{"id":146366,"date":"2026-02-17T10:00:56","date_gmt":"2026-02-17T09:00:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=146366"},"modified":"2026-02-17T14:32:35","modified_gmt":"2026-02-17T13:32:35","slug":"der-morgan-mcsweeney-komplex","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=146366","title":{"rendered":"Der Morgan-McSweeney-Komplex"},"content":{"rendered":"<p>Die Epstein-Akten richten einen hellen Scheinwerfer in viele dunkle Ecken &ndash; nicht nur in die der Sexskandale, P&auml;dophilie oder der US-amerikanischen Politik. Auch Akteure der europ&auml;ischen Politik geraten durch die Enth&uuml;llungen in den Fokus. In Gro&szlig;britannien haben die Informationen bereits zum R&uuml;cktritt des ehemaligen britischen Botschafters Lord Peter Mandelson (Spitzname &bdquo;F&uuml;rst der Finsternis&ldquo;) aus dem Oberhaus des britischen Parlaments (House of Lords) gef&uuml;hrt. In den letzten Tagen folgten noch weitere prominente Mitglieder aus dem engen Umkreis des Premierministers Keir Starmer, die Mandelson nahestanden. Aber das ist erst der Anfang einer viel gr&ouml;&szlig;eren Geschichte von politischen Intrigen, Rufmordkampagnen und Korruption auf der britischen Insel, in der ein gewisser Morgan McSweeney eine zentrale Rolle spielt. Ein Artikel von <strong>Maike Gosch<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_5710\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-146366-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260217_Der_Morgan_McSweeney_Komplex_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260217_Der_Morgan_McSweeney_Komplex_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260217_Der_Morgan_McSweeney_Komplex_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260217_Der_Morgan_McSweeney_Komplex_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=146366-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260217_Der_Morgan_McSweeney_Komplex_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"260217_Der_Morgan_McSweeney_Komplex_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Am 8. Februar 2026 trat Morgan McSweeney als Stabschef des britischen Premierministers Keir Starmer zur&uuml;ck und &uuml;bernahm dabei die &bdquo;volle Verantwortung&rdquo; f&uuml;r seinen Rat an Keir Starmer, Lord Mandelson zum britischen Botschafter in den USA zu ernennen.<\/p><p>Hintergrund waren die Enth&uuml;llungen aus den Epstein-Akten, die <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/europa\/epstein-london-labour-mandelson-starmer-100.html\">Hinweise darauf gegeben hatten<\/a>, dass Lord Peter Mandelson &ndash; ein enger Freund von Jeffrey Epstein &ndash; Regierungsgeheimnisse an diesen weitergegeben und sogar versucht haben soll, die britische Regierungspolitik zugunsten von Epsteins finanziellen und politischen Interessen zu beeinflussen. So soll Mandelson als Kabinettsminister w&auml;hrend der Bankenkrise 2009 seinem Freund Epstein <a href=\"https:\/\/www.srf.ch\/news\/international\/enthuellungen-epstein-akten-epsteins-toxische-hinterlassenschaft-erreicht-downing-street\">vertrauliche Dokumente gemailt haben<\/a>, wie Pl&auml;ne zur Rettung von Banken und Gesetzesentw&uuml;rfe der britischen Regierung zur Besteuerung von Boni f&uuml;r Banker. Mandelson und sein heutiger Ehemann Reinaldo Avila da Silva hatten zuvor <a href=\"https:\/\/www.bbc.com\/news\/articles\/cn82elvzpz7o\">hohe Zahlungen<\/a> von Epstein erhalten. Inzwischen hat die britische Polizei <a href=\"https:\/\/www.bbc.com\/news\/articles\/c0q4jk5pnl9o\">strafrechtliche Ermittlungen aufgenommen<\/a>, die sicher noch mehr Licht in die dunklen Gesch&auml;fte des ehemaligen Botschafters bringen werden.<\/p><p><strong>Wer ist Morgan McSweeney?<\/strong><\/p><p>Aber wer ist Morgan McSweeney, der unscheinbare rothaarige Ire, der in der breiten &Ouml;ffentlichkeit bisher wenig bekannt war, bei Politikinsidern aber schon lange als <a href=\"https:\/\/www.thetimes.com\/uk\/politics\/article\/morgan-mcsweeney-chief-of-staff-career-rsxsb25n7\">&bdquo;Architekt&ldquo; hinter Keir Starmers Erfolg<\/a> und der starken Neuausrichtung der Labourpartei nach Jeremy Corbyn galt?<\/p><p>Und warum haben er und Keir Starmer im Jahr 2024 entschieden, Lord Mandelson als Botschafter in die USA zu entsenden, obwohl damals schon seine engen Beziehungen zu Epstein und dessen kriminellen T&auml;tigkeiten bekannt gewesen waren? Auf Nachfrage der britischen Oppositionsf&uuml;hrerin Kemi Badnoch im Unterhaus, ob in der Sicherheits&uuml;berpr&uuml;fung Mandelsons dessen anhaltende Beziehung zu dem P&auml;dophilen Epstein erw&auml;hnt worden sei, <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/starmer-epstein-mandelson-100.html\">antwortete Starmer mit &bdquo;Ja&ldquo;<\/a>.<\/p><p>Um das zu verstehen, muss man in der Geschichte etwas zur&uuml;ckgehen.<\/p><p>Mandelson, der damalige Kommunikationschef der Labourpartei, war einer der Architekten des neoliberalen &bdquo;New Labour&ldquo;-Projektes unter Tony Blair und Gordon Brown in den 90er-Jahren. Bis heute h&auml;lt Mandelson <a href=\"https:\/\/zeteo.com\/p\/peter-mandelson-epstein-secrets-leak-brown-uk?utm_source=substack&amp;utm_medium=email&amp;utm_content=share\">den einzigartigen Rekord<\/a>, innerhalb von 27 Jahren dreimal aufgrund von Skandalen aus der britischen Regierung zum R&uuml;cktritt von Positionen gezwungen worden zu sein. Morgan McSweeney wiederum ist ein politischer Ziehsohn von Mandelson, der in Gro&szlig;britannien wegen seiner manipulativen Methoden seit Langem als &bdquo;Prince of Darkness&ldquo; (F&uuml;rst der Finsternis) bezeichnet wird. Beide waren eng befreundet und <a href=\"https:\/\/bylinetimes.com\/2026\/02\/05\/peter-mandelsons-downfall-puts-morgan-mcsweeneys-future-in-doubt\">sprachen &bdquo;t&auml;glich&ldquo; miteinander<\/a>. Die N&auml;he zwischen McSweeney, Starmer und Mandelson kann also nicht &uuml;bertrieben werden. Sie haben lange an einem gemeinsamen Projekt gearbeitet &ndash; dem der &Uuml;bernahme der Labourpartei. Hierzu bediente sich McSweeney einer Organisation namens <em>Labour Together<\/em>.<\/p><p><strong>Labour Together<\/strong><\/p><p>McSweeney begann seine Karriere als Rezeptionist bei der Labourpartei. Nach der Mitarbeit an Wahlk&auml;mpfen, stets f&uuml;r neoliberale und Israel-nahe Kandidaten (u.a. <a href=\"https:\/\/www.jewishnews.co.uk\/jewish-colleague-barred-from-school-visit-over-fears-he-might-inflame-teachers-reveals-steve-reed\/\">Steve Reed<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.declassifieduk.org\/labour-mps-have-accepted-over-280000-from-israel-lobby\/\">Margaret Hodge<\/a>) der Labourpartei, gewann McSweeney an Einfluss innerhalb der Partei und wurde mehr und mehr als Stratege, Organisator und Kommunikationsexperte gesch&auml;tzt. Im Jahr 2017 wurde er dann Direktor der Denkfabrik Labour Together.<\/p><p>Labour Together wurde unter anderem von Trevor Chinn finanziert, der sie auch eine Zeit lang leitete. Trevor Chinn ist ein britischer Gesch&auml;ftsmann, langj&auml;hriger pro-israelischer Lobbyist und einer der wichtigsten Geldgeber der Labourpartei. Seit den 1980er-Jahren unterst&uuml;tzt Chinn auch die pro-israelische Lobbyorganisation <em>Labour Friends of Israel<\/em> ebenso wie die <em>Conservative Friends of Israel<\/em> <a href=\"https:\/\/www.declassifieduk.org\/foreign-office-met-pro-israel-lobbyist-to-discuss-arms-exports\/\">finanziell<\/a> und hat eine f&uuml;hrende Rolle im <em>Britain Israel Communications and Research Centre<\/em> (BICOM) gespielt, das vom <em>Guardian<\/em> als &bdquo;Gro&szlig;britanniens aktivste pro-israelische Lobbyorganisation&rdquo; <a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/world\/2009\/jan\/04\/biscom-israel-lobby-poju-zabludowicz\">beschrieben wurde<\/a>. Chinns Motivation f&uuml;r die Finanzierung von Labour Together stand in engem Zusammenhang mit Corbyns Unterst&uuml;tzung f&uuml;r Pal&auml;stina. Er &bdquo;<em>hatte gro&szlig;e Bedenken hinsichtlich der Wahl eines ausgesprochenen Gegners des j&uuml;dischen Staates zum Vorsitzenden der Labourpartei&ldquo;<\/em>, so <a href=\"https:\/\/www.declassifieduk.org\/morgan-mcsweeney-plot-without-precedent-in-labour-history\/\">Gabriel Pogrund und Patrick Maguire<\/a> in ihrem Buch &bdquo;Get In&ldquo;.<\/p><p>Chinn und Labour Friends of Israel <a href=\"https:\/\/www.declassifieduk.org\/israel-lobby-funded-half-of-keir-starmers-cabinet\/\">unterst&uuml;tzten<\/a> auch Keir Starmer, David Lammy, die stellvertretende Premierministerin Angela Rayner, Gesundheitsminister Wes Streeting und Bildungsministerin Bridget Phillipson mit betr&auml;chtlichen Summen.<\/p><p><strong>Die Kampagne gegen Corbyn<\/strong><\/p><p>Unter McSweeneys F&uuml;hrung arbeitete Labour Together an einer Strategie, um Jeremy Corbyn aus der Parteif&uuml;hrung zu entfernen und zu verhindern, dass der linke Fl&uuml;gel der Partei anschlie&szlig;end jemals wieder die F&uuml;hrung &uuml;bernehmen konnte. Zu diesem Zweck arbeitete McSweeney <em>&bdquo;heimlich zwei Jahre lang daran, die sogenannte Antisemitismuskrise anzuheizen, die dann genutzt wurde, als die Labourpartei unter Keir Starmer an die Macht kam, um die Linke effektiv aus der Labourpartei zu entfernen&ldquo;<\/em>, wie es Paul Holden, britischer Journalist und Autor des Buches &bdquo;The Fraud&ldquo;, <a href=\"https:\/\/www.declassifieduk.org\/starmer-on-borrowed-time-after-losing-mandelson-and-mcsweeney\/\">beschreibt<\/a>.<\/p><p>Im bereits erw&auml;hnten Buch &bdquo;Get In: The Inside Story of Labour under Starmer&ldquo; beschreiben die Journalisten Gabriel Pogrund und Patrick Maguire die Verschw&ouml;rungen und Intrigen, mit denen McSweeney und seine Kollegen die politische Karriere von Jeremy Corbyn ab dem Jahr 2017 <a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/politics\/2024\/sep\/14\/corbyn-had-flown-too-close-to-the-sun-how-labour-insiders-battled-the-left-and-plotted-the-partys-path-back-to-power\">systematisch zerst&ouml;rten<\/a>, die Linke in der Labourpartei entmachteten und aus der Partei trieben. &Uuml;ber die Denkfabrik Labour Together, die nach eigenen Angaben eigentlich die Partei wieder &bdquo;zusammenf&uuml;hren&ldquo; sollte, die aber, so <a href=\"https:\/\/www.declassifieduk.org\/morgan-mcsweeney-plot-without-precedent-in-labour-history\/\">das Fazit der beiden Autoren<\/a>, tats&auml;chlich das Ziel hatte, <em>&bdquo;mit allen Mitteln Jeremy Corbyn zu delegitimieren und zu zerst&ouml;ren, (&hellip;) um sicherzustellen, dass er eine schwere Niederlage erleidet&ldquo;<\/em> und die neoliberale Rechte innerhalb der Partei wieder an die Macht zu bringen. Ihr wichtigstes Instrument waren dabei die <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=60345\">Antisemitismus-Vorw&uuml;rfe gegen den beliebten Parteif&uuml;hrer<\/a>.<\/p><p>Es geht also in dem Skandal nicht nur um Mandelson, Epstein, P&auml;dophilie und Korruption. Nach und nach kommen immer mehr Information an die Oberfl&auml;che &uuml;ber Intrigen, Korruption und gezielte Kampagnen einer engen Gruppe rund um McSweeney und Mandelson, die sich sowohl gegen sogenannte &bdquo;Corbynisten&ldquo; innerhalb der Partei richteten als auch gegen kritische Medien und Journalisten, die versuchten, diese Aktivit&auml;ten aufzudecken.<\/p><p><strong>Kill the Canary<\/strong><\/p><p>Eine der Aktivit&auml;ten von McSweeney war die Gr&uuml;ndung der Kampagnenorganisation <em>Stop Funding Fake News<\/em> (SFFN) (&bdquo;Stoppt die Finanzierung von Fake News&ldquo;) und der Organisation <em>Centre for Countering Digital Hate<\/em> (&bdquo;Zentrum zur Bek&auml;mpfung von digitalem Hass&ldquo;). Beide Organisationen wurde ebenfalls von Labour Together finanziert und betrieben. Unter dem Vorwand, &bdquo;Fake News&ldquo; und &bdquo;Hassrede&ldquo; zu bek&auml;mpfen, wurden hiermit Unterst&uuml;tzer der politischen Gegner innerhalb der Labourpartei (die Pro-Corbyn-Fraktion), aber auch au&szlig;erhalb der Partei bek&auml;mpft.<\/p><p>Eines der Opfer einer Kampagne dieser Organisation war die sehr erfolgreiche journalistische Website <em>The Canary<\/em> (monatlich 8,5 Millionen Zugriffe), die eine Pro-Corbyn-Linie verfolgte.<\/p><p>&bdquo;<em>Vernichtet The Canary, sonst vernichtet The Canary uns&ldquo;<\/em>, wie McSweeney es gegen&uuml;ber seinen Mitstreitern <a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/politics\/2024\/sep\/14\/corbyn-had-flown-too-close-to-the-sun-how-labour-insiders-battled-the-left-and-plotted-the-partys-path-back-to-power\">damals ausdr&uuml;ckte<\/a>. In enger Zusammenarbeit mit der Anti-Corbyn-Bewegung <em>Jewish Labour Movement<\/em> f&uuml;hrte McSweeney zusammen mit der Journalistin Rachel Riley eine Kampagne, deren Ziel es war, die Anzeigenkunden von <em>The Canary <\/em>davon zu &uuml;berzeugen, das Medium sei antisemitisch.<\/p><p>Im Rahmen ihrer Kampagne machten sie Screenshots von The-Canary-Artikeln, die ihrer Meinung nach rassistische oder falsche Inhalte enthielten, und ver&ouml;ffentlichten dann auf <em>Twitter<\/em> Nachrichten, die sich an Marken richteten, die auf den Seiten dieser Websites Werbung schalteten. Die Journalisten von <em>The Canary<\/em> <a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/politics\/2024\/sep\/14\/corbyn-had-flown-too-close-to-the-sun-how-labour-insiders-battled-the-left-and-plotted-the-partys-path-back-to-power\">erkl&auml;rten<\/a>, dass es sich bei den Inhalten um Kritik an Israel gehandelt habe, die sich nicht gegen j&uuml;dische Menschen richtete. Aber die Anzeigenkunden sprangen dennoch ab.<\/p><p>Die Presseregulierungsbeh&ouml;rde Impress stellte zwar sp&auml;ter nach einer Untersuchung wegen m&ouml;glicher antisemitischer Tendenzen fest, dass <em>The Canary<\/em> <a href=\"https:\/\/pressgazette.co.uk\/publishers\/digital-journalism\/impress-no-further-investigation-skwawkbox-canary-antisemitism\/\">keinen &bdquo;Hass sch&uuml;ren&ldquo; w&uuml;rde<\/a> &ndash; da war es f&uuml;r die Nachrichtenseite aber bereits zu sp&auml;t. Die Zahl ihrer Mitarbeiter war aufgrund von McSweeneys Kampagne von 22 auf einen einzigen geschrumpft. Im Jahr 2019 <a href=\"https:\/\/www.thecanary.co\/the-fraud\/2025\/10\/23\/the-fraud-part-eleven-the-canary\/\">br&uuml;stete sich SFFN<\/a> mit dem Erfolg ihrer Kampagne, die zu einer massiven Verringerung des Einflusses von <em>The Canary<\/em> und einer anderen kritischen Website namens <em>Evolve Politics <\/em>w&auml;hrend der britischen Parlamentswahlen in jenem Jahr gef&uuml;hrt hatte.<\/p><p><strong>Die angebliche Hassfabrik<\/strong><\/p><p>Zur gleichen Zeit, als die Kampagne gegen <em>The Canary<\/em> lief, f&uuml;hrte McSweeney eine weitere Kampagne gegen die &bdquo;Corbyninsten&ldquo;. Dazu nutzte er Nachrichten aus Facebook-Gruppen, die Corbyn unterst&uuml;tzen, die er <a href=\"https:\/\/www.thecanary.co\/the-fraud\/2025\/10\/20\/the-fraud-part-eight-the-times\/\">aus dem Kontext riss, dramatisierte<\/a> und an die Zeitung <em>The Sunday Times<\/em> weiterleitete, wo sie am 1. April 2018 unter der &Uuml;berschrift <a href=\"https:\/\/www.thetimes.com\/uk\/politics\/article\/exposed-jeremy-corbyns-hate-factory-kkh55kpgx\">&bdquo;Aufgedeckt: Jeremy Corbyns Hassfabrik&ldquo;<\/a> ver&ouml;ffentlicht wurden. Es handelte sich um ein Dossier, in dem 2.000 sogenannte &bdquo;Hassbotschaften&ldquo; aus verschiedenen Facebook-Gruppen gesammelt wurden. In einer <a href=\"https:\/\/www.opendemocracy.net\/en\/opendemocracyuk\/truth-about-corbyn-supporters-facebook-groups\/\">Erwiderung<\/a> der Administratorin einer dieser Gruppen, Wendy Patterson, die einige Tage sp&auml;ter erschien, aber deutlich weniger Medienaufmerksamkeit erhielt als die urspr&uuml;ngliche Skandalisierung, sagte diese, dass diese Kommentare in ca. 20 Facebook-Gruppen mit insgesamt etwa vier Millionen Nutzerbeitr&auml;gen im entsprechenden Zeitraum gefunden wurden. Sie erkl&auml;rte, dass diese nur einen winzigen Bruchteil der gesamten Aktivit&auml;ten ausmachten. Au&szlig;erdem handelte es sich bei den meisten Gruppen um offene Gruppen, sodass die Administratoren keine Kontrolle dar&uuml;ber hatten, wer von au&szlig;en auf die Seiten komme und dort poste. Sie beschrieb ferner ihre umfangreichen Bem&uuml;hungen, zusammen mit anderen Mitarbeitern Verhaltensregeln aufzustellen f&uuml;r null Toleranz gegen&uuml;ber Rassismus, Antisemitismus, Homophobie, jeglicher diskriminierenden Sprache oder pers&ouml;nlichen Beleidigungen und widersprach so der Andeutung, die Administratoren h&auml;tten die Hasskommentare in irgendeiner Weise unterst&uuml;tzt oder die Meinungen der Kommentatoren geteilt. Aber der Schaden war entstanden und ein weiterer Baustein in der Erz&auml;hlung von Corbyn und Corbyn-Anh&auml;ngern in der Labourpartei als &bdquo;antisemitisch&ldquo; war erstellt.<\/p><p><strong>Der Sunday Times Skandal<\/strong><\/p><p>Kommen wir aber jetzt wieder in die Gegenwart.<\/p><p>Es gab noch einen weiteren Skandal um Labour Together. Wie die <a href=\"https:\/\/www.thetimes.com\/uk\/politics\/article\/keir-starmer-prime-minister-morgan-mcsweeney-investigation-65fnh8zrt\"><em>Sunday Times<\/em><\/a> herausfand und im November 2023 berichtete, hatte Morgan McSweeney es vers&auml;umt, zwischen 2017 und 2020 Spenden in H&ouml;he von 730.000 Pfund Sterling an Labour Together anzugeben, die von millionenschweren Risikokapitalgebern und Gesch&auml;ftsleuten get&auml;tigt wurden, und andere Zahlungen falsch oder unvollst&auml;ndig angegeben, obwohl er rechtlich dazu verpflichtet gewesen w&auml;re. Im Parlament dazu befragt, log McSweeney dar&uuml;ber. Er selbst entschuldigte sich sp&auml;ter damit, dass es sich um ein rein &bdquo;administratives Versehen&ldquo; gehandelt habe.<\/p><p>Das Geld verwendete Labour Together, um die Labourpartei von Corbyn zu &bdquo;befreien&ldquo;, die neoliberale Rechte in der Partei zu st&auml;rken und Keir Starmer als Parteif&uuml;hrer zu etablieren. <a href=\"https:\/\/www.thecanary.co\/the-fraud\/2025\/10\/15\/the-fraud-part-three-the-money\/\">Inzwischen ist bekannt<\/a>, dass es sich bei den geheim gehaltenen Spendern unter anderem um den Hedgefonds-Manager Martin Taylor und den bereits oben erw&auml;hnten Million&auml;r und Pro-Israel-Lobbyisten Trevor Chinn handelte.<\/p><p>Aber damit ist die Geschichte nicht zu Ende. Am Wochenende <a href=\"https:\/\/www.thetimes.com\/uk\/politics\/article\/labour-activists-smear-sunday-times-journalists-kd269klb8\">berichtete die <em>Sunday Times<\/em><\/a>, dass Labour Together nach diesen Enth&uuml;llungen aus dem Jahr 2023 durch Sunday-Times-Journalisten die US-amerikanische Public-Affairs-Firma (Agentur f&uuml;r Medienarbeit und Politikbeeinflussung) Apco beauftragt hatte, den pers&ouml;nlichen, politischen und religi&ouml;sen Hintergrund eines der Journalisten, der die Geschichte um die nicht deklarierten Spenden an Labour Together geschrieben hatte, zu untersuchen. Diese Firma erstellte daraufhin einen 58-seitigen Bericht voller Vermutungen &uuml;ber und falschen Anschuldigungen gegen den Journalisten Gabriel Pogrund von der <em>Sunday Times<\/em>, aber auch &uuml;ber andere Journalisten, die kritisch &uuml;ber Labour Together<em> <\/em>berichteten, wie Matt Taibbi und Paul Holden, und unterstellten ihnen unter anderem, Teil einer russischen Verschw&ouml;rung zu sein und Quellenmaterial verwendet zu haben, das vom &bdquo;Kreml&ldquo; gehackt worden sei.<\/p><p>Dieser Bericht wurde dann durch Labour Together mit Labour-Politikern, darunter auch Mitgliedern des Kabinetts, geteilt und eine k&uuml;rzere Version sogar an eine Unterabteilung des Britischen Geheimdiensts GCHQ weitergeleitet, um die Journalisten zu diskreditieren. Der Vorwurf im Bericht lautete unter anderem, dass die Berichterstattung der Journalisten zu diesen und anderen Themen als Destabilisierung Gro&szlig;britanniens gesehen werden k&ouml;nne und damit auch als im Interesse der au&szlig;enpolitischen Interessen Russlands erschien.<\/p><p>Die gesamte Argumentation erinnert dabei ziemlich stark sowohl an die &bdquo;Russiagate&ldquo;-Vorw&uuml;rfe als auch an die Begr&uuml;ndung der EU f&uuml;r ihre extrem harschen Sanktionen gegen den deutschen Journalisten H&uuml;seyin Do&#287;ru.<\/p><p>Der Aufruhr unter britischen Journalisten und Kommentatoren ist jetzt gro&szlig;, sicher auch, weil diese Kampagne sich diesmal gegen einen &bdquo;Mainstream&ldquo;-Journalisten wie Gabriel Pogrund und eine Zeitung wie die etablierte <em>Sunday Times<\/em> gerichtet hat und nicht gegen alternative Medien wie <em>The Canary <\/em>oder kritische unabh&auml;ngige Journalisten wie Kit Klarenberg. Nick Timothy, der Schattenjustizminister, <a href=\"https:\/\/www.thetimes.com\/uk\/politics\/article\/labour-activists-smear-sunday-times-journalists-kd269klb8\">bezeichnete<\/a> den Bericht der Agentur als &bdquo;emp&ouml;rend&ldquo; und als eine Form der &bdquo;Bel&auml;stigung und Einsch&uuml;chterung&ldquo; einer freien Presse.<\/p><p><strong>Wie geht es weiter?<\/strong><\/p><p>Spannend ist es jetzt, ob in der Folge all dieser Enth&uuml;llungen noch mehr Dominosteine fallen und weitere Informationen &uuml;ber die geheime Zusammenarbeit zwischen Organisationen, Politikern, PR-Agenturen und Geheimdiensten in Gro&szlig;britannien herauskommen werden.<\/p><p>Nach Morgan McSweeney, traten bereits Tim Allan, Keir Starmers Kommunikationschef, und k&uuml;rzlich auch noch sein Kabinettssekret&auml;r Christopher Wormald zur&uuml;ck. Wie lange wird Keir Starmer sich vor diesem Hintergrund noch im Amt halten k&ouml;nnen? Er war auch vorher schon der unbeliebteste Premierminister, den Gro&szlig;britannien je hatte. Der Druck w&auml;chst auf jeden Fall.<\/p><p><small>Titelbild: Steve Travelguide \/ Shutterstock<\/small><\/p><div class=\"moreLikeThis\">\n<strong>Mehr zum Thema:<\/strong>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=146099\">&bdquo;In einer E-Mail bittet Epstein einen Freund, ihm ein Foto seines neugeborenen Kindes zu schicken&ldquo;<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=145871\">Die Epstein-Dateien, Bilderberg, Peter Mandelson und die Frage: Was ist im Jahr 2012 in Griechenland passiert?<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=60345\">Aus der Antisemitismus-Kampagne wird eine Antisemitismus-Intrige &ndash; Droht nun Labour die Spaltung?<\/a>\n<\/p><\/div><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/5d160cd239744f368cab3bab531e8fb3\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Epstein-Akten richten einen hellen Scheinwerfer in viele dunkle Ecken &ndash; nicht nur in die der Sexskandale, P&auml;dophilie oder der US-amerikanischen Politik. 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