{"id":145246,"date":"2026-01-23T15:00:13","date_gmt":"2026-01-23T14:00:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=145246"},"modified":"2026-02-01T08:12:03","modified_gmt":"2026-02-01T07:12:03","slug":"merz-spezial-dragees-gegen-gesunden-menschenverstand-und-fuer-garantiert-miese-stimmung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=145246","title":{"rendered":"Merz Spezial Dragees: gegen gesunden Menschenverstand und f\u00fcr garantiert miese Stimmung"},"content":{"rendered":"<p>Der Bundeskanzler findet, dass die Deutschen zu viel krankfeiern. Deshalb m&uuml;sse die telefonische Bescheinigung durch den Arzt auf den Pr&uuml;fstand. Der Vorsto&szlig; entbehrt wie schon die Debatte ums B&uuml;rgergeld jedweder Evidenz. Ganz egal! Gesund ist, was die Wirtschaft heil macht. Und wozu das Bett h&uuml;ten, wenn es Schmerztabletten gibt, Risiken und Nebenwirkungen inklusive. Man g&ouml;nnt sich ja sonst nichts, meint <strong>Ralf Wurzbacher<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_8150\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-145246-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260123_Merz_Spezial_Dragees_gegen_gesunden_Menschenverstand_und_fuer_garantiert_miese_Stimmung_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260123_Merz_Spezial_Dragees_gegen_gesunden_Menschenverstand_und_fuer_garantiert_miese_Stimmung_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260123_Merz_Spezial_Dragees_gegen_gesunden_Menschenverstand_und_fuer_garantiert_miese_Stimmung_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260123_Merz_Spezial_Dragees_gegen_gesunden_Menschenverstand_und_fuer_garantiert_miese_Stimmung_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=145246-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260123_Merz_Spezial_Dragees_gegen_gesunden_Menschenverstand_und_fuer_garantiert_miese_Stimmung_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"260123_Merz_Spezial_Dragees_gegen_gesunden_Menschenverstand_und_fuer_garantiert_miese_Stimmung_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Dieser Mann versteht es, zu motivieren. Leistungsscheu, faul, kr&auml;nklich, alles Blaumacher! Der Bundeskanzler pflegt ziemlich exklusive Vorstellungen von den arbeitenden Menschen im Land. St&uuml;nde er einem Unternehmen vor, d&uuml;rfte das mit reichlich Dampf Richtung Pleite steuern &ndash; wegen einer Belegschaft in Daueraufruhr beziehungsweise chronischer Depression. Aber Friedrich Merz (CDU) ist nicht Boss von Mercedes, sondern Chef von Deutschland, und da braucht es offenbar eine andere Art von Menschenf&uuml;hrung. Streng nach der Devise: Immer sch&ouml;n drauf auf die Untertanen!<\/p><p>Vor einer Woche hat Merz ein neues Fass aufgemacht. Bei einem Wahlkampfauftritt in Bad Rappenau bei Heilbronn nahm er sich den vermeintlich hohen Krankenstand in der Bev&ouml;lkerung vor, der sich vermeintlich damit begr&uuml;ndet, dass man sich als B&uuml;rger seit gut vier Jahren auch telefonisch krankschreiben lassen kann. &bdquo;Ist das wirklich richtig? Ist das wirklich notwendig?&ldquo;, fragte sich der Kanzler am Mikrofon, also rein rhetorisch. Was er sich nicht fragte, war: Stimmt das auch wirklich, was ich da sage?<\/p><p><strong>Postfaktische Zeiten<\/strong><\/p><p>Am Mittwoch schaltete sich der Haus&auml;rztinnen- und Haus&auml;rzteverband in die Diskussion ein. Alle bisherigen Auswertungen der Krankenkassen best&auml;tigten, dass die Regelung in der Praxis &bdquo;nicht zu einem h&ouml;heren Missbrauch bei Krankschreibungen f&uuml;hrt&ldquo;, erkl&auml;rte der Bundesvorsitzende Markus Beier. Im Falle ihrer Abschaffung m&uuml;ssten sich <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/hausaerzte-telefonische-krankschreibung-100.html\">&bdquo;in Zukunft wieder unz&auml;hlige Patientinnen und Patienten ohne Not in die Praxen schleppen&ldquo;<\/a>. Ist es das, was der Kanzler will? Bazillenschleudern in deutschen Wartezimmern, die ihre Viren unters Volk bringen und der ohnehin siechenden Wirtschaft mit Infektionswellen von vielleicht pandemischen Ausma&szlig;en den letzten Rest geben?<\/p><p>Wir leben in postfaktischen Zeiten, in denen Wahrheit und Reales einen schweren Stand haben. Mit was nicht allem hat die Bundesregierung die geplante Reform des B&uuml;rgergelds, also dessen Degradierung zur &bdquo;neuen Grundsicherung&ldquo; und die Reaktivierung des Hartz-IV-Sanktionsregimes aufgegleist: mit einem Heer an Sozialschmarotzern, mit ausufernden Kosten und einem Sparpotenzial von zig Milliarden Euro. Alles Quatsch. Die Zahl der sogenannten Totalverweigerer lag nach offizieller Statistik 2024 bei <a href=\"https:\/\/iab-forum.de\/100-prozent-sanktionen-gegen-erwerbsfaehige-leistungsberechtigte-die-nachhaltig-arbeit-verweigern-werden-nur-sehr-selten-verhaengt\/\">&bdquo;weniger als 20.000&ldquo;<\/a>, der Kreis der Komplettsanktionierten im &bdquo;niedrigen zweistelligen Bereich&ldquo;, also unter der Marke von 50, und statt f&uuml;nf, zehn, 15 oder 30 Milliarden Euro rechnet das Arbeitsministerium mit Minderausgaben von <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=144844\">j&auml;hrlich 400 Millionen Euro<\/a>.<\/p><p>Aber die Masche zieht. Die Koalition gab vor, Missbrauch zu begegnen, um am Ende doch alle Leistungsempf&auml;nger zu treffen, durch noch einmal mehr Druck, auch noch den allerletzten Job anzunehmen, durch weniger Rechte, weniger Schonverm&ouml;gen, weniger W&uuml;rde. So schleift man mit Legendenbildung den Sozialstaat bis zur Unkenntlichkeit und forciert damit die Spaltung der Gesellschaft.<\/p><p><strong>Gute und schlechte B&uuml;rokratie<\/strong><\/p><p>Dasselbe Muster jetzt beim Thema Krankenstand. Es geht nicht darum, schwarze Schafe abzustrafen. Der Vorsto&szlig; ist Teil einer Strategie der psychologischen Kriegsf&uuml;hrung in endlosen Krisenzeiten. Man packt die Menschen bei ihren &Auml;ngsten und Unsicherheiten, bringt sie gegeneinander auf und lenkt so von den Verantwortlichkeiten der Politik f&uuml;r den &ouml;konomischen Niedergang ab. Damit ja niemand auf die Idee kommt, die Misere h&auml;nge etwa mit der desastr&ouml;sen Energiepolitik zusammen oder mit &bdquo;Kriegsert&uuml;chtigung&ldquo; oder der obsz&ouml;nen Ungleichverteilung von Wohlstand. Nein: Letztlich sind die B&uuml;rger selbst schuld an ihrer und der Lage des Landes. Das jedenfalls wollen ihnen Merz und Co. weismachen.<\/p><p>Was gestern noch Sinn ergeben hat, z&auml;hlt dann pl&ouml;tzlich nicht mehr. Die telefonische Feststellung der Arbeitsunf&auml;higkeit (AU) wurde mit dem Ziel eingef&uuml;hrt, die Praxen zu entlasten und die Infektionsrisiken zu reduzieren. Ausgangspunkt war damit eine andere, politisch mindestens mitverschuldete Baustelle, n&auml;mlich der grassierende Haus&auml;rztemangel, insbesondere in l&auml;ndlichen Regionen. Das Instrument war also auch nur eine Notl&ouml;sung, wenngleich keine so schlechte wie &uuml;blich. Und sie lie&szlig; sich trefflich als B&uuml;rokratieabbau verkaufen, eigentlich ein Kampfbegriff f&uuml;r alle Arten von Deregulierung und Entstaatlichung und die Lieblingsvokal der Koalition.<\/p><p><strong>Angriff auf Lohnfortzahlung<\/strong><\/p><p>Solange Deutschlands Unternehmer profitieren, ist &bdquo;weniger B&uuml;rokratie&ldquo; der gro&szlig;e Heilsbringer. Wo es dagegen um echte Mehrwerte der einfachen B&uuml;rger geht, wird sie schnell zur Belastung. Wohl nicht zuf&auml;llig machte am Montagabend, zwei Tage nach der Kanzlereinlassung, der Pr&auml;sident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverb&auml;nde (BDA), Rainer Dulger, auf Merz-Verst&auml;rker. Nicht nur forderte er die Abschaffung der Krankschreibung per Telefonat, sondern gleich dazu noch radikale <a href=\"https:\/\/www.merkur.de\/wirtschaft\/krankschreibung-und-lohnfortzahlung-merz-regierung-in-der-kritik-zr-94130489.html\">Einschnitte bei der Lohnfortzahlung f&uuml;r Erkrankte<\/a>. Der Anspruch solle demnach &uuml;bers gesamte Jahr hinweg nur mehr f&uuml;r sechs Wochen bestehen, nicht wie bisher f&uuml;r sechs Wochen pro Krankheit. Auch das Thema k&ouml;nnte schon bald auf die politische Agenda r&uuml;cken.<\/p><p>Immerhin erntet der Kanzler Widerspruch. &bdquo;Die Debatte zeigt, was er und seine Regierung am liebsten tun: Mit Kanonen auf Spatzen schie&szlig;en&ldquo;, &auml;u&szlig;erte sich Julia-Christina Stange von der Fraktion Die Linke im Bundestag in einem Pressestatement. Wie beim B&uuml;rgergeld w&uuml;rden Einzelf&auml;lle &bdquo;wider besseres Wissen zum Generalverdacht aufgebauscht&ldquo;. Zum Kenntnisstand geh&ouml;rt, dass sich die krankheitsbedingten Fehlzeiten in Deutschland seit Jahren auf stabilem Niveau bewegen und in der internationalen Perspektive nicht aus dem Ruder laufen. Eine vor einem Jahr vorgelegte Studie des Berliner IGES-Instituts im Auftrag der Krankenkasse DAK verortet die BRD beim w&ouml;chentlichen Arbeitszeitverlust mit 6,8 Prozent im <a href=\"https:\/\/www.iges.com\/kunden\/gesundheit\/forschungsergebnisse\/2025\/oecd-daten-zum-krankenstand\/index_ger.html\">&bdquo;oberen Mittelfeld&ldquo;<\/a> unter den Staaten Europas. &bdquo;Spitzenreiter&ldquo; Norwegen kommt auf deutlich h&ouml;here 10,7 Prozent.<\/p><p><strong>Widerspruch von Lauterbach<\/strong><\/p><p>Allerdings sind derlei Vergleiche wegen unterschiedlicher Messmethoden wenig aussagekr&auml;ftig. So kam es in Deutschland nach 2021 zu einem heftigen Ausschlag nach oben, von laut Statistischem Bundesamt 11,2 Krankheitstagen pro Kopf auf 14,8. Das lag ganz augenscheinlich an der damals gestarteten und bis 2023 abgeschlossenen Umstellung auf das elektronische Meldeverfahren (eAU). Davor mussten Krankmeldungen nicht zwingend an die Krankenkassen weitergegeben werden. Jetzt geschieht dies automatisch, womit Deutschland eines der wenigen L&auml;nder mit 100-Prozent-Erfassung ist.<\/p><p>Man k&ouml;nne unseren Nachbarn nur raten, &bdquo;das nicht zu machen, weil dann gegengehalten wird, man h&auml;tte die h&ouml;chsten Krankenst&auml;nde&ldquo;, bemerkte am Dienstag Anja Piel, Bundesvorstandsmitglied beim Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB). Der Kanzler glaube offenbar an eine Bev&ouml;lkerung aus Faulenzern, befand sie in einer schriftlichen Stellungnahme, die den <em>NachDenkSeiten<\/em> vorliegt. Menschen krank zur Arbeit zu zwingen, erzeuge kein Wachstum, im Gegenteil, so Piel. &bdquo;Pr&auml;sentismus &ndash; also krank arbeiten zu gehen &ndash; verursacht durch die Verbreitung ansteckender Krankheiten h&ouml;here Kosten als zu Hause gesund zu werden.&ldquo;<\/p><p>Selbst Karl Lauterbach (SPD) erhebt Einspruch. Er hatte die zu Corona-Zeiten &uuml;bergangsweise erfolgte Bestimmung Ende 2023 als Bundesgesundheitsminister auf Dauer gestellt. Wolle man weniger Krankheitstage, <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/gangelei-der-kranken-lauterbach-und-brantner-uben-harte-kritik-an-merz-krankenstand-aussagen-15148650.html\">&bdquo;m&uuml;ssen wir endlich besser in der Vorbeugemedizin werden&ldquo;<\/a>, sagte er dem <em>Tagesspiegel<\/em>. &bdquo;Das gelingt uns durch Fr&uuml;herkennung, etwa von Bluthochdruck, durch eine Erh&ouml;hung der Tabaksteuer und andere pr&auml;ventive Ma&szlig;nahmen &ndash; und nicht durch G&auml;ngelei der Kranken.&ldquo;<\/p><p><strong>Warken pr&uuml;ft, SPD macht mit<\/strong><\/p><p>Kontra gab es auch durch die Vorsitzende des Berliner und Brandenburger Haus&auml;rzteverbands, Sandra Blumenthal. &bdquo;Ich finde es anma&szlig;end von Friedrich Merz, zu behaupten, ich w&uuml;rde meine Patienten leichtfertig krankschreiben.&ldquo; Der <em>Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) <\/em>zitierte den <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/deutschland\/politik\/krankenstand-merz-pranger-telefonische-krankschreibung-100.html\">Gesundheits&ouml;konomen Heinz Rothgang<\/a> von der Universit&auml;t Bremen: &bdquo;Mit dieser &Auml;u&szlig;erung werden Menschen, die krank sind, sehr stark an den Pranger gestellt. Die &Auml;rzteschaft wird auch mit Misstrauen &uuml;berzogen, ich halte das insgesamt nicht f&uuml;r eine gute Idee.&ldquo;<\/p><p>Merz&rsquo; Parteifreundin und Gesundheitsministerin Nina Warken offenbar schon. Union und SPD h&auml;tten sich im Koalitionsvertrag darauf verst&auml;ndigt, Missbrauch beim Umgang mit telefonischen Krankschreibungen auszuschlie&szlig;en, verk&uuml;ndete sie am Dienstag via <em>Tagesspiegel<\/em>. <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/umstrittene-telefonische-krankschreibung-gesundheitsministerin-warken-kundigt-uberprufung-an-15155954.html\">&bdquo;Genau das werden wir angehen und die aktuellen Regelungen auf den Pr&uuml;fstand stellen.&ldquo;<\/a> Womit einmal mehr deutlich wird, dass die SPD im Regierungsboot so ziemlich jede Zumutung mittr&auml;gt.<\/p><p>Dabei lieferte eine gleichentags durch die DAK Gesundheit vorgelegte Analyse der Daten von &uuml;ber zwei Millionen DAK-Mitgliedern gewichtige Gegenargumente. Die Auswertung ergab 19,5 Fehltage pro Kopf und einen mit 5,4 Prozent stabilen Krankenstand. Anders als das Statistische Bundesamt z&auml;hlen die Kassen Kalendertage inklusive Wochenenden und Feiertagen. Die AOK hatte in ihrem vor drei Monaten ver&ouml;ffentlichten <a href=\"https:\/\/www.aok.de\/fk\/betriebliche-gesundheit\/grundlagen\/fehlzeiten\/ueberblick-fehlzeiten-report\/\">&bdquo;Fehlzeiten-Report 2025&ldquo;<\/a> sogar 23,9 Krankheitstage ermittelt. Die Diskrepanz d&uuml;rfte sich dadurch erkl&auml;ren, dass bei der AOK &uuml;berdurchschnittlich viele sozial benachteiligte Menschen und Geringverdiener versichert sind. Materielle Armut ist ein wesentlicher Risikofaktor f&uuml;r Krankheit und fr&uuml;hes Versterben.<\/p><p><strong>Arbeitszeitgesetz im Visier<\/strong><\/p><p>Gleichwohl weisen die DAK- und AOK-Befunde auf im Zeitverlauf durchaus bemerkenswerte Ver&auml;nderungen hin. Speziell Atemwegsinfekte stehen seit mehreren Jahren und mit steigender Tendenz ganz oben auf der Liste der Krankmacher. Das deckt sich mit Erkenntnissen der Wissenschaft. So verzeichnete eine Ende 2024 vom Zentralinstitut f&uuml;r die kassen&auml;rztliche Versorgung (Zi) vorgelegte Studie eine deutlich gestiegene Inanspruchnahme von &Auml;rzten <a href=\"https:\/\/www.zi.de\/detailansicht\/2020-und-2021-deutlich-weniger-diagnostizierte-atemwegserkrankungen-mit-abklingen-der-pandemie-seit-2022-stark-steigende-aerztliche-inanspruchnahme-2019-2023-sprung-um-fast-20-prozent-bei-grundschulkindern-und-erwachsenen-bis-65-jahren\">&bdquo;aufgrund akuter Atemwegsinfektionen, insbesondere bei Kindern im Grundschulalter und Erwachsenen bis 65 Jahre, mit einer Zunahme von fast 20 Prozent von 2019 auf 2023&ldquo;<\/a>. &Uuml;ber die Gr&uuml;nde l&auml;sst sich spekulieren: Denkbar sind Sp&auml;tfolgen der Lockdownpolitik w&auml;hrend der Corona-Krise, unerw&uuml;nschte Nebenwirkungen der Impfkampagne oder einfach nur eine von der Pandemie zur&uuml;ckgebliebene st&auml;rkere Sensibilisierung der Bev&ouml;lkerung.<\/p><p>F&uuml;r besorgniserregend h&auml;lt die DAK vor allem die anhaltende Zunahme bei den psychischen Beschwerden mit einer Erkrankungsdauer von im Mittel 28,5 Tagen. Auch das k&ouml;nnte eine Hinterlassenschaft von &uuml;ber zwei Jahren Corona-Notstand sein. Womit man wieder bei der Schuldfrage w&auml;re. Denn krank machen kann zweifellos auch eine falsche Politik. Die gibt es in Deutschland seit Langem in &Uuml;berdosis und seit bald neun Monaten als Merz Spezial Dragees: gegen gesunden Menschenverstand und f&uuml;r garantiert miese Stimmung.<\/p><p>Apropos: Am 14. Januar auf dem Neujahrsempfang der regionalen Wirtschaft in Halle (Saale) stellte sich der Kanzler selbst die Frage, welche Regelung er gerne streichen w&uuml;rde. Antwort: <a href=\"https:\/\/www.lto.de\/recht\/nachrichten\/n\/zu-viele-krankheitstage-telefonische-au-arbeitszeitgesetz-merz-kritik\">&bdquo;wahrscheinlich das Arbeitszeitgesetz&ldquo;<\/a>. Am Ende m&uuml;sse stehen, dass alle zusammen &bdquo;eine h&ouml;here volkswirtschaftliche Leistung&ldquo; erbr&auml;chten. Onkel Doktor, bitte kommen!<\/p><p><small>Titelbild: ChatGPT, erstellt mit k&uuml;nstlicher Intelligenz<\/small><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg05.met.vgwort.de\/na\/4863fe7efa4e437098ec65d32665d1c8\" alt=\"\" title=\"\"><\/p><div class=\"moreLikeThis\">\n<strong>Mehr zum Beitrag:<\/strong>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=145571\">Leserbriefe zu &bdquo;Merz Spezial Dragees: gegen gesunden Menschenverstand und f&uuml;r garantiert miese Stimmung&ldquo;<\/a>\n<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Bundeskanzler findet, dass die Deutschen zu viel krankfeiern. Deshalb m&uuml;sse die telefonische Bescheinigung durch den Arzt auf den Pr&uuml;fstand. Der Vorsto&szlig; entbehrt wie schon die Debatte ums B&uuml;rgergeld jedweder Evidenz. Ganz egal! Gesund ist, was die Wirtschaft heil macht. Und wozu das Bett h&uuml;ten, wenn es Schmerztabletten gibt, Risiken und Nebenwirkungen inklusive. Man g&ouml;nnt<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=145246\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":145248,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,149,123],"tags":[284,2005,1379,929,783,827],"class_list":["post-145246","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-audio-podcast","category-gesundheitspolitik","category-kampagnentarnworteneusprech","tag-deregulierung","tag-fake-news","tag-krankenkassen","tag-krankheiten","tag-merz-friedrich","tag-stigmatisierung"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/5363629a-130c-461d-9bea-1996f21051e9.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/145246","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=145246"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/145246\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":145666,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/145246\/revisions\/145666"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/145248"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=145246"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=145246"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=145246"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}