{"id":144278,"date":"2026-01-05T14:00:19","date_gmt":"2026-01-05T13:00:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=144278"},"modified":"2026-01-07T10:05:39","modified_gmt":"2026-01-07T09:05:39","slug":"der-christliche-luegner","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=144278","title":{"rendered":"Der christliche L\u00fcgner"},"content":{"rendered":"<p>Zum 150. Geburtstag Konrad Adenauers wird das g&auml;ngige Gr&uuml;ndungsnarrativ der Bundesrepublik selten hinterfragt. Diese Skizze von <strong>Werner R&uuml;gemer<\/strong> tut es. Sie zeigt Adenauer nicht als demokratischen Neubeginner, sondern als konsequenten Machtpolitiker im Dienst des Kapitals &ndash; vom Kaiserreich &uuml;ber Weimar und den NS-Staat bis zur Unterordnung unter die USA. Eine notwendige Entzauberung.<br>\n<!--more--><br>\nDer deutsche Bundeskanzler und CDU-Vorsitzende Friedrich Merz hat sich dem m&auml;chtigsten Rechtsextremisten der Erde, dem US-Pr&auml;sidenten Donald Trump, unterworfen: Dazu geh&ouml;rt Verarmung der Bev&ouml;lkerungsmehrheit und noch mehr Aufr&uuml;stung mit Gefahr der nuklearen Vernichtung. Dies hat eine Vorgeschichte, sie begann mit dem ersten Bundeskanzler und CDU-Vorsitzenden Konrad Adenauer. Sein heutiger Nachfolger Friedrich Merz hat bekr&auml;ftigt: Adenauer hat &bdquo;die entscheidenden Weichen f&uuml;r die Bundesrepublik gestellt&ldquo;.<\/p><p><strong>I. Katholischer Aufstieg im protestantischen Kaiserreich<\/strong><\/p><p>Der Aufstieg des Katholiken Adenauer begann im protestantischen Kaiserreich.<br>\nNach dem Ende der kurzen Herrschaft Napoleons konnte das K&ouml;nigreich Preu&szlig;en sich auch Ruhrgebiet und  Rheinland einverleiben, mit der gr&ouml;&szlig;ten Stadt: K&ouml;ln. Preu&szlig;en und der aufsteigende Kapitalismus hatten den alt-feudalen Katholizismus als Ideologie abgeworfen: Der Protestantismus wurde zur Staatsreligion: Nach den katholisch gesegneten Feudalherren ging es jetzt um die protestantisch gesegneten Gewinne der neuen Privat-M&auml;chtigen, der Kapitalisten.<\/p><p><em>Die protestantischen Preu&szlig;en vollenden den katholischen K&ouml;lner Dom<\/em><\/p><p>Deshalb waren die Preu&szlig;en auch im Einsatz von Religion hochflexibel: Weil das  Rheinland und K&ouml;ln mit Erzbistum und romanischen Kirchen katholisch war, f&ouml;rderten die preu&szlig;ischen Protestanten hier auch den Katholizismus ihrer neuen Untertanen.<\/p><p>So wurden die preu&szlig;ischen K&ouml;nige barmherzig und finanzierten ab 1842 die Vollendung der 157 Meter hohen Domt&uuml;rme. Was das reiche katholische K&ouml;lner Bistum 600 Jahre lang nicht geschafft hatte &ndash; die protestantischen Preu&szlig;en schafften es in wenigen Jahren. Und die Katholiken mussten nun den Preu&szlig;en dankbar sein.<\/p><p>&Uuml;brigens schafften es die Preu&szlig;en nicht alleine. Auch die mit Preu&szlig;en aufstrebenden j&uuml;dischen Bankiers von Sal. Oppenheim machten politische Landschaftspflege, bekehrten sich teilweise zum Katholizismus, mehrheitlich aber zum Protestantismus: Sie wurden die zweitgr&ouml;&szlig;ten Spender f&uuml;r die Vollendung des &bdquo;katholischen&ldquo; Doms. Diese ideologisch hochflexible Bank wird wichtig werden f&uuml;r den Aufstieg Adenauers, als Oberb&uuml;rgermeister (OB) in K&ouml;ln und dann als Kanzler der Bundesrepublik.<\/p><p><em>Aufstieg im katholischen Milieu, mit preu&szlig;ischer Protektion<\/em><\/p><p>Konrad, dritter Sohn eines vom Handwerker durch Milit&auml;rdienst zum preu&szlig;ischen Justizbeamten aufgestiegenen Vaters, durfte aufs Gymnasium, n&auml;mlich in das katholische K&ouml;nigliche Apostel-Gymnasium: Es wurde vom K&ouml;nigreich Preu&szlig;en finanziert und direkt neben die katholische Apostel-Kirche gebaut. Hier sollten aus dem katholischen Milieu Aufsteiger gef&ouml;rdert werden, um in der preu&szlig;ischen Verwaltung, in Unternehmen und Banken zu dienen. So gratulierte 1894 Ex-Kanzler Bismarck dem Abiturienten pers&ouml;nlich: Der 18-j&auml;hrige Konrad war jetzt &bdquo;einer von uns&ldquo;.<\/p><p>Nach dem Abitur blieb Konrad im katholischen Milieu, wurde w&auml;hrend seines Jurastudiums in Bonn, M&uuml;nchen und Freiburg Mitglied der jeweiligen katholischen Burschenschaft. Er wurde danach in der K&ouml;lner Kanzlei von Hermann Kausen angestellt: Der Chef war zugleich K&ouml;niglich-preu&szlig;ischer Notar und auch noch Vorsitzender der katholischen Zentrumspartei im Stadtrat. Damit Konrad 1906 Beigeordneter und schon 1909 Erster Beigeordneter werden konnte, trat er ins Zentrum ein. Gew&auml;hlt wurde der Aufsteiger mit Zustimmung der Liberalen Partei, also der Partei der Unternehmer, Banker und z.B. der Chefs des beherrschenden Medien-Clans DuMont Schauberg mit der in ganz Preu&szlig;en verbreiteten <em>K&ouml;lnischen Zeitung<\/em>. Der Aufsteiger  war so im ungew&ouml;hnlich jungen Alter von 33 Jahren Chef der Stadtverwaltung &ndash; der ebenfalls katholische OB Max Wallraf, ebenfalls von der Zentrumspartei, war nur ehrenamtlich t&auml;tig.<\/p><p>Nach preu&szlig;ischem Drei-Klassen-Wahlrecht durften in K&ouml;ln nur bessergestellte M&auml;nner w&auml;hlen. Die reichen Kapitalisten waren in der Liberalen Partei, die Handwerker und Beamten im Zentrum. Die SPD konnte kommunal gar nicht gew&auml;hlt werden, nur im Reichstag in Berlin hatte sie einen Sitz.<\/p><p>Adenauer sorgte auch f&uuml;r seinen Verm&ouml;gens-Aufstieg. Er wurde Mitglied im  Tennisclub &bdquo;Pudelna&szlig;&ldquo; &ndash; nicht weil er Tennis spielen konnte oder wollte. Aber: Hier traf sich die Jugend der katholischen High Society. Hier lernte er seine erste Frau kennen, Emma Weyer, Tochter des Direktors der K&ouml;lner R&uuml;ckversicherung. So konnte sich der Aufsteiger mit g&uuml;nstigem Kredit im aufbl&uuml;henden katholischen Villen-Viertel K&ouml;ln-Lindenthal bald ein gro&szlig;es Grundst&uuml;ck kaufen und eine 14-Zimmer-Villa bauen lassen, mit Weinkeller.<\/p><p><em>Verwaltungschef der Frontstadt K&ouml;ln im 1. Weltkrieg<\/em><\/p><p>Adenauer hatte als Verwaltungschef den von den Banken Oppenheim, Levy, Seligmann und J.H.Stein finanzierten Aufstieg der K&ouml;lner Industrie gef&ouml;rdert. Sie waren gleichzeitig auch die Finanziers der Industrie im Ruhrgebiet, in benachbarten St&auml;dten wie Wuppertal und der Eisenbahnen.<\/p><p>Der K&ouml;lner OB unterstand dem preu&szlig;ischen Milit&auml;rgouverneur und den von Preu&szlig;en eingesetzten K&ouml;lner Regierungspr&auml;sidenten. Mit Kriegsbeginn 1914 galt das Kriegsrecht. So wurde K&ouml;ln im 1. Weltkrieg sofort die Frontstadt des Deutschen Reiches gegen die nahen Feindstaaten Belgien, Frankreich und England.<\/p><p>Adenauer hatte vor dem Krieg neben dem Flugplatz Butzweiler Hof noch einen weiteren f&uuml;r die Zeppeline bauen lassen und auch die Zeppelin-Produktion nach K&ouml;ln geholt: Zeppeline warfen sofort zu Kriegsbeginn Bomben auf St&auml;dte in Belgien, Holland, Polen, Litauen, auch auf London: Die menschheitsgeschichtlich erste Bombardierung feindlicher St&auml;dte und ihrer Zivilisten aus der Luft.<\/p><p>Stinnes und Krupp verlagerten Munitionsproduktion nach K&ouml;ln, Bayer aus Wuppertal produzierte Giftgas: Die t&ouml;dlichen Waffen sollten so schnell wie m&ouml;glich an die Front. K&ouml;ln war auch Durchgangsstation f&uuml;r Soldaten an die Front und von der Front, ebenso f&uuml;r Nachschub und Kriegsgefangene. Auch das besetzte Belgien wurde von K&ouml;ln aus verwaltet. Adenauer befreundete sich eng mit den f&uuml;hrenden Industriellen und leitete die kriegswirtschaftliche Steuerung der Frontstadt &ndash; die daf&uuml;r zust&auml;ndige st&auml;dtische Beh&ouml;rde hatte 4.500 Besch&auml;ftigte.<\/p><p><em>K&ouml;ln: Hinrichtung christlicher Matrosen<\/em><\/p><p>Nicht zuf&auml;llig wurde K&ouml;ln ausgew&auml;hlt, um 1917 die wegen &bdquo;Meuterei&ldquo; zum Tode verurteilten, gegen den Krieg protestierenden Matrosen Albin K&ouml;bis und Max Reichpietsch hier hinrichten zu lassen. Beide waren Christen, aber Mitglieder der Neuapostolischen Kirche: Die hatte sich wegen des offenen Bekenntnisses von Papst Leo XIII zum Kapitalismus gegr&uuml;ndet. Die &bdquo;Meuterer&ldquo; folgten dem Urchristentum &ndash; gegen die Hinrichtung solcher Christen hatte der Kapital-Christ Adenauer nichts einzuwenden.<\/p><p>Weil der bisherige K&ouml;lner OB Wallraf als (vor-)letztes Aufgebot zur strauchelnden Reichsregierung nach Berlin geholt wurde, wurde Adenauer sein Nachfolger &ndash; kein anderer kam infrage. Gerade weil f&uuml;r die Frontstadt K&ouml;ln im nicht mehr gewinnbaren Krieg ein Durchhalte-Politiker gebraucht wurde, bekam Adenauer auf seine Forderung hin sofort das h&ouml;chste Gehalt aller OB im Kaiserreich. Er beendete  seine Antrittsrede im Oktober 1917 &bdquo;mit dem von hei&szlig;er Dankbarkeit durchgl&uuml;hten Schwur der Treue zu Kaiser und Reich, dem Rufe: Seine Majest&auml;t, unser allergn&auml;digster Kaiser und K&ouml;nig, er lebe hoch, hoch, hoch!&ldquo;<\/p><p><em>&bdquo;Gestorben f&uuml;r Deutschland&ldquo;<\/em><\/p><p>Auch Adenauer mit seinen Konzernfreunden lehnte 1917 Friedensverhandlungen ab. Die Millionen toten Soldaten und Zivilisten waren f&uuml;r den gut versorgten, christlich-beamteten Politiker ein gnadenlos einkalkulierter Kollateralschaden.<\/p><p>&bdquo;Alle Unbilden des Krieges&ldquo; sollen die Deutschen &bdquo;mit Ausdauer und Vaterlandsliebe ertragen, wie die K&ouml;lner Bev&ouml;lkerung diese Unbilden bis jetzt ertragen hat&ldquo;, so erkl&auml;rte er im letzten Kriegsjahr im Stadtrat. So rechtfertigte er auch die 41 Toten, die bei einem britischen Luftangriff auf K&ouml;ln im Mai 1918 verursacht wurden: &bdquo;Auch sie sind gestorben f&uuml;r Deutschland.&ldquo;<\/p><p>&bdquo;Deutschland&ldquo; &ndash; das wird f&uuml;r Adenauer ein leitender Wert bleiben: Die abh&auml;ngig Besch&auml;ftigten werden ausgebeutet und d&uuml;rfen geopfert werden, auch im Krieg, zugunsten der als &bdquo;Deutschland&ldquo; verkleideten Kapitalisten und ihrer privilegierten Mit-T&auml;ter.<\/p><p><em>Kriegsende: Die Revolution&auml;re umschmeicheln &ndash; und vernichten<\/em><\/p><p>Den aufkommenden demokratischen Widerstand bek&auml;mpfen, den Kapitalismus retten: Das war zum Kriegsende Adenauers Aufgabe.<\/p><p>Deshalb gestand er anpassungsf&auml;higen SPD-Politikern schon ab 1916 in Verwaltung und Stadtrat Funktionen zu, obwohl nach preu&szlig;ischem Wahlrecht die SPD gar nicht zur Wahl antreten durfte. Sein besonderer Helfer wurde der SPD-Politiker Wilhelm Sollmann.<\/p><p>Als sich auch in K&ouml;ln ein Arbeiter- und Soldatenrat gr&uuml;ndete, stellte Adenauer ihm im Rathaus R&auml;ume, Telefon, Schreibkr&auml;fte zur Verf&uuml;gung. Gleichzeitig sorgte er daf&uuml;r, dass Sollmann Vorsitzender dieses Rates wurde und auf Gro&szlig;kundgebungen den Kapitalismus als Kriegstreiber anklagen durfte.<\/p><p>Der christliche L&uuml;gner Adenauer lief mit einer Revolutionsbinde am Arm herum, gr&uuml;ndete aber gleichzeitig den &bdquo;Wohlfahrtsausschuss&ldquo;: Hier versammelte er seine befreundeten Banker und Unternehmer &ndash; und Sollmann war auch hier dabei. Der Kaiser belohnte Adenauer im letzten Kriegsjahr mit dem Roten Adlerorden und der Berufung ins Preu&szlig;ische Herrenhaus, das Oberhaus des Reichstages.<\/p><p><em>Staat und Stadt vor dem &bdquo;Bolschewismus&ldquo; retten!<\/em><\/p><p>Als dann Kaiser Wilhelm II. im November 1918 kurz vor Kriegsende ins Ausland fl&uuml;chtete, hielt Adenauer weiter an seinem Eid fest und verurteilte scharf die &bdquo;sch&auml;ndliche, verh&auml;ngnisvolle Flucht&ldquo; des Kaisers. Nun k&ouml;nne &bdquo;das Land dem Bolschewismus in die Arme treiben&ldquo;.<\/p><p>Aber Adenauers Wohlfahrtsausschuss lie&szlig; die politisch unge&uuml;bten und mittellosen Aktivisten des Arbeiter- und Soldatenrats leerlaufen. So hatte Adenauer  stellvertretend f&uuml;r den gefl&uuml;chteten Kaiser die &bdquo;Gefahr des Bolschewismus&ldquo; abgewendet. Er r&uuml;hmte sich sp&auml;ter, mit Sollmann den Arbeiter- und Soldatenrat ausgetrickst und damit &bdquo;die Rettung der Stadt aus der Revolution&ldquo; geleistet zu haben.<\/p><p>Seinen gnadenlosen ideologischen Opportunismus wie seine gnadenlose Verteidigung des Kapitalismus hatte er hier gelernt. Damit wird er weiter aufsteigen, als Politiker, schon bald auch als Multimillion&auml;r.<\/p><p><strong>II. Weiterer Aufstieg in der verhassten Republik<\/strong><\/p><p>Die Beschw&ouml;rung der &bdquo;bolschewistischen Gefahr&ldquo; blieb Adenauers Leitmotiv. Er rettete m&ouml;glichst viel Monarchie hin&uuml;ber in die Republik von Weimar: Die Beziehungen zu den Spitzen des Privatkapitals, die Fortf&uuml;hrung des Freistaats Preu&szlig;en innerhalb des Deutschen Reiches. So wird er bis 1933 dazu beitragen, die NSDAP in die Regierung zu bringen.<\/p><p><strong>Gegen das &bdquo;Diktat von Versailles&ldquo;<\/strong><br>\nAdenauer wetterte gegen das &bdquo;Diktat von Versailles&ldquo;: Durch diese &bdquo;unertr&auml;gliche Knechtschaft und Sklaverei&ldquo; werde &bdquo;die nationale und staatliche Existenz vernichtet&ldquo;, die deutsche Wirtschaft zerst&ouml;rt, &bdquo;unsere Kinder welken&ldquo;, Millionen Deutsche werden &bdquo;einem langsamen Tode preisgegeben&ldquo;. So Adenauer als Pr&auml;sident des Deutschen Katholikentags 1922 in M&uuml;nchen &ndash; aber den Urheber des Diktats, den US-Pr&auml;sidenten Wilson, der mit der Festlegung der Alleinschuld Deutschlands die Kriegskredite der Wall Street und die Gewinne der US-R&uuml;stungskonzerne sicherte, nannte er nie.<\/p><p>Adenauer gei&szlig;elte aber den sich ausbreitenden Sozialismus, der das deutsche Volk &bdquo;entchristlichen&ldquo; wolle. Er gei&szlig;elte die &bdquo;Sitten- und Autorit&auml;tslosigkeit&ldquo;, die im &bdquo;gemarterten Volk&ldquo; genauso entst&uuml;nden wie &bdquo;Materialismus und Mammonismus&ldquo;.<\/p><p>Was Adenauer vom Rechtsradikalismus und der NSDAP unterschied, zun&auml;chst, war sein L&ouml;sungskonzept: Katholisches Christentum und als Partei das katholische Zentrum. Weil er aber die grunds&auml;tzliche Kritik am Versailler Diktat teilte, wird seine christlich lackierte L&ouml;sung schrittweise sich mit der rechtsradikalen treffen. Und er wird sich nicht einmal an seine eigene Partei binden, sondern an die f&uuml;hrenden Kapitalisten, wie schon in der Monarchie.<\/p><p>So erweiterte Adenauer die pers&ouml;nlichen wie institutionellen Beziehungen zu den f&uuml;hrenden Kapitalisten nun auf das ganze Deutsche Reich &ndash; und auf die USA.<\/p><p><em>Im K&ouml;lner Rotary Club<\/em><\/p><p>Mit den K&ouml;lner Bankiers Hagen (Bank Levy), den Oppenheims, Pferdmenges (Schaafhausen, dann Oppenheim) und Freiherr von Schr&ouml;der (J.H.Stein), mit den Industriellen Silverberg (Rheinbraun), Stollwerck (Schokolade), Clouth (Gummi), mit Tietz (Kaufh&auml;user) und dem Verleger Neven DuMont (K&ouml;lnische Zeitung) war Adenauer 1928 in kleiner M&auml;nnerrunde Mitbegr&uuml;nder des K&ouml;lner Rotary-Clubs, nach US-Vorbild. Pr&auml;sident war Pferdmenges.<\/p><p>Pferdmenges&rsquo; Einfluss reichte l&auml;ngst &uuml;ber Rheinland und Ruhrgebiet hinaus: 1929 ging sein Schaafhausen&rsquo;scher Bankverein in die Deutsche Bank ein. Er beriet 1931 die Reichsregierung von Kanzler Br&uuml;ning (Zentrumspartei) bei der Verstaatlichung der bankrotten Dresdner Bank und Commerzbank und r&uuml;ckte dabei auch in den Aufsichtsrat der Dresdner Bank und in den Verwaltungsrat der Reichsbank auf.<\/p><p><em>Umworben im Kreis der Ruhrindustriellen<\/em><\/p><p>Die Chefs der vier K&ouml;lner Investmentbanken waren Mitglied in Dutzenden Aufsichtsr&auml;ten der Ruhr-Konzerne von Flick, Kl&ouml;ckner, Thyssen, Stinnes und auch der IG Farben.<\/p><p>So wurde Adenauer auch umworbenes Mitglied in deren Lobby-B&uuml;nden:  <\/p><ul>\n<li><em>Bund zur Erneuerung des Reiches:<\/em> Mit Parolen wie &bdquo;Volk ohne Raum&ldquo;, &bdquo;St&auml;rkung des F&uuml;hrergedankens&ldquo;, Notwendigkeit eines &bdquo;Dritten Reiches&ldquo;, &bdquo;&Uuml;berwindung von Streit&ldquo; durch eine einheitliche &bdquo;Nation in gesunder Gliederung&ldquo; bildete dieser Bund eine programmatische Querfront mit Hitlers NSDAP.<\/li>\n<li><em>Reichswirtschaftsrat:<\/em> Er koordinierte reichsweit die Industriellen und Gro&szlig;grundbestzer, mit dem Reichsverband der Deutschen Industrie, RDI.<\/li>\n<li><em>Ruhrlade:<\/em> Der Geheimbund finanzierte die &bdquo;konservativen&ldquo; Parteien DVP, DNVP und Adenauers Zentrum, schlie&szlig;lich auch die NSDAP.<\/li>\n<\/ul><p>Adenauer wurde hier zum politischen Wunschkandidaten. 1925 schrieb ihm Stahlbaron August Thyssen: &bdquo;Hoffentlich kommt bald die Stunde, wo Sie mit t&uuml;chtigen Leuten an die Spitze der Regierung treten, die unsere Bed&uuml;rfnisse verstehen.&ldquo;<\/p><p><em>&bdquo;Deutschlands Anspruch auf Kolonien&ldquo;<\/em><\/p><p>1885 war die Deutsche Kolonialgesellschaft (DKG) gegr&uuml;ndet worden. Aber in  Versailles waren Deutschland die Kolonien abgenommen und den US-Alliierten &uuml;bergeben worden. Danach k&auml;mpfte die DKG f&uuml;r die R&uuml;ckgabe der Kolonien. Das geh&ouml;rte auch zum Programm der NSDAP. Nur die KPD und die USPD lehnten das eindeutig ab.<\/p><p>1931 wurde Adenauer Vizepr&auml;sident der DKG. Pr&auml;sident war Heinrich Schnee, ehemaliger Gouverneur von Deutsch-Ostafrika. Adenauer kritisierte im G&uuml;rzenich, dem gro&szlig;en Festsaal der Stadt K&ouml;ln, &bdquo;die Haltlosigkeit der kolonialen Schuldl&uuml;ge&ldquo; der Siegerm&auml;chte.<\/p><p><strong>Separatismus: Preu&szlig;ischer Staat, Rheinstaat<\/strong><br>\nInnerhalb der Weimarer Republik wurde der Freistaat Preu&szlig;en als halbmonarchischer Wurmfortsatz beibehalten, mit eigenem Parlament (Landtag) und eigener Regierung, Er umfasste zwei Drittel des Deutschen Reiches und war ein Gegengewicht gegen die Demokratie der Weimarer Reichsverfassung.<\/p><p><em>Pr&auml;sident des Preu&szlig;ischen Staatsrates<\/em><\/p><p>Der Preu&szlig;ische Landtag hatte ab 1920 als Oberhaus den preu&szlig;ischen Staatsrat.  Adenauer war Pr&auml;sident von 1921 bis 1933 und nahm an 222 Sitzungen teil. Daf&uuml;r bekam er in Berlin eine freie Residenz. Die Aufwandsentsch&auml;digung betrug 12.000 Reichsmark pro Jahr, hinzu kamen Tagegelder.<\/p><p>In Berlin traf er Botschafter anderer Staaten, den Vatikan-Vertreter Eugenio Pacelli und sp&auml;teren Papst Pius XII. genauso wie Reichsbankpr&auml;sident Hjalmar Schacht, traf  auch Vorstandsmitglieder der Deutschen Bank, zu dessen Aufsichtsrat er geh&ouml;rte. Er traf den Wallstreet-Banker Thomas McKittrick von der Investmentbank Lee Higginson, f&uuml;hrender Kreditgeber des Deutschen Reiches.<\/p><p>Auch von daher erweist sich die von Adenauer und seinen L&uuml;genverwaltern gepflegte Attit&uuml;de, er sei ein Anti-Preu&szlig;e gewesen und habe die preu&szlig;ische Hauptstadt nicht gemocht, als L&uuml;ge.<\/p><p><em>Westlicher Separatstaat: Kapital direkt<\/em><\/p><p>Adenauer und seine Freunde sahen ihre bisherigen Freiheiten nicht nur durch Versailles, sondern auch durch die neumodische Demokratie der Weimarer Republik verletzt: Jetzt durften alle Erwachsenen w&auml;hlen, sogar die Frauen, unabh&auml;ngig von ihrem Verm&ouml;gen! Zuviel Einfluss von Gewerkschaften und SPD und noch gef&auml;hrlicheren Linken! Ein kapitalfreundlicher Separatstaat erschien ihnen als L&ouml;sung, zus&auml;tzlich zum preu&szlig;ischen Staat.<\/p><p>Wortf&uuml;hrer war der milliardenschwere Ruhrbaron Hugo Stinnes. Adenauer experimentierte f&uuml;r dieses Ziel mit Konzepten namens &bdquo;Rheinische Republik&ldquo;, &bdquo;Rheinstaat&ldquo; oder &bdquo;Rheinisch-Westf&auml;lische Republik&ldquo; oder auch mal &bdquo;Westdeutsche Republik&ldquo;: In der einen Variante sollte sie Teil des Deutschen Reiches bleiben, in einer anderen Variante nicht.<\/p><p>Ein solcher Separatstaat sollte auch das franz&ouml;sische, meist deutschsprachige Elsass umfassen, das 1870 vom Deutschen Reich erobert worden war und mit dem Versailler Vertrag an Frankreich zur&uuml;ckgegeben werden musste. Am deutschen Au&szlig;enministerium vorbei nahm Stinnes 1923 Adenauer mit nach Paris, ob die  dortige Regierung an einer westeurop&auml;ischen Wirtschaftsunion interessiert sei. Die franz&ouml;sische Regierung und die Bank of England lehnten ab: Ende des Projekts.<\/p><p><strong>Geheime Steuervorteile f&uuml;r Prestigeprojekte<\/strong><br>\nZudem hatten sich nach dem Krieg in Westeuropa auch die USA festgesetzt. Sie organisierten f&uuml;r das Deutsche Reich den Dawes-Plan, benannt nach Charles Dawes von der National City Bank in New York. US-Konzerne gr&uuml;ndeten Filialen in Deutschland und &ouml;ffneten es f&uuml;r ihre Produkte.<\/p><p><em>US-Anleihen und Ford nach K&ouml;ln!<\/em><\/p><p>Adenauer nutzte das mehr als die OBs anderer St&auml;dte. &Uuml;ber Wall-Street-Banken lie&szlig; er K&ouml;lner Kommunalanleihen mit 7,5-Prozent-Rendite an US-Anleger verkaufen, zur Finanzierung seiner Gro&szlig;projekte wie Industriegebiet Niehl, Flughafen, N&uuml;rburgring, Stadion, Rheinbr&uuml;cke, Universit&auml;t &ndash; und den ersten Autobahnabschnitt in Deutschland.<\/p><p>Der Autokonzern Ford hatte 1926 seine erste Niederlassung in Berlin er&ouml;ffnet. Adenauer holte 1930 die zweite Ford-Niederlassung nach K&ouml;ln, auch die Deutschlandzentrale des US-Konzerns. Daf&uuml;r gew&auml;hrte der OB geheime Steuervorteile, am Stadtrat vorbei.<\/p><p>Adenauer hatte keine Bedenken, damit den wirkm&auml;chtigsten Finanzier Adolf Hitlers und den weltweit f&uuml;hrenden Antisemiten zu umwerben. Die deutsche Ausgabe seines Buches &bdquo;Der internationale Jude&ldquo; war 1926 schon in der 26. Auflage erschienen.<\/p><p><em>Neue Albertus-Magnus-Universit&auml;t!<\/em><\/p><p>Die K&ouml;lner Universit&auml;t wurde im 14. Jahrhundert gegr&uuml;ndet, aber durch Napoleon 1798 wegen &bdquo;Dunkelm&auml;nnertums&ldquo; geschlossen worden: Hier war der &bdquo;Hexenhammer&ldquo; entstanden, die theologische Begr&uuml;ndung f&uuml;r Folter und &ouml;ffentliche Verbrennung tausender Frauen (&bdquo;Hexen&ldquo;) bis ins 18. Jahrhundert.<\/p><p>Adenauer lie&szlig; die Universit&auml;t neu bauen, beschwor zur Er&ouml;ffnung 1919 ihre gro&szlig;e Vergangenheit, erw&auml;hnte aber nicht die teuflischen Abwege. Er benannte die Universit&auml;t wieder nach ihrem Gr&uuml;nder, dem Mittelalter-Theologen Albertus Magnus. Finanziert wurde sie von Adenauers christlich lackierten Kapitalfreunden: z.B. Bayer-Chef Carl Duisberg spendete 200.000 RM. Bankier Pferdmenges sammelte zwei Millionen. Er wird auch nach 1945 der wichtigste Sammler legaler wie illegaler Spenden f&uuml;r Adenauer sein.<\/p><p><em>Werbung um Hitlers zuk&uuml;nftigen Kronjuristen<\/em><\/p><p>Adenauer setzte 1932 die Berufung des Staatsrechtlers Carl Schmitt an die alt-neue Universit&auml;t durch. Seit 1925 hatte Adenauer sich an diesem Vordenker des autorit&auml;ren &bdquo;F&uuml;hrerstaates&ldquo; orientiert.<\/p><p>Beide bewunderten Mussolini. Schon im Sommersemester 1933 wurde Schmitt an die Universit&auml;t Berlin berufen, um Hitler nahe zu sein &ndash; und wurde &bdquo;Hitlers Kronjurist&ldquo;.<\/p><p><strong>Vielgestaltige Selbstbereicherung<\/strong><br>\nAdenauers Einkommen und Verm&ouml;gen waren die h&ouml;chsten aller Politiker im Deutschen Reich.<\/p><p><em>Gehalt, Nebenleistungen, Aufsichtsratsmandate, zinslose Kredite<\/em><\/p><p>Er hatte das h&ouml;chste OB-Gehalt, doppelt h&ouml;her als der Reichspr&auml;sident, verbunden mit den h&ouml;chsten &ouml;ffentlichen und geheimen Nebenleistungen. Stand 1930: Jahresgehalt 41.250 RM, dazu pensionsf&auml;higes Wohngeld 37.000 und 6.000 f&uuml;r Strom und Heizung. (Zum Vergleich: Jahresgehalt eines Arbeiters: 1.680 RM, Angestellte 2.520 RM)<\/p><p>Dazu kamen Gewinne aus Aktiengesch&auml;ften, zinslose Kredite der Stadtkasse und von befreundeten Bankern und vor allem: Einnahmen aus elf  Aufsichtsratsmandaten: Deutsche Bank, Lufthansa, RWE, Rheinische Braunkohle usw.<\/p><p><em>Millionenkredit f&uuml;r Aktienspekulation: Nie zur&uuml;ckgezahlt<\/em><\/p><p>Die Glanzstoff AG mit der Niederlassung im K&ouml;lner Gewerbegebiet Niehl lie&szlig; im Fr&uuml;hjahr 1928 neue Aktien der neugegr&uuml;ndeten US-Kunstseide-Tochter American Glanzstoff Corporation an die New Yorker B&ouml;rse bringen.<\/p><p>Adenauer kaufte ein Aktienpaket &ndash; mithilfe eines Millionen-Kredits der Deutschen Bank. 1928 betrug der Kurswert 1,33 Millionen Mark, im Oktober 1929 wegen der Finanzkrise in den USA nur noch 110.000 Mark. Die Deutsche Bank forderte die R&uuml;ckzahlung des Kredits.<\/p><p>Adenauer zahlte den Kredit nie zur&uuml;ck &ndash; er wollte nicht, und er musste nicht, unter keinem Regime: So wird Adenauer dann 1949 seine &Auml;mter als CDU-Vorsitzender und BRD-Gr&uuml;ndungskanzler auch als hochverschuldeter Spekulant antreten, verschuldet bei der Deutschen Bank.<\/p><p><strong>Auf dem Weg zum Faschismus<\/strong><br>\n1929 schloss Diktator Mussolini den Lateranvertrag mit dem Vatikan: Der Katholizismus wurde Staatsreligion. Mussolini-Fan Adenauer gratulierte: &bdquo;Der Name Mussolini wird in goldenen Buchstaben in die Geschichte der katholischen Kirche eingetragen!&ldquo; Mussolini dankte dem &bdquo;dottor h.c. adenauer primo borgomastro Koeln&ldquo; im Namen aller Katholiken und aller Italiener.<\/p><p><em>Kultur-Institut mit Mussolini<\/em><\/p><p>So unterschrieb der K&ouml;lner OB 1931 mit dem f&uuml;hrenden Ideologen des italienischen Faschismus, Kulturminister Giovanni Gentile (&bdquo;Grundlagen des Faschismus&ldquo;), den Vertrag zwischen K&ouml;ln und Italien: Gr&uuml;ndung des Italienischen Kultur-Instituts, gegen den Willen der Reichsregierung und mit faschismusfreundlicher Leitung.<\/p><p><em>Erlaubnis f&uuml;r das Hissen der Hakenkreuzfahnen<\/em><\/p><p>Adenauer verbreitete sp&auml;ter erfolgreich die L&uuml;ge, dass er sich im Februar 1933 gegen die Beflaggung der Stadt mit Hakenkreuzfahnen gewehrt habe. In Wirklichkeit war es so: Die NSDAP hatte an der M&uuml;lheimer Br&uuml;cke heimlich Fahnen aufgeh&auml;ngt, als Werbung f&uuml;r die Veranstaltung mit Hitler in den K&ouml;lner Messehallen. Adenauer lie&szlig; die Fahnen entfernen, denn die Br&uuml;cke ist st&auml;dtisches Eigentum! Aber der OB erlaubte der NDSAP, die Fahnen an den st&auml;dtischen Messehallen aufzupflanzen: So log Adenauer auch mit Teilwahrheiten.<\/p><p><em>NSDAP in die preu&szlig;ische und die Reichsregierung!<\/em><\/p><p>Das Zentrum verlangte schon im August 1932 &bdquo;die offene und volle Mitverantwortung der Nationalsozialisten&ldquo; sowohl in der preu&szlig;ischen Regierung als auch in der Reichsregierung.<\/p><p>Adenauer suchte am selben Tag in K&ouml;ln seinen Rotary-Bruder Freiherr von Schr&ouml;der auf, der zwischen Zentrum und NSDAP vermittelte. In der benachbarten Villa des Bankiers in K&ouml;ln-Lindenthal gab Adenauer dem Hausherrn schriftlich auf einem von dessen Briefb&ouml;gen die Garantieerkl&auml;rung: Das Zentrum wird &bdquo;Hitler unvoreingenommen nur nach dessen Leistungen beurteilen und als Reichskanzler tolerieren&ldquo;.<\/p><p>F&uuml;r den preu&szlig;ischen Staatsrat erkl&auml;rte Adenauer im Februar 1933, dass in Preu&szlig;en &bdquo;eine Regierungsbildung zwischen NSDAP und Zentrum sofort m&ouml;glich&ldquo; sei, mit Hermann G&ouml;ring als Ministerpr&auml;sident. Zwei Monate sp&auml;ter war G&ouml;ring preu&szlig;ischer Ministerpr&auml;sident. Hitler war schon Reichskanzler.<\/p><p><strong>III. Im NS: Luxusleben mit Staatspension<\/strong><\/p><p>W&auml;hrend des NS-Regimes konnte Adenauer mit hoher Staatspension und als Multimillion&auml;r ein luxuri&ouml;ses, privilegiertes und freies Leben f&uuml;hren, Auslandsreisen inbegriffen. Er schaute dem Unrecht hochinformiert und erbarmungslos zu. Doch nichts im Leben ist weniger unschuldig, als dem sichtbaren Unrecht seinen Lauf zu lassen. Er hatte den Nazis zur Regierung verholfen und leistete trotz &ndash; besser: wegen &ndash; seiner h&ouml;chst privilegierten Position keinen Widerstand. Er machte sich dauerhaft mitschuldig &ndash; f&uuml;r ewig.<\/p><p><strong>Abwahl eines politisch Ruinierten<\/strong><br>\nAdenauers Zentrum wurde bei den Kommunalwahlen im M&auml;rz 1933 abgew&auml;hlt, denn sein Ruf war wegen der hohen st&auml;dtischen Verschuldung l&auml;ngst ruiniert. Die Mehrheit f&uuml;r den NSDAP-Kandidaten kam allerdings nur dadurch zustande, dass die 10 Mandate der Kommunisten f&uuml;r ung&uuml;ltig erkl&auml;rt wurden &ndash; Adenauer und seine Zentrums-Partei protestierten nicht.<\/p><p><em>Zuflucht bei begeisterten Nazi-Christen: Kloster Maria Laach<\/em><\/p><p>Adenauer wurde von der NS-Gauleitung aus K&ouml;ln verbannt. Er fand schnell Unterkunft bei seinem Freund Ildefons Herwegen, Abt des Benediktiner-Klosters Maria Laach in der Eifel.<\/p><p>In den Wochen, als Herwegen Adenauer aufnahm, begr&uuml;&szlig;te der Abt die Hitler-Regierung begeistert: &bdquo;Volk und Staat sind wieder eins geworden durch die Tat des F&uuml;hrers Adolf Hitler&ldquo;. Der Abt flehte den Segen Gottes auf den F&uuml;hrer herab, so in der Gedenkfeier f&uuml;r den NSDAP-M&auml;rtyrer Albert Leo Schlageter am 26. Mai 1933 im K&ouml;lner st&auml;dtischen Festsaal G&uuml;rzenich.<\/p><p>Das Zentrum unterst&uuml;tzte Hitlers Konkordat mit dem Vatikan. Papst Pius XI. hatte Hitler als &bdquo;zuverl&auml;ssigen Vork&auml;mpfer gegen den &bdquo;Bolschewismus&ldquo; gelobt.  Vizekanzler Franz von Papen, vor kurzem noch in der Zentrumspartei, kam am 21. Juli 1933 nach Maria Laach: Man feierte das Konkordat. Jetzt galt: Ihr d&uuml;rft gleichzeitig Mitglied der katholischen Kirche und der NSDAP sein, mit Gottes und Hitlers Segen!<\/p><p><em>Juni 1933: &bdquo;Meinetwegen auch Hitler&ldquo;<\/em><\/p><p>Adenauer schrieb im Juni 1933 aus dem Kloster an die befreundete Bankiersgattin Dora Pferdmenges: Meine Partei, das Zentrum, hat versagt, weil sie sich &bdquo;in den letzten Jahren nicht rechtzeitig mit neuem Geiste erf&uuml;llt&ldquo; hat, und: &bdquo;Meines Erachtens ist unsere einzige Rettung ein Monarch, ein Hohenzoller oder meinetwegen auch Hitler, erst Reichspr&auml;sident auf Lebenszeit, dann kommt die folgende Stufe. Dadurch w&uuml;rde die Bewegung in ein ruhigeres Fahrwasser kommen.&ldquo;<\/p><p>Adenauer konstatierte, dass auch die anderen b&uuml;rgerlichen Parteien nicht in der Lage gewesen waren, angesichts der St&auml;rke der Arbeiterbewegung und der Massendemokratie die bisherige &bdquo;Ordnung&ldquo; zu retten. So bejahte er Krieg und Faschismus als notwendige Kollateralsch&auml;den &ndash; &uuml;brigens kam f&uuml;r Adenauers Klientel ein erheblicher Kollateralnutzen heraus, wie f&uuml;r Adenauer selbst.<\/p><p><em>Pferdmenges: &bdquo;Wir folgen dem Willen des Volkskanzlers&ldquo;<\/em><\/p><p>1933, also sofort mit Beginn der Hitler-Regierung, erkl&auml;rte Adenauers wichtigster Berater und Geldbeschaffer Pferdmenges, damals gleichzeitig im Aufsichtsrat von Dresdner Bank und Bank Oppenheim: &bdquo;Wir folgen dem Willen des Volkskanzlers, den Arbeitslosen Arbeit und Brot zu schaffen.&ldquo;<\/p><p>Ab 1932 war Pferdmenges Presbyter und Schatzmeister im Vorstand der evangelischen Kirchengemeinde des K&ouml;lner Million&auml;rsviertels Marienburg: Sie hatte sich zur neugegr&uuml;ndeten Nazi-Kirche &bdquo;Deutsche Christen&ldquo; bekannt. Deshalb musste ein neues, viel gr&ouml;&szlig;eres Gemeindehaus gebaut werden, mit R&auml;umen auch f&uuml;r die Hitlerjugend und den NS-Frauenbund.<\/p><p>Im Eingangsportal wurde &uuml;berlebensgro&szlig; nicht nur Martin Luther mit dem christlichen Kreuz, sondern auch ein SA-Mann mit Hakenkreuz und Reichsadler in Stein verewigt. 1934 weihte Pferdmenges das Gemeindehaus ein. So ging also nicht nur, wie in K&ouml;ln, die katholische, sondern auch die evangelische Kirche im Milieu der Banker und Industriellen eine demonstrative, &ouml;ffentliche Verbindung mit Hitler ein.<\/p><p><strong>Freie, luxuri&ouml;se Beweglichkeit unter dem NS-Regime<\/strong><br>\nAdenauer wurde 1933 als K&ouml;lner OB nicht entlassen, wie er sp&auml;ter log, sondern er wurde mit hoher Pension in den Ruhestand versetzt.<\/p><p><em>Hohe Pension, Abfindung, Verm&ouml;genserhalt<\/em><\/p><p>Er bekam zun&auml;chst ein j&auml;hrliches Ruhegehalt von 12.165 Reichsmark, dann ab 1937 endg&uuml;ltig 15.000 RM, dazu eine Abfindung zum Marktwert f&uuml;r die K&ouml;lner Villa.  Sein Verm&ouml;gen blieb ihm voll erhalten. Zum Deal geh&ouml;rte, da&szlig; Adenauer 1936 einer Nazi-Organisation beitrat, der NS-Volkswohlfahrt.<\/p><p><em>Villen-Aufenthalt in Berlin<\/em><\/p><p>So konnte Adenauer 1934, nach dem Aufenthalt in Maria Laach, in Berlin die Villa eines emigrierten j&uuml;dischen Eigent&uuml;mers mieten, im Prominentenviertel am Griebnitzsee\/Neubabelsberg. Er konnte die Familie mitnehmen und wollte Bankdirektor werden.<\/p><p>Am 20. Juni 1934 wurde Adenauer w&auml;hrend Hitlers Mordaktion gegen die SA-F&uuml;hrung (R&ouml;hm-Putsch) in Hausarrest genommen, aber nach zwei Tagen war das  schon vorbei. Bequem konnte er mit seiner Frau Urlaub im Schwarzwald machen.<\/p><p><em>Grundst&uuml;ckskauf und Villen-Neubau in Rh&ouml;ndorf<\/em><\/p><p>Mit der Abfindung f&uuml;r seine K&ouml;lner Villa konnte er sich dann s&uuml;dlich von K&ouml;ln im Kur- und Villenort Rh&ouml;ndorf ein 6.000 Quadratmeter gro&szlig;es Grundst&uuml;ck kaufen. Er lie&szlig; sich eine Hausanlage bauen wie seine bisherige 14-Zimmer-Villa: Vier Wohnebenen, Privat- und Repr&auml;sentationsr&auml;ume, Weinkeller, in den Berg hineingebauter Vorratskeller sowie ein Luftschutzraum, mehrere Terrassen und Eing&auml;nge sowie ein Wirtschaftshof f&uuml;r Tiere und ein weitl&auml;ufiger Garten. Auch w&auml;hrend der NS-Zeit wurde Hauspersonal besch&auml;ftigt. Hier residierte er sp&auml;ter auch als Kanzler der Bundesrepublik.<\/p><p><strong>Im regen Austausch mit Organisatoren des NS-Regimes<\/strong><br>\nEr bewegte sich weiter im verm&ouml;genden Milieu.<\/p><p><em>Besuche bei Ruhr-Industriellen<\/em><\/p><p>1939 war Adenauer mit Ehefrau eingeladen vom Stahlindustriellen und Hitler-Finanzier Peter Kl&ouml;ckner. Man traf sich in dessen Villa Hartenfels bei Duisburg in gro&szlig;er Runde. Auch das Ehepaar Pferdmenges war da.<\/p><p>Mit General Hans G&uuml;nther Kluge diskutierte man lange &uuml;ber den Vergleich der deutschen und US-amerikanischen R&uuml;stungskapazit&auml;ten &ndash; der General kannte sich gut aus: 1941 wurde er Chef der Heeresgruppe S&uuml;d beim Vernichtungskrieg der Wehrmacht gegen die Sowjetunion.<\/p><p>Die Gesellschaft &uuml;bernachtete in der ger&auml;umigen Villa und verbrachte das Wochenende miteinander. F&uuml;r die R&uuml;ckfahrt stellte Kl&ouml;ckner den Adenauers einen Wagen zur Verf&uuml;gung und schickte eine Sendung &bdquo;der vorz&uuml;glichen Weine&ldquo; hinterher, &bdquo;welche Sie bei uns probiert haben&ldquo;, wie es im Dankesbrief des Gastgebers hie&szlig;. Im selben Jahr war Adenauer auch beim famili&auml;ren Empfang bei einem anderen Freund, dem Hitler-Finanzier Fritz Thyssen.<\/p><p><em>Freiherr Kurt von Schr&ouml;der<\/em><\/p><p>Der K&ouml;lner Bankier und Rotary-Bruder hatte am 4.1.1933 Hitlers Kanzlerschaft eingef&auml;delt. Er trat in die SS und in die NSDAP ein, im Mai 1933 wurde er Pr&auml;sident der K&ouml;lner IHK. Dazu schickte ihm Adenauer &bdquo;einen ehrlich gemeinten Gl&uuml;ckwunschbrief&ldquo;. Der Bankier wurde weit &uuml;ber K&ouml;ln hinaus bis zum Ende ein  Akteur des NS-Systems: Organisator des SS-Freundeskreises aus drei Dutzend Industriellen, Sprecher der Reichsgruppe Privatbanken, Mitglied im Verwaltungsrat der Reichsbank, Mitglied im Verwaltungsrat der Bank f&uuml;r Internationalen Zahlungsausgleich in Basel\/Schweiz, gef&uuml;hrt von Thomas McKittrick, den Adenauer vor 1933 in Berlin getroffen hatte.<\/p><p><em>Robert Pferdmenges<\/em><\/p><p>Adenauers Spendensammler Pferdmenges war auch wichtiger Bankier im NS-Finanzsystem. Adenauer erkundigte sich bei ihm z.B., ob der gemeinsame Freund Friedrich Flick (&bdquo;als Mensch und Gesch&auml;ftsmann anst&auml;ndig und ehrlich&ldquo;) schon seine RWE-Aktien habe verkaufen und wieder eine neue Firma habe erwerben k&ouml;nnen. Die von Pferdmenges gef&uuml;hrte Bank Oppenheim, 1938 in Bank Pferdmenges umbenannt, war dann bis 1945 eine &bdquo;kriegswichtige&ldquo; Bank.<\/p><p><em>Goebbels und Abs sch&uuml;tzen Adenauers Spekulationsverluste<\/em><\/p><p>Hermann Josef Abs hatte 1923 im K&ouml;lner Bankhaus Delbr&uuml;ck angefangen. In der Nazizeit stieg er in den Vorstand der Deutschen Bank auf: Bis 1945 organisierte er Kriegskredite, war im Aufsichtsrat von drei Dutzend systemwichtiger Banken und Konzerne und organisierte Arisierungen. Den &Uuml;berfall auf die Sowjetunion begr&uuml;&szlig;te der &uuml;berzeugte Katholik euphorisch, denn sie sei &bdquo;der gr&ouml;&szlig;te Feind der Freiheit und der Menschlichkeit&ldquo;.<\/p><p>Bei Aktion&auml;rsversammlungen forderte ein Kleinaktion&auml;r wiederkehrend: Adenauer soll seinen Millionenkredit zur&uuml;ckzahlen, sonst sei das ein Schaden f&uuml;r die Deutsche Bank und auch die Aktion&auml;re! Aber Abs setzte durch: Antrag nicht behandeln! NS-Propagandaminister Goebbels wies die Medien an, Berichte dar&uuml;ber nicht zu ver&ouml;ffentlichen.<\/p><p><strong>Adenauer: Bestinformiert &uuml;ber Krieg und Judenvernichtung<\/strong><br>\nFranz-Rudolph von Weiss, seit 1920 im Generalkonsulat der Schweiz in K&ouml;ln t&auml;tig, ab 1936 Konsul, wurde 1943 Schweizer Generalkonsul f&uuml;r das Rheinland. Weiss war seit Adenauers OB-Zeit eng befreundet mit ihm und wird nach 1945 wichtiger Berater f&uuml;r Adenauer Beziehungen in die Schweiz sein.<\/p><p>Auch w&auml;hrend der NS-Zeit verkehrten die beiden regelm&auml;&szlig;ig und famili&auml;r. Adenauers Ehefrau nannte Weiss &bdquo;lieber guter Onkel&ldquo;. Der gute Onkel schickte seine Berichte regelm&auml;&szlig;ig an seinen Chef, den Schweizer Botschafter in Berlin, Hans Fr&ouml;licher, einen begeisterten NS-Sympathisanten, der die R&uuml;stungslieferungen Schweizer Unternehmen und die Finanztransaktionen deutscher Unternehmen &uuml;ber die Schweiz absicherte. Zugleich hatte Weiss seit Kriegsbeginn eine international hochbedeutsame Stellung: Er &uuml;bernahm die konsularische Vertretung der USA und Gro&szlig;britanniens, die mit ihrem milit&auml;rischen Eintritt in den Krieg die diplomatischen Beziehungen mit Deutschland abgebrochen hatten.<\/p><p>Von Weiss unterhielt &bdquo;ein feines Netz mit Politikern, Bankiers, Wirtschaftsf&uuml;hrern und hochrangigen Vertretern der katholischen Kirche&ldquo;. Er berichtete seiner Regierung ab 1941 z.B. &uuml;ber das Warschauer Ghetto, &uuml;ber den Abtransport K&ouml;lner Juden, &uuml;ber die Vernichtung von Juden in Osteuropa, berichtete &uuml;ber Zwangsarbeiter in Unternehmen des Rheinlands.<\/p><p>Hitlers Geheimpolizei Gestapo bescheinigte Weiss, er sei &bdquo;wegen seiner hervorragenden Verbindungen zu den verschiedensten Gesellschafts- und Wirtschaftskreisen&ldquo; eine der &bdquo;f&uuml;r das Ausland besten Nachrichtenquellen&ldquo;: Adenauer sa&szlig; an einer der besten Geheimdienstquellen im NS-Staat.<\/p><p><em>Gute US-Beziehungen<\/em><\/p><p>US-Konzerne r&uuml;steten Hitlers Wehrmacht auf, auch Ford K&ouml;ln produzierte jetzt Kriegsfahrzeuge. Adenauers zweite Ehefrau kam aus einer Banker-Familie der Wall Street. Er empfing US-Besuche in Rh&ouml;ndorf. Sohn Max bekam an der US-Elite-Universit&auml;t Georgetown in Washington 1937\/38 ein Stipendium.<\/p><p>Adenauers l&auml;ngstj&auml;hriger Freund, seit 1920, war der US-Unternehmer Daniel Heineman. Er leitete seit 1905 den Elektrokonzern SOFINA mit Europa-Sitz in Br&uuml;ssel. Er baute Stra&szlig;enbahnen in Europa, auch in K&ouml;ln, als Adenauer OB war. Wegen seiner j&uuml;dischen Abstammung lenkte er wegen der deutschen Besetzung Belgiens ab 1940 SOFINA von New York aus, die Zusammenarbeit mit der NS-Besatzung verlief dann weiter ohne St&ouml;rung.<\/p><p>Heineman schenkte Adenauer allein von 1933 bis 1937 in 1000er-St&uuml;ckelung insgesamt 20.000 RM, nach heutiger Kaufkraft gut 100.000 Euro. So kam Adenauer auch an Devisen f&uuml;r seine Urlaube in der Schweiz, ohne die sonst so scharfe Devisenkontrolle des NS-Staats. Heineman wird f&uuml;r den sp&auml;teren Bundeskanzler wichtiger Dauer-Berater in Sachen USA bleiben.<\/p><p><strong>Aus Prinzip: Kein Widerstand, mit niemandem!<\/strong><br>\nAdenauer konnte ungest&ouml;rt zahlreiche Besuche empfangen. Aber alle Versuche, ihn f&uuml;r eine Form des Widerstands zu gewinnen, lehnte er ab. 1934 versuchte es Karl Mewis von der K&ouml;lner KPD &uuml;ber einen katholischen Industriellen. Der kam mit der Antwort Adenauers zur&uuml;ck: &bdquo;Widerstand &ndash; absoluter Unsinn!&ldquo;<\/p><p>1936 kam der christliche Gewerkschafter Jakob Kaiser von einem dreist&uuml;ndigen Gespr&auml;ch zur&uuml;ck: &bdquo;Es ist mit ihm nicht zu rechnen.&ldquo; Ebenso lehnte Adenauer den Kontakt zum konservativen Leipziger Oberb&uuml;rgermeister Carl Goerdeler ab, der mit Offizieren einen Widerstandskreis gegen Hitler aufbaute.<\/p><p>1944 versuchte es der christliche Gewerkschafter Heinrich K&ouml;rner. Adenauer lehnte wieder ab: &bdquo;Ich will damit nichts zu tun haben.&ldquo; Mit seinem Besucher Franz Thedieck, Oberkriegsverwaltungsrat beim Milit&auml;rbefehlshaber  im besetzten Belgien, machte er sich &uuml;ber jede Form des Widerstands lustig.<\/p><p><em>Luxus-Haft 1944<\/em><\/p><p>1944 wurde er aus Anlass des Attentats der konservativen Milit&auml;rs auf Hitler zeitweise verhaftet. Es war eine Haft de luxe: Im Messelager der Stadt K&ouml;ln mussten russische Kriegsgefangene eine Wanne s&auml;ubern, damit er ein Bad nehmen konnte. Ein Mith&auml;ftling musste ihm die Hose b&uuml;geln.<\/p><p>Tochter und Ehefrau brachten ihm Socken und Hemden und besseres Essen und konnten sich stundenlang mit ihm unterhalten. Im Unterschied zu Mitgefangenen der SPD, der KPD und des Zentrums wurde er nicht zu Arbeitseins&auml;tzen herangezogen oder in ein KZ eingeliefert. Mit &auml;rztlichem Attest wurde er schlie&szlig;lich in das von ihm gew&uuml;nschte Krankenhaus K&ouml;ln-Lindenthal verlegt: Nach dem Krieg log er, &bdquo;ich war im KZ&ldquo;. (Auch Adenauer-Stiftung, Wikipedia usw. und auch KI pflegen heute weiter solche L&uuml;gen.)<\/p><p><em>Ohne Reue und Bu&szlig;e: Er wird schuldig f&uuml;r immer<\/em><\/p><p>Nach dem NS-Regime wird er, der verschuldete Million&auml;r, als CDU-Vorsitzender und als Bundeskanzler seine Schuld in neuer Form fortsetzen.<\/p><p>Er wird Menschen, die Widerstand gegen das Unrechtssystem geleistet hatten, verfolgen helfen, auch ins Gef&auml;ngnis bringen, und wird seine Mitschuldigen decken. Er wird sich als &bdquo;Gegner des NS-Systems&ldquo; ausgeben. Er wird das Christentum und das christliche Abendland predigen, aber die christliche Forderung nach Reue und Bu&szlig;e nie befolgen.<\/p><p>Im Gegenteil: Er wird l&uuml;gen. Er wird sich selbst bel&uuml;gen und er wird die von ihm Gef&uuml;hrten und Regierten bel&uuml;gen und neuem Unrecht aussetzen, auch neuer Kriegsgefahr.<\/p><p><strong>IV. Nach Hitler und Weltkrieg: &bdquo;Die Politik der Demut&ldquo;<\/strong><\/p><p>Nach dem Krieg regelten die westlichen Milit&auml;rregierungen unter US-F&uuml;hrung das  abgetrennte Westdeutschland neu. Sie verhalfen dem schon fr&uuml;h ausgesuchten Adenauer zum Vorsitz der CDU, schalteten Konkurrenten und Antifaschisten aus. Viele Entscheidungen fielen in der Schweiz, wohin der Ausgesuchte h&auml;ufig anreiste, verkleidet als Urlauber, auch zur teuren Frischzellen-Therapie in einer Spezialklinik am Genfer See.<\/p><p>In dem 1949 mit Adenauer gegr&uuml;ndeten Separatstaat BRD galt das Besatzungsrecht weiter. Es lag zun&auml;chst beim f&uuml;hrenden US-Banker John McCloy in seiner Funktion als US-Hochkommissar: Seine Beh&ouml;rde in Frankfurt\/Main hatte mehr Personal als Adenauers Regierung, die zudem in den ersten Jahren kein eigenes Au&szlig;enministerium haben durfte, und der Geheimdienst war noch eine CIA-Abteilung. Mit dem Zangengriff von Marshall-Plan und NATO wurde der Adenauer-Staat zur vorgeschobenen US-Bastion und zum &bdquo;Schaufenster&ldquo; Richtung &bdquo;Osten&ldquo;.<\/p><p><strong>Kissinger: Adenauers &bdquo;Politik der Demut&ldquo;<\/strong><br>\nHenry Kissinger, wichtigster Berater von US-Pr&auml;sidenten im 20. Jahrhundert, ver&ouml;ffentlichte kurz vor seinem Tod seine Lebensbilanz: &bdquo;Staatskunst. Sechs Lektionen f&uuml;r das 21. Jahrhundert&ldquo; (New York und M&uuml;nchen 2022). Kissinger hatte auch den Bundeskanzler Adenauer beraten: Ihm ist im Buch das erste Kapitel gewidmet, unter dem Titel &bdquo;Die Politik der Demut&ldquo;.<\/p><p>Das hei&szlig;t: Die deutschen Kapitalisten durften ihre Kriegsgewinne und auch die Gewinne aus tausenden Arisierungen j&uuml;discher Banken, Unternehmen und Aktien behalten, nicht nur die in Deutschland, sondern auch in den besetzten Staaten &Ouml;sterreich, Frankreich, Belgien, Luxemburg, den Niederlanden, Italien, Griechenland, Polen, D&auml;nemark, Norwegen und auch in der Sowjetunion, der Slowakei, Jugoslawien und Nordafrika. Auch die juristischen, medialen, wissenschaftlichen usw. Mit-T&auml;ter wurden zu 98 Prozent nicht bestraft &ndash; aber sie mussten ihr bew&auml;hrtes antikommunistisches, antirussisches, wirtschaftliches, technisches usw. Potential nun dem&uuml;tig einer h&ouml;heren Macht unterstellen: den USA.<\/p><p><strong>Praktiken der bundesdeutschen Demut vor dem Herrn<\/strong><br>\nDiese Demut, diese Unterwerfung dann aber l&uuml;genhaft mit &bdquo;neuem Selbstbewusstsein&ldquo; und &bdquo;Wir sind wieder wer&ldquo; zu &uuml;berdecken: Diese Art Demut wird an f&uuml;hrender Stelle der gelernte christliche L&uuml;gner und Politikdarsteller Konrad Adenauer verk&ouml;rpern, durchexerzieren, pr&auml;gend f&uuml;r seine Nachfolger und die Bundesrepublik bis heute &ndash; so wie dies heute der Adenauer-Nachfolger, Kanzler und CDU-Vorsitzende Merz weiter inszeniert: Der US-Regierung alle wesentlichen Forderungen erf&uuml;llen und wachsende europ&auml;ische Souver&auml;nit&auml;t vorspielen, l&uuml;genhaft.<\/p><ul>\n<li>Das von den westlichen Milit&auml;rregierungen unter US-F&uuml;hrung genehmigte Grundgesetz enth&auml;lt gerade nicht die als Konsequenz aus dem Weltkrieg von der UNO beschlossenen Rechte: kein Verweis auf das V&ouml;lkerrecht, etwa die UN-Charta, kein Verweis auf die Arbeits- und Sozialrechte der UNO bzw. ihrer Unterorganisation ILO &ndash; stattdessen ein diffuses, unverbindliches Gelaber von der &bdquo;W&uuml;rde des Menschen&ldquo;, das konkret millionenfach verletzt wird.<\/li>\n<li>Die von Unternehmen und Banken ausgesuchten, zur Regierung geeigneten und dauerfinanzierten Parteien waren und sind bis heute offen bis ganz nach rechtsau&szlig;en, CDU und CSU vorneweg, auch international, etwa mit ihren Parteistiftungen.<\/li>\n<li>Kein anderer europ&auml;ischer Staat &bdquo;beherbergt&ldquo; auch nur ann&auml;hernd so viele US-Milit&auml;rst&uuml;tzpunkte wie die BRD: Hier werden Atombomben gelagert, von hier werden global Drohnenmorde exekutiert, von hier werden Kriege in anderen Staaten beliefert, ohne Beteiligung der deutschen Regierung, und das Milit&auml;rpersonal unterliegt nicht deutschem Recht.<\/li>\n<li>Adenauer hat zugestimmt: Wenn die USA entscheiden, dann wird in Europa der Atomkrieg mit Russland ausgetragen; das gilt jetzt erneut, wenn der kaputte US-Stellvertreter-Krieger Ukraine nach Befehl des jetzigen US-Pr&auml;sidenten Trump durch die europ&auml;ischen NATO-Staaten ersetzt wird, die zum ungleich gr&ouml;&szlig;eren US-Stellvertreter-Krieger aufr&uuml;sten.<\/li>\n<li>Mit Adenauer gilt bis heute: Die Bundesrepublik ist kein souver&auml;ner Staat, weder milit&auml;risch noch wirtschaftlich noch digital, sondern ein den USA unterliegendes Provisorium, vor allem in der Au&szlig;en- und Geopolitik; dies gilt auch f&uuml;r das Gebilde Europ&auml;ische Union.<\/li>\n<li>Die westlichen Milit&auml;rregierungen und dann ab 1949 der US-Hochkommissar haben die bis heute f&uuml;hrenden Leitmedien &ndash; Spiegel, ZEIT, S&uuml;ddeutsche, Springer, FAZ, auch regionale wie K&ouml;lner Stadt-Anzeiger &ndash; mit ihrem NS-Leitungspersonal lizensiert, auch die pr&auml;gende Meinungs&bdquo;forschung&ldquo; (= Meinungsmache: Institut f&uuml;r Demoskopie Allensbach, gegr&uuml;ndet von der Goebbels-Sch&uuml;lerin Noelle-Neumann, mit Dauerauftrag der Bundesregierungen bis heute).<\/li>\n<li>ArbeitsUnrecht: Die BRD bis heute ist der einzige westliche Staat, in dem der politische Streik praktisch verboten ist (f&uuml;r Beamte und in den Kirchen-Konzernen sowieso); Millionen vielfach illegale migrantische Niedrigstl&ouml;hnerInnen arbeiten in der Prostitution (Deutschland: &bdquo;Das Bordell Europas&ldquo;), am Bau, in der h&auml;uslichen Pflege, in Security, Gastronomie usw., w&auml;hrend Beamte seit Adenauer immer zahlreicher und immer h&ouml;her privilegiert wurden, im &ouml;ffentlichen Dienst, Ministerien, ausgelagerten Beh&ouml;rden, Bundeswehr, Geheimdiensten, Diplomatie.<\/li>\n<li>Weil seit Adenauer\/McCloy die Ex-NS-Banker und NS-Unternehmer mit ihren alten Privilegien weitermachen durften, erwies sich schon das &bdquo;Wirtschaftswunder&ldquo; als L&uuml;ge: Bereits 1967 gab es 670.000 Arbeitslose, ab 1975 &uuml;ber eine Million Arbeitslose, ab 1983 &uuml;ber zwei Millionen, 1989 drei Millionen; mit den US-Beratern in der Treuhand-Anstalt bei Adenauer-Nachfolger Helmut Kohl wurde dann ab 1990 Ostdeutschland zugunsten westlicher Banken und Unternehmer verarmt; dann wurde das ganze Deutschland wieder &bdquo;zum armen Mann Europas&ldquo;, wurde ab 2000 mithilfe von US-&bdquo;Heuschrecken&ldquo;-Investoren noch mehr de-industrialisiert, v.a. im Mittelstand; und dann kamen mit Adenauers Nachfolgern Merkel und Merz die ganz gro&szlig;en US-Investoren wie BlackRock, Vanguard und State Street, sie sind jetzt die f&uuml;hrenden Aktion&auml;rsgruppen in den wichtigsten Unternehmen Deutschlands wie im DAX &ndash; und bauen mit hohen Gewinnen hier Arbeitspl&auml;tze ab und investieren in den USA und China. Und jetzt spielt sich f&uuml;r den &bdquo;neuen kranken Mann Europas&ldquo; der Adenauer-Nachfolger der Mit-T&auml;ter Merz als gro&szlig;er Retter der Wirtschaft auf, l&uuml;genhaft.<\/li>\n<\/ul><p><strong>Die Erf&uuml;llung des Adenauer-Erbes: Demut vor Donald Trump!<\/strong><br>\nDie BRD hat bis heute keine g&uuml;ltige Verfassung, sondern nur ein provisorisches und st&auml;ndig umgebasteltes &bdquo;Grundgesetz&ldquo;; und unter F&uuml;hrung der USA gibt es mit und seit dem technokratisch benannten &bdquo;2+4-Vertrag&ldquo; von 1991 wieder keinen Friedensvertrag in Europa, keine Reparations-Regelungen: Damit gilt auch das von den USA angef&uuml;hrte weitere Vorr&uuml;cken von NATO weiter gegen Russland: Deutschland bleibt weiter ein Provisorium.<\/p><p>So wird das Erbe Adenauers heute erf&uuml;llt: Sein jetziger Nachfolger als CDU-Vorsitzender und Bundeskanzler erf&uuml;llt alle wichtigen Forderungen des m&auml;chstigsten und gef&auml;hrlichsten Rechtsextremen der &bdquo;freien Welt&ldquo;: Demut vor Donald Trump.<\/p><p>Deshalb: Auch die Zerst&ouml;rung der Adenauer-Legenden geh&ouml;rt zum Aufbau eines demokratischen, friedlichen, sicheren, wohlst&auml;ndigen Deutschland und Europa &ndash; im Kontext einer multipolaren Weltordnung, zu deren Menschenrechten auch die Arbeits- und Sozialrechte geh&ouml;ren.<\/p><p><small>Titelbild: (c) Werner R&uuml;gemer: Adenauers Denkmal im Zentrum K&ouml;lns an der Apostelkirche wurde von K&ouml;lner Unternehmern in Auftrag gegeben und 1995 unter der Schirmherrschaft des CDU-Vorsitzenden und Bundeskanzlers Helmut Kohl eingeweiht.<\/small> <\/p><p>P.S. des Autors Werner R&uuml;gemer:<br>\n<em>Im Herbst 2026 erscheint die ausf&uuml;hrliche Adenauer-Biografie im K&ouml;lner Papyrossa-Verlag, mit zahlreichen, auch neuen Quellenangaben, viele aus den USA.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum 150. Geburtstag Konrad Adenauers wird das g&auml;ngige Gr&uuml;ndungsnarrativ der Bundesrepublik selten hinterfragt. Diese Skizze von <strong>Werner R&uuml;gemer<\/strong> tut es. Sie zeigt Adenauer nicht als demokratischen Neubeginner, sondern als konsequenten Machtpolitiker im Dienst des Kapitals &ndash; vom Kaiserreich &uuml;ber Weimar und den NS-Staat bis zur Unterordnung unter die USA. Eine notwendige Entzauberung.<\/p>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":144279,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[198,127],"tags":[1114,2871,2156,293,2138,418,909,1792,1451,2250,416,2155,1556,2518,2571,2475,966,3615],"class_list":["post-144278","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-einzelne-politiker-personen-der-zeitgeschichte","category-lobbyismus-und-politische-korruption","tag-adenauer-konrad","tag-antikommunismus","tag-biographie","tag-finanzwirtschaft","tag-ford","tag-grundgesetz","tag-kapitalismus","tag-kolonialismus","tag-monarchie","tag-nachkriegszeit","tag-nationalsozialismus","tag-opportunismus","tag-usa","tag-versailler-vertrag","tag-wahlrecht","tag-weimarer-republik","tag-weltkrieg","tag-zentrumspartei"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/AdenauerApost.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/144278","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=144278"}],"version-history":[{"count":11,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/144278\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":144403,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/144278\/revisions\/144403"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/144279"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=144278"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=144278"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=144278"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}