{"id":14415,"date":"2012-09-12T10:33:25","date_gmt":"2012-09-12T08:33:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14415"},"modified":"2015-04-28T09:24:54","modified_gmt":"2015-04-28T07:24:54","slug":"wissenschaft-und-spekulation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14415","title":{"rendered":"Wissenschaft und Spekulation"},"content":{"rendered":"<p>Das FAZ-Essay &bdquo;Die Moral der Agrar-Spekulation&ldquo; des Wirtschaftsethikers Ingo Pies hat sowohl in der &Ouml;ffentlichkeit, als auch unter &Ouml;konomen, hohe Wellen geschlagen. In der letzten Woche sind auch die NachDenkSeiten bereits auf diesen Text <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14325\">eingegangen<\/a>. Als inhaltliche Erg&auml;nzung auf unsere Kritik und &Uuml;berblick zum aktuellen Stand der Wissenschaft m&ouml;chten wir unseren Lesern heute die Stellungnahme von Markus Henn, der sich f&uuml;r die Organisation <a href=\"http:\/\/www.weed-online.org\/\">WEED<\/a> sehr ausf&uuml;hrlich mit dem Themenbereich &bdquo;Spekulation mit Lebensmitteln&ldquo; besch&auml;ftigt hat, als Gastartikel vorstellen. Von <strong>Jens Berger<\/strong><br>\n<!--more--><br>\n<strong>Wissenschaft und Spekulation<\/strong><\/p><p>Kommentar zu <a href=\"http:\/\/wcms.uzi.uni-halle.de\/download.php?down=25700&amp;elem=2599037\">&bdquo;Ethik der Spekulation: Wie (un-)moralisch sind Finanzmarktgescha&#776;fte mit Agrarrohstoffen?&ldquo;<\/a> und <a href=\"http:\/\/wcms.uzi.uni-halle.de\/download.php?down=25900&amp;elem=2602684\">&bdquo;Wirtschaftsethik konkret: Wie (un)moralisch ist die Spekulation mit Agrarrohstoffen?&ldquo;<\/a> von Prof. Ingo Pies.<\/p><p>Von Markus Henn<\/p><p>Der Wirtschaftsethiker Professor Ingo Pies wirft in seinen Texten einigen Nichtregierungsorganisationen (NGOs) vor, sich alarmistisch auf das Thema Nahrungsmittelspekulation zu werfen und damit dem Kampf gegen den Hunger einen Ba&#776;rendienst zu erweisen, weil die wahren Ursachen verschleiert wu&#776;rden. Sein eigenes Vorgehen tra&#776;gt jedoch viele Zu&#776;ge dessen, was er den NGOs vorwirft.<\/p><p><strong>Irrungen, Wirrungen<\/strong><\/p><p>Es beginnt damit, dass Pies sich dezidiert zu einem Thema a&#776;u&szlig;ert, zu dem er selbst nur ein rudimenta&#776;res, schnell zusammengelesenes Wissen hat. Seine Publikationen weisen in keiner Weise darauf hin, dass er sich mit Agrarma&#776;rkten, Warenterminma&#776;rkten oder auch sonstigen Derivatema&#776;rkten auf ernsthafte Weise bescha&#776;ftigt ha&#776;tte. Er selbst gibt zu, dieses Thema erst ku&#776;rzlich fu&#776;r sich entdeckt zu haben. Dass er als Neuling bei einem Thema dennoch die Arroganz besitzt, einer Organisation wie Oxfam vorzuwerfen, sie wu&#776;rde sich am Kampf gegen den Hunger vergehen, ist starker Tobak. Oxfam arbeitet als Organisation Jahrzehnte gegen den Hunger, sowohl praktisch als auch mit theoretisch-politischer Aktivita&#776;t. Die harten Vorwu&#776;rfe von Pies sind umso absurder als Oxfam eine vergleichsweise marktfreundliche Organisation ist und insofern einiges von dem vertritt, was Pies auch spa&#776;ter fordert, z.B. offenen Marktzugang fu&#776;r Entwicklungsla&#776;nder, Abbau scha&#776;dlicher Subventionen und a&#776;hnliches. Richtig infam wird das Ganze spa&#776;testens, wenn Pies eine &bdquo;abgespeckte Form von Verschwo&#776;rungstheorie&ldquo; am Werk sieht. Nicht nur wird damit der Gegner vo&#776;llig abseits jeder rationalen und gutwilligen Absicht gestellt. Es ist auch bizarr, wenn eine Haltung, die auch von vielen Wissenschaftlern vertreten wird &ndash; Pies selbst zitiert Prof. von Braun mit starken Aussagen &ndash;, mit solchen Totschlagargumenten diskreditiert wird. Im U&#776;brigen wa&#776;re jede NGO froh, wenn sie mit so wenig Arbeit an einem Thema so einen Medienerfolg wie Pies ha&#776;tte, der als Fachfremder gleich einen <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/menschen-wirtschaft\/lebensmittelpreise-die-moral-der-agrar-spekulation-11873351.html\">FAZ-Artikel<\/a> und eine <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/studien-von-foodwatch-und-oxfam-zu-welthunger-wirtschaftsethiker-wirft-ngo-schlampige-recherche-vor-%201.1449948\">SZ-Hofberichterstattung<\/a> bekommt.<\/p><p>Die mangelnde Fachkenntnis von Pies kann natu&#776;rlich nicht ohne Folgen bleiben, und das gilt sowohl fu&#776;r den Agrar- als auch den Warenterminmarkt. So behauptet Pies u&#776;ber den Agrarmarkt: &bdquo;Damals [2007\/2008] stiegen die Lebensmittelpreise kurzfristig rasant an, um zur Jahresmitte 2009 ebenso rasant wieder zu fallen.&ldquo;. Doch der Verfall der Preise setzte schon Mitte 2008 ein. Oder Pies sagt zum Warenterminmarkt: &bdquo;Die eine Seite schlie&szlig;t eine Wette ab, und die andere Seite kommt genau dadurch in den Genuss einer Art von Versicherung.&ldquo; Aber im einfachsten Modell des Terminmarkts, das auch immer noch allen Bo&#776;rsen zugrunde liegt, ist der Future eine gegenseitige Versicherung (oder eine gegenseitige Wette, ganz wie man will). Dass eine Seite sich versichert und die andere wettet, ist eine Entwicklung, die in der Entwicklung eines Terminmarkts erst spa&#776;ter voll zum Tragen kommt und anfangs eher die Ausnahme darstellt. Beim Londoner Futterweizen-Future gibt es zum Beispiel bis heute im Schnitt rund 80% Hedger, also braucht es die Spekulanten dort nur in kleinem Ma&szlig;e, auch in den USA war der Anteil lange in a&#776;hnlichen Ho&#776;hen.<\/p><p>Auch andere Elemente des Warenterminhandels stellt Pies verfa&#776;lschend dar. Ein Future kann von vorneherein als nicht auszuliefernder Vertrag konstruiert werden, der dann nur mit Barausgleich abgewickelt wird (&bdquo;cash settled&ldquo;). Dafu&#776;r braucht es nicht oder zumindest nicht zwingend ein Gegengescha&#776;ft des Bauern, auch wenn dieses Glattstellen eine Mo&#776;glichkeit darstellt. Wenn die Glattstellung entfa&#776;llt, wird der Future einfach auf Basis der Marktpreise abgewickelt. [<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>] Die Wechselseitigkeit des Futures ist schon von Anfang an gegeben, denn der Bauer muss ja fu&#776;r seine short-Position schon einen long-Partner finden. Bei Pies entsteht dagegen der Eindruck, die Wechselseitigkeit entstehe immer erst mit dem zweiten Future, den der Bauer long zuru&#776;ckkauft. Nun weitet Pies diese schon u&#776;bertriebene Darstellung des Grundgescha&#776;fts noch aus, indem er sagt: &bdquo;In der Praxis kommt es ha&#776;ufig vor, dass bis zur Ernte mehrere Termingescha&#776;fte abgewickelt werden, weil die Akteure immer wieder neue Absicherungen suchen, die ihren vera&#776;nderten Erwartungen entsprechen.&ldquo; An dieser These sind ziemliche Zweifel angebracht, auch wenn die Details der Handelspraxis oft nicht bis ins Letzte bekannt sind. Schon die Vorstellung, dass der Bauer selbst die Futures kaufen wu&#776;rde, ist ja irrefu&#776;hrend. Gehandelt wird fast nur von den Gro&szlig;ha&#776;ndlern, teils im Auftrag von Bauern. Dass sich dabei Preisvorstellungen a&#776;ndern, mag sein, aber dass alle Akteure sta&#776;ndig ihre Positionen erneuern, wirkt unwahrscheinlich. Entsprechend wird von den Produzenten auch in der Regel ein anderer Grund fu&#776;r das Handelsvolumen an den Bo&#776;rsen angefu&#776;hrt, na&#776;mlich dass es verschiedene Verarbeitungsstufen gebe, die sich absichern. Es stellt sich au&szlig;erdem die Frage, ob es o&#776;konomisch wu&#776;nschenswert ist, wenn der einzelne Ha&#776;ndler tatsa&#776;chlich sta&#776;ndig seine Positionen a&#776;ndert: das klingt eher nach Casino als nach Preissicherung.<\/p><p>Nur durch diese verzerrende und u&#776;bertriebene Darstellung kommt Pies auf den Gedanken, schon die Bauern selbst wu&#776;rden eine Menge an Positionen generieren, die weit u&#776;ber die Ernte hinausgehen. Aber selbst wenn man all diese Argumente gelten la&#776;sst, la&#776;sst sich das extreme Wachstum des Futureshandels an den US- Bo&#776;rsen in den letzten zehn Jahren nicht erkla&#776;ren. Warum sollte eine schon seit vielen Jahrzehnten voll entwickelte Futures-Bo&#776;rse, die fru&#776;her bei a&#776;hnlich unsicheren Ernten etc. im Wesentlichen mit viel weniger Terminhandel ausgekommen ist, plo&#776;tzlich einen viel ho&#776;heren Bedarf haben? In diesem Zusammenhang ist auch die Frage, wie Pies auf den niedrigen open interest von angeblich im Schnitt nur 19% im Vergleich zur Ernte kommt bzw. welche Aussagekraft diese Zahl hat. Wenn man den Chicagoer Weizenfuture nimmt, betra&#776;gt der aktuelle open interest <a href=\"http:\/\/www.cftc.gov\/oce\/web\/wheat.htm\">432.600 Vertra&#776;ge<\/a>. Bei einer Vertragsgro&#776;&szlig;e von ca. <a href=\"http:\/\/www.cmegroup.com\/trading\/agricultural\/grain-and-oilseed\/wheat_contract_specifications.html\">136 Tonnen<\/a> ergibt das 57,6 Mio. Tonnen Weizen. Die US-Ernte betrug 2011\/12 aber nur <a href=\"http:\/\/www.ers.usda.gov\/publications\/whs-wheat-outlook\/whs-12h.aspx\">45,7 Mio. Tonnen<\/a>. Es sind also in diesem wichtigsten alle Ma&#776;rkte mitnichten nur 19%, sondern u&#776;ber 126%.<\/p><p>Vo&#776;llig abwegig ist Pies&rsquo; Vergleich eines Terminvertrags mit Pferdewetten: die Pferdewette ermittelt eben nicht den Kaufpreis von Pferden, sondern nur, ob diese ein Rennen gewinnen. Der Weizenfuture bezieht sich aber auf den Kaufpreis des Weizens selbst. Jedes Standardlehrbuch erkla&#776;rt, dass Futures eben nicht nur der Risikoverteilung, sondern immer auch der Preisfindung dienen. Und tatsa&#776;chlich gilt der Futurespreis oft als fu&#776;hrender Preis, wissenschaftlich untermauert wurde diese Preisfu&#776;hrerschaft unter anderem vom U<a href=\"http:\/\/www.ifpri.org\/sites\/default\/files\/publications\/ifpridp00988.pdf\">S- Forschungsinstitut IFPRI [PDF &ndash; 1.6 MB]<\/a>: &bdquo;The results indicate that spot prices are generally discovered in futures markets. In particular, we find that changes in futures prices lead changes in spot prices more often than the reverse.&rdquo; Au&szlig;erdem fu&#776;hrt an fast allen Bo&#776;rsen ein kleiner Teil der Futures noch immer zur Auslieferung von Waren. In den USA gibt es nach meiner Wahrnehmung sogar die Einscha&#776;tzung, dass ohne diesen kleinen Teil der ausgelieferten Futures der Handel sogar gar nicht richtig funktioniert, weil sich der Terminmarkt zu leicht vom physischen Markt abkoppelt. Und selbst wenn es gar keine Auslieferung gibt (wie an der Eurex in Frankfurt), bleibt der Future keine x-beliebige Wette, sondern ist aufs Engste auf den Realmarkt bezogen oder sollte es zumindest sein.<\/p><p><strong>It&rsquo;s the speculation&hellip;<\/strong><\/p><p>Was hat es nun mit der Spekulation auf sich? Pies spielt speziell den Einfluss der Indexfonds in den Terminma&#776;rkten herunter. Pies selbst gibt aber zu, dass es die Indexfonds fru&#776;her an diesen Ma&#776;rkten nicht gab und sie also auch offensichtlich damals nicht no&#776;tig waren. Warum sind sie es plo&#776;tzlich heute? Pies verwickelt sich hier in den Widerspruch aller Spekulationsverteidiger: der Indexfonds (und allgemeiner die Spekulation) wird immer zugleich als segensreich und als einflusslos dargestellt. So hei&szlig;t es einmal bei Pies: &bdquo;&hellip;hat das hohe Volumen der Index-Spekulationen durch CITs einen allenfalls geringen Einfluss auf das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage auf dem Kassamarkt&ldquo;. Dann aber plo&#776;tzlich wieder: &bdquo;Die Agrarma&#776;rkte wu&#776;rden nicht besser, sondern schlechter funktionieren, wenn man die Index-Spekulationen drastisch einschra&#776;nken oder gar verbieten wu&#776;rde, wie es gegenwa&#776;rtig gefordert wird&ldquo;. Aber wenn die Index- Spekulationen eine positive (Preis-)Wirkung haben ko&#776;nnen, wie ko&#776;nnen sie dann plo&#776;tzlich gar keine Wirkung haben beziehungsweise niemals eine negative?<br>\nWenn Pies nun auf das Handelsinteresse der Indexfonds eingeht, gibt er die u&#776;blichen Gru&#776;nde wie Portfoliodiversifizierung etc. wieder. Wie sich dieses Interesse immer im Einklang mit den gerade bestehenden Fundamentaldaten befinden soll, bleibt unklar. Pies erwa&#776;hnt auch nicht, dass viele der theoretischen Behauptungen u&#776;ber die Vorteile von Rohstoffindexinvestitionen sich inzwischen als fraglich herausgestellt haben. Sprich: die Fonds verlieren eine Menge Geld. Ob das nun bei den Banken oder bei den Bauern ankommt, sei hier einmal dahingestellt. Die Win-Win-Situation, die Pies hier beschreibt, mag es in den Ko&#776;pfen von Professoren geben, in der Wirklichkeit liegen die Dinge deutlich komplizierter. Pies scheint an dieser Stelle zu vergessen, was er an anderer Stelle (siehe na&#776;chster Absatz) so gerne betont: Futures sind Nullsummenspiele, so wie alle Derivate, das hei&szlig;t es wird immer nur Geld umverteilt. Aber es gibt keine exogene Mehrwert- bzw. Profitquelle, wie es sie bei Aktien oder Anleihen gibt. Natu&#776;rlich kann eine kleine Zahl an Spekulanten mit dem vorhandenen Pool an Risikopra&#776;mien ihren Schnitt machen. Aber wie sollen plo&#776;tzlich viel mehr Spekulanten bei wenig vera&#776;ndertem Gesamtrisiko das ko&#776;nnen?<\/p><p>Um zu begru&#776;nden, warum sowohl das neue Volumen des Handels als auch die Interessen der Handelnden gar keinen Einfluss auf die Preise haben sollen, nimmt Pies &ndash; wie andere Professoren auch &ndash; auf das Nullsummenspiel bei Derivaten Bezug. Das ist technisch richtig, aber als Argument nur auf den ersten Blick schlagend. Denn es mu&#776;ssen zwar tatsa&#776;chlich bei jedem Vertrag immer zwei Parteien zusammenkommen. Doch selbst wenn man zugesteht, dass die Futures im Gegensatz zu physischen Waren aus dem Nichts geschaffen werden ko&#776;nnen, muss ein starkes Kaufinteresse auch den Preis beeinflussen, zu dem die beiden Vertragspartner zusammenkommen. Es kommen ja bei jedem Kaufvertrag zwei Personen zusammen, dennoch wu&#776;rde niemand annehmen, dass deren Motive und Menge gar keine Rolle in der Preisfindung spielen. Es ist ja bekannt, dass Indexha&#776;ndler zu einem gewissen Zeitpunkt ihre Futures u&#776;berrollen mu&#776;ssen und also massenhaft Futures zu kaufen bereit sind. Werden nicht die Verka&#776;ufer versuchen aus dieser Kaufnot Profit zu schlagen, was den Preis hochtreibt? Und in der Tat unter anderem die <a href=\"http:\/\/papers.ssrn.com\/sol3\/papers.cfm?abstract_id=1945570\">Studie von Frenk\/Turbeville (2011)<\/a>, die die Rollphase der Indexfonds im Detail untersucht, die Preiswirkung der Indexfonds nachweisen ko&#776;nnen. Diese Studie ist von einem fru&#776;heren Vize-Pra&#776;sidenten von Goldman Sachs und Derivatespezialisten mitverfasst worden. Wenn Pies schreibt: &bdquo;Deshalb wu&#776;rden sich die informierten Ha&#776;ndler die Chance nicht entgehen lassen, gegen CITs zu spekulieren&ldquo;, dann muss man sagen: genau so ist es! Und es treibt die Ma&#776;rkte systematisch nach oben. Es schla&#776;gt sich auch in einer &ndash; im Ausma&szlig; neuartigen &ndash; Preisstruktur vieler Futures nieder, na&#776;mlich einem ha&#776;ufigen contango, wo die la&#776;nger laufenden Futures teurer sind als die ku&#776;rzer laufenden.<br>\nDoch die Debatte soll gar nicht auf Indexfonds reduziert werden. Pies behauptet irrtu&#776;mlich, die Kritik der NGOs reduziere sich darauf. Doch sie geht in der Regel nicht nur um diesen Fondstyp und seine speziellen Facetten (long only, passiv etc.), sondern um eine Kritik am Gesamtvolumen der Spekulation, das sich durch die Deregulierung ergeben hat oder ergeben kann. Dadurch ist ja auch der Anteil der aktiven Spekulanten deutlich gestiegen. Dieser insgesamt hohe Anteil an spekulativen Positionen, oft als &bdquo;exzessive Spekulation&ldquo; bezeichnet, ist der Kern der Kritik vieler NGOs. Diese Kritik richtet sich dann genauso gegen die neuartige Rolle von Hedge Fonds und anderen fru&#776;heren Spekulanten. Im Einklang damit wird auch oft als Lo&#776;sung die Begrenzung der Positionen (Positionslimits) vertreten, weil hier alle Spekulanten begrenzt werden. Denn wie Ann Berg, fru&#776;her lange in Chicago Weizenha&#776;ndlern und im Direktorium der Bo&#776;rse, <a href=\"http:\/\/www.fao.org\/fileadmin\/templates\/est\/COMM_MARKETS_MONITORING\/Grains\/Documents\/ConferenceRoomSeries2.pdf\">geschrieben hat [PDF &ndash; 125 KB]<\/a>: &bdquo;Over 150 years of futures trading history demonstrates that position limits are necessary in commodities of finite supply to curb excessive speculation and hoarding.&rdquo; Und daneben gibt es au&szlig;erdem noch NGOs bzw. Netzwerke wie Via Campesina, die ohnehin grundsa&#776;tzliche Zweifel am Vorteil der Bo&#776;rsen fu&#776;r die Allgemeinheit haben und sie deshalb ganz aus der Landwirtschaft heraushalten wollen.<\/p><p>Pies packt natu&#776;rlich auch eine andere Waffe aller Spekulationsverteidiger aus: die Lagerhaltung. Die Bedeutung der Lager ist auch von Harald Schumann in &bdquo;Die Hungermacher&ldquo; ausfu&#776;hrlich diskutiert worden &ndash; auch wenn Pies es so darstellt, als wa&#776;re es nicht der Fall. Doch manche Dinge muss man wohl wiederholen. Zuna&#776;chst ist dieser Einwand ohnehin nicht abschlie&szlig;end zu belegen, denn die Lager sind schlicht nicht bekannt. Das wurde unter anderem im Interagency Report der FAO und anderer Organisationen fu&#776;r die G20 (2011) <a href=\"http:\/\/www.foodsecurityportal.org\/sites\/default\/files\/g20_interagency_report_food_price_volatility.pdf\">betont [PDF &ndash; 865 KB]<\/a>: &bdquo;reliable data on stocks of grains and oilseeds are often not collected or, if collected are not reported publicly&rdquo;. Deshalb will man nun auch ein neues Informationssystem (AMIS) schaffen, zu dem auch die Privatfirmen freiwillig beitragen sollen. Das hei&szlig;t aber im Umkehrschluss: heute kennt niemand die Lager wirklich, und es la&#776;sst sich nicht sagen, ob die Lager insgesamt angestiegen sind oder nicht. Doch selbst wenn wir die Lager kennen wu&#776;rden: wenn die Futuresma&#776;rkte der Preisfindung dienen, ist die Transmission u&#776;ber Lagerhaltung zwangsla&#776;ufig nur eine Mo&#776;glichkeit. Eine direkte Orientierung von physischen Ha&#776;ndlern kann auch ohne Lagerhaltung stattfinden. Das Ausma&szlig; dieser Orientierung ist naturgema&#776;&szlig; schwer zu bestimmen, aber jeder kann heute die Bo&#776;rsenpreise sta&#776;ndig im Internet nachsehen oder sie sich zuschicken lassen und Vertra&#776;ge ko&#776;nnen direkten Bezug auf Futurespreise nehmen.<\/p><p>Die Vergleiche zwischen Rohstoffen sind ein ernstzunehmender Punkt. Pies macht es sich hier aber erstaunlich einfach. Pies selbst zitiert Zahlen, nach denen Mais und Weizen die ho&#776;chsten Anstiege haben, ein Mehrfaches der nicht gehandelten Gu&#776;ter Bohnen und A&#776;pfel. Statt aber zu sagen: der Anstieg ist viel sta&#776;rker gewesen, sagt Pies: da gab es ja auch einen Anstieg, also kann die Spekulation keinen Einfluss haben. Auch seine Behauptung, dass Baumwolle ein Gegenargument sei, steht auf to&#776;nernen Fu&#776;&szlig;en. Gerade die Baumwollbranche geht davon aus, dass die Blase dort um 2008 ausschlie&szlig;lich auf Indexfonds zuru&#776;ckgeht. Zumindest hat sich mir gegenu&#776;ber ein O&#776;konom des US Cotton Advisory Committee so gea&#776;u&szlig;ert. Auch mit dem Reis wird immer das gleiche halbwahre halbfalsche Argument gemacht. Es ist oft genug betont worden, dass die Reispreisanstiege 2007 urspru&#776;nglich vom Weizenpreisanstieg ausgelo&#776;st wurden, weil Reis als Substitut fu&#776;r Weizen fungiert. Eine gute Darstellung dazu findet sich z.B. in einem <a href=\"http:\/\/rstb.royalsocietypublishing.org\/content\/365\/1554\/3023.full.pdf+html\">Text<\/a> fu&#776;r die britische Royal Society von den zwei fu&#776;hrenden Agraro&#776;konomen Gilbert und Morgan.<\/p><p><strong>Studien u&#776;ber Studien<\/strong><\/p><p>Nun aber zu den vielen Studien, die im Raum herumschwirren und die Pies vor allem fu&#776;r sich in Anspruch nimmt und behauptet, die NGOs wu&#776;rden diese schlicht ignorieren. Doch Pies selbst zitiert selektiv die Literatur, und das gilt sogar fu&#776;r seine ausfu&#776;hrliche Bestandsaufnahme im Text &bdquo;Wirtschaftsethik konkret&ldquo;. Viele Studien, Berichte und Analystenaussagen fallen bei der Darstellung von Pies heraus. Eine <a href=\"http:\/\/www2.weed-online.org\/uploads\/evidence_on_impact_of_commodity_speculation.pdf\">ausfu&#776;hrliche U&#776;bersicht [PDF &ndash; 275 KB]<\/a> stelle ich seit u&#776;ber zwei Jahren zusammen. Diese Liste wurde im U&#776;brigen begonnen, weil Leute wie Pies nicht mu&#776;de wurden zu behaupten, es gebe u&#776;berhaupt keine wissenschaftlichen Belege fu&#776;r die Spekulationskritik. Anders als Pies es darstellt, wa&#776;chst die Zahl der spekulationskritischen Studien im Verha&#776;ltnis zu den spekulationsentlastenden in den letzten Jahren. Letztere stellen eher die fru&#776;here Meinung dar, die jetzt diskutiert wird. Pies&rsquo; Auswahl ist also nicht so objektiv wie es seine starken Aussagen erwarten lassen wu&#776;rden. Pies zitiert zwar auch die Studien, die nicht fu&#776;r seine Seite sprechen, aber er la&#776;sst sie nicht in sein Fazit einflie&szlig;en. Was za&#776;hlt in der Bewertung, sind dann nur die Studien, die fu&#776;r ihn sprechen, und daraus leitet er seine starke Position ab. Er macht sich nicht einmal die Mu&#776;he, die anderen Studien zu widerlegen oder wirklich tief in die Details von Granger-Tests und anderen Methoden einzusteigen.<\/p><p>Wie alle Spekulationsverteidiger erweckt Pies insbesondere den Eindruck, das peer review sei nur mit ihm. Tatsache ist, dass es in der genannten Liste viele kritische Studien gibt, die von renommierten Universita&#776;ten oder o&#776;ffentlichen Einrichtungen herausgegeben wurden und die sich auch o&#776;konometrischer Methoden bedienen. Alleine 2012 erschienen u.a. <a href=\"http:\/\/papers.ssrn.com\/sol3\/papers.cfm?abstract_id=2075579\">zwei<\/a> <a href=\"http:\/\/www.zef.de\/fileadmin\/webfiles\/downloads\/zef_dp\/zef_dp_161.pdf\">Studien [PDF &ndash; 700 KB]<\/a> am Zentrum fu&#776;r Entwicklungsforschung der Universita&#776;t Bonn (von denen Pies nur eine erwa&#776;hnt), von Forschern der <a href=\"http:\/\/mpra.ub.uni-muenchen.de\/37486\/1\/MPRA_paper_37486.pdf\">UNCTAD [PDF &ndash; 910 KB]<\/a> mit Fokus auf Hochfrequenzhandel, vom <a href=\"http:\/\/www.diw.de\/documents\/publikationen\/73\/diw_01.c.395640.de\/dp1199.pdf\">Deutschen Institut fu&#776;r Wirtschaftsforschung [PDF &ndash; 550 KB]<\/a> mit Bezug auf die Geldpolitik, von der <a href=\"http:\/\/academiccommons.columbia.edu\/item\/ac:146501\">Columbia University<\/a> und eine zu Rohstoffzertifikaten an der <a href=\"http:\/\/www.ccfr.org.cn\/cicf2012\/papers\/20120525010717.pdf\">Universita&#776;t Illinois at Urbana-Champaign [PDF]<\/a>. Letzteres ist besonders interessant, weil an dieser Universita&#776;t auch Professor Irwin arbeitet, der wohl global der wichtigste Verteidiger jeglicher Spekulation ist. Von Gilbert, dessen Arbeiten teilweise auch auf eine Blasenwirkung der Indexfonds hindeuten, waren in den Jahren zuvor Studien u.a. beim Journal of Agricultural Economics <a href=\"http:\/\/onlinelibrary.wiley.com\/doi\/10.1111\/j.1477-9552.2010.00248.x\/abstract\">erschienen<\/a>. Zuletzt erwa&#776;hnt Pies eine der am meisten diskutierten Studien nicht, die von <a href=\"http:\/\/www.princeton.edu\/~wxiong\/papers\/commodity.pdf\">Tang\/Xiong (2011) [PDF &ndash; 1 MB]<\/a>aus Princeton.<\/p><p>An dieser Stelle sind einige grundsa&#776;tzliche Bemerkungen zu o&#776;konometrischen Studien vonno&#776;ten. Ob sich u&#776;berhaupt o&#776;konomische Fragen mit o&#776;konometrischen Methoden beantworten lassen, ist keineswegs sicher. Das Maximale, was die O&#776;konometrie leistet, ist auch nur eine verfeinerte Form der Korrelation, aber auch keine Kausalita&#776;t. Frenk (2010) hatte dazu einige Anmerkungen in Kritik an Irwin\/Sanders gemacht. Diese Kritik vo&#776;llig abzutun, so wie Pies es tut, ist bizarr. Denn Irwin und Sanders schreiben selbst (in &ldquo;Index Funds, Financialization, and Commodity Futures Markets&rdquo;, 2011): &bdquo;rejection of the null hypothesis in a Granger causality test should be viewed as only a preliminary indication of a true casual relationship.&ldquo; Der Granger-Test beweist also auch keine Kausalita&#776;t, sondern nur Verha&#776;ltnisse zwischen Datenwerten. Das kann niemals die Kausalita&#776;t erkla&#776;ren, die im Kopf eines Ha&#776;ndlers abla&#776;uft, und auch nie die Frage abschlie&szlig;end beantworten, ob und wie genau ein Fundamentalgrund eine Entwicklung treibt oder nicht. Auch die Interpretation der Ergebnisse kann die O&#776;konometrie niemals leisten. Zum Beispiel kann das Ergebnis, dass spekulative Positionen den Preisentwicklungen vorhergehen, entweder als Beleg fu&#776;r den verzerrenden Einfluss der Spekulation oder fu&#776;r deren bessere Informiertheit genommen werden. Ohne eine Interpretation der Marktverha&#776;ltnisse sind die Zahlen jedenfalls niemals eindeutig zu verstehen.<\/p><p>Die zweite grundsa&#776;tzliche Bemerkung betrifft die Daten. Es gibt grundsa&#776;tzliche Bedenken, ob die Daten der CFTC u&#776;berhaupt sinnvolle Aussagen erlauben, da sie nur ein wo&#776;chentliches Blitzlicht auf die Marktsituation geben, aber mitnichten den Handel in seiner Dynamik voll abbilden. Diese Kritik an den Daten wurde mir gegenu&#776;ber unter anderem von einem &ndash; marktwirtschaftlich unverda&#776;chtigen &ndash; O&#776;konomen der International Cocoa Association gea&#776;u&szlig;ert. Der Rohstoffspezialist von Reuters hat ku&#776;rzlich die gesamte Qualita&#776;t der Daten wegen ihrer Erhebungsmethode und anderem <a href=\"http:\/\/www.reuters.com\/article\/2012\/05\/09\/column-cot-idUSL5E8G95FV20120509\">bezweifelt<\/a>.<\/p><p>Es ist au&szlig;erdem immer die Frage, welche zeitlichen Wirkungen man untersucht. Geht es um Sekunden, Stunden, Tage, Wochen, Monate oder gar Jahre? Viele Studien beziehen sich auf den Begriff der Volatilita&#776;t, ohne dass sie damit immer dasselbe meinen wu&#776;rden. Wenn eine Studie herausbringt, dass die ta&#776;glichen Schwankungen abnehmen, schlie&szlig;t dass einen Effekt u&#776;ber Wochen oder Monate hinweg keineswegs aus. Das hat mir auch Professor Gilbert perso&#776;nlich so besta&#776;tigt.<\/p><p>Nun zu einigen von Pies genannten Studien im Einzelnen: Entgegen den teils expliziten, teils impliziten Behauptungen von Pies sind die fu&#776;r seine Seite herangezogenen Texte keineswegs alle peer reviewed. Das gilt z.B. fu&#776;r den Artikel von Pirrong, der nur ein relativ kurzer Zeitschriftenartikel in Regulation ist und der keinen peer review durchlaufen haben du&#776;rfte [<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>]. Es gilt auch fu&#776;r die Arbeit von Stoll und Whaley im Journal of Alternative Investments; diese Zeitschrift scheint nicht peer reviewed. Zusa&#776;tzlich gibt dieser Artikel nur die Ergebnisse der zuvor verfassten Studie wieder und bla&#776;ht insofern die Liste auf. Auch sonst wirken einige Zeitschriften eher wie Finanzzeitschriften, z.B. auch noch das Journal of Applied Finance. Die Finanzkrise hat gezeigt, dass die Ergebnisse dieser Art von Wissenschaft mit Vorsicht zu genie&szlig;en sind. Es fragt sich jedenfalls, welche Interessen die Studien im Blick haben. Professor Irwin sitzt zum Beispiel nicht nur in den Boards von Agrarzeitschriften, sondern auch beim genannten Journal of Alternative Investments. Es wa&#776;re genauer zu pru&#776;fen, welche Interessen bei einem so finanznahen Professor bestehen. Die Studie von Stoll und Whaley wurde von dem Rohstofffonds Gresham Investment Management (mit)finanziert, was zumindest Anlass zu Fragen nach der Objektivita&#776;t bietet. Irwin und Sanders geben in ihrer Studie von 2012 sogar offen zu, die Indexfonds ha&#776;tten das Potential &ldquo;[to] better integrate agricultural futures markets with financial markets&ldquo; &ndash; also genau das, was Kritiker als Gefahr sehen.<\/p><p>Oft sind die Ergebnisse der Studien nicht so eindeutig sind, wie sie am Ende verkauft werden. Ein gutes Beispiel ist die <a href=\"http:\/\/www.ifpri.org\/sites\/default\/files\/publications\/rr165.pdf\">IFPRI-Studie von Headey und Fan (2010) [PDF &ndash; 2 MB]<\/a>, die Pies als Entlastungszeugen zitiert. Ich habe diese Studie nach Erscheinen ausfu&#776;hrlich kritisiert, weil sie im Hinblick auf die Spekulation sehr du&#776;rftig und teils sogar fachlich falsch ist. Bemerkenswert ist vor allem, dass die Autoren selbst an einigen Stellen doch wieder zugestehen, dass die Finanzinvestitionen einen Einfluss haben: &bdquo;Despite this complexity, the assessment presented here suggests that some explanations still hold up much better than others. This set of interconnected factors includes rising energy prices, the depreciation of the U.S. dollar, low interest rates, and investment portfolio adjustments in favor of commodities.&rdquo; (Herv. MH). Zumindest eine Studie geht gar nicht in Pies&rsquo; Richtung, obwohl er dies behauptet, so hei&szlig;t es bei <a href=\"http:\/\/ageconsearch.umn.edu\/handle\/95803\">Hailu und Weersink (2010)<\/a>: &bdquo;Commodity index traders are one of the reasons for the significant increase in market volatility over the last several years but not the sole cause.&rdquo;<\/p><p>Die von Pies als Kronzeuge herangezogene Arbeit von Meijerink und Shutes (2011) habe ich einmal ausfu&#776;hrlich <a href=\"http:\/\/www2.weed-online.org\/uploads\/review_lei.pdf\">kommentiert [PDF &ndash; 70 KB]<\/a> [<a href=\"#foot_3\" name=\"note_3\">3<\/a>].<br>\nEiniges an deren Arbeit erinnert an die Argumentation von Pies, wenn auch auf deutlich ho&#776;herem und kompetenteren Niveau, weil die beiden &ndash; im Gegensatz zu Pies &ndash; wirklich vom Fach sind. Wie mein Kommentar jedoch zeigt, sind Meijerink und Shutes auch weniger wissenschaftlich, als sie es sich selbst zugute halten, insbesondere haben sie auch den Tunnelblick bei der Darstellung der Argumente, den sie selbst anderen vorwerfen. Auch ihre Review-Liste von Studien ist deutlich schwa&#776;cher als sie selbst behaupten, ich habe die Liste in meinem Kommentar am Ende auch im Einzelnen kommentiert. Zuna&#776;chst sind die Studien einseitig ausgewa&#776;hlt. Dann werden bei den nicht- wissenschaftlichen Papieren besonders viele spekulationskritische genommen, die dann am selben wissenschaftlichen Ma&szlig;stab gemessen werden wie wissenschaftliche Studien, was notwendig zu einem negativen Ergebnis fu&#776;hren muss. Und schlie&szlig;lich wird teilweise falsch zitiert, sogar so, dass Studien in ihr Gegenteil verkehrt werden.<\/p><p>In anderen Fa&#776;llen haben auch einige Wissenschaftler offenbar ein Interesse, ihre Ergebnisse mo&#776;glichst spekulationsfreundlich darzustellen. Ein Beispiel ist die <a href=\"http:\/\/papers.ssrn.com\/sol3\/papers.cfm?abstract_id=1980058\">Studie von Capelle-Blancard und Coulibaly (2012)<\/a>. Das Fazit meint zwar, keinen Einfluss (&ldquo;no evidence&rdquo;) zu finden. Aber im Text hei&szlig;t es u.a. &bdquo;For live cattle, there is a positive causality from index traders positions to prices that is significant at the 10% level.&rdquo; Wer sich in der Studie die Grafiken auf S. 13\/14 ansieht, findet gerade fu&#776;r die Phase um 2008 erstaunliche Korrelationen zwischen Indexpositionen und Preisen. Diese Korrelation ist wohl in den letzten Jahren nicht mehr so stark gewesen, weshalb die Granger-Test auch in der Regel nicht mehr so aussagekra&#776;ftig sind. Darauf deuten auch verschiedene andere Studien hin. Das schlie&szlig;t aber nicht aus, dass die Indexfonds um 2008 von Bedeutung waren. Inzwischen handeln die meisten Fonds aktiver, zumindest einen Teil des Portfolios. Das du&#776;rfte ein Grund sein, warum die Indexpositionen nicht mehr so einflussreich sind. Ein weiteres Beispiel fu&#776;r spekulationsfreundliche Interpretation ist die <a href=\"http:\/\/www.farmdoc.illinois.edu\/irwin\/research\/Aulerich,%20Irwin,%20Garcia_NBER_2012.pdf\">Studie von Aulerich, Irwin und Garcia (2012) [PDF &ndash; 450 KB]<\/a>, die u.a. schreiben: &bdquo;The null hypothesis of no impact of aggregate CIT positions on returns is rejected in only 3 of the 12 markets. (&hellip;) The null hypothesis that CIT positions do not impact returns in the data-defined roll period for CITs is rejected at the 5% level in 5 of the 12 markets. (&hellip;) We find some evidence that index investment contributed to a narrowing of price spreads during the period when index investors roll trades across futures contracts.&rdquo; Mit anderen Worten: es wird fu&#776;r die gro&szlig;e Mehrheit der Ma&#776;rkte ein klarer Preiseffekt gemessen, er wird dann nur als nicht-scha&#776;dlich interpretiert. Und am Ende wird gesagt, die Ergebnisse wu&#776;rden keinen Anlass zu dem Schluss bieten, dass Indexfonds einen (negativen) Preiseinfluss ha&#776;tten.<\/p><p>Ein interessanter Fall ist auch die <a href=\"http:\/\/papers.ssrn.com\/sol3\/papers.cfm?abstract_id=1478195\">Studie von Stoll und Whaley (2011)<\/a>, die den US-Senatsbericht von 2009 zu <a href=\"http:\/\/www.hsgac.senate.gov\/\/imo\/media\/doc\/REPORTExcessiveSpecullationintheWheatMarketwoexhibitschartsJune2409.pdf?attempt=2\">&bdquo;Excesive Speculation in the Wheat Market&ldquo; [PDF &ndash; 3 MB]<\/a> kritisiert. Neben den diskutierenswerten Zahlen zum Einfluss von Indexfonds kommen die Forscher mit ihren Berechnungen zu dem Schluss, 2008 ha&#776;tte sich in den US-Ma&#776;rkten ohnehin nichts Besonderes ereignet. Sie leugnen schlicht, dass sich Futures- und Realma&#776;rkte entkoppelt ha&#776;tten (&bdquo;Divergenz&ldquo;), obwohl dies von allen Marktteilnehmern einhellig so wahrgenommen wurde. Sie versteigen sich dann zu der Aussage &bdquo;for the vast majority of wheat price risk managers, the issue of convergence is moot.&ldquo; Auch das sahen diese risk manager aber vo&#776;llig anders, wie sich im Senatsbericht nachlesen la&#776;sst, wo sich na&#776;mlich gerade die hier gemeinten Leute bitter beschweren, dass die Preisspru&#776;nge mit ihrer Wirkung auf die Margins zu riesigen Problemen gefu&#776;hrt haben.<\/p><p>Bei den Studien, die Pies speziell zum O&#776;l auffu&#776;hrt, ist er besonders einseitig: einer Studie gegen ihn stellt er fu&#776;nf fu&#776;r ihn gegenu&#776;ber, was aber mitnichten die Debatte abbildet. Es fehlt z.B. die Studie von Vansteenkiste (2011) von der <a href=\"http:\/\/www.ecb.int\/pub\/pdf\/scpwps\/ecbwp1371.pdf\">EZB [PDF &ndash; 1.1 MB]<\/a> oder von Hamilton\/Wu (2011) von der <a href=\"http:\/\/dss.ucsd.edu\/~jhamilto\/hw4.pdf\">UCLA bzw. Universita&#776;t Chicago [PDF &ndash; 660 KB]<\/a>. Die <a href=\"http:\/\/www.ecb.europa.eu\/pub\/pdf\/scpwps\/ecbwp1346.pdf\">Studie von Lombardi und Van Robays (2011) [PDF &ndash; 2.5 MB]<\/a> fu&#776;hrt er zudem irrefu&#776;hrend auf seiner Seite an. Denn diese Studie sieht gerade einen spekulativen Einfluss und wurde deshalb auch u.a. von JP Morgan mit sehr kritischen Kommentaren bedacht. Wenn man das beru&#776;cksichtigen wu&#776;rde, stu&#776;nde es plo&#776;tzlich 4:4 und nicht mehr 5:1.<\/p><p><strong>Wacklige Fundamente<\/strong><\/p><p>Da Pies jeden spekulativen Einfluss auf die Preise negiert, muss er zwangsla&#776;ufig alles mit den Fundamentaldaten erkla&#776;ren. Er kann sich mit dieser These natu&#776;rlich auf einige Fachwissenschaftler berufen. Was er jedoch im Einzelnen als gesicherten Konsens ausgibt, ist in Wahrheit oft hoch umstritten. Insofern ko&#776;nnte man bei jedem einzelnen der Gru&#776;nde, a&#776;hnlich wie es Pies bei der Spekulation tut, sagen: es gibt keinen klaren Konsens unter den Wissenschaftlern, deshalb du&#776;rfte auch niemand diese Gru&#776;nde anfu&#776;hren.<\/p><p>So nennt Pies als Begru&#776;ndung das Wachstum in Schwellenla&#776;ndern, namentlich in China und Indien. Von dieser auf den ersten Blick so plausiblen Erkla&#776;rung bleibt auf den zweiten Blick nicht viel u&#776;brig. Alleine der Umstand, dass dieses Wachstum insbesondere im Fall China schon viel la&#776;nger (ca. 20-30 Jahre) anha&#776;lt, der Preisanstieg aber erst maximal 10 Jahre bzw. in seiner extremen Auspra&#776;gung sogar weniger anha&#776;lt, passt nicht zu Pies&rsquo; These. Auch saugen China und Indien zumindest was Mais und Weizen angeht, mitnichten den globalen Markt leer, weil sie sich viel sta&#776;rker selbst versorgen (hier ist natu&#776;rlich eher China als Indien gemeint) als Pies scheinbar wei&szlig;. Deshalb haben auch einige der besten Fachleute die Nachfragethese infrage gestellt, unter anderem der Weltbankforscher John Baffes und der Professor und damalige Leiter der Analyseabteilung der EU-Kommission <a href=\"http:\/\/www-wds.worldbank.org\/external\/default\/WDSContentServer\/IW3P\/IB\/2010\/07\/21\/000158349_20100721110120\/Rendered\/PDF\/WPS5371.pdf\">Tassos Haniotis [PDF &ndash; 1.1 MB]<\/a>, oder auch der UN-Sonderberichterstatter fu&#776;r das Recht auf Nahrung Olivier de Schutter, die Pies beide erwa&#776;hnt. Aufschlussreich in dieser Hinsicht ist auch eine <a href=\"http:\/\/www.iccgov.org\/events\/conferences-past\/files\/gtap\/wright.pdf\">Pra&#776;sentation von Brian Wright [PDF &ndash; 1.4 MB]<\/a>, den Pies ebenfalls mit Papieren zitiert. Die Pra&#776;sentation zeigt, dass die Schwellenla&#776;nder nicht plo&#776;tzlich sprungartig mehr Bedarf hatten. Vier weitere Studien finden sich bei der von Pies genannte Studie von Irwin und Sanders (2011, S. 26, leider nicht frei im Netz verfu&#776;gbar).<br>\nDie Produktion von Biosprit du&#776;rfte in der Tat besonders relevant sein, sie wird ja auch von vielen NGOs als Grund angeprangert (was Pies bei seiner NGO-Kritik natu&#776;rlich unter den Tisch fallen lassen muss). Aber insbesondere seit dem Preiseinbruch 2008-10 ist fraglich, wie ausschlaggebend dies sein kann, denn Fo&#776;rderung und steigender Verbrauch waren ja unvermindert in dieser Zeit, und die verwendeten Fla&#776;chen sind gemessen z.B. an der Futtermittelproduktion nach wie vor gering. Zudem greift diese Erkla&#776;rung viel eher bei Mais als bei Weizen, Substitutionseffekte einmal au&szlig;en vor gelassen. Die Relevanz des Biosprits wurde deshalb auch z.B. in der Studie von Baffes\/Haniotis (2010) relativiert. In der &bdquo;Vorstudie&ldquo; von Schmitz &ndash; der jeder Spekulationskritik vo&#776;llig unverda&#776;chtig ist &ndash; wird sie sogar vo&#776;llig <a href=\"http:\/\/www.ufop.de\/files\/5413\/3879\/5148\/UFOP_0966_Vorstudie.pdf\">geleugnet [PDF &ndash; 3.3 MB]<\/a>.<\/p><p>Die Lagerbesta&#776;nde waren knapp, in der Tat. Allerdings herrscht in der Fachwelt durchaus keine Klarheit, wo knapp beginnt, die magische Grenze beim Verha&#776;ltnis von Lagern und Verbrauch variiert in verschiedenen Studien. Entsprechend wird auch die Rolle der Lager verschieden eingescha&#776;tzt. Gilbert hat ku&#776;rzlich in einer <a href=\"http:\/\/www.oecd-ilibrary.org\/docserver\/download\/fulltext\/5kg0ps7ds0jl.pdf?expires=1346853591&amp;id=id&amp;accname=guest&amp;checksum=A4DAA960B0BBA62EE8F2%20CD10E1A36D78\">Studie fu&#776;r die OECD<\/a> die Preisrelevanz der Lager fu&#776;r Weizen auf 40% des Preises gescha&#776;tzt. Au&szlig;erdem macht diese Erkla&#776;rung ho&#776;chstens fu&#776;r 2007\/08 Sinn, wo die Lager wirklich niedrig waren. Jedoch waren sie auch niedrig um 2004 (einer Zeit ohne starke Indexfondsbeteiligung), und die Preise gingen nicht durch die Decke. Und umgekehrt waren sie 2010 nach einigen guten Ernten und trotz einiger Ausfa&#776;lle wieder erholt, dennoch gingen die Preise wieder hoch. Die Preisausschla&#776;ge lassen sich also nicht so leicht mit dem Lagerbestand oder dem Verha&#776;ltnis von Lagern und Verbrauch alleine erkla&#776;ren. Die Exportverbote sind ein Fall fu&#776;r sich: wo damit wirklich die eigene Bevo&#776;lkerung vor Hunger geschu&#776;tzt wird, ist die Abwa&#776;gung jedenfalls schwieriger als es Pies mit seiner Marktgla&#776;ubigkeit unterstellt.<br>\nDie Rolle der Finanzkrise wird bei Pies vo&#776;llig verzerrt dargestellt. Die Krise war zwar sicherlich u&#776;ber den Exporteinbruch relevant. Man muss aber bedenken, dass der Weizen und der Mais dennoch komplett verbraucht wurden, hier hat die Krise kaum einen Einfluss. Und au&szlig;erdem waren zuna&#776;chst einmal Investitionsstro&#776;me von den Finanzma&#776;rkten in die Rohstoffma&#776;rkte zu beobachten, und zwar besonders in der entscheidenden Phase von Mitte 2007 bis Mitte 2008. Anders als Pies behauptet, ist die Blase ja nicht 2008 geplatzt, sondern schon spa&#776;testens 2007, als es auch schon die ersten Bankpleiten gab.<\/p><p><strong>O&#776;konomie als Ethik<\/strong><\/p><p>Spa&#776;testens wenn Pies auf die aus seiner Sicht wahren Ursachen von Preissteigerungen und Hunger eingeht, wird deutlich, wer der eigentliche Ideologe ist. Pies leiert eine so abgeschmackte Liste an marktliberalen Plattitu&#776;den herunter, dass seine ganze Spekulationskritik nur wie eine Besta&#776;tigung seiner liberalen Vorurteile erscheint. Viel Markt, wenig Staat: so einfach ist das alles fu&#776;r Pies. Dass die EU-Bauern jahrzehntelang vom Markt abgeschirmt waren und dies weder den Wandel weg von der Agrarwirtschaft verhindert noch Hunger verursacht hat, sto&#776;rt Pies nicht. Dass es gerade der Markt ist, der Bauern in viel zu schneller Weise vom Land vertreibt, der die Ausbeutung der afrikanischen Fischbesta&#776;nde durch EU-Schiffe antreibt und vieles andere, das passt nicht in Pies&rsquo; einfache Marktwelt. Und dass diese Marktorientierung zum Abbau der Lager fu&#776;hrte, die Pies kurz darauf selbst fordert, sieht er nicht.<\/p><p>Entlarvend ist, dass sich Pies selbst in Bezug auf die Finanzkrise nur dazu durchringen kann, einen &bdquo;Missbrauch solcher Finanzinstrumente&ldquo; einzugestehen. Es war eben nicht der Missbrauch dieser Instrumente, der in die Krise gefu&#776;hrt hat, sondern der legale, absichtliche und von der Wissenschaft empfohlene Gebrauch. Pies will das selbst jetzt nicht zugestehen, wo viele seiner Zunft &ndash; genannt seien nur Langhammer oder Sinn &ndash; la&#776;ngst die grundsa&#776;tzliche Falschheit bestimmter Instrumente erkannt haben. In Wahrheit ist Pies u&#776;berhaupt kein Wirtschaftsethiker, denn er unternimmt nicht einmal den Versuch, der O&#776;konomie eine eigensta&#776;ndige Ethik entgegenzusetzen. Was Pies dagegen tut, ist die O&#776;konomie als einzig legitime Ethik zu installieren. Wer solche Ethiker hat, braucht keine O&#776;konomen mehr.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] Siehe z.B. die Darstellungen bei <a href=\"http:\/\/www.hansa-terminhandel.de\/default.cfm?mid=36258\">www.hansa-terminhandel.de<\/a> oder <a href=\"http:\/\/www.proteinmarkt.de\/uploads\/media\/warenterminbrse.pdf\">www.proteinmarkt.de [PDF &ndash; 130 KB]<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>] Pirrong ist zwar sicherlich ein Fachmann f&uuml;r Energiefutures, aber es l&auml;sst sich keine Studie von ihm finden, die sich wirklich mit der Debatte &uuml;ber den Preiseinfluss auseinandersetzt, zumindest nicht auf seiner eigenen <a href=\"http:\/\/www.cba.uh.edu\/spirrong\/\">Webseite<\/a>. Insofern ist seine Haltung wohl eher von grunds&auml;tzlichen Annahmen &uuml;ber die M&auml;rkte getrieben, er kann aber keine mit Irwin, Sanders etc. vergleichbaren empirischen Arbeiten vorweisen.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_3\" name=\"foot_3\">&laquo;3<\/a>] Allerdings haben Meijerink und Shutes ihre Studie danach &uuml;berarbeitet und eine erweiterte holl&auml;ndische Fassung herausgegeben, die zumindest einen Teil der Kritik aufgegriffen haben soll (das hat mir zumindest Frau Meijerink per Email geschrieben, ich konnte das aber wegen dem Holl&auml;ndisch nicht v&ouml;llig nachvollziehen, so ganz schien es mir die Kritik jedenfalls nicht aufzugreifen).<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das FAZ-Essay &bdquo;Die Moral der Agrar-Spekulation&ldquo; des Wirtschaftsethikers Ingo Pies hat sowohl in der &Ouml;ffentlichkeit, als auch unter &Ouml;konomen, hohe Wellen geschlagen. In der letzten Woche sind auch die NachDenkSeiten bereits auf diesen Text <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14325\">eingegangen<\/a>. Als inhaltliche Erg&auml;nzung auf unsere Kritik und &Uuml;berblick zum aktuellen Stand der Wissenschaft m&ouml;chten wir unseren Lesern heute die<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14415\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[136,123,150],"tags":[1542,849,1382],"class_list":["post-14415","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-banken-boerse-spekulation","category-kampagnentarnworteneusprech","category-verbraucherschutz","tag-faz","tag-nahrungsmittel","tag-oxfam"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/14415","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=14415"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/14415\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":14418,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/14415\/revisions\/14418"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=14415"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=14415"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=14415"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}