{"id":145528,"date":"2026-01-30T09:00:36","date_gmt":"2026-01-30T08:00:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=145528"},"modified":"2026-01-30T15:07:37","modified_gmt":"2026-01-30T14:07:37","slug":"wer-den-iran-angreift-legt-sich-mit-den-brics-staaten-an","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=145528","title":{"rendered":"Wer den Iran angreift, legt sich mit den BRICS-Staaten an"},"content":{"rendered":"<p>Im Gegensatz zu Venezuela handelt es sich beim Iran um einen wichtigen Handelspartner Chinas, der Vereinigten Arabischen Emirate und der T&uuml;rkei. Dies zeigt eine Auswertung der Au&szlig;enhandelsdaten des Landes. Der Iran ist zudem BRICS-Mitglied sowie ein milit&auml;rischer Partner Russlands. Ein m&ouml;glicher US-Angriff auf das Land h&auml;tte daher weitreichende Folgen und k&ouml;nnte einen Konflikt zwischen den BRICS-L&auml;ndern und dem Westen provozieren. Einem geopolitischen Analysten zufolge k&ouml;nnte genau dies das Ziel von US-Pr&auml;sident Donald Trump sein. Von <strong>Karsten Montag<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_7890\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-145528-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260130_Wer_den_Iran_angreift_legt_sich_mit_den_BRICS_Staaten_an_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260130_Wer_den_Iran_angreift_legt_sich_mit_den_BRICS_Staaten_an_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260130_Wer_den_Iran_angreift_legt_sich_mit_den_BRICS_Staaten_an_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260130_Wer_den_Iran_angreift_legt_sich_mit_den_BRICS_Staaten_an_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=145528-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260130_Wer_den_Iran_angreift_legt_sich_mit_den_BRICS_Staaten_an_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"260130_Wer_den_Iran_angreift_legt_sich_mit_den_BRICS_Staaten_an_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Derzeit ist die <a href=\"https:\/\/youtu.be\/NijzmBv84S0?t=615\">Verlegung eines gro&szlig;en Aufgebots<\/a> der US-amerikanischen Streitkr&auml;fte in den Nahen Osten zu beobachten. Unter anderem ist der US-Flugzeugtr&auml;ger &bdquo;Abraham Lincoln&ldquo; mitsamt Begleitschiffen im Indischen Ozean angekommen, um &bdquo;bei m&ouml;glichen US-Operationen gegen den Iran zu helfen&ldquo;, <a href=\"https:\/\/edition.cnn.com\/2026\/01\/26\/middleeast\/iran-carrier-strike-group-indian-ocean-intl\">wie der US-Nachrichtensender <em>CNN<\/em> berichtet<\/a>. Ein hochrangiger Vertreter der israelischen Armee (IDF) habe <a href=\"https:\/\/www.twz.com\/news-features\/lincoln-carrier-strike-group-has-arrived-in-centcoms-area-of-responsibility\">gegen&uuml;ber dem US-Onlinemagazin <em>The War Zone<\/em> ge&auml;u&szlig;ert<\/a>, die IDF bereiteten sich auf einen &bdquo;m&ouml;glichen amerikanischen Angriff&ldquo; vor.<\/p><p>Bereits Mitte 2025 hatten die USA im Rahmen des zw&ouml;lft&auml;gigen israelischen Angriffskrieges gegen den Iran mit B-2-Langstreckenbombern und von U-Booten abgefeuerten Tomahawk-Marschflugk&ouml;rpern <a href=\"https:\/\/defence-network.com\/usa-greifen-irans-atomanlagen-b-2-bombern-an\/\">die Atomanlagen des Landes attackiert<\/a>. Angeblich aufgrund der Proteste im Iran wolle Trump aktuell mit seinem milit&auml;rischen Aufgebot <a href=\"https:\/\/www.axios.com\/2026\/01\/26\/trump-iran-deal-strike-protests\">einen &bdquo;Deal&ldquo; mit dem Land erzwingen<\/a>. Dessen Inhalte sind jedoch nicht bekannt.<\/p><p>Die nachfolgende Auswertung der Handelsdaten des Irans zeigt, dass ein m&ouml;glicher US-Angriff auf das Land weit gr&ouml;&szlig;ere Folgen nach sich ziehen d&uuml;rfte als die Milit&auml;raktion in Venezuela. Der Iran ist trotz &ndash; oder gerade wegen &ndash; der langj&auml;hrigen Sanktionen der Vereinigten Staaten und der EU wichtiger Handelspartner vieler L&auml;nder im Nahen Osten und des Globalen S&uuml;dens.<\/p><p><strong>Der Iran ist seit Jahrzehnten eines der am meisten sanktionierten L&auml;nder der Welt<\/strong><\/p><p>Die Vereinigten Staaten belegen das Land <a href=\"https:\/\/www.atlanticcouncil.org\/blogs\/new-atlanticist\/a-brief-history-of-sanctions-on-iran\/\">bereits seit 1979 mit Embargos<\/a>. Zun&auml;chst wurden Importe aus dem Land verboten und iranische Auslandsverm&ouml;gen in den USA &bdquo;eingefroren&ldquo;. 1996 drohten die Vereinigten Staaten das erste Mal damit, Unternehmen zu sanktionieren, die in die iranische &Ouml;l- und Gasindustrie investieren. Die Ma&szlig;nahme wurden nach dem Protest europ&auml;ischer L&auml;nder zun&auml;chst nicht umgesetzt.<\/p><p><a href=\"https:\/\/www.iaea.org\/sites\/default\/files\/unsc_res1929-2010.pdf\">Mitte 2010 beschloss der UN-Sicherheitsrat<\/a> aufgrund der Bef&uuml;rchtung, der Iran w&uuml;rde mithilfe seines Nuklearprogramms den Bau von Atomwaffen vorantreiben, das Land mit geeigneten Ma&szlig;nahmen zu mehr Kooperation mit der Internationalen Atomenergie-Organisation zu zwingen. Die USA nahmen mit der Verabschiedung des <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Comprehensive_Iran_Sanctions,_Accountability,_and_Divestment_Act_of_2010\">&bdquo;Comprehensive Iran Sanctions, Accountability, and Divestment Act&ldquo;<\/a> die Sicherheitsratsentscheidung zum Anlass, unter anderem auch gezielt Unternehmen zu bestrafen, die in den iranischen Energiesektor investieren oder raffiniertes Erd&ouml;l an den Iran verkaufen.<\/p><p>Da der Iran zwar zu einem der gr&ouml;&szlig;ten &Ouml;lproduzenten der Welt geh&ouml;rt, jedoch nicht &uuml;ber ausreichende Raffinerien verf&uuml;gt, um den eigenen Bedarf an Treibstoffen zu decken, ist das Land auf den Import von Benzin und Diesel aus dem Ausland angewiesen. Zwei Tage nach der Verabschiedung des US-Gesetzes <a href=\"https:\/\/eur-lex.europa.eu\/LexUriServ\/LexUriServ.do?uri=OJ:L:2010:195:0039:0073:EN:PDF\">beschloss auch der Rat der Europ&auml;ischen Union<\/a>, unter anderem Investitionen in die iranische &Ouml;l- und Gasindustrie zu verbieten. <a href=\"https:\/\/eur-lex.europa.eu\/LexUriServ\/LexUriServ.do?uri=OJ:L:2012:088:0001:0112:EN:PDF\">2012 untersagte der Rat der EU<\/a> schlussendlich auch die Einfuhr, den Kauf oder den Transport von iranischem Roh&ouml;l, Erd&ouml;lprodukten und petrochemischen Produkten.<\/p><p>Die darauffolgenden Verhandlungen zur Begrenzung des Nuklearprogramms des Landes f&uuml;hrten Ende 2015 schlie&szlig;lich zur Unterzeichnung des <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wiener_Abkommen_%C3%BCber_das_iranische_Atomprogramm\">&bdquo;Wiener Abkommens &uuml;ber das iranische Atomprogramm&ldquo;<\/a> (JPCOA) zwischen dem Iran und den f&uuml;nf Vetom&auml;chten des UN-Sicherheitsrates sowie Deutschland und der EU. Die Vereinigten Staaten lockerten daraufhin 2016 einen Teil der Sanktionen gegen den Iran. 2018 k&uuml;ndigte US-Pr&auml;sident Donald Trump in seiner ersten Amtszeit das Abkommen jedoch einseitig auf und setzte die US-Sanktionen gegen das Land wieder in Kraft. Der Iran erkl&auml;rte daraufhin 2020, das er sich nicht mehr an das Abkommen halten werde.<\/p><p>Die EU hatte 2016 zun&auml;chst alle wirtschaftlichen und finanziellen <a href=\"https:\/\/www.consilium.europa.eu\/de\/policies\/sanctions-against-iran\/timeline-measures-targeting-nuclear-proliferation-activities\/\">Nuklearsanktionen der EU gegen den Iran aufgehoben<\/a>, f&uuml;hrte jedoch 2025 s&auml;mtliche Embargos gegen das Land wieder ein.<\/p><p><strong>Sanktionen gegen den Iran sind gr&ouml;&szlig;tenteils wirkungslos<\/strong><\/p><p>In einem <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=145160\">vorangegangenen Beitrag<\/a> wurde dargelegt, wie sich internationale Sanktionen auf &Ouml;lf&ouml;rderl&auml;nder wie Venezuela und den Irak auswirken k&ouml;nnen. Auch der Iran geh&ouml;rt mit einem Anteil von &Ouml;l, Gas und deren Produkten von bis zu 80 Prozent der gesamten Ausfuhren des Landes zu den typischen &Ouml;lf&ouml;rderern. In der Regel l&auml;sst sich ein eindeutiger Zusammenhang zwischen dem internationalen &Ouml;lpreis und dem Wohlstand dieser L&auml;nder in Form des Bruttoinlandsproduktes (BIP) pro Kopf feststellen: je h&ouml;her der &Ouml;lpreis, desto h&ouml;her das BIP pro Kopf und umgekehrt. Als die USA 2017 restriktive Ma&szlig;nahmen gegen die Erd&ouml;lf&ouml;rderung in Venezuela eingef&uuml;hrt hatten, war eine deutliche Abweichung von diesem Zusammenhang feststellbar. Trotz steigender &Ouml;lpreise blieb das BIP pro Kopf in dem Land niedrig und f&uuml;hrte zu einer schweren Wirtschaftskrise.<\/p><p>Es ist also anzunehmen, dass die Sanktionen der USA und der EU einen &auml;hnlichen Effekt auf den Wohlstand des Iraks haben. Zumindest sollte nach 2012 ein deutlicher Einbruch zu sehen sein. Die Realit&auml;t sieht jedoch erstaunlicherweise vollkommen anders aus.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/260128-Montag-BRICS-01.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/260128-Montag-BRICS-01.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p><small>Abbildung 1: Iran: &Ouml;lpreis und BIP pro Kopf, Datenquellen: <a href=\"https:\/\/data.worldbank.org\/indicator\/NY.GDP.MKTP.CD\">Weltbank<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.energyinst.org\/statistical-review\/home\">Statistical Review of World Energy<\/a><\/small><\/p><p>Trotz der Sanktionen l&auml;sst sich kein Einbruch der Wirtschaftsleistung des Irans abseits der Schwankungen des &Ouml;lpreises erkennen, selbst nach 2012 nicht. Der Grund daf&uuml;r wird deutlich, wenn man sich die Ziell&auml;nder der iranischen Ausfuhren genauer ansieht.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/260128-Montag-BRICS-02.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/260128-Montag-BRICS-02.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p><small>Abbildung 2: Iran: Export in Ziell&auml;nder in US-Dollar, Datenquellen: <a href=\"https:\/\/oec.world\/en\/profile\/country\/irn\">Observatory of Economic Complexity (1995-2022)<\/a>, <a href=\"https:\/\/ttd.wto.org\/en\/download\/indicators?reporters%5b0%5d=C364&amp;product_group=total&amp;indicator=exports&amp;years%5b0%5d=2023&amp;years%5b1%5d=2024\">Welthandelsorganisation (2023-2024)<\/a><\/small><\/p><p>W&auml;hrend Anfang der 2000er-Jahre die EU noch der gr&ouml;&szlig;te Abnehmer des iranischen Erd&ouml;ls sowie weiterer Waren des Landes war, traten in den darauffolgenden zwei Jahrzehnten die direkten Nachbarn sowie die heutigen BRICS-Mitglieder China, Vereinigte Arabische Emirate (VAE) und Indien an die Stelle der wichtigsten Ziell&auml;nder iranischer Ausfuhren. Dieser Trend hat sich <a href=\"https:\/\/www.iranintl.com\/en\/202601226536\">laut einem Beitrag des exiliranischen Fernsehsenders <em>Iran International<\/em><\/a> im Jahr 2025 nicht nur fortgesetzt, sondern der Wert der Ausfuhren allein von Roh&ouml;l, Erd&ouml;lprodukten und Erdgas habe in diesem Jahr bei circa 60 Milliarden Dollar gelegen.<\/p><p><strong>Bei Importen ist der Iran nicht auf den Westen angewiesen<\/strong><\/p><p>Auch bei der Einfuhr von G&uuml;tern ist der Iran mittlerweile gr&ouml;&szlig;tenteils unabh&auml;ngig vom Westen. 2024 teilte sich der Wert der importierten Waren wie folgt auf: 85 Prozent aus Asien und lediglich 13 Prozent aus Europa.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/260128-Montag-BRICS-03.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/260128-Montag-BRICS-03.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p><small>Abbildung 3: Iran: Export in Ziell&auml;nder in US-Dollar, Datenquellen: <a href=\"https:\/\/oec.world\/en\/profile\/country\/irn\">Observatory of Economic Complexity (1995-2022)<\/a>, <a href=\"https:\/\/ttd.wto.org\/en\/download\/indicators?reporters%5b0%5d=C364&amp;product_group=total&amp;indicator=imports&amp;years%5b0%5d=2023&amp;years%5b1%5d=2024\">Welthandelsorganisation (2023-2024)<\/a><\/small><\/p><p>Insbesondere bei den f&uuml;r die Erdgas- und Erd&ouml;lf&ouml;rderung wichtigen Maschinen hat sich der Iran gr&ouml;&szlig;tenteils vom Westen unabh&auml;ngig gemacht. An die Stelle von Deutschland, Italien und weiteren europ&auml;ischen Staaten sind China, die VAE und die T&uuml;rkei als wichtigste Zulieferer ger&uuml;ckt.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/260128-Montag-BRICS-04.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/260128-Montag-BRICS-04.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p><small>Abbildung 4: Iran: Import von Maschinen, mechanischen Ger&auml;ten und Teilen nach Herkunftsl&auml;ndern in US-Dollar, Datenquelle: <a href=\"https:\/\/oec.world\/en\/profile\/country\/irn\">Observatory of Economic Complexity<\/a><\/small><\/p><p><strong>Angriff auf den Iran tr&auml;fe insbesondere BRICS-Staaten, die T&uuml;rkei und den Globalen S&uuml;den<\/strong><\/p><p>Die trotz massiver Sanktionen des Westens weiterhin hohen Aus- und Einfuhren des Irans zeigen, dass sowohl die USA als auch die EU nicht &uuml;ber den ausreichenden &ouml;konomischen und au&szlig;enpolitischen Einfluss verf&uuml;gen, die Wirtschaftskraft des Landes zu schw&auml;chen. Anders als im Falle Venezuelas, das beim Ex- und Import wesentlich auf die Vereinigten Staaten angewiesen ist, sind die wichtigsten Handelspartner des Irans im Globalen S&uuml;den verortet. Letztere unterst&uuml;tzen die westlichen Sanktionen nicht, sondern profitieren davon.<\/p><p>Hier zeigt sich ein <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=115361\">&auml;hnliches Muster wie bei Russland<\/a>. 2021 war die EU noch der wichtigste Handelspartner des Landes &ndash; sowohl bei den Ausfuhren als auch bei den Einfuhren. Die Sanktionen der EU ab 2022 haben dazu gef&uuml;hrt, dass Russland nun vornehmlich mit den BRICS-Staaten China und Indien Handel betreibt. Innerhalb von zwei Jahren haben Letztere den Ausfall der EU ann&auml;hernd komplett ersetzt. Im Gegensatz dazu hatte der Iran zwei Jahrzehnte Zeit, sich von der Abh&auml;ngigkeit vom Westen zu l&ouml;sen.<\/p><p>Ein m&ouml;glicher Angriff der US-Streitkr&auml;fte auf den Iran stellt damit &ndash; anders als bei der Aggression gegen Venezuela &ndash; auch einen Angriff auf einen wichtigen Handelspartner und Energielieferanten gleich mehrerer BRICS-L&auml;nder dar. Es ist daher &auml;u&szlig;erst fraglich, ob diese einem milit&auml;risch erzwungenen Regime Change im Iran, Angriffen auf die Infrastruktur des Landes oder auf Tankschiffe mit iranischem &Ouml;l teilnahmslos zuschauen werden.<\/p><p>Der Iran ist zudem seit 2024 offizielles Mitglied der BRICS-Gruppe und hat Anfang 2025 mit Russland ein 20-j&auml;hriges <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/asien\/russland-iran-kooperation-100.html\">Abkommen &uuml;ber eine strategische Partnerschaft unterzeichnet<\/a>. Dieses sieht eine enge milit&auml;rische, technologische und wirtschaftliche Zusammenarbeit vor. Das Luft- und Raumfahrt-Magazin <a href=\"https:\/\/www.flugrevue.de\/iran-versorgt-russland-mit-raketen-im-milliardenwert\/\"><em>Flug Revue<\/em> meldet in einem aktuellen Beitrag<\/a>, dass der Iran Russland bereits seit Ende 2021 milit&auml;rische Ausr&uuml;stung f&uuml;r &bdquo;mehr als vier Milliarden US-Dollar&ldquo; zur Verf&uuml;gung gestellt hat, darunter &bdquo;ballistische Raketen, Drohnen und Munition&ldquo;. Iranischen Medienberichten zufolge habe Russland im Gegenzug Iskander-Raketensysteme an den Iran geliefert, so das Magazin.<\/p><p><strong>Was hat Trump vor?<\/strong><\/p><p>Es ist zwar nicht bekannt, ob zwischen Moskau und Teheran auch ein Vertrag &uuml;ber einen gegenseitigen milit&auml;rischen Beistand im Falle eines Angriffs durch einen Drittstaat existiert. Doch angesichts der Bedeutung des Irans als Russlands Waffenlieferant sowie dessen wirtschaftlichen Verflechtungen mit weiteren BRICS-Staaten w&uuml;rde ein US-Angriff auf das Land im Nahen Osten nicht nur eine erhebliche milit&auml;rische Eskalation zu dem bereits bestehenden Stellvertreterkrieg in der Ukraine darstellen. Der Iran k&ouml;nnte in der Folge einer weiteren US-Aggression die Stra&szlig;e von Hormus &ndash; einen Engpass im Persischen Golf &ndash; blockieren und damit den &Ouml;l- und Gastransport einer Reihe weiterer &Ouml;lf&ouml;rderl&auml;nder unterbinden. Da &uuml;ber den Seeweg t&auml;glich zwischen 17 und 20 Millionen Barrel &Ouml;l &ndash; circa 20 Prozent des globalen Bedarfs &ndash; in alle Welt verschifft werden, w&uuml;rde der Konflikt eine globale Wirtschaftskrise ausl&ouml;sen.<\/p><p>Es stellt sich die Frage, warum US-Pr&auml;sident Donald Trump, der sich auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=uNO-dLK45jY\">damit ger&uuml;hmt hat<\/a>, acht Kriege in neun Monaten beendet zu haben, diese Eskalation und damit m&ouml;glicherweise einen dritten Weltkrieg riskiert. In einem <a href=\"https:\/\/www.tehrantimes.com\/news\/515344\/Exclusive-Jeffrey-Sachs-reveals-real-motives-behind-Israel-s\">Interview mit der iranischen Tageszeitung <em>Teheran Times<\/em><\/a> &ndash; kurz nach dem Zw&ouml;lftagekrieg zwischen Israel und dem Iran Mitte 2025 &ndash; nannte der US-Wirtschaftsforscher und geopolitische Analyst Jeffrey Sachs den gro&szlig;en Einfluss der &bdquo;Israel-Lobby&ldquo; auf die US-Politik als Grund f&uuml;r die Unterst&uuml;tzung Trumps auf der Seite Israels. So h&auml;tten &bdquo;rund 45 Prozent der Stimmen f&uuml;r Donald Trump&ldquo; bei der Pr&auml;sidentschaftswahl 2024 von &bdquo;evangelikalen christlichen Zionisten&ldquo; gestammt. Die Israel-Lobby in den USA ziehe &bdquo;weit mehr christliche als j&uuml;dische W&auml;hler&ldquo; an. Das w&uuml;rde oft &uuml;bersehen werden. Der moderne Zionismus habe in Gro&szlig;britannien in der ersten H&auml;lfte des 19. Jahrhunderts als Projekt britischer evangelikaler protestantischer Christen begonnen, erkl&auml;rte der international renommierte &Ouml;konom, der unter anderem auch f&uuml;r die UNO t&auml;tig ist.<\/p><p>Der Einfluss der Israel-Lobby bietet zwar eine Erkl&auml;rung f&uuml;r Trumps Aggression gegen&uuml;ber dem Iran, nicht jedoch f&uuml;r die Entf&uuml;hrung des venezolanischen Pr&auml;sidenten, die Pl&auml;ne zur &Uuml;bernahme Gr&ouml;nlands oder die brutalen Eins&auml;tze der US-Migrationsbeh&ouml;rde im eigenen Land. Eine alternative m&ouml;gliche Erkl&auml;rung f&uuml;r Trumps innen- und au&szlig;enpolitisches Vorgehen liefert der chinesisch-kanadische geopolitische Analyst Jiang Xueqin. In einem <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=80jUKe0blAQ\">Interview mit dem norwegischen Politologen Glenn Diesen<\/a> geht Xueqin davon aus, dass Trump die alte Elite in den USA von der Macht entfernen will, eine neue Weltordnung anstrebt und mindestens eine weitere Amtszeit als US-Pr&auml;sident plant. Letzteres widerspricht der Verfassung der Vereinigten Staaten, die nur maximal zwei Amtsperioden erlaubt.<\/p><p>Die &bdquo;beispiellose Gewalt&ldquo; und die &bdquo;au&szlig;ergerichtlichen Hinrichtungen&ldquo; der US-Migrationsbeh&ouml;rde auf den Stra&szlig;en von Minneapolis seien bewusste Provokationen. Trump w&uuml;rde verstehen, dass er einen B&uuml;rgerkrieg anzetteln muss, damit er einen Ausnahmezustand ausrufen, Notstandsbefugnisse erlangen und Wahlen au&szlig;er Kraft setzen kann, erkl&auml;rt Xueqin. Hinsichtlich der neuen Weltordnung geht der geopolitische Analyst davon aus, dass die Vereinigten Staaten ihre imperiale Vorrangstellung in der Welt nicht aufgeben wollen, ihre Alliierten zur Erreichung dieses Ziels als &bdquo;Vasallen&ldquo; ansehen, um deren Ressourcen zu nutzen, und China wo immer m&ouml;glich herausfordern.<\/p><p><strong>Fazit<\/strong><\/p><p>Was der Grund f&uuml;r das Vorgehen des US-Pr&auml;sidenten und der ihn unterst&uuml;tzenden Elite in den Vereinigten Staaten auch immer ist: Ein weiterer US-Angriff auf den Iran hat das Potenzial, die Gr&auml;ben zwischen dem globalen Westen und dem BRICS-B&uuml;ndnis weiter zu vertiefen und China in einen Stellvertreterkrieg im Nahen Osten hineinzuziehen. Dies scheint offensichtlich das Ziel von Donald Trump zu sein. Dahinter k&ouml;nnte die Annahme stehen, dass die USA China zwar auf Dauer nicht wirtschaftlich, jedoch m&ouml;glicherweise milit&auml;risch besiegen k&ouml;nnten. Dass eine US-Regierung unter Trump nicht stillschweigend zusieht, wie sich die unipolare Weltordnung nach dem Ende der Sowjetunion durch den wirtschaftlichen Aufstieg Chinas und das milit&auml;rische Wiedererstarken Russlands in eine multipolare wandelt, l&auml;sst sich allein an dem langj&auml;hrigen Slogan &bdquo;Make America Great Again&ldquo; erkennen.<\/p><p>Diese gef&auml;hrliche Entwicklung lie&szlig;e sich aufhalten, wenn die vermeintlichen US-Alliierten, Vasallen &ndash; oder wie man sie sonst noch nennen kann &ndash; den Vereinigten Staaten den R&uuml;cken kehrten und endlich eine eigenst&auml;ndige Politik betreiben w&uuml;rden, die ihren eigenen Interessen nutzt <u>und<\/u> ein friedliches Auskommen mit den unmittelbaren Nachbarn anstrebt. Letzteres schlie&szlig;t auch ein, dass man eine gemeinsame regionale Sicherheitsstrategie entwickelt, statt ein transatlantisches Milit&auml;rb&uuml;ndnis zu erweitern, das sich gegen diese Nachbarn richtet. F&uuml;r einen derartigen Schritt m&uuml;ssten jedoch jahrzehntelang gepflegte Narrative entsch&auml;rft und ideologische Mauern, die das Gut-B&ouml;se-Schema bedienen, eingerissen werden. Ein derartiger Schritt ist mit dem aktuellen politischen F&uuml;hrungspersonal in europ&auml;ischen Schl&uuml;sselpositionen schwer vorstellbar.<\/p><p><small>Titelbild: Tomas Ragina\/shuttestock.com<\/small><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg08.met.vgwort.de\/na\/24ce951d457648afb7d911a13f233fb4\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Gegensatz zu Venezuela handelt es sich beim Iran um einen wichtigen Handelspartner Chinas, der Vereinigten Arabischen Emirate und der T&uuml;rkei. Dies zeigt eine Auswertung der Au&szlig;enhandelsdaten des Landes. Der Iran ist zudem BRICS-Mitglied sowie ein milit&auml;rischer Partner Russlands. 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