{"id":146856,"date":"2026-02-26T14:00:35","date_gmt":"2026-02-26T13:00:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=146856"},"modified":"2026-02-26T10:19:59","modified_gmt":"2026-02-26T09:19:59","slug":"leserbriefe-zu-der-kanzler-und-der-naive-pazifismus-friedenspolitische-verwahrlosung-einer-regierung-die-nicht-zur-vernunft-kommen-will","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=146856","title":{"rendered":"Leserbriefe zu \u201eDer Kanzler und der \u201enaive Pazifismus\u201c \u2013 friedenspolitische Verwahrlosung einer Regierung, die nicht zur Vernunft kommen will\u201c"},"content":{"rendered":"<p><!--more--><br>\n<strong>Marcus Kl&ouml;ckner<\/strong> kommentiert <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=146723\">hier<\/a> diese aktuellen Worte von Bundeskanzler Merz: <a href=\"https:\/\/x.com\/_FriedrichMerz\/status\/2024824337472061520\">&bdquo;Die Geschichte lehrt uns: Beschwichtigung schafft keinen Frieden. Sie ermutigt den Aggressor. Wer heute einem naiven Pazifismus folgt, bef&ouml;rdert die Kriege von morgen&ldquo;<\/a>. Gewiss sei, dass solche Worte die friedenspolitische Verwahrlosung einer Regierung dokumentieren w&uuml;rden, die lieber mit dem Kopf durch die Wand rennen wolle, als zur Vernunft zu kommen. Es werde jedoch h&ouml;chste Zeit, dass die Politik den Pazifismus richtig zu verstehen beginne &ndash; am besten bis vorgestern. Von unseren Leserinnen und Lesern haben wir hierzu interessante E-Mails erhalten, wof&uuml;r wir uns herzlich bedanken. Es folgt nun eine Auswahl der Leserbriefe, die <strong>Christian Reimann<\/strong> f&uuml;r Sie zusammengestellt hat.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>1. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Guten Tag Herr Kl&ouml;ckner,<\/p><p>der Krieg in der Ukraine ist ma&szlig;geblich ein Krieg um die Vormachtstellung in Osteuropa, also ein &ldquo;klassischer&rdquo; Krieg, wie es sie seit Menschengedenken gibt. Aus demokratischer, aus europ&auml;ischer, aus moralischer Sicht spricht alles f&uuml;r eine Verhandlungsl&ouml;sung auf Basis des urspr&uuml;nglichen 28-Punkte-Plans. Allein das Machtstreben der Herrschenden verhindert diese bisher. Der Krieg wird von beiden Seiten &ndash; EU und Russland &ndash; als Ersch&ouml;pfungskrieg gef&uuml;hrt, was bedeutet, das er voraussichtlich noch jahrelang fortdauern und Europa, also die Mehrheit der Menschen hier, moralisch und wirtschaftlich ersch&ouml;pfen wird.<\/p><p>Danke, Herr Merz!<\/p><p>Beste Gr&uuml;&szlig;e<br>\nMike Koch<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>2. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Hallo Herr Kl&ouml;ckner, vielen Dank f&uuml;r Ihren Artikel.<\/p><p>Wenn alle Menschen<br>\nzu allen Zeiten<br>\nan allen Orten<br>\nin allen Situationen (zwischenmenschlich und zwischenstaatlich)<br>\nnach der Maxime &bdquo;nicht beschwichtigen&ldquo; gelebt, gedacht und gehandelt h&auml;tten, k&ouml;nnten wir uns dann heute diese Frage (beschwichtigen oder nicht beschwichtigen) &uuml;berhaupt stellen, g&auml;be es uns als Menschen &uuml;berhaupt?<\/p><p>Konkret: G&auml;be es uns noch, wenn in der Kuba-Krise Beschwichtigung keine Rolle gespielt h&auml;tte (Atomkrieg)?<\/p><p>Interessant w&auml;re auch die transparente Darstellung des Erkenntnisprozesses, der zum Erkenntnisinhalt &bdquo;nicht beschwichtigen&ldquo; f&uuml;hrt.<\/p><p>Entwicklungsbiologie (Gehirn), Anthropologie und allgemeine Geschichtswissenschaft sind in diesem Zusammenhang sicher auch nicht uninteressant.<\/p><p>Zum Begriff &bdquo;beschwichtigen&ldquo; schreibt die KI u.a.: Wogen gl&auml;tten, beruhigen von Zorn und Wut, entsch&auml;rfen einer Situation, bes&auml;nftigen&hellip;<\/p><p>Das alles sollen wir also &uuml;ber Bord werfen???<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en Udo und Ulrike B&ouml;ttcher<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>3. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Guten Tag,<\/p><p>sie sind wie sie sind, scheinbar richtig, wie genannt, friedenspolitisch Verwahrlost, besessen, verbohrt und Friedensunf&auml;hig. Nat&uuml;rlich w&auml;re es h&ouml;chste Zeit f&uuml;r eine vern&uuml;nftige, menschliche und friedensorientierte Politik, wie es das Friedensgebot unseres Grundgesetzes vorsieht. Damit einhergehend wieder eine sachorientierte und realistische Diplomatie mit Russland. Mit dem Wort Aggressor sollte Merz, der offensichtlich doppelmoralistisch und ein&auml;ugig in Sachen milit&auml;rischer Gewalt unterwegs ist, sorgsam sein. Wer die Kriege von heute herbeigef&uuml;hrt und die Basis f&uuml;r die von morgen schafft, sind die bekannten Kriegstreiber, Waffenlieferanten und Profiteure. Ein gesunder Pazifismus, gepaart mit guter Diplomatie, wirtschaftlichem und kulturellem Austausch unter den V&ouml;lkern, schafft und n&auml;hrt keine Kriege, Herr Bundeskanzler.<\/p><p>So einfach ist das kleine ABC eines guten und menschlichen Miteinanders.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nThomas St&ouml;be<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>4. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Guten Tag Herr Kl&ouml;ckner,<\/p><p>wir gehen offensichtlich beide gerade durch harte Zeiten. Pazifismus kann auch in der Tat nicht so naiv sein wie Bellizismus, vor allem auf der Verliererseite.<\/p><p>Doch es gibt leider fast nur noch Kriegstreiber im Westen. Jeder der diesen omin&ouml;sen Waffenstillstand fordert ist ein Kriegstreiber. Meiner Meinung nach.<\/p><p>Es gibt auch nur wenige in Russland die daran erneut glauben (w&uuml;rden\/k&ouml;nnten) und davon sind die meisten wahrscheinlich westliche Agen- oder Korrespondenten.<\/p><p>Das wahre Wesen dieses Krieges ist wohl eher das Russland gar nicht schnell gewinnen will. Erstmal wegen den Kosten, die ein schnellerer Vormarsch verursachen w&uuml;rde und zum anderen l&auml;uft es jenseits des Schlachtfelds ausnehmend gut f&uuml;r Russland.<\/p><p>Fast niemand im Westen ist in der Lage es richtig zu verstehen bzw. zu kommunizieren. Wer jedoch wei&szlig; wie inzwischen in der Ukraine gek&auml;mpft wird, n&auml;mlich mit Guerillataktik im ultrabreiten Todesstreifen mit 24\/7-&Uuml;berwachung, der zweifelt nicht daran.<\/p><p>Die Laien im Westen nennen es einen Abnutzungskrieg, eine Materialschlacht also. Das ist es auch, aber halt nicht bez&uuml;glich des &bdquo;Menschenmaterials&ldquo;. Es ist aber auf l&auml;ngere Sicht der entscheidende Faktor. Da beiden Seiten die Wehrtechnik so schnell nicht ausgehen wird, k&ouml;nnte es noch viele Jahre so weitergehen.<\/p><p>Es sei denn, man bekommt Probleme an der Heimatfront. Zum Beispiel wenn man Staaten doch etwas zu dauerhaft zu reich beschenkt, dies mit K&uuml;rzungen und Einschr&auml;nkungen daheim refinanzieren oder irgendwann mit eigenen Soldaten intervenieren will.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nKai P.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>5. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Hallo Herr Kl&ouml;ckner!<\/p><p>Vielen Dank f&uuml;r Ihre Betrachtungen in Ihrem Artikel &bdquo;Der Kanzler und der &bdquo;naive Pazifismus&ldquo; &ndash; friedenspolitische Verwahrlosung einer Regierung, die nicht zur Vernunft kommen will&ldquo;.<\/p><p>Sie beziehen sich dabei auf die Aussage des Bundeskanzlers: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Die Geschichte lehrt uns: Beschwichtigung schafft keinen Frieden. Sie ermutigt den Aggressor. Wer heute einem naiven Pazifismus folgt, bef&ouml;rdert die Kriege von morgen&ldquo;.\n<\/p><\/blockquote><p>Ich habe zu diesem vor Kriegspropaganda strotzenden Satz ein sehr interessantes Video auf YouTube gefunden, in dem eine Rede von Prof. Glenn Diesen, einem Politikanalysten und Experten f&uuml;r europ&auml;ische Sicherheit und russische Au&szlig;enpolitik, er ist Norweger, wiedergegeben wurde. Diese knapp 15-min&uuml;tige Rede hatte er k&uuml;rzlich vor dem UN-Sicherheitsrat gehalten. Der Titel des Videos: &bdquo;Medienmanipulation im Ukraine-Krieg: Glenn Diesen im UN-Sicherheitsrat&ldquo;.<\/p><p>Hier ist <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=5-PyG3z6l6M\">der Link dazu<\/a>.<\/p><p>Im Anschlu&szlig; an die ca. 15-min&uuml;tige Rede gibt er in dem Video noch einige Erl&auml;uterungen dazu, um den aktuellen gesellschaftlichen Rahmen besser auszuleuchten.<\/p><p>In seiner Rede vor dem UN-Sicherheitsrat zitiert Prof. Diesen Walter Lippmann wie folgt:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Sobald die &Ouml;ffentlichkeit den Gegner als das reine B&ouml;se betrachtet, sowohl die Bev&ouml;lkerung als auch die Politiker, wird jede praktikable Friedensl&ouml;sung abgelehnt werden. In einem Kampf zwischen Gut und B&ouml;se wird ein Kompromiss zur Beschwichtigung und der Frieden verlangt, dass Krieg gef&uuml;hrt wird, da das Gute das B&ouml;se besiegen muss.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Dies ist ein Grundsatz der Kriegspropaganda!<\/p><p>Dies ist keine Friedenspropaganda!<\/p><p>Lord Ponsonby hatte 1928 die Prinzipien der Kriegspropaganda in seinem Buch &bdquo;Falsehood in Wartime&ldquo; ver&ouml;ffentlicht. Sie lauten folgenderma&szlig;en:<\/p><ol>\n<li>Wir wollen keinen Krieg.<\/li>\n<li>Das feindliche Lager tr&auml;gt die alleinige Schuld am Krieg.<\/li>\n<li>Der Feind hat d&auml;monische Z&uuml;ge.<\/li>\n<li>Wir k&auml;mpfen f&uuml;r eine gute Sache und nicht f&uuml;r eigenn&uuml;tzige Ziele.<\/li>\n<li>Der Feind begeht mit Absicht Grausamkeiten. Wenn uns Fehler unterlaufen, dann nur versehentlich.<\/li>\n<li>Der Feind verwendet unerlaubte Waffen.<\/li>\n<li>Unsere Verluste sind gering, die des Gegners aber enorm.<\/li>\n<li>Unsere Sache wird von K&uuml;nstlern und Intellektuellen unterst&uuml;tzt.<\/li>\n<li>Unsere Mission ist heilig.<\/li>\n<li>Wer unsere Berichterstattung in Zweifel zieht ist ein Verr&auml;ter.<\/li>\n<\/ol><p>Wer diese Prinzipien als Schablone auf die Reden und Taten &bdquo;unserer&ldquo; Politiker und Regierungsmitglieder legt, wird eine erschreckend gro&szlig;e &Uuml;bereinstimmung feststellen.<\/p><p>Und so ist dann auch die Aussage des Bundeskanzlers zu verstehen.<\/p><p>Ein Kompromiss, der uns jahrzehntelang als die hohe Schule der Diplomatie und als Ultima Ratio jeglicher Politik (Innen-\/ wie Au&szlig;en-) verst&auml;ndlich gemacht wurde hat ausgedient wenn die Kriegspropaganda des deutschen Kanzlers es so will.<\/p><p>Auch ein anders Zitat des Bundeskanzlers ist in diesem Zusammenhang noch erw&auml;hnenswert.<\/p><p>Der Zeitung &bdquo;Rheinpfalz&ldquo; sagte er vor wenigen Tagen in einem Interview: &bdquo;Wir erleben im Augenblick dieses Land in einem Zustand der tiefsten Barbarei.&ldquo; (gemeint ist Russland)<\/p><p>Dies von einem deutschen Kanzler zu h&ouml;ren, der als Regierungschef den Nachfolgestaat des Dritten Reiches vertritt, welches in seinem knapp vierj&auml;hrigen Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion <strong>t&auml;glich mehr als 10.000 Zivilisten<\/strong> ermordet und massakriert hat (Armeeangeh&ouml;rige sind dabei noch nicht eingerechnet.) ist ein unglaublicher Zynismus, an Amoralit&auml;t nicht zu &uuml;berbieten und eine Bankrotterkl&auml;rung des deutschen Humanismus &ndash; oder wie Sie schreiben, Herr Kl&ouml;ckner, eine friedenspolitische Verwahrlosung.<\/p><p>Hat Deutschland wirklich so einen Kanzler verdient?<\/p><p>Mitnichten!!!<\/p><p>mfG<br>\nP. Schulz<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Anmerkung zur Korrespondenz mit den NachDenkSeiten<\/strong><\/p><p>Die NachDenkSeiten freuen sich &uuml;ber Ihre Zuschriften, am besten in einer angemessenen L&auml;nge und mit einem eindeutigen Betreff.<\/p><p>Es gibt die folgenden E-Mail-Adressen:<\/p><ul>\n<li><a href=\"mailto:leserbriefe@nachdenkseiten.de\">leserbriefe(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Kommentare zum Inhalt von Beitr&auml;gen.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:hinweise@nachdenkseiten.de\">hinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> wenn Sie Links zu Beitr&auml;gen in anderen Medien haben.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:videohinweise@nachdenkseiten.de\">videohinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r die Verlinkung von interessanten Videos.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:redaktion@nachdenkseiten.de\">redaktion(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Organisatorisches und Fragen an die Redaktion.<\/li>\n<\/ul><p>Weitere Details zu diesem Thema finden Sie in unserer &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=47939\">Gebrauchsanleitung<\/a>&ldquo;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[103],"tags":[],"class_list":["post-146856","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-leserbriefe"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/146856","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=146856"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/146856\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":146858,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/146856\/revisions\/146858"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=146856"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=146856"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=146856"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}