{"id":14405,"date":"2012-09-11T08:19:47","date_gmt":"2012-09-11T06:19:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14405"},"modified":"2012-09-11T08:19:47","modified_gmt":"2012-09-11T06:19:47","slug":"hinweise-des-tages-1716","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14405","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;Mehr&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (WL\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14405#h01\">Anteil der Besch&auml;ftigten mit Niedriglohn ist gestiegen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14405#h02\">Griechenland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14405#h03\">Das SPD-Rentenkonzept<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14405#h04\">George Soros &ndash; The Tragedy of the European Union and How to Resolve It<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14405#h05\">Hollande nimmt sich &ldquo;Agenda 2014&rdquo; vor<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14405#h06\">Hau doch ab, reicher Idiot<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14405#h07\">Keine &ouml;konomische Insel mehr<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14405#h08\">T&uuml;rkische Talente wandern ab<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14405#h09\">Wirtschaftsdienst exklusiv &ndash; Inflation und Schuldenabbau<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14405#h10\">Bottled Life &ndash; Nestl&eacute;s Gesch&auml;fte mit Wasser<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14405#h11\">Transparenz bei Lobbyismus &ndash; &bdquo;Immer auf den Absender schauen&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14405#h12\">Deutschland vergeudet zu viel Talent<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14405#h13\">&bdquo;Deutschland sucht den Super-Prof&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14405#h14\">Appell an Verantwortung von Hochschulen und Forschungseinrichtungen<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14405&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Anteil der Besch&auml;ftigten mit Niedriglohn ist gestiegen<\/strong><br>\nIm Jahr 2010 arbeiteten 20,6 % aller Besch&auml;ftigten in Betrieben mit zehn und mehr Besch&auml;ftigten f&uuml;r einen Niedriglohn. Im Jahr 2006 lag der Anteil der Besch&auml;ftigten mit Niedriglohn noch bei 18,7 %. &bdquo;Mit dieser Steigerung setzte sich ein l&auml;ngerfristiger Trend fort&ldquo;, sagte Roderich Egeler, Pr&auml;sident des Statistischen Bundesamtes&hellip;<br>\nDer Abgrenzung des Niedriglohnbereichs wurde eine international verwendete Definition zugrunde gelegt. Niedriglohn liegt vor, wenn der Verdienst eines Besch&auml;ftigten kleiner als zwei Drittel des Medianverdienstes, also des mittleren Verdienstes aller Besch&auml;ftigten, ist. Die so f&uuml;r 2010 bestimmte Niedriglohngrenze, unterhalb derer alle Verdienste als Niedrigl&ouml;hne gelten, lag bei 10,36 Euro Bruttostundenverdienst.<br>\nDie meisten Besch&auml;ftigten, die 2010 einen Niedriglohn erhielten, waren atypisch besch&auml;ftigt. Zur atypischen Besch&auml;ftigung, teilweise auch als flexible Besch&auml;ftigungsformen bezeichnet, werden vier Erwerbsformen gez&auml;hlt: Teilzeitbesch&auml;ftigung mit bis zu 20 Wochenarbeitsstunden, befristete Besch&auml;ftigung, Zeitarbeit und Mini-Jobs. Fast jeder zweite (49,8 %) atypisch Besch&auml;ftigte erhielt 2010 einen Verdienst unter der Niedriglohngrenze. Einen besonders hohen Niedriglohnanteil wiesen die geringf&uuml;gig Besch&auml;ftigten mit 84,3 % auf. Bei Besch&auml;ftigten in Normalarbeitsverh&auml;ltnissen lag der Anteil hingegen bei 10,8 %. Als Normalarbeitsverh&auml;ltnis gilt eine unbefristete Besch&auml;ftigung mit &uuml;ber 20 Wochenarbeitsstunden, die nicht als geringf&uuml;gige Besch&auml;ftigung und nicht als Zeitarbeit ausge&uuml;bt wird.<br>\nNiedriglohn h&auml;ngt auch mit der Branche und der Tarifbindung in der Branche zusammen. Bei nicht tarifgebundenen Arbeitgebern erhielt fast ein Drittel der Besch&auml;ftigten einen Niedriglohn (31,0 %). Bei tarifgebundenen Arbeitgebern waren es mit 11,9 % deutlich weniger. Besonders hoch war 2010 der Anteil von Besch&auml;ftigten mit Niedriglohn bei Taxifahrer\/-innen (87,0 %), Friseurinnen und Friseuren (85,6 %) und im Reinigungsgewerbe (81,5 %). Aber auch in Restaurants, Caf&eacute;s und Gastst&auml;tten (77,3 %), in W&auml;schereien und chemischen Reinigungen (73,6 %) sowie in Kinos (73,5 %) gab es besonders viele Besch&auml;ftigte mit Niedriglohn. \n<p><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/120910_01.png\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/120910_01_small.png\" alt=\"\"><\/a><\/p>\n<p><em>Quelle Statistik: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/niedriglohnsektor104.html\">tagesschau.de<\/a><\/em><\/p>\n<p>Erstmals konnte untersucht werden, ob auch Niedriglohnbezieher Teile ihres Bruttoverdienstes per Entgeltumwandlung in eine Betriebsrente investieren und so die staatliche F&ouml;rderung nutzen. Nur 6,2 % der untersuchten sozialversicherungspflichtig Besch&auml;ftigten mit Niedriglohn betrieben 2010 Entgeltumwandlung. Das war deutlich seltener als bei Besch&auml;ftigten mit mittlerem Verdienst (22,4 %) oder mit hohem Verdienst (36,4 %). Wenn sich aber Besch&auml;ftigte mit Niedriglohn zu einer Entgeltumwandlung entschlossen, dann investierten sie vergleichsweise viel, und zwar im Mittel 4,1 % ihres Bruttojahresverdienstes. Relativ betrachtet ist das mehr als bei Besch&auml;ftigten mit mittlerem Verdienst (3,3 %) oder hohem Verdienst (2,6 %).<br>\nQuelle 1: <a href=\"https:\/\/www.destatis.de\/DE\/PresseService\/Presse\/Pressemitteilungen\/2012\/09\/PD12_308_62.html;jsessionid=58223F34505E484A029E8FA6CF81A8D0.cae2\">Statisches Bundesamt<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"https:\/\/www.destatis.de\/DE\/PresseService\/Presse\/Pressekonferenzen\/2012\/niedriglohn\/begleitmaterial_PDF.pdf?__blob=publicationFile\">Begleitmaterial zur Studie &bdquo;Niedriglohn und Besch&auml;ftigung 2010&ldquo; [PDF &ndash; 579 KB]<\/a><\/p>\n<p><strong>dazu: Geringe Stundenl&ouml;hne, lange Arbeitszeiten<\/strong><br>\nUnter den gering Entlohnten finden sich relativ viele Teilzeit- und insbesondere geringf&uuml;gig Besch&auml;ftigte. Lediglich die H&auml;lfte der Arbeitnehmer ist in Vollzeit t&auml;tig. Diese nehmen angesichts der sp&auml;rlichen Stundenl&ouml;hne lange Arbeitszeiten in Kauf, um &uuml;berhaupt auf einigerma&szlig;en ausk&ouml;mmliche Entgelte zu kommen. Die Vollzeitbesch&auml;ftigten im Niedriglohnsektor arbeiten im Schnitt fast 45 Stunden, ein Viertel sogar 50 Wochenstunden und mehr.<br>\nDer R&uuml;ckstand zu den monatlichen Durchschnittsverdiensten wird dadurch aber l&auml;ngst nicht wettgemacht. Arbeitszeiten wie bei den Niedrigl&ouml;hnern gibt es ansonsten nur am oberen Ende der Einkommensskala, also bei den Gutverdienern in Vollzeit.<br>\nDie Mehrzahl der Teilzeitkr&auml;fte, vor allem der Minijobber, w&uuml;rde gern mehr arbeiten und mehr verdienen; hier zeigt sich eine verdeckte Unterbesch&auml;ftigung.<br>\nDie T&auml;tigkeit im Niedriglohnsektor geht nicht automatisch und auch nicht in der Regel mit sozialer Bed&uuml;rftigkeit einher; lediglich jeder achte wenig verdienende Arbeitnehmer bezieht Leistungen nach Hartz IV.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.diw.de\/documents\/publikationen\/73\/diw_01.c.400060.de\/12-21-1.pdf\">DIW [PDF &ndash; 438 KB]<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Griechenland<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Einbruch der Hellas-Industrie versch&auml;rft Zweifel an Sparplan<\/strong><br>\nroika-Inspektoren pr&uuml;fen gerade die Pl&auml;ne, mit denen Griechenland fast 12 Mrd. Euro einsparen sollen &ndash; da wird bekannt, wie schlecht es um die griechische Industrie steht. Nimmt die Troika den Griechen ihre Pl&auml;ne nicht ab, droht dem Krisenstaat die Pleite.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/europa\/:troika-in-athen-einbruch-der-hellas-industrie-verschaerft-zweifel-an-sparplan\/70088575.html#utm_source=rss2&amp;utm_medium=rss_feed&amp;utm_campaign=\/politik\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> Die Forderungen der Troika sind an Zynismus kaum noch zu &uuml;berbieten. Athen wird mit vorgehaltener Waffe zu zweierlei gezwungen:<\/em><\/p>\n<ol type=\"a\">\n<li><em>Es soll die Staatsausgaben noch weiter zusammenstreichen und die Volkswirtschaft damit noch weiter in die Krise treiben<\/em><\/li>\n<li><em>Es soll gleichzeitig Haushaltsprognosen erstellen, die die destruktiven Folgen der Austerit&auml;tspolitik ignorieren<\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p><em>Wenn sich diese Prognosen dann (nat&uuml;rlich ganz &bdquo;&uuml;berraschend&ldquo;) als zu positiv erweisen, setzt die Troika Athen weiter unter Druck, um noch mehr Ausgaben zu k&uuml;rzen und noch unrealistischere Prognosen zu erstellen. Griechenland kann bei diesem Spiel nicht gewinnen. Aber die Alternative, sich mit einem Staatsbankrott aus dem Euro zu verabschieden, ist f&uuml;r die Griechen noch schlimmer.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Wie die Troika um Panzer und Rentner schachert<\/strong><br>\nDie internationalen Geldgeber akzeptieren den Sparplan der griechischen Regierung bisher nicht. Statt K&uuml;rzungen beim Milit&auml;r d&uuml;rfte es wohl noch weniger Rente geben. [&hellip;]<br>\nBisher stand das Milit&auml;r auf der Priorit&auml;tenliste der Sparma&szlig;nahmen weit unten. Als Begr&uuml;ndung daf&uuml;r wird angef&uuml;hrt, dass die Bedrohung durch die T&uuml;rkei noch immer zu gro&szlig; sei. Allerdings sind beide L&auml;nder seit Jahrzehnten Mitglieder in der Nato.<br>\nStatt bei den R&uuml;stungsausgaben wurde also vor allem im Sozialetat, bei Renten und Arbeitslosengeld, aber auch in der &ouml;ffentlichen Verwaltung und bei den Gesundheitsausgaben gespart. Auch in den jetzt verhandelten Reformen soll es wieder die Rentner treffen: Bis zu zehn Prozent weniger Geld sollen diejenigen k&uuml;nftig bekommen, die eine Rente von mehr als 1.000 Euro erhalten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2012-09\/griechenland-militaer-sparplan\">ZEIT<\/a><\/li>\n<li><strong>Primary Greek tax evaders are the professional classes<\/strong><br>\nGreece is riddled with corruption, but a study shows that banks, politicians and professional workers are largely to blame [&hellip;]<br>\nSupporting the view that Greece is beyond helping itself, an in-depth study of how Greek banks, politicians and professional workers behave was published last week by two economists from the Booth school of business at the University of Chicago and a Greek academic based at the Virginia Polytechnic Institute.<br>\nInterestingly, their report, Tax Evasion Across Industries: Soft Credit Evidence From Greece, which documents the hidden, non-taxed economy, blames the current malaise not on dodgy taxi drivers or moonlighting refuse collectors, but on the professional classes.<br>\nThey found that &euro;28bn (&pound;22.4bn) of tax was evaded in 2009 by self-employed people alone.<br>\nAs GDP that year was &euro;235bn and the total tax base was just &euro;98bn, it is clear that this was a significant sum. At a tax rate of 40%, it amounted to almost half the country&rsquo;s budget deficit in 2008, and 31% in 2009.<br>\nThe chief offenders are professionals in medicine, engineering, education, accounting, financial services and law. Among the self-employed documented in the report are accountants, dentists, lawyers, doctors, personal tutors and independent financial advisers.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.guardian.co.uk\/world\/2012\/sep\/09\/greece-tax-evasion-professional-classes\">The Guardian<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Das SPD-Rentenkonzept<\/strong><br>\nDie Rentenpolitik der SPD bleibt gefangen im Paradigmenwechsel der vergangenen Dekade. Mit ihrem Konzept geht es den Parteioberen um nicht mehr und nicht weniger, als darum, die verheerenden Folgen der rot-gr&uuml;nen Deregulierungspolitik der vergangenen Dekade f&uuml;r die Alterssicherung wieder einzufangen und der Gefahr steigender Altersarmut vorzubeugen. Da aber die weitere Senkung des Rentenniveaus auf 43 Prozent nicht zur Disposition gestellt wird, muss der Versuch scheitern.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ak-sozialpolitik.de\/dukumente\/2012\/2012-09-10%20SPD-Rentenkonzept.pdf\">Arbeitnehmerkammer Bremen [PDF &ndash; 76.7 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>George Soros &ndash; The Tragedy of the European Union and How to Resolve It<\/strong><br>\nIn a fast-moving situation, significant changes have occurred since this article went to press. On August 1, as I write below, Bundesbank President Jens Weidmann objected to the assertion by Mario Draghi, the president of the European Central Bank, that the ECB will &ldquo;do whatever it takes to preserve the euro as a stable currency.&rdquo; Weidmann emphasized the statutory limitation on the powers of the ECB. Since this article was published, however, it has become clear that Chancellor Merkel has sided with Draghi, leaving Weidmann isolated on the board of the ECB.<br>\nThis was a game-changing event. It committed Germany to the preservation of the euro. President Draghi has taken full advantage of this opportunity. He promised unlimited purchases of the government bonds of debtor countries up to three years in maturity provided they reached an agreement with the European Financial Stability Facility and put themselves under the supervision of the Troika&mdash;the executive committee of the European Union, the European Central Bank, and the International Monetary Fund.<br>\nThe euro crisis has entered a new phase. The continued survival of the euro is assured but the future shape of the European Union will be determined by the political decisions the member states will have to take during the next year or so. The alternatives are extensively analyzed in the article that follows.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nybooks.com\/articles\/archives\/2012\/sep\/27\/tragedy-european-union-and-how-resolve-it\/?page=1\">The New York Review of Books<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Hollande nimmt sich &ldquo;Agenda 2014&rdquo; vor<\/strong><br>\nPr&auml;sident Hollande will das Defizit im n&auml;chstes Jahr auf drei Prozent dr&uuml;cken, 30 Milliarden Euro sollen in Frankreich eingespart werden<br>\nEigenlob hinkt. &ldquo;Es ist ein beachtliches Vorhaben und in der Geschichte der F&uuml;nften Republik noch nie vorgekommen&rdquo;, meint Fran&ccedil;ois Hollande zu seiner &ldquo;Agenda 2014&rdquo;, wie er sein Reformprogramm am Sonntagabend bei einem Auftritt im gr&ouml;&szlig;ten TV-Sender TF1 nannte. Die Anspielung auf die legend&auml;re &ldquo;Agenda 2010&rdquo; des deutschen Exkanzlers Gerhard Schr&ouml;der liegt auf der Hand. Unter anderem will Hollande den Arbeitsmarkt &ldquo;flexibler&rdquo; gestalten &ndash; was unweigerlich an die Hartz-Reformen des SPD-Politikers gemahnt.<br>\nSo radikale Einschnitte sieht aber nur Le Parti de Gauche vor: Die Vizepr&auml;sidentin der franz&ouml;sischen &ldquo;Linken&rdquo;, Martine Billard, spricht von sozialem Aderlass. Andernorts hagelt es Kritik am Fehlen richtiger Eingriffe. &ldquo;Nicht jeder, der will, ist ein Schr&ouml;der&rdquo;, kommentiert die linksliberale Zeitung Le Monde. Politisch gleich gelagert, wirft Le Nouvel Observateur Hollande vor, er mausere sich vom &ldquo;normalen&rdquo; zum &ldquo;banalen&rdquo; Pr&auml;sidenten, der Worth&uuml;lsen von sich gebe, statt zu agieren.<br>\nHollande erkl&auml;rte un&uuml;blich dramatisch, Frankreich befinde sich in einer &ldquo;Kampfsituation&rdquo;, um anzuf&uuml;gen: &ldquo;Ich gebe Gas.&rdquo; Bei Le progr&egrave;s l&ouml;st das Ungl&auml;ubigkeit aus: &ldquo;Hollande sarkosiert sich&rdquo;, meint die Hauptzeitung von Lyon eingedenk des wirkungslosen Herumwirbelns des Vorg&auml;ngerpr&auml;sidenten. Das konservative Wochenmagazin Le point gibt zu bedenken, eine Kampflage erfordere auch Kampfma&szlig;nahmen &ndash; und davon sei nichts zu sp&uuml;ren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/derstandard.at\/1345166635392\/Drastische-Steuererhoehungen-in-Frankreich-angekuendigt\">derStandard.at<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Hau doch ab, reicher Idiot<\/strong><br>\nDer reichste Mann Europas als Hassobjekt: Weil der franz&ouml;sische Unternehmer Bernd Arnault die belgische Staatsb&uuml;rgerschaft beantragt hat, verabschiedet die Zeitung &ldquo;Lib&eacute;ration&rdquo; den vermeintlichen Steuerfl&uuml;chtling mit derben Worten auf der Titelseite. Auch Pr&auml;sident Hollande schaltet sich ein.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/diskussion-um-steuererhoehungen-in-frankreich-hau-doch-ab-du-reicher-idiot-1.1463850\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> Da schaut man doch ziemlich erstaunt &uuml;ber den Rhein. Hierzulande w&uuml;rde ein Steuerfl&uuml;chtling vom Schlage eines Bend Arnault in den Medien als Mahnmal f&uuml;r eine &bdquo;leistungstr&auml;gerfeindliche&ldquo; Politik pr&auml;sentiert. Der &bdquo;Idiot&ldquo; w&auml;re hierzulande der Politiker, der die Steuern erh&ouml;ht hat.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Keine &ouml;konomische Insel mehr<\/strong><br>\nNach lange anhaltendem Widerstand gegen unbeschr&auml;nkte Notaufk&auml;ufe von Staatsanleihen durch die EZB sucht Berlin deren Zulassung in der vergangenen Woche zur Durchsetzung europapolitischer Ziele zu nutzen. Dass die EZB k&uuml;nftig Staatsanleihen europ&auml;ischer Krisenstaaten in jedem notwendigen Umfang &uuml;bernehmen darf, ist mit 26 gegen eine &ndash; die deutsche &ndash; Stimme beschlossen worden. Bundeskanzlerin Angela Merkel habe zuvor einen &ldquo;Seitenwechsel&rdquo; vollzogen und den Protest der Bundesbank nur noch symbolisch unterst&uuml;tzt, hie&szlig; es in der Wirtschaftspresse. Hintergrund ist nicht nur das Bem&uuml;hen, den zunehmenden Widerstand gegen das offene deutsche Dominanzstreben zu bes&auml;nftigen. Die deutsche Wirtschaft ist zuletzt ebenfalls in den Sog der Krise geraten und steht am Rande einer Rezession, weshalb es im Interesse der Bundesrepublik liegt, einen Totalzusammenbruch von Euro-Staaten, die deutsche Waren kaufen, zumindest vorl&auml;ufig zu verhindern. Zudem wird von einem neuen Deal zwischen Berlin und Paris berichtet, wonach die franz&ouml;sische Regierung ihren Widerstand gegen deutsche Pl&auml;ne zur weiteren Vertiefung der politischen Integration aufgeben k&ouml;nnte &ndash; im Gegenzug gegen den unbegrenzten Kauf von Staatsanleihen durch die EZB.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.german-foreign-policy.com\/de\/fulltext\/58421\">German Foreign Policy<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>T&uuml;rkische Talente wandern ab<\/strong><br>\nZu viele Talente mit t&uuml;rkischem Namen f&uuml;hlen sich bei der Stellensuche in Deutschland diskriminiert. Sie fehlen auf dem deutschen Arbeitsmarkt. [&hellip;]<br>\nDiese Kombination aus guten Berufsaussichten und hippem Lebensgef&uuml;hl lockt so manchen vom deutschen Arbeitsmarkt weg: Von insgesamt 31 754 T&uuml;rken, die 2010 aus Deutschland abwanderten, waren 4314 zwischen 18 und 25 und 16067 zwischen 25 und 50 Jahre alt. Vor der Finanz- und Wirtschaftskrise waren es nur wenig mehr. Den Bildungsstand und die berufliche Qualifikation erfasst das Statistische Bundesamt zwar nicht, doch die Vermutung liegt nahe, dass fachlich versiertes und flexibles Potenzial, das deutsche Unternehmen gut brauchen k&ouml;nnten, ins Ausland abwandert. &bdquo;Manche hoch qualifizierten Akademiker f&uuml;hlen sich in Deutschland behindert in ihrer Karriere&ldquo;, sagt Suat Bakir, Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der T&uuml;rkisch-Deutschen Industrie- und Handelskammer in Berlin. Noch elementarer scheint ihm jedoch ein anderes Argument: F&uuml;r junge flexible Akademiker ist es attraktiv, wenn sie in einem Aufschwungland wie der T&uuml;rkei schneller aufsteigen k&ouml;nnen&ldquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/wirtschaft\/fachkraeftemangel-tuerkische-talente-wandern-ab\/7110084.html\">Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Wirtschaftsdienst exklusiv &ndash; Inflation und Schuldenabbau<\/strong><br>\n&ldquo;Grunds&auml;tzlich sprechen sich Straubhaar und V&ouml;pel f&uuml;r eine aktive Rolle der EZB in der Euro-Krise aus. Dabei st&uuml;tzen sie sich zum einen auf das angels&auml;chsische Konzept der optimalen Inflationsrate, wonach eine Inflation auch zu positiven makro&ouml;konomischen Effekten f&uuml;hren kann. Zum anderen halten sie eine Inflationsgefahr im rezessiven Umfeld des Euroraums f&uuml;r unwahrscheinlich. Bei einer erneuten Rezession k&ouml;nnen eher Deflationsrisiken entstehen, sodass die expansive Geldpolitik der EZB geradezu ratsam sei. Au&szlig;erdem halten die Autoren mit dem Hinweis auf die derzeit geringe Kreditsch&ouml;pfung der Gesch&auml;ftsbanken und den globalen Verflechtungen der Weltwirtschaft eine kausales Verh&auml;ltnis zwischen Geldmengenwachstum und Inflation nicht f&uuml;r zwingend gegeben.<br>\n&Auml;hnlich wie Straubhaar und V&ouml;lpel verweisen Heiner Flassbeck, Direktor der Division &ldquo;Globalization and Development Strategies&rdquo; der UNCTAD Genf, und Friederike Spiecker, freie Wirtschaftspublizistin, auf ein erh&ouml;htes Deflationsrisiko und prangern die medial gesch&uuml;rte Angst vor einer Hyperinflation an. In ihrem Beitrag analysieren sie Asymmetrien geldpolitischer Wirkungsm&ouml;glichkeiten und insistieren auf die Notwendigkeit direkter Einkommenspolitik und expansiver Finanzpolitik.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/wirtschaftswunder.ftd.de\/2012\/09\/10\/wirtschaftsdienst-exklusiv-inflation-und-schuldenabbau\/\">FTD Wirtschaftswunder<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Bottled Life &ndash; Nestl&eacute;s Gesch&auml;fte mit Wasser<\/strong><br>\nWie verwandelt man Wasser in Geld? Es gibt eine Firma, die das Rezept genau kennt: Nestl&eacute;. Dieser Konzern dominiert den globalen Handel mit abgepacktem Trinkwasser. Der Journalist Res Gehriger macht sich auf, einen Blick hinter die Kulissen des Milliardengesch&auml;fts zu werfen. Nestl&eacute; blockt ab. Doch der Journalist l&auml;sst sich nicht abwimmeln. Er bricht auf zu einer Entdeckungsreise, recherchiert in den USA, in Nigeria und in Pakistan. Die Expedition in die Welt des Flaschenwassers verdichtet sich zu einem Bild &uuml;ber die Denkweisen und Strategien des m&auml;chtigsten Lebensmittelkonzerns der Welt.<br>\nW&auml;hrend die Weltbev&ouml;lkerung rasant w&auml;chst, wird sauberes Wasser immer mehr zur Mangelware. &ldquo;Bottled Life&rdquo; dokumentiert das boomende Gesch&auml;ft mit dem Trinkwasser in der Flasche und fokussiert dabei ganz auf den Leader der Branche: auf den Schweizer Nestl&eacute;-Konzern.<br>\nNestl&eacute; besitzt weltweit &uuml;ber 70 verschiedene Wassermarken. Trotzdem ist Wasser eine Sparte, &uuml;ber die man bei Nestl&eacute; nicht gerne spricht. Das muss der Schweizer Journalist Res Gehriger erfahren. Die Nestl&eacute;-Manager verweigern Interviews. Aber Gehriger l&auml;sst nicht locker. Auf einer Recherche-Reise erf&auml;hrt er, wie konfliktgeladen das Gesch&auml;ft mit dem Trinkwasser ist.<br>\n&ldquo;Bottled Life&rdquo; wirft ein Schlaglicht auf Nestl&eacute;s Expansionsstrategie im globalen Wassermarkt. W&auml;hrend der Konzern in den USA und in Europa vor allem Quellwasser mit Herkunftsbezeichnung verkauft, hat er f&uuml;r die Schwellen- und Entwicklungsl&auml;nder ein anderes Konzept: Dort gibt es &ldquo;Nestl&eacute; Pure Life&rdquo;, gereinigtes Grundwasser, angereichert mit einem Mineralienmix nach Nestl&eacute;-Rezept. Heute ist Pure Life das meistverkaufte Flaschenwasser der Welt.<br>\nRes Gehringer reist nach Pakistan, das Nestl&eacute; als Testmarkt diente. W&auml;hrend Nestl&eacute; ihm den Zutritt zur Pure-Life-Produktion verweigert, lehrt er die Situation der Menschen kennen, die im Dorf au&szlig;erhalb des Fabrikzauns leben. Hier ist der Grundwasserspiegel rapid gefallen und das Wasser aus den Brunnen der Einheimischen zur &uuml;belriechenden Br&uuml;he verkommen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.arte.tv\/de\/programm\/242,date=11\/9\/2012.html\">arte<\/a>\n<p>Sendetermine: Dienstag, 11. September 2012 um 20.15 Uhr, Wiederholung am 20.09.2012 um 15:00 auf arte<\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Leider zeitgleich mit dem Fu&szlig;balll&auml;nderspiel.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Transparenz bei Lobbyismus &ndash; &bdquo;Immer auf den Absender schauen&ldquo;<\/strong><br>\nDass Lobbyisten im Netz f&uuml;r ihre Positionen werben, ist Timo Lange von LobbyControl klar. Umso wichtiger sind f&uuml;r ihn Transparenzgebote.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/!101277\/\">taz<\/a>\n<p><strong>passend dazu: Seitenwechsler im &Uuml;berblick<\/strong><br>\nIn der unten abgebildeten &Uuml;bersichtstabelle findet sich eine Auswahl von Seitenwechslern. Sortiert nach dem Jahr der Arbeitsaufnahme, werden sowohl die politischen T&auml;tigkeiten der betroffenen Personen als auch deren anschlie&szlig;end ausge&uuml;bte T&auml;tigkeit und der neue Arbeitgeber aufgelistet. Weiterf&uuml;hrende Angaben zu den genannten Seitenwechslern und deren Wirken, finden Sie in den entsprechenden Artikeln zu den einzelnen Personen.<br>\nUnser Erfassungszeitraum beginnt 2005 mit dem Regierungswechsel von Rot-Gr&uuml;n zur Gro&szlig;en Koalition unter Kanzlerin Merkel. Diese &Uuml;bersichtstabelle umfasst im Wesentlichen die Seitenwechsler aus den Bundesregierungen: Kanzler, Minister, Staatssekret&auml;re und Abteilungsleiter. Hier streben wir Vollst&auml;ndigkeit an. Dar&uuml;ber hinaus erfassen wir auch interessante Einzelf&auml;lle, wichtige F&auml;lle vor 2005 sowie Seitenwechsel auf Bundel&auml;nder-Ebene.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/lobbypedia.de\/index.php\/Seitenwechsler_im_%C3%9Cberblick\">Lobbypedia<\/a> <\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Die Tabelle sollte man sich wirklich mal anschauen. Sie erkl&auml;rt viele politische Entscheidungen der betreffenden Personen als sie noch in ihrem politischen &Auml;mtern waren.<\/em><\/p>\n<p><strong>Siehe auch: &bdquo;Ex-Politiker machen gute Gesch&auml;fte&ldquo; <\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/otto-schily-und-ulrich-junghanns-ex-politiker-machen-gute-geschaefte-a-854760.html\">SPIEGEL Online<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Deutschland vergeudet zu viel Talent<\/strong><br>\n[&hellip;] Gerecht geht es noch lange nicht zu im deutschen Bildungssystem, vor allem nicht beim Schritt von Schulen auf Unis und Fachhochschulen. Trotz aller Reformen der vergangenen 40 Jahre haben Kinder und Jugendliche aus bildungsfernen Familien weitaus schlechtere Chancen auf ein Studium. Hier entwickelt sich die Studierquote sogar r&uuml;ckl&auml;ufig; das bedeutet: Im Verh&auml;ltnis sinkt bei den Bildungsfernen der Anteil derer, die mit ihrem Abi tats&auml;chlich an eine Hochschule gehen.<br>\n&ldquo;Noch immer sind die Zugangswege zum Studium hoch selektiv&rdquo;, so Steffen Schindler, promovierter Soziologe und Autor der Studie, die am Montag von der Vodafone-Stiftung vorgestellt wurde. Die Ungerechtigkeit beim Hochschulzugang beginnt demnach bereits beim klassischen Abitur und zeigt sich dort besonders drastisch: Kinder gebildeter Eltern haben eine siebenmal h&ouml;here Chance, die allgemeine Hochschulreife zu erlangen, als Kinder aus bildungsfernen Familien.<br>\nSchindler hat f&uuml;r die Studie, die auf seiner Doktorarbeit basiert, zahlreiche Statistiken der letzten Jahrzehnte ausgewertet und so bearbeitet, dass sie sich vergleichen lie&szlig;en. Ihm zufolge ist es die bislang gr&ouml;&szlig;te Datenauswertung zum Hochschulzugang, eine so differenzierte Analyse habe es noch nicht gegeben. Als bildungsfern gelten bei ihm Familien, in denen die Eltern h&ouml;chstens den Hauptschulabschluss geschafft haben.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/unispiegel\/studium\/abiturienten-aus-bildungsfernen-familien-studieren-seltener-a-854507.html\">SPIEGEL Online<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.vodafone-stiftung.de\/scripts\/getdata.php?DOWNLOAD=YES&amp;id=16875\">Vodafone Stiftung &ndash; Studie &bdquo;Aufstiegsangst&ldquo; [PDF &ndash; 597 KB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Auch hier kommt man nicht ohne Propagandafloskeln aus. &ldquo;Das Bildungssystem ist tats&auml;chlich durchl&auml;ssiger geworden, die Bildungschancen steigen auch f&uuml;r Benachteiligte, der Pisa-Schock hat etwas bewegt.&rdquo; Ich bezweifle ernsthaft, dass das Bildungssystem im vergleich mit den Jahren der sozialliberalen Koalition durchl&auml;ssiger geworden ist. Eher das Gegenteil d&uuml;rfte der Fall sein, Stichwort Studiengeb&uuml;hren.<\/em><br>\n<em>Allerdings konterkariert diese Meldung sehr sch&ouml;n das Geschw&auml;tz vom Fachkr&auml;ftemangel, wenn auch nicht des aktuell nicht existierenden, dann doch des angeblich demografisch bedingten kommenden. Es ist also mit nichten so, dass etwa die Sozialsysteme in der Zukunft nicht mehr bezahlbar sind, man muss dazu nur die entsprechenden Weichen im Bildungssystem stellen um auch in Zukunft gen&uuml;gend Fachkr&auml;fte mit der entsprechenden Produktivit&auml;t zu haben. Aber lieber achten die herrschenden Eliten weiter auf die Eklusivit&auml;t des Bildungszuganges ihres Nachwuchses. Hier wird deutlich &ndash; wieder entgegen dem neoliberalen Dogma &ndash; wie wichtig der lenkende Eingriff des Staates gerade in diesem Bereich ist.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>&bdquo;Deutschland sucht den Super-Prof&ldquo;<\/strong><br>\nMit seinem neuen BWL-Ranking sorgte das Handelsblatt f&uuml;r Wirbel: &Uuml;ber 300 Wissenschaftler wollten die Ver&ouml;ffentlichung der Ergebnisse verhindern. Die Folge: Eine Debatte &uuml;ber Transparenz und Bedeutung von Forschung.<br>\nF&uuml;r Alfred Kieser von der Zeppelin Universit&auml;t Friedrichshafen und Margit Osterloh von der Universit&auml;t Z&uuml;rich befindet sich das Ranking intellektuell in einer Liga mit Fernsehsendungen wie &ldquo;Deutschland sucht den Superstar&rdquo;. Die Handelsblatt-Initiative schade der Wissenschaft, warnen Kieser und Osterloh in einem offenen Brief.<br>\nUm die Ver&ouml;ffentlichung der Ergebnisse zu verhindern, haben sie zu einem Boykott aufgerufen. 339 Wissenschaftler wollen nicht im Ranking genannt werden &ndash; rund elf Prozent aller in der Datenbank erfassten Betriebswirte.<br>\nDer Streit entpuppt sich dabei auch als Generationskonflikt: Je l&auml;nger ein Professor im Dienst ist, desto h&ouml;her ist die Wahrscheinlichkeit, dass er das Ranking ablehnt. &ldquo;Das akademische Alter erh&ouml;ht die Austrittswahrscheinlichkeit hoch signifikant&rdquo;, so Haucap.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/oekonomie\/bwl-ranking\/betriebswirte-bekaempfen-forschungsranking-deutschland-sucht-den-super-prof\/7114062.html\">Handelsblatt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Appell an Verantwortung von Hochschulen und Forschungseinrichtungen<\/strong><br>\nGEW-Wissenschaftskonferenz diskutiert Herrschinger Kodex &ldquo;Gute Arbeit in der Wissenschaft&rdquo; &ndash; Follow-Up-Kongress am 15. November in Berlin.<br>\nDie 6. Wissenschaftskonferenz der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) ist am Samstag mit einem Appell an Hochschulen und Forschungseinrichtungen, ihren Besch&auml;ftigten berechenbare Karrierewege und stabile Besch&auml;ftigungsbedingungen anzubieten, zu Ende gegangen. &ldquo;Alle Bundesl&auml;nder haben die Autonomie der Hochschulen auch in Finanz- und Personalangelegenheiten massiv ausgebaut, der Bund m&ouml;chte die Eigenverantwortung der au&szlig;eruniversit&auml;ren Forschungseinrichtungen in einem &lsquo;Wissenschaftsfreiheitsgesetz&rsquo; st&auml;rken. Die Hochschulen und Forschungseinrichtungen m&uuml;ssen daher jetzt ihre erweiterten Gestaltungsspielr&auml;ume nutzen, um als verantwortungsbewusste Arbeitgeber anst&auml;ndige Besch&auml;ftigungsbedingungen und attraktive Arbeitspl&auml;tze zu bieten. Daher erwarten wir, dass sich jede Hochschule und Forschungseinrichtungen in einem Kodex &lsquo;Gute Arbeit in der Wissenschaft&rsquo; auf Mindeststandards f&uuml;r berechenbare Karrierewege und stabile Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnisse verpflichtet&rdquo;, sagte das f&uuml;r Hochschule und Forschung verantwortliche Vorstandsmitglied der GEW, Andreas Keller, in Herrsching am Ammersee, wo sich knapp 140 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zur viert&auml;gigen Konferenz versammelt hatten.\n<p>Der Vizepr&auml;sident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Professor Hans J&uuml;rgen Pr&ouml;mel, stellte auf der GEW-Wissenschaftskonferenz die im April 2012 einstimmig von der HRK-Mitgliederversammlung beschlossenen &ldquo;Leitlinien f&uuml;r die Ausgestaltung befristeter Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnisse mit wissenschaftlichem und k&uuml;nstlerischen Personal&rdquo; vor. Die HRK-Richtlinien sehen u.a. vor, dass die Laufzeiten von Zeitvertr&auml;gen so bemessen werden, dass das Qualifizierungsziel, z. B. die Promotion, in der Befristungszeit &ldquo;erreichbar und wissenschaftlich ausf&uuml;hrbar&rdquo; ist.  &ldquo;Ein Schritt in die richtige Richtung&rdquo;, lobte GEW-Vorstandsmitglied Andreas Keller die HRK-Initiative und bot den Hochschulen bei der Umsetzung der Richtlinien die Zusammenarbeit mit der GEW an.<\/p>\n<p>Weitergehende Empfehlungen als die HRK-Richtlinien enth&auml;lt der auf der GEW-Wissenschaftskonferenz als Entwurf vorgelegte Herrschinger Kodex &ldquo;Gute Arbeit in der Wissenschaft&rdquo;. Der Herrschinger Kodex sieht beispielsweise einen &ldquo;Tenure Track&rdquo; f&uuml;r promovierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler (Postdocs) vor, der diesen eine dauerhafte Perspektive an der Hochschule er&ouml;ffnet, wenn sie die zu Beginn der Postdoc-Phase mit der Hochschule vereinbarten Qualifizierungsziele erreichen. Weiter wird im Herrschinger Kodex eine konsequente Anwendung der familienpolitischen Komponente des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes gefordert, welche die Verl&auml;ngerung von Zeitvertr&auml;gen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die Kinder betreuen, vorsieht. Die Einhaltung des Kodex soll durch eine spezielle Ombudskommission aus Hochschulmitgliedern und Expertinnen und Experten aus der Praxis &uuml;berwacht werden.<\/p>\n<p>In einer Gespr&auml;chsrunde zum Thema &ldquo;Wer zahlt, schafft an&rdquo; diskutierten in Herrsching Geldgeber von Hochschulen und Forschungseinrichtungen, wie diese durch Auflagen, Anreize oder Zielvereinbarungen aktiv darauf einwirken k&ouml;nnen, dass Hochschulen und Forschungseinrichtungen tats&auml;chlich konkrete Ma&szlig;nahmen zur Verbesserung von Besch&auml;ftigungsbedingungen und Berufsperspektiven ergreifen. Anselm Fremmer (Deutsche Forschungsgemeinschaft), Ulrich H&ouml;rlein (Bayerisches Staatsministerium f&uuml;r Wissenschaft, Forschung und Kunst) und Antje Tepperwien (VolkswagenStiftung) erkannten grunds&auml;tzlich den Handlungsbedarf der Geldgeber an, sahen aber f&uuml;r ihre Institution jeweils unterschiedliche Handlungsm&ouml;glichkeiten.<\/p>\n<p>Einen Blick &uuml;ber den Tellerrand wagten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der 6. GEW-Wissenschaftskonferenz am Donnerstag im Gespr&auml;ch mit Annette Hug von der schweizerischen &ouml;ffentlichen Dienstgewerkschaft VPOD sowie Peter Korecky von der &ouml;sterreichischen Gewerkschaft &Ouml;ffentlicher Dienst (G&Ouml;D). Auf gro&szlig;es Interesse stie&szlig; bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, dass es der G&Ouml;D gelungen ist, in Tarifverhandlungen mit den &ouml;sterreichischen Universit&auml;ten eine Reform der Hochschulpersonalstruktur durchzusetzen und den &ldquo;Tenure Track&rdquo; im &ldquo;Kollektivvertrag f&uuml;r die Arbeitnehmer\/innen der Universit&auml;ten&rdquo; rechtsverbindlich zu verankern. In Deutschland w&auml;re das schon aufgrund der geltenden Tarifsperre im Wissenschaftszeitvertragsgesetz ausgeschlossen. &ldquo;Trauen Sie Gewerkschaften und Arbeitgebern auch im deutschen Wissenschaftssystem etwas zu, geben Sie Tariffreiheit!&rdquo; appellierte Andreas Keller von Herrsching aus an Bundesregierung und Bundestag.<\/p>\n<p>Der Entwurf des Herrschinger Kodex &ldquo;Gute Arbeit in der Wissenschaft&rdquo; wurde auf der GEW-Wissenschaftskonferenz in insgesamt sechs themenorientierten Workshops intensiv beraten. Die Gremien der GEW werden jetzt die zahlreichen Verbesserungsvorschl&auml;ge auswerten und in den Kodex einarbeiten. Auf dem dritten Follow-Up-Kongress zum Templiner Manifest am 15. November 2012 in Berlin m&ouml;chte die GEW den fertigen Herrschinger Kodex der &Ouml;ffentlichkeit pr&auml;sentieren und Hochschulen und Forschungseinrichtungen einladen, sich nach dem Vorbild des Kodex selbst zu einer guten Personalpolitik zu verpflichten. Mit dem Templiner Manifest setzt sich die GEW seit 2010 unter dem Motto &ldquo;Traumjob Wissenschaft&rdquo; f&uuml;r eine umfassende Reform von Personalstruktur und Berufswegen in Hochschule und Forschung ein durch Bund, L&auml;nder und Hochschulen ein.<br>\nQuelle: Pressemitteilung der GEW (noch nicht im Netz)<\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. 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