{"id":146179,"date":"2026-02-12T14:00:04","date_gmt":"2026-02-12T13:00:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=146179"},"modified":"2026-02-12T13:28:36","modified_gmt":"2026-02-12T12:28:36","slug":"leserbriefe-zu-deutsche-journalisten-spielen-krieg-was-wenn-russland-uns-angreift","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=146179","title":{"rendered":"Leserbriefe zu \u201eDeutsche Journalisten spielen Krieg: \u201eWas, wenn Russland uns angreift?\u201c\u201c"},"content":{"rendered":"<p><!--more--><br>\n<strong>Tobias Riegel<\/strong> kommentiert <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=145932\">hier<\/a> ein emotionales Szenario, das einen russischen Angriff auf die NATO simulieren soll. Erdacht h&auml;tten es die Tageszeitung Welt und die Bundeswehr-Uni mit einigen Politikern und &bdquo;Experten&ldquo; f&uuml;r ein Planspiel. Diese &ouml;ffentliche Inszenierung richte sich an die B&uuml;rger, deren &bdquo;Kriegst&uuml;chtigkeit&ldquo; durch solche unseri&ouml;sen Spektakel noch mehr gesteigert werden soll. Was also &bdquo;spielerisch&ldquo; daherkomme und angeblich nur zu dem Zweck veranstaltet werde, &bdquo;unsere Schw&auml;chen zu erkennen&ldquo;, das sei nichts weiter als ein weiterer propagandistischer Mosaikstein in der Erziehung der Deutschen zu mehr Kriegswilligkeit. Von unseren Lesern haben wir dazu interessante Leserbriefe erhalten. Daf&uuml;r bedanken wir uns. Die nun folgende Auswahl hat <strong>Christian Reimann<\/strong> f&uuml;r Sie zusammengestellt.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>1. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrte Nachdenkseiten, <\/p><p>ein sehr guter Artikel von Tobias Riegel! Der pr&auml;gnante Schlu&szlig;satz zeigt, worum es bei solchen Spielchen tats&auml;chlich geht. &bdquo;Wir&ldquo; ernten heute die Fr&uuml;chte der immensen Forschung in den Sozialwissenschaften im 20. Jahrhundert.<\/p><p>Freundliche Gr&uuml;&szlig;e, und weiter so, Wolfgang Blendinger<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>2. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebe Nachdenkseitenredaktion,<\/p><p>schon die erste Annahme der geschilderten Kriegsgedankenspiele ist an sich absurd:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;&hellip;im Kanzleramt brennt noch Licht!&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Dieser schmucke Bau geh&ouml;rt wohl eher in eine Zielkategorie, in der im tats&auml;chlichen Angriffsfall nie wieder das Licht angeht. Was f&uuml;r Traumt&auml;nzer sind da nur am Werk?<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nMartin Siebert<\/p><p>p.s. von Walter Moers gibt es ein putziges Video, an das ich bei dieser Formulierung zuerst denken musste. Nur brennt da noch Licht im &bdquo;F&ouml;hrerbonker&ldquo;&hellip;<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>3. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Riegel!<\/p><blockquote><p>\n&ldquo;Viele weniger gut informierte B&uuml;rger in Deutschland haben die Angst vor einer &bdquo;russischen Gefahr&ldquo; bereits fest verinnerlicht, obwohl es keine milit&auml;risch-politischen Tatsachen gibt, die das rational begr&uuml;nden w&uuml;rden.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Das gilt nicht nur f&uuml;r Deutschland. Ein ehemaliger Kollege hat mir gegen&uuml;ber unl&auml;ngst dieses &bdquo;Denken&ldquo; ge&auml;u&szlig;ert. Und ich z&auml;hle ihn nicht zu denen, von welchen ich nichts anderes erwartet h&auml;tte. Der Kampf um die Deutungshoheit benebelt die Gehirne. Auslassungen, Wiederholungen und manipulatives Wortmaterial (bes. bei adjektivischen Beif&uuml;gungen) sind vorl&auml;ufig erfolgreicher als Information, die nicht vom Mainstream kommt. Die Soft-Power ist st&auml;rker als das kritische, selbst&auml;ndige Denken. Goebbels h&auml;tte seine Freude. Der hatte aber seinerzeit auch nicht die technischen M&ouml;glichkeiten. <\/p><p>Ich bin immer wieder &uuml;berrascht, dass es Menschen &ndash; auch Politiker &ndash; gibt, die so denken wie sie denken. Das geht so weit, dass ich manchmal denke: Vielleicht liege ich mit meiner Auffassung falsch. Damit bin ich nicht allein.<\/p><p>Gerade deshalb ist es wichtig, u.a. das Werben um Kriegst&uuml;chtigkeit gegen die Russen (= Putin) zu hinterfragen. Und darin m&ouml;chte ich Sie best&auml;rken.<\/p><p>Reinhard Winkler<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>4. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Hallo Herr Riegel,<\/p><p>vielen Dank, dass Sie einmal mehr eine der albernen Propagandablasen der Mainstream-Presse (Welt) in Ihrem Artikel aufgreifen. Dem fiktiven (und von den Schreiberlingen wohl real herbeigesehnt) Szenario in der &ldquo;Welt&rdquo;: Stellen Sie sich vor, es ist Dienstag, der 27.Oktober 2026, 6.47 Uhr, im Bundeskanzleramt in Berlin brennt Licht, russische Truppen stehen an der Grenze zu Litauen, offenbar bereit, in das Nato-Land einzumarschieren, stelle ich mein pers&ouml;nliches Szenario entgegen: Der 27.Oktober ist mein j&auml;hrlicher Geburtstag, an dem ich in diesem Jahr 65 Jahre alt werde. Ich kann dann sogar in Rente gehen, weil ich zu dem Zeitpunkt bereits &uuml;ber 46! Jahre voll gearbeitet habe. Das ist doch ein Grund zum Feiern! Und als gute europ&auml;ische Nachbarin w&uuml;rde ich mir w&uuml;nschen, dass die Russen nicht den Umweg &uuml;ber Litauen machen (was sollen die in dem Miniatur-Nato-Land?), sondern direkt &uuml;ber die Ostsee gen deutschem (Nato-)Hafen Kiel schippern. Dort w&uuml;rde ich mit einer guten Flasche Wodka (na, lieber ein paar mehr) mit dem Besuch aus Russland auf meinen 65zigsten ansto&szlig;en. Um den Tag abzurunden, w&uuml;rde ich die Russen zu einer Spritztour nach Berlin einladen, um im Bundeskanzleramt nachzufragen, ob die dort tats&auml;chlich erst um 6.47 Uhr anfangen zu arbeiten?! (Aber vielleicht geht wegen der Gasmangellage in Deutschland -und im Oktober 2026 muss man sich bereits auf den kommenden Winter 2027 einstellen- das Bundeskanzleramt mit gutem Beispiel voran und man arbeitet dort vor 6.47 Uhr aus Sparsamkeit im Dunkeln). Zum Abschlu&szlig; des &ldquo;Feier&rdquo;-Tages w&uuml;rde ich den Russen aus dem Buch &ldquo;Geliebtes Sibirien&rdquo; von Traugott von Stackelberg (10.Auflage 1975) vorlesen. Im Umschlag schreibt der S&uuml;dwestfunk, Baden-Baden wie folgt: &ldquo;Der gro&szlig;e Zauber, der von diesem Buch ausgeht, und das in seiner Art einzigartig sein d&uuml;rfte, liegt in der Pers&ouml;nlichkeit des Verfassers. In ihm begegnet uns der Typ des wahren Europ&auml;ers, der die Welt kennt und auf Grund seiner Herzensg&uuml;te und seiner wahren Bildung jederzeit Zugang zu den Menschen findet&rdquo;. Ja, liebe Russen, diese Art Europ&auml;er sind heute verschwunden oder verschollen, nicht nur im Bundeskanzleramt. Deswegen an dieser Stelle ein herzliches &ldquo;Nastrovje&rdquo;, Prost!<\/p><p>Beste Gr&uuml;&szlig;e<br>\nClaudia L.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>5. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Riegel,<\/p><p>sehr geehrte Redaktion der Nachdenkseiten,<\/p><p>als ich Ihren Artikel las, musste ich unweigerlich schmunzeln und an meine Kindheit denken. Als Kind hatte ich n&auml;mlich eine gro&szlig;e Sammlung von Modellen s&auml;mtlicher in den Sechziger- und Siebzigerjahren in der Bundeswehr gebr&auml;uchlichen Panzer und Milit&auml;rfahrzeuge der Marke Roskopf, passend im Ma&szlig;stab 1:87 zur Modelleisenbahn der Spurweite H0 (roskopf-modelle.info). Als Jungs spielten wir damit auf dem Fu&szlig;boden der elterlichen Wohnung und simulierten fiktive &bdquo;Panzerschlachten&ldquo;. Genau so kindlich-naiv kommen mir das im Artikel beschriebene &bdquo;Wargame&ldquo; und die beteiligten Politiker wie Peter Tauber, Roderich Kiesewetter oder Michael Roth vor. Sie scheinen aus der kindlichen Trotzphase immer noch nicht herausgekommen zu sein. Als ich im Alter von sechzehn oder siebzehn Jahren beschlossen hatte, den Wehrdienst zu verweigern, schmiss ich meine Panzersammlung in den M&uuml;lleimer in der K&uuml;che meiner Eltern. So weit sind Tauber, Kiesewetter und Roth anscheinend noch nicht. Stattdessen tr&auml;umen sie im &bdquo;Wargame&ldquo; spielerisch-kindlich von den politischen &Auml;mtern, die sie gern gehabt h&auml;tten und mangels Eignung, Bef&auml;higung und Qualifikation niemals erreichen werden.<\/p><p>&Uuml;brigens spielten wir als Kinder auch h&auml;ufig &bdquo;Cowboy und Indianer&ldquo;. Dabei waren die (wei&szlig;en, amerikanischen) Cowboys meistens die &bdquo;Guten&ldquo; und die (&bdquo;wilden&ldquo;, indigenen) Indianer die &bdquo;B&ouml;sen&ldquo;. Beides, die Panzermodelle und die Cowboy- und Indianer-Spiele, zeigen, wie sehr wir als Kinder in den Sechzigerjahren von der pro-westlichen, pro-amerikanischen Denkweise und militaristischen Indoktrination durchdrungen waren. So, wie unsere V&auml;ter, die uns zum Spiel mit den Modellpanzern motivierten, von der Ideologie der Nazis indiktroniert worden waren. Ich nannte sie deshalb immer &bdquo;die indoktrinierte Generation&ldquo;. Das waren die Sechzigerjahre und die Zeit des kalten Krieges. Aber heute? Sind wir schon wieder soweit?<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nAndreas Reigbert<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Anmerkung zur Korrespondenz mit den NachDenkSeiten<\/strong><\/p><p>Die NachDenkSeiten freuen sich &uuml;ber Ihre Zuschriften, am besten in einer angemessenen L&auml;nge und mit einem eindeutigen Betreff.<\/p><p>Es gibt die folgenden E-Mail-Adressen:<\/p><ul>\n<li><a href=\"mailto:leserbriefe@nachdenkseiten.de\">leserbriefe(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Kommentare zum Inhalt von Beitr&auml;gen.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:hinweise@nachdenkseiten.de\">hinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> wenn Sie Links zu Beitr&auml;gen in anderen Medien haben.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:videohinweise@nachdenkseiten.de\">videohinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r die Verlinkung von interessanten Videos.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:redaktion@nachdenkseiten.de\">redaktion(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Organisatorisches und Fragen an die Redaktion.<\/li>\n<\/ul><p>Weitere Details zu diesem Thema finden Sie in unserer &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=47939\">Gebrauchsanleitung<\/a>&ldquo;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[103],"tags":[],"class_list":["post-146179","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-leserbriefe"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/146179","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=146179"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/146179\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":146181,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/146179\/revisions\/146181"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=146179"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=146179"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=146179"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}