{"id":14548,"date":"2012-09-26T16:34:41","date_gmt":"2012-09-26T14:34:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14548"},"modified":"2015-04-29T17:58:34","modified_gmt":"2015-04-29T15:58:34","slug":"wird-steinbruck-etwa-vom-saulus-zum-paulus-aber-nicht-doch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14548","title":{"rendered":"Wird Steinbr\u00fcck etwa vom Saulus zum Paulus? Aber nicht doch!"},"content":{"rendered":"<p>Um es vorwegzunehmen: Das Konzeptpapier &bdquo;zur B&auml;ndigung der Finanzm&auml;rkte&ldquo;, das der SPD-Politiker Peer Steinbr&uuml;ck heute der &Ouml;ffentlichkeit vorstellte, beinhaltet summa summarum eine durchaus brauchbare Sammlung von Vorschl&auml;gen, mit denen man die Finanzm&auml;rkte wirkungsvoll regulieren k&ouml;nnte. Kaum zu glauben, dass dieses Papier von dem Mann verfasst worden sein soll, der in seiner aktiven Zeit als Finanzminister das exakte Gegenteil seiner heutigen Vorschl&auml;ge umgesetzt hat. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass die Finanzkrise f&uuml;r den Saulus der Finanzwirtschaft  ein derartiges Damaskuserlebnis war, dass er zum Paulus wurde, der nun die Geister, die er selbst rief, wieder loswerden will. Peer Steinbr&uuml;ck will Kanzler werden und wei&szlig; genau, dass er &ndash; nicht nur &ndash; in seiner eigenen Partei nur dann Chancen hat, wenn er glaubhaft darlegt, dass Steinbr&uuml;ck 2013 nichts mit Steinbr&uuml;ck 2005 zu tun hat. Die SPD mag Steinbr&uuml;ck damit <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article109468452\/Steinbruecks-Bankenplaene-entzuecken-die-SPD.html\">&uuml;berzeugt haben<\/a> &ndash; f&uuml;r alle Anderen sollte das alte Sprichwort gelten: &bdquo;Fool me once, shame on you. Fool me twice, shame on me&rdquo; [<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14548#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>] Von <strong>Jens Berger<\/strong><br>\n<!--more--><br>\nAuch wenn die meisten Forderungen aus <a href=\"http:\/\/www.bild.de\/media\/vs-steinbrueck-26392394\/Download\/3.bild.pdf\">Steinbr&uuml;cks Konzeptpapier [PDF &ndash; 1.2 MB]<\/a> keinesfalls neu sind und viele Forderungen bereits (meist erfolglos) international verhandelt wurden, beinhaltet das Papier dennoch viele sinnvolle Anregungen, die auch schon so oder so &auml;hnlich auf den NachDenkSeiten vorgebracht wurden. Die Tagesschau hat die wichtigsten Punkte auf ihren Seiten kurz <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/steinbrueck418.html\">zusammengefasst<\/a>. So stellen beispielsweise die Forderung nach einer Trennung von Investment- und Gesch&auml;ftsbanken, die Regulierung des Derivatehandels und des Schattenbankensystems sowie die Forderungen nach einem Banken-ESM und Instrumenten zur Abwicklung von Gro&szlig;banken durchaus sinnvolle und vor allem wichtige Forderungen dar, deren Umsetzung eigentlich l&auml;ngst &uuml;berf&auml;llig sein sollte.<\/p><p><strong>Banken-ESM<\/strong><\/p><p>Grunds&auml;tzliche inhaltliche Kritik ist also fehl am Platze, was st&ouml;rt, sind jedoch die von den Autoren sicher nicht ohne Grund eingebauten Verklausulierungen, Bedingungen und Schwammigkeiten. Die gesamten Forderungen im Kapitel &bdquo;R&uuml;ckzug aus der Staatshaftung f&uuml;r Banken&ldquo; (darunter der Banken-ESM und das Abwicklungsregime) sind beispielsweise als europaweites Modell konzipiert. Sicher, je breiter ein solches Modell aufgestellt ist, desto schlagkr&auml;ftiger ist es. Herr Steinbr&uuml;ck m&ouml;chte jedoch gerne Bundeskanzler werden und hat als solcher keinen Einfluss auf die Gesetzgebung anderer europ&auml;ischer Staaten. Dass die britische Regierung jemals Steinbr&uuml;cks Konzept auf die City of London &uuml;bertr&auml;gt, ist ausgeschlossen. Da Steinbr&uuml;ck jedoch keine nationale Alternative vorschl&auml;gt, ist sein gesamter Plan zum &bdquo;R&uuml;ckzug aus der Staatshaftung f&uuml;r Banken&ldquo; streng genommen nicht umsetzbar und daher auch bedeutungslos. Dies s&auml;he freilich anders aus, h&auml;tte Steinbr&uuml;ck sein Konzept um eine nationale Alternative erg&auml;nzt. Was w&uuml;rde beispielsweise gegen eine Ausweitung der bereits vorhandenen nationalen Bankenabgabe sprechen? Dies hat Peer Steinbr&uuml;ck jedoch wohlweislich vermieden, h&auml;tte man ihn darauf doch sp&auml;ter einmal festlegen k&ouml;nnen.<\/p><p>Warum Steinbr&uuml;ck seinen Banken-ESM nur auf Gro&szlig;banken bezieht, ist eine weitere Frage, auf die es wohl keine befriedigende Antwort geben d&uuml;rfte. Wahrscheinlich wollte er einer ansonsten zu erwartenden Kritik des Sparkassenverbandes aus dem Wege gehen. Wichtiger als eine Einbeziehung der Sparkassen w&auml;re jedoch eine Einbeziehungen anderer Finanzakteure, wie z.B. der Versicherungen, der Hedge-Fonds und der Investmentfonds, die sich in der H&ouml;he an deren Risikoprofil ausrichtet. Wir haben es nicht nur mit einem &bdquo;too big to fail&ldquo;, sondern vor allem auch mit einem &bdquo;too interconnected to fail&ldquo; [<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14548#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>] zu tun, bei dem auch die sogenannten Schattenbanken eine gewichtige Rolle spielen. Bei der ersten Welle der Finanzkrise waren es in den USA nicht die Gro&szlig;banken, sondern Investmenth&auml;user wie Lehmann Brothers und Bear Stearns und der Versicherungskonzern AIG, die kollabierten und dadurch dann die Gro&szlig;banken mit sich rissen. <\/p><p><strong>Zerschlagung der Banken?<\/strong><\/p><p>Grunds&auml;tzlich zu begr&uuml;&szlig;en ist Steinbr&uuml;cks Konzept zur Trennung von Investment- und Gesch&auml;ftsbanken, das in Deutschland, anders als vielfach berichtet, nicht nur die Deutsche Bank und die Commerzbank treffen w&uuml;rde. W&auml;re das von Steinbr&uuml;ck geforderte Verbot des Eigenhandels f&uuml;r Gesch&auml;ftsbanken bereits vor der Krise Realit&auml;t, so wie es &uuml;brigens Jahre vor der Krise vom damaligen Finanzminister Oskar Lafontaine bereits gefordert wurde, h&auml;tte es nie einen Zusammenbruch von IKB, HRE, SachsenLB und WestLB gegeben, da diese Banken Gesch&auml;ftsbanken waren und bei einem Trennbankensystem die toxischen Papiere, die ihnen zum Verh&auml;ngnis wurden, gar nicht h&auml;tten kaufen d&uuml;rfen. <\/p><p>Das klingt alles sehr vern&uuml;nftig, aber warum definiert Peer Steinbr&uuml;ck den Eigenhandel so lasch? Gesch&auml;fte zur Absicherung der bankeigenen Risiken z&auml;hlen f&uuml;r Steinbr&uuml;ck beispielsweise nicht zum Eigenhandel. Nun wird aber jeder Banker, der nicht vollkommen auf den Kopf gefallen ist, jede Form des Eigenhandels als Absicherungsgesch&auml;ft bezeichnen. Um diese (von ihm selbst geschaffene) L&uuml;cke zu umgehen, sieht Steinbr&uuml;ck eine zweite Stufe vor, bei der &bdquo;Banken mit komplexer Gesch&auml;ftst&auml;tigkeit&ldquo; aufgespalten werden sollen. Nur, was darf man unter einer &bdquo;Bank mit komplexer Gesch&auml;ftst&auml;tigkeit&ldquo; verstehen? Diese Formulierung ist doch sehr vage und bietet zu viel Interpretationsspielraum. <\/p><p>Wenn Steinbr&uuml;ck dann auch noch formuliert, dass die Abschirmung zwischen Investmentbanking und Einlagen- und Kreditgesch&auml;ft nicht so weit gehen darf, dass &bdquo;gro&szlig;e Banken ihre Dienstleistungsfunktion f&uuml;r die Realwirtschaft nicht mehr in vollem Umfang wahrnehmen k&ouml;nnen&ldquo;, entwertet er das gesamte Konzept selbst und bietet den Lobbyisten eine erstklassige Einflugschneise. Selbstverst&auml;ndlich wird die Deutsche Bank behaupten, dass fast alle ihre Investmentbanking-T&auml;tigkeiten als Dienstleistung f&uuml;r die Realwirtschaft zu verstehen sind. Selbst bei der Rechtfertigung der Spekulation mit Nahrungsmitteln vertrat die Deutsche Bank ja bereits dieses Argument. W&uuml;rde man Steinbr&uuml;cks Konzept zur Trennung von Investment- und Gesch&auml;ftsbanken von diesen vagen Formulierungen und &bdquo;Sollbruchstellen&ldquo; befreien, w&auml;re es ein gro&szlig;er Schritt in die richtige Richtung. So jedoch bleibt nur ein gro&szlig;es Fragezeichen, da letztlich das gesamte Konzept unter Interpretationsvorbehalt steht. <\/p><p><strong>St&auml;rkere Regulierung<\/strong><\/p><p>&Auml;hnliche, sicher durchaus beabsichtigte, Formulierungsschw&auml;chen ziehen sich auch durch die &uuml;brigen Pass&#363;s des Papiers. Die von Steinbr&uuml;ck geforderte st&auml;rkere Regulierung der Schattenbanken ist wichtig und richtig, jedoch so formuliert, dass sie zumindest europaweit, wenn nicht gleich weltweit, umgesetzt werden soll. Das Veto Londons ist jedoch so sicher wie das Amen in der Kirche. Warum wagt Steinbr&uuml;ck hier keinen nationalen Alleingang? Die Antwort darauf sollte bekannt sein. Nicht weit genug gehen indes Steinbr&uuml;cks Forderungen zur Regulierung der Rohstoffm&auml;rkte und zum Verbot von Kreditderivaten und ungedeckten Leerverk&auml;ufen. Die Finanzwirtschaft ist hier schon l&auml;ngst weiter und hat <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13639\">neue Produkte<\/a> aufgelegt, mit denen solche Beschr&auml;nkungen elegant umgangen werden k&ouml;nnen. <\/p><p>Im Kern stellen Steinbr&uuml;cks Forderungen auf diesem Gebiet eine Art Negativliste dar, auf die Finanzprodukte gesetzt werden sollen, die nicht erw&uuml;nscht sind. Wer solche Negativlisten fordert, untersch&auml;tzt jedoch die Kreativit&auml;t des Finanzsystems gewaltig. Wer heute etwas verbietet, muss schon morgen damit rechnen, dass findige Banker ein neues Produkt aufgelegt haben, das im Kern die gleiche Wirkung hat, jedoch anders strukturiert ist. Die einzige Alternative, die greifen w&uuml;rde, w&auml;re eine Art Finanz-T&Uuml;V, der eine Positivliste erstellt, auf die nur die Produkte kommen, die in ihrem Charakter und ihrer Struktur unbedenklich sind. Produkte, die nicht auf dieser Positivliste stehen, d&uuml;rften nicht vertrieben oder gehandelt werden. Aber so weit geht Steinbr&uuml;ck wohlweislich nicht und auch hier dr&auml;ngt sich der Verdacht auf, dass die M&ouml;glichkeit der Umgehung kein Versehen, sondern Absicht ist. Dennoch sind die Forderungen summa summarum als positiv zu werten, da sie es der Finanzindustrie deutlich erschweren, Produkte anzubieten, mit denen man beispielsweise auf Rohstoffpreise wetten kann. Die von Steinbr&uuml;ck geforderten Positionslimits werden beispielsweise auch von Heiner Flassbeck seit l&auml;ngerem <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=QEMAqUQ7GrI\">gefordert<\/a>. Wie auch in anderen Passagen steckt der Teufel hier im Detail und in den Formulierungen, nicht aber in der Grundaussage. <\/p><p><strong>Ist das alles &uuml;berhaupt glaubhaft?<\/strong><\/p><p>Die Wandlungsf&auml;higkeit des Peer Steinbr&uuml;ck ist schon bemerkenswert. Nur zur Erinnerung: Der Mann, der k&uuml;nftig die Finanzm&auml;rkte b&auml;ndigen will, hat in seiner politischen Vergangenheit stets sein Bestes gegeben, um diese M&auml;rkte von jeder noch so kleinen Fessel zu befreien. Oder w&uuml;rden Sie Don Corleone trauen, wenn er ein Konzeptpapier zur Bek&auml;mpfung der organisierten Kriminalit&auml;t vorlegen w&uuml;rde?<\/p><p>Die Hintergr&uuml;nde zum gro&szlig;en Finanzmarktderegulierer Peer Steinbr&uuml;ck hat Albrecht M&uuml;ller bereits mehrere Male aufgearbeitet:<\/p><ul>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11110\">SPD-Fraktion unterh&auml;lt F&auml;lscherwerkstatt &ndash; zur Entsorgung ihrer Verantwortung f&uuml;r die Finanzkrise<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6777\">Aus dem Versager Steinbr&uuml;ck wird auch weiterhin der erfolgreiche Retter gemacht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4076\">Steinbr&uuml;cks biedere Flucht aus der Verantwortung<\/a><\/li>\n<\/ul><p>Da stellt sich unweigerlich die Frage, ob man Steinbr&uuml;ck die neue Rolle als Regulierer &uuml;berhaupt abnehmen kann. Die Antwort auf diese Frage ist ein klares &bdquo;Nein&ldquo;! Sicher ist jedem Menschen zuzubilligen, dass er seine Einstellung zu bestimmten Themen &auml;ndert, in sich geht und aufgrund von neuen Entwicklungen sein altes Denken &uuml;ber Bord wirft. Ein solcher Wandel ist dann glaubhaft, wenn er selbstkritisch reflektiert wird, wie es beispielsweise der FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher im letzten Jahr &ouml;ffentlichkeitswirksam <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/buergerliche-werte-ich-beginne-zu-glauben-dass-die-linke-recht-hat-11106162.html\">vorexerziert hat<\/a>. Bei Peer Steinbr&uuml;ck sind jedoch noch nicht einmal im Ansatz Selbstzweifel oder gar Selbstkritik zu vernehmen. <\/p><p>Im Vorwort zu seinem Konzeptpapier &auml;u&szlig;ert er sich lediglich an einer einzigen Stelle im Ansatz selbstkritisch, wenn er schreibt &bdquo;Die Politik wird sich eingestehen m&uuml;ssen, dass manch Missst&auml;nde und Fehlentwicklungen nicht zuletzt auf ihr Zusammenwirken mit Banken oder Fehlanreize f&uuml;r Banken zur&uuml;ckzuf&uuml;hren ist.&ldquo; Doch welche Selbstkritik ist das? &bdquo;Die Politik&ldquo; ist sehr abstrakt, so als meine er nicht sich selbst, sondern die Anderen. Dies setzt er im weiteren Verlauf seines Vorworts auch nahtlos fort, wenn er mehrfach feststellt, dass &bdquo;seit vier Jahren&ldquo; zu wenig getan wird. Ja, vor vier Jahren hie&szlig; der Finanzminister Peer Steinbr&uuml;ck, die Verantwortung w&auml;lzt er mit dieser Formulierung jedoch klar auf die schwarz-gelbe Regierung ab. Wie so oft zeigt sich Peer Steinbr&uuml;ck absolut unf&auml;hig, Selbstkritik zu &uuml;ben. Stattdessen schiebt er Gott und der Welt die Schuld f&uuml;r seine Verfehlungen in die Schuhe. <\/p><p>Steinbr&uuml;ck ist somit eine Art &bdquo;Anti-Schirrmacher&ldquo; und man kann, nein man darf, ihm seinen Wandel nicht abnehmen. Es gibt keinen Grund anzunehmen, dass aus dem verl&auml;ngerten Arm der Finanzm&auml;rkte nun pl&ouml;tzlich eine Faust geworden ist, die die Finanzm&auml;rkte ernsthaft bedrohen will. Der Wandel ist bei Steinbr&uuml;ck nur gespielt und dies noch nicht einmal besonders glaubhaft. Es ist zudem nur wenig wahrscheinlich, dass das Konzeptpapier, das seinen Namen tr&auml;gt, &uuml;berhaupt von ihm selbst geschrieben wurde. Steinbr&uuml;ck ist kein allzu helles Licht und seine Wissensdefizite auf dem Gebiet der Finanzm&auml;rkte sind legend&auml;r. So berichten beispielsweise glaubhafte Insider, die auf den gro&szlig;en Gipfeltreffen in Folge der Finanzkrise anwesend waren, dass Peer Steinbr&uuml;ck, der sich zuhause gerne seiner gro&szlig;m&auml;uligen &bdquo;Kodderschnauze&ldquo; r&uuml;hmt, bei diesen Treffen mucksm&auml;uschenstill war und sein Staatssekret&auml;r J&ouml;rg Asmussen auf diesen Treffen der Mann war, der das Sagen hatte und somit zu jener Zeit der&bdquo;eigentliche&ldquo; deutsche Finanzminister war. Es ist nicht sonderlich wahrscheinlich, dass Steinbr&uuml;ck sich in den letzten drei Jahren so sehr in die Materie eingearbeitet hat, dass er ein derart detailliertes Konzeptpapier entwerfen konnte.<\/p><p><strong>PR-Offensive beim Projekt Vizekanzlerschaft<\/strong><\/p><p>Das Steinbr&uuml;ck-Papier ist somit kein ernstzunehmendes Konzeptpapier zur Finanzmarktregulierung, sondern vielmehr eine &ndash; zweifelsohne gut gemachte &ndash; PR-Offensive in Sachen K-Frage. Es geht gar nicht darum, dass seine Thesen irgendwann einmal umgesetzt werden k&ouml;nnten, sondern vielmehr darum, den Kandidat-Kandidaten Steinbr&uuml;ck vom s&auml;uerlichen Geruch zu befreien, der entsteht, wenn man zu oft und zu intensiv mit der Finanzmarklobby fraternisiert hat.  <\/p><p>Wer die Vergesslichkeit &ndash; und mehr noch die F&auml;higkeit zur Verdr&auml;ngung &ndash; der Genossen kennt, wei&szlig;, dass Steinbr&uuml;ck mit seiner PR-Offensive durchaus Erfolg haben k&ouml;nnte. Die Sch&uuml;tzenhilfe durch die Meinungsmache der stets unkritischen und ebenfalls sehr vergesslichen Massenmedien ist ihm jedenfalls sicher. Ein Erfolg Steinbr&uuml;cks w&auml;re jedoch nicht nur f&uuml;r die SPD eine Katastrophe, sondern auch f&uuml;r Deutschland. &bdquo;Fool me once, shame on you. Fool me twice, shame on me&rdquo; &ndash; ob sich die SPD-W&auml;hlerschaft ein zweites Mal sch&auml;men wird, ist jedoch unwahrscheinlich. In puncto Verdr&auml;ngung und Ged&auml;chtnisverlust sind die W&auml;hler oft keinen Deut besser als die Politiker und die Medien. <\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] auf Deutsch: &bdquo;H&auml;ltst du mich einmal zum Narren, sch&auml;m dich. H&auml;ltst du mich noch mal zum Narren, sollte ich mich sch&auml;men.&ldquo;<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>] auf Deutsch: &bdquo;zu gro&szlig;, um zu scheitern&ldquo; bzw. &bdquo;miteinander zu verbunden, um zu scheitern&ldquo;<\/p>\n<\/div><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg08.met.vgwort.de\/na\/cfbeee9366c64def8a329113808b444b\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Um es vorwegzunehmen: Das Konzeptpapier &bdquo;zur B&auml;ndigung der Finanzm&auml;rkte&ldquo;, das der SPD-Politiker Peer Steinbr&uuml;ck heute der &Ouml;ffentlichkeit vorstellte, beinhaltet summa summarum eine durchaus brauchbare Sammlung von Vorschl&auml;gen, mit denen man die Finanzm&auml;rkte wirkungsvoll regulieren k&ouml;nnte. 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