaltungskosten, wie sie bei der Riester-Rente anfallen, die Kapital-R&uuml;ckstellungsprobleme und der Organisationsaufwand sollen nach dem neuen Rentenkonzept der SPD umgangen werden, indem die &bdquo;Deutsche Rentenversicherung&ldquo; (der Tr&auml;ger der gesetzlichen Rente) die Beitr&auml;ge f&uuml;r die &bdquo;Betriebsrente plus&ldquo; wie beim Einzug der gesetzlichen Rentenversicherung abwickelt. <\/p><p>Damit wird aber die Deutsche Rentenversicherung, die bisher auf der Basis des umlagefinanzierten gesetzlichen Rentensystems arbeitet, mit einer ganz neuen Aufgabe betraut, f&uuml;r die sie bisher keine Expertise hat, n&auml;mlich mit der Anlage von Kapital. Es ist h&ouml;chst fraglich, ob sie ein solch neues Gesch&auml;ftsfeld ausreichend professionell beherrscht.<\/p><p><strong>Erfahrungsresistent gegen&uuml;ber den Risiken der Kapitaldeckung<\/strong><\/p><p>Es ist geradezu makaber, dass die SPD in Zeiten, in denen nahezu t&auml;glich Alarmmeldungen &uuml;ber die dramatischen Entwicklungen bei den Pensionsfonds Schlagzeilen machen, mit der &bdquo;Betriebsrente plus&ldquo; nach der Riester-Rente ein weiteres Mal eine kapitalgedeckte Altersvorsorge als &bdquo;zweite S&auml;ule&ldquo; zur gesetzlichen Rente anbietet. Die niedrigen Zinsen stellen auch die betriebliche Altersvorsorge von 17 Millionen Deutschen vor &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.nordbayern.de\/nuernberger-nachrichten\/politik\/schwere-zeiten-fur-die-betriebsrente-1.2234115\">ernste Schwierigkeiten<\/a>&ldquo;. Bliebe es l&auml;ngere Zeit bei den niedrigen Zinsen f&uuml;r die Pensionskassen &bdquo;k&ouml;nnten dem Ruhest&auml;ndler sp&auml;ter hohe Summen fehlen. Wer bisher 1.000 Euro erwartete, bek&auml;me dann nur noch etwa 650 Euro&ldquo;, so <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/finanzen\/meine-finanzen\/altersvorsorge-betriebsrente-ist-in-gefahr-11827616.html\">wird vorgerechnet<\/a>. <\/p><p>Solche Meldungen spiegeln nur wieder, dass die kapitalgedeckte Altersvorsorge mindestens genauso abh&auml;ngig ist von der wirtschaftlichen Entwicklung wie eine umlagefinanzierte. Noch mehr, sie ist der Finanz-Spekulation in viel h&ouml;herem Ma&szlig;e ausgesetzt. Dass eine &bdquo;Betriebsrente plus&ldquo; rasch zu einer Betriebsrente im Minus f&uuml;hren k&ouml;nnte, scheint die SPD nicht zur Kenntnis zu nehmen. <\/p><p><strong>Neujustierung der Entgeltumwandlung<\/strong><\/p><p>Auch die alte betriebliche Altersversorgung wurde schon staatlich subventioniert und privilegiert, n&auml;mlich dadurch, dass f&uuml;r ihre Aufwendungen, also f&uuml;r die sog. Entgeltumwandlung weder Steuern noch Sozialabgaben bezahlt werden m&uuml;ssen. Die Steuerminderung ging also zu Lasten der Allgemeinheit und die Sozialkassen wurden geschw&auml;cht, weil um dieses Entgelt, das vom Bruttolohn abgerechnet wurde, die beitragspflichtige Lohnsumme verringert wurde. Das hat zur Folge, dass die Renten f&uuml;r alle sinken &ndash; auch f&uuml;r diejenigen, die gar keine betriebliche Altersvorsorge betreiben (k&ouml;nnen).<br>\nDass es sich dabei keineswegs um vernachl&auml;ssigbare Gr&ouml;&szlig;enordnungen handelt, wird in dem SPD-Papier selbst vorgerechnet: Sollte die Beitragsfreiheit der Entgeltumwandlung abgeschafft werden, w&uuml;rde das bei den Sozialversicherungen (Rente, Gesundheit, Pflege und Arbeitslosigkeit) sch&auml;tzungsweise zu Mehreinnahmen zwischen 15,5 und 18 Milliarden pro Jahr f&uuml;hren. <\/p><p>Welche Vorstellungen das SPD-Papier zur Neujustierung der Entgeltumwandlung im Detail hat, wird man noch sehen m&uuml;ssen. Wenn aber schon bei der betrieblichen Altersversorgung die Entgeltumwandlung gekappt werden soll, dann m&uuml;sste das konsequenterweise auch f&uuml;r die Rieste-Rente gelten, denn auch dort wirken sich die vier Prozent vom Bruttolohn, die mindestens einbezahlt werden m&uuml;ssen, beitragsmindernd aus und schw&auml;chen die gesetzliche Rente. Es erg&auml;be keine Logik, wenn man die betriebliche und die Riester-Rente unterschiedlich behandeln w&uuml;rde. Sollte aber dieses Privileg f&uuml;r die Riester-Rente auch noch fallen oder eingeschr&auml;nkt werden, w&auml;re dieses Modell der privaten Altersvorsorge noch unattraktiver als es ohnehin schon ist. <\/p><p><strong>Flickschusterei<\/strong><\/p><p>Weil die versammelten Agenda-Betreiber in der SPD-Spitze ihr vorausgegangenes sozialpolitisches Zerst&ouml;rungswerk nicht als solches eingestehen k&ouml;nnen, halten sie an ihren Renten-Reformen wie Zecken fest &ndash; weder die Senkung des Rentenniveaus noch die Rente mit 67 werden in Frage gestellt oder wenigstens gestoppt. Deshalb bleibt nur Flickschusterei um die erkennbare Katastrophe einzud&auml;mmen.<br>\nFlickschusterei deshalb,<\/p><ul>\n<li>weil die vorgeschlagene &bdquo;Solidar-Rente&ldquo; bestenfalls ein Gnadenbrot f&uuml;r einen Bruchteil der Erwerbst&auml;tigen ist,<\/li>\n<li>weil die &bdquo;Betriebsrente plus&ldquo; allenfalls ein Z&uuml;ckerchen f&uuml;r die Gewerkschaften aber keinen Ausgleich f&uuml;r die Absenkung des Rentenniveaus auf  43 Prozent und f&uuml;r die zu erwartenden Abschl&auml;ge der Rente mit 67 bietet,<\/li>\n<li>weil die &bdquo;Betriebsrente plus&ldquo;, wie die gescheiterte Riester-Rente auf  private Kapiteldeckung setzt, und das in einer Zeit, wo der evidente &bdquo;Anlagennotstand&ldquo; alle kapitalgedeckten Renten schrumpfen l&auml;sst und<\/li>\n<li>weil das Klammern an Hartz IV alle Appelle f&uuml;r &bdquo;gute L&ouml;hne&ldquo; oder f&uuml;r eine gesetzliche Einschr&auml;nkung der Leiharbeit konterkariert.<\/li>\n<\/ul><p>Mit ihrem neuen Rentenkonzept spielt die Laienspielschar der SPD das Leyen-Spiel nach.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Weil die versammelten Agenda-Betreiber in der SPD-Spitze ihr vorausgegangenes sozialpolitisches Zerst&ouml;rungswerk nicht als solches eingestehen k&ouml;nnen, halten sie an ihren Renten-Reformen wie Zecken fest &ndash; weder die Senkung des Rentenniveaus noch die Rente mit 67 werden in Frage gestellt oder wenigstens gestoppt. 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