{"id":144418,"date":"2026-01-07T14:02:37","date_gmt":"2026-01-07T13:02:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=144418"},"modified":"2026-03-31T11:17:09","modified_gmt":"2026-03-31T09:17:09","slug":"basiert-der-kurs-der-bundesregierung-und-der-eu-auf-luegen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=144418","title":{"rendered":"Basiert der Kurs der Bundesregierung und der EU auf L\u00fcgen?"},"content":{"rendered":"<p>Die au&szlig;en- und innenpolitischen Entscheidungen der Bundesregierung und der EU hinsichtlich Russlands werden fast ausschlie&szlig;lich mit Behauptungen begr&uuml;ndet, die sich reihenweise als falsch oder nicht belegt herausgestellt haben. So existiert kein einziger handfester Beleg daf&uuml;r, dass Russland nach einem Sieg in der Ukraine NATO-Staaten angreifen will oder bereits jetzt schon einen &bdquo;hybriden Krieg&ldquo; gegen die EU f&uuml;hrt. Auf Nachfragen bei entsprechenden Regierungsstellen geben diese Geheimdienstinformationen an, die nicht &ouml;ffentlich bereitstehen. Auch die derzeit ausgesetzte Einsch&auml;tzung des Verfassungsschutzes, die AfD sei &bdquo;gesichert rechtsextremistisch&ldquo;, basiert ausschlie&szlig;lich auf einem nicht &ouml;ffentlichen Gutachten. Von <strong>Karsten Montag<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nEs deutet alles darauf hin, dass die vielen Behauptungen, die derzeit den ma&szlig;geblichen Kurs der EU und vieler europ&auml;ischer Regierungen &ndash; darunter insbesondere auch der deutschen &ndash; bestimmen, frei erfunden sind. Ob Aufr&uuml;stung, Wehrpflicht, Wahlannullierungen oder das angestrebte Verbotsverfahren gegen die AfD &ndash; alles wird letztendlich mit Geheimdienstinformationen begr&uuml;ndet, die der &Ouml;ffentlichkeit nicht zur Verf&uuml;gung stehen. Die wenigen &ouml;ffentlichen Informationen haben sich hingegen ausschlie&szlig;lich als nicht best&auml;tigt oder sogar als falsch herausgestellt. Statt dies einzugestehen, zensiert der Rat der EU nun mit rechtlich &auml;u&szlig;erst fragw&uuml;rdigen Mitteln und fadenscheinigen Begr&uuml;ndungen Stimmen, die auf diesen Missstand hinweisen.<\/p><p>Nachfolgend werden die drei herausstechenden Behauptungen &ndash; Russland will weitere EU-Staaten angreifen und befindet sich bereits jetzt schon in einem hybriden Krieg mit der EU sowie die &bdquo;gesicherte&ldquo; Rechtsextremit&auml;t der AfD &ndash; genauer analysiert. Die Umgehung national verankerter Grundrechte mithilfe des Sanktionsregimes des EU-Rates stellt dabei derzeit die bei Weitem am meisten angsteinfl&ouml;&szlig;ende Entwicklung dar.<\/p><p><strong>Behauptung Nr. 1: Russland will nach der Ukraine weitere europ&auml;ische Staaten angreifen<\/strong><\/p><p>Auf dem CSU-Parteitag Mitte Dezember verglich Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) den russischen Pr&auml;sidenten Wladimir Putin mit dem ehemaligen deutschen Diktator Adolf Hitler. <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=5GS4nQlDJBk&amp;t=2643s\">Merz behauptete<\/a>, dass &ndash; &auml;hnlich, wie dem Deutschen Reich 1938 das Sudetenland nicht gereicht habe &ndash; auch Putin nicht aufh&ouml;ren w&uuml;rde, wenn die Ukraine f&auml;llt. Es ginge ihm um die &bdquo;grundlegende Ver&auml;nderung der Grenzen in Europa&ldquo; und die &bdquo;Wiederherstellung der alten Sowjetunion&ldquo; in deren Grenzen, so Merz.<\/p><p>Im Juni <a href=\"https:\/\/www.bundesregierung.de\/breg-de\/service\/newsletter-und-abos\/bulletin\/pistorius-befragung-regierung-2290860\">behauptete Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) im Bundestag<\/a>, man d&uuml;rfe nicht glauben, dass Putin an den Grenzen der Ukraine haltmachen werde. Russland sei auch f&uuml;r Georgien, Moldawien und letztlich f&uuml;r die NATO eine Bedrohung. Da Putins Kriegswirtschaft auf einen weiteren Konflikt zuarbeiten w&uuml;rde, m&uuml;sse Deutschland bis 2029 &bdquo;kriegst&uuml;chtig&ldquo; sein, erkl&auml;rte der Minister.<\/p><p>Dies sind nur zwei Stimmen in einem breiten Kanon &auml;hnlich lautender Aussagen deutscher und europ&auml;ischer Politiker, Milit&auml;rs und Geheimdienste. Doch gibt es irgendwelche Belege, die diese Behauptungen best&auml;tigen k&ouml;nnten?<\/p><p><strong>Die Sichtweise des Kremls auf den Konflikt in der Ukraine<\/strong><\/p><p>Bereits auf dem NATO-Gipfel 2008 in Bukarest <a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/world\/2008\/apr\/04\/nato.russia\">hatte Russlands Pr&auml;sident Putin die Mitgliedsstaaten des B&uuml;ndnisses gewarnt<\/a>, dass Moskau eine weitere Ausweitung des B&uuml;ndnisses Richtung Osten als &bdquo;direkte Bedrohung&ldquo; ansehen werde. Auf dem Treffen wurde die zuk&uuml;nftige Aufnahme der Ukraine und Georgiens in das Verteidigungsb&uuml;ndnis diskutiert und <a href=\"https:\/\/www.nato.int\/en\/about-us\/official-texts-and-resources\/official-texts\/2008\/04\/03\/bucharest-summit-declaration\">eine zuk&uuml;nftige Mitgliedschaft in Aussicht gestellt<\/a>.<\/p><p>Am 24. Februar 2022 <a href=\"https:\/\/www.reuters.com\/world\/europe\/russias-putin-authorises-military-operations-donbass-domestic-media-2022-02-24\/\">nannte Putin laut der Nachrichtenagentur <em>Reuters<\/em><\/a> folgende Gr&uuml;nde f&uuml;r den Einmarsch in die Ukraine:<\/p><blockquote><p>&bdquo;Ich habe beschlossen, eine spezielle Milit&auml;roperation durchzuf&uuml;hren. Ihr Ziel ist es, Menschen zu sch&uuml;tzen, die in den letzten acht Jahren Opfer von Mobbing und V&ouml;lkermord geworden sind. Und daf&uuml;r werden wir uns f&uuml;r die Entmilitarisierung und Entnazifizierung der Ukraine einsetzen. Und um diejenigen vor Gericht zu bringen, die zahlreiche blutige Verbrechen gegen Zivilisten begangen haben, darunter auch gegen B&uuml;rger der Russischen F&ouml;deration.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>Nach <a href=\"https:\/\/ukraine.un.org\/sites\/default\/files\/2022-02\/Conflict-related%20civilian%20casualties%20as%20of%2031%20December%202021%20%28rev%2027%20January%202022%29%20corr%20EN_0.pdf\">Angaben der Vereinten Nationen<\/a> sind in der Zeit des B&uuml;rgerkriegs im ukrainischen Donbass-Becken in der Zeit von 2014 bis Ende 2021 zwischen 14.200 und 14.400 Menschen ums Leben gekommen &ndash; davon circa 3.400 Zivilisten, 4.400 Angeh&ouml;rige der ukrainischen Armee sowie 6.500 Angeh&ouml;rige der bewaffneten Truppen der Separatisten. Ausgel&ouml;st wurde der Konflikt durch den gewaltsamen Umsturz des demokratisch gew&auml;hlten und in der Region Donezk geborenen Pr&auml;sidenten Viktor Janukowitsch im Jahr 2014 &ndash; dem sogenannten &bdquo;Euromaidan&ldquo;.<\/p><p>Es gibt <a href=\"https:\/\/www.infosperber.ch\/politik\/welt\/ukraine-chronik-der-westlichen-einmischung\/\">eindeutige Hinweise<\/a> darauf, dass der Umsturz vom Westen &ndash; insbesondere von den USA &ndash; unterst&uuml;tzt worden ist. Das Magazin <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=H4-RSkeJFBA\"><em>Der Spiegel<\/em> berichtete 2015<\/a>, dass der ukrainische &bdquo;Rechte Sektor&ldquo; eine der &bdquo;treibenden Kr&auml;fte der Maidan-Revolution&ldquo; gewesen ist. An der nachfolgenden &Uuml;bergangsregierung war unter anderem auch <a href=\"https:\/\/www.bpb.de\/themen\/europa\/ukraine-analysen\/303013\/analyse-der-ambivalente-aufstieg-einer-ukrainischen-unzivilen-gesellschaft-nach-dem-euromaidan\/\">die ukrainische rechtsextreme Partei &bdquo;Swoboda&ldquo; beteiligt<\/a>. Das &bdquo;Regiment Asow&ldquo;, <a href=\"https:\/\/www.fr.de\/politik\/ukraine-krieg-asow-brigade-russland-front-usa-hilfe-frontverlauf-kritik-propaganda-93038552.html\">von der <em>Frankfurter Rundschau<\/em> als ukrainische &bdquo;Eliteeinheit&ldquo; bezeichnet<\/a>, verwendet nachweislich rechtsextreme Symbole. Dies wird unter anderem <a href=\"https:\/\/www.bundestag.de\/resource\/blob\/898484\/37a9ef84c1c220157930089f1c43a579\/WD-2-025-22-pdf-data.pdf\">von den Wissenschaftlichen Diensten des Bundestags best&auml;tigt<\/a>.<\/p><p>Die <a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20111217151026\/http:\/\/2001.ukrcensus.gov.ua\/eng\/results\/general\/nationality\/\">Ergebnisse einer Volksz&auml;hlung<\/a> aus dem Jahr 2001 zeigen, dass ethnische Russen 17 Prozent der ukrainischen Bev&ouml;lkerung ausmachen. <a href=\"http:\/\/2001.ukrcensus.gov.ua\/eng\/results\/general\/language\/\">Aus derselben Erhebung geht hervor<\/a>, dass f&uuml;r 30 Prozent der Bev&ouml;lkerung Russisch die Muttersprache darstellt. Insbesondere in den s&uuml;dlichen und &ouml;stlichen Regionen der Ukraine ist der Anteil ethnischer Russen und russischer Muttersprachler besonders hoch. Dieser bewegt sich zwischen einem Anteil von 14 Prozent ethnischer Russen (25 Prozent russische Muttersprachler) in der Region Cherson und 58 Prozent ethnische Russen (77 Prozent russische Muttersprachler) auf der Halbinsel Krim.<\/p><p>In diesen Regionen hatte in der Pr&auml;sidentschaftswahl 2010 &ndash; der letzten Wahl unter Beteiligung aller ukrainischen Wahlkreise &ndash; der aus dem Donbas stammende Viktor Janukowitsch, Sohn eines polnischst&auml;mmigen wei&szlig;russischen Vaters und einer russischen Mutter, teilweise weit mehr als 50 Prozent der Stimmen erlangt.<\/p><p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/%D0%94%D1%80%D1%83%D0%B3%D0%B8%D0%B9_%D1%82%D1%83%D1%80_2010_%D0%BF%D0%BE_%D0%BE%D0%BA%D1%80%D1%83%D0%B3%D0%B0%D1%85-en.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/%D0%94%D1%80%D1%83%D0%B3%D0%B8%D0%B9_%D1%82%D1%83%D1%80_2010_%D0%BF%D0%BE_%D0%BE%D0%BA%D1%80%D1%83%D0%B3%D0%B0%D1%85-en.png\" alt=\"\" width=\"1600\" height=\"1120\" class=\"alignleft size-full wp-image-144419\"><\/a><br>\n<small>Abbildung 1: Ergebnisse der ukrainischen Pr&auml;sidentschaftswahlen 2010, Quelle: <a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/w\/index.php?curid=11453740\">Vasyl Babych &ndash; Eigenes Werk, CC BY 3.0<\/a><\/small><\/p><p>In westlichen Medien finden sich fast ausschlie&szlig;lich nur Hinweise darauf, dass die Separatisten von Russland unterst&uuml;tzt worden sind. Aus einem aufwendig recherchierten <a href=\"https:\/\/www.nytimes.com\/interactive\/2025\/03\/29\/world\/europe\/us-ukraine-military-war-wiesbaden.html\">Bericht der <em>New York Times<\/em><\/a> vom M&auml;rz 2025 geht jedoch hervor, dass die ukrainische Armee bereits unter US-Pr&auml;sident Barack Obama ab 2014 mit milit&auml;rischer Aufkl&auml;rung von den USA unterst&uuml;tzt wurde. In der ersten Amtszeit von US-Pr&auml;sident Donald Trump ab 2017 erhielt die Ukraine demnach auch Waffenlieferungen aus den Vereinigten Staaten. Ein &auml;hnlich umfangreicher weiterer <a href=\"https:\/\/www.thetimes.com\/uk\/defence\/article\/the-untold-story-of-british-military-chiefs-crucial-role-in-ukraine-3j2zpgrxg\">Beitrag der britischen Tageszeitung <em>The Times<\/em><\/a> vom April 2025 enth&uuml;llt, dass britische Ausbildungstruppen bereits seit 2015 in der Ukraine stationiert waren. Damit erf&uuml;llt der B&uuml;rgerkrieg im Donbass zwischen 2014 und 2022 die <a href=\"https:\/\/www.frieden-fragen.de\/lexikon\/stellvertreterkrieg.html\">Kriterien eines Stellvertreterkriegs<\/a> zwischen den USA sowie Gro&szlig;britannien auf der einen und Russland auf der anderen Seite.<\/p><p>Am 14. Juni 2024 <a href=\"https:\/\/www.reuters.com\/world\/europe\/putin-says-west-needs-find-way-work-with-russia-2024-06-14\/\">nannte Putin laut <em>Reuters<\/em><\/a> als Bedingungen f&uuml;r einen Waffenstillstand und die Aufnahme von Friedensverhandlungen den vollst&auml;ndigen Abzug der ukrainischen Truppen aus dem gesamten Gebiet der Regionen Donezk, Luhansk, Cherson und Saporischschja sowie das Zugest&auml;ndnis der ukrainischen Regierung, ihre Pl&auml;ne f&uuml;r einen NATO-Beitritt aufzugeben. Diese Bedingungen haben sich bis heute nicht ge&auml;ndert.<\/p><p>In einer <a href=\"https:\/\/www.reuters.com\/world\/europe\/putin-says-western-calls-preparation-war-with-russia-a-lie-2025-12-17\/\">Rede am 17. Dezember 2025<\/a> k&uuml;ndigte der russische Pr&auml;sident jedoch an, Russland werde weitere Gebiete in der Ukraine mit Gewalt einnehmen, wenn Kiew und die europ&auml;ischen Politiker sich nicht auf die Vorschl&auml;ge der USA f&uuml;r eine Friedensl&ouml;sung einlassen w&uuml;rden. Dabei ging er auch auf die westlichen Warnungen ein, Russland k&ouml;nne eines Tages ein Land des NATO-Milit&auml;rb&uuml;ndnisses angreifen:<\/p><blockquote><p>&bdquo;Ich habe wiederholt gesagt: Das ist eine L&uuml;ge, Unsinn, reiner Unsinn &uuml;ber eine imagin&auml;re russische Bedrohung f&uuml;r europ&auml;ische L&auml;nder. Aber das geschieht ganz bewusst.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>Der US-amerikanische Politikwissenschaftler <a href=\"https:\/\/youtu.be\/hAnQpdv4lm0?t=1680\">John Mearsheimer geht davon aus<\/a>, dass Russland bis zu 40 Prozent des Territoriums der Ukraine erobern wird, darunter auch die beiden Gro&szlig;st&auml;dte Odessa und Charkiw, wenn die ukrainische Armee &bdquo;kollabieren&ldquo; sollte. Hintergrund sei die Annahme Putins, dass es nicht zu einem dauerhaften Frieden in der Ukraine kommen wird und Russland das Land so weit schw&auml;chen m&uuml;sse, dass nur noch ein dysfunktionaler Reststaat &uuml;brigbleibt. Mearsheimer geht jedoch nicht davon aus, dass Russland die ganze Ukraine einnehmen wird.<\/p><p><strong>Fazit: keine handfesten Belege, sondern nur Behauptungen und angebliche Geheimdienstinformationen<\/strong><\/p><p>Die hier erfolgte Darstellung dient nicht dazu, das direkte Eingreifen der russischen Armee in den B&uuml;rgerkrieg in der Ukraine zu rechtfertigen, sondern um Belege f&uuml;r die Behauptung vieler europ&auml;ischer F&uuml;hrungspolitiker zu finden, dass Russland nicht nur die ganze Ukraine einnehmen, sondern auch weitere europ&auml;ische L&auml;nder angreifen wird. Weder aus den Aussagen des russischen Pr&auml;sidenten noch aus der Historie des Konfliktes in der Ukraine lassen sich diese Behauptungen ableiten.<\/p><p>Neben John Mearsheimer halten eine ganze Reihe internationaler geopolitischer Analysten und Beobachter die NATO-Ostererweiterung f&uuml;r den urs&auml;chlichen Grund des Konfliktes in der Ukraine &ndash; darunter die US-Amerikaner Jeffrey Sachs und Daniel L. Davis, der Norweger Glenn Diesen und der Brite Alexander Mercouris. <a href=\"https:\/\/youtu.be\/3onO7SRkWd0?t=4453\">Mearsheimer nennt explizit<\/a> die Entscheidung auf dem NATO-Gipfel 2008, die Ukraine und Georgien in das Verteidigungsb&uuml;ndnis aufzunehmen, als Ursache f&uuml;r das &bdquo;Desaster&ldquo; in der Ukraine. Er geht davon aus, dass Historiker eines Tages diese Entscheidung als eine der &bdquo;schicksalhaftesten&ldquo; der Weltgeschichte bezeichnen werden.<\/p><p>Was in die vorliegende Betrachtung nicht einflie&szlig;en kann, sind etwaige Geheimdienstinformationen, die nicht &ouml;ffentlich zug&auml;nglich sind. Erst k&uuml;rzlich hat der Pr&auml;sident des Bundesnachrichtendienstes, Martin J&auml;ger, <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/innenpolitik\/geheimdienste-parlamentarisches-kontrollgremium-100.html\">laut Tagesschau ge&auml;u&szlig;ert<\/a>, Deutschland d&uuml;rfe sich nicht &bdquo;zur&uuml;cklehnen&ldquo; und denken, ein russischer Angriff k&auml;me fr&uuml;hestens 2029. Deutschland st&auml;nde &bdquo;schon jetzt im Feuer&ldquo;. Allerdings nennen weder J&auml;ger noch das Nachrichtenformat einen einzigen Beleg f&uuml;r diese Behauptung. Zudem lie&szlig;e sich nicht ausschlie&szlig;en, dass Russland irgendwann in der Zukunft doch noch weitere europ&auml;ische L&auml;nder angreift &ndash; beispielsweise unter einer neuen Regierung im Kreml, die dem westlichen Ausland <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=F0_0WqUuh9E\">weniger wohlgesonnen<\/a> ist als der <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=GyjRnD7WFX8\">langj&auml;hrige russische Pr&auml;sident Wladimir Putin<\/a>.<\/p><p><strong>Behauptung Nr. 2: Russland f&uuml;hrt bereits jetzt schon einen &bdquo;hybriden Krieg&ldquo; gegen Europa<\/strong><\/p><p>Auch die Einsch&auml;tzung, Russland f&uuml;hre einen &bdquo;hybriden Krieg&ldquo; gegen die EU, l&auml;sst sich mit &ouml;ffentlich verf&uuml;gbaren Informationen so gut wie nicht best&auml;tigen. Das hindert jedoch beispielsweise Bundesinnenminister Alexander Dobrindt nicht daran, wiederholt <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/deutschland\/2025-09\/dobrindt-bundestag-drohnen-wettruesten-hybride-bedrohung\">von &bdquo;hybriden Angriffen&ldquo; Russlands zu sprechen<\/a>. Konkrete Belege dazu fehlen &ndash; im Gegenteil. Die Behauptungen einer &bdquo;hybriden Bedrohung&ldquo; Russlands, beispielsweise aufgrund von Drohnensichtungen, GPS-St&ouml;rung und Wahlbeeinflussungen, k&ouml;nnen h&auml;ufig widerlegt werden oder stellen sich als nicht nachweisbar heraus. Das h&auml;lt diejenigen, die mit derartigen Aussagen eine angebliche Bedrohungslage dramatisieren, nicht davon ab, weiterzumachen und nicht &ouml;ffentliche Geheimdienstinformationen als vermeintliche Belege anzuf&uuml;hren.<\/p><p>So behauptete Dobrindt erst k&uuml;rzlich in einem <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/plus693ae63b2cffd6b6bef54062\/alexander-dobrindt-kann-missbrauch-des-asylsystems-nicht-auf-null-reduzieren-aber-fuer-mehr-ordnung-sorgen.html\">Interview mit der Tageszeitung <em>Die Welt<\/em><\/a>, das Innenministerium mitsamt seinen unterstellten Beh&ouml;rden w&uuml;rde beobachten, dass Linksextremisten versuchen, &bdquo;Staat und Institutionen zu delegitimieren&ldquo;. Themen wie Wehrpflicht und NATO-Aufr&uuml;stung spielten dabei eine Rolle. Es sei nicht auszuschlie&szlig;en, dass &bdquo;ausl&auml;ndische M&auml;chte&ldquo; solche Aktivit&auml;ten unterst&uuml;tzen. Auff&auml;llig sei, so Dobrindt weiter, wie h&auml;ufig linksextreme Gruppen &bdquo;russische Narrative&ldquo; im Kontext des Ukraine-Kriegs &uuml;bernehmen. Konkrete Belege daf&uuml;r nannte er nicht.<\/p><p><strong>Weitgefasste und schwammige Definition von &bdquo;hybriden Bedrohungen&ldquo; &ouml;ffnen die B&uuml;chse der Pandora<\/strong><\/p><p>Auff&auml;llig ist jedoch, wie die Definition von &bdquo;hybrid&ldquo; so weit gefasst wird, dass selbst die Sichtweise der russischen Regierung auf den Konflikt in der Ukraine als &bdquo;hybride Bedrohung&ldquo; dargestellt wird. Mit den rechtlich &auml;u&szlig;erst schwammigen Begriffen &bdquo;Desinformation&ldquo; und &bdquo;Propaganda&ldquo; hat der EU-Rat bereits im M&auml;rz 2022 die russischen, vom Kreml finanzierten Auslandssender <em>Russia Today<\/em> und <em>Sputnik<\/em> sanktioniert. So hei&szlig;t es in der <a href=\"https:\/\/eur-lex.europa.eu\/legal-content\/DE\/TXT\/PDF\/?uri=CELEX:32022R0350\">zugeh&ouml;rigen Verordnung<\/a>:<\/p><blockquote><p>&bdquo;Um ihre Aggressionen gegen die Ukraine zu rechtfertigen und zu unterst&uuml;tzen, betreibt die Russische F&ouml;deration kontinuierliche und konzertierte Propagandaaktionen, die sich gegen die Zivilgesellschaft der Union und ihrer Nachbarl&auml;nder richten und die Fakten drastisch verzerren und manipulieren. Diese Propagandaaktionen wurden &uuml;ber eine Reihe von Medien unter st&auml;ndiger direkter oder indirekter Kontrolle der F&uuml;hrung der Russischen F&ouml;deration verbreitet. Solche Ma&szlig;nahmen stellen eine erhebliche und unmittelbare Bedrohung f&uuml;r die &ouml;ffentliche Ordnung und Sicherheit der Union dar.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>Dass in den westlichen Medien diesbez&uuml;glich offensichtlich ein Doppelstandard angewandt wird, kann man an der Reaktion der Intendantin der <em>Deutschen Welle (DW)<\/em>, ein von der Bundesregierung aus Steuergeldern finanzierter Auslandssender, auf dessen Einschr&auml;nkungen in Russland erkennen. So hei&szlig;t es in einem Mitte Dezember ver&ouml;ffentlichten <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/deutsche-welle-russland-100.html\">Bericht der Tagesschau<\/a> mit dem Titel &bdquo;Deutsche Welle in Russland &sbquo;unerw&uuml;nschte Organisation&lsquo;:<\/p><blockquote><p>&bdquo;DW-Intendantin Barbara Massing kritisierte die Versch&auml;rfung des Vorgehens gegen freie Medien durch die russische Justiz. Der Schritt zeige, &sbquo;wie wenig das Regime von Pressefreiheit h&auml;lt und wie sehr es unabh&auml;ngige Informationen f&uuml;rchtet&lsquo;, erkl&auml;rte DW-Intendantin Barbara Massing. Die Deutsche Welle werde sich nicht abschrecken lassen durch den &sbquo;Versuch, freie Medien zum Schweigen zu bringen&lsquo;, so Massing in einer Mitteilung des Senders. &sbquo;Trotz Zensur und Blockade unserer Angebote durch die russische Regierung erreicht die DW mit ihrem Russisch-Angebot heute mehr Menschen als zuvor&lsquo;, erkl&auml;rte sie. &sbquo;Wir werden weiterhin unabh&auml;ngig berichten &ndash; &uuml;ber den Angriffskrieg gegen die Ukraine und andere Themen, &uuml;ber die in Russland kaum Informationen verf&uuml;gbar sind. Damit sich die Menschen ihre eigene Meinung bilden k&ouml;nnen.&lsquo;&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>In der Meldung der &bdquo;Tagesschau&ldquo; <a href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/sendeverbot-f%C3%BCr-deutsche-welle-in-russland\/a-60647141\">findet sich kein Wort<\/a> dar&uuml;ber, dass bereits seit M&auml;rz 2022 ein Sendeverbot der <em>Deutschen Welle<\/em> in Russland herrscht &ndash; und dass dieses als Reaktion auf das Sendeverbot von <em>RT Deutsch<\/em> erfolgte. Zudem fehlt jegliche Reflexion dar&uuml;ber, dass jedes Medium &ndash; insbesondere staatlich finanzierte &ndash; seinen Mitarbeitern inhaltliche Vorgaben macht. Beitr&auml;ge, wie sie von den <em>NachDenkSeiten<\/em> ver&ouml;ffentlicht werden und welche die russische Sichtweise auf den Konflikt in der Ukraine ohne Voreingenommenheit analysieren, sucht man bei der <em>Deutschen Welle<\/em> vergeblich.<\/p><p>An den beiden Textausz&uuml;gen ist zu erkennen, dass bei der Sanktionierung russischer Medien in der EU alles davon abh&auml;ngt, was Verdrehungen und Verzerrungen von Fakten und was unabh&auml;ngige Berichterstattungen von freien Medien sind. An dieser Stelle wird es rechtlich heikel, denn bei den Ma&szlig;nahmen ist die EU <a href=\"https:\/\/www.lto.de\/recht\/hintergruende\/h\/russia-today-verbot-der-eu-zulaessig-oder-nicht-kompetenzueberschreitung\">laut dem Online-Magazin <em>Legal Tribune Online<\/em><\/a> an die Charta der Grundrechte der Europ&auml;ischen Union gebunden &ndash; insbesondere an <a href=\"https:\/\/lxgesetze.de\/grch\/11\">Artikel 11<\/a>, der die Freiheit der Meinungs&auml;u&szlig;erung und die Informationsfreiheit garantiert.<\/p><p><em>RT France<\/em> hatte stellvertretend f&uuml;r die anderen europ&auml;ischen Ableger des Senders gegen die EU-Sanktion geklagt. Das zust&auml;ndige Gericht der Europ&auml;ischen Union wies die Klage jedoch im Juli 2022 ab. In ihrer <a href=\"https:\/\/curia.europa.eu\/juris\/document\/document.jsf;jsessionid=360F54995474C724A66F9EADC59D534C?text=&amp;docid=263501&amp;pageIndex=0&amp;doclang=DE&amp;mode=req&amp;dir=&amp;occ=first&amp;part=1&amp;cid=243394\">Urteilsbegr&uuml;ndung<\/a> argumentierten die Richter, dass mit der Aus&uuml;bung der Freiheit der Meinungs&auml;u&szlig;erung Pflichten und Verantwortlichkeiten verbunden sind, die bei &bdquo;audiovisuellen Medien&ldquo; wie <em>RT France<\/em> besondere Bedeutung h&auml;tten. F&uuml;r &bdquo;Propagandat&auml;tigkeiten zur Rechtfertigung und Unterst&uuml;tzung des illegalen, unprovozierten und ungerechtfertigten milit&auml;rischen Angriffs der Russischen F&ouml;deration auf die Ukraine&ldquo; k&ouml;nne der verst&auml;rkte Schutz, den die Pressefreiheit nach Artikel 11 der Grundrechtscharta genie&szlig;t, nicht in Anspruch genommen werden. Dies gelte insbesondere deshalb, da <em>RT France<\/em> unter der &bdquo;direkten oder indirekten Kontrolle des Aggressorstaats&ldquo; steht.<\/p><p>In der Urteilsbegr&uuml;ndung pflichtet das Gericht dem EU-Rat bei, dass er <em>RT France<\/em> zu Recht aufgrund der Propagandaaktionen zugunsten des milit&auml;rischen Angriffs der Russischen F&ouml;deration &bdquo;restriktiven Ma&szlig;nahmen&ldquo; unterworfen hat, definiert jedoch an keiner Stelle, was Propaganda &uuml;berhaupt ist oder wer daf&uuml;r zust&auml;ndig ist, zu definieren, was Propaganda sein soll. Auch sucht man vergeblich nach konkreten Belegen f&uuml;r die &bdquo;Propagandaaktionen&ldquo; von <em>Russia Today<\/em> &ndash; sowohl im Sanktionstext des EU-Rats als auch in der Urteilsbegr&uuml;ndung des Gerichts der Europ&auml;ischen Union.<\/p><p>Damit hat der Rat der EU mit Unterst&uuml;tzung des Gerichts der Europ&auml;ischen Union die B&uuml;chse der Pandora ge&ouml;ffnet, was weitreichende Konsequenzen nach sich zieht. Denn mit dem Vorwurf, russische Propaganda zu betreiben oder die &ouml;ffentliche Ordnung und Sicherheit der Union zu bedrohen, kann der EU-Rat nun beliebige Unternehmen und Einzelpersonen sanktionieren, ohne rechtlichen Widerspruch f&uuml;rchten zu m&uuml;ssen.<\/p><p><strong>Trotz d&uuml;nner Beweislage geht der EU-Rat mit rechtlich &auml;u&szlig;erst fragw&uuml;rdigen und drastischen Mittel gegen kritische Stimmen vor<\/strong><\/p><p>Dass der Rat, <a href=\"https:\/\/www.consilium.europa.eu\/de\/council-eu\/configurations\/fac\/\">bestehend aus den Au&szlig;enministern der EU-Mitgliedsstaaten<\/a>, von diesem Instrument reichlich Gebrauch macht, ist an den Sanktionen selbst gegen Journalisten und Publizisten aus der EU und den Mitgliedsl&auml;ndern der Europ&auml;ischen Freihandelsassoziation zu erkennen. Da die Sanktionen einstimmig beschlossen werden, ist jede einzelne Regierung der EU-Mitgliedsstaaten letztendlich daf&uuml;r verantwortlich.<\/p><p>Besonders hervorzuheben sind die <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=133285\">bereits im Mai<\/a> verh&auml;ngten <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=139878\">Sanktionen<\/a> gegen die deutschen Journalisten Thomas R&ouml;per, Alina Lipp und H&uuml;seyin Do&#287;ru. Die Entscheidung, Jacques Baud, Oberst der Schweizer Armee a. D. und strategischer Analyst, <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=143698\">auf die Sanktionsliste zu setzen<\/a>, zeigt nicht nur, dass der EU-Rat gewillt ist, dieses Instrument weiter zu nutzen. Auch die Rechtfertigungen f&uuml;r die Zensurma&szlig;nahmen werden immer fadenscheiniger. So hei&szlig;t es in der <a href=\"https:\/\/eur-lex.europa.eu\/legal-content\/EN\/TXT\/?uri=OJ:L_202502572\">offiziellen Begr&uuml;ndung der EU<\/a>, Baud sei regelm&auml;&szlig;ig zu Gast in &bdquo;prorussischen Fernseh- und Radiosendungen&ldquo; und fungiere als &bdquo;Sprachrohr f&uuml;r prorussische Propaganda&ldquo;.<\/p><p>Wenn man wei&szlig;, in welchen angeblichen &bdquo;prorussischen&ldquo; YouTube-Kan&auml;len der ehemalige Schweizer Geheimdienstoffizier seine ausschlie&szlig;lich auf westlichen Quellen beruhenden geopolitischen Analysen darlegt, wird deutlich, welche Personen zuk&uuml;nftig mit weiteren Sanktionsma&szlig;nahmen der EU zu rechnen haben. Es handelt sich dabei um genau diejenigen, die das Narrativ der EU und vieler ihrer Mitgliedsstaaten eines unprovozierten, brutalen russischen Angriffskriegs in der Ukraine in Frage stellen.<\/p><p>Dazu geh&ouml;ren unter anderem der norwegische Politologe und Professor an der Universit&auml;t von S&uuml;dost-Norwegen <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/@GDiesen1\">Glenn Diesen<\/a>, der pensionierte und mehrfach ausgezeichnete Oberst der US-Armee <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/@DanielDavisDeepDive\">Daniel L. Davis<\/a>, die beiden geopolitischen Analysten Alexander Mercouris und Alex Christoforou vom YouTube-Kanal <em><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/@TheDuran\">The Duran<\/a><\/em>, der aus dem Iran stammende Professor f&uuml;r Geotechnik an der Universit&auml;t von Bras&iacute;lia, <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/@dialogueworks01\">Nima R. Alkhorshid<\/a>, sowie der in Japan lehrende Schweizer Historiker <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/@neutralitystudies\">Patrick Lottaz<\/a>. In einer <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=g-feCMFSpRw\">eigenen Sendung<\/a> behandeln Lottaz und Diesen die Konsequenzen, die sich aus der Sanktionierung von Jacques Baud ergeben. Auch die eher die EU-Narrative unterst&uuml;tzende <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/schweiz\/die-schweizer-eu-sanktionierten-vom-leben-im-buergerlichen-tod-ld.1917204\"><em>Neue Z&uuml;rcher Zeitung<\/em> kommentiert<\/a> die Ma&szlig;nahmen gegen den Schweizer Analysten vornehmlich kritisch.<\/p><p><strong>Was machen diese Sanktionen mit einem regierungskritischen Journalisten in Deutschland?<\/strong><\/p><p>Ich m&ouml;chte f&uuml;r die folgende Passage meinen sachlichen Stil beim Schreiben zur&uuml;ckstellen und dar&uuml;ber berichten, wie sich jemand f&uuml;hlt, der vielleicht nicht im n&auml;chsten Sanktionspaket der EU, jedoch mit gro&szlig;er Wahrscheinlichkeit in einem der darauffolgenden mit &auml;hnlichen Einschr&auml;nkungen konfrontiert sein k&ouml;nnte. Mir gefriert das Blut in den Adern, wenn ich sehe, mit welcher Willk&uuml;r und Hemmungslosigkeit die EU-Au&szlig;enminister die Meinungs- und Pressefreiheit unter Umgehung der jeweils nationalen Verfassungen der EU-Mitgliedsstaaten, die &uuml;ber Jahrzehnte elementare Grundrechte garantiert haben, kurzerhand zu Grabe tragen.<\/p><p>Hier findet eine Kommunikation mit einer eindeutigen Nachricht statt: &bdquo;Wer mit seiner Meinung nicht auf unserer Seite steht, ist gegen uns und wird mit aller H&auml;rte der au&szlig;erordentlichen Macht bestraft, die das Instrument der Sanktionen den Regierungen der EU-Staaten verleiht.&ldquo; Auf ein funktionierendes Rechtssystem, das die Betroffenen zeitnah vor dieser Willk&uuml;r sch&uuml;tzt, ist kein Verlass mehr. Dahinter steckt ein Schwarz-Wei&szlig;-Denken, das keine Zwischent&ouml;ne mehr zul&auml;sst.<\/p><p>Diese Zwischent&ouml;ne sind jedoch keine russische Propaganda &ndash; was immer das auch sein soll &ndash;, sondern bilden eine fundamentale Kritik an der Politik der EU-Kommission, dem Rat der EU sowie an den jeweiligen Regierungen der EU-Mitgliedsstaaten ab. Es handelt sich um eine Sichtweise von innen, die weder von der russischen Regierung finanziert noch von ihr beeinflusst wird. Sie zielt auch nicht darauf ab, die &ouml;ffentliche Ordnung und Sicherheit der Union zu bedrohen, sondern sie vor einer &uuml;bergriffigen EU-Kommission samt ihrer nationalen Unterst&uuml;tzer zu bewahren. Jedenfalls spiegelt dies meine pers&ouml;nliche Motivation wider, weiterhin Kritik auf Basis sachlicher Informationen und meines logischen Denkverm&ouml;gens zu &uuml;ben. Das halte ich auch f&uuml;r die wichtigste Funktion des Journalismus.<\/p><p>Mit H&uuml;seyin Do&#287;ru und Jacques Baud versucht der EU-Rat, Stimmen dieser Zwischent&ouml;ne von innen mundtot zu machen. Es ist kaum zu glauben, dass die EU-Au&szlig;enminister zuk&uuml;nftig an dieser Stelle einfach aufh&ouml;ren und im Auftrag ihrer Regierungschefs nicht weitere unliebsame Kritik unterbinden &ndash; zumal sie bisher vom Gericht der EU R&uuml;ckendeckung erhalten haben. Es handelt sich auch bei Weitem nicht um die erste Ma&szlig;nahme, die in diese Richtung abzielt. Man denke nur an die Kontok&uuml;ndigungen von kritischen Journalisten sowie die Drohschreiben der Landesmedienanstalten an unabh&auml;ngige Nachrichtenplattformen. Damit m&uuml;ssen Herausgeber, Redaktionen und Journalisten umgehen.<\/p><p>Bei mir erzeugt der Gedanke einer offensichtlichen staatlichen Zensur ein ganzes Spektrum an Gef&uuml;hlen &ndash; von Ohnmacht und Wut &uuml;ber Angst und Trauer bis hin zu Trotz. Wenn ich h&ouml;re, wie H&uuml;seyin Do&#287;ru im <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=143829\">Interview mit den <em>NachDenkSeiten<\/em><\/a> dar&uuml;ber berichtet, wie wenig er von Gewerkschaften und Journalistenverb&auml;nden unterst&uuml;tzt wird, verl&auml;sst mich sogar der Glaube an die Menschheit. Ich frage mich, ob die Politiker, Richter, Journalisten und Funktion&auml;re, die diese, die Grundrechte verachtenden, Ma&szlig;nahmen vorantreiben &ndash; beziehungsweise aus Angst vor pers&ouml;nlichen Konsequenzen keinen Widerstand dagegen leisten &ndash;, sich den Folgen ihres Handelns bewusst sind.<\/p><p>Das einzig Positive, das ich an dieser Entwicklung erkennen kann, ist die Tatsache, dass sich die derzeit verantwortlichen Politiker auf Bundes- und EU-Ebene offensichtlich von der Kritik der bisher eher unbedeutenden &bdquo;alternativen&ldquo; Nachrichtenszene bedroht f&uuml;hlen. Augenscheinlich f&uuml;hren sie ihre schlechten Umfragewerte darauf zur&uuml;ck. Dass sie darauf mit Methoden reagieren, die sie ihren politischen Gegnern vorwerfen und die an das Vorgehen von Autokraten in Unrechtsregimen erinnern, ist ein deutliches Zeichen von Schw&auml;che.<\/p><p>Doch das mindert die Hoffnungslosigkeit und den Weltschmerz, die mich an manchen Tagen heimsuchen, nur kaum. Denn Alphatiere &ndash; und dazu geh&ouml;ren nun einmal Menschen, die sich dazu berufen f&uuml;hlen, Macht auszu&uuml;ben &ndash; haben die Tendenz, ihre Position mit allen ihnen verf&uuml;gbaren Mitteln zu verteidigen, wenn sie sich angegriffen f&uuml;hlen. Insbesondere die deutsche Geschichte zeigt, dass sie sich mit &bdquo;nationalen Bedrohungslagen&ldquo; &ndash; m&ouml;gen sie noch so konstruiert sein &ndash; schon mehrfach die R&uuml;ckendeckung in der Bev&ouml;lkerung absichern konnten.<\/p><p>Was mich als Silberstreif am Horizont vor dem Versinken in Fatalismus bewahrt, ist ein offensichtlich wachsendes qualifiziertes Medienpublikum, das sich von den autokratischen Bestrebungen nicht einsch&uuml;chtern l&auml;sst. Wenn ich nur einen einzigen weiteren Menschen davon &uuml;berzeugen kann, aktiv in der gr&ouml;&szlig;ten Wissensdatenbank, die der Welt bisher zur Verf&uuml;gung stand, nach sachlichen, vertrauensw&uuml;rdigen und konsistenten Informationen zu suchen, um daraus mit dem gesunden Menschenverstand eigene Schl&uuml;sse zu ziehen, anstatt sich das selbstst&auml;ndige Denken von Meinungsjournalisten abnehmen zu lassen, hat meine Arbeit f&uuml;r mich einen Erfolg gehabt.<\/p><p><strong>Keine &ouml;ffentlich zug&auml;nglichen Belege f&uuml;r Wahleinmischungen Russlands in Europa<\/strong><\/p><p>Die bisherige Aufdeckung von falschen oder mangelnden Belegen, die eine angebliche &bdquo;hybride Bedrohung&ldquo; Russlands dokumentieren sollen, ist beeindruckend und zeigt, dass eine kritische Haltung gegen&uuml;ber den &bdquo;offiziellen&ldquo; Narrativen begr&uuml;ndet ist.<\/p><p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=127218\">So hat sich herausgestellt<\/a>, dass die angeblich von russischen Geheimdiensten gesteuerte TikTok-Kampagne, die zur Annullierung der ersten Wahlrunde der Pr&auml;sidentschaftswahlen in Rum&auml;nien Ende 2024 gef&uuml;hrt hat, nach Recherchen des rum&auml;nischen Investigativportals Snoop in Wirklichkeit von der damals amtierenden liberalkonservativen Pr&auml;sidenten- und Regierungspartei Partidul Na&#539;ional Liberal (PNL) initiiert und bezahlt worden ist. Das hat die rum&auml;nische Wahlkommission nicht davon abgehalten, den Gewinner der annullierten Wahlrunde, einen Kritiker der westlichen Unterst&uuml;tzung der Ukraine, <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=130017\">von der Wiederholung der Wahl auszuschlie&szlig;en<\/a>.<\/p><p>Auch die wenigen &ouml;ffentlich einsehbaren Belege, die deutsche Politiker und Geheimdienste dazu verleitet haben, von einer Beeinflussung der Bundestagswahl 2025 zu sprechen, <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=126485\">basieren ausschlie&szlig;lich nur auf Vermutungen<\/a>. Fragt man beispielsweise beim deutschen Auslandsgeheimdienst nach, woran die Behauptungen festgemacht werden, lautet die Antwort lapidar:<\/p><blockquote><p>&bdquo;Der Bundesnachrichtendienst nimmt zu Angelegenheiten, die etwaige nachrichtendienstliche Erkenntnisse oder T&auml;tigkeiten betreffen, grunds&auml;tzlich nicht &ouml;ffentlich Stellung. Damit ist keine Aussage getroffen, ob der Sachverhalt zutreffend ist oder nicht.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>Aus einem <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=140110\">Interview<\/a> mit einer Wahlbeobachterin der Parlamentswahlen in Moldawien geht sogar hervor, dass diese nicht etwa haupts&auml;chlich von Russland manipuliert worden seien, sondern von der EU und der amtierenden prowestlichen moldawischen Regierung. Im Gegensatz zu diesem Zeugenbericht, der in der deutschen Presselandschaft schlichtweg ignoriert wird, hat der Auslandssender <em>Deutsche Welle<\/em> im Vorfeld der Wahlen einseitig <a href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/russland-destabilisiert-moldau-vor-parlamentswahl-fake-news-einmischung-hybrider-krieg-sabotage-v3\/a-73536693\">von &bdquo;massiven Sabotageaktionen&ldquo; Russlands berichtet<\/a>.<\/p><p><strong>Drohnensichtungen in Europa stehen fast ausnahmslos nicht mit Russland in Verbindung<\/strong><\/p><p>Noch d&uuml;nner und widerspr&uuml;chlicher stellt sich die Beweislage f&uuml;r angeblich von Russland gesteuerte Drohnen dar, die an europ&auml;ischen Flugh&auml;fen und Milit&auml;reinrichtungen gesichtet worden sein sollen. So <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=2Dc0vpCNgKg\">&auml;u&szlig;erte Bundeskanzler Friedrich Merz<\/a> Anfang Oktober in einem ARD-Interview, dass &bdquo;wahrscheinlich&ldquo; ein &bdquo;wesentlicher Teil&ldquo; der vermeintlichen Drohnen, die unter anderem zur Sperrung des Flughafen M&uuml;nchens gef&uuml;hrt haben, &bdquo;aus Russland gesteuert&ldquo; w&uuml;rden.<\/p><p><a href=\"https:\/\/www.rnd.de\/politik\/sicherheitslage-pistorius-warnt-vor-russischen-drohungen-RXFOWC64WRGNRMO3JQ7H5GCP3M.html\">Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius brachte<\/a> auf einer Bundeswehrtagung Anfang November Drohnensichtungen in Belgien unmissverst&auml;ndlich mit Russland in Verbindung. Es handele sich dabei um eine &bdquo;Ma&szlig;nahme&ldquo;, die der &bdquo;Verunsicherung&ldquo; und der &bdquo;Angstmache&ldquo; in Belgien diene, um die Nutzung eingefrorener russischer Staatsverm&ouml;gen f&uuml;r die Finanzierung der Ukraine zu verhindern, sagte der Minister.<\/p><p><a href=\"https:\/\/ec.europa.eu\/commission\/presscorner\/detail\/de\/speech_25_2850\">EU-Kommissionspr&auml;sidentin Ursula von der Leyen bezeichnete<\/a> die Sichtung von Drohnen am Flughafen in Kopenhagen im Rahmen einer Videobotschaft Ende November als &bdquo;vors&auml;tzliche Versuche, die europ&auml;ischen B&uuml;rger einzusch&uuml;chtern&ldquo; und die &bdquo;Entschlossenheit&ldquo; der EU zu untergraben, &bdquo;der Ukraine beizustehen&ldquo;. Auch hierbei handelt es sich nur um drei prominente Stimmen aus einer ganzen Flut von Behauptungen, die russischen Drohnen in Europa seien Teil der &bdquo;hybriden Kriegsf&uuml;hrung&ldquo; Russlands.<\/p><p>Aus einer <a href=\"https:\/\/www.trouw.nl\/binnenland\/analyse-zestig-drone-incidenten-in-europa-veel-paniek-en-weinig-bewijs~bbae510b\/?referrer=https%3A%2F%2Fmultipolar-magazin.de%2F\">Untersuchung<\/a> zweier <a href=\"https:\/\/www.dronewatch.eu\/61-european-drone-sightings-analysed-heres-what-we-know\/\">niederl&auml;ndischer Nachrichtenplattformen<\/a> geht jedoch hervor, dass bis auf drei Vorf&auml;lle an den Ostgrenzen Polens, Rum&auml;niens und Moldawiens alle diese Drohnensichtungen nicht mit Russland in Verbindung standen. Entweder hat sich der Verdacht nicht erh&auml;rtet, oder die Behauptungen haben sich sogar als falsch herausgestellt. Konfrontiert mit diesen Erkenntnissen und auf Nachfrage auf der Bundespressekonferenz, welche konkreten Belege eigentlich f&uuml;r die Behauptungen vorliegen, <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=143196\">antwortete ein Regierungssprecher<\/a> lapidar:<\/p><blockquote><p>&bdquo;Wir nutzen f&uuml;r ein Gesamtlagebild nat&uuml;rlich eine vielf&auml;ltige Informationsbreite. Dazu geh&ouml;ren auch Nachrichten und Erkenntnisse unserer Partner und unserer eigenen Quellen, die andere nicht haben. (&hellip;) Ich sehe aktuell keinen Grund, aus dem wir unsere Bewertungen der letzten Monate korrigieren m&uuml;ssten.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>Schlussendlich hat sich auch eine angebliche russische GPS-St&ouml;rung, die zu einer versp&auml;teten Landung von EU-Kommissionspr&auml;sidentin Ursula von der Leyen in Bulgarien gef&uuml;hrt haben soll, als <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=138383\">reine<\/a> <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=138433\">Zeitungsente<\/a> herausgestellt. Die Aufkl&auml;rungsarbeit findet dabei nicht in den etablierten Medien mit gro&szlig;er Reichweite statt &ndash; im Gegenteil. Dort wird jede noch so vage Behauptung einer russischen Bedrohung als Sensationsmeldung verk&uuml;ndet. Eine Aufarbeitung oder Korrektur der Falschmeldungen findet so gut wie nicht statt. Stattdessen erscheint das Narrativ einer &bdquo;hybriden russischen Kriegsf&uuml;hrung&ldquo; durch die st&auml;ndige Wiederholung nicht best&auml;tigter Behauptungen wie ein Fakt. Tats&auml;chlich gibt es abseits von nicht &ouml;ffentlichen Geheimdienstinformationen keinen einzigen handfesten Beleg, der die Behauptung einer hybriden russischen Kriegsf&uuml;hrung in den Mitgliedsl&auml;ndern der EU rechtfertigen w&uuml;rde.<\/p><p><strong>Behauptung Nr. 3: AfD und BSW sind rechts- beziehungsweise linksextreme Parteien &ndash; oder sogar beides zugleich<\/strong><\/p><p>Die Einsch&auml;tzung, dass die AfD als &bdquo;gesichert rechtsextremistisch&ldquo; einzustufen ist, beruht auf einem <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/innenpolitik\/afd-verfassungsschutz-rechtsextremismus-100.html\">Gutachten des Bundesamtes f&uuml;r Verfassungsschutz<\/a>, das nur f&uuml;r den internen Dienstgebrauch bestimmt ist. Hier setzt sich das Muster fort, das schon aus der angeblichen russischen Bedrohungslage bekannt ist. Obwohl &ouml;ffentlich nachvollziehbare Belege fehlen, werden die Beurteilungen von Politikern und Medien &uuml;bernommen, als handele es sich dabei um einen Fakt.<\/p><p>So <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/video\/video-1347500.html\">&auml;u&szlig;erte Bundeskanzler Merz<\/a> Mitte 2024 im Nachgang der Europawahl im Hinblick auf die Parteien AfD und BSW:<\/p><blockquote><p>&bdquo;Wir arbeiten mit solchen rechtsextremen und linksextremen Parteien nicht zusammen. F&uuml;r Frau Wagenknecht gilt ja beides. Sie ist in einigen Themen rechtsextrem und in anderen wiederum linksextrem.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>Bei einem <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=127524\">Vergleich der Wahlprogramme zur Bundestagswahl 2025<\/a> stellt sich jedoch heraus, dass die Programme der Union und der AfD in vielen Punkten &uuml;bereinstimmen. Insbesondere beim Thema Migration f&auml;llt auf, dass die im Wahlprogramm der AfD formulierten Forderungen hinsichtlich der Zuwanderung sowie der R&uuml;ckf&uuml;hrung von Migranten bei Weitem nicht so radikal sind, wie dies in den Medien &uuml;berwiegend dargestellt wird. Erstaunlicherweise stimmen die diesbez&uuml;glichen Positionen der Unionsparteien im Grunde mit denen der AfD &uuml;berein und sind in einigen Punkten sogar rigoroser als die der AfD. Dagegen lassen sich wesentliche Unterschiede dieser Parteien bei der Au&szlig;enpolitik und der Aufarbeitung der Corona-Ma&szlig;nahmen finden. Im Gegensatz zur Union stellt sich die AfD gegen eine weitere Unterst&uuml;tzung der Ukraine sowie gegen die Ausweitung der Sanktionen gegen Russland. Zudem ist die AfD gegen eine Aufnahme der Ukraine in die EU und die NATO.<\/p><p>&Auml;hnlich verh&auml;lt es sich am linken Rand des politischen Spektrums. In vielen Punkten stimmen auch die Wahlprogramme vom BSW und der Linkspartei &uuml;berein. Wesentliche Unterschiede sind auch hier haupts&auml;chlich bei der Au&szlig;enpolitik zu finden. Im Gegensatz zur Linkspartei setzt sich das BSW gegen eine Ausweitung der Sanktionen gegen Russland ein. Zudem ist das BSW &ndash; anders als die Linkspartei &ndash; f&uuml;r eine Aufarbeitung der Corona-Ma&szlig;nahmen sowie eine sch&auml;rfere Migrationspolitik.<\/p><p>Aus den Wahlprogrammen kann man daher lediglich schlie&szlig;en, dass die AfD &ndash; &auml;hnlich wie CDU und CSU &ndash; gesichert rechts und das BSW gesichert links ist. Gemessen an den Positionen zur Migration m&uuml;sste man die Unionsparteien als noch rechtsextremistischer einstufen als die AfD. Dies steht im fundamentalen Widerspruch zur Darstellung in den etablierten Medien, welche die Union h&auml;ufig als &bdquo;konservativ&ldquo; und die AfD als &bdquo;rechtsextrem&ldquo; oder wahlweise als &bdquo;rechtspopulistisch&ldquo; bezeichnen.<\/p><p>Da man den vermeintlichen Rechtsextremismus der AfD nicht am Wahlprogramm festmachen kann, m&uuml;ssen die Aussagen einiger Politiker der Partei f&uuml;r die Einsch&auml;tzung des Verfassungsschutzes herhalten. So wird das Gutachten des Bundesamtes f&uuml;r Verfassungsschutz in einem <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/innenpolitik\/afd-verfassungsschutz-rechtsextremismus-100.html\">Bericht der <em>Tagesschau<\/em><\/a> wie folgt zitiert:<\/p><blockquote><p>&bdquo;&sbquo;Konkret betrachtet die AfD zum Beispiel deutsche Staatsangeh&ouml;rige mit Migrationsgeschichte aus muslimisch gepr&auml;gten L&auml;ndern als nicht gleichwertige Angeh&ouml;rige des durch die Partei ethnisch definierten deutschen Volkes&lsquo;, hei&szlig;t es in der Mitteilung des Inlandsgeheimdienstes. Zum Ausdruck komme dieses Verst&auml;ndnis in &Auml;u&szlig;erungen teils hochrangiger Parteimitglieder.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>Allerdings gerieten auch CDU- und SPD-Politiker in der Vergangenheit aufgrund rechtsextremer &Auml;u&szlig;erungen immer wieder in die Schlagzeilen. Einige Beispiele dazu sind im <em><a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/fernsehen\/sendungen\/panorama\/archiv\/2002\/Vertuschen-und-verdraengen-Rechtsradikale-in-der-CDU,erste7884.html\">NDR<\/a><\/em>, in der <em><a href=\"https:\/\/taz.de\/CDU-in-Holzminden\/!5095165\/\">taz<\/a><\/em>, in der <em><a href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/article1822594\/Ermittlungen-in-Hamburg-Nazi-Skandal-um-CDU-Nachwuchspolitiker.html\">Welt<\/a><\/em> und im <em><a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/rechtspopulismus-sarrazin-will-an-tabus-ruehren-die-in-100.html\">Deutschlandfunk<\/a><\/em> zu finden.<\/p><p>Es stellt sich daher die Frage, warum der Verfassungsschutz bisher nicht auch gegen die Union und die SPD ermittelt hat. Ein Hinweis darauf l&auml;sst sich anhand der jeweiligen Parteizugeh&ouml;rigkeit der Pr&auml;sidenten des Bundesamtes f&uuml;r Verfassungsschutz der letzten 30 Jahre finden: Peter Frisch (1996 &ndash; 2000), SPD, Heinz Fromm (2000 &ndash; 2012), SPD, Hans-Georg Maa&szlig;en (2012 &ndash; 2018), CDU, und Thomas Haldenwang (2018 &ndash; 2024), CDU.<\/p><p>Es dr&auml;ngt sich der Verdacht auf, dass die etablierten Parteien den deutschen Inlandsgeheimdienst missbrauchen, um die gr&ouml;&szlig;te und bei einigen Umfrageinstituten derzeit vorne liegende Oppositionspartei zu verbieten und damit von der n&auml;chsten Bundestagswahl auszuschlie&szlig;en. Der eigentliche Grund f&uuml;r das Verbot d&uuml;rfte eher in der Haltung der AfD zu Russland und dem Krieg in der Ukraine liegen als in der vorgeworfenen Rechtsextremit&auml;t.<\/p><p><strong>Was bringt die Zukunft?<\/strong><\/p><p>Es bestehen begr&uuml;ndete Bef&uuml;rchtungen, dass sich die europ&auml;ischen Gesellschaften angesichts des derzeitigen Kurses der EU und dessen nationalen Unterst&uuml;tzer in den n&auml;chsten Jahren drastisch ver&auml;ndern werden. Eine offene, angstfreie und friedliche Haltung der EU-L&auml;nder weicht derzeit einer auf Krieg und Zensur ausgerichteten Politik. Da das Gericht der Europ&auml;ischen Union bisher keiner Klage gegen die Russlandsanktionen des EU-Rates stattgegeben hat, ist zu erwarten, dass diese Entwicklung sich eher beschleunigen wird.<\/p><p>Sp&auml;testens dann, wenn es dazu kommen sollte, dass das Gericht auch Klagen der sanktionierten deutschen Journalisten oder des Schweizer Publizisten Jacques Baud abweist, d&uuml;rften sich die Sanktionen rapide ausweiten. Selbst wenn es den Klagen stattgibt, bleibt das Instrument &auml;u&szlig;erst wirksam. Denn welche Journalisten, die eher aus Idealismus statt aufgrund der beschr&auml;nkten Einkommensm&ouml;glichkeiten f&uuml;r regierungskritische Magazine t&auml;tig sind, k&ouml;nnen es sich schon leisten, Monate auf Gehalt zu verzichten und dann auch noch teure Anw&auml;lte zu finanzieren, die sie vor dem EU-Gerichtshof vertreten?<\/p><p><small>Titelbild: Nicoleta Ionescu\/shutterstock.com<\/small><br>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg08.met.vgwort.de\/na\/196c041f17804d0fb1b5a8f46a6d8b99\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die au&szlig;en- und innenpolitischen Entscheidungen der Bundesregierung und der EU hinsichtlich Russlands werden fast ausschlie&szlig;lich mit Behauptungen begr&uuml;ndet, die sich reihenweise als falsch oder nicht belegt herausgestellt haben. 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