{"id":145579,"date":"2026-02-01T15:00:05","date_gmt":"2026-02-01T14:00:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=145579"},"modified":"2026-01-30T22:08:36","modified_gmt":"2026-01-30T21:08:36","slug":"die-usa-und-das-risiko-einer-einmischung-in-die-wahlen-in-kolumbien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=145579","title":{"rendered":"Die USA und das Risiko einer Einmischung in die Wahlen in Kolumbien"},"content":{"rendered":"<p>Wenn Washington droht, schweigt Europa meist &ndash; und Lateinamerika steht erneut im Fadenkreuz. Im Gespr&auml;ch mit <em>Jacobin<\/em> warnt der kolumbianische Pr&auml;sidentschaftskandidat <strong>Iv&aacute;n Cepeda<\/strong> vor einer gef&auml;hrlichen Eskalation US-amerikanischer Einflussnahme: von Drohungen gegen Pr&auml;sident Petro bis zur m&ouml;glichen Wahlintervention. Ein Interview &uuml;ber Souver&auml;nit&auml;t, Machtpolitik und die R&uuml;ckkehr der Monroe-Doktrin. Das Interview f&uuml;hrte <strong>Pablo Casta&ntilde;o<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nIv&aacute;n Cepeda ist Senator des Pacto Hist&oacute;rico (des Historischen Pakts), des linken B&uuml;ndnisses hinter dem Wahlsieg des kolumbianischen Pr&auml;sidenten Gustavo Petro, sowie Kandidat dieses B&uuml;ndnisses, der Petro bei den Pr&auml;sidentschaftswahlen im Mai und Juni 2026 nachfolgen soll. Cepeda ist ein Menschenrechtsaktivist, der auf eine lange politische Laufbahn zur&uuml;ckblickt. Zu verschiedenen Zeiten engagierte er sich in der Kommunistischen Partei, der Patriotischen Union, der Demokratischen Allianz M-19 &ndash; der Partei, der auch Petro angeh&ouml;rte und die nach der Demobilisierung der Guerilla M-19 im Jahr 1990 entstand &ndash; sowie sp&auml;ter im Polo Democr&aacute;tico, der heute zusammen mit anderen Kr&auml;ften im Pacto Hist&oacute;rico zusammengeschlossen ist.<\/p><p>Cepeda ist bekannt f&uuml;r seine Rolle in verschiedenen Friedensprozessen mit der inzwischen aufgel&ouml;sten Guerillagruppe der Revolution&auml;ren Streitkr&auml;fte Kolumbiens (Farc) und mit der Nationalen Befreiungsarmee (ELN), einer Guerillagruppe, die nach mehreren gescheiterten Verhandlungsversuchen weiterhin aktiv ist. Sein Vater, Manuel Cepeda, war Kongressabgeordneter der Uni&oacute;n Patri&oacute;tica &ndash; einer aus einem Friedensprozess mit den Farc hervorgegangenen Partei &ndash; und wurde 1994 von Paramilit&auml;rs im Rahmen einer Kampagne zur Ausl&ouml;schung der Anf&uuml;hrer dieser Partei ermordet, wof&uuml;r der Interamerikanische Gerichtshof f&uuml;r Menschenrechte den kolumbianischen Staat verurteilte. Nach der Ermordung seines Vaters initiierte Iv&aacute;n Cepeda die Nationale Opferbewegung mit dem Ziel, Gerechtigkeit f&uuml;r die Menschen zu erreichen, die von staatlichen Akteuren und paramilit&auml;rischen Gruppen ermordet wurden.<\/p><p>Cepeda war auch an dem Gerichtsverfahren beteiligt, das zur ersten Verurteilung des ehemaligen Pr&auml;sidenten &Aacute;lvaro Uribe wegen Zeugenmanipulation in einem Fall im Zusammenhang mit seinen mutma&szlig;lichen Verbindungen zu paramilit&auml;rischen Gruppen f&uuml;hrte. Obwohl der Ausgang des Verfahrens noch ungewiss ist, entwickelte es sich zum bekanntesten Prozess der j&uuml;ngeren Geschichte Kolumbiens und schw&auml;chte Uribe, der weiterhin die zentrale Figur der kolumbianischen Rechten ist.<\/p><p>Kaum eine Woche ist seit dem Angriff der Vereinigten Staaten gegen Venezuela und der Entf&uuml;hrung von Nicol&aacute;s Maduro auf Befehl von Donald Trump vergangen, der zudem den kolumbianischen Pr&auml;sidenten wiederholt bedroht hat. Im Gegensatz zu Petro, der f&uuml;r seinen hyperbolischen Stil und seine frenetische Nutzung sozialer Netzwerke bekannt ist, reagiert Cepeda mit einem entschiedenen, aber ma&szlig;vollen Ton.<\/p><p><em>Jacobin<\/em> sprach mit Cepeda in Madrid w&auml;hrend seiner Reise, bei der er mit dem spanischen Regierungsoberhaupt Pedro S&aacute;nchez zusammentraf und Gespr&auml;che mit der zahlreichen kolumbianischen Diaspora im Land f&uuml;hrte.<\/p><p><strong>Wie sch&auml;tzen Sie den Angriff der Vereinigten Staaten auf Venezuela und die Drohungen Donald Trumps gegen Kolumbien und andere L&auml;nder der Region ein?<\/strong><\/p><p>Ich sehe darin keine zuf&auml;lligen oder isolierten Ereignisse. Sie alle sind Teil der neuen US-Doktrin f&uuml;r die westliche Hemisph&auml;re, die in der im Dezember ver&ouml;ffentlichten Nationalen Sicherheitsstrategie klar dargelegt wurde. In einem Abschnitt mit dem Titel &bdquo;Das Trump-Korollar zur Monroe-Doktrin&rdquo; wird klar festgestellt, dass die Vereinigten Staaten das Recht haben, die Hegemonie &uuml;ber die gesamte westliche Hemisph&auml;re auszu&uuml;ben, um ihre strategischen Ziele zu verfolgen und politische, wirtschaftliche sowie milit&auml;rische Kontrolle &uuml;ber die Region auszu&uuml;ben.<\/p><p>Darin wird klar dargelegt, wie vorzugehen ist: Regierungen sind entweder als Freunde oder, wenn sie sich den strategischen Interessen der USA widersetzen, als Feinde einzustufen. Folglich werden sie erpresst und unter Druck gesetzt, wenn sie sich nicht an die Vorgaben Washingtons halten. Oder sie werden direkt gest&uuml;rzt oder beseitigt, wie wir es in Venezuela gesehen haben und wie wir es nun auch in Kolumbien zu sehen beginnen. Es handelt sich dabei nicht um zuf&auml;llige Aktionen, die separat analysiert werden sollten, sondern um einen Teil einer globalen Vision der internationalen neofaschistischen Ultrarechten.<\/p><p><strong>Glauben Sie, dass Trumps Drohungen gegen Pr&auml;sident Gustavo Petro ernst zu nehmen sind?<\/strong><\/p><p>Man muss sie uneingeschr&auml;nkt ernst nehmen. Ich wei&szlig; nicht, ob sie auf eine direkte Intervention hindeuten, aber sie weisen zweifellos auf eine feindselige Haltung Trumps und der US-Regierung gegen&uuml;ber unserer Regierung sowie auf die Absicht hin, das Vorankommen des Progressismus in Kolumbien zu verhindern. Pr&auml;sident Petro wurde in die &bdquo;Clinton-Liste&rdquo; aufgenommen, in der Personen aufgef&uuml;hrt werden, die die USA als Drogenh&auml;ndler oder als Eigent&uuml;mer von Verm&ouml;genswerten mit Bezug zum Drogenhandel einstufen. Das ist eine offen feindselige Handlung, die ohne jegliche &ouml;ffentliche Begr&uuml;ndung vorgenommen wurde. Es ist das erste Mal, dass eine solche Ma&szlig;nahme gegen einen Pr&auml;sidenten Kolumbiens ergriffen wurde.<\/p><p>Wir haben auch Bombardierungen an unseren K&uuml;sten gesehen sowie die Aberkennung des US-Status Kolumbiens als Land, das den Drogenhandel bek&auml;mpft, nachdem es enorme Anstrengungen gegen dieses &Uuml;bel unternommen hatte. Alles deutet darauf hin, dass ein Weg eingeschlagen wird, der nicht nur die Handlungsf&auml;higkeit der Regierung Petro zunehmend erschwert, sondern auch die M&ouml;glichkeit, dass ich gew&auml;hlt werde, vereitelt.<\/p><p><strong>Wird es eine direkte Intervention der Vereinigten Staaten bei den bevorstehenden Wahlen geben?<\/strong><\/p><p>Ja, denn wenn eine ausl&auml;ndische Macht w&auml;hrend einer Wahlperiode Meinungen gegen eine Regierung &auml;u&szlig;ert und behauptet, diese sei kriminellen Organisationen wohlwollend eingestellt und k&ouml;nne sich nachteilig auf die Region auswirken, dann verfolgt sie damit einen bestimmten Zweck. Pers&ouml;nlichkeiten aus dem Umfeld von Pr&auml;sident Trump, darunter Kongressabgeordnete und Mitglieder der Regierung, haben sich in diesem Sinne ge&auml;u&szlig;ert.<\/p><p><strong>Und abgesehen von den &Auml;u&szlig;erungen: Glauben Sie, dass es w&auml;hrend des diesj&auml;hrigen Wahlkampfs sowie der Pr&auml;sidentschafts- und Parlamentswahlen in Kolumbien zu einer direkteren Einmischung der US-Regierung kommen k&ouml;nnte?<\/strong><\/p><p>Wir werden sehen. Es besteht eine reale Gefahr. Es gibt Pr&auml;zedenzf&auml;lle.<\/p><p><strong>L&ouml;st das Telefongespr&auml;ch zwischen Petro und Trump vom 8. Januar die Situation oder bedeutet es nur eine Pause?<\/strong><\/p><p>Es ist zu begr&uuml;&szlig;en, wenn das Ziel darin besteht, die Feindseligkeit zu verringern. Aber zweifellos l&auml;sst sich die Situation nicht einfach mit Telefonaten l&ouml;sen. Es gibt offensichtliche Fakten: Vor der K&uuml;ste Kolumbiens liegt ein riesiger Flugzeugtr&auml;ger, eine in der Vergangenheit nie dagewesene milit&auml;rische Pr&auml;senz, und der Pr&auml;sident steht auf einer Liste von Drogenh&auml;ndlern. Die Telefonate sind zwar zu begr&uuml;&szlig;en, aber diese Fakten bleiben bestehen.<\/p><p><strong>Im Jahr 2025 f&uuml;hrte Trump feindselige Aktionen gegen mehrere lateinamerikanische L&auml;nder durch. Es gelang jedoch keiner regionalen Organisation &ndash; wie der CELAC oder der UNASUR &ndash;, sich auf eine gemeinsame Position zu einigen. K&ouml;nnte nach dem Angriff auf Venezuela eine gr&ouml;&szlig;ere Einheit in der Region erreicht werden, selbst mit konservativen Regierungen?<\/strong><\/p><p>Mehr als ein einzelnes Ereignis muss man den politischen und historischen Moment verstehen, in dem wir uns befinden, sowie die klare Ausrichtung, die die US-Regierung eingeschlagen hat. Ohne den &Uuml;berblick verf&auml;llt man in reaktives oder adaptives Verhalten. Die Ereignisse folgen Schlag auf Schlag, und es werden chaotische Erkl&auml;rungen abgegeben. Jeder Schlag ist h&auml;rter als der vorherige, aber es wird reagiert, als ob es noch m&ouml;glich w&auml;re, diese Tendenz umzukehren.<\/p><p>Wir m&uuml;ssen mit einer strategischen Sichtweise handeln, die &uuml;ber einzelne Ereignisse hinausgeht. Wir m&uuml;ssen eine strategische Position definieren. Wir sind ein souver&auml;ner Kontinent. Wir sind unabh&auml;ngige L&auml;nder. Unsere seit Langem bestehenden Vereinigungsprozesse m&uuml;ssen gest&auml;rkt werden. Wir sind eine Zone des Friedens. Und wir akzeptieren keine Einmischung von au&szlig;en. So m&uuml;ssen sich Regierungen und V&ouml;lker ausrichten.<\/p><p><strong>Die Linke wurde bei den j&uuml;ngsten Wahlen in Chile, Honduras, Argentinien und Bolivien geschlagen, in mehreren F&auml;llen durch die Ultrarechten. Wie erkl&auml;ren Sie sich den raschen Aufstieg der extremen Rechten in Lateinamerika in den letzten Jahren?<\/strong><\/p><p>Jeder Fall m&uuml;sste einzeln analysiert werden. Ich glaube nicht, dass man allgemeine Erkl&auml;rungen geben kann, ohne die spezifischen Bedingungen zu ber&uuml;cksichtigen. Der Einfluss der Regierung Trump ist jedoch erheblich. Miami und Florida entwickelten sich zu einer Drehscheibe der internationalen Politik, von der aus die Bem&uuml;hungen der hemisph&auml;rischen Ultrarechten koordiniert wurden. Dahinter stehen m&auml;chtige Wirtschaftskonzerne, die zu allen m&ouml;glichen Methoden greifen. Im Gegensatz zur Politik der Linken sind schmutzige Methoden in der Politik der Ultrarechten an der Tagesordnung. Diese strategische Offensive auf dem Kontinent spielt eine Schl&uuml;sselrolle. In einigen L&auml;ndern gibt es auch eine St&auml;rkung der Linken und in allen L&auml;ndern soziale Mobilisierungen.<\/p><p><strong>Wie hat die kolumbianische Rechte auf Trumps Drohungen reagiert?<\/strong><\/p><p>Die Ultrarechte steht auf der Seite Trumps und der reaktion&auml;rsten Kreise der USA &ndash; angefangen bei ihrem wichtigsten Vertreter &Aacute;lvaro Uribe. Jeden Tag treten sie in den Medien auf, um f&uuml;r eine Intervention der USA in Kolumbien zu werben.<\/p><p><strong>K&ouml;nnte Ihnen diese Haltung bei den Wahlen nicht schaden?<\/strong><\/p><p>Zweifellos. Es kann eine gewisse Unterst&uuml;tzung aus bestimmten Kreisen, denen es an W&uuml;rde mangelt, f&uuml;r diese Positionierung geben, aber es besteht im Lande ein Gef&uuml;hl von Souveranit&auml;t und Respekt f&uuml;r unsere Nation. Das hat, glaube ich, Wirkung auf die Wahlen.<\/p><p><strong>Die Linke kam vor vier Jahren in Kolumbien mit einem ambitionierten Programm sozialer Reformen erstmals an die Macht. Wie f&auml;llt Ihre Bilanz der Regierung von Gustavo Petro aus?<\/strong><\/p><p>Es ist die erste Regierung, die soziale Ver&auml;nderungen herbeigef&uuml;hrt hat, auch wenn nicht alle angestrebten Ziele erreicht wurden und dies nicht ohne Fehler, Leerstellen und Irrt&uuml;mer geschah (zum Beispiel musste sie die Korruption erleiden, ein gravierendes Problem, das beseitigt werden muss und f&uuml;r das Bedingungen geschaffen werden m&uuml;ssen, damit es sich unter einer linken Regierung nicht wiederholt). Es gibt klare soziale Errungenschaften, die durch statistische Daten, internationale Organisationen sowie durch den Aufbau einer &auml;u&szlig;erst breiten sozialen Unterst&uuml;tzungsbasis belegt sind.<\/p><p>Es war die erste Regierung, die eine ernsthafte Agrarreform voranbrachte, indem sie eine beispiellose Menge Land verteilte und Eigentumstitel f&uuml;r b&auml;uerliche, afrost&auml;mmige und indigene Gemeinschaften formalisierte. Sie leitete territoriale Ver&auml;nderungen ein, holte mehr als zwei Millionen Menschen aus der Armut, erh&ouml;hte den Mindestlohn deutlich und setzte Arbeits- und Rentenreformen durch. Es ist die erste Regierung, die eine Steuerreform auf der Grundlage des Prinzips der Progressivit&auml;t verwirklichte: Wer mehr hat, muss mehr zahlen. Es gibt eine lange Liste sozialer Errungenschaften, die sich im gesellschaftlichen R&uuml;ckhalt f&uuml;r die Regierung und meine Kandidatur widerspiegeln.<\/p><p><strong>Welche sind die wichtigsten noch offenen Aufgaben der kolumbianischen Linken?<\/strong><\/p><p>Wir m&uuml;ssen uns auf konkrete soziale Reformen konzentrieren und diese vertiefen, damit sie unumkehrbar werden. Um viele Kolumbianer aus der Armut zu holen, ist es notwendig, die soziale Ungleichheit mit tiefgreifenden Ver&auml;nderungsma&szlig;nahmen und Reformen der Sozialprogramme anzugehen. Dem werde ich mich widmen. Der beste Weg, das zu erreichen, ist die Priorisierung und St&auml;rkung einer relativ kleinen Anzahl von Initiativen.<\/p><p><strong>Petro hat sich zum Ziel gesetzt, den &bdquo;totalen Frieden&rdquo; zu erreichen, doch der interne Konflikt in Kolumbien dauert weiterhin an. Wenn Sie zum Pr&auml;sidenten gew&auml;hlt w&uuml;rden, was w&uuml;rden Sie tun, um das Land zu befrieden?<\/strong><\/p><p>Wir m&uuml;ssen uns den Problemen in den vom Konflikt betroffenen Gebieten widmen. Ohne grundlegende soziale Ver&auml;nderungen in diesen Gebieten, wie den Zugang zu Wasser, Strom und Kommunikationswegen, ist es sehr schwierig, dass die b&auml;uerliche &Ouml;konomie und die Landwirtschaft floriert. Ohne diese Ver&auml;nderungen bleibt die gesamte Region anf&auml;llig f&uuml;r die wirtschaftliche Kontrolle durch die Ausbeutung von Bodensch&auml;tzen, den illegalen Goldabbau und den Drogenhandel. Unter diesen Bedingungen, in denen die Wirtschaft mit blutigen Prozessen der Ausbeutung von Ressourcen und Menschen verbunden ist, findet der Konflikt einen viel g&uuml;nstigeren N&auml;hrboden, um sich weiter zu versch&auml;rfen.<\/p><p><strong>Gustavo Petro gewann die Wahlen 2022 nach einer starken antineoliberalen sozialen Bewegung. Welche Rolle spielten die sozialen Bewegungen in der Regierung Petro, und welche Rolle werden sie im Wahlkampf der Linken spielen?<\/strong><\/p><p>Aus meiner Sicht kommt ihnen eine zentrale, f&uuml;hrende und unverzichtbare Rolle zu. Es kann keine neue progressive Regierung geben, die nicht eng und organisch mit den sozialen Bewegungen verbunden ist. Sie sind diejenigen, mit denen regiert werden muss.<\/p><p><strong>Wie macht man das in der Praxis?<\/strong><\/p><p>Man muss sorgf&auml;ltig und aufmerksam vorgehen und diesem Thema den Vorrang als etwas Wesentliches einr&auml;umen. Es bedarf einer st&auml;ndigen Pr&auml;senz, eines kontinuierlichen Dialogs sowie der Bereitschaft, zuzuh&ouml;ren und sich [mit den sozialen Bewegungen] auszutauschen. Es handelt sich dabei nicht um einen Dialog ohne Widerspr&uuml;che oder Meinungsverschiedenheiten, aber er muss unter Ber&uuml;cksichtigung dessen gef&uuml;hrt werden, was sie [die Mitglieder der sozialen Bewegungen] denken, wie sie gek&auml;mpft haben und wie sie ihre Programme und Bestrebungen aufrechterhalten haben.<\/p><p>&Uuml;bersetzung: Hans Weber, <a href=\"https:\/\/amerika21.de\/analyse\/281815\/ivan-cepeda-interview-kolumbien\">Amerika 21<\/a><\/p><p><small>Titelbild: By IvanCepedaCastro &ndash; Own work, CC BY-SA 4.0, <a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/w\/index.php?curid=89192108\">commons.wikimedia.org\/w\/index.php?curid=89192108<\/a><\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn Washington droht, schweigt Europa meist &ndash; und Lateinamerika steht erneut im Fadenkreuz. 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