{"id":14462,"date":"2012-09-17T16:35:04","date_gmt":"2012-09-17T14:35:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14462"},"modified":"2015-04-28T09:41:48","modified_gmt":"2015-04-28T07:41:48","slug":"warum-und-wie-der-sozialstaat-ins-gerede-kam","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14462","title":{"rendered":"Warum und wie der Sozialstaat ins Gerede kam"},"content":{"rendered":"<p>Das war das Thema eines Vortrags, den ich im vergangenen Jahr auf einer Tagung der Stiftung Deutsche Postgewerkschaft hielt. Der Text ist aktuell und jetzt in einem von Frank Bsirske, Andrea Kocsis und Franz Treml herausgegebenen Buch erschienen. Ich habe darin beschrieben, wie systematisch und langfristig angelegt am Niedergang der Sozialstaatlichkeit gearbeitet worden ist und was dagegen zu tun w&auml;re. Die Mehrheit unseres Volkes war lange Zeit, mindestens bis zum Jahr 2000, von der Notwendigkeit und Richtigkeit solidarischer Sicherungen &uuml;berzeugt. Dieses Vertrauen wurde dann immer mehr besch&auml;digt. Ohne Sinn und Verstand. Und nur zur Wahrung privater Interessen. Die Agenda 2010 ist Teil dieses Zerst&ouml;rungswerks. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nDas Buch ist unter dem Titel &bdquo;Gegen den schleichenden Abbau des Sozialstaats. Konsequenzen &ndash; Alternativen &ndash; Perspektiven&ldquo; beim VSA Verlag Hamburg 2012 erschienen. Genauere Angaben dazu am Ende dieses Beitrags.<br>\nEs enth&auml;lt Beitr&auml;ge unter anderen von Hans Jochen Vogel, Nikolaus Schneider, Norbert Reuter, Heribert Prantl, Ren&eacute; Obermann und Frank Bsirske. Motor der Tagung war der Vorsitzende der Stiftung Deutsche Postgewerkschaft, Franz Treml, dem auch der Dank f&uuml;r das vorliegende Buch geb&uuml;hrt.<\/p><p>Es folgt der der DPG Stiftung &uuml;berlassene Text f&uuml;r die Seiten 35-47 des vorliegenden Buches:<\/p><p><strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong><br>\n<strong>Meinungsmache &ndash; warum und wie der Sozialstaat ins Gerede kam<\/strong><\/p><p>Zum Thema, das Sie sich gew&auml;hlt haben, kann man nur gratulieren. &bdquo;Gegen den schleichenden Abbau des Sozialstaates&ldquo;. W&uuml;rde ich zu Sarkasmus neigen, k&ouml;nnte ich allerdings anmerken: Wer zu sp&auml;t kommt, den bestraft das Leben. Denn der schleichende Abbau l&auml;uft schon einige Zeit und es ist schon vieles verloren. Aber andere haben &uuml;berhaupt noch nicht mitbekommen, was mit der versprochenen Sozialstaatlichkeit geschieht. Es ist h&ouml;chste Zeit, sich darum zu k&uuml;mmern.<br>\nWir m&uuml;ssen uns fragen, wieso wir eigentlich nicht fr&uuml;her mobilisiert haben. Warum haben die, die eigentlich die geborenen Vertreter der Sozialstaatlichkeit sind, die Gewerkschaften und die Sozialdemokratie, nicht fr&uuml;her und deutlicher reagiert, als der Anschlag auf dieses wichtige Versprechen unseres Grundgesetzes erkennbar war? Nicht erst 2011, sondern schon in den 1980ern.<\/p><p>Damit will ich nicht unberechtigten Pessimismus pflegen, davor hat Hans-Jochen Vogel mit Recht gewarnt. Ich bin z. B. viel positiver eingestellt als Pr&auml;ses Schneider, wenn er sagt, die Menschen sind so, wie sie sind. Ich habe erlebt, dass wie die Menschen sind, auch davon abh&auml;ngt, wie man in den Wald hineinruft. Im Laufe meiner politischen Arbeit konnte ich gleich bei mehreren Bundeskanzlern beobachten, dass das Echo der Menschen und ihr Verhalten sehr verschieden sein k&ouml;nnen. Das hat jetzt viel mit meinem Thema zu tun. Ich will n&auml;mlich erkl&auml;ren, warum die vielen sozialen Bekenntnisse, die zitiert wurden &ndash; vom Papst und anderen und aus dem Grundgesetz &ndash;, warum die eigentlich &uuml;ber weite Strecken so wirkungslos waren. Den Bekenntnissen zum trotz wurde das Gegenteil getan; es wurde ein breiter Niedriglohnsektor installiert, wir haben hierzulande viele prek&auml;re Arbeitsverh&auml;ltnisse, wir haben das Problem, dass ein Gro&szlig;teil der jungen Menschen keinen Job hat und keine gesicherten Arbeitsverh&auml;ltnisse. <\/p><p>Gut, wir leben in einem &ndash; vergleichsweise &ndash; vern&uuml;nftig organisierten Land, aber wir m&uuml;ssen die Gefahren sehen, wenn es so weitergeht, wie es bis jetzt angelegt ist. Es gibt diese klaren sozialen Bekenntnisse von kirchlicher und sonstiger Seite, und dennoch wird offen davon gesprochen, dass auf die Agenda 2010 noch eine Agenda 2020 folgen m&uuml;sse. Das ist doch die Realit&auml;t. Der weitere Abbau der Sozialstaatlichkeit wird vorbereitet. Niemand sch&uuml;tzt die Griechen davor, dass man genau da ansetzt, obwohl es &ouml;konomischer Unsinn ist, die Sparprogramme zulasten der Mehrheit des Volkes zu machen. Alle wissen es und dennoch geschieht es. In Griechenland, wie bei uns. Beim Sozialabbau wird Deutschland als Vorbild dargestellt.<\/p><p>Das hat viel mit meinem Thema zu tun, n&auml;mlich, dass alle diese vern&uuml;nftigen Regeln und vern&uuml;nftigen Grunds&auml;tze und vern&uuml;nftigen Bestimmungen des Grundgesetzes &uuml;berrollt werden von Propagandaschlachten, die manchmal eben leider st&auml;rker sind als das, was an Sozialethik verk&uuml;ndet wird. Diese Kluft besch&auml;ftigt mich seit Jahren und jetzt haben Sie mir freundlicherweise das Thema gestellt, warum und wie der Sozialstaat ins Gerede kam.<br>\nDie Frage, warum das so gekommen ist, ist relativ einfach zu beantworten. Am Abbau solidarischer L&ouml;sungen wird kr&auml;ftig verdient. Da gibt es z.B. den Carsten Maschmeyer, den muss man sich irgendwie merken, weil es eine zentrale Erkl&auml;rungsfigur ist, Maschmeyer hat 2005 gesagt, die Finanzdienstleistungsbranche stehe nach der Verlagerung von der staatlichen zur privaten Altersvorsorge vor dem gr&ouml;&szlig;ten Boom, den sie je erlebt hat. Es sei so, als wenn wir &ndash; die Finanzbranche &ndash; auf einer &Ouml;lquelle sitzen, sie ist angebohrt, sie ist riesig gro&szlig; und sie wird sprudeln. F&uuml;r die Kl&auml;rung der Frage nach dem warum ist es wichtig und interessant zu beachten, dass Maschmeyer zwei Freunde hat, die wir kennen und die wir sch&auml;tzen bzw. gesch&auml;tzt haben, die mit an dieser &Ouml;lquelle sitzen &ndash; und andere auch. Die Freunde sind ein ehemaliger Bundespr&auml;sident und ein ehemaliger Bundeskanzler. Und von der Zerst&ouml;rung des Vertrauens in die solidarische Rente und von der Kommerzialisierung der Altersvorsorge profitieren Banken, Versicherungen und Finanzdienstleister wie Maschmeyer. Sie haben die sozialstaatliche Regelung der Altersvorsorge und der Vorsorge f&uuml;r Krankheit und f&uuml;r den Pflegebedarf aus Gesch&auml;ftsinteresse niedergemacht. Das muss man klar sehen. <\/p><p>Sachliche Gr&uuml;nde f&uuml;r den Abschied vom Sozialstaat gab und gibt es nicht. Es gab Behauptungen und es gab Beschwerden en masse , aber Fakten, wo sind denn die? Die solidarische Vorsorge f&uuml;r das Alter z. B. ist nicht nur humaner, sozialer und weniger riskant, sie ist auch effizienter, das hei&szlig;t preiswerter zu organisieren. Der Betrieb der privaten Altersvorsorge kostet etwa das zehnfache dessen, was die gesetzliche Rente zu betreiben kostet. Weil Provisionen weggehen, Profite weggehen. Das ist auch v&ouml;llig logisch, die Leute m&uuml;ssen ja besch&auml;ftigt werden, die Finanzdienstleister m&uuml;ssen ja bezahlt werden. Dieses Geld ist schon mal weg und steht f&uuml;r die Altersvorsorge nicht mehr zur Verf&uuml;gung. <\/p><p>Die Sozialstaatlichkeit erweist sich nicht nur bei der Hilfe f&uuml;r in Not geratene Menschen und in der Organisation der solidarischen Vorsorge f&uuml;r die Risiken des Lebens als vern&uuml;nftig. Die staatliche Organisation ist auch oft vern&uuml;nftiger, wenn es um die Produktion von Dienstleistungen geht. Sie, die Postgewerkschafter und andere Besch&auml;ftigte aus Bereichen der Daseinsvorsorge, k&ouml;nnen viel davon berichten, was passiert, wenn man privatisiert, wenn man weggeht von sozialstaatlichen Regelungen. Das haben Sie doch in der Praxis erlebt bei Post und Telekom. Die Berliner erleben es beim Umgang mit ihrer Wasserversorgung, andere erleben es nach der Privatisierung ihrer Stadtwerke. Gl&uuml;cklicherweise gibt es in diesen Bereichen inzwischen eine Gegenbewegung weg von der Privatisierung und hin zur effizienten &ouml;ffentlich organisierten Versorgung. Nicht nur deshalb, weil es sozialer und menschlicher ist, sondern auch weil viele merken, dass der Weggang von sozialstaatlichen Regelungen teurer und weniger effizient wird. <\/p><p>Darauf m&uuml;ssen wir pochen und auch endlich das Thema &bdquo;Effizienz&ldquo; besetzen. Sozialstaatlichkeit ist eine effiziente Angelegenheit. Damit will ich nicht wegwischen, dass es Probleme mit Missbr&auml;uchen sozialer Leistungen gibt. Gerade wenn man wie ich daf&uuml;r wirbt, den Sozialstaat f&uuml;r eine effiziente Form des Zusammenlebens zu betrachten , darf man die Augen nicht vor der Gefahr von Missbr&auml;uchen verschlie&szlig;en. Aber diese zu sehen hei&szlig;t eben nicht, das Prinzip wegzuwerfen und es in der Praxis nicht mehr gelten zu lassen.. <\/p><p>Ich beobachte Meinungsbildungsvorg&auml;nge seit langem  Das h&auml;ngt mit meinen Arbeitsfeldern und Funktionen zusammen. Ich fand es zudem interessant, zu beobachten, wie versucht wird, mich zu manipulieren, und wie das gleiche Millionen anderer Menschen geschieht. Heute ist es mein ehrenamtlicher Job als Herausgeber und Schreiber der &bdquo;Nachdenkseiten&ldquo;, Meinungsbildungsprozesse und damit auch Manipulationen zu beobachten und zu beschreiben.  Seit vielen Jahren sehe und analysiere ich, wie die Gegner des Sozialstaates  daran arbeiten, ihn zu diskreditieren. Ohne R&uuml;cksicht auf das Grundgesetz. Sie arbeiten seit mindestens 40 Jahren daran. Es fing an nach dem Beginn der Kanzlerschaft Willy Brandts im Jahre 1969. Kurz danach hat man viel Geld mobilisiert, den so genannten Kronberger Kreis und sonstige offene oder anonyme Gruppen und Vereinigungen initiiert. Viel Propaganda lief &uuml;ber die Springer Presse. Die Agitation gegen die Person Willy Brandts und seiner Koalition und gegen die ersten Reformen, die damals noch soziale. Reformen waren. war massiv.<\/p><p>Ich erinnere daran, dass die Gro&szlig;e Koalition die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall auch f&uuml;r die Arbeiter eingef&uuml;hrt hatte. Das war sozusagen die Erkennungsmarke f&uuml;r die ab 1969 dann sozialdemokratisch gef&uuml;hrte sozialliberale Koalition. Sofort nach der Wahl ging es los bis zur n&auml;chsten Bundestagswahl 1972 und dar&uuml;ber hinaus. Ich mache auf ein paar Begriffe aufmerksam, die damals erfunden und in der Agitation verwendet wurden: &bdquo;Tendenzwende&ldquo;, das war ein Begriff, der im Herbst 1973 in die &ouml;ffentliche Debatte eingef&uuml;hrt wurde. Er sollte signalisieren, die Leute seien schon gleich  nach dem Beginn des Ausbaus sozialstaatlicher Regelungen damit eigentlich schon nicht mehr einverstanden. Der Wind drehe sich, das sollte die &bdquo;Tendenzwende&ldquo; signalisieren, Biedenkopf war einer der Macher dieser damaligen Propaganda. &ndash; Es wurde dann &uuml;blich, von &bdquo;sozialer H&auml;ngematte&ldquo; und von &bdquo;Sozialklimbim&ldquo; zu sprechen. Hochinteressant war auch, wie die hohen Abz&uuml;ge vom Lohn ins Gespr&auml;ch kamen &ndash; auch 1973 unmittelbar nach der von der SPD gewonnenen Wahl vom November 1972. Das Jammern um die hohen Abz&uuml;ge  war der Startschuss der Kampagne zur Entstaatlichung. So fr&uuml;h hat das begonnen; die Bild-Zeitung betreibt diese Agitation von damals bis heute penetrant.<\/p><p>Und dann begann auch schon in den 70er Jahren die Kampagne gegen aktive Besch&auml;ftigungspolitik, wohl wissend, dass ein gutes und zahlreiches Angebot an Arbeitspl&auml;tzen die Arbeitnehmer in die Lage versetzt, auch einmal Nein sagen zu k&ouml;nnen. Und dass deshalb die Besch&auml;ftigungspolitik, die Sorge um viele Arbeitspl&auml;tze, also die Sorge um Alternativen, ein entscheidendes Mittel ist, um die Marktmacht der Arbeitnehmer und damit ihr Anteil am Volkseinkommen zu erh&ouml;hen. Anfang der 70er Jahre erreichten die Arbeitnehmer einen Anteil am Volkseinkommen von fast 72 %, 2008 lag diese so genannte Lohnquote bei ungef&auml;hr 62 % . <\/p><p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/120917_lohnquote.png\" alt=\"\"><\/p><p>Da sehen Sie, welche sp&uuml;rbare Ver&auml;nderung da eingetreten ist. Das wissen Sie alle aus der praktischen Erfahrung, weil Sie als Gewerkschafter Menschen mit Niedrigl&ouml;hnen betreuen oder betreut haben; die Ausweitung des so genannten Niedriglohnsektors folgt auch aus der Verweigerung und letztlich aus der systematischen Diskreditierung der Besch&auml;ftigungspolitik. Es war in den letzten 30 Jahren Mode geworden  die Konjunkturpolitik generell zu verfemen. Man tat so, als g&auml;be es keine Konjunkturbewegungen mehr und nur noch Strukturprobleme, zu deren Bew&auml;ltigung man so genannte Strukturreformen empfahl.<\/p><p>Dass so etwas wie konjunkturelle Schw&auml;chen und die damit verbundene Arbeitslosigkeit bewusst geplant sein k&ouml;nnten, das klingt nach Verschw&ouml;rungstheorie. Dass bewusst eine Reservearmee von Arbeitslosen geschaffen wird, klingt abenteuerlich. Aber es ist so. Es gibt einen britischen Notenb&auml;nker, Sir Alan Budd, ein politischer Freund von Frau Thatcher, der von der Idee, dass die Erh&ouml;hung der Arbeitslosigkeit mehr als w&uuml;nschenswert und gewollt war, um die Arbeiterklasse insgesamt zu schw&auml;chen, berichtete. Die Wiederherstellung der industriellen Reservearmee erlaube es den Kapitalisten, fortan hohe Profite zu realisieren. Das sind seine Worte.<\/p><p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/120917_alan_budd.png\" alt=\"\"><\/p><p>Dass er dies offen sagt, ist ein wohl tuender Beitrag zur Aufkl&auml;rung. Das Zitat erg&auml;nzt, meine sehr verehrten Kolleginnen und Kollegen, eine bemerkenswerte Einlassung des ehemaligen Bundeskanzlers in Davos. Gerhard Schr&ouml;der r&uuml;hmte sich dort des Aufbaus eines Niedriglohnsektors in Deutschland.<\/p><p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/120917_gerhard_schroeder.png\" alt=\"\"><\/p><p>Ich bin ja nicht so naiv zu meinen, es k&ouml;nne in Deutschland eine politisch wirksame Bewegung gegen den Abbau der Sozialstaatlichkeit geben, ohne dass die SPD dabei mitwirkt. Deshalb kritisiere ich die SPD zwar, aber ich bin der Meinung, dass wir sie brauchen. Ohne die SPD wird es eine politisch wirksame Gegenbewegung gegen den schleichenden Sozialabbau nicht geben k&ouml;nnen. Allerdings m&uuml;ssen wir uns dann darum k&uuml;mmern, dass so etwas wie die Agenda 2010 nicht mehr passiert.<\/p><p>Die Agitation gegen die Sozialstaatlichkeit richtete sich in der Vergangenheit auch gegen Vorschl&auml;ge, die soziale Sicherung auf eine breitere Basis zu stellen. Sie wurden mit clever ausgedachten Begriffen konterkariert. Die Wertsch&ouml;pfungsabgabe beispielsweise &ndash; die wohl vor allem unser Freund Herbert Ehrenberg propagierte &ndash; ist ein sehr vern&uuml;nftiges Konzept gewesen, um die Zahlung der Beitr&auml;ge f&uuml;r die sozialen Sicherungssysteme auf eine breitere Basis zu stellen. Die Idee wurde aber vernichtet &ndash; mit dem Etikett &bdquo;Maschinensteuer&ldquo;. Eine &bdquo;Maschinensteuer&ldquo; aufgedr&uuml;ckt zu bekommen, das ist nat&uuml;rlich etwas, was selbst ein IG Metaller nicht toll findet,<br>\nEs gab dann noch eine andere wirksame Kampagne, die im Umfeld der Wende zu Kohl ablief.  Sie erinnern sich vielleicht: ,Jeder ist seines Gl&uuml;ckes Schmied&ldquo;, sozusagen die Kernbotschaft der Neoliberalen und der Anti-Sozialstaatslobby, und dann kombiniert damit die vom ADAC angesto&szlig;ene Kampagne &bdquo;Freie Fahrt f&uuml;r freie B&uuml;rger&ldquo;. Letzteres erw&auml;hne ich nur, weil diese Parole  auf die Gesamtatmosph&auml;re ausstrahlte. &bdquo;Freie Fahrt f&uuml;r freie B&uuml;rger&ldquo; war die Formel, mit der man gegen die zaghaften Versuche des damaligen Verkehrsministers Volker Hauff anging, 1981\/82 &uuml;ber die Einf&uuml;hrung von Geschwindigkeitsbegrenzungen nachzudenken. <\/p><p>Dann folgte in den achtziger Jahren eine gro&szlig;e Kampagne zum &bdquo;Standort Deutschland&ldquo; mit Ausstrahlung auf das Vorfeld der so genannten Reformpolitik von Rot-Gr&uuml;n. Die unterschwellig verbreitete These der Standortdebatte war, dass Deutschland nicht mehr das erfolgreiche Exportland sei. Ich erinnere an die beiden Autoren Steingart und Sinn mit ihren B&uuml;chern &bdquo;Der Abstieg eines Superstars&ldquo; und &bdquo;Ist Deutschland noch zu retten?&ldquo;  &ndash; das war die Atmosph&auml;re zu Beginn des neuen Jahrhunderts und stark gepr&auml;gt von der zuvor gelaufenen Standortdebatte. Diese Publikationen und Parolen zielten zentral auf die Absenkung der L&ouml;hne und der Lohnnebenkosten, deren H&ouml;he schuld an der Arbeitslosigkeit sein sollte. Die Agitation gegen angeblich zu hohe L&ouml;hne hatte weit reichende  Konsequenzen. Sie ist mitverantwortlich f&uuml;r die mangelhafte Finanzierung der sozialen Sicherungssysteme, f&uuml;r den Niedergang der Binnennachfrage und f&uuml;r unsere heutigen Probleme im Euroraum. Mit dieser Debatte und den daraus folgenden Konsequenzen f&uuml;r die Lohnpolitik wurde der Grundstein gelegt f&uuml;r das Auseinanderlaufen der Lohnst&uuml;ckkosten in Europa. Uns wurde eingeredet, es w&auml;re toll,  wenn hierzulande niedrige L&ouml;hne gezahlt w&uuml;rden und wenn  die Lohnkosten gesenkt werden, das war allgemein akzeptierte Glaubenslehre. Eine lohn- und arbeitnehmerfeindliche Atmosph&auml;re, die wesentlich &uuml;ber Meinungsmache geschaffen wurde. <\/p><p>Der Begriff &bdquo;Lohnnebenkosten&ldquo; tr&auml;gt das falsche Verst&auml;ndnis schon in sich: Das sind ja keine Nebenkosten, sondern Entgelte f&uuml;r die solidarische Risikovorsorge &ndash; und dennoch wurde uns unentwegt erz&auml;hlt, die Lohnnebenkosten seien zu hoch und die Ursache f&uuml;r die hohe Arbeitslosigkeit. Diese Behauptung hatte eine zentrale Funktion und da bin ich wieder an einer fundamentalen Kritik meiner eigenen politischen Richtung: die Vorstellung, die Lohnnebenkosten seien schuld an der Arbeitslosigkeit, hat eine zentrale Rolle bei der Vorbereitung der Agenda 2010 gespielt. Im Dezember 2002 erschien das so genannte Kanzleramtspapier mit einer zentralen Botschaft, die ich w&ouml;rtlich zitieren muss, damit Inhalt und Niveau dieser entscheidenden Argumentation sichtbar wird: &bdquo;Wie sch&auml;dlich steigende Lohnnebenkosten sind, zeigt die Entwicklung seit der Wiedervereinigung. 1990 betrugen die Beitragss&auml;tze zur Sozialversicherung noch 35,5%, bis 1998 waren sie auf den historischen H&ouml;chstwert von 42% gestiegen, im gleichen Zeitraum ist die Arbeitslosigkeit von 2,6 Mio auf 4,28 Mio Arbeitslose im Jahresdurchschnitt gestiegen. Die Zahl der Erwerbst&auml;tigen ging von 38,5 Mio. auf 37,2 Mio. zur&uuml;ck.&ldquo; Deswegen ziele die &bdquo;Kernstrategie&ldquo; der Bundesregierung auf die Absenkung der Lohnnebenkosten, und deshalb die Modernisierung der Sozialsysteme. &ndash; Dieser Strategie lag also die zitierte primitive Korrelation zugrunde. Man geht her und schaut, wie die Sozialversicherungsbeitr&auml;ge gestiegen sind, und dann schaut man, wie die Arbeitslosigkeit gestiegen ist, und dann kennt man Ursache und Wirkung. Von dieser einf&auml;ltigen Analyse wurde das Fundament f&uuml;r die Agenda 2010 abgeleitet. <\/p><p>Das ist ein Beleg daf&uuml;r, dass  die SPD das Opfer der Propaganda gegen die Lohnnebenkosten geworden war.  Zu diesem Spiel geh&ouml;rte dann auch der erfolgreiche Versuch, den ohnehin geringen Einfluss der Gewerkschaften auf die Politik von Rot-Gr&uuml;n weiter einzud&auml;mmen, man k&ouml;nnte auch sagen, sie zu entmannen. Vielen Gewerkschaftern ist ein beachtenswerter Vorgang vom Sp&auml;therbst 2002 offensichtlich nicht aufgefallen: Am 18.11.2002 erschien ein Spiegel-Titel  mit Gerhard Schr&ouml;der mit schwenkender roter Fahne auf dem Titelbild. Im Blatt selbst stand dann zu lesen, wir lebten in einem &bdquo;Gewerkschaftsstaat&ldquo;, und die Gewerkschaften h&auml;tten Schr&ouml;der in der Hand. Diese dreiste Behauptung wurde mit einigen Punkten belegt. Diese waren zur H&auml;lfte zwar falsch, aber es reichte, um eine Kampagne zur gef&auml;hrlichen Entwickling hin zum &bdquo;Gewerkschaftsstaat&ldquo; los zu treten. Diese Sorge war beispielsweise auch Gegenstand eines Essays von Bernhard Schlink im &bdquo;Spiegel&ldquo;, eines Schriftsteller und Juristen, den ich wegen seiner B&uuml;cher &uuml;beraus sch&auml;tze, und au&szlig;erdem, weil er aus meiner Heimatstadt Heidelberg kommt. Das war Ende 2002. Die Gewerkschaftsstaat-Kampagne war in jeder Hinsicht fantastisch: wieder einmal ein Musterbeispiel daf&uuml;r, dass die M&auml;chtigen mit Meinungsmache alles machen k&ouml;nnen. Die schon ziemlich einflusslosen Gewerkschaften kann man zu einem gef&auml;hrlichen Machtfaktor hochstilisieren &ndash; mit dem einzigen Ziel, ihnen das bisschen Macht auch noch streitig zu machen. <\/p><p>Die Kernstrategie gegen die Sozialstaatlichkeit gr&uuml;ndet auf der Behauptung, dass es gro&szlig;e, g&auml;nzlich neue Herausforderungen gebe, die Welt sozusagen v&ouml;llig neu sei. Diese &bdquo;neuen Entwicklungen zwingen uns zur Verringerung sozialstaatlicher Leistungen und zur Erg&auml;nzung und Abl&ouml;sung solidarischer L&ouml;sungen der Vorsorge durch kommerzielle L&ouml;sungen.&ldquo; So die Behauptung. &Uuml;brigens eine, die unisono &uuml;ber die Parteigrenzen hinweg verk&uuml;ndet wurde. Schr&ouml;der und Merkel waren vereint im Blick auf &ndash; w&ouml;rtlich &ndash; &bdquo;radikal ver&auml;nderte &ouml;konomische Bedingungen in Deutschland, in Europa und in der Welt.&ldquo; Das war 2003\/2004. Was war da radikal &ouml;konomisch ver&auml;ndert? K&ouml;hler sprach von neuen Gr&uuml;nderjahren, Angela Merkel meinte: &bdquo;Ein Leben in unserer Zeit ist ein Leben in den zweiten Gr&uuml;nderjahren der Republik und die zweiten Gr&uuml;nderjahre sind nicht die ersten.&ldquo; Und G&ouml;ring-Eckardt vom B&uuml;ndnis 90 verk&uuml;ndete: &bdquo;Es geht darum, den Sozialstaat auf die radikal ver&auml;nderten Bedingungen einzustellen.&ldquo; <\/p><p>Das war die Begleitmusik zu den immer geforderten Reformen und zur Agenda 2010 und die Schalmeien dabei waren die Forderungen nach mehr Flexibilit&auml;t und mehr Mobilit&auml;t der Arbeitnehmer. Die Flexibilit&auml;t wurde durchgesetzt: Leiharbeit, ungesicherte Arbeitsverh&auml;ltnisse, Minijobs, Aufstocker. Mobilit&auml;t auch. Arbeitnehmer fahren von der Uckermark nach Oberbayern am Montag und am Freitag wieder zur&uuml;ck. Das gab&rsquo;s schon immer, k&ouml;nnte man sagen, fr&uuml;her fuhren sie aus dem Bayerischen Wald oder aus der Westpfalz in die Zentren, aber dass man dies heute und noch schlimmer verlangt, ist kein Beispiel von Sozialstaatlichkeit, kein Zeichen von guter Familienpolitik. <\/p><p>Das Meisterst&uuml;ck bei dieser Debatte um die angeblich v&ouml;llig neuen Herausforderungen ist der Hinweis auf den demographischen Wandel. Die demographische Entwicklung musste herhalten, um die Sozialversicherungssysteme, um die Krankenversicherung und die Altersvorsorge teilzuprivatisieren. Das lief in allen Medien, &bdquo;hervorragend&ldquo; im Spiegel: &bdquo;Der letzte Deutsche&ldquo; oder &bdquo;Raum ohne Volk&ldquo; lauteten da zwei der vielen Titel und Artikel. Oder in der BILD-Zeitung: &bdquo;Unsere Rente schrumpft, schrumpft, schrumpft &hellip;&ldquo; Die Botschaft  war dann noch kombiniert mit einer richtigen medialen Korruption. Die Allianz AG hat n&auml;mlich mit der BILD-Zeitung zusammengearbeitet; sie haben gemeinsam geworben und dazu die junge Generation gegen die Alten aufgehetzt. <\/p><p>Entlastende Faktoren wie etwa die M&ouml;glichkeit, eine aktive Besch&auml;ftigungspolitik zu betreiben und die Erwerbsquote zu erh&ouml;hen, um damit mehr Menschen in Arbeit zu bringen, oder die naheliegende M&ouml;glichkeit, die Arbeitsproduktivit&auml;t zu f&ouml;rdern und den Anteil sozialversicherungspflichtiger Arbeitsverh&auml;ltnisse anzuheben, wurden ausgeblendet. Allein die Erh&ouml;hung der Arbeitsproduktivit&auml;t h&auml;tte nach Berechnung des fr&uuml;heren Frankfurter Sozialpolitikers Richard Hauser gereicht, um alle Probleme der demographischen Ver&auml;nderung aufzufangen. Wenig mehr als eine einprozentige Steigerung der Arbeitsproduktivit&auml;t j&auml;hrlich w&auml;re n&ouml;tig, um sicher zu stellen, dass alle Gruppen &ndash; die Rentner, die Arbeitenden und die Jungen &ndash; trotz demographischem Wandel auch k&uuml;nftig keinesfalls weniger zur Verf&uuml;gung h&auml;tten. Wenn man noch die m&ouml;glichen anderen Verschiebungen wie die Erh&ouml;hung der Erwerbsquote dazunimmt, dann ist v&ouml;llig klar, dass die Abkehr von der gesetzlichen Rente, so wie sie betrieben worden ist, nicht n&ouml;tig war. Und sie ist schlecht und schlimm f&uuml;r die Entwicklung unserer Sozialsysteme. Wir wurden, statt die nahe liegenden L&ouml;sungen zu suchen und aufzugreifen, mit Propaganda zugesch&uuml;ttet. Bis heute geht das so. Es geht immer weiter. Die interessierte Versicherungs-, Banken- und Finanzdienstleisterlobby ist finanziell und publizistisch stark. Sie haben sehr viel Geld und lassen m&auml;chtige, dicke PR-Agenturen f&uuml;r sich arbeiten. Wie Carsten Maschmeyer sagt: sie sitzen auf einer &Ouml;lquelle. Gegen ihre &Uuml;bermacht muss man sich intelligent und konseqent wehren, wenn man &uuml;berhaupt eine Chance haben will. <\/p><p>Leider haben Gewerkschaften bei der Privatisierung der Altersvorsorge teilweise mitgemacht. Ein Beispiel: Hier in diesem Haus hat eine Konferenz stattgefunden, wo Bert R&uuml;rup die angeblichen Vorteile des Kapitaldeckungsverfahrens verk&uuml;nden konnte, was man nur mit sehr schr&auml;gen Behauptungen tun kann. Mir tat Winfried Schm&auml;hl leid, der ebenfalls als Referent geladen war und R&uuml;rups Thesen aushalten musste. R&uuml;rup und andere so genannte wissenschaftliche Verfechter des Kapitaldeckungsverfahrens behaupten, dieses Verfahren erlaube es, die eingesammelten Pr&auml;mien im Ausland anzulegen und dort mit h&ouml;herer Rendite arbeiten zu lassen. Das ist eine abenteuerliche Behauptung. Verlagern wir Kapital nach drau&szlig;en und lassen es in Bangladesh arbeiten oder in Spanien oder in Griechenland. Da arbeitet es dann produktiver und  unsere Renten sind gesichert. Grotesk! Ich erw&auml;hne diesen Vorgang nicht, um ver.di zu kritisieren, darum geht es mir nicht. Ich m&ouml;chte die Gewerkschaften stattdessen ermuntern, in Zukunft aufzupassen, Wir sollten jenen Leuten, die sich von Privatinteressen haben vereinnahmen lassen,  nicht auch noch ein Forum bieten. Wenn man den Kampf  um die Sozialstaatlichkeit bestehen will, dann muss man sich dessen bewusst sein, dass das nicht geht. Bei aller Liberalit&auml;t.<\/p><p>Jetzt noch zu einem Thema, das die konstruktive Seite betrifft: Man h&auml;tte den Kampf um die Sozialstaatlichkeit unseres Landes trotz der cleveren Strategien der Sozialstaatsgegner gewinnen k&ouml;nnen. Eine gro&szlig;e Mehrheit war n&auml;mlich &uuml;ber lange Zeit &ndash; und das ist ein sehr gutes Signal &ndash;  resistent gegen diese Anti-Sozialstaatspropaganda. Als die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft gegr&uuml;ndet worden ist, da haben die Initiatoren dieser Propagandaorganisation vorher eine Allensbach-Umfrage machen lassen. Sie waren dann v&ouml;llig ersch&uuml;ttert von den positiven Bekenntnissen der Leute zum Ladenschluss und zu sozialstaatlichen Regelungen und zur sozialen Sicherheit. Das war 1999. Auch bei anderen Umfragen in den 70ern und 80ern Jahren hatte man feststellen k&ouml;nnen, dass die Menschen ein sicheres Gef&uuml;hl daf&uuml;r haben, dass sie Solidarit&auml;t selbst brauchen und schon deshalb lieber in einer solidarisch organisierten Gesellschaft leben.<\/p><p>In jener Zeit habe ich ein paar geb&uuml;ndelte Aussagen mit gepr&auml;gt, die  sehr wirksam waren. Sie haben das Empfinden und die Bed&uuml;rfnisse einer gro&szlig;en Mehrheit wieder gespiegelt. Die Begriffe &bdquo;soziales Netz&ldquo; und &bdquo;soziale Sicherheit&ldquo; spielte eine gro&szlig;e Rolle. Willy Brandt f&uuml;hrte f&uuml;nf Wochen vor einer entscheidenden Wahl im Oktober 1972 den Begriff Mitleiden in der englischen Fassung &bdquo;Compassion&ldquo; in die politische Debatte ein und sprach damit bewusst nicht das Eigeninteresse der Menschen sondern ihre F&auml;higkeit zur &Ouml;ffnung f&uuml;r andere an. Den politischen Machtanspruchs des Gro&szlig;en Geldes haben wir damit abgewehrt, dass wir den Vorgang beim Namen nannten. Und  dann das &bdquo;Modell Deutschland&ldquo;. <\/p><p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/120917_model_deutschland.png\" alt=\"\"><\/p><p>Das Modell Deutschland war nicht nationalistisch aufgeladen; eine wichtige Komponente war ein starkes soziales Netz, das den sozialen Frieden sichert. Damals sind damit Wahlen gewonnen worden. Und dann dieser Spruch: &bdquo;Nur Reiche k&ouml;nnen sich einen armen Staat leisten&ldquo;. Das war die &Uuml;berschrift und Hauptbotschaft eines Flugblattes der SPD. Die damit angesprochenen Leute sind mitgegangen. Oder: &bdquo;Die soziale Sicherheit ist das Verm&ouml;gen der kleinen Leute&ldquo;. Das war eine Helmut Schmidt-Formel. <\/p><p>Ich erw&auml;hne diese Botschaften, die Formulierungen und Elemente einer Aufkl&auml;rungskampagne nicht aus Lust am Blick nach hinten sondern im Blick nach vorn. Alleine wenn man die beiden letzten Aussagen: &bdquo;Nur Reiche k&ouml;nnen sich einen armen Staat leisten&ldquo; und &bdquo;Soziale Sicherheit ist das Verm&ouml;gen der kleinen Leute&ldquo;, wenn man diese Botschaften kombinieren w&uuml;rde mit dem, was Jochen Vogel ausgef&uuml;hrt hat, dass hinter uns das Grundgesetz steht, dass wir die Freunde der Verfassung sind und dass die  Herrschenden radikal am Sozialstaat nagen, im Grunde Verfassungsfeinde sind, wenn man das kombinieren w&uuml;rde, dann w&uuml;rde man gewinnen. Es g&auml;be also ausreichend positive Perspektiven. Allerdings w&uuml;rde man die verbalen Aussagen, die Parolen durch praktische Politik st&uuml;tzen und erg&auml;nzen m&uuml;ssen. Ich sehe gute Chancen; allerdings setzt das voraus, dass man sich dieser St&auml;rken besinnt und dass man zu einer gemeinsamen offensiven Strategie kommt.<\/p><p><strong>Anhang:<\/strong><br>\nAngaben zum Buch<\/p><p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/120917_gegen_den_abbau_des_sozialstaats.png\" alt=\"\"><\/p><p>Frank Bsirske \/ Andrea Kocsis \/ Franz Treml (Hrsg.)<br>\n<strong>Gegen den schleichenden Abbau des Sozialstaats<\/strong><br>\nKonsequenzen &ndash; Alternativen &ndash; Perspektiven<\/p><p>176 Seiten | Hardcover | August 2012 | EUR 14.80<br>\nISBN 978-3-89965-519-3 <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das war das Thema eines Vortrags, den ich im vergangenen Jahr auf einer Tagung der Stiftung Deutsche Postgewerkschaft hielt. Der Text ist aktuell und jetzt in einem von Frank Bsirske, Andrea Kocsis und Franz Treml herausgegebenen Buch erschienen. Ich habe darin beschrieben, wie systematisch und langfristig angelegt am Niedergang der Sozialstaatlichkeit gearbeitet worden ist und<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14462\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[126,123,11,14],"tags":[300,312,411],"class_list":["post-14462","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-erosion-der-demokratie","category-kampagnentarnworteneusprech","category-strategien-der-meinungsmache","category-veroffentlichungen-der-herausgeber","tag-mueller-albrecht","tag-reformpolitik","tag-schroeder-gerhard"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/14462","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=14462"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/14462\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":25865,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/14462\/revisions\/25865"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=14462"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=14462"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=14462"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}