{"id":146880,"date":"2026-02-27T09:00:36","date_gmt":"2026-02-27T08:00:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=146880"},"modified":"2026-02-27T15:03:19","modified_gmt":"2026-02-27T14:03:19","slug":"eu-europa-interne-spannungen-und-konflikte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=146880","title":{"rendered":"EU-Europa \u2013 interne Spannungen und Konflikte"},"content":{"rendered":"<p>In EU-Europa rumort es gewaltig. Die Spannungen zwischen dem ungarischen Ministerpr&auml;sidenten Orb&aacute;n auf der einen und der von Ursula von der Leyen gef&uuml;hrten EU-Kommission andererseits sind nicht neu. Schon seit Jahren pfeifen es die Spatzen vom Dach. Unterst&uuml;tzt wird Orb&aacute;n bisweilen von dem slowakischen Ministerpr&auml;sidenten Fico und neuerdings auch von dem tschechischen Ministerpr&auml;sidenten Babi&scaron;. Von <strong>Alexander Neu<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_767\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-146880-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260227_EU_Europa_interne_Spannungen_und_Konflikte_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260227_EU_Europa_interne_Spannungen_und_Konflikte_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260227_EU_Europa_interne_Spannungen_und_Konflikte_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260227_EU_Europa_interne_Spannungen_und_Konflikte_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=146880-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260227_EU_Europa_interne_Spannungen_und_Konflikte_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"260227_EU_Europa_interne_Spannungen_und_Konflikte_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Der Konflikt zwischen Br&uuml;ssel und Budapest, aber auch Bratislava geht weit &uuml;ber die Ukrainefrage hinaus &ndash; wird aber an der Frage, wie mit der Ukraine und Russland zu verfahren sei, besonders sichtbar.<\/p><p><strong>Konflikt der Leitbilder &ndash; welche EU soll es sein?<\/strong><\/p><p>Tiefliegender Hintergrund ist die Frage &uuml;ber das Leitbild der EU-Integration. Diese Frage besch&auml;ftigt die EU sowie ihre Mitgliedsstaaten schon seit Dekaden. Mit dem Lissabonner Vertrag wurden die Eckpfeiler f&uuml;r mehr supranationale Elemente eingeschlagen. Eine rein supranationale EU existiert dennoch nicht. Insbesondere in der Gemeinsamen Au&szlig;en- und Sicherheitspolitik (GASP) und der Gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik (GSVP) dominiert der intergouvernementale Ansatz &ndash; also die Kooperation souver&auml;ner Staaten, die das Zepter der Au&szlig;en- und Sicherheitspolitik nicht g&auml;nzlich an EU-Br&uuml;ssel und somit an von der Leyen, die EU-Kommissionspr&auml;sidentin, und Kallas, die EU-Au&szlig;en-Beauftragte delegieren wollen. Selbst das Einstimmigkeitsprinzip bei Entscheidungen im Bereich der GASP\/GSVP wollen manche Staaten nicht zur Disposition stellen und damit die Handlungsf&auml;higkeit der EU in der Weltpolitik nicht erh&ouml;hen. Warum?<\/p><p>W&auml;hrend die EU-Kommission, das EU-Parlament &uuml;berwiegend und auch westeurop&auml;ische Staaten den Integrationsprozess bis hin zu einer EU mit eigenstaatlichen Merkmalen vertiefen wollen, sind die osteurop&auml;ischen EU-Mitgliedsstaaten eher souver&auml;nit&auml;tsorientiert &ndash; pr&auml;ferieren ein &bdquo;Europa der Vaterl&auml;nder&ldquo; in Anlehnung an den damaligen franz&ouml;sischen Pr&auml;sidenten Charles de Gaulles. Das Konzept des &bdquo;Europas der Vaterl&auml;nder&ldquo; soll hei&szlig;en: EU ja, aber ohne eigenst&auml;ndigen Staatscharakter, der die nationale Staatlichkeit in einem gewissen Ausma&szlig; aufl&ouml;st. Insbesondere in Ungarn und der Slowakei, aber auch in Polen, Tschechien und Bulgarien gibt es Vorbehalte, die Eigenstaatlichkeit zu Gunsten Br&uuml;ssels zu opfern. Selbst in Rum&auml;nien rumort es.<\/p><p>Der Konflikt manifestiert sich nicht nur an der Frage zur Ukraine und Russland. Schon bereits in den 2010er-Jahren wurde eine kulturelle Spaltung innerhalb der EU mehr als deutlich: W&auml;hrend die westeurop&auml;ischen Mitgliedsstaaten, Deutschland allen voran, die Fl&uuml;chtlings- und Migrationsfrage sehr liberal handhabten &ndash; mit den entsprechenden Folgen in der Gegenwart &ndash;, lehnten und lehnen die osteurop&auml;ischen Mitgliedsstaaten die Aufnahme von Fl&uuml;chtlingen ab. Die Bilder der Fl&uuml;chtlinge auf dem Budapester Bahnhof 2015 einerseits und die Willkommenskultur (&bdquo;Refugees Welcome&ldquo;) in Deutschland stehen bildlich f&uuml;r den Antagonismus zwischen Berlin und Br&uuml;ssel einerseits und Budapest sowie weiteren Hauptst&auml;dten des Ostens andererseits.<\/p><p>W&auml;hrend in Westeuropa Multikulti, Souver&auml;nit&auml;tsrelativismus und sexuelle Vielfalt zum neuen Glaubenssatz erhoben wurden, bestanden und bestehen die osteurop&auml;ischen Mitgliedsstaaten auf kultureller Identit&auml;t und der Wahrung der staatlichen Souver&auml;nit&auml;t nach innen und au&szlig;en, was auch die innere Sicherheit einschlie&szlig;t. Selbst das ansonsten sehr stark westlich orientierte Polen befindet sich in diesen Fragen eher auf der Seite seiner osteurop&auml;ischen Nachbarstaaten. Insgesamt jedoch erreichte der Antagonismus zwischen West- und Ost-EU-Europa nie den Level, dass die EU selbst in eine Krise geriet.<\/p><p><strong>Ukraine und Russland &ndash; der Sprengstoff f&uuml;r die EU-Koh&auml;sion<\/strong><\/p><p>Mit der Invasion Russlands in die Ukraine vor genau vier Jahren ver&auml;nderte sich die Konfliktqualit&auml;t zwischen EU-Br&uuml;ssel, Berlin und Paris einerseits sowie einigen osteurop&auml;ischen Mitgliedsstaaten &ndash; insbesondere Ungarn und der Slowakei &ndash; andererseits. Die von der EU verh&auml;ngten Sanktionen &ndash; sogenannte Sanktionspakete &ndash;, die auch mit wesentlichen Nachteilen f&uuml;r die EU und deren Mitgliedsstaaten verbunden sind, sto&szlig;en zunehmend auf Ablehnung, insbesondere bei Ungarn und der Slowakei. Beide Staaten leisteten und leisten nur die von EU-Br&uuml;ssel geforderte absolut notwendige Solidarit&auml;t mit der Ukraine. Die Regierungschefs beider Staaten, Orb&aacute;n und Fico, pflegen bilaterale Kontakte mit Moskau, was in den westlichen EU-Hauptst&auml;dten sowie in Br&uuml;ssel nicht nur ungern gesehen, sondern zutiefst verurteilt wird. Selbst als Orb&aacute;n als EU-Ratspr&auml;sident 2024 nach Kiew, Moskau, Peking und Washington reiste, um eine Friedensinitiative anzusto&szlig;en, erfuhr er aus EU-Br&uuml;ssel massive Kritik.<\/p><p>Bei Verhandlungen zu neuen Sanktionspaketen ist es zuv&ouml;rderst Orb&aacute;n, der Konzessionen und Abschw&auml;chungen einfordert, womit er den Zorn der EU-B&uuml;rokratie, des EU-Parlaments und der EU-Kommission auf sich zieht, die ihrerseits eine umfassende und bedingungslose Sanktionspolitik gegen die Russische F&ouml;deration fordern. Tats&auml;chlich verstecken sich jedoch auch nicht wenige EU-Mitgliedsstaaten hinter Ungarn und der Slowakei, die die Sanktionsma&szlig;nahmen hinter vorgehaltener Hand so auch nicht unterst&uuml;tzen, jedoch einen offenen Konflikt vermeiden wollen. Bei der Diskussion, die eingefrorenen russischen Zentralbankgelder als Reparationsdarlehen an die Ukraine zu verschieben, kam es Mitte Dezember schlie&szlig;lich zum Eklat. Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz und die deutsche EU-Kommissionspr&auml;sidentin von der Leyen versuchten, die EU-Partner und auch Belgien von dem Plan zu &uuml;berzeugen.<\/p><p>Der Widerstand dagegen kam nicht nur aus Budapest und Bratislava, sondern auch aus der belgischen Hauptstadt Br&uuml;ssel, aus Rom und Paris, da die Umsetzung des Plans mit vielen Unw&auml;gbarkeiten rechtlicher und finanzieller Art verbunden war. Nur Merz und von der Leyen wollten diese Gefahren nicht sehen, erlitten dann aber mit ihrem Konzept schlie&szlig;lich Schiffbruch. Letztlich wurde eine Kompromissl&ouml;sung gefunden: Die EU nimmt einen Kredit in H&ouml;he von 90 Milliarden Euro auf und leitet das Geld an die Ukraine. Die Ukraine wiederum soll diesen Kredit nur zur&uuml;ckzahlen m&uuml;ssen, wenn Russland Reparationen an die Ukraine zahle. Im Falle eines R&uuml;ckzahlungsausfalls seitens der Ukraine w&uuml;rden man dann auf das eingefrorene russische Zentralbankgeld zur&uuml;ckgreifen, um den Kredit zu bedienen. Damit sind die rechtlichen und finanziellen Unw&auml;gbarkeiten zwar nicht vom Tisch, aber zeitlich nach hinten verschoben. Ob es dann am Tag X einen erneuten Widerstand einiger EU-Staaten geben sollte, bleibt abzuwarten.<\/p><p>Ungarn, die Slowakei sowie Tschechien lehnen eine Beteiligung an der Kreditierung mit unvorhersehbaren Konsequenzen ab.<\/p><p>Nun aber blockiert Ungarn die Freigabe der Gelder, was den Zorn von der Leyens nochmals erh&ouml;ht. Ihre <a href=\"https:\/\/youtu.be\/lCGCL7MOTYc?si=_pCo3vpRHrpUSOom\">Rede in Kiew<\/a> am Jahrestag der russischen Invasion spricht B&auml;nde &uuml;ber die reale Situation in der EU:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<em>Der Kredit wurde von 27 Staats- und Regierungschefs im Europ&auml;ischen Rat vereinbart. Sie haben ihr Wort gegeben. Dieses Wort kann nicht gebrochen werden. Also werden wir den Kredit auf die eine oder andere Weise bereitstellen. Lassen Sie mich ganz klar sagen: Wir haben verschiedene Optionen, und wir werden sie nutzen.<\/em>&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Welche Optionen die Kommissionspr&auml;sidentin in der Tasche hat, hat sie nicht erl&auml;utert.<\/p><p>Ungarn und die Slowakei begr&uuml;nden ihre Blockade mit der Einstellung der russischen &Ouml;llieferungen durch die Druschba-Pipeline seitens der Ukraine, womit diese beiden Staaten kein &Ouml;l mehr aus Russland erhielten. Die Druschba-Pipeline sei, so die ukrainische Begr&uuml;ndung, durch einen russischen Angriff zerst&ouml;rt worden. Andere behaupten, die Ukraine selbst habe die Pipeline zerst&ouml;rt. Die ungarische Seite erkl&auml;rt hingegen, die Druschba-Pipeline sei technisch intakt. Es sei der politische Unwille der Ukrainer, <a href=\"https:\/\/x.com\/PM_ViktorOrban\/status\/2026225926778843304\">die Durchleitung nach Ungarn und in die Slowakei zu erm&ouml;glichen<\/a>.<\/p><p>Zudem erkl&auml;rt der ungarische Au&szlig;enminister Szijj&aacute;rt&oacute;, die EU mache gemeinsame Sache mit der Ukraine gegen die beiden abtr&uuml;nnigen EU-Mitgliedsstaaten, hier beispielsweise mit der <a href=\"https:\/\/x.com\/PM_ViktorOrban\/status\/2026715235315528020\">Unterbrechung des Erd&ouml;lpipeline<\/a>.<\/p><p>Aus diesen Gr&uuml;nden blockierten Ungarn und die Slowakei nicht nur die Kreditfreigabe an die Ukraine, sondern nun auch das 20. EU-Sanktionspaket gegen Russland. Der Kredit sowie das Sanktionspaket sollten, so das urspr&uuml;ngliche Ziel, m&ouml;glichst am vierten Jahrestag der Invasion in Kraft treten, um auch symbolisch die Entschlossenheit der EU, an der Seite der Ukraine zu stehen, zu unterstreichen. Aus der Symbolik wurde nun nichts.<\/p><p><strong>EU und Ukraine gegen EU-Mitgliedsstaaten?<\/strong><\/p><p>Sollten die Vorw&uuml;rfe aus Ungarn und der Slowakei zutreffen, so erg&auml;be sich hieraus eine interessante Konstellation mit weitreichenden Folgen f&uuml;r das Selbstverst&auml;ndnis der EU:<\/p><p>Wenn die EU-Kommission, der Europ&auml;ische Rat und der Ministerrat mehrheitlich gemeinsam mit der Ukraine, also einem Nicht-Mitglied der EU, gegen EU-Mitgliedsstaaten agieren, ja geradezu Druck auf diese Mitgliedsstaaten aus&uuml;ben, dann nimmt das Projekt EU-Europa massiv schaden: Ein Nicht-Mitglied der EU h&auml;tte auf die Entscheidungen in der EU mehr Einfluss als ein Mitgliedsstaat.<\/p><p><strong>Importverbote und das Aushebeln des Einstimmigkeitsprinzips<\/strong><\/p><p>Das endg&uuml;ltige Verbot von Erdgasimporten aus Russland in die EU ab September 2027, welches im Dezember 2025 beschlossen wurde, soll nun durch einen weiteren Beschluss auch den pipeline-basierten Erd&ouml;limport verbieten. Dieser Beschluss soll allerdings erst nach den Wahlen in Ungarn (12. April) <a href=\"https:\/\/www.reuters.com\/business\/energy\/eu-propose-permanent-ban-russian-oil-after-hungary-election-document-shows-2026-02-24\/\">ab dem 15. April gefasst werden<\/a>, um zu verhindern, dass Orb&aacute;n dieses Vorhaben zum Wahlkampfthema machen k&ouml;nne, so die interne Meinung. Das Importverbot f&uuml;r Erd&ouml;l soll mit dem qualifizierten Mehrheitsprinzip beschlossen werden, sodass Ungarn und die Slowakei kein Veto einlegen k&ouml;nnen.<\/p><p>Es w&auml;re ein raffinierter Pr&auml;zedenzfall gegen das bisherige Einstimmigkeitsprinzip der Konsensfindung, wie es im Lissabonner Vertrag fixiert ist. Die EU soll mit einer Stimme sprechen. Das hei&szlig;t, dass so lange verhandelt werden muss, bis ein Konsens erreicht ist und nicht die Position einiger Mitgliedsstaaten oder der EU-Kommission mit Mehrheiten durchgedr&uuml;ckt werden. Daher auch das Einstimmigkeitsprinzip bei relevanten Entscheidungsgegenst&auml;nden im Bereich der GASP\/GSVP. Der oben genannte Pr&auml;zedenzfall dient hingegen den Interessen einiger EU-Mitgliedsstaaten und der EU-Kommission, das Einstimmigkeitsprinzip zu Gunsten eines Mehrheitsprinzips zu kippen. Derzeit klagen Ungarn und die Slowakei gegen das praktizierte Abstimmungsverfahren der qualifizierten Mehrheit bei dem Erdgasimportverbot vor dem Europ&auml;ischen Gerichtshof (EuGH). Ihrer Auffassung nach h&auml;tte die Entscheidung nach dem Modus des Einstimmigkeitsprinzips und nicht der qualifizierten Mehrheit stattfinden m&uuml;ssen &ndash; denn die Energieversorgungsfrage, so die Argumentation, sei eine grundlegende Souver&auml;nit&auml;ts- und Subsidiarit&auml;tsfrage. Sie d&uuml;rfe nicht durch die EU gegen den Willen einzelner Mitgliedsstaaten und gegen deren unmittelbare Versorgungsinteressen entschieden werden.<\/p><p>Wenn der EuGH nicht im Sinne des Souver&auml;nit&auml;ts- und Subsidiarit&auml;tsprinzips entscheiden sollte, so w&auml;re damit ein weiterer Schritt in Richtung qualifizierter Mehrheitsentscheidung in der EU zu Gunsten der EU-Kommission und der gro&szlig;en EU-Staaten Westeuropas gemacht. Es w&auml;re eine Entscheidung durch die Hintert&uuml;r, ohne dass das Lissabonner Vertrag hierzu ge&auml;ndert werden m&uuml;sste. Es w&auml;re aber auch ein Pyrrhussieg, da dies die Desintegration der EU mitinitiieren k&ouml;nnte. Denn ob die EU &ndash; einmal von diesem Fall abgesehen &ndash; angesichts des Weltneuordnungsprozess im Ganzen und mit Blick auf die doch eher wahrscheinliche Niederlage der Ukraine im Besonderen ohne substanziellen Schaden hervorgehen wird, bleibt abzuwarten. Wenn sich dann auch noch zus&auml;tzlich im EU-Binnenverh&auml;ltnis enorme Spannungen &uuml;ber die strukturelle Ausbildung der EU &ndash; Stichwort Leitbild &ndash; breitmachen, dann stehen die Vorzeichen auf Sturm.<\/p><div class=\"external-2click\" data-provider=\"X (Twitter)\" data-provider-slug=\"twitter\"><div class=\"external-placeholder\"><p><strong>Externer Inhalt<\/strong><\/p><p>Beim Laden des Tweets werden Daten an X (ehemals Twitter) &uuml;bertragen.<\/p><button type=\"button\" class=\"external-load\">Inhalt von X (Twitter) zulassen<\/button><\/div><div class=\"external-content\"><blockquote class=\"external-2click-target twitter-tweet\">\n<p lang=\"en\" dir=\"ltr\">Open Letter to President Volodymyr Zelenskyy<\/p>\n<p>Mr. President,<\/p>\n<p>For four years, you have been unable to accept the position of the sovereign Hungarian government and the Hungarian people regarding the Russia&ndash;Ukraine war.<\/p>\n<p>For four years, you have been working to force Hungary into&hellip;<\/p>\n<p>&mdash; Orb&aacute;n Viktor (@PM_ViktorOrban) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/PM_ViktorOrban\/status\/2026900151940399521?ref_src=twsrc%5Etfw\">February 26, 2026<\/a><\/p><\/blockquote><\/div><div class=\"external-optout\"><a href=\"#\" data-revoke=\"twitter\">Inhalte von X (Twitter) nicht mehr zulassen<\/a><\/div><\/div><p> <\/p><p><strong>Wahlen in Budapest<\/strong><\/p><p>Die am 12. April anstehenden Parlamentswahlen in Ungarn werden zwischenzeitlich sogar als Schicksalswahlen f&uuml;r Ungarn und die EU betrachtet. Orb&aacute;n betrachtet die Wahl als <a href=\"https:\/\/www.reuters.com\/business\/media-telecom\/orban-scales-up-war-or-peace-campaign-hungary-heads-pivotal-vote-2026-02-13\/\">entscheidend f&uuml;r Krieg und Frieden<\/a> f&uuml;r Ungarn und die EU. Dementsprechend ist sein Wahlkampf ausgelegt. Die EU sowie einzelne Regierungschefs einiger EU-Mitgliedssaaten ihrerseits betrachten die Wahlen als M&ouml;glichkeit, Orb&aacute;n loszuwerden, Ungarn und letztlich auch die Slowakei und Tschechien wieder auf Kurs bringen zu k&ouml;nnen. So deutete Friedrich Merz auf der M&uuml;nchner Sicherheitskonferenz 2026 in einem Nebensatz an, er sehe eine Chance f&uuml;r einen Machtwechsel in Ungarn angesichts der Parlamentswahlen im April dieses Jahres, womit &ndash; unausgesprochen &ndash; der unbequeme Orb&aacute;n weg und dann die EU wieder handlungsf&auml;hig sei.<\/p><p>Somit w&auml;ren zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Erstens w&auml;re das Binnenverh&auml;ltnis in der EU wieder zu Gunsten derer beruhigt, die den Zentralisierungsprozess der EU (weiterer St&auml;rkung der EU-Kommission) sowie den Machtausbau der gro&szlig;en EU-Staaten (enge Kooperation zwischen EU-Kommission und Berlin sowie Paris) bef&uuml;rworten. Und zweitens w&auml;re die EU mit Blick auf die Ukraine, aber auch weltpolitisch im Ringen um einen Platz am Tisch der Gro&szlig;m&auml;chte st&auml;rker positioniert, so der Glaube.<\/p><p><small>Titelbild: Andrzej Rostek\/shutterstock.com<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In EU-Europa rumort es gewaltig. Die Spannungen zwischen dem ungarischen Ministerpr&auml;sidenten Orb&aacute;n auf der einen und der von Ursula von der Leyen gef&uuml;hrten EU-Kommission andererseits sind nicht neu. Schon seit Jahren pfeifen es die Spatzen vom Dach. Unterst&uuml;tzt wird Orb&aacute;n bisweilen von dem slowakischen Ministerpr&auml;sidenten Fico und neuerdings auch von dem tschechischen Ministerpr&auml;sidenten Babi&scaron;. 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