{"id":144580,"date":"2026-01-11T12:00:18","date_gmt":"2026-01-11T11:00:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=144580"},"modified":"2026-01-11T13:31:43","modified_gmt":"2026-01-11T12:31:43","slug":"china-zwischen-digital-und-analog","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=144580","title":{"rendered":"China zwischen digital und analog"},"content":{"rendered":"<p>China ist ein Land der Extreme. Elektronische bzw. digitale Verfahren sind in China allt&auml;glich zu beobachten. Aber auch Arbeiten von Menschenhand werden massenhaft durchgef&uuml;hrt. Auch das geh&ouml;rt zum Alltag in China und ist zahlreich zu sehen. Ein Umstand k&ouml;nnte deutsche Leser zum Schmunzeln bringen, denn es gibt ein Thema, das im fernen China &auml;hnlich &ndash; n&auml;mlich manuell &ndash; betrieben wird wie in Deutschland. Ein subjektiver Erfahrungsbericht aus der chinesischen Metropole Shanghai von <strong>Christian Reimann<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Digitaler Alltag in China<\/strong><\/p><p>Wer nach China reist, kann bereits an der Grenzkontrolle &ndash; z.B. am Internationalen Flughafen Pudong in Shanghai &ndash; den Einsatz von moderner digitaler Technologie erleben. Fingerabdr&uuml;cke und Fotos von Gesichtern sind Routine und werden digital erfasst.<\/p><p>China ist wohl <a href=\"https:\/\/expressantworten.com\/welches-land-hat-die-meisten-kameras\/\">das Land mit den meisten Kameras im &ouml;ffentlichen Raum<\/a>. W&auml;hrend es aktuell in Shanghai sch&auml;tzungsweise 439,1 Kameras pro 1.000 Einwohner und Einwohnerinnen gebe, sollen es in Berlin gesch&auml;tzt <a href=\"https:\/\/www.reisereporter.de\/reisenews\/reisesicherheit\/ueberwachung-im-urlaub-in-diesen-staedten-gibt-es-die-meisten-kameras-TXZ54FZERNFNBEDLTPXXPL4BKU.html\">7,7 Video&uuml;berwachungskameras pro 1.000 Menschen sein<\/a>. Sie befinden sich in Shanghai u.a. &uuml;ber den Stra&szlig;en und auf Wohnanlagen. Bereits seit einigen Jahren warnen deutsche Medien vor einer <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/china-mit-gesichtserkennung-in-richtung-massenueberwachung-100.html\">Massen&uuml;berwachung in China<\/a>.<\/p><p>Wer eine Wohnanlage betritt oder mit seinem Auto reinfahren m&ouml;chte, wird vor allem von Kameras erfasst. Manche Wohnanlagen in Shanghai k&ouml;nnen per Gesichtserkennung betreten werden.<\/p><p>Auf den Stra&szlig;en dienen sie insbesondere zur Geschwindigkeitskontrolle. Wer zu schnell f&auml;hrt, wird geblitzt und muss eine Geldstrafe zahlen. Auch an zahlreichen Ampeln in Shanghai gibt es Kameras. Das in Deutschland oftmals bef&uuml;rchtete bzw. unterstellte Sozialkreditpunkte-System &ndash; z.B. <a href=\"https:\/\/punkt-preradovic.com\/corona-war-nur-aufwaermphase-mit-tom-oliver-regenauer\/\">hier<\/a> und <a href=\"https:\/\/link.springer.com\/chapter\/10.1007\/978-3-658-37373-3_101\">hier<\/a> &ndash; gibt es jedoch nicht. Auch die Verhaltenskontrolle funktioniert in China lediglich bedingt &ndash; in Gro&szlig;st&auml;dten wie Shanghai halten sich nicht alle B&uuml;rger an die zumindest <a href=\"https:\/\/norberthaering.de\/macht-kontrolle\/kameraueberwachung-mit-ai\/\">im Westen unterstellte angestrebte Norm<\/a>.<\/p><p>Zahlreiche B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger &uuml;berqueren trotz Rotphase die Stra&szlig;e. Ausnahmen hierf&uuml;r sind in Shanghai die relativ wenigen gro&szlig;en Stra&szlig;enkreuzungen im Stadtzentrum, an denen Polizisten postiert sind und dabei helfen, den Stra&szlig;enverkehr zu regeln. Wer dann als Fu&szlig;g&auml;nger die rot signalisierende Ampel &uuml;berqueren m&ouml;chte, riskiert eine m&uuml;ndliche Ermahnung.<\/p><p>Rechtsabbieger d&uuml;rfen und k&ouml;nnen &ndash; wenn der Weg frei ist &ndash; auch bei rotem Ampelsignal weiterfahren und rechts abbiegen. Das nutzen neben zahlreichen Autos und E-Rollern vielfach auch die &ouml;ffentlichen, elektrisch betriebenen Busse.<\/p><p>Bereits vor der merkw&uuml;rdigen Coronazeit waren Smartphones z.B. in der chinesischen Metropole Shanghai sehr h&auml;ufig zu sehen &ndash; nicht nur zum Telefonieren, Simsen oder Surfen im Internet.<\/p><p>Im Internet k&ouml;nnen verschiedene Produkte oftmals g&uuml;nstiger als in L&auml;den vor Ort gekauft werden. Das betrifft z.B. Accessoires wie Ohrringe oder Armb&auml;nder, aber auch nicht ganz moderne und dennoch hochwertige Smartphones.<\/p><p>Neben dem finanziellen Aspekt wird das Smartphone auch f&uuml;r andere Dinge des gesellschaftlichen Lebens verwendet. Wenn beispielsweise mit einem Taxi gefahren werden m&ouml;chte, wird es per Smartphone gerufen. Essen kann mit dem Smartphone bestellt und bezahlt werden. Es kann und wird dann von diversen Lieferservices gebracht &ndash; z.B. zum B&uuml;ro auf der Arbeit, in ein Hotel oder nach Hause.<\/p><p>In Shanghai k&ouml;nnen Mietfahrr&auml;der per Bezahlung &uuml;ber das Smartphone benutzt werden. Das Angebot wird von vielen B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rgern aller Altersgruppen genutzt. In anderen St&auml;dten wie z.B. <a href=\"https:\/\/www.travelchinaguide.com\/cityguides\/jiangsu\/lianyungang\/transportation.htm\">Lianyungang<\/a> k&ouml;nnen elektrische Roller mit dem Smartphone gemietet werden.<\/p><p>Wer ein Museum besuchen, fliegen oder mit dem Zug verreisen m&ouml;chte, nutzt daf&uuml;r in der Regel das Smartphone.<\/p><p>In einem Forum der deutschen Community in Shanghai schreibt ein Nutzer, dass er von 2007 bis 2012 in der Metropole gelebt habe und demn&auml;chst f&uuml;r zehn Tage zur&uuml;ckkommen wolle. Gefragt wird nach Ver&auml;nderungen im Vergleich zu damals. Ein Nutzer <a href=\"https:\/\/www.schanghai.com\/forum\/shanghai\/139779\/Zur%C3%BCck-nach-13-Jahren---was-ist-anders%20---\">antwortet u.a. das<\/a>:<\/p><blockquote><p>&ndash; All-u-can-eat Teppanyakis existieren nur noch rudimentaer<br>\n&ndash; ShangriLa Pudong Buffet Brunch noch da<br>\n&ndash; Cash ersetzt durch WeChat\/Alipay<br>\n&ndash; Leihfahrraeder wie HelloBike ueberall<br>\n&ndash; Didi Taxi App ersetzt Taxi ranwinken<br>\n&ndash; Fake Markt beim Science Technology Museum gibt&rsquo;s noch, aber sehr klein<br>\n&ndash; insgesamt alles sauberer\/geordneter, damit aber auch langweiliger als frueher der wilde Osten<\/p><\/blockquote><p>Stimmt &ndash; auch der zuletzt genannte Aspekt. Im Vergleich zu deutschen St&auml;dten sind chinesische St&auml;dte ziemlich sauber. An einigen Stellen liegen zwar auch Papier und Plastik rum, aber die werden rasch beseitigt. Das ist insbesondere zahlreichen Arbeiterinnen und Arbeitern in blauer Uniform zu verdanken, dazu unten mehr.<\/p><p>Fr&uuml;her hat es im deutschen Fernsehen &ndash; in der ARD &ndash; die Sendung <a href=\"https:\/\/www.fr.de\/kultur\/tv-kino\/70-jahre-was-bin-ich-ein-lob-des-biedermeiers-93491736.html\">&bdquo;Was bin ich?&ldquo;<\/a> gegeben. Gelegentlich ist der Gast, dessen Beruf erraten werden sollte, um eine ihren\/seinen Beruf typische Handbewegung gebeten worden. Eine typische Handbewegung eines insbesondere relativ jungen Chinesen ist der Blick auf das Smartphone. Sehr h&auml;ufig ist das zu beobachten, selbst wenn junge P&auml;rchen zusammen unterwegs sind. Oftmals wird nicht miteinander gesprochen, sondern jeweils auf das eigene Smartphone geblickt.<\/p><p>In Deutschland ist das inzwischen allerdings auch in &ouml;ffentlichen Verkehrsmitteln zu sehen, es geh&ouml;rt mittlerweile auch dort f&uuml;r viele B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger zum Alltag.<\/p><p>In der chinesischen Millionenstadt Chongqing gab oder gibt es vielleicht sogar immer noch einen kurzen, 50 Meter langen Abschnitt des B&uuml;rgersteigs, der in zwei Spuren unterteilt worden ist: <a href=\"https:\/\/www.merkur.de\/lokales\/muenchen\/braucht-muenchen-gehsteige-smartphone-nutzer-5908901.html\">&bdquo;Auf der einen Seite sind Handys tabu, auf der anderen Spur d&uuml;rfen Fu&szlig;g&auml;nger ihre Ger&auml;te im Gehen benutzen.&ldquo;<\/a><\/p><p>Das Smartphone wird in China oftmals als Mittel f&uuml;r Bezahlvorg&auml;nge benutzt, obwohl Zahlungen mit Bargeld in den allermeisten F&auml;llen auch m&ouml;glich sind (Ausnahmen sind z.B. die Filialen des Fast-Food-Dienstleisters McDonald&rsquo;s oder &auml;hnliche, meist westliche Fast-Food-Ketten). Das ist die wichtigste Funktion eines Smartphones, und das hat sich seit der Coronazeit noch intensiviert. Auch &auml;ltere Menschen haben inzwischen zahlreich den Umgang mit dem Smartphone kennen- und sch&auml;tzen gelernt. Auch sie nutzen es vielfach zum Bezahlen.<\/p><p>Bez&uuml;glich des Umgangs mit Handys bzw. Smartphones durch &Auml;ltere ein Vergleich zu Deutschland: Gem&auml;&szlig; <a href=\"https:\/\/www.dstgb.de\/themen\/digitalisierung\/aktuelles\/mehr-als-die-haelfte-der-ueber-65-jaehrigen-nutzt-kein-smartphone\/digitaltag-presseinfo-senioren-ohne-smartphones-03-06-2021-2.pdf?cid=fvg\">dieser Information aus dem Jahr 2021<\/a> nutzt in Deutschland mehr als die H&auml;lfte der &uuml;ber 65-J&auml;hrigen (53 Prozent) kein Smartphone. Und nach <a href=\"https:\/\/www.bitkom.org\/Presse\/Presseinformation\/Drei-Viertel-ueber-65-Jaehrigen-nutzen-Smartphone-Handy\">dieser Meldung aus dem Jahr 2023<\/a> haben 73 Prozent der &uuml;ber 65-J&auml;hrigen ein Smartphone (48 Prozent) oder herk&ouml;mmliches Mobiltelefon (33 Prozent), also sind immerhin 27 Prozent ohne alles. Bei den &uuml;ber 75-J&auml;hrigen haben 55 Prozent eins von beidem, ist also knapp die H&auml;lfte ohne.<\/p><p>In Deutschland besteht also insbesondere f&uuml;r &Auml;ltere realistisch die Gefahr der digitalen Ausgrenzung.<\/p><p><strong>Offene Frage der Daten<\/strong><\/p><p>Wenn chinesische B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger &ndash; begeisterte und intensive Nutzer des Smartphones als Zahlungsmethode &ndash; nach dem Verbleib der Daten gefragt werden, herrscht oft Ratlosigkeit vor. Oder ist es Naivit&auml;t gegen&uuml;ber den technologischen M&ouml;glichkeiten?<\/p><p>So wird z.B. angenommen, dass das Smartphone beim Einkaufen lediglich die Summe, die bezahlt werden muss, speichert &ndash; nicht jedoch die gekauften Artikel. &Auml;hnlich hatte es hierzulande Jens Berger in seinem <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141641\">Beitrag &uuml;ber den digitalen Euro<\/a> hinsichtlich der Bezahlung mittels Bankkarte formuliert. Ein Smartphone ist jedoch keine Bankkarte. Das Smartphone ist z.B. &uuml;ber <a href=\"https:\/\/www.alipayplus.com\/pay-in-the-chinese-mainland\">Alipay<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.wechat.com\/\">WeChat<\/a>, die g&auml;ngigsten Bezahlformate in China, mit dem jeweiligen Kunden-Bankkonto verbunden. Es mag juristische Beschr&auml;nkungen beim Sammeln von Daten z.B. &uuml;ber den detaillierten Einkauf geben, aber technologische? Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Diese Volksweisheit d&uuml;rfte sich auch hier bewahrheiten. Aber wer kontrolliert schon, ob &uuml;ber eine Bankkarte oder ein Smartphone beispielsweise detaillierte Daten &uuml;ber einen Einkauf gesammelt worden sind?<\/p><p>Selbst Regierungsmitarbeiter &ndash; und Mitarbeiter von Nachbarschaftscommunitys sind genau das &ndash; wissen oftmals nicht, welche Daten durch die Nutzung der Smartphones gespeichert werden. Es wird geschmunzelt, wenn erw&auml;hnt wird, dass in Deutschland zahlreiche B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger mit Bargeld bezahlen. Das Smartphone sei bequem. Nicht immer sei genug Geld f&uuml;r einen Einkauf vorhanden, aber das Smartphone sei &uuml;berall dabei. Portemonnaies mit Geld k&ouml;nnten gestohlen werden. Niemand stehle in China ein Smartphone, weil jeder ein Ger&auml;t habe, so oder &auml;hnlich lauten die Antworten.<\/p><p>Bekannt sein sollte jedoch auch in China, dass Smartphones auch Daten sammeln bzw. an Dritte weiterreichen k&ouml;nnen, wie in den Artikeln <a href=\"https:\/\/www.futurezone.de\/digital-life\/apps\/article386460\/iphone-apps-daten.html\">&bdquo;iOS 16: Wer viele Apps nutzt, sollte hier genauer hinschauen &ndash; es k&ouml;nnte f&uuml;r eine unangenehme &Uuml;berraschung sorgen&ldquo;<\/a> und <a href=\"https:\/\/norberthaering.de\/macht-kontrolle\/datenkauf-durch-geheimdienste\/\">&bdquo;Was Ihr Smartphone wei&szlig;, wissen auch die US-Geheimdienste&rdquo;<\/a> beschrieben wird.<\/p><p>Smartphones von Apple sind in China beliebt, wenn auch nicht mehr ganz so wie fr&uuml;her: <a href=\"https:\/\/fromrussiawithlove.rtde.world\/wirtschaft\/260439-apple-stuerzt-in-china-anfang\/\">&bdquo;Apple st&uuml;rzt in China ab: Der Anfang vom Ende der iPhone-&Auml;ra&ldquo;<\/a>. In Shanghai hat die Firma mitten im Stadtzentrum einen eigenen Laden (Store). Ob das Unternehmen in China diese Apps f&uuml;r die Sammlung und Weiterverwendung von Daten nutzen darf und kann, ist ungewiss.<\/p><p>Ob chinesische Geheimdienste auch so eifrig beim Datensammeln sind wie ihre Kollegen in den USA, ist fraglich. Es w&auml;re jedoch naiv, wenn diese technischen M&ouml;glichkeiten ignoriert w&uuml;rden.<\/p><p><strong>Bekannt in Deutschland &ndash; manuelle M&uuml;lltrennung<\/strong><\/p><p>F&uuml;r ein sauberes Stadtbild sorgen in Shanghai zahlreiche Frauen und M&auml;nner in hell- oder himmelblauer Arbeitskleidung. Sie stammen oftmals aus anderen Regionen des Landes. Mit Besen aus Baumzweigen werden Gehwege und Stra&szlig;enr&auml;nder gefegt und sauber gehalten. Das geschieht t&auml;glich.<\/p><p>Auf den Stra&szlig;en fahren zus&auml;tzlich Kehrfahrzeuge, die den Dreck von Stra&szlig;en aufsammeln.<\/p><p>Diese Leute im &bdquo;Blaumann&ldquo; halten auch die &ouml;ffentlichen Toiletten sauber. Diese sind in China zahlreich zu finden und kostenlos. Bei Bedarf muss lediglich ein geringes Entgelt f&uuml;r das Toilettenpapier bezahlt werden. Das kann in bar mit wenigen M&uuml;nzen (umgerechnet wenige Eurocents) erledigt werden.<\/p><p>&bdquo;Seit dem 1. Juli 2019 sind Shanghaier gesetzlich verpflichtet, M&uuml;ll zu sortieren&ldquo;, hei&szlig;t es im <a href=\"https:\/\/german.shanghai.gov.cn\/ge-Community\/20240416\/e204f2961a5745178e3c33cf1a12cc85.html\">Leitfaden zur M&uuml;lltrennung<\/a>. Getrennt wird u.a. nach folgenden Kriterien:<\/p><ul>\n<li>trockener M&uuml;ll (alles au&szlig;er feuchter, gef&auml;hrlicher und recycelbarer M&uuml;ll, z.B. Plastikt&uuml;ten, Hygienebinden und gro&szlig;e Knochen)<\/li>\n<li>feuchter M&uuml;ll (z.B. organischer M&uuml;ll, chinesische Arzneimittelr&uuml;ckst&auml;nde)<\/li>\n<li>gef&auml;hrlicher M&uuml;ll (z.B. Akkus, Batterien und Leuchtstofflampen)<\/li>\n<li>recycelbarer M&uuml;ll (z.B. Kleidung, Plastik, Glas, Metall).<\/li>\n<\/ul><p>Bei unsachgem&auml;&szlig;er M&uuml;lltrennung im privaten Haushalt kann ein Bu&szlig;geld f&auml;llig werden. Jahrzehnte nach der Einf&uuml;hrung scheint ein Sanktionskatalog hierf&uuml;r nun auch in Deutschland Freunde gefunden zu haben. Verst&ouml;&szlig;e k&ouml;nnen hierzulande z.B. auch f&uuml;r alle Nachbarn ersichtlich sein: &bdquo;Bei den neuen Biom&uuml;llkontrollen werden dann auch noch <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/regional\/badenwuerttemberg\/swr-plastik-in-der-biotonne-das-kann-in-zukunft-schnell-teuer-werden-100.html\">Aufh&auml;nger an den Tonnen hinterlassen<\/a>, damit wenigstens die ganze Nachbarschaft Bescheid wei&szlig;; <a href=\"https:\/\/fromrussiawithlove.rtde.world\/meinung\/256111-deutsche-gen-kontrolle-ist-besser\/\">so in Reutlingen<\/a>. Zu Recht hinterfragt Frau Henn den Datenschutz in Deutschland, der auch an dieser Stelle offensichtlich vernachl&auml;ssigt werden k&ouml;nnte.<\/p><p>Dagmar Henn weist in ihrem RT-Artikel au&szlig;erdem darauf hin, dass die M&uuml;lltrennung auch automatisch erfolgen k&ouml;nnte. Das geschehe jedoch nicht, wenn zuvor die B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger mit ihren H&auml;nden diese Trennung der M&uuml;llmaterialien vornehmen. Die automatisierte Sortierung lohne sich dann finanziell schlicht nicht.<\/p><p>Nach kurzer Suche im Internet sind unter anderem diese Links dazu zu finden:<\/p><ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.wissenschaft.de\/erde-umwelt\/automat-statt-fleissarbeit-das-muehsame-trennen-des-muells-von-hand-ist-bald-vergangenheit\/\">Automat statt Flei&szlig;arbeit: Das m&uuml;hsame Trennen des M&uuml;lls von Hand ist bald Vergangenheit<\/a> aus dem Jahr 2003 (!)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.homeandsmart.de\/bin-e-smarte-muelltrennung\">Bin-e ist die erste intelligente M&uuml;lltonne<\/a> aus dem Jahr 2017.<\/li>\n<\/ul><p>Und mit &bdquo;k&uuml;nstlicher Intelligenz&ldquo; d&uuml;rfte das noch einfacher und bequemer f&uuml;r die B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger werden. Vodafone hat bereits 2022 gemeldet: <a href=\"https:\/\/www.vodafone.de\/featured\/digital-life\/muell-trennen-mit-ki-dieser-smarte-muelleimer-sortiert-abfaelle-direkt-nach-dem-wegwerfen\/#\/\">M&uuml;ll trennen mit KI: Dieser smarte M&uuml;lleimer sortiert Abf&auml;lle direkt nach dem Wegwerfen<\/a>.<\/p><p>Da erstaunt es nicht wenig, dass ausgerechnet im ansonsten technologiebegeisterten China bei der M&uuml;lltrennung auf solche Verfahren verzichtet wird.<\/p><p>Ein Verantwortlicher eines Nachbarschaftskomitees weist auf Japan als Vorbild hin. Es gelte wie dort, der Verschwendung von Ressourcen entgegenzuwirken. Aber wenn gefragt wird, weshalb das ausschlie&szlig;lich manuell und nicht automatisiert erfolgt, erh&auml;lt man Schweigen als Antwort.<\/p><p>Dabei ist der Aufwand f&uuml;r die manuelle M&uuml;lltrennung u.a. zeitintensiv. Die B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger m&uuml;ssen z.B. abends aus dem 30. Stockwerk heraus aus Wohnung und Haus, um den per Hand sortierten Hausm&uuml;ll in entsprechende M&uuml;lltonnen zu werfen. &Uuml;brigens: In Japan soll es <a href=\"https:\/\/www.daserste.de\/information\/politik-weltgeschehen\/weltspiegel\/Japan-haerteste-Muelltrennung-der-Welt-100.html\">die h&auml;rteste M&uuml;lltrennung der Welt<\/a> sein.<\/p><p>Nicht ausgeschlossen ist au&szlig;erdem, dass Dagmar Henn recht damit hat, dass die manuelle M&uuml;lltrennung auch einen erziehenden Aspekt haben k&ouml;nnte:<\/p><blockquote><p>&bdquo;Jedenfalls, h&auml;tte es nicht diese jahrzehntelange Erziehung zur zwanghaften M&uuml;llbehandlung gegeben (&hellip;), es w&auml;re etwas schwieriger, solche Dinge wie eine CO&#8322;-Steuer durchzusetzen. Die M&uuml;lltrennung &uuml;bt eine Kasteiung ein, die es dann erm&ouml;glicht, noch ganz andere Dinge aufzuerlegen &ndash; schlie&szlig;lich sind wir alle M&uuml;lls&uuml;nder und m&uuml;ssen Bu&szlig;e tun.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>Erinnert sei in diesem Zusammenhang auch an die politischen Ma&szlig;nahmen w&auml;hrend der merkw&uuml;rdigen Coronazeit. In Deutschland sind sie sehr lange Zeit aufrechterhalten bzw. durchgesetzt worden. Widerstand dagegen hat es erschreckend wenig gegeben. Dabei sind sogar zahlreiche Grundrechte faktisch au&szlig;er Kraft gesetzt worden.<\/p><p><strong>Fazit<\/strong><\/p><p>Die B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger in China nutzen flei&szlig;ig die technologischen M&ouml;glichkeiten von Smartphones &ndash; sei es aus Bequemlichkeit oder anderen Gr&uuml;nden. Sie sind allgegenw&auml;rtig, sowohl in der Freizeit als auch im Berufsleben.<\/p><p>Aber es gibt auch zahlreiche Frauen und M&auml;nner, die mit ihrer Handarbeit z.B. daf&uuml;r sorgen, dass die St&auml;dte &ndash; B&uuml;rgersteige und Stra&szlig;en &ndash; sauber bleiben.<\/p><p>Faszinierend bzw. irritierend zu beobachten ist, dass die B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger in Shanghai offensichtlich die Technik lieber nutzen, um bezahlen oder ein Taxi rufen zu k&ouml;nnen, als den M&uuml;ll im Haushalt zu trennen. Ein Deutscher k&ouml;nnte schmunzeln, weil im fernen China in so ziemlich allen Bereichen modernste Technologie zum Einsatz kommt, nur nicht bei der auch in Deutschland bekannten M&uuml;lltrennung.<\/p><p>Vielleicht wird das ja noch mal &uuml;berdacht.<\/p><p><small>Titelbild: FOTOGRIN\/shutterstock.com<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>China ist ein Land der Extreme. Elektronische bzw. digitale Verfahren sind in China allt&auml;glich zu beobachten. Aber auch Arbeiten von Menschenhand werden massenhaft durchgef&uuml;hrt. Auch das geh&ouml;rt zum Alltag in China und ist zahlreich zu sehen. Ein Umstand k&ouml;nnte deutsche Leser zum Schmunzeln bringen, denn es gibt ein Thema, das im fernen China &auml;hnlich &ndash;<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=144580\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":144583,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[184,20],"tags":[3144,2411,379,850,2094,1805,3091,2742,2063,2343],"class_list":["post-144580","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-ueberwachung","category-landerberichte","tag-bargeldloser-zahlungsverkehr","tag-bussgeld","tag-china","tag-datenschutz","tag-digitalisierung","tag-kuenstliche-intelligenz","tag-nudging","tag-recycling","tag-smarte-technik","tag-videoueberwachung"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/shutterstock_2609263489.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/144580","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=144580"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/144580\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":144587,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/144580\/revisions\/144587"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/144583"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=144580"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=144580"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=144580"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}