{"id":14447,"date":"2012-09-14T16:42:29","date_gmt":"2012-09-14T14:42:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14447"},"modified":"2012-09-14T16:42:29","modified_gmt":"2012-09-14T14:42:29","slug":"hinweise-des-tages-ii-77","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14447","title":{"rendered":"Hinweise des Tages II"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;Mehr&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JB\/WL)<br>\n<!--more--><\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14447#h01\">Falsche Diagnose, richtige Therapie? &ndash; Zur Sinnhaftigkeit von Schuldenbremsen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14447#h02\">Rettungsschirmpolitik<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14447#h03\">Kurswechsel als Chance<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14447#h04\">Launch of Trade and Development Report 2012: Policies for inclusive and balanced growth<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14447#h05\">Heiner Gan&szlig;mann: Merkelantismus<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14447#h06\">US-Notenbank befeuert die Aktienm&auml;rkte<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14447#h07\">IG BAU erringt Erfolg gegen EU-Kommission. Pl&auml;ne zur Beschneidung des Streikrechts sind vom Tisch<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14447#h08\">Armut und Arbeit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14447#h09\">Hartz IV-Bezieher hat keinen Anspruch auf Rechtsliteratur<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14447#h10\">&Auml;rztestreik: Tom Schimmeck: Und nun?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14447#h11\">Ulrich Schneider: &bdquo;Die Zeit ist reif &hellip;&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14447#h12\">Betreuungsgeld provoziert Altersarmut von Frauen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14447#h13\">Bert R&uuml;rup zum Schlichter bei Lufthansa berufen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14447#h14\">Japan gibt Ausstieg aus der Atomkraft bekannt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14447#h15\">Untersuchungsausschuss zu NSU-Morden: Schwere Vorw&uuml;rfe gegen Berliner Beh&ouml;rden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14447#h16\">Piraten und Possenrei&szlig;er statt Politiker und Populisten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14447#h17\">Schwere Vorw&uuml;rfe gegen Siemens<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14447#h18\">Blogleser und der Journalismus<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14447#h19\">Offener Brief f&uuml;r eine plurale &Ouml;konomie<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14447&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Falsche Diagnose, richtige Therapie? &ndash; Zur Sinnhaftigkeit von Schuldenbremsen<\/strong><br>\nAls Folge der Finanzkrisen der j&uuml;ngsten Vergangenheit sind in Europa vermehrt &bdquo;Schuldenbremsen&ldquo; eingef&uuml;hrt worden, also verfassungsrechtlich verbindliche, sanktionsbewehrte Festschreibungen ausgeglichener Staatshaushalte. Die europaweite Einf&uuml;hrung von Schuldenbremsen in die nationalen Verfassungen ist sogar das Herzst&uuml;ck des im Dezember 2011 vereinbarten Europ&auml;ischen Fiskalpaktes. Defizite sollen in &ouml;ffentlichen Haushalten nur noch im Abschwung und nur soweit zul&auml;ssig sein, als sie im Aufschwung durch &Uuml;bersch&uuml;sse ausgeglichen werden. Ihre Bef&uuml;rworter verbinden damit die Erwartung, dass sich so k&uuml;nftige Wiederholungen einer Schuldenkrise verhindern und Marktvertrauen wiederherstellen lie&szlig;en.<br>\nWir &uuml;berpr&uuml;fen im ersten Abschnitt, welchen Beitrag solche Haushaltsregeln bei der Pr&auml;vention der Krise h&auml;tten leisten k&ouml;nnen und welchen Beitrag man bei der L&ouml;sung der Schuldenkrise erwarten darf. Der zweite Abschnitt widmet sich den Details dieser speziellen Form von Haushaltsregeln und untersucht anhand von urspr&uuml;nglich durch den IWF entwickelten Kriterien, ob Schuldenbremsen das Potenzial haben, erfolgreiche und stabile Regeln zu werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.kfw.de\/kfw\/de\/I\/II\/Download_Center\/Fachthemen\/Research\/PDF-Dokumente_Studien_und_Materialien\/Studien_und_Materialien_Nr._1%2c_August_2012.pdf\">KfW [PDF &ndash; 340 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Rettungsschirmpolitik<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>EZB und Rettungsschirm-Politik &ndash; wozu?<\/strong><br>\nEine kommentierte Presseschau von Volker Bahl<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.labournet.de\/diskussion\/eu\/wipo\/krise_bahl39.html\">LabourNet<\/a><\/li>\n<li><strong>ESM-LEAK: Piratenpartei Bayern ver&ouml;ffentlicht unter Verschluss gehaltene ESM-Dokumente<\/strong><br>\n&bdquo;Die Piraten in Bayern ver&ouml;ffentlichen ab heute insgesamt 16 Dokumente &uuml;ber den Europ&auml;ischen Stabilit&auml;tsmechanismus (ESM), die der &Ouml;ffentlichkeit bislang nicht zug&auml;nglich gemacht worden sind. Die darin enthaltenen Detailbestimmungen zur Durchf&uuml;hrung des ESM wurden nur dem Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages zur Zustimmung vorgelegt.<br>\nEine &ouml;ffentliche Diskussion durfte nicht zuletzt aufgrund der Kennzeichnung mancher Dokumente als &ldquo;Vertraulich&rdquo; oder &ldquo;Verschlusssache&rdquo; nicht stattfinden&hellip;&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/piratenpartei-bayern.de\/2012\/09\/12\/esm-leak-piratenpartei-bayern-veroffentlicht-unter-verschluss-gehaltene-esm-dokumente\/\">Piratenpartei Bayern<\/a><\/li>\n<li><strong>Der ESM &ndash; ein IWF f&uuml;r Europa?<\/strong><br>\n&hellip;diese Stimmungsmache ergibt auch durchaus Sinn, wenn man von der Annahme ausgeht, dass der ESM im Grunde vor allem eines ist: das europ&auml;ische Gegenst&uuml;ck zum IWF. Der stellt sich in der &Ouml;ffentlichkeit gern als wohlt&auml;tige Organisation dar, die verschuldeten Staaten der dritten Welt aus der Patsche hilft, indem er ihnen v&ouml;llig selbstlos Kredit gew&auml;hrt. Man k&ouml;nnte es aber auch so sehen, dass der IWF die Notlage dieser L&auml;nder ausnutzt, indem Kredite nur gew&auml;hrt werden, wenn diese L&auml;nder mit aller H&auml;rte &ldquo;Reformen&rdquo; gegen den Willen ihrer Bev&ouml;lkerung durchsetzen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nachdenken-in-duesseldorf.de\/?p=2811\">Nachdenken in D&uuml;sseldorf<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Kurswechsel als Chance<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Elmar Altvater: Das falsche Modell<\/strong><br>\nAls reine W&auml;hrungsunion ohne solidarische Regulierung kann Europa nicht &uuml;berleben.<br>\nEine Angleichung der Lebensbedingungen der Menschen (bei gleichzeitiger Akzeptanz der Sprach- und Kulturunterschiede) ist die Voraussetzung daf&uuml;r, dass diese &ndash; als Wirtschaftsb&uuml;rger gleichgestellt &ndash; auch die gleichen staatsb&uuml;rgerlichen Rechte und Pflichten im gemeinsamen Europa aus&uuml;ben k&ouml;nnen. Das aber stellt sich nicht als Nebeneffekt der Markt- und Geldintegration her, sondern muss aktiv politisch angestrebt werden. Dasselbe gilt f&uuml;r die sozialen Rechte in der Arbeitswelt oder f&uuml;r den Umweltschutz.<br>\nDer Integrationsprozess nimmt einen paradoxen Verlauf. Bislang wurden Fortschritte als &bdquo;negative Integration&ldquo;, durch Liberalisierung der M&auml;rkte und Deregulierung der Politik erzielt. Doch das ist ein Auslaufmodell, die Krise bringt es an den Tag. Fortschritt gibt es nur in Solidarit&auml;t. Dann aber darf die Umverteilung von Einkommen und Verm&ouml;gen oder ein Finanzausgleich zwischen Regionen und Nationen nicht zum Tabu erkl&auml;rt werden. Das w&auml;re eine politische Alternative zu der finanzmarktgesteuerten, antipolitischen, autorit&auml;ren Integration, von der sich die &bdquo;Monetaristen&ldquo; die real&ouml;konomische, soziale und politische Angleichung in Europa versprachen. Es w&auml;re auch eine aktuelle Alternative zum Fiskalpakt mit seinen Sparzw&auml;ngen und zum dauerhaften Eurorettungsschirm ESM und anderen b&uuml;rokratischen Ausgeburten neoliberaler Rationalit&auml;t.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.monde-diplomatique.de\/pm\/.search?ik=1&amp;mode=erw&amp;tid=2012%2F09%2F14%2Fa0032&amp;ListView=0&amp;sort=1&amp;tx=altvater&amp;qu=MONDE\">Le Monde diplomatique<\/a><\/li>\n<li><strong>Gemeinschaftsw&auml;hrung mit Kreislaufkollaps<\/strong><br>\nOhne Kurswechsel hat der Euro keine Chance mehr.\n<ul>\n<li>Am Anfang der Krise des Euroraums stand ein fundamentaler Blickwechsel der Finanzm&auml;rkte auf die W&auml;hrungsgemeinschaft: An die Stelle des integrativen Blicks auf den W&auml;hrungsraum als Ganzen trat die differenzierende Betrachtung einzelner L&auml;nderrisiken.<\/li>\n<li>Dieser neue Blick erkannte den wirtschaftlichen Keil, den die weltweite Finanzkrise samt nachfolgender Rezession sowie geplatzte Immobilienblasen in den Euroraum getrieben hatten. Folge: Banken und Anleger waren nicht mehr bereit, die Defizite der S&uuml;dl&auml;nder zu vertretbaren Zinsen zu finanzieren. Privates Kapital wurde aus dem S&uuml;den abgezogen, der private Geldkreislauf im Euroraum brach zusammen.<\/li>\n<li>Diese St&ouml;rung des Geldkreislaufs wurde durch die Funktionsweise der W&auml;hrungsunion noch weiter verst&auml;rkt: Ohne Transaktionskosten und Wechselkurseffekte konnte das Geld aus den Krisenl&auml;ndern des S&uuml;dens abgezogen und im Norden in Sicherheit gebracht werden. Der &ouml;konomische Keil innerhalb des Euroraums wurde dadurch aber nur noch gr&ouml;&szlig;er.<\/li>\n<li>Eine wirksame Anti-Krisenpolitik muss diese permanente Abw&auml;rtsspirale endlich durchbrechen und f&uuml;r die Wiederherstellung des Geldkreislaufs im Euroraum sorgen.<br>\nDazu sind grunds&auml;tzlich zwei Wege denkbar: Durch eine Gemeinschaftshaftung der EZB oder s&auml;mtlicher Eurostaaten, die das Anlegervertrauen wieder herstellt. Oder durch die Schaffung einer echten Fiskal- und Bankenunion, in denen der unterbrochene Geldkreislauf durch Transfers wieder in Gang gebracht wird.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/library.fes.de\/pdf-files\/id\/ipa\/09322.pdf\">Friedrich-Ebert-Stiftung Perspektive [PDF &ndash; 105 KB]<\/a><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Launch of Trade and Development Report 2012: Policies for inclusive and balanced growth<\/strong><br>\nUNCTAD Report explores the links between income distribution, growth and development, arguing that inequality is neither a necessary condition for sound economic growth, nor its natural result. Pro-active fiscal and income policies to reduce income gaps influence economic growth.<br>\nThe Trade and Development Report (TDR) 2012 reviews recent trends in the global economy and explores the links between income distribution, growth and development. Global output growth is slowing down. In developed economies, high unemployment, ongoing deleveraging and downward pressures on real wages are causing lack of demand. An exit from recession in crisis-hit countries cannot be left to market forces alone; policies should aim to restore demand, instead of further depressing it with fiscal retrenchment.<br>\nGDP growth is stronger in developing and transition economies as countercyclical policies have supported resilient domestic demand. However, no country would be spared in case of a new financial shock in developed countries which would result in capital flows reversals, shrinking global trade and declining commodity prices.<br>\nIn this contribution to the on-going debate about the relationship between income inequality and growth, UNCTAD argues that rising inequality is neither a necessary condition for sound economic growth, nor its natural result. By contrast, full participation of all citizens in the proceeds of the economy as a whole in indispensable for successful and sustained development.<br>\nEmpirical evidence shows that increasing income inequality has been a feature in the world economy since the early 1980s. However, in the 2000s in Latin America and in parts of Africa and South East-Asia income inequality fell in a context of improved external conditions. The evidence suggests that the relationship between growth and inequality is complex and can be altered by proactive economic and social policies.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/unctad.org\/en\/pages\/newsdetails.aspx?OriginalVersionID=255&amp;Sitemap_x0020_Taxonomy=Globalization%20and%20Development;#20;\">UNCTAD<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Heiner Gan&szlig;mann: Merkelantismus<\/strong><br>\nWas ist der Merkelantismus, und wie unterscheidet er sich vom Merkantilismus? Es handelt es sich um eine zeitgen&ouml;ssische, spezifisch deutsche Doktrin mit starker moralischer Unterf&uuml;tterung. Sie besagt: Volkswirtschaften sind nicht anders als jeder gew&ouml;hnliche Haushalt oder jedes gew&ouml;hnliche Unternehmen. Sie k&ouml;nnen nur dann mehr ausgeben, als sie einnehmen, wenn sie sich verschulden. Wenn sie das zu oft und zu lange machen, rutschen sie fr&uuml;her oder sp&auml;ter in eine Wirtschaftskrise, weil der Verdacht aufkommt, sie k&ouml;nnten ihre Schulden nicht mehr bedienen. Um diesen Verdacht auszur&auml;umen und auf den Pfad der Tugend zur&uuml;ckzukehren, sollen sie sich durch &ldquo;eisernes Sparen&rdquo; und Reformen sanieren. &ldquo;Reform&rdquo; ist dabei ein Codewort f&uuml;r die K&uuml;rzung sozialstaatlicher Leistungen und die R&uuml;cknahme arbeitnehmerfreundlicher rechtlicher Regelungen.<br>\nDer Merkelantismus ist die nicht nur von der Regierung, sondern auch in den deutschen Medien gern, laut und h&auml;ufig vertretene Auffassung, dass die Eurol&auml;nder, allen voran die &ldquo;Probleml&auml;nder&rdquo;, dem deutschen Weg folgen sollten: Mit viel Arbeit und wenig Konsum sollen alle den Export st&auml;rken und sich so aus der Schuldenklemme befreien. Mit der Festlegung entsprechender Bedingungen f&uuml;r neue Kredite zur Verhinderung von Staatsbankrotten hat die deutsche Regierung diese Doktrin als Leitlinie der Eurozonen-Wirtschaftspolitik durchgesetzt. Harte Sparma&szlig;nahmen, gekoppelt mit Massenentlassungen und Rentnerarmut, Schuldenbremsen und Fiskalpakten, sollen die Staatsfinanzen sanieren &ndash; in den &ldquo;Probleml&auml;ndern&rdquo; (vielleicht in Erinnerung an Bruno, den Problemb&auml;ren, der leider erschossen werden musste).<br>\nErfolge dieser Sanierungspolitik sind, obwohl sie &ndash; zusammen mit Durchhalteparolen &ndash; dauernd gemeldet werden, bisher ausgeblieben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.monde-diplomatique.de\/pm\/2012\/09\/14.mondeText1.artikel,a0029.idx,3\">Le Monde diplomatique<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> <a href=\"http:\/\/www.monde-diplomatique.de\/pm\/.aktaus\">Le Monde diplomatique<\/a> erscheint heute als Beilage der taz und morgen separat am Kiosk erh&auml;ltlich. Themen u.a. Vandalen an der Macht, In Rum&auml;nien machen sich zwei korrupte Cliquen den Staat streitig von Markus Bauer; Ist China imperialistisch?, Die Partei hat immer recht, Chinas KP hatte noch nie so viele Mitglieder wie heute. Denn mehr denn je gilt: Keine Karriere ohne Parteibuch von Martine Bulard.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>US-Notenbank befeuert die Aktienm&auml;rkte<\/strong><br>\nQE 3&ldquo; ist da: Die US-Notenbank hat ein weiteres St&uuml;tzungsprogramm f&uuml;r die Wirtschaft beschlossen. Das hilft dem Euro und dem Goldkurs &ndash; und befl&uuml;gelt weltweit die B&ouml;rsen. Der Dax steigt auf ein Jahreshoch.<br>\n&hellip;So will die Fed unter anderem bis Jahresende pro Monat f&uuml;r 40 Milliarden Dollar Immobilienpapiere ankaufen, um den schw&auml;chelnden H&auml;usermarkt zu st&auml;rken, wie der Offenmarktausschuss am Donnerstag nach seiner Sitzung in Washington mitteilte&hellip;<br>\nNeu an dem Fed-Programm ist: Anders als bei QE 1 und QE 2 soll das Programm theoretisch unbegrenzt weiterlaufen, sollte die Konjunktur Ende des Jahres nicht wieder deutlich an Fahrt aufgenommen haben. &bdquo;Wir wollen erst mehr Jobs sehen, eine niedrigere Arbeitslosigkeit, mehr Wachstum&ldquo;, sagte Bernanke auf einer Pressekonferenz auf die Frage, warum die Fed diesmal keine zeitliche Grenze gesetzt hat. Selbst wenn die Arbeitslosenrate zur&uuml;ckzugehen beginne, &bdquo;werden wir es nicht eilig haben&ldquo;, die Programme schnell zur&uuml;ckzufahren.<br>\nZudem wollen die Notenbanker ihren bei faktisch null Prozent liegenden Leitzins bis Mitte 2015 nicht erh&ouml;hen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/konjunktur\/geldpolitik\/geldschleusen-geoeffnet-us-notenbank-befeuert-die-aktienmaerkte\/7131984.html\">Handelsblatt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Die FTD berichtet zus&auml;tzlich:<\/em><\/p>\n<blockquote><p>Die Kritik an seinem Programm hatte Fed-Chef Ben Bernanke zuletzt Ende August &hellip; zu entkr&auml;ften versucht. Er verwies darauf, dass die vielen Marktteilnehmer keine Inflationsgefahren sehen und dass f&uuml;r ihn die Vorteile von Anleihek&auml;ufen deren m&ouml;gliche Nachteile &uuml;berwiegen. Untersuchungen h&auml;tten ergeben, dass die Wirtschaftsleistung durch die bisherigen K&auml;ufe um drei Prozent h&ouml;her sei als ohne die Ma&szlig;nahmen. Au&szlig;erdem h&auml;tten sie zur H&auml;lfte zum Jobaufbau von vier Millionen Stellen seit der letzten Rezession 2008 beigetragen.<\/p><\/blockquote>\n<p><em>Im Gegensatz zu Europa zeigen die USA, dass es eine Alternative zum Austerit&auml;tskurs gibt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>IG BAU erringt Erfolg gegen EU-Kommission. Pl&auml;ne zur Beschneidung des Streikrechts sind vom Tisch<\/strong><br>\n&bdquo;Nach intensivem Widerstand der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) und deren europ&auml;ischen Schwestergewerkschaften zieht die EU-Kommission ihre Pl&auml;ne zur Beschneidung des Streikrechts zur&uuml;ck, erfuhr die IG BAU aus dem EU-Parlament. Grund ist die fehlende politische Unterst&uuml;tzung aus den Mitgliedstaaten&hellip;&ldquo;<br>\n &bdquo;&hellip; Die EU-Kommission hatte in der sogenannten Monti-II-Verordnung vorgeschlagen, die Rechtm&auml;&szlig;igkeit von Tarifforderungen und Streiks davon abh&auml;ngig zu machen, ob sie verh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig sind. Die IG BAU hatte das Papier scharf angegriffen. Es h&auml;tte zu einer Erosion der vom Grundgesetz gesch&uuml;tzten Tarifautonomie gef&uuml;hrt. So w&auml;re es etwa denkbar, dass sich in Tarifverhandlungen die Parteien auf wenige Zehntelprozentpunkte ann&auml;hern. Einen Streik f&uuml;r den Rest h&auml;tten die Gerichte nach Pr&uuml;fung der Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeit verbieten k&ouml;nnen.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.igbau.de\/IG_BAU_erringt_Erfolg_gegen_EU-Kommission.html\">IG Bau, Agrar, Umwelt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Armut und Arbeit<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Armutsgef&auml;hrdungs- und Arbeitslosenquoten im Vergleich<\/strong><br>\nIn Bund und in allen L&auml;ndern lag die Armutsgef&auml;hrdungsquote in den Jahren 2005 bis 2011 (Jahresdurchschnitt) immer &uuml;ber der Arbeitslosenquote. (Ausnahme: Berlin 2006) Und: Im Bund und in allen L&auml;ndern hat sich der Abstand der Armutsgef&auml;hrdungsquote von der Arbeitslosenquote vergr&ouml;&szlig;ert. Der Abstand der Armutsgef&auml;hrdungsquote von der Arbeitslosenquote ist bei den Frauen deutlich gr&ouml;&szlig;er als bei den M&auml;nnern. Dies gilt f&uuml;r den Bund und alle L&auml;nder.\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/120914_hdt2_8a.jpg\" alt=\"Armutsgef&auml;hrdungs- und Arbeitslosenquoten im Vergleich\" title=\"Armutsgef&auml;hrdungs- und Arbeitslosenquoten im Vergleich\"><\/p>\n<p>Wesentliche Gr&uuml;nde f&uuml;r den weiter wachsenden Abstand zwischen der Armutsgef&auml;hrdungsquote und der Arbeitslosenquote d&uuml;rften sein: Die zunehmende Zahl von Erwerbst&auml;tigen mit einem Einkommen unterhalb der Armutsgef&auml;hrdungsschwelle, die wachsende Zahl von Hilfebed&uuml;rftigen mit einer &bdquo;sozialen Mindestsicherung&ldquo; unterhalb der<br>\nArmutsgef&auml;hrdungsschwelle (darunter auch ein wachsende Zahl von Menschen im Rentenalter) und eine Statistik, die das Ausma&szlig; der Arbeitslosigkeit nur unzureichend widerspiegelt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/biaj.de\/images\/stories\/2012-09-13_armutsgefaehrdungs-und-arbeitslosenquoten-2005-2011.pdf\">Bremer Institut f&uuml;r Arbeitsmarktforschung und Jugendberufshilfe (BIAJ) [PDF &ndash; 890 KB]<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Arm trotz Arbeit: Vollzeitbesch&auml;ftigte mit Niedriglohn<\/strong><br>\nFast ein Viertel der Vollzeitbesch&auml;ftigten in Deutschland liegt mit dem Einkommen unter der offiziellen Niedriglohnschwelle von 1800 Euro. In nur zehn Jahren stieg der Anteil der Niedrigl&ouml;hner von 19 auf 23 Prozent, die Kluft zwischen hohen und niedrigen Einkommen in Deutschland w&auml;chst. Der DGB bleibt bei seiner Forderung nach einem allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn.\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/120914_hdt2_8b.jpg\" alt=\"Arm trotz Arbeit: Vollzeitbesch&auml;ftigte mit Niedriglohn\" title=\"Arm trotz Arbeit: Vollzeitbesch&auml;ftigte mit Niedriglohn\"><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.dgb.de\/-\/Ps1\">DGB (siehe dort den Download)<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Pl&auml;doyer f&uuml;r eine solidarische Rentenversicherung<\/strong><br>\nUm Altersarmut zu bek&auml;mpfen, m&uuml;ssen Arbeitsmarkt- und Rentenpolitik zusammengedacht werden: Gute L&ouml;hne f&uuml;r gute Arbeit f&uuml;hren zu guten Renten, argumentiert Matthias W. Birkwald.<br>\nArbeitsmarkt- und Rentenpolitik m&uuml;ssen zusammengedacht und zusammengebracht werden. Sie m&uuml;ssen so gestaltet werden, dass aus guter Arbeit eine gute, den einmal erreichten Lebensstandard sichernde Rente entsteht. Prek&auml;re Arbeit, also mies bezahlte Jobs oder Leiharbeit m&uuml;ssen einged&auml;mmt und m&ouml;glichst abgeschafft werden. Ohne einen fl&auml;chendeckenden gesetzlichen Mindestlohn von zehn Euro wird das nicht gehen.<br>\nDIE LINKE will das Rentenniveau wieder auf 53 Prozent anheben. Und mehr als zwanzig Jahre nach der Wiedervereinigung m&uuml;ssen die Menschen im Osten endlich die gleiche Rente f&uuml;r die gleiche Arbeit erhalten. Wer im Osten 45 Jahre durchschnittlich verdient hat muss genauso viel erhalten wie die Westrentnerinnen und -rentner nach 45 Jahren Durchschnittsverdienst. Erwerbsgeminderte d&uuml;rfen nicht l&auml;nger durch die ungerechten Abschl&auml;ge bestraft und f&uuml;r Langzeiterwerbslose m&uuml;ssen endlich wieder anst&auml;ndige Beitr&auml;ge in die Rentenkasse  gezahlt werden.<br>\nAuch DIE LINKE will die einzelne Arbeitnehmerin und den einzelnen Arbeitnehmer nicht aus Lust und Laune mit Beitr&auml;gen belasten. Wir erreichen dieses Ziel auch, wenn mehr Menschen in die Rentenversicherung einzahlen und dies auf h&ouml;here Einkommen tun. Ebenso flie&szlig;t mehr Geld in die Rentenversicherung hinein, wenn alle Erwerbst&auml;tigen in die Rentenkasse einzahlen. Das ist der Weg der Solidarischen Rentenversicherung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.linksfraktion.de\/im-wortlaut\/plaedoyer-solidarische-rentenversicherung\/\">Linksfraktion<\/a><\/li>\n<li><strong>Riester-Rente f&ouml;rdert Altersarmut<\/strong><br>\nHans-B&ouml;ckler-Stiftung Die Autoren einer Studie ziehen eine vernichtende Riesterrenten-Bilanz.<br>\nAngesichts der inzwischen bereits mehr als zehnj&auml;hrigen Erfahrung mit dem im Jahr 2001 eingef&uuml;hrten Riester-System bestehe kein Zweifel mehr daran, dass es &bdquo;keinesfalls geeignet&ldquo; sei, den Menschen ein sicheres Auskommen im Alter in Erg&auml;nzung zur gesetzlichen Rente zu garantieren.<br>\nGrund f&uuml;r die Entwicklung sei, dass im Zuge der Riester-Einf&uuml;hrung zwar das Versorgungsniveau der gesetzlichen umlagenfinanzierten Rentenversicherung abgesenkt worden sei, die meisten Betroffenen aber nicht in der Lage seien, diesen Verlust durch privates Riestersparen wieder auszugleichen.<br>\n&bdquo;Nach allem, was wir heute absehen k&ouml;nnen, wird das nur relativ wenigen gelingen&ldquo;, erkl&auml;rte der Wissenschaftliche Direktor des IMK, Gustav Horn. Er verwies auf hohe Kosten, magere Renditen und Risiken bei Riesterprodukten. Noch schlechter sehe es f&uuml;r die aus, die sich eine Zusatz-Absicherung nicht leisten k&ouml;nnten.<br>\nDas Niveau der gesetzlichen Rentenzahlung in Deutschland liege inzwischen rund 15 Prozentpunkte unter dem Durchschnitt der OECD-Staaten, also den f&uuml;hrenden Industrie- und Schwellenl&auml;ndern, teilte das IMK weiter mit. Zur Finanzierung k&ouml;nnte der von Firmen und Versicherten bezahlte Beitragssatz &uuml;ber Jahre in kleinen Schritten angehoben werden. Durch Entlastung bei der privaten Vorsorge w&auml;re dies f&uuml;r die Versicherten unter dem Strich g&uuml;nstiger, die Firmen k&ouml;nnten dies durch ihre gute internationale Wettbewerbsf&auml;higkeit finanzieren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/arbeit---soziales\/hans-boeckler-stiftung-riester-rente-foerdert-armut,1473632,17243496.html\">FR<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Hartz IV-Bezieher hat keinen Anspruch auf Rechtsliteratur<\/strong><br>\nEin Bezieher von Hartz IV-Leistungen hat gegen&uuml;ber dem Job-Center keinen Anspruch auf finanzielle Unterst&uuml;tzung f&uuml;r die Anschaffung von Rechtsliteratur.<br>\nSo entschied das Landessozialgericht (LSG) Sachsen-Anhalt mit Urteil v. 21.6.2012 (L 5 AS 322\/10).<br>\nEin Bezieher von SGB II-Leistungen hatte von der ARGE einen Sonderbedarf in H&ouml;he von 1.318 EUR gefordert, um sich Rechtsliteratur anschaffen zu k&ouml;nnen. Aufgrund der gegen ihn ergriffenen Ma&szlig;nahmen wie Sanktionen und Eingliederungsvereinbarungen m&uuml;sse er sich zur Wehr zu setzen k&ouml;nnen. Dazu ben&ouml;tige er entsprechende Literatur.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.haufe.de\/sozialwesen\/sgb-recht-kommunal\/lsg-urteil-hartz-iv-bezieher-kein-anspruch-auf-rechtsliteratur_238_135004.html\">Haufe<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>&Auml;rztestreik: Tom Schimmeck: Und nun?<\/strong><br>\nBr&uuml;der, zur Sonne, zur&hellip; Kassen&auml;rztlichen Vereinigung?<br>\nEin niedergelassener Kassenarzt verdient &ndash; laut Honorarbericht der Kassen&auml;rztlichen Bundesvereinigung (KBV), also sozusagen nach eigenen Angaben &ndash; monatlich im Schnitt 5442 Euro netto, fast genau das Doppelte des deutschen Durchschnittseinkommens pro Haushalt. Die Verg&uuml;tung der &Auml;rzte ist laut AOK zwischen 2007 und 2011 um 16 Prozent gestiegen. Eine Studie der GKV zeigt, dass der &Uuml;berschuss aus kassen&auml;rztlicher T&auml;tigkeit 2011 pro Arzt 134.000 Euro betrug &ndash; plus selbst abgerechneter Zusatzleistungen &ndash; plus Einnahmen durch die Privatpatienten. Das statistische Bundesamt ermittelte f&uuml;r 2003 pro Doktor einen durchschnittlichen &auml;rztlichen &bdquo;Reinertrag&ldquo; von 126.000 Euro. 2007 betrug dieser bereits 142.000 Euro, laut Hochrechnung des Spitzenverbandes der gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen GKV d&uuml;rfte er 2010 bei 164.000 angelangt sein. Die &Auml;rztehonorare sind von 27,4 (2007) auf 33,3 Milliarden Euro (2011) gestiegen&hellip;<br>\nSogar bei den Kassen&auml;rzten gibt es gro&szlig;e Klassenunterschiede. Ganz oben rangiert der Radiologe, deutlich tiefer der Hausarzt, am unteren Ende der Psychotherapeut. Der niedergelassene Onkologe kommt nach Expertensch&auml;tzungen auf gut 15.000 Euro Gewinn im Monat, der Psychiater steht eher bei 6300 Euro. Aber das ist Sache der &auml;rztlichen Selbstverwaltung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.gegenblende.de\/17-2012\/++co++79faff08-fc21-11e1-980e-52540066f352\">Gegenblende<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Ulrich Schneider: &bdquo;Die Zeit ist reif &hellip;&ldquo;<\/strong><br>\nDie Finanznot der &ouml;ffentlichen Haushalte stellt mittlerweile nicht nur theoretisch, sondern ganz praktisch eine echte Bedrohung unseres Sozialstaates dar&hellip;<br>\nMit der Schuldenbremse wird sich die Situation dramatisch versch&auml;rfen. Alleine der Bund muss in den n&auml;chsten drei Jahren ein Defizit von 20 Milliarden Euro beseitigen. Auch in vielen Bundesl&auml;ndern sind die Aussichten d&uuml;ster: In Nordrhein-Westfalen betr&auml;gt das Defizit 5 Milliarden Euro, insgesamt 10 Prozent des gesamten Haushaltes. In Bremen sind es 27 Prozent und im Saarland sogar 32 Prozent des Haushaltes&hellip;<br>\nFakt ist: F&uuml;r die Umsetzung einer Pflegereform, die den Namen auch verdient, brauchen wir rund 8 Milliarden Euro j&auml;hrlich. F&uuml;r die Einf&uuml;hrung einer Zuschussrente zur notwendigen Vermeidung von Altersarmut geht selbst das Bundesarbeitsministerium mittelfristig von j&auml;hrlichen Kosten in H&ouml;he von 3,4 Milliarden Euro aus. F&uuml;r eine verfassungsgem&auml;&szlig;e Ausgestaltung von Hartz IV, die nach wie vor aussteht, sind weitere 5 Milliarden Euro erforderlich. Die notwendigen laufenden Mehrkosten f&uuml;r Erziehung und Bildung sind dabei noch nicht einmal ber&uuml;cksichtigt.<br>\nDie Bundesregierung hat bisher in ihren Konsolidierungsbem&uuml;hungen fatalerweise fast ausschlie&szlig;lich auf Ausgabenk&uuml;rzungen gesetzt&hellip;<br>\nDeutschland ist gemessen am Bruttoinlandsprodukt nach wie vor das viertreichste Land der Erde. Wir kommen angesichts der sozialen und demografischen Herausforderungen, vor denen Deutschland steht, nicht herum, sehr Verm&ouml;gende zur Finanzierung der Lasten st&auml;rker als bisher heranzuziehen. Das hei&szlig;t konkret: Gro&szlig;e Verm&ouml;gen, Erbschaften, sowie hohe Einkommen m&uuml;ssen st&auml;rker besteuert werden als es derzeit der Fall ist. Es geht dabei nicht um Neid, sondern um soziale Gerechtigkeit. Es geht nicht um Klassenkampf, sondern um Vernunft.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.gegenblende.de\/17-2012\/++co++208fcf1e-fc1e-11e1-b7f5-52540066f352\">Gegenblende<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Betreuungsgeld provoziert Altersarmut von Frauen<\/strong><br>\nAnl&auml;sslich der &ouml;ffentlichen Anh&ouml;rung zur Einf&uuml;hrung eines Betreuungsgeldes erkl&auml;rte Ingrid Sehrbrock, stellvertretende DGB-Vorsitzende, am Freitag in Berlin:<br>\n&bdquo;Die Bundesregierung sollte endlich zugeben, dass sie mit ihren Pl&auml;nen f&uuml;r ein Betreuungsgeld auf ein politisches Abstellgleis geraten ist, denn die Einf&uuml;hrung eines Betreuungsgeldes wird mehrheitlich abgelehnt. Es setzt falsche Anreize und versch&auml;rft die nach wie vor bestehenden Nachteile von Frauen am Arbeitsmarkt.<br>\nAngesichts der absehbaren Altersarmut, insbesondere von Frauen, werden mit dem Betreuungsgeld erneut die Weichen in die falsche Richtung gestellt: W&auml;hrend der Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz f&uuml;r unter Dreij&auml;hrige vor allem Frauen den Wiedereinstieg in den Beruf erleichtern soll, wird mit dem Betreuungsgeld der Verzicht auf einen Betreuungsplatz honoriert. Damit wird die R&uuml;ckkehr ins Erwerbsleben erschwert und Altersarmut provoziert. Gerade Frauen mit geringen Verdienstm&ouml;glichkeiten werden angeregt, ihre Erwerbst&auml;tigkeit l&auml;nger zu unterbrechen und geraten dadurch beruflich immer weiter ins Hintertreffen.<br>\nUm Altersarmut vorzubeugen, muss Frauen die eigenst&auml;ndige Existenzsicherung erleichtert werden &ndash; auch durch &uuml;berzeugende Ma&szlig;nahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie dem Ausbau qualitativ hochwertiger Betreuungspl&auml;tze.&ldquo;<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.dgb.de\/presse\/++co++66a6c908-fe4e-11e1-a8da-00188b4dc422\">DGB<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/120914_Stellungsnahme_Betreuungsgeld_06-2012.pdf\">Stellungenahme des DGB in der Anh&ouml;rung des Bundestags [PDF &ndash; 100 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Bert R&uuml;rup zum Schlichter bei Lufthansa berufen<\/strong><br>\nWirtschaftswissenschaftler Bert R&uuml;rup soll den festgefahrenen Tarifkonflikt zwischen der Lufthansa und ihren Flugbegleitern schlichten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.abendblatt.de\/wirtschaft\/article2399569\/Bert-Ruerup-zum-Schlichter-bei-Lufthansa-berufen.html\">Hamburger Abendblatt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> R&uuml;rup derzeit Vorstandsmitglied der MaschmeyerR&uuml;rup AG und fr&uuml;her sog. &bdquo;Wirtschaftsweiser&ldquo;. In dieser Rolle hat er jahrelang die Senkung der L&ouml;hne und der sog. &bdquo;Lohnebenkosten&ldquo; (zugunsten der privaten Altersvorsorge) au&szlig;erdem war er ein Vork&auml;mpfer f&uuml;r die Flexibilisierung des Arbeitsmarkts. Die Gewerkschaft UFO hat sich darauf eingelassen mit R&uuml;rup als Schlichter den Bock zum G&auml;rtner zu machen.<br>\nViel Erfolg bei den anstehenden Schlichtungsverhandlungen!<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Japan gibt Ausstieg aus der Atomkraft bekannt<\/strong><br>\nEineinhalb Jahre nach der Katastrophe im Reaktor in Fukushima hat Japan den Ausstieg aus der Atomkraft beschlossen &ndash; allerdings will sich Land dazu bis 2040 Zeit lassen&hellip;<br>\nDer Ausstieg hat in dem Land gr&ouml;&szlig;ere Ausma&szlig;e als in Deutschland, weil bis zu dem Ungl&uuml;ck in Fukushima rund 30 Prozent der Energie aus Atomkraftwerken stammte&hellip;<br>\nNeben Deutschland will auch die Schweiz aus der Atomenergie aussteigen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/international\/zeitplan-bis-2040-japan-gibt-ausstieg-aus-der-atomkraft-bekannt\/7134118.html\">Handelsblatt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Untersuchungsausschuss zu NSU-Morden: Schwere Vorw&uuml;rfe gegen Berliner Beh&ouml;rden<\/strong><br>\nDie NSU-Ermittlungen haben ein neues pikantes Detail ans Licht gebracht: Jahrelang soll Neonazi Thomas S. der Berliner Polizei Hinweise &uuml;ber das NSU-Trio und sein Umfeld geliefert haben. Von 2000 bis 2011 war er Informant des Berliner LKA. Fr&uuml;her einmal soll er ein &ldquo;Techtelmechtel&rdquo; mit Beate Zsch&auml;pe gehabt und der Terrorgruppe Sprengstoff geliefert haben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/untersuchungsausschuss-zu-nsu-morden-schwere-vorwuerfe-gegen-berliner-behoerden-1.1467644\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Es wird nicht nur immer deutlicher, dass die Geheimdienste vertuschen. Und das hat wohl auch seine Gr&uuml;nde: Es wird immer klarer, dass diese &bdquo;Dienste&ldquo; eher mit der rechtsextremen Szene kollaborierte als dass sie diese beobachtete. Siehe dazu auch <a href=\"http:\/\/debattiersalon.de\/der-tiefe-staat\/\">&bdquo;Der tiefe Staat&ldquo;<\/a>: Die bisherige Aufarbeitung des NSU-Komplexes l&auml;uft unter dem Label &bdquo;Beh&ouml;rdenversagen&ldquo;. Die betroffenen Institutionen stellen die pers&ouml;nliche Schuld einzelner heraus, aber das Vorenthalten von Informationen, die gezielte Vernichtung relevanter Akten, das Schreddern, Mauern und Vertuschen sowie die unheilvolle Praxis, Nazis f&uuml;r Informationen mit Geld zu sponsern, werfen die Frage nach dem System und dem Motiv dahinter auf. Gestellt wird diese Frage jedoch verbl&uuml;ffend selten&hellip;Die Fakten aber sprechen daf&uuml;r, dass wir es gleichwohl nicht mit einem singul&auml;ren, auf den NSU begrenzten Versagen Einzelner zu tun haben, sondern dass sich auf unterschiedlichen Ebenen, von der kleinen Kommune bis zu den Verfassungsschutz&auml;mtern, von der Polizei bis zu den Gerichten, Mechanismen als festes Handlungsmuster ausgepr&auml;gt haben, die dabei sind, die Fundamente unserer Verfassung zu untergraben. Es geht dabei um den ignorierten rechten Hintergrund von T&ouml;tungsdelikten, um gesch&ouml;nte Zahlen rechter Straftaten, um ritualisierte rechte Gewalt, die von der Polizei weder unterbunden noch als solche geahndet wird.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Piraten und Possenrei&szlig;er statt Politiker und Populisten<\/strong><br>\nEine Analyse der Anti-Establishment- und Anti-Parteienbewegungen in Europa.\n<ul>\n<li>Der momentane Erfolg der deutschen Piratenpartei liegt weniger in ihren Kernthemen Internetpolitik oder Urheberrechtsreform begr&uuml;ndet als in der Wahrnehmung der Partei als &raquo;Anti-Parteien-Partei&laquo;. Dabei spielt der unkonventionelle, antipolitische Habitus ihrer Vertreter eine genauso wichtige Rolle wie der Eigenanspruch, f&uuml;r mehr Demokratie und mehr Transparenz sorgen zu k&ouml;nnen.<\/li>\n<li>Als Beleg daf&uuml;r, dass es sich beim Erfolg der deutschen Piratenpartei um ein europ&auml;isches Ph&auml;nomen handelt, wird h&auml;ufig die schwedische Piratpartiet herangezogen. Ihr Erfolg aber beruhte tats&auml;chlich auf einer intensiven &ouml;ffentlichen Debatte &uuml;ber die Themen Urheberrecht und Vorratsdatenspeicherung. Die meisten der Entwicklungen, die den Erfolg der deutschen Piratenpartei beg&uuml;nstigten, werden hingegen von der schwedischen abgelehnt.<\/li>\n<li>Dennoch gibt es in verschiedenen europ&auml;ischen L&auml;ndern Parteien, die gerade j&uuml;ngere W&auml;hler mit Anti-Parteien-Rhetorik begeistern, ohne dabei klar rechts- oder linkspopulistisch zu sein. Bei Wahlen erfolgreiche Beispiele sind hier die Bewegung von Beppe Grillo in Italien oder die Partei des Komikers J&oacute;n Gnarr in Island.<\/li>\n<li>Den Erfolg dieser Parteien beg&uuml;nstigt stets ein fundamental ersch&uuml;ttertes Vertrauen der B&uuml;rger in die etablierten Parteien und Politiker, sei es durch massive Korruptionsskandale, sei es durch die wirtschaftliche und finanzielle Situation des Landes. Als Alternative gelten dann Parteien, die sich durch ihre Strukturen und ihr Auftreten deutlich von den etablierten Parteien abgrenzen, und deren Kandidaten eben keine klassischen Politiker sind.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/library.fes.de\/pdf-files\/id\/ipa\/09323.pdf\">Friedrich-Ebert-Stiftung, Internationale Politikanalyse [PDF &ndash; 165 KB]<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Schwere Vorw&uuml;rfe gegen Siemens<\/strong><br>\nEin ehemaliger argentinischer Regierungsbeamter wirft Siemens vor, der Konzern habe ihm mit Mord und Entf&uuml;hrung gedroht. Der Grund: Er habe Korruption bei einem Milliardenauftrag &ouml;ffentlich machen wollen. Siemens schweigt bislang zu dem Fall.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/moegliche-korruptionsaufdeckung-schwere-vorwuerfe-gegen-siemens-1.1467689\">SZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Blogleser und der Journalismus<\/strong><br>\nEine aktuelle Studie. Durchgef&uuml;hrt und vorgestellt von Sola H&uuml;lsewig<br>\nDas Internet hat ohne Zweifel zu einem dramatischen Wandel im Leseverhalten der politischen Interessierten gef&uuml;hrt. Ein ganz neues Instrument der Informations- und Meinungsvermittlung, die Blogosph&auml;re, ist entstanden. Sie tritt dabei nicht zuletzt auch in Konkurrenz zu den &raquo;professionellen&laquo; Journalisten, die bisher praktisch ein Monopol in diesem Bereich innehatten. Es stellt sich nun die Frage: Warum lesen Menschen Blogs? Was bekommen sie hier, das sie in herk&ouml;mmlichen Medien vermissen? Wir, die Redaktion von das Dossier, freuen uns, unseren Lesern hier die Zusammenfassung einer Studie pr&auml;sentieren zu k&ouml;nnen, die eben diese Fragen untersucht hat.<br>\nDer folgende Text stammt von Sola H&uuml;lsewig. Wir danken ihr f&uuml;r die freundliche Genehmigung zur Ver&ouml;ffentlichung.<br>\nIm Rahmen meiner Studienarbeit am Institut f&uuml;r Journalistik an der TU Dortmund habe ich in einer nicht-repr&auml;sentativen Studie Leser ausgew&auml;hlter Blogs mit dem Themenschwerpunkt Politik zu ihrer Einstellung gegen&uuml;ber professionellem Journalismus befragt. Die Betreiber der Blogs NachDenkSeiten, Le Boh&eacute;mien und Publikative.org hatten im November 2011 auf die Umfrage hingewiesen. Nach Ablauf des Erhebungszeitraums von acht Tagen standen f&uuml;r die Auswertung 1260 voll ausgef&uuml;llte Frageb&ouml;gen zur Verf&uuml;gung. Hier nun eine kurze Zusammenfassung der Ergebnisse.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dasdossier.de\/magazin\/medien\/digital-netz\/blogleser-und-der-journalismus\">Das Dossier<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Offener Brief f&uuml;r eine plurale &Ouml;konomie<\/strong><br>\nWir, Studierende und Lehrende der Volkswirtschaftslehre an &uuml;ber 50 Hochschulen im deutschsprachigen Raum, wollen hiermit auf den alarmierenden Zustand unseres Faches aufmerksam machen und konstruktiv an der Neugestaltung der Volkswirtschaftslehre mitwirken.<br>\nJahrzehntelanger Glaube an die selbstregulierenden Kr&auml;fte des Marktes, der vorherrschende Modellplatonismus, mangelnde Selbstreflexion und fehlende Methoden- und Theorienvielfalt haben nicht nur unser Fach in eine Sackgasse gef&uuml;hrt: die Einseitigkeit &ouml;konomischen Denkens tr&auml;gt auch zur anhaltenden Wirtschaftskrise und der damit einhergehenden Perspektivlosigkeit bei&hellip;<br>\nForderungen:\n<ol>\n<li>Theorienvielfalt in Forschung und Lehre.<\/li>\n<li>Methodenvielfalt in Forschung und Lehre.<\/li>\n<li>Erweiterung des Curriculums um Lehrveranstaltungen zur Geschichte des &ouml;konomischen Denkens, Wissenschaftstheorie und interdisziplin&auml;re Veranstaltungen.<\/li>\n<li>Integration pluraler Lehrb&uuml;cher in das Studium.<\/li>\n<li>Abkehr von Thomson Reuters Impact Factor als alleinigem Ma&szlig;stab f&uuml;r gute Forschung.<\/li>\n<li>Besetzung von mindestens 20 % der Lehrst&uuml;hle mit heterodoxen &Ouml;konomInnen.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.plurale-oekonomik.de\/?page_id=4%2F#sign\">Netzwerk Plurale &Ouml;konomik<\/a><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. 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