{"id":145511,"date":"2026-01-29T12:47:04","date_gmt":"2026-01-29T11:47:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=145511"},"modified":"2026-01-29T16:48:29","modified_gmt":"2026-01-29T15:48:29","slug":"alle-mal-lachen-ausgerechnet-diese-regierung-will-den-sozialstaat-besser-machen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=145511","title":{"rendered":"Alle mal lachen! Ausgerechnet diese Regierung will den Sozialstaat besser machen"},"content":{"rendered":"<p>Die &bdquo;Kommission zur Sozialstaatsreform&ldquo; hat ihre Empfehlungen vorgelegt. Das System werde &bdquo;moderner, digitaler und b&uuml;rgern&auml;her&ldquo;, hei&szlig;t es, und das alles ohne Leistungsk&uuml;rzungen. Das klingt einfach zu sch&ouml;n, um wahr zu sein, findet <strong>Ralf Wurzbacher<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_692\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-145511-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260129-Alle-mal-lachen-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260129-Alle-mal-lachen-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260129-Alle-mal-lachen-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260129-Alle-mal-lachen-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=145511-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260129-Alle-mal-lachen-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"260129-Alle-mal-lachen-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Bundesarbeitsministerin B&auml;rbel Bas (SPD) schlug am Dienstag vor Pressevertretern den ganz gro&szlig;en Bogen. Die Demokratie stehe unter Feuer, Russland und die USA stellten alles auf den Kopf, und die Europ&auml;er m&uuml;ssten besser werden. &bdquo;Und darum soll es heute irgendwie auch gehen. Um den deutschen Sozialstaat und wie er besser werden kann&ldquo;, sprich &bdquo;gerechter, einfacher und digitaler&ldquo;. H&ouml;rt, h&ouml;rt! Deutschlands Sozialstaat: Alleinstellungsmerkmal und Bollwerk gegen die Despotie. Darauf muss man erst einmal kommen &ndash; irgendwie.<\/p><p>Bas mag man solche Worte noch abnehmen &ndash; einer Frau, die meint, erkannt zu haben, <a href=\"https:\/\/www.zdfheute.de\/politik\/deutschland\/bas-aussage-juso-kritik-arbeitgeber-100.html\">&bdquo;gegen wen wir eigentlich gemeinsam k&auml;mpfen m&uuml;ssen&ldquo;<\/a>, also die Herren Wirtschaftslobbyisten. Bei ihrem Chef, dem Bundeskanzler, bis vor Kurzem selbst noch BlackRock-Lobbyist, liegen die Dinge anders. Jedenfalls bemerkte auch Friedrich Merz (CDU) gleichentags zu dem, was die SPD-Frau so belobigte, seine Erwartungen seien &uuml;bertroffen worden, <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article6978b51875382e23029051c8\/friedrich-merz-reform-des-sozialstaats-uebertreffen-meine-erwartungen.html\">&bdquo;weil hier wirklich eine grundlegende Strukturreform in den sozialen Sicherungssystemen vorgenommen wird&ldquo;<\/a>.<\/p><p>Worum geht es? Nach f&uuml;nfmonatiger Schaffenszeit hat die sogenannte Kommission zur Sozialstaatsreform (KSR) ihren <a href=\"https:\/\/www.bmas.de\/SharedDocs\/Downloads\/DE\/Soziales\/Modernisierung-Sozialstaat\/abschlussbericht-sozialstaatskommission.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=1\">Abschlussbericht<\/a> vorgelegt. Auf 50 Seiten finden sich 26 Empfehlungen auf vier Handlungsfeldern, mit denen das System der steuerfinanzierten Sozialleistungen <a href=\"https:\/\/www.bmas.de\/DE\/Service\/Presse\/Pressemitteilungen\/2026\/baerbel-bas-nimmt-ergebnisse-der-sozialstaatskommission-entgegen.html\">&bdquo;moderner, digitaler und weniger b&uuml;rokratisch&ldquo;<\/a> werden soll. Das Gremium aus Vertretern von Bundesregierung, L&auml;ndern und kommunalen Spitzenverb&auml;nden war im September eingesetzt worden und hat ziemlich z&uuml;gig geliefert.<\/p><p><strong>Skepsis ist B&uuml;rgerpflicht<\/strong><\/p><p>Im Zentrum steht der Ansatz, das B&uuml;rgergeld, Kinderzuschlag und Wohngeld in einem einzigen Sozialleistungssystem zusammenzuf&uuml;hren, den Verwaltungsvollzug zu vereinfachen und die Apparate &bdquo;konsequent&ldquo; zu digitalisieren. Die Anlaufstellen zur Beantragung und Betreuung sollen von derzeit vier auf zwei reduziert werden. Die Jobcenter h&auml;tten sich um erwerbsf&auml;hige, die Sozial&auml;mter um nicht arbeitsf&auml;hige Personen zu k&uuml;mmern. S&auml;mtliche Leistungen sollen &uuml;ber ein einheitliches, digitales Portal beantragt werden k&ouml;nnen, womit das &bdquo;l&auml;stige Wiederholen von Angaben bei Beh&ouml;rdenwechseln&ldquo; entfalle. Ferner soll es &bdquo;wohnortnahe Beratungsangebote&ldquo;, &bdquo;weniger Schnittstellen und verk&uuml;rzte Bearbeitungszeiten&ldquo; und &bdquo;einheitlichere Rechtsbegriffe&ldquo; geben. Und das Kindergeld solle k&uuml;nftig automatisch nach der Geburt ausgezahlt werden.<\/p><p>Vieles davon klingt fraglos vielversprechend, und gerade deshalb ist Skepsis oberste B&uuml;rgerpflicht. Tats&auml;chlich f&uuml;hrt die Koalition seit ihrem Amtsantritt eine Art Generalangriff gegen so ziemlich jede sozialstaatliche Errungenschaft. Diskutiert wird, das Arbeitszeitgesetz zu schleifen, den Pflegegrad 1 abzuschaffen, die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall zu beschr&auml;nken, das Renteneintrittsalter zu erh&ouml;hen, die telefonische Krankschreibung zu kippen, und neuerdings will Merz auch die Axt an die Teilzeitbesch&auml;ftigung anlegen. Praktisch beschlossen sind das Ende des B&uuml;rgergelds und dessen Degradierung zur einer &bdquo;neuen Grundsicherung&ldquo; mit versch&auml;rfter Sanktionierung vermeintlicher &bdquo;Arbeitsverweigerer&ldquo; bis hin zur Kappung der Unterst&uuml;tzung auf null.<\/p><p><strong>Gerechtigkeit kostet Milliarden<\/strong><\/p><p>Die Frage dr&auml;ngt sich auf: Wenn bei praktisch allen sozialpolitischen Einzelvorst&ouml;&szlig;en aus Reihen der Regierungsparteien Rigorismus, R&uuml;ckschritt und der Rotstift bestimmend sind, warum sollte dies ausgerechnet bei einem Mammutvorhaben wie dem, den Sozialstaat zu &bdquo;erneuern&ldquo;, anders laufen? Denn ums liebe Geld dreht es sich nat&uuml;rlich auch hier. &bdquo;Ein Ziel der Kommission ist, durch einen effizienteren Leistungsvollzug Kosteneinsparungen zu erreichen&ldquo;, hei&szlig;t es in der Vorlage. Das wirkt wie ein Widerspruch in sich. Allein der Aufbau einer reibungslosen Administration und die Errichtung einer alle &Auml;mter und Beh&ouml;rden einschlie&szlig;enden digitalen Infrastruktur d&uuml;rfte zun&auml;chst einmal Unsummen verschlingen.<\/p><p>Aber auch das w&auml;ren nur Kleinigkeiten verglichen mit dem, was ein im besten Sinne funktionierender Sozialstaat kosten w&uuml;rde. Viele Menschen nehmen ihre Leistungsanspr&uuml;che gar nicht in Anspruch, sei es aus Unwissenheit, Scham oder wegen Sprachbarrieren. F&uuml;r die Grundsicherung im Alter wird der Kreis der Haushalte, die trotz Berechtigung leer ausgehen, auf 60 Prozent gesch&auml;tzt, beim B&uuml;rgergeld auf ein Drittel und beim &bdquo;Bildungs- und Teilhabepaket&ldquo; f&uuml;r Kinder auf <a href=\"https:\/\/www.wsi.de\/de\/blog-17857-von-wegen-haengematte-zur-unzugaenglichkeit-von-sozialleistungen-61306.htm\">bis zu 85 Prozent<\/a>. &bdquo;Gerecht&ldquo; w&auml;re das System erst, wenn alle Bed&uuml;rftigen zu ihrem Recht gelangten. Hier aber schlummern Kosten in zweistelliger Milliardenh&ouml;he, die sich der Staat alle Jahre spart, weil die Zug&auml;nglichkeit zu den sozialen Sicherungssystemen aus unterschiedlichen Gr&uuml;nden erschwert wird, auch wegen &bdquo;fragmentierter Zust&auml;ndigkeiten&ldquo;. Und genau diese H&uuml;rden nimmt die Kommission ins Visier, zumindest erkl&auml;rterma&szlig;en.<\/p><p><strong>Kindergrundsicherung<\/strong><\/p><p>Man darf sicher sein, dass wenigstens die Union das nicht will. Man erinnere sich an die kl&auml;glich gescheiterte Kindergrundsicherung, die die abgew&auml;hlte Ampel-Regierung eigentlich fest eingeplant hatte. Auch dabei ging es um Zusammenlegung von Leistungen und automatisierte Inanspruchnahme. Als sich die Ausgaben daf&uuml;r abzeichneten &ndash; die gr&uuml;ne Familienministerin Lisa Paus rechnete mit j&auml;hrlich zw&ouml;lf Milliarden Euro extra &ndash; l&ouml;ste sich das Projekt in Luft auf, mit dem stillen Einverst&auml;ndnis der SPD &uuml;brigens, die es dann auch in der neuen Koalition nicht mehr anpacken wollte.<\/p><p>So k&ouml;nnte es auch den KSR-Empfehlungen ergehen, denn selbstredend ist ein noch so guter Plan kein Garant daf&uuml;r, auch realisiert zu werden. Der Politologe und Armutsforscher Christoph Butterwegge hat in einem <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/516437.rolle-r%C3%BCckw%C3%A4rts.html\">Kommentar f&uuml;r die <em>junge Welt<\/em><\/a> darauf hingewiesen, dass von den Ratschl&auml;gen der Hartz-Kommission seinerzeit auch nicht alle den Weg in Gerhard Schr&ouml;ders &bdquo;Agenda 2010&ldquo; fanden. So sei etwa der Punkt, die Hartz-IV-Bedarfss&auml;tze am Leistungsniveau der Arbeitslosenhilfe zu orientieren, im Gesetzgebungsprozess ignoriert worden. Im KSR-Papier steht dieser sch&ouml;ne Satz: &bdquo;Das einheitliche Sozialleistungssystem hat in jedem Fall die Deckung der individuellen Bedarfe zur Sicherung des menschenw&uuml;rdigen Existenzminimums sicherzustellen.&ldquo; F&uuml;r Butterwegge ist das nur ein Beispiel f&uuml;r &bdquo;hehre Versprechen&ldquo;, die bei der Umsetzung entsprechender Reformen &bdquo;oft auf der Strecke&ldquo; blieben.<\/p><p><strong>Unten gegen ganz unten<\/strong><\/p><p>Wahrscheinlich ist, dass die Verantwortlichen nur solche Anregungen aufgreifen, die ihnen in den Kram passen. Hier hat die Vorlage manches zu bieten, darunter das Rezept, &bdquo;zielgenaue Erwerbsanreize&ldquo; zu setzen. Gem&uuml;nzt ist das auf die sogenannten Transferentzugsraten, also darauf, dass B&uuml;rgergeldempf&auml;ngern von ihren begleitenden Erwerbseink&uuml;nften h&auml;ufig kaum etwas &uuml;brig bleibt. Das ist in der Tat nicht fair und kann durchaus ein Hemmschuh sein, der sozialen Bed&uuml;rftigkeit zu entkommen. Fragw&uuml;rdig ist gleichwohl, wie die Kommission dem Problem beikommen will. Sie strebt n&auml;mlich eine Staffelung dahingehend an, dass &bdquo;sehr geringe&ldquo; Einkommen k&uuml;nftig st&auml;rker auf die Transferleistungen angerechnet werden sollten und h&ouml;here Verdienste &bdquo;weniger stark&ldquo;.<\/p><p>Das bedient nicht nur die M&auml;r vom sogenannten Leistungsprinzip, sondern schafft wieder nur neue Ungerechtigkeiten, weil es ein Mehrklassensystem innerhalb der Gruppe sozial Abh&auml;ngiger w&auml;re, und damit noch mehr Spaltung. &bdquo;Die vorgeschlagene K&uuml;rzung von Freibetr&auml;gen f&uuml;r Erwerbseinkommen droht gerade die Menschen zu treffen, die sich bei eingeschr&auml;nkter Leistungsf&auml;higkeit nach Kr&auml;ften um Arbeit und Einkommen bem&uuml;hen&ldquo;, monierte der Parit&auml;tische Gesamtverband in einer <a href=\"https:\/\/www.der-paritaetische.de\/alle-meldungen\/sozialstaatskommission-paritaetischer-warnt-vor-kuerzungen\/\">Medienmitteilung<\/a>. Zu Verlierern gerieten insbesondere Haushalte mit wenig Geld, Alleinerziehende, Menschen mit Sorgeverpflichtungen oder gesundheitlichen Einschr&auml;nkungen, erkl&auml;rte Hauptgesch&auml;ftsf&uuml;hrer Joachim Rock. &bdquo;Wenn unter dem Deckmantel sozialpolitischer Modernisierung am Ende aber gek&uuml;rzt wird, w&auml;re das verheerend.&ldquo;<\/p><p><strong>Ausl&auml;nder raus?<\/strong><\/p><p>Dabei war es der offizielle Arbeitsauftrag an die Kommission, Ideen &bdquo;unter Bewahrung des sozialen Schutzniveaus&ldquo; zu entwickeln und eben nicht Empfehlungen zu &bdquo;Leistungsk&uuml;rzungen oder -ausweitungen&ldquo;. Die Vorgabe wurde nicht durchgehend erf&uuml;llt, etwa da, wo die Experten der Regierung raten, die Arbeitnehmerfreiz&uuml;gigkeit auf dem Wege einer Initiative auf EU-Ebene einzuschr&auml;nken. Demnach sei diese &bdquo;an eine vollzeitnahe oder Vollzeitbesch&auml;ftigung und an eine ausreichende Mindestbesch&auml;ftigungsdauer zu kn&uuml;pfen&ldquo;. Damit mag man vielleicht den rechten Demagogen der AfD das Wasser abgraben wollen, f&uuml;r sich betrachtet zeugt der Vorsto&szlig; aber von massivem Realit&auml;tsverlust. Gerade im sozialen Sektor und im Gesundheitsbereich, aber auch in der Gastronomie sind sehr viele Menschen mit Migrationshintergrund t&auml;tig, wovon wiederum sehr viele in Teilzeit arbeiten. Ohne sie w&uuml;rde der Laden sofort zusammenbrechen.<\/p><p>Auf diesen Umstand wies am Dienstag auch der <a href=\"https:\/\/www.caritas.de\/presse\/pressemeldungen-dcv\/caritas-praesidentin-zu-reformvorschlaegen-der-sozialstaatskommission-291fc004-a97c-4244-9c79-edf3500fa9e7\">Caritas-Verband<\/a> hin. Dort sorgt man sich zudem, &bdquo;dass &uuml;ber die Kostenentwicklung bei Eingliederungshilfe, Kinder- und Jugendhilfe und Hilfe zur Pflege im Kommissionsbericht so gesprochen wird, als seien hier gro&szlig;e Einsparungen m&ouml;glich&ldquo;. Auch das sei angesichts der demografischen Entwicklung und der inflationsbedingten Lohnsteigerungen &bdquo;unrealistisch&ldquo;.<\/p><p><strong>VdK-Chefin alarmiert<\/strong><\/p><p>Auch beim Sozialverband VdK gibt man sich misstrauisch. So d&uuml;rfe etwa die Zusammenf&uuml;hrung von Wohngeld und Kosten der Unterkunft (KdU) nicht zu einer K&uuml;rzung der Wohnkosten und damit zum Verlust von Wohnungen f&uuml;hren, erkl&auml;rte Verbandspr&auml;sidentin Verena Bentele. Ferner berge die geplante Pauschalisierung von Leistungen <a href=\"https:\/\/www.vdk.de\/presse\/pressemitteilung\/bentele-zur-sozialstaatskommission-reform-ja-kuerzungen-nein\/\">&bdquo;das Risiko, reale Kosten nicht abzudecken&ldquo;<\/a>. Gefahren sieht sie auch im Fall einer Digitalisierung auf Teufel komm raus. Zu oft schon seien durch solche Prozesse &bdquo;Verwirrung, Frustration und Ausgrenzung&ldquo; erzeugt worden. Das d&uuml;rfe sich nicht wiederholen. &bdquo;Hybride Beratungsangebote, also digital und vor Ort, sind daher unerl&auml;sslich, insbesondere f&uuml;r Menschen mit Behinderungen.&ldquo;<\/p><p>Man darf gespannt sein, was Schwarz-Rot aus der Vorlage macht und wie z&uuml;gig sie dabei vorgeht. Zahlreiche der Ma&szlig;nahmen seien bereits durch Aussch&ouml;pfung des geltenden verfassungsrechtlichen Rahmens zu verwirklichen, hei&szlig;t es. Rechtsvereinfachungen und die Digitalisierung der Verwaltung sollen planm&auml;&szlig;ig schon bis Mitte 2027 abgeschlossen sein, die Neuordnung der Sozialleistungen bis Ende 2027. F&uuml;r die ganz gro&szlig;e Reform, eine &bdquo;vollst&auml;ndig einheitliche Verwaltungsstruktur f&uuml;r erwerbsf&auml;hige und Nichterwerbsf&auml;hige&ldquo;, bed&uuml;rfte es wegen des bestehenden Verbots von Mischverwaltungen einer Grundgesetz&auml;nderung, also der Unterst&uuml;tzung durch die Opposition.<\/p><p><strong>Merz spricht Klartext<\/strong><\/p><p>Die Gr&uuml;nen haben bereits ihre Bereitschaft zur Mitwirkung an einer L&ouml;sung im &bdquo;Reformgeist statt Regierungsstreit&ldquo; signalisiert, wie am Mittwoch die <em>Rheinpfalz<\/em> (hinter Bezahlschranke) berichtete. Die Bundesvorsitzende der Partei Die Linke, Ines Schwerdtner, will sich daf&uuml;r &ndash; Stand jetzt &ndash; nicht hergeben. Sie wittert einen <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/politik\/deutschland\/wie-der-sozialstaat-einfacher-und-zielgerichteter-werden-soll_aid-142942671\">&bdquo;Angriff auf den Sozialstaat&ldquo;<\/a>, wie sie der <em>Rheinischen Post<\/em> sagte. &bdquo;B&auml;rbel Bas trifft mit diesem Vorhaben mehr Menschen als Hartz IV je erreicht hat. Es droht eine massive Ausweitung sozialer Abwertung.&ldquo; AfD-Chefin Alice Weidel behauptet das glatte Gegenteil. Wer heute finanzielle Hilfen vom Staat erhalte, solle diese &bdquo;k&uuml;nftig noch einfacher beziehen k&ouml;nnen&ldquo;. Damit ist sie auf Linie mit der Jungen Union (JU). <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Reformen-ohne-Einschnitte-werden-nicht-funktionieren-id30289105.html\">&bdquo;Reformen ohne Einschnitte werden am Ende des Tages nicht funktionieren&ldquo;<\/a>, befand deren Chef Johannes Winkel.<\/p><p>Augenscheinlich l&auml;sst das KSR-Konzept allerhand Raum f&uuml;r Interpretationen. Den sch&ouml;pft auch der Bundeskanzler aus. Das sei &bdquo;zun&auml;chst einmal eine Strukturreform. Das hei&szlig;t alles noch nicht, dass das Leistungsniveau damit infrage gestellt wird&ldquo;, beschied er vor zwei Tagen als Redner beim Wirtschaftsgipfel von Springers <em>Welt<\/em>. Genau das will er aber und bekennt sich dazu ohne Blatt vorm Mund. An dieses Leistungsniveau werde die Bundesregierung mit den Ergebnissen einer weiteren Reformkommission herangehen, die im ersten Halbjahr 2026 ihre Arbeit abschlie&szlig;en soll, setzte Merz mit Nachdruck hinzu. Dann wird ja ein Schuh draus.<\/p><p><small>Titelbild: EUS-Nachrichten\/shutterstock.com<\/small><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg05.met.vgwort.de\/na\/1916305f4f72408aa8366750805f77c9\" alt=\"\" title=\"\" width=\"1\" height=\"1\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die &bdquo;Kommission zur Sozialstaatsreform&ldquo; hat ihre Empfehlungen vorgelegt. 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