{"id":147085,"date":"2026-03-04T09:00:52","date_gmt":"2026-03-04T08:00:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=147085"},"modified":"2026-03-06T14:45:17","modified_gmt":"2026-03-06T13:45:17","slug":"frieden-mit-russland-einblick-in-eine-debatte-in-einer-friedensorganisation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=147085","title":{"rendered":"Frieden mit Russland &#8211; Einblick in eine Debatte in einer Friedensorganisation"},"content":{"rendered":"<p>Beide Autoren geh&ouml;ren der &auml;lteren Generation an, die im Zweiten Weltkrieg geboren wurde, den ersten Kalten Krieg erlebt und nach der Wendezeit 1989\/1991 an einen dauerhaften Frieden in Europa geglaubt hat. Klaus-Dieter Kolenda und Peter Vonnahme sind dar&uuml;ber entsetzt, dass die Kriegsgefahr nach Europa zur&uuml;ckgekehrt ist, in den letzten Jahren bedrohlich zugenommen hat und derzeit so gro&szlig; ist wie in den gef&auml;hrlichsten Zeiten nach 1945. Von <strong>Klaus-Dieter Kolenda<\/strong> und <strong>Peter Vonnahme<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Einf&uuml;hrung<\/strong><\/p><p>Ein schockierendes Anzeichen daf&uuml;r ist, dass das Feindbild Russland in den letzten Jahren wieder auferstanden ist. Russlandfeindliche Beitr&auml;ge treiben in der Presse, im Rundfunk und im TV immer neue Bl&uuml;ten. So ist &uuml;ber Jahre eine ausgepr&auml;gte Russophobie entstanden. Belege daf&uuml;r sind Auftrittsverbote f&uuml;r russische K&uuml;nstler und der Ausschluss russischer und belarussischer Sportlerteams von der Teilnahme an den gerade zu Ende gegangenen Olympischen Winterspielen, ohne dass das in Leitmedien kritisch hinterfragt wurde. Als Grund wird der Einmarsch Russlands in die Ukraine am 24. Februar 2022 und der hieraus entstandene &bdquo;Ukraine-Krieg&ldquo; angegeben, f&uuml;r den Russland, vor allem sein b&ouml;ser Pr&auml;sident Wladimir Putin, nach Meinung westlicher Politiker und Medien die alleinige Schuld tr&auml;gt. Diese einfache Sichtweise hat sich inzwischen in weiten Teilen der Gesellschaft durchgesetzt.<\/p><p>Aber stimmt das wirklich? Welche Vorgeschichte hat der Ukraine-Krieg und wer ist daf&uuml;r verantwortlich? Diese Fragen werden hierzulande kaum noch diskutiert. Die schlichte Formel von der Alleinschuld Russlands ist die Antwort auf alle Fragen. In der &ouml;ffentlichen Diskussion geht v&ouml;llig unter, dass der gr&ouml;&szlig;te Teil der Welt die Situation anders sieht. Auch in der westlichen Welt gibt es namhafte Stimmen, die die Lage sehr viel differenzierter beurteilen. Zu ihnen geh&ouml;rt der renommierte US-amerikanische Politikwissenschaftler John Mearsheimer. Er begreift, dass die NATO-Erweiterung von Russland als existentielle Bedrohung wahrgenommen wird[<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>] und benennt sie als Hauptursache f&uuml;r den Krieg in der Ukraine. Neben Mearsheimer gibt es eine Reihe weiterer herausragender westlicher Wissenschaftler, die das ebenso sehen und f&uuml;r die vor allem der Westen f&uuml;r die Katastrophe des Ukraine-Krieges verantwortlich ist[<a href=\"#foot_3\" name=\"note_3\">3<\/a>].<\/p><p>Dessen ungeachtet wird von Politik und Medien die Russophobie weiter gesch&uuml;rt. Es wird die Angst verbreitet, Russland werde demn&auml;chst auch die NATO-Staaten angreifen. Mit dieser Begr&uuml;ndung wird in Deutschland die Schuldenbremse im Grundgesetz aufgehoben und eine Politik der massiven Aufr&uuml;stung mit Hunderten von Milliarden Euro begr&uuml;ndet. Damit verbunden wird die Forderung, dass Deutschland bis sp&auml;testens 2029 &bdquo;kriegst&uuml;chtig&ldquo; sein muss und bereit sein soll f&uuml;r einen neuen Krieg gegen Russland. <\/p><p>In dieser bedr&uuml;ckenden Situation ergab sich &uuml;ber einen Briefwechsel ein Kontakt zwischen Klaus-Dieter Kolenda und Peter Vonnahme. Beide Autoren sind Mitglied der Organisation &bdquo;International Physicians for the Prevention of Nuclear War&ldquo; (IPPNW). Diese &Auml;rzteorganisation erhielt 1985 den Friedensnobelpreis f&uuml;r die Aufkl&auml;rung &uuml;ber die verheerenden Folgen eines Atomkrieges. Sie leistete in Ost und West einen Beitrag zur Beendigung des Kalten Krieges. Heute bestehen in &uuml;ber 50 L&auml;ndern nationale Sektionen[<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>]. Die deutsche Sektion der IPPNW ist mit ca. 6.000 Mitgliedern die gr&ouml;&szlig;te berufsbezogene Friedensorganisation und nennt sich &bdquo;Internationale &Auml;rztinnen und &Auml;rzte f&uuml;r die Verh&uuml;tung des Atomkrieges und f&uuml;r soziale Verantwortung e.V.&ldquo;[<a href=\"#foot_5\" name=\"note_5\">5<\/a>].<\/p><p><strong>Resolution<br>\nAbkehr vom Feindbild Russland &ndash; f&uuml;r eine neue Entspannungspolitik<\/strong><\/p><p>Innerhalb der IPPNW gibt es einen Arbeitskreis S&uuml;d-Nord. Dieser hat Anfang 2025 eine Resolution unter dem Titel &bdquo;Abkehr vom Feindbild Russland &ndash; f&uuml;r eine neue Entspannungspolitik&ldquo; verfasst. Die Resolution besch&auml;ftigt sich mit den Erfordernissen einer vern&uuml;nftigen Friedenspolitik zur Beendigung des Ukrainekriegs. Sie ist beim Vorstand der IPPNW auf Widerstand gesto&szlig;en und fand in der Folge auch bei der Mitgliederversammlung 2025 keine Mehrheit. Da auch eine &uuml;berarbeitete Fassung der Resolution beim Vorstand keine Zustimmung fand, ver&ouml;ffentlichte sie der Arbeitskreis im Dezember 2025 in einer Berliner Zeitung. Das wiederum war Anlass f&uuml;r eine vereinsinterne Debatte. Diese vertiefte sich durch den nachstehenden Beitrag von Peter Vonnahme auf der IPPNW-Plattform.<\/p><p><em>Der Beitrag wurde geringf&uuml;gig gek&uuml;rzt und durch Zwischen&uuml;berschriften erg&auml;nzt. Einige Abschnitte wurden textlich hervorgehoben, au&szlig;erdem wurden Fu&szlig;noten eingef&uuml;gt.<\/em><\/p><p><strong>Beitrag Vonnahme vom 30.01.2026<\/strong><\/p><p><strong>Deutschland braucht keine neuen US-Raketen, sondern Frieden mit Russland<\/strong><\/p><p>&bdquo;Ich bin Richter im (Un-)Ruhestand und seit ein paar Jahren F&ouml;rdermitglied der IPPNW. Ich beobachte die Vorg&auml;nge innerhalb der deutschen Sektion der IPPNW gewisserma&szlig;en vom Spielfeldrand. Meine Begeisterung f&uuml;r das Ziel der Organisation &ndash; Frieden &ndash; ist ungebrochen. Beim Blick auf die Praxis des Vereins, insbesondere auf die Arbeit der Leitungsebene und auf die erkennbare Mehrheitsmeinung im Verein, ist meine anf&auml;ngliche Zuversicht einer Ern&uuml;chterung gewichen.<\/p><p>Meine Nachdenklichkeit begann mit einer f&uuml;r mich befremdlichen Zur&uuml;ckhaltung des Vorstands, eine von mir an den Verein herangetragene Friedensinitiative der russischen Botschaft in Deutschland zu unterst&uuml;tzen.<\/p><p>&bdquo;<strong>Abkehr vom Feindbild Russland &ndash; f&uuml;r eine neue Entspannungspolitik!&ldquo;<\/strong><\/p><p>Meine Zweifel wuchsen im Fr&uuml;hsommer 2025, als der vom Arbeitskreis S&uuml;d\/Nord erarbeitete Resolutionstext &bdquo;Abkehr vom Feindbild Russland &ndash; f&uuml;r eine neue Entspannungspolitik!&ldquo; in der Mitgliederversammlung der Ablehnung durch die Mehrheit der Abstimmenden verfiel. <\/p><p>Das Scheitern empfand ich als bedr&uuml;ckend, weil in der vertanen Zeit auf beiden Seiten der Kriegsfront Abertausende ihr Leben eingeb&uuml;&szlig;t haben. Andere Menschen haben ihre Wohnung verloren oder sind aus ihrer Heimat geflohen. Den eingetretenen Zeitverlust empfand ich auch deshalb als bedr&uuml;ckend, weil die Resolution nach meinem damaligen Verst&auml;ndnis dazu h&auml;tte beitragen k&ouml;nnen, einen besseren Weg in die Zukunft zu finden.<\/p><p>Dieser Optimismus ist inzwischen einer Ern&uuml;chterung gewichen. Denn die Erfahrung zeigt, dass auch sorgf&auml;ltig erarbeitete Texte von den politischen Entscheidungstr&auml;gern nicht ernsthaft bedacht, sondern ungelesen in den Papierkorb entsorgt werden. Das legt nahe, dass auch eine Annahme der Resolution durch Mitgliedschaft oder Vorstand am Verlauf der Dinge nichts ver&auml;ndert h&auml;tte. <\/p><p>Nach meinem Verst&auml;ndnis ist es f&uuml;r die IPPNW unerl&auml;sslich, sich der reichen Gedankenwelt der Resolution zu &ouml;ffnen. Diese fordert zentral, dass Sicherheit neu gedacht werden m&uuml;sse.<strong> Sicherheit sei unteilbar; die Sicherheit des eigenen Staates sei untrennbar mit der Sicherheit der anderen Staaten verbunden. Konkret bedeute das eine &bdquo;Respektierung nicht nur der ukrainischen, sondern auch der russischen Sicherheitsinteressen&ldquo;.<\/strong> Frieden verlange &bdquo;Kompromisse auf beiden Seiten&ldquo;, eine &bdquo;R&uuml;ckkehr zum V&ouml;lkerrecht&ldquo; und eine &bdquo;Abkehr vom Kurs der Kriegst&uuml;chtigkeit&ldquo;. Wirkliche Sicherheit lasse sich in einer von Atomwaffen bedrohten Welt nicht durch milit&auml;rische Dominanz, sondern nur durch neues Denken, durch Kommunikation und Vertrauensbildung herstellen. Nach Auffassung der Verfasser [der Resolution] liegt der historische Fehler nicht in der &bdquo;alten Entspannungs- und Verst&auml;ndigungspolitik&ldquo;, sondern &bdquo;im westlichen Expansionsstreben&ldquo; wie etwa in der NATO-Osterweiterung.<\/p><p>Aktuell folgt aus dieser Lageeinsch&auml;tzung, dass die im Jahr 2026 vorgesehene Stationierung von US-Marschflugk&ouml;rpern und Hyperschallraketen in Deutschland nicht vertretbar ist. Die Raketenaufstellung dient &ndash; entgegen politischer Propaganda &ndash; nicht der eigenen Sicherheit. Im Gegenteil, die Dislozierung superschneller und punktgenauer Raketen auf deutschem Boden erh&ouml;ht das Risiko, zum Ziel von alles vernichtenden Enthauptungsschl&auml;gen der Gegenseite zu werden.<\/p><p>Es mag sein, dass die Akzeptanz dieser Hypothese f&uuml;r Leute schwierig ist, die tief im westlichen Denken der letzten Jahrzehnte verwurzelt sind. Der Gedanke fordert n&auml;mlich nichts weniger als den <strong>Abschied von einem &uuml;ber Jahrzehnte einge&uuml;bten Bedrohungs- und Hochr&uuml;stungsdenken zugunsten einer Politik, die Entspannung, Verst&auml;ndigung und Ausgleich mit Russland anstrebt. <\/strong><\/p><p>Es ist tragisch, dass die F&uuml;hrungsebene einer Organisation, die sich historisch und programmatisch dem Weltfrieden verschworen hat und daf&uuml;r mit dem Friedensnobelpreis geehrt worden ist, heute z&ouml;gert, sich einem Neuen Denken zu &ouml;ffnen.<\/p><p>Meine Zweifel haben sich verst&auml;rkt, als die <em>Berliner Zeitung (BZ)<\/em> infolge eines Redaktionsversehens die genannte Resolution dem Verein IPPNW und nicht dem Arbeitskreis S&uuml;d-Nord zugeordnet hat und sich binnen kurzer Zeit in Teilen der Mitgliedschaft helle Aufregung breitmachte[<a href=\"#foot_6\" name=\"note_6\">6<\/a>]. Von &bdquo;Affront&ldquo;, &bdquo;alternativen Wahrheiten&ldquo;, &bdquo;&Auml;rger&ldquo;, &bdquo;ernsthafter Krach&ldquo;, war die Rede. Sogar die Gefahr einer &bdquo;offiziellen Gegendarstellung vom Vorstand&ldquo; wurde erwogen.<\/p><p>Der Ruf nach einer Richtigstellung w&auml;re dann verst&auml;ndlich, wenn die Resolution entweder einen vereinssch&auml;digenden Inhalt h&auml;tte oder die fehlerhafte Publikation [unrichtige Angabe des Urhebers] bewusst vom Arbeitskreis veranlasst worden w&auml;re. Beides ist nicht der Fall. Nach meiner Einsch&auml;tzung interessierte die falsche Zuordnung au&szlig;erhalb der IPPNW niemanden. Pr&auml;gend f&uuml;r die &ouml;ffentliche Wahrnehmung war allein die Botschaft, dass sich eine &Auml;rztevereinigung mit der Resolution &bdquo;Abkehr vom Feindbild Russland &ndash; f&uuml;r eine neue Entspannungspolitik!&ldquo; f&uuml;r den Frieden einsetzt[<a href=\"#foot_7\" name=\"note_7\">7<\/a>].<\/p><p>Abgesehen davon: Worin l&auml;ge der Schaden, wenn in der Leserschaft der <em>BZ<\/em> der Eindruck entstanden w&auml;re, dass sich die &bdquo;&Auml;rzte gegen den Atomkrieg&ldquo; f&uuml;r eine Abkehr vom Feindbild Russland einsetzen? Das ist nicht rufsch&auml;digend, sondern vern&uuml;nftig. <\/p><p>Dagegen k&ouml;nnen nur diejenigen sein, die der Meinung sind, dass Konflikte nicht friedlich, sondern durch Kriege gel&ouml;st werden m&uuml;ssen und dass die Feindschaft zu Russland unbedingt aufrechterhalten werden m&uuml;sse. F&uuml;r die IPPNW w&auml;re es verheerend gewesen, wenn sich der Vereinsvorstand diese Hysterie zu eigen gemacht h&auml;tte und sich in der Zeitung von der Resolution distanziert h&auml;tte. Gl&uuml;cklicherweise hat er besonnen reagiert.<\/p><p>Der Verlauf der Diskussion erweckt den Eindruck, als g&auml;be es in der IPPNW einen beachtlichen Zielkonflikt zwischen Mitgliedern, Vorstand und einem engagierten Arbeitskreis.<\/p><p><strong>Grunds&auml;tzliche Kl&auml;rung der friedenspolitischen Ausrichtung &uuml;berf&auml;llig<\/strong><\/p><p>Deshalb ist eine grunds&auml;tzliche Kl&auml;rung der friedenpolitischen Ausrichtung &uuml;berf&auml;llig. Es w&auml;re verwunderlich, wenn sich in einer rasch ver&auml;ndernden Welt, in der die Gewissheiten von gestern auf dem Pr&uuml;fstand stehen, innerhalb einer Friedensorganisation wie der IPPNW kein Diskussionsbedarf erg&auml;be. <\/p><p>Russland war lang genug das gro&szlig;e Thema. Jetzt geht es zentral um die k&uuml;nftige Rolle der USA, vor allem um das Verh&auml;ltnis zum V&ouml;lkerrecht. Ist der ultimative Anspruch &bdquo;America first&ldquo; mit ihm vereinbar? Und wie gestaltet sich die k&uuml;nftige US-Politik zu Europa, Russland, China, Indien, Gr&ouml;nland, Kanada, Mexiko, Venezuela, Iran usw.? All diese Fragen sind untrennbar mit der Friedensfrage verkn&uuml;pft. Eine offene Diskussion hier&uuml;ber ist kein Zeichen von Schw&auml;che, sondern von Lebendigkeit und Weitsicht.<\/p><p><strong>Putin-Versteher?<\/strong><\/p><p>Wer sich nach meinen offenen Pl&auml;doyers f&uuml;r Russland fragt, ob das Gedanken eines naiven &bdquo;Putin-Verstehers&ldquo; oder eines senilen Richters sind, dem m&ouml;chte ich zu bedenken geben: Ich kann verstehen, dass meine Sichtweise f&uuml;r viele befremdend ist, weil sie in wesentlichen Punkten vom Credo des deutschen Mainstreams abweicht. Doch es sind zwei tiefe Einsichten, die meinen Blick auf Russland gepr&auml;gt haben.<\/p><p><strong>Zwei tiefe Einsichten<\/strong><\/p><p>Erstens: Russland ist unser geografischer Nachbar. Das war im Zarenreich so, w&auml;hrend der Sowjetzeit und auch in der Zeit von und nach Michail Gorbatschow. Russland wird immer unser Nachbar bleiben, ob wir es wollen oder nicht. Es ist eine Binsenweisheit, dass es sinnvoll ist, mit einem Nachbarn ein gutes Verh&auml;ltnis zu pflegen. <\/p><p>Das gilt erst recht, wenn der Nachbar das mit Abstand gr&ouml;&szlig;te Land der Erde ist (48-mal gr&ouml;&szlig;er als Deutschland) und &uuml;ber Ressourcen verf&uuml;gt, die wir f&uuml;r unsere Zukunft dringend brauchen. Es w&auml;re t&ouml;richt, mit einem solchen Nachbarn auf Dauer in Unfrieden zu leben. Das gilt vor allem dann, wenn dieser m&auml;chtige Nachbar uns nie bedroht oder &uuml;berfallen hat. <\/p><p>Es waren immer westliche Staaten, die Russland angegriffen haben (Napoleon 1812, Krimkrieg 1853, deutsche Kriegserkl&auml;rung 1914 und Hitlers &bdquo;Unternehmen Barbarossa&ldquo; 1941). Russland hat sich immer verteidigt. <\/p><p><strong>Trotzdem hat das im 2. Weltkrieg siegreiche Russland dem Aggressor Deutschland 1990 die Hand zum Frieden gereicht &ndash; trotz 27 Millionen toter Sowjetmenschen in diesem Krieg.<\/strong> Russland hat sogar sein Milit&auml;r freiwillig, begleitet von heiterer Marschmusik, aus der DDR abgezogen. Das alles spricht f&uuml;r Russland. Es gibt auch keine konkreten Anzeichen daf&uuml;r, dass die Russen &ndash; wie eifrige Kriegsert&uuml;chtiger unken &ndash; demn&auml;chst vor dem Brandenburger Tor stehen werden. Selbst US-Geheimdienste sehen Russland nicht als unmittelbaren Angreifer gegen NATO-Mitglieder (Annual Threat Assessment 2025). <\/p><p>Zweitens: <strong>Welchen Profit h&auml;tte das riesige Russland von einer Eroberung des Zwergs Deutschland, der keine nennenswerten Bodensch&auml;tze hat?<\/strong> &Uuml;berdies: Putin hat es in vier verlustreichen Kriegsjahren nicht geschafft, die schwache Ukraine niederzuringen. Und dieser Putin soll demn&auml;chst den starken NATO-Staat Deutschland angreifen? Mich &uuml;berzeugen die lautstarken Kriegspropheten Boris, Roderich, Annalena und Marie-Agnes jedenfalls nicht. Vielleicht sollten sie mal gemeinsam in ein Exerzitien-Kloster gehen und bei Schweigen, Gebet und Wasser und Brot &uuml;ber ihr Kriegsget&ouml;se nachdenken.<\/p><p><strong>Noch eine pers&ouml;nliche Bemerkung<\/strong><\/p><p>Zum Schluss noch eine sehr pers&ouml;nliche Bemerkung: Ich bin mitten im 2. Weltkrieg geboren. Die bewegendste Reise meines Lebens f&uuml;hrte mich 1992 in den kleinen russischen Ort Uljanowo, unweit der Grenze zur Ukraine, heute wieder Kampfgebiet. Dort fand ich nach vielen Umwegen und M&uuml;hen das Grab meines wenige Wochen nach meiner Geburt im Krieg gefallenen Vaters. <\/p><p>Auf dieser Reise war mir ein tiefer Blick in die russische Seele verg&ouml;nnt. Die Russen, mit denen ich es auf dieser Reise zu tun hatte, haben mich immer wieder erstaunt. Eigentlich hatte ich, der Sohn eines deutschen Soldaten, der ihr Land &uuml;berfallen hat, Distanz und Ablehnung erwartet. Was ich fand, war Anteilnahme, Sympathie und gro&szlig;e Hilfsbereitschaft &ndash; verbunden mit einem Glas Wodka. F&uuml;r die Russen war ich nicht der Sohn eines Aggressors, sondern ein Deutscher, der seinen Vater sucht. Diese Haltung war nobel.<\/p><p>Seitdem schl&auml;gt mein Herz f&uuml;r die Russen und das Land, in dessen Erde mein Vater ruht. Der sich heute in Deutschland neu entfaltende Russenhass &ndash; gesch&uuml;rt durch eine kurzsichtige Politik &ndash; zerm&uuml;rbt meine Hoffnung auf Verst&auml;ndigung mit dem russischen Volk. Das ist schmerzlich. Ich denke, wir alle tun gut daran, Feindbilder hinter uns zu lassen. Das gilt auch f&uuml;r die nach Orientierung suchenden Mitglieder und Funktion&auml;re der Friedensorganisation IPPNW.&ldquo;<\/p><p><em>Dieser Brief hat viel Resonanz ausgel&ouml;st. Fast alle Zuschriften waren zustimmend. Die &Auml;u&szlig;erung von Klaus-Dieter Kolenda wird hier stellvertretend f&uuml;r alle dokumentiert. Es gelten dieselben redaktionellen Hinweise wie oben.<\/em><\/p><p><strong>Beitrag Kolenda vom 04.02.2026 <\/strong><\/p><p>&bdquo;Ich bin seit 1985 Mitglied der IPPNW und m&ouml;chte mich bei Ihnen, lieber Herr Vonnahme, f&uuml;r Ihren offenen Brief mit der &Uuml;berschrift &bdquo;Deutschland braucht keine neuen US-Raketen, sondern Frieden mit Russland&ldquo; vom 30.01.2026 bedanken, weil der Brief mir aus dem Herzen spricht.<\/p><p>In diesem Brief weisen Sie auf einen Resolutionstext mit dem Titel &bdquo;Abkehr vom Feindbild Russland &ndash; f&uuml;r eine neue Entspannungspolitik&ldquo; hin[<a href=\"#foot_7\" name=\"note_7\">7<\/a>].<\/p><p><strong>In dieser Resolution hei&szlig;t es an zentraler Stelle: &bdquo;In Wahrnehmung der historischen Mission der IPPNW, der Verh&uuml;tung eines Atomkriegs, &hellip; fordern wir daher: Der Ukrainekrieg kann und muss jetzt beendet werden &ndash; durch Respektierung nicht nur der ukrainischen, sondern auch der russischen Sicherheitsinteressen. Denn die weitere Eskalation dieses Krieges kann rasch in einen offenen Krieg der NATO mit Russland m&uuml;nden, und damit in einen Welt- und Atomkrieg.&ldquo; <\/strong><\/p><p>Erst durch Ihren offenen Brief vom 30.01.2026 habe ich erfahren, dass dieser auch aus meiner Sicht sehr gut begr&uuml;ndete Resolutionstext offenbar innerhalb der IPPNW-Mitgliedschaft umstritten war und mehrere Anl&auml;ufe von Seiten der Resolutionsautoren, ihn so zu entsch&auml;rfen, dass er auch f&uuml;r den Vereinsvorstand akzeptabel ist, nicht zum Erfolg gef&uuml;hrt haben. <\/p><p>Ein Ergebnis dieser bevormundenden Politik des Vorstands ist, dass die meisten Mitglieder der IPPNW, die nicht zuf&auml;llig die &bdquo;Berliner Zeitung&ldquo; vom 08.12.2025 mit dem Artikel gelesen haben[<a href=\"#foot_6\" name=\"note_6\">6<\/a>], nichts von der verdienstvollen Resolution wissen, an der die Resolutionsautoren des Arbeitskreises S&uuml;d-Nord seit Fr&uuml;hjahr 2025 gearbeitet haben. Zu diesen [unwissenden] IPPNW-Mitgliedern habe auch ich bis zur Lekt&uuml;re Ihres offenen Briefes geh&ouml;rt. Deshalb danke noch einmal f&uuml;r diese wichtige Aufkl&auml;rung.<\/p><p>Lieber Herr Vonnahme, wie Sie bin ich der Auffassung, dass es h&ouml;chste Zeit ist, dass die deutsche Regierung eine Kehrtwendung vollzieht, sich vom Feindbild Russland abwendet und diplomatische Schritte im Sinne der Resolution unternimmt, damit der Ukrainekrieg beendet wird. <\/p><p>Anliegend schicke ich Ihnen noch einen in den &bdquo;Nachdenkseiten&ldquo; und in der Schweizer Plattform &bdquo;Globalbridge &ndash; Politblog f&uuml;r gegenseitiges Verstehen&ldquo; ver&ouml;ffentlichten Reisebericht &uuml;ber eine k&uuml;rzlich durchgef&uuml;hrte bewegende Reise nach Belarus, mit der mein Koautor und ich uns darum bem&uuml;hen, vielleicht auch ein wenig zum Abbau der zurzeit die Politik in unserem Lande beherrschenden gef&auml;hrlichen Russophobie beitragen zu k&ouml;nnen[<a href=\"#foot_8\" name=\"note_8\">8<\/a>][<a href=\"#foot_9\" name=\"note_9\">9<\/a>].&ldquo;<\/p><p><strong>Antwort Vonnahme vom 15.02.2026 <\/strong><\/p><p>&bdquo;Da ich Sie bisher nicht pers&ouml;nlich kenne, habe ich bei einer Netzrecherche festgestellt, dass wir fast gleich alt sind und auf einen langen Erfahrungshorizont zur&uuml;ckblicken k&ouml;nnen. Das k&ouml;nnte der Grund sein, warum wir trotz unseres sehr unterschiedlichen beruflichen Werdegangs manches &auml;hnlich beurteilen.<\/p><p><strong>Krieg als Metapher<\/strong><\/p><p>Wenn heute &uuml;ber Krieg geredet wird, dann zeigt sich immer &ouml;fter, dass die Redner mit diesem Begriff keine pers&ouml;nlichen Erfahrungen verbinden k&ouml;nnen, sondern das Wort Krieg als rhetorischen Baustein in politischen Abw&auml;gungsprozessen benutzen. &Uuml;berspitzt ausgedr&uuml;ckt: Krieg ist zur Metapher verkommen. Kriegs&auml;ngste dienen als argumentative Pfeilspitze gegen vermeintliche Feinde. Auf faktenarme Bedrohungsanalysen werden abenteuerliche Aufr&uuml;stungsprogramme mit gigantischem Finanzaufwand gest&uuml;tzt. <\/p><p><strong>Meinungsbildungsprozesse auch in der IPPNW eingegrenzt<\/strong><\/p><p>Technokratisches und b&uuml;ndnisaffines Denken grenzen Meinungsbildungsprozesse ein. Das gilt auch f&uuml;r eine verdienstvolle Organisation wie die IPPNW, die bestimmungsgem&auml;&szlig; der Abschaffung von Atomwaffen, also dem Weltfrieden, verpflichtet ist. <\/p><p>Nach meinem Eindruck von au&szlig;en wird die deutsche F&uuml;hrungsebene ihrer zentralen Aufgabe nur noch eingeschr&auml;nkt gerecht. Beispielhaft hierf&uuml;r ist die Diskussion &uuml;ber den Resolutionstext. Ich empfinde es als befremdlich, dass dieser von Friedenssuche gepr&auml;gte Aufruf Opfer eines internen Machtkampfes geworden ist.<\/p><p>Umso mehr freut es mich, dass Sie, lieber Herr Kolenda, mein Pl&auml;doyer f&uuml;r eine vern&uuml;nftige Partnerschaft mit Russland teilen.<\/p><p><strong>Die von wichtigen Teilen der Politik, der Medien und der Zivilgesellschaft befeuerte Feindschaft gegen Russland und anderen Staaten (G.W. Bush: &bdquo;Achse des B&ouml;sen&ldquo;) ist ungerecht, weil sie von einer beklemmenden Doppelmoral getragen wird. Sie ist au&szlig;erdem blind und unhistorisch. Denn sie verkennt die Tatsache, dass die vertrauten Denkmuster der westlichen Welt der Gegenwart nicht mehr gerecht werden. <\/strong><\/p><p>Nach meiner &Uuml;berzeugung sind wir Zeugen eines Epochenbruchs. Die von Olaf Scholz 2022 diagnostizierte &bdquo;Zeitenwende&ldquo; vermittelte ein unzureichendes Bild, weil sie nur eine westliche Weltsicht, aber nicht die ganze Welt im Blick hatte. Wir m&uuml;ssen begreifen, dass sich die Welt derzeit v&ouml;llig neu ordnet, ob wir es wollen oder nicht. <\/p><p>Die s&uuml;dliche Hemisph&auml;re ist aufgewacht, sie wird sich ihrer politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Macht bewusst, sie sch&uuml;ttelt die Sp&auml;tfolgen des Kolonialismus ab und sucht nach neuen Wegen (BRICS, SCO, Belt and Road Initiative). Die Weltmacht USA st&ouml;&szlig;t &ndash; ungeachtet ihrer milit&auml;rischen Dominanz &ndash; an die Grenzen ihrer Macht. Die w&uuml;tenden Rundumschl&auml;ge des US-Pr&auml;sidenten sind jenseits allen Wortgeklingels (&bdquo;Make America great again&ldquo;) Anzeichen einer tiefen Verunsicherung. <\/p><p>Gewissheiten von gestern schmelzen wie ein Schneemann in den ersten warmen Fr&uuml;hlingstagen (transatlantische Partnerschaft, Beistandsversprechen der NATO, vertraute Lieferketten, Rolle Europas). Parallel dazu meldet die VR China behutsam und leise ihren auf Wirtschaft und Wissenschaft gest&uuml;tzten F&uuml;hrungsanspruch an. Indien befindet sich in einer Lauerstellung.<\/p><p><strong>Deutschland soll &bdquo;kriegst&uuml;chtig&ldquo; werden<\/strong><\/p><p>Und Deutschland? Es hat sich mit der Rolle als Vasall der USA abgefunden, f&uuml;gsam und ideenlos, jedoch neuerdings geleitet von dem Wunsch, in Europa eine F&uuml;hrungsrolle zu &uuml;bernehmen. Dieses Land denkt &ndash; verf&uuml;hrt von Dampfplauderern wie Scholz, Merz und Pistorius &ndash; nur in eine Richtung. <\/p><p>Es will mit Hunderten von Milliarden &bdquo;kriegst&uuml;chtig&ldquo; werden. Der intelligentere, billigere und sicherere Weg in die Zukunft w&auml;re, &bdquo;friedenst&uuml;chtig&ldquo; zu werden[<a href=\"#foot_10\" name=\"note_10\">10<\/a>]. Das w&auml;re ein ernsthafter Versuch, aus dem &bdquo;Feind Russland&ldquo; perspektivisch einen Partner zu machen. Wer jedoch solches vorschl&auml;gt, wird reflexartig als naiver &bdquo;Putin-Versteher&ldquo; diffamiert. <\/p><p>Vergessen wird, dass die Geschichte des letzten Dreivierteljahrhunderts Gegenteiliges lehrt. Zwei Staatsm&auml;nner vom Format eines Charles de Gaulle und eines Konrad Adenauer haben es vermocht, aus dem &bdquo;Erzfeind Frankreich&ldquo; den engsten Verb&uuml;ndeten zu machen.<\/p><p><strong>Die wirkliche Bedrohung f&uuml;r unsere Existenz <\/strong><\/p><p>Der ohnehin d&uuml;stere globale Befund wird &uuml;berw&ouml;lbt durch atomare Proliferation und die unabsehbaren Risiken der sog. KI. Selbst wenn man diese Gefahren prinzipiell f&uuml;r beherrschbar h&auml;lt, bleibt ein existenzielles Risiko &ndash; die sich versch&auml;rfende globale Klimakrise. Vers&auml;umnisse von heute mindern die &Uuml;berlebenschancen von morgen. Die wirkliche Bedrohung f&uuml;r unsere Existenz sind nicht Russland, Putin und der v&ouml;lkerrechtswidrige Krieg in der Ukraine, sondern das Ph&auml;nomen einer sich beschleunigenden Erderw&auml;rmung, verbunden mit dem rapiden Abschmelzen der Polkappen, verheerenden Wirbelst&uuml;rmen und Sintfluten sowie dem klimabedingten Exodus von unz&auml;hligen Menschen, deren Lebensr&auml;ume zerst&ouml;rt worden sind.<\/p><p>Vor diesem beklemmenden Hintergrund leugnet der m&auml;chtigste Mann der Welt die Gefahren eines Klimawandels und gibt Vollgas f&uuml;r die gewinnbringende Nutzung der fossilen Brennstoffe. Hierf&uuml;r gibt es nur ein Wort: Irrsinn.<\/p><p>Es ist h&ouml;chste Zeit, sinnlose Feindschaften zu beenden, gemeinsame Interessen zu erkennen und in einer planetarischen Anstrengung globale Rettungsstrategien auszuarbeiten. Das sollte auch die deutsche Sektion der IPPNW bedenken &ndash; auch wenn es nur die Meinung eines F&ouml;rdermitglieds ist.<\/p><p>Ihnen, lieber Herr Kolenda, vielen Dank f&uuml;r Ihren Denkansto&szlig;. Ihren Reisebericht &uuml;ber Belarus habe ich mit gro&szlig;em Gewinn gelesen[<a href=\"#foot_8\" name=\"note_8\">8<\/a>][<a href=\"#foot_9\" name=\"note_9\">9<\/a>].&ldquo;<\/p><p><strong>Schlussgedanken<\/strong><\/p><p>Wir sind beide von der gro&szlig;en Sorge erf&uuml;llt, dass sich der laufende Stellvertreterkrieg in der Ukraine zwischen Russland und den NATO-Staaten zu einer noch gr&ouml;&szlig;eren milit&auml;rischen Auseinandersetzung in Europa ausweitet, wenn es nicht bald zu einem Friedensschluss kommt. <\/p><p>Trotz der Tatsache, dass der Krieg in der Ukraine mit viel Blutvergie&szlig;en, Leid und Zerst&ouml;rungen auf beiden Seiten der Front schon l&auml;nger als vier Jahre andauert, gibt es von Seiten der Bundesregierung bis heute keine ernsthaften diplomatischen Anstrengungen, den Krieg zu beenden. K&uuml;rzlich hat eine deutsche Expertengruppe einen neuen detaillierten Friedensplan entworfen[<a href=\"#foot_11\" name=\"note_11\">11<\/a>]. In ihm finden sich auch Gedanken der Resolution des IPPNW-Arbeitskreises S&uuml;d-Nord wieder (vgl. die sachkundige Analyse in einem aktuellen Beitrag in Globalbridge[<a href=\"#foot_12\" name=\"note_12\">12<\/a>]). <\/p><p>Abschlie&szlig;end m&ouml;chten wir noch einmal auf die reiche Gedankenwelt dieser Resolution hinweisen[<a href=\"#foot_7\" name=\"note_7\">7<\/a>]. Die dort formulierten Gedanken k&ouml;nnten ein Wegbereiter sein f&uuml;r den Beginn eines diplomatischen Friedensprozesses im Ukraine-Krieg.<\/p><p>Uns liegt daran, diesen Beitrag &uuml;ber den Mitgliederkreis der IPPNW hinaus zur allgemeinen Diskussion zu stellen. Wir hoffen, dass er auch jenseits der &Auml;rzteschaft und der Juristen viele Interessierte erreicht. <\/p><p><strong>Zu den Autoren:<\/strong><\/p><p><strong>Prof. Dr. med. Klaus-Dieter Kolenda,<\/strong> Jahrgang 1941, ist Facharzt f&uuml;r Innere Medizin\/Gastroenterologie und Facharzt f&uuml;r Physikalische und Rehabilitative Medizin. Er war von 1985 bis 2006 Chefarzt einer Rehabilitationsklinik und ab 1978 medizinischer Sachverst&auml;ndiger bei der Sozialgerichtsbarkeit in Schleswig-Holstein. Er ist seit Mitte der 1980er Jahre IPPNW-Mitglied und arbeitet in der Kieler Gruppe der IPPNW mit.<br>\nE-Mail: <a href=\"mailto:klaus-dieter.kolenda@gmx.de\">klaus-dieter.kolenda@gmx.de<\/a><\/p><p><strong>Peter Vonnahme<\/strong>, Jahrgang 1942, ist Jurist und war ein Vierteljahrhundert als Richter am Bayerischen Verwaltungsgerichtshof t&auml;tig. Er ist Mitglied der International Association of Lawyers against Nuclear Arms (IALANA), einer weltweiten Juristenvereinigung gegen Atomwaffen, und au&szlig;erdem seit 2022 F&ouml;rdermitglied der IPPNW. Von 1995 bis 2001 war er Mitglied des Bundesvorstands der Neuen Richtervereinigung (NRV).<br>\nE-Mail: <a href=\"mailto:peter.vonnahme@onlinehome.de\">peter.vonnahme@onlinehome.de<\/a><\/p><p><small>Titelbild: rawf8 \/ Shutterstock<\/small><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.manova.news\/artikel\/der-blick-in-den-abgrund\">Der Blick in den Abgrund<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=120486\">Wer hat den Ukraine-Krieg verursacht?<\/a> &ndash; John J. Mearsheimer<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_3\" name=\"foot_3\">&laquo;3<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=130541\">Ukraine-Krieg: Wer ist f&uuml;r diese Katastrophe verantwortlich? &ndash; Klaus-Dieter Kolenda<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_4\" name=\"foot_4\">&laquo;4<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.ippnw.org\/\">ippnw.org<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_5\" name=\"foot_5\">&laquo;5<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.ippnw.de\/startseite.html\">ippnw.de\/startseite.html<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_6\" name=\"foot_6\">&laquo;6<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/politik-gesellschaft\/geopolitik\/ukrainekrieg-aerzte-gegen-atomkrieg-fordern-von-merz-abkehr-vom-feindbild-russland-li.10009133\">Ukraine-Krieg: &Auml;rzte gegen Atomkrieg fordern von Merz &bdquo;Abkehr vom Feindbild Russland&ldquo;<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_7\" name=\"foot_7\">&laquo;7<\/a>] <a href=\"https:\/\/nie-wieder-krieg.org\/2025\/12\/04\/resolution-ippnw-aksn\/\">IPPNW-&Auml;rztinnen und -&Auml;rzte ver&ouml;ffentlichen Resolution: &bdquo;Abkehr vom Feindbild Russland &ndash; f&uuml;r eine neue Entspannungspolitik!&ldquo;<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_8\" name=\"foot_8\">&laquo;8<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=144951\">Eine Reise in das heutige Belarus und seine schreckliche Vergangenheit &ndash; Klaus-Dieter Kolenda &amp; Jan Gorski.<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_9\" name=\"foot_9\">&laquo;9<\/a>] <a href=\"https:\/\/globalbridge.ch\/eine-bewegende-reise-nach-belarus\/\">Eine bewegende Reise nach Belarus &ndash; Klaus-Dieter Kolenda &amp; Jan Gorski<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_10\" name=\"foot_10\">&laquo;10<\/a>] Fabian Scheidler: Wie wir aufh&ouml;ren m&uuml;ssen, unsere Feinde selbst zu schaffen. Pro Media, Wien 2025<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_11\" name=\"foot_11\">&laquo;11<\/a>] <a href=\"https:\/\/globalbridge.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Verhandlungsvorschlag-zur-friedlichen-Loesung-de-Ukrainekrieges.pdf\">globalbridge.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Verhandlungsvorschlag-zur-friedlichen-Loesung-de-Ukrainekrieges.pdf<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_12\" name=\"foot_12\">&laquo;12<\/a>] <a href=\"https:\/\/globalbridge.ch\/guter-wille-alleine-wird-nicht-genuegen\/\">Guter Wille alleine wird nicht gen&uuml;gen &ndash; Ralph Bosshard<\/a><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Beide Autoren geh&ouml;ren der &auml;lteren Generation an, die im Zweiten Weltkrieg geboren wurde, den ersten Kalten Krieg erlebt und nach der Wendezeit 1989\/1991 an einen dauerhaften Frieden in Europa geglaubt hat. Klaus-Dieter Kolenda und Peter Vonnahme sind dar&uuml;ber entsetzt, dass die Kriegsgefahr nach Europa zur&uuml;ckgekehrt ist, in den letzten Jahren bedrohlich zugenommen hat und derzeit<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=147085\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":147086,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[169,170,123],"tags":[3041,3260,1829,3276,466,3500,259,260,1556,1703,3226],"class_list":["post-147085","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aussen-und-sicherheitspolitik","category-friedenspolitik","category-kampagnentarnworteneusprech","tag-cancel-culture","tag-feindbild","tag-ippnw","tag-multipolare-welt","tag-nato","tag-raketenstationierung","tag-russland","tag-ukraine","tag-usa","tag-voelkerrecht","tag-xenophobie"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/shutterstock_690649057.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/147085","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=147085"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/147085\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":147364,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/147085\/revisions\/147364"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/147086"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=147085"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=147085"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=147085"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}