{"id":143933,"date":"2025-12-20T15:00:29","date_gmt":"2025-12-20T14:00:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=143933"},"modified":"2025-12-19T16:59:46","modified_gmt":"2025-12-19T15:59:46","slug":"schwarz-rote-notkoalition-eine-kurze-bilanz-und-moegliche-perspektiven-wie-die-afd-verhindert-werden-soll","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=143933","title":{"rendered":"Schwarz-rote Notkoalition: Eine kurze Bilanz und m\u00f6gliche Perspektiven, wie die AfD verhindert werden soll"},"content":{"rendered":"<p>Die neue Bundesregierung, bestehend aus Union und SPD, ist nun seit M&auml;rz dieses Jahres im Amt. Nach neun Monaten und den Haushaltsdebatten scheint eine Reflexion geboten zu sein. Hat die neue Regierung &uuml;berzeugende Schritte unternommen, um die gesellschaftliche und wirtschaftliche Krise einzud&auml;mmen, geschweige denn zu &uuml;berwinden? Sind mit Blick auf die gro&szlig;en internationalen Krisen, insbesondere den Ukraine-Krieg, realpolitische L&ouml;sungsvorschl&auml;ge seitens der schwarz-roten Koalition unterbreitet worden? Haben die politischen Ma&szlig;nahmen hinsichtlich der oben genannten Aspekte den hohen Prognosen- und m&ouml;glicherweise W&auml;hlerzuspruch zur AfD gemindert? Und wenn nein, welche Szenarien sind f&uuml;r die n&auml;chsten Jahre denkbar (Koalition mit der AfD \/ Spannungsfall \/ AfD-Verbot etc.)? Von <strong>Alexander Neu<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Wirtschaftliche Krise<\/strong><\/p><p>In reinen Zahlen gemessen ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Deutschlands von 1991 bis 2024 nominal nahezu kontinuierlich gewachsen. Im Zeitraum 2020 bis 2024 &ndash; also der Coronazeit mit den damit einhergehenden Einschr&auml;nkungen und dem Krieg in der Ukraine ab Februar 2022 mit den damit zunehmend verh&auml;ngten Russlandsanktionen &ndash; wuchs das BIP in reinen Zahlen um nahezu 900 Milliarden Euro bis 2024. Inflationsbereinigt wurde 2023 mit -0,9 Prozent und 2024 mit -0,2 bis -0,5 Prozent hingegen ein Minuswachstum erzielt. Tats&auml;chlich ist das keine konjunkturelle Delle, sondern eine sich auswachsende strukturelle Krise.<\/p><p>Als die drei wichtigsten Gr&uuml;nde werden die Energiepreise und -krise, die hohe Inflation sowie die nachlassenden Exporte identifiziert. Aber auch die staatliche &Uuml;berb&uuml;rokratisierung in das wirtschaftliche Leben sowie ein wachsender Fachkr&auml;ftemangel haben ihren Anteil.<\/p><p>Die Energiekrise und damit einhergehend die steigenden Energiepreise sind ebenso wie die &uuml;berbordende B&uuml;rokratie, der Fachkr&auml;ftemangel und damit einhergehend eine auf falschen Pr&auml;missen basierende Migrationspolitik, die wiederum eine Krise der inneren Sicherheit ausl&ouml;st, alles Krisen, die man nat&uuml;rlich nicht vorhersehen konnte, obschon sie ausnahmslos Ergebnisse einer ideologisch-verblendeten Politik sind.<\/p><p>Mit anderen Worten: Diese Krisen sind das direkte Ergebnis politisch-ideologischer Entscheidungen und Vers&auml;umnisse in EU-Br&uuml;ssel und Berlin. Vor allem sind die EU-Sanktionen gegen Russland als Strafma&szlig;nahme f&uuml;r den Krieg Russlands gegen die Ukraine f&uuml;r die Energieknappheit und damit einhergehend die steigenden Preise verantwortlich. Eine Verh&auml;ngung von Sanktionen gegen die USA angesichts US-amerikanischer Angriffskriege &ndash; und davon soll es ja durchaus einige geben, wie man so h&ouml;rt &ndash; sucht man hingegen vergeblich. Vermutlich hat man in EU-Europa das unilaterale Sanktionsinstrument erst mit dem russischen Angriffskrieg erfunden, und beim n&auml;chsten US-Angriff, beispielsweise auf Venezuela, wird EU-Br&uuml;ssel sicherlich gleichsam Sanktionen, in Qualit&auml;t und Quantit&auml;t vergleichbar mit denen gegen Russland, gegen die USA verh&auml;ngen &ndash; Ende der Satire.<\/p><p>Jedenfalls wird eine R&uuml;ckkehr zu billigen russischen Energieressourcen konsequent abgelehnt, vielmehr sollen die letzten Importm&ouml;glichkeiten bis 2027 g&auml;nzlich ausgemerzt werden. Um eine R&uuml;ckkehr zu Gasimporten aus Russland nicht nur politisch, sondern auch physisch ganz sicher zu verhindern, wurden vorsichtshalber bereits 2022 die Nord-Stream-Pipelines gesprengt. Die Verurteilungen dieses Terror- oder auch Kriegsaktes, je nach Urheber, h&auml;lt sich seitens der Bundesregierung und des Bundestages bis heute auffallend in Grenzen oder wird, als Kr&ouml;nung der Selbstdemontage, von einigen bundesdeutschen Politikern sogar als richtig bezeichnet. Mit Blick auf den &sbquo;Eifer&lsquo; der strafrechtlichen Verfolgung dr&auml;ngt sich einem das Bild des J&auml;gers auf, der zum Jagen getragen werden muss.<\/p><p>Warum auch g&uuml;nstiges, zuverl&auml;ssiges und vergleichsweise sauberes Pipelinegas aus Russland, wenn man auch teures, weniger zuverl&auml;ssiges und schmutziges Frackinggas aus den USA kaufen kann? Der Verbraucher\/B&uuml;rger muss auf jeden Fall zahlen, egal welche ideologisch determinierte politische Entscheidung getroffen wird. Dass ist das Privileg der politischen Entscheider: Sie m&uuml;ssen in der Regel keine materiellen oder finanziellen Konsequenzen f&uuml;r ihr Handeln verantworten.<\/p><p>Die oben aufgef&uuml;hrten F&auml;lle der politischen Entscheidungen mit ihren fatalen Konsequenzen f&uuml;r die B&uuml;rger d&uuml;rften so weit weg vom Willen des Souver&auml;ns sein, dass es mit den H&auml;nden zu fassen ist und das Vertrauen in die herrschende Politik weiter erodieren lassen.<\/p><p>Die Zunahme an Unternehmensinsolvenzen ist mehr als besorgniserregend und nicht mehr mit den Corona-Ma&szlig;nahmen (angebliche Nachholeffekte) allein glaubhaft erkl&auml;rbar. Viele Unternehmen &ndash; angeschlagen durch die Corona-Restriktionen &ndash; wurden und werden durch die massiven Energiepreise final in den Abgrund getrieben. Die Notkoalition hat sich zwar dazu durchgerungen, den Industriestrompreis f&uuml;r energieintensive Unternehmen ab 2026 zu subventionieren, aber ob dies ausreichen wird, bleibt abzuwarten. Ach ja, da war ja noch das Wahlversprechen der Strompreisentlastung f&uuml;r die privaten Haushalte &ndash; wieder ein Wahlversprechen, das nicht umgesetzt werden wird. Fakt ist: Ohne g&uuml;nstige energetische und andere Rohstoffressourcen wird die deutsche Wirtschaft ihre Wettbewerbsf&auml;higkeit weiterhin einb&uuml;&szlig;en, die Deindustrialisierung sich fortsetzen, die strukturelle Krise sich verdichten, den Wirtschaftsstandort Deutschland nachhaltig sch&auml;digen und somit den Menschen einen Wohlstandsverlust aufn&ouml;tigen. Die fetten Jahrzehnte sind vorbei &ndash; nach der Dekadenz kommt der Niedergang.<\/p><p>Und dieser Niedergang Deutschlands wurde und wird quasi mit Verweis auf die notwendige Solidarit&auml;t mit der Ukraine seitens der sogenannten politischen Parteien der Mitte hingenommen und den Menschen als alternativlos verkauft.<\/p><p>Mit Blick auf das B&uuml;rokratiemonster wurde unter anderem extra ein neues Ministerium, das Bundesministerium f&uuml;r Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS), geschaffen. Es soll die Verwaltungsabl&auml;ufe effizienter gestalten und Unternehmen von b&uuml;rokratischen H&uuml;rden entlasten. Damit ist zun&auml;chst nur einmal eine weitere staatliche Institution geschaffen worden. Ob sie das leisten wird, was sie leisten soll, ist nicht vorhersagbar.<\/p><p><strong>Internationale Krisen \/ Ukraine-Krieg<\/strong><\/p><p>Der unmittelbare Ukraine-Krieg ist von Beginn an zweifellos Ausdruck eines Stellvertreterkrieges im gro&szlig;en geopolitischen Spiel. NATOs &bdquo;open door&ldquo;-Politik, das hei&szlig;t die r&uuml;cksichtslose NATO-Erweiterung bis in den Vorgarten der Gro&szlig;macht Russland, musste unter der (neo-)realistischen Perspektive fr&uuml;her oder sp&auml;ter zu einem offenen Konflikt zwischen dem US-gef&uuml;hrten Westen und Russland f&uuml;hren. Es gab bereits in den 1990er-Jahren von politischen Realisten in den USA zahlreiche Warnungen, die NATO nicht auszuweiten &ndash; vergeblich. Die NATO-Osterweiterung wurde zun&auml;chst in den USA auf Dr&auml;ngen der Neocons, nach 2008 auch zunehmend unter den europ&auml;ischen Verb&uuml;ndeten zu einem Dogma &ndash; nicht hinterfragbar, nicht verhandelbar &ndash;, bis Russland 2022 glaubte, auf dieses Dogma schlie&szlig;lich milit&auml;risch antworten zu m&uuml;ssen: der v&ouml;lkerrechtswidrige Einmarsch in die Ukraine.<\/p><p>Die Bem&uuml;hungen um die Beendigung des Krieges in und um die Ukraine gehen nicht von den EU-Europ&auml;ern aus. Keine einzige realpolitische Friedensinitiative ist auf dem Br&uuml;ssler oder Berliner Konto zu verzeichnen. Stattdessen das realit&auml;tsfremde, wenn auch nachvollziehbare Statement, der Krieg k&ouml;nne sofort vorbei sein, wenn Putin es wolle. Und Putin wiederum sagt, der Krieg k&ouml;nne sofort vorbei sein, wenn der Westen die russischen Kernforderungen (politische und milit&auml;rische Neutralit&auml;t der Ukraine, also keine NATO-Mitgliedschaft und Akzeptanz der von Russland erk&auml;mpften und annektierten Gebiete) akzeptiere.<\/p><p>Angesichts der Lage an der Front sitzt indes die russische Seite am l&auml;ngeren Hebel. T&auml;glich wird weiterer ukrainischer Boden durch die russische Armee erobert. Die ukrainische Armee hat mit vielfachen Problemen (am schwerwiegendsten die Personalsituation) zu k&auml;mpfen und ger&auml;t immer weiter in Bedr&auml;ngnis. Dar&uuml;ber hinaus besitzt Russland angesichts seiner Nuklearkapazit&auml;ten die ultimative Eskalationsdominanz. Der Westen und schon gar nicht EU-Europa k&ouml;nnen dem etwas Entscheidendes entgegensetzen, ohne einen umfassenden Nuklearkrieg heraufzubeschw&ouml;ren. Das ist die Realit&auml;t. Eine realpolitische und humanistische Empfehlung kann nur noch darin bestehen, die Niederlage des Krieges einzur&auml;umen, ihn zu beenden und zu versuchen, noch so viel wie m&ouml;glich aus dem urspr&uuml;nglichen Istanbuler Abkommen von Fr&uuml;hjahr 2022 in eine neue Friedensl&ouml;sung hin&uuml;berzuretten.<\/p><p>Stattdessen wurden die US-Initiative von Alaska wie auch der j&uuml;ngste 28-Punkte-Plan der Trump-Regierung von den EU-Europ&auml;ern unter f&uuml;hrender Mitwirkung der Bundesregierung erneut genau um die russischen Kernforderungen durchl&ouml;chert, womit das Ende des Krieges vermutlich weiter hinausgez&ouml;gert wird, ohne dass eine Abwendung der Niederlage der Ukraine auch nur im Entferntesten erkennbar w&auml;re. Es werden nur weitere Menschen sterben, versehrt und die ukrainische Infrastruktur zerst&ouml;rt werden. Eine Regierung kann bereit sein, die Menschen einen hohen Preis f&uuml;r die Verteidigung zahlen zu lassen, nur: Wenn die Niederlage unabwendbar wird, sollte eine Regierung die Rei&szlig;leine ziehen. Und die Verb&uuml;ndeten Kr&auml;fte sollten dies unterst&uuml;tzen, statt mit Durchhalteparolen und Versprechungen das Elend zu vergr&ouml;&szlig;ern. Die sofortige Beendigung des Krieges ist geradezu eine ethische Pflicht. Hinzu kommen die enormen finanziellen Belastungen Deutschlands &ndash; allein f&uuml;r den Haushalt 2026 sind weitere 11,5 Milliarden Euro Steuergelder an die Ukraine zur Fortf&uuml;hrung des Krieges veranschlagt.<\/p><p>Realpolitik sieht anders aus: Verantwortungsethik statt Gesinnungsethik muss die Handlungsmaxime einer Regierung sein. Leider scheitert die schwarz-rote Notkoalition genau an dieser Verantwortung. Sie scheitert aber nicht nur an der L&ouml;sung des unmittelbaren Ukraine-Krieges. Nein, ihr Scheitern ist nur ein konkreter Ausdruck eines gro&szlig;en, des geopolitischen Scheiterns: n&auml;mlich, eine realistische Perzeption und darauf aufbauende realistische und konstruktive Antworten auf die globalpolitischen Ver&auml;nderungen zu liefern. Es ist nicht weniger als das dogmatische Festhalten an der transatlantischen Welt: Die USA seien und blieben wichtigster Verb&uuml;ndeter in der NATO, <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/us-sicherheitsstrategie-stoesst-auf-kritik-102.html\">so der derzeit amtierende Au&szlig;enminister Deutschlands, Johann Wadephul<\/a>, sowie <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/eu-aussenbeauftragte-kallas-usa-bleiben-groesster-verbuendeter-114.html\">die ber&uuml;hmt-ber&uuml;chtigte EU-Au&szlig;enbeauftragte, Kaja Kallas<\/a>, in Reaktion auf die j&uuml;ngst ver&ouml;ffentlichte und wenig schmeichelhafte aktualisierte <a href=\"https:\/\/www.whitehouse.gov\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/2025-National-Security-Strategy.pdf\">&bdquo;Nationalen Sicherheitsstrategie&ldquo; der USA<\/a>.<\/p><p>Diese Aussage in einem Kontext mit einer weiteren Aussage Wadephuls, Russland sei und werde immer unser Feind sein, offenbart ein enorm dogmatisches Politikverst&auml;ndnis: Die Wirklichkeit mag voranschreiten, wir jedoch bleiben, wo wir sind. Die Ungleichzeitigkeit des Gleichzeitigen f&uuml;hrt zum eigenen Niedergang. Dem damaligen sowjetischen Pr&auml;sidenten Gorbatschow wurden bei seinem Besuch in Ost-Berlin 1989 die Worte in den Mund gelegt: &bdquo;Wer zu sp&auml;t kommt, den bestraft das Leben&ldquo;.<\/p><p><strong>Gesellschaftliche Krise<\/strong><\/p><p>Um die Frage einer gesellschaftlichen Zustimmung oder Ablehnung mit Blick auf die aktuelle politische Lage und die politischen Entscheider zu kl&auml;ren, ist die Feststellung gesellschaftlicher Stimmungsbilder ein probates Mittel: Wie homogen oder polarisiert ist eine Gesellschaft in ihren politischen Pr&auml;ferenzen? Dieses Stimmungsbild kann man durch Umfragen zu politischen Themen wie auch Parteienpr&auml;ferenzen feststellen. Im Folgenden konzentriere ich mich auf die Darstellung und Bewertung der Parteipr&auml;ferenzen:<\/p><p>Schaut man sich die Umfrageergebnisse der diversen Umfrageinstitute in einer Zeitachse von Januar bis Anfang Dezember 2025 an, so sind vier Besonderheiten zu beobachten:<\/p><p>Erstens: Relativ unspektakul&auml;r sind die geringen Schwankungen (bis zu zwei oder drei Prozent je nach Zeitpunkt der Umfrage und des Umfrageinstituts) bei der SPD mit rund 14 bis 16 Prozent, den Gr&uuml;nen mit 13 bis 14 Prozent Zustimmung und der FDP mit drei bis vier Prozent Zustimmung.<\/p><p>Zweitens: ein erstaunlicher, wie von Zauberhand herbeigef&uuml;hrter signifikanter Zustimmungszuwachs bei der LINKEN von vier bis sechs Prozent auf acht bis elf Prozent und im Umkehrschluss ein Zustimmungsr&uuml;ckgang beim BSW von neun auf drei Prozent (je nach Zeitpunkt der Umfrage und Umfrageinstitut).<\/p><p>Drittens: ein signifikanter Zustimmungsverlust bei der Union von &uuml;ber 30 Prozent vor der Bundestagswahl auf nun rund 26 Prozent (zwei bis drei Prozent Schwankungen je nach Zeitpunkt der Umfrage und Umfrageinstitut).<\/p><p>Viertens: ein signifikanter Zustimmungsgewinn bei der AfD von 20 Prozent auf bis zu 27 Prozent (zwei bis drei Prozent Schwankungen je nach Zeitpunkt der Umfrage und Umfrageinstitut).<\/p><p>Trotz der Schwankungen zwischen den Umfrageinstituten ist ein genereller Trend auf der Zeitachse ablesbar: Die Union hat bereits nach der Bundestagswahl und noch vor der Regierungsbildung an Zustimmung verloren. Hierf&uuml;r d&uuml;rfte das politisch mehr als fragw&uuml;rdige Handeln von Friedrich Merz mit Blick auf die Schuldenbremse hauptverantwortlich sein.<\/p><p>Zur Erinnerung: Eine noch nicht existierende Regierung (die damals noch gesch&auml;ftsf&uuml;hrende Regierung unter Olaf Scholz &ndash; wer erinnert sich noch an ihn? &ndash; ist seit dem 23. Februar, der Bundestagswahl, ab 18:01 Uhr nicht mehr sichtbar gewesen) beschlie&szlig;t unter F&uuml;hrung eines noch nicht gew&auml;hlten Kanzlers und eines abgew&auml;hlten Bundestages eine Grundgesetz&auml;nderung, um die gr&ouml;&szlig;te Verschuldungsorgie der Nachkriegsgeschichte Deutschlands zu erm&ouml;glichen. Warum? Damit der Kanzlerkandidat Friedrich Merz auch tats&auml;chlich Kanzler werden kann &ndash; der teuerste Kanzler in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland.<\/p><p>Mit diesem Wortbruch (Schuldenbremse) hat es Friedrich Merz vermocht, dass, bevor er &uuml;berhaupt Kanzler wurde, seine Union bereits so massiv an Zustimmung in Umfragen verlor, dass sie sich seitdem einem permanenten Kopf-an-Kopf-Rennen mit der AfD ausgesetzt sehen muss, bei dem die Union immer wieder hinter die AfD f&auml;llt.<\/p><p>Die Frage der gesellschaftlichen Polarisierung ist insbesondere auf der thematischen Ebene interessant. Denn in fast allen politischen Feldern &ndash; mit Ausnahme der Migrationsfrage, der L&ouml;sung des Ukraine-Krieges und der Energiesicherheit (pro und contra g&uuml;nstiges Gas aus Russland und Nutzung der Atomkraft) &ndash; unterscheiden sich Union und AfD gar nicht so sehr; ist die AfD doch selbst eine zutiefst neoliberale Partei. Sind es diese Themen, die die Gesellschaft polarisieren, oder ist es das Bad-guy-Image, das der AfD seitens der &uuml;brigen Parteien und somit auch der Union zugewiesen wird? Und ist es dieses Negativ-Image der AfD, das f&uuml;r Protestw&auml;hler attraktiv ist? Vermutlich trifft beides zu &ndash; die paar thematischen Felder wie auch das Negativ-Image bzw. Opfer-Image. Denn dass die AfD sich selbst als Opfer erfolgreich verkaufen kann, ist angesichts ihrer tats&auml;chlichen institutionellen\/strukturellen Ausgrenzung (Brandmauer) selbst in den parlamentarischen Strukturen nicht von der Hand zu weisen.<\/p><p>Die Entschlossenheit &ndash; Rubrik &bdquo;Brandmauer&ldquo; &ndash; der Parteien der Mitte, der AfD weder politisch noch strukturell einen Boden im parlamentarischen Raum zuzugestehen, ist offensichtlich. Nicht nur, dass die seltsamsten Koalitionen &ndash; ja, man kann sagen mitunter Not- oder gar Anti-AfD-Koalitionen &ndash; wie in Th&uuml;ringen zur Verhinderung der AfD gebildet werden; nein, auch in den parlamentarischen Strukturen werden interessante Rechtsinterpretationen der Gesch&auml;ftsordnung vorgenommen. So werden parlamentarische Posten wie beispielsweise das Amt des Bundestagsvizepr&auml;sidenten oder der Vorsitz in den Parlamentsaussch&uuml;ssen, obschon diese der AfD nach althergebrachter Praxis wie auch gem&auml;&szlig; der Gesch&auml;ftsordnung zust&uuml;nden, ihr vorenthalten.<\/p><p>So hei&szlig;t es beispielsweise laut Gesch&auml;ftsordnung des Deutschen Bundestages gem&auml;&szlig; &bdquo;&sect; 2 Wahl des Pr&auml;sidenten und der Stellvertreter&ldquo;: &bdquo;(&hellip;). <em>Jede Fraktion des Deutschen Bundestages ist durch mindestens einen Vizepr&auml;sidenten oder eine Vizepr&auml;sidentin im Pr&auml;sidium vertreten.<\/em>&ldquo; Die demokratietheoretisch sinnvolle Festlegung kann und wird mit Blick auf den Umgang mit der AfD indessen durch den vorangehenden Satz im Paragraphen politisch ausgehebelt: &bdquo;<em>Der Bundestag w&auml;hlt mit verdeckten Stimmzetteln (&sect;49) in besonderen Wahlhandlungen den Pr&auml;sidenten und seine Stellvertreter f&uuml;r die Dauer der Wahlperiode.<\/em>&ldquo; Denn es kann kein Mitglied des Deutschen Bundestages gezwungen werden, einen Kandidaten zu w&auml;hlen. Und somit fallen bislang alle von der AfD vorgeschlagenen Kandidaten regelm&auml;&szlig;ig bei der Wahl durch, womit ihr Anspruch auf einen &bdquo;<em>Vizepr&auml;sidenten oder Vizepr&auml;sidentin im Pr&auml;sidium<\/em>&ldquo; ins Leere l&auml;uft.<\/p><p>Ist diese Strategie klug? Nein, sie st&auml;rkt die AfD &ndash; die bisherigen Taktiken und Strategien gegen die AfD wirken eher als Wahlkampfunterst&uuml;tzung denn als effektive Verhinderung der aus Sicht der Parteien der Mitte ungeliebten AfD. Mehr noch, diese Ma&szlig;nahmen tragen eher zur gesellschaftlichen Polarisierung bei, als dass sie diese abbauen w&uuml;rden. Wenn alle Parteien der Mitte, inklusive der LINKEN, sich gegen die AfD &bdquo;verbr&uuml;dern&ldquo;, um diese von der Macht zu halten, wenn das der Kitt der politischen Mitte ist, dann wird die AfD erst recht f&uuml;r viele Menschen tats&auml;chlich zur w&auml;hlbaren Alternative. Eine Strategie, die zwar etwas Zeit f&uuml;r die Parteien der Mitte schafft &ndash; wenn die Zeit jedoch nicht genutzt wird, um endlich wieder eine b&uuml;rgernahe Politik, Politik f&uuml;r die Menschen zu machen, dann wird mit dem Ablaufen der gekauften Zeit seitens der Anti-AfD-Koalitionen das gro&szlig;e Erwachen kommen.<\/p><p><strong>M&ouml;gliche Szenarien<\/strong><\/p><p>Wie schauen nun die n&auml;chsten Jahre im politischen Berlin aus angesichts der dokumentierten Unf&auml;higkeiten oder des Unwillens, die realen politischen Herausforderungen durch zeitgem&auml;&szlig;e Antworten (mit) zu gestalten? Prognosen sind immer ein Blick in die Glaskugel, jedoch sind grundlegende Tendenzen erkenn- und beschreibbar. Hierzu ein paar Szenarien:<\/p><ol>\n<li>Szenario: Aussitzen. Die schwarz-rote Notkoalition sitzt die vielf&auml;ltigen Krisen aus. Zwar w&auml;chst die gesellschaftliche Zustimmung zur AfD, jedoch ist man nach wie vor in den sogenannten Parteien der Mitte und in der Notkoalition der Auffassung, man mache alles richtig. Es liege lediglich am W&auml;hler, der die Richtigkeit der Entscheidungen der Notkoalition nicht kapiere. Im &Uuml;brigen werde man bei der n&auml;chsten Bundestagswahl auch mit Hilfe der mainstreammedialen Berichterstattung weiterhin die notwendigen Mehrheiten jenseits der und &uuml;ber die AfD behalten.<\/li>\n<p>Dieses Szenario ist zwar sehr naiv, jedoch nicht unwahrscheinlich, ist es doch ein bequemer Ansatz, der allerdings eine erhebliche &Uuml;berraschung implizieren kann: Die notwendigen Mehrheiten f&uuml;r die Anti-AfD-Parteien werden zwar nominell erreicht, jedoch ist das gesellschaftliche Stimmungsbild hochexplosiv, sodass ein &bdquo;weiter so&ldquo; schlichtweg nicht m&ouml;glich ist.\n<\/p><li>Szenario: Die Hoffnung, nach den Bundestagswahlen &ndash; ungeachtet ob regul&auml;r 2029 oder bereits vorgezogen aufgrund eines Koalitionsbruchs &ndash; mit den Parteien der Mitte eine erneute Notkoalition auf die Beine stellen zu k&ouml;nnen, scheitert zwar nicht an den rechnerischen Mehrheiten, sondern an der aufgew&uuml;hlten Stimmung in der Bev&ouml;lkerung gegen ein &bdquo;weiter so&ldquo;. Es k&auml;me zu einer AfD-gef&uuml;hrten Koalition mit der Union.\n<p>Dieses Szenario k&auml;me einer politischen Atombombe gleich. Die &uuml;brigen Parteien jenseits der Union sowie die Mainstreammedien w&uuml;rden diese massiv angreifen und damit m&ouml;glicherweise einen Boden f&uuml;r erhebliche gesellschaftliche Unruhen, Proteste und vielleicht sogar Gewaltma&szlig;nahmen gegen diese Koalition bereiten.<\/p><\/li>\n<li>Szenario: Koalitionsbruch, initiiert in der Unionsfraktion auch gegen den Willen des Kanzlers Merz. Merz muss zur&uuml;cktreten, ein neuer, starker Kandidat der Union &ouml;ffnet sich f&uuml;r eine neue Koalition mit der AfD als Juniorpartner. Die AfD l&auml;sst sich darauf ein. Die Konsequenzen w&auml;ren &auml;hnlich wie in Szenario zwei.\n<\/li><li>Szenario: Spannungsfall &ndash; Auf der Grundlage des Artikel 80 a Grundgesetz ruft der Deutsche Bundestag mit einer Zweidrittelmehrheit der abgegebenen Stimmen den Spannungsfall als Vorstufe zum Verteidigungsfall aus. Als Hilfskonstrukt hierzu dient die von den &bdquo;Experten&ldquo; festgestellte Wahrscheinlichkeit eines Angriffs Russlands auf die NATO bzw. das Bundesgebiet. Und tats&auml;chlich wird dieses Angriffsszenario ja bereits seit &uuml;ber drei Jahren in der deutschen Politik diskutiert und befeuert. Und auch der Begriff des Spannungsfalls wurde bereits als Testballon in den politischen Kommunikationsraum geworfen.\n<p>Allerdings ist der Spannungsfall nicht mit dem Verteidigungsfall gleichzusetzen, er ist nur eine Vorstufe. Im beschlossenen Verteidigungsfall, nicht indessen im Spannungsfall, kann eine in diesem Zeitraum eigentlich stattfindende Bundestagswahl um den Zeitraum von bis zu sechs Monaten nach Beendigung des Verteidigungsfalles verschoben werden (Art. 115 h GG). Unter verfassungsrechtlichem Gesichtspunkt w&auml;re eine Verschiebung von Wahlen also nur im Verteidigungsfall m&ouml;glich. Dieses Szenario ist somit also wenig wahrscheinlich.<\/p><\/li>\n<li>Szenario: Minderheitenregierung &ndash; Die Koalition zerbricht, Neuwahlen sollen indessen angesichts wachsender Zustimmung zur AfD in den Umfragen vermieden werden. Die laufende Wahlperiode soll ausgesessen werden. Dieses Szenario wird in Form einer Minderheitenregierung &ndash; also einer Regierung, die mit wechselnden Mehrheiten im Bundestag versucht, Politik zu gestalten &ndash; stattfinden. Faktisch l&auml;uft dies jedoch auf einen totalen politischen Stillstand hinaus, der die Zustimmungsrate der AfD weiter erh&ouml;hen d&uuml;rfte.\n<p>Dieses Szenario wird an der SPD scheitern, weil sie ihre Zukunft nicht in der Flucht aus der Regierungsverantwortung sehen wird. Die SPD wird die Notkoalition bis zum letzten Tag der Wahlperiode mittragen.<\/p><\/li>\n<li>Verbot der AfD &ndash; Die sogenannten Parteien der Mitte stellen fest, dass die wachsende Zustimmung zur AfD ein f&uuml;r die &uuml;brigen Parteien gef&auml;hrliches Ausma&szlig; annimmt. 34 Prozent (Sperrklausel f&uuml;r Verfassungs&auml;nderungen) oder sogar mehr k&ouml;nnte die AfD bei der n&auml;chsten Bundestagswahl erreichen. Die Aufrechterhaltung der Brandmauer auch innerhalb der parlamentarischen Strukturen (Ausschussvorsitzende, Bundestagspr&auml;sidentenposten etc.) w&auml;re angesichts dieser Zustimmungsrate unter demokratischem Gesichtspunkt nicht mehr erkl&auml;rbar. Die Demokratie w&uuml;rde auf diese Weise in eine sehr ernste Krise geraten, womit die Grundfesten der Republik ersch&uuml;ttert w&uuml;rden. Wenn die AfD nicht politisch zu stoppen ist, muss sie juristisch gestoppt werden, so die &Uuml;berlegung.\n<p>Ein entsprechender f&ouml;rmlicher Verbotsantrag wird &uuml;berfraktionell und mehrheitlich im Deutschen Bundestag verabschiedet und dem Bundesverfassungsgericht zur Entscheidung zugef&uuml;hrt. Die AfD muss als &bdquo;gesichert rechtsextrem&ldquo; auch vom Bundesverfassungsgericht identifiziert und sodann verboten werden, so die Zielsetzung. Die wehrhafte Demokratie zeigt ihre Z&auml;hne gegen die Feinde der Demokratie, der freiheitlich-demokratischen Grundordnung (FDGO).<\/p>\n<p>Dieses Szenario scheint unter allen Szenarien das wohl am wenigsten schlechte zu sein, so das naheliegende Ergebnis der Diskussion. Die Inkaufnahme des Umstandes, dass bis zu 40 Prozent der W&auml;hler um ihren politischen Willen gebracht werden, &uuml;berwiegt gegen&uuml;ber allen anderen Faktoren.<\/p><\/li>\n<\/ol><p>Wie auch immer man es drehen und wenden mag, die Zeiten der politischen Stabilit&auml;ten und des Wohlstands in Deutschland sind sp&uuml;rbar an ihr Ende gekommen. Sowohl au&szlig;en- und sicherheitspolitisch wie auch wirtschafts- und innenpolitisch steht EU-Europa vor enormen Herausforderungen, deren Bew&auml;ltigung mit den alten Konzepten der herrschenden Politik nicht zu l&ouml;sen sind. Eine Wiederherstellung der &Uuml;bereinstimmung von Realit&auml;ten einerseits sowie sach- und zeitgem&auml;&szlig;en Antworten auf diese andererseits ist absolut notwendig. Dogmen und Gewohnheiten m&uuml;ssen &uuml;ber Bord geworfen werden. Wenn es nicht die sogenannten Parteien der Mitte tun, werden es andere tun. Die Parteien der sogenannten Mitte machen die AfD durch ihr bisheriges Handeln immer st&auml;rker.<\/p><p><small>Titelbild: Designcode \/ Shutterstock<\/small><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg02.met.vgwort.de\/na\/5b82d8d7aa38498aad84fa17b46752d6\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die neue Bundesregierung, bestehend aus Union und SPD, ist nun seit M&auml;rz dieses Jahres im Amt. Nach neun Monaten und den Haushaltsdebatten scheint eine Reflexion geboten zu sein. Hat die neue Regierung &uuml;berzeugende Schritte unternommen, um die gesellschaftliche und wirtschaftliche Krise einzud&auml;mmen, geschweige denn zu &uuml;berwinden? Sind mit Blick auf die gro&szlig;en internationalen Krisen, insbesondere<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=143933\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":143935,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[169,126,165],"tags":[3240,3205,1260,418,3022,633,2515,259,392,260,1556,1019],"class_list":["post-143933","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aussen-und-sicherheitspolitik","category-erosion-der-demokratie","category-innen-und-gesellschaftspolitik","tag-diplomatische-verhandlungen","tag-energiepreise","tag-groko","tag-grundgesetz","tag-parteiverbot","tag-politikerverdrossenheit","tag-regierungskrise","tag-russland","tag-schuldenbremse","tag-ukraine","tag-usa","tag-wirtschaftssanktionen"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/shutterstock_2710472469.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/143933","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=143933"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/143933\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":143965,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/143933\/revisions\/143965"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/143935"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=143933"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=143933"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=143933"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}