{"id":145069,"date":"2026-01-21T10:00:59","date_gmt":"2026-01-21T09:00:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=145069"},"modified":"2026-01-21T11:23:19","modified_gmt":"2026-01-21T10:23:19","slug":"gepflegt-ausgenutzt-schwester-yvonne-wischt-jetzt-den-boden-im-op","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=145069","title":{"rendered":"Gepflegt ausgenutzt! Schwester Yvonne wischt jetzt den Boden im OP"},"content":{"rendered":"<p>Seit 2020 wird Klinikpersonal aus dem sogenannten Pflegebudget abseits von Fallpauschalen und in voller H&ouml;he durch die Krankenkassen verg&uuml;tet. Die wollen das nicht l&auml;nger mitmachen und werfen den Krankenh&auml;usern Missbrauch zwecks Profitmaximierung vor. Beim Helios-Konzern erledigen Fachkr&auml;fte tats&auml;chlich ziemlich viel, wovon der Patient im Bett nichts sp&uuml;rt. Das alles beweist einmal mehr: Gewinnorientierung im Gesundheitssystem ist ein schlechtes Rezept. Von <strong>Ralf Wurzbacher<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_15\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-145069-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260121_Gepflegt_ausgenutzt_Schwester_Yvonne_wischt_jetzt_den_Boden_im_OP_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260121_Gepflegt_ausgenutzt_Schwester_Yvonne_wischt_jetzt_den_Boden_im_OP_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260121_Gepflegt_ausgenutzt_Schwester_Yvonne_wischt_jetzt_den_Boden_im_OP_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260121_Gepflegt_ausgenutzt_Schwester_Yvonne_wischt_jetzt_den_Boden_im_OP_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=145069-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260121_Gepflegt_ausgenutzt_Schwester_Yvonne_wischt_jetzt_den_Boden_im_OP_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"260121_Gepflegt_ausgenutzt_Schwester_Yvonne_wischt_jetzt_den_Boden_im_OP_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Fr&uuml;hjahr 2020, t&auml;glich abends um 21 Uhr: B&uuml;rger treten raus auf den Balkon und <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/panorama\/Abends-klatscht-Deutschland-Helfern-Beifall-article21655056.html\">klatschen Beifall<\/a>. F&uuml;r Pflegerinnen und Pfleger, f&uuml;r &Auml;rztinnen und &Auml;rzte &ndash; wegen ihres unerm&uuml;dlichen Einsatzes im Kampf gegen Corona. Applaus daf&uuml;r, dass sie all das auf sich nehmen trotz der widrigen Umst&auml;nde im deutschen Gesundheitswesen, die ihren Arbeitsalltag pr&auml;gen, nicht nur in Zeiten des akuten Gesundheitsnotstands, sondern auch sonst, und das schon seit vielen Jahren. Das kann nicht l&auml;nger angehen. Vor der Kamera, am Mikrofon brechen Politiker eine Lanze f&uuml;r einen gebeutelten Berufsstand, geloben Besserung. Die Leute verdienten mehr Wertsch&auml;tzung, g&uuml;nstigere Arbeitsbedingungen und mehr Geld. Davon w&uuml;rden am Ende auch die Patienten profitieren. Deshalb schreite man zur Tat. Gro&szlig;es Ehrenwort!<\/p><p>Wie ist die Lage sechs Jahre sp&auml;ter? Tats&auml;chlich ist die Zahl der Pflegekr&auml;fte gestiegen, &uuml;berdurchschnittlich. Das betrifft sowohl die Alten- und als auch die Krankenpflege, und dies, obwohl die Fallzahlen in den Kliniken seit der Pandemie zur&uuml;ckgegangen sind. Nach <a href=\"https:\/\/www.dkgev.de\/dkg\/presse\/details\/krankenhaeuser-haben-massiv-personal-aufgebaut\/\">Angaben der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG)<\/a> hat die Zahl der auf Station t&auml;tigen Pflegekr&auml;fte zwischen 2000 und 2023 von rund 414.000 auf &uuml;ber 528.000 zugelegt. Auch in puncto Bezahlung hat sich einiges getan. Geregelt Besch&auml;ftigte in Gesundheits- und Pflegeberufen brachten es laut Statistischem Bundesamt 2024 im Mittel <a href=\"https:\/\/www.destatis.de\/DE\/Presse\/Pressemitteilungen\/Zahl-der-Woche\/2025\/PD25_19_p002.html\">auf 4.048 Euro brutto<\/a> ohne Sonderzahlungen. Das waren &uuml;ber 1.200 Euro mehr als zehn Jahre davor. Alles bestens also? Auftrag erf&uuml;llt?<\/p><p><strong>Wegrationalisiert<\/strong><\/p><p>Dieser Tage erregt das Helios-Amper-Klinikum Dachau mediale Aufmerksamkeit. Dort beklagen Mitarbeiter den Kurs der Chefetage, Pflegerinnen und Pfleger zu T&auml;tigkeiten zu verdonnern, f&uuml;r die fr&uuml;her entsprechendes Hilfspersonal zust&auml;ndig war. Sie m&uuml;ssten zum Beispiel Essen servieren oder Patienten in den OP bef&ouml;rdern, schrieb in der Vorwoche die <a href=\"https:\/\/www.change.org\/p\/schluss-mit-dem-sparkurs-in-helios-kliniken\"><em>S&uuml;ddeutsche Zeitung (SZ)<\/em><\/a>. Schon davor hatte das Magazin <a href=\"https:\/\/www.ardmediathek.de\/video\/quer-mit-christoph-suess\/pflegebudget-skandal-warum-pfleger-ploetzlich-putzarbeiten-machen-muessen\/br\/Y3JpZDovL2JyLmRlL2Jyb2FkY2FzdC9GMjAyNFdPMDEyNDk1QTAvc2VjdGlvbi9iNGI2Yjc1Mi1jMDE2LTQ3MjQtYTY4Yy00NTY3YTNiMTVjNTc\">&bdquo;Quer&ldquo;<\/a> des <em>Bayerischen Rundfunks (BR)<\/em> aus Dachau berichtet. Pflegerinnen best&uuml;ckten dort Tabletts, kochten Kaffee, bef&uuml;llten Wasserkannen und machten Betten sauber. Vor ihnen erledigten das spezielle Service- und Reinigungskr&auml;fte, die das Management mittlerweile jedoch wegrationalisiert hat.<\/p><p>Betroffene haben eine <a href=\"https:\/\/www.change.org\/p\/schluss-mit-dem-sparkurs-in-helios-kliniken\">Petition auf Change.org<\/a> initiiert und in einem <a href=\"https:\/\/www.labournet.tv\/de\/aktuelles\/offener_brief_helios\">Offenen Brief<\/a> die Zust&auml;nde angeprangert. Demnach bekamen sie zu Jahresbeginn die Reinigung von Betten, Nachtk&auml;stchen und Schr&auml;nken &uuml;bertragen. Bereits 2023 seien das komplette Catering sowie der Patientenfahrdienst aufgel&ouml;st worden. Seither sei der Arbeitsalltag gekennzeichnet von &bdquo;gleichzeitig zu erledigenden Aufgaben, von denen die origin&auml;re v&ouml;llig in den Hintergrund ger&auml;t &ndash; die &Uuml;berwachung und Versorgung der akut erkrankten Menschen&ldquo;. Es w&uuml;rden deshalb vermehrt Situationen auftreten, die als &bdquo;gef&auml;hrliche Pflege&ldquo; einzuordnen seien.<\/p><p><strong>Au&szlig;er Kontrolle<\/strong><\/p><p>Das ist kein Einzelfall. An mindestens drei weiteren Helios-Standorten in Bayern wird genauso verfahren und die Vermutung liegt nahe, dass dies zumindest bei den kommerziellen Kliniken inzwischen g&auml;ngige Praxis ist. <a href=\"https:\/\/www.merkur.de\/bayern\/am-pflegebudget-pfleger-zum-putzen-verdammt-harte-kritik-94067861.html\">&bdquo;Wirtschaftlichkeit und Qualit&auml;t in der Medizin gehen Hand in Hand&ldquo;<\/a>, begegnete Helios den Vorw&uuml;rfen auf Nachfrage des <em>M&uuml;nchner Merkur<\/em>. Die Arbeit w&uuml;rde strukturell sinnvoll aufgeteilt, zum Wohle der Patienten. Zudem g&auml;be es keinen Katalog, der bestimmte T&auml;tigkeiten in der Pflege ausschlie&szlig;en w&uuml;rde. Darin liege tats&auml;chlich ein &bdquo;gravierendes Vers&auml;umnis des Gesetzgebers&ldquo;, bemerkte dazu Win Windisch, Gewerkschaftssekret&auml;r von ver.di M&uuml;nchen, gegen&uuml;ber den <em>NachDenkSeiten<\/em>. &bdquo;Die Politik hat nicht definiert, welche T&auml;tigkeiten Pflege am Bett eigentlich exakt umfasst&ldquo;. Ob es sich bei der Helios-Gangart um ein fl&auml;chendeckendes Ph&auml;nomen handelt, k&ouml;nne er nicht einsch&auml;tzen, &bdquo;aber solche Dinge passieren ohne Frage&ldquo;. Auf alle F&auml;lle m&uuml;ssten die Krankenkassen &bdquo;st&auml;rker kontrollieren, ob aus dem Budget am Ende auch wirklich die Pflege am Bett finanziert wird&ldquo;.<\/p><p>Budget? Seit 2020 existiert das sogenannte Pflegebudget auf Grundlage des Pflegepersonalst&auml;rkungsgesetzes (PpSG). Mit ihm wurden die Pflegeausgaben f&uuml;r station&auml;r eingesetztes Personal aus dem System der Fallpauschalen (Diagnosis-Related Groups &ndash; DRG) herausgel&ouml;st, um es in tats&auml;chlicher H&ouml;he komplett durch die Kassen nach dem Prinzip der Selbstkostendeckung zu verg&uuml;ten. Das erkl&auml;rte Ziel war es, mehr Personal zu gewinnen, bessere Arbeitsbedingungen zu schaffen und die Pflege qualitativ aufzuwerten. Die Reform war ohne Frage gut gemeint, aber, wie so oft, schlecht durchdacht und schlecht gemacht. Denn sie l&auml;dt zum Missbrauch ein beziehungsweise zum &bdquo;Betrug&ldquo;, wie die Vorsitzende des Dachverbands der Betriebskrankenkassen (BKK), Anne-Kathrin Klemm, meint. Fachkr&auml;fte w&uuml;rden Flure wischen und Controller &bdquo;nur der Form halber zu Pflegeassistenten weitergebildet&ldquo;, befand sie in einem <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/mehr-wirtschaft\/bkk-chefin-anne-kathrin-klemm-welche-vorteile-haben-betriebskassen-accg-110816782.html\">Interview<\/a> in der <em>Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ)<\/em> vom 10. Januar. Damit hat sie ein Fass aufgemacht und w&uuml;tende Reaktionen bei Klinikvertretern provoziert. DKG-Chef Gerald Ga&szlig; sch&auml;umte ob einer &bdquo;Unversch&auml;mtheit&ldquo; und verlangte prompt die Aufl&ouml;sung des BKK-Bundesverbands. Und nat&uuml;rlich entbehrten die Vorw&uuml;rfe &bdquo;jeder Grundlage&ldquo;, konterte er vor acht Tagen in der <em>FAZ <\/em>(hinter Bezahlschranke).<\/p><p><strong>Von einem ins n&auml;chste Extrem<\/strong><\/p><p>Das l&auml;sst sich bezweifeln. Bis 2020 hatten die Krankenh&auml;user diverse Service- und Reinigungsdienste auf eigene Rechnung finanziert. Jetzt werden die Arbeiten eins zu eins &uuml;ber das Pflegebudget abgerechnet, finanziert durch die gesetzliche Krankenversicherung (GKV). Man habe Randbereiche wegrationalisiert und Pflegekr&auml;ften fachfremde T&auml;tigkeiten aufgebrummt, um den Profit zu steigern. So lautet Klemms Vorwurf, dem sich auch der AOK-Bundesverband und der Verband der Ersatzkrankenkassen (VDEK) angeschlossen haben. Das System f&uuml;hre zu &bdquo;Fehlanreizen, n&auml;mlich m&ouml;glichst viele Pflegekr&auml;fte auch &uuml;ber Bedarf einzustellen und ihnen auch andere Aufgaben zuzuteilen&ldquo;, sagte deren Verbandsvorsitzende Ulrike Elsner der <em>FAZ<\/em> vom vergangenen Dienstag. Die Zahlen geben ihr recht: Zwischen 2020 und 2024 wuchs das Budgetvolumen von 14,7 auf &uuml;ber 22,2 Milliarden Euro. Die Kosten liefen aus dem Ruder, klagen die Kassen und f&uuml;hren die enormen Ausgabensteigerungen im Gesundheitssystem zu einem Gutteil auf das Pflegebudget zur&uuml;ck.<\/p><p>Das ist freilich ein zu pauschales Urteil. Dass die Mehrausgaben allein zwecks Renditesteigerung missbraucht wurden, greift zu kurz. Wie beschrieben, haben sich die L&ouml;hne erh&ouml;ht, was fraglos eine gute Entwicklung ist, gerade mit Blick auf die Zukunft. Das Statistische Bundesamt rechnet mit <a href=\"https:\/\/www.destatis.de\/DE\/Presse\/Pressemitteilungen\/2023\/03\/PD23_124_12.html\">1,8 Millionen mehr Pflegebed&uuml;rftigen bis 2055<\/a>. Der Schl&uuml;ssel f&uuml;r mehr Personal sind attraktive Arbeits- und Lohnbedingungen. Mit der Abschaffung des Budgets oder, wie VDEK-Chefin Elsner es verlangt, einer R&uuml;ck&uuml;bertragung ins Fallpauschalsystem w&auml;re weder den Besch&auml;ftigten noch den Patienten gedient. Im Zeichen des DRG-Regimes haben die Kliniken exzessiv beim Personal gek&uuml;rzt, w&auml;hrend die Fallpauschalen hohe Ertr&auml;ge in den lukrativen Bereichen, speziell mit OPs und der Ger&auml;temedizin, beg&uuml;nstigen. Dann schwenkte es mit dem Pflegebudget ins andere Extrem um. Pl&ouml;tzlich war mehr und viel Personal gefragt, weil die Abrechnung &uuml;ber die Kassen in voller H&ouml;he garantiert ist und sich M&ouml;glichkeiten auftaten, sich mit &bdquo;kreativem&ldquo; Gesch&auml;ftsgebaren bestehender Kostenfaktoren zu entledigen. Worauf sich offenbar vor allem die privaten Anbieter verstehen. Sie schreiben trotz Krise zu &uuml;ber 80 Prozent schwarze Zahlen, w&auml;hrend die staatlichen und gemeinn&uuml;tzigen Tr&auml;ger in gro&szlig;er Mehrheit Verluste auft&uuml;rmen und viele von Schlie&szlig;ung bedroht sind.<\/p><p><strong>Verteilungskampf<\/strong><\/p><p>In Sachen Pflege am Bett zeigt der Daumen dagegen &uuml;berall nach unten. Um eine fachgerechte station&auml;re Versorgung der Patienten steht es auch mit dem Pflegebudget so schlecht wie ehedem, als das Personal noch &uuml;ber Fallpauschalen abgerechnet wurde. Das Kardinalproblem ist und bleibt, dass Kliniken, private wie &ouml;ffentliche, dem Prinzip der Gewinnerzielung unterliegen und in Konkurrenz zueinander stehen im gro&szlig;en Verteilungskampf um die Beitr&auml;ge der Versicherten. Hierbei beanspruchen alle Akteure, also &Auml;rzte, Krankenh&auml;user, Apotheker und Pharmaunternehmen, jeder f&uuml;r sich ein gr&ouml;&szlig;eres St&uuml;ck vom Kuchen. Die Kassen selbst verstehen sich als H&uuml;ter des Beitragstopfes, was ihre R&uuml;cksichtnahme auf Patienten und Besch&auml;ftigte begrenzt. Deshalb verbietet sich auch eine vorschnelle Parteinahme beim Thema zugunsten der GKV-Verb&auml;nde. Die sehen steigende L&ouml;hne und mehr Personal einfach nicht gerne. Und bei Deckelung oder Abwicklung des Pflegebudgets k&ouml;nnte eine an sich erfreuliche Entwicklung wieder zunichtegemacht werden. Insofern hat auch die Vorhaltung von DKG-Frontmann Ga&szlig; Richtung BKK-Verbandschefin Klemm ihre Berechtigung. Der n&auml;mlich gehe es darum, &bdquo;notwendige und l&auml;ngst &uuml;berf&auml;llige Gehaltssteigerungen f&uuml;r Pflegekr&auml;fte nicht l&auml;nger finanzieren zu wollen&ldquo;.<\/p><p>Die kostendeckende Bezahlung der Pflege am Bett sei &bdquo;eine der sinnvollsten Ma&szlig;nahmen zur Bek&auml;mpfung des Pflegekr&auml;ftemangels in den letzten Jahren &uuml;berhaupt&ldquo;, findet Laura Valentukeviciute vom &bdquo;B&uuml;ndnis Klinikrettung&ldquo;. Diese Ma&szlig;nahme m&uuml;sse endlich auf alle Mitarbeiter im Krankenhaus ausgeweitet werden, sagte sie den <em>NachDenkSeiten<\/em>. Anreize f&uuml;r die Tr&auml;ger, Pflegekr&auml;fte durch Putzaufgaben zu &uuml;berlasten, entst&uuml;nden allein durch die bisher unvollst&auml;ndige Umsetzung. Das macht Sinn: Wenn alle nach einheitlichem Muster verg&uuml;tet werden, f&auml;llt es schwerer, die eine gegen die andere Berufsgruppe auszuspielen. F&uuml;r Valentukeviciute ist die Klinikbelegschaft ein Team: &bdquo;Keine gute Heilung ohne gute &auml;rztliche Versorgung, Pflege, Hygiene, Reinigung, Verpflegung und vieles mehr. Gleichbehandlung ist deshalb ein Muss.&ldquo;<\/p><p><strong>Warken wittert K&uuml;rzungspotenzial<\/strong><\/p><p>Falsche Anreize seien auch an anderen Stellen abzustellen, befand auch Carl Wa&szlig;muth vom Verein &bdquo;Gemeingut in B&uuml;rgerinnenhand&ldquo; (GiB). Zum Beispiel belohne das System lukrative, aber medizinisch nicht notwendige Behandlungen, w&auml;hrend im Bereich kostspieliger Behandlungsf&auml;lle Unterversorgung bestehe, erl&auml;uterte er gegen&uuml;ber dem <em>NachDenkSeiten<\/em>. &bdquo;Beides verursacht faktisch K&ouml;rperverletzungen und beeintr&auml;chtigt die Lebensqualit&auml;t.&ldquo; N&ouml;tig sei deshalb eine umfassende Bedarfsplanung und -kontrolle und die volle Kostendeckung f&uuml;r alle Besch&auml;ftigten. &bdquo;Das w&auml;re eine viel bessere L&ouml;sung als die teure und sch&auml;dliche Krankenhausreform der Bundesregierung.&ldquo; Und mit der hat sich DKG-Chef Ga&szlig; am vergangenen Donnerstag grunds&auml;tzlich einverstanden erkl&auml;rt. Die Kliniken seien bereit, die Strukturen neu zu ordnen und <a href=\"https:\/\/www.dkgev.de\/dkg\/presse\/details\/2026-ist-ein-schicksalsjahr-fuer-das-gesundheitswesen-dkg-fordert-kurswechsel-in-der-gesundheitspolitik\/\">&bdquo;in den kommenden zehn Jahren auf mehrere hundert Standorte zu verzichten&ldquo;<\/a>. Wo bleibt an dieser Stelle das Wohl von Patienten und Besch&auml;ftigten, das er im Streit ums Pflegebudget doch so hochh&auml;lt?<\/p><p>Inzwischen hat sich auch Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) in die Diskussion eingeschaltet. Den Hinweisen auf Missbrauch m&uuml;sse man nachgehen und sich <a href=\"https:\/\/www.aerzteblatt.de\/news\/warken-will-moglichen-missbrauch-des-pflegebudgets-aufklaren-9fac2fd4-85f1-4904-b72b-94d3d5f0af7a\">&bdquo;insgesamt die Frage stellen, ob das Pflegebudget in seiner jetzigen Form noch finanzierbar&ldquo;<\/a> sei, erkl&auml;rte sie Ende der Vorwoche. Das allerdings verhei&szlig;t nichts Gutes und klingt nach der &uuml;blichen Marschroute: Kosten dr&uuml;cken, noch mehr bei der Versorgungsqualit&auml;t sparen und das Ganze als Segen f&uuml;r die Beitragszahler verkaufen. Raus auf den Balkon und alle aus Leibeskr&auml;ften: Buhh!<\/p><p><small>Titelbild: Yta23\/shutterstock.com<\/small><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg05.met.vgwort.de\/na\/9c43bb106b034b52a7d83dc66fb7da65\" alt=\"\" title=\"\" height=\"1\" widht=\"1\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit 2020 wird Klinikpersonal aus dem sogenannten Pflegebudget abseits von Fallpauschalen und in voller H&ouml;he durch die Krankenkassen verg&uuml;tet. Die wollen das nicht l&auml;nger mitmachen und werfen den Krankenh&auml;usern Missbrauch zwecks Profitmaximierung vor. Beim Helios-Konzern erledigen Fachkr&auml;fte tats&auml;chlich ziemlich viel, wovon der Patient im Bett nichts sp&uuml;rt. 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