{"id":147665,"date":"2026-03-13T14:00:25","date_gmt":"2026-03-13T13:00:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=147665"},"modified":"2026-03-13T11:45:42","modified_gmt":"2026-03-13T10:45:42","slug":"krieg-im-nahen-osten-eine-katastrophe-auch-fuer-palaestina","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=147665","title":{"rendered":"Krieg im Nahen Osten \u2013 eine Katastrophe auch f\u00fcr Pal\u00e4stina"},"content":{"rendered":"<p>Der Krieg gegen den Iran, den die USA und Israel am 28. Februar 2026 begonnen haben, hat weitreichende Auswirkungen. Betroffen ist die gesamte Region. Bomben und Drohnen verursachten Sch&auml;den in den Vereinigten Arabischen Emiraten, in Bahrain, im Oman, sogar in Saudi-Arabien und auf einigen Milit&auml;r-St&uuml;tzpunkten wie in Zypern. Von <strong>Annette Groth<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nBesonders in den Golfstaaten, in denen der Tourismus eine wichtige Einnahmequelle ist, regt sich Widerstand gegen den Krieg. So schrieb einer der prominentesten Gesch&auml;ftsleute der Vereinigten Arabischen Emirate, Al Habtoor, der als einflussreiche Stimme im Golf gilt, k&uuml;rzlich einen Offenen Brief an den US-Pr&auml;sidenten und fragte: &bdquo;Wer hat Ihnen die Autorit&auml;t gegeben, unsere Region in einen Krieg mit dem Iran zu ziehen? Wer hat Ihnen die Erlaubnis gegeben, unsere Region in ein Schlachtfeld zu verwandeln?&ldquo; Weiterhin stellte er die provozierende Frage, &bdquo;ob die Eskalation gegen den Iran tats&auml;chlich eine souver&auml;ne Entscheidung der USA gewesen sei &ndash; oder ob sie unter dem Druck des israelischen Premierministers Benjamin Netanyahu zustande kam&ldquo;.<\/p><p>Al Habtoor erinnert daran, dass Trump im Wahlkampf wiederholt versprochen habe, keine neuen Kriege zu beginnen, nun sei aber genau das Gegenteil eingetreten.<\/p><p>Dass ausgerechnet ein milliardenschwerer Unternehmer Trump &ouml;ffentlich zur Rede stellt, deutet auf gro&szlig;e Spannungen zwischen den regionalen Verb&uuml;ndeten der USA und der amerikanischen Kriegsstrategie hin. Bemerkenswert ist der Schlusssatz dieses Briefes, der sogar in <em>CNN<\/em> diskutiert wurde: &bdquo;Wahre F&uuml;hrung wird nicht an Kriegsentscheidungen gemessen, sondern an Weisheit, Respekt f&uuml;r andere und dem Streben nach Frieden.&ldquo;[<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>]<\/p><p>Aber nicht nur in den Golfstaaten nimmt die Wut gegen die Kriegsparteien USA und Israel zu, sondern insbesondere auch im Libanon.<\/p><p>Seit Monaten bombardiert die israelische Armee den Libanon. Die Zerst&ouml;rung ist immens, &uuml;ber 700.000 Menschen im Libanon sind auf der Flucht. Seit dem 2. M&auml;rz hat Israel Angriffswarnungen f&uuml;r mehr als 100 libanesische D&ouml;rfer und St&auml;dte ausgerufen und die Bewohner zur Evakuierung gedr&auml;ngt, oft hatten diese nur wenig Zeit, um ihre Halbseligkeiten zusammenzupacken. Laut UNICEF wurden seit dem 2. M&auml;rz 83 Kinder get&ouml;tet.<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Die israelischen Angriffe auf den Libanon eskalieren mit zunehmender Gewalt. Familien werden in ihren H&auml;usern angegriffen, und die Zahl der durch den Krieg verletzten Kinder steigt rapide an. Wir befinden uns seit den ersten Augenblicken im Notfallmodus, um den Zustrom verwundeter Kinder zu bew&auml;ltigen. &hellip; Israels Krieg gegen Kinder im Libanon.\n<\/p><\/blockquote><p>Als ich im Oktober 2023 zum ersten Mal &uuml;ber dieses Ph&auml;nomen in Gaza schrieb, konnte ich mir nicht vorstellen, dass die Welt Israel 2026 weiterhin erlauben w&uuml;rde, dies in der gesamten Region zu tun.&ldquo;[<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>]<\/p><p>&bdquo;Das ist kein Krieg mehr gegen die Hisbollah, sondern ein Krieg gegen ein ganzes Volk, so wie wir es schon in Gaza erlebt haben&ldquo;, sagt Kassem Aina, Direktor des National Institution of Social Care and Vocational Training im Libanon.<\/p><p><strong>Der Krieg gegen den Iran ist auch ein Krieg gegen Gaza und die Westbank<\/strong><\/p><p>Der Krieg gegen den Iran hat ebenfalls katastrophale Auswirkungen in Gaza. Seit dem 28. Februar ist der &Uuml;bergang Rafah wieder geschlossen, der erst Anfang Februar nach langer Zeit ge&ouml;ffnet wurde. Der pal&auml;stinensische Schriftsteller und Pulitzerpreistr&auml;ger Mosab Abu Toha aus Gaza schreibt dazu:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Die Schlie&szlig;ung der Grenz&uuml;berg&auml;nge versch&auml;rft die ohnehin schon katastrophale humanit&auml;re Krise. Es ist weder etwas Politisches noch mutig, Grenzen f&uuml;r Kinder, Kranke und &auml;ltere Menschen zu schlie&szlig;en. Das ist Sadismus gegen&uuml;ber einer besetzten und vom V&ouml;lkermord bedrohten Bev&ouml;lkerung, insbesondere gegen&uuml;ber den Kindern. &Uuml;brigens: Was zum Teufel macht oder sagt die Europ&auml;ische Mission in Rafah?&ldquo;[<a href=\"#foot_3\" name=\"note_3\">3<\/a>]\n<\/p><\/blockquote><p>18.000 Schwerverletzte warten auf medizinische Behandlung in &Auml;gypten oder anderswo. Viele von ihnen werden sterben, weil es keine Medikamente gibt und kein sauberes Wasser.<\/p><p>Nicht nur der Personenverkehr ist unterbunden, sondern auch Hilfslieferungen durften nicht passieren. D.h. keine Lebensmittel, kein Wasser, keine Baumaterialien, keine Medikamente. Infolgedessen sind die Preise f&uuml;r Lebensmittel exorbitant gestiegen. Und da viele Menschen kein Geld mehr haben, hungern sie. Jeden Tag sterben Menschen.<\/p><p>Am 4. M&auml;rz wurde zumindest ein &Uuml;bergang ge&ouml;ffnet, 16 LKWs wurden reingelassen, 14 mit humanit&auml;ren Hilfsg&uuml;tern, zwei mit Waren f&uuml;r lokale M&auml;rkte, ein Tropfen auf den hei&szlig;en Stein.<\/p><p>Muhammad Abu Hamad, ein lokaler H&auml;ndler in Gaza, berichtet, dass an dem Wochenende 28. Februar\/1. M&auml;rz alle seine Lebensmittel ausverkauft waren. &bdquo;Als Menschen live im Fernsehen massenhaft starben, &auml;nderte sich f&uuml;r sie nichts&ldquo;, sagt Abu Hamad. &bdquo;Die Belagerung wurde nicht aufgehoben. Wir wurden nicht mit Lebensmitteln versorgt, obwohl die weltweite Aufmerksamkeit ganz auf den Krieg in Gaza gerichtet war. Jetzt, da die Welt mit dem Angriff auf den Iran besch&auml;ftigt ist, bef&uuml;rchten die Pal&auml;stinenser, dass die Welt nicht bemerken wird, was mit ihnen geschieht, selbst wenn Israel das pal&auml;stinensische Volk in einer einzigen Nacht vernichten w&uuml;rde&ldquo;, bef&uuml;rchtet Abu Hamad.<\/p><p>&bdquo;Die R&uuml;ckkehr der Hungersnot nach Gaza ist das, was wir am meisten f&uuml;rchten, sogar mehr als die Bombardierungen&ldquo;, so Sobhi Al-Zaaneen, ein 50-j&auml;hriger Vater von sieben Kindern.[<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>]<\/p><p><strong>Der sogenannte Waffenstillstand existiert nur auf dem Papier<\/strong><\/p><p>In dem sogenannten Waffenstillstand vom Oktober 2025 wurde vereinbart, dass t&auml;glich 600 LKWs nach Gaza die Grenzen passieren d&uuml;rfen, um lebensnotwendige G&uuml;ter reinzubringen. Im Durchschnitt durften allerdings nur 200 LKWs passieren, das bedeutet, dass lediglich 43 Prozent der Hilfsg&uuml;ter und nur 15 Prozent der vereinbarten Menge Treibstoff nach Gaza gelassen wurden. Die Versorgungslage ist dementsprechend katastrophal.<\/p><p>Nach Angaben des Pal&auml;stinensischen Zentrums f&uuml;r Menschenrechte (Palestinian Centre for Human Rights) sind seit Oktober 642 Pal&auml;stinenser get&ouml;tet worden, darunter 197 Kinder und 85 Frauen. Bisher wurden w&auml;hrend des sogenannten Waffenstillstands 1.643 Menschen verletzt, teilweise sehr schwer.<\/p><p>Fakt ist, dass die israelischen Milit&auml;roperationen seit der Einigung zwischen Israel und der Hamas auf einen Waffenstillstand im Oktober 2025 nie eingestellt wurden. In den Gebieten Gazas, die sich unter israelischer Kontrolle befinden und durch die sogenannte &bdquo;Gelbe Linie&rdquo; abgegrenzt sind, werden weiterhin systematisch H&auml;user zerst&ouml;rt. Viele Bewohner, die versucht haben, in ihre H&auml;user in der N&auml;he der Gelben Linie zur&uuml;ckzukehren, wurden von israelischen Streitkr&auml;ften erschossen. Die Bewohner der nahegelegenen Vertriebenenlager h&ouml;ren t&auml;glich Explosionen. Laut dem t&auml;glichen Bericht des Gesundheitsministeriums steigt die Zahl der Opfer weiter an, w&auml;hrend jeden Tag Dutzende Verletzte in die Krankenh&auml;user von Gaza eingeliefert werden.<\/p><p>Erschwert wird die Behandlung der Verletzten durch das im Dezember 2025 verf&uuml;gte Arbeitsverbot ausl&auml;ndischer Mitarbeiter von 37 humanit&auml;ren Organisationen wie beispielsweise &bdquo;&Auml;rzte ohne Grenzen&ldquo;. Das oberste israelische Gericht hat diese Anordnung zwar ausgesetzt, aber aufgrund der Anordnung haben die Organisationen Gaza inzwischen l&auml;ngst verlassen, eine Wiedereinreise ist ihnen verwehrt.<\/p><p>Dieses Verbot betrifft fast alle etablierten Nicht-UN-Hilfsorganisationen vor Ort, weil sie sich weigern, Israels neues Registrierungsgesetz zu befolgen. Laut dem Registrierungsgesetz m&uuml;ssen die Hilfsorganisationen alle Daten ihrer pal&auml;stinensischen Mitarbeiter den Israelis zur Verf&uuml;gung stellen. Das verweigern die Organisationen, weil sie bef&uuml;rchten, ihren Mitarbeitern k&ouml;nnten m&ouml;glicherweise Schikanen bis zur Verhaftung oder sogar gezielte T&ouml;tungen drohen.<\/p><p>Seit Oktober 2023 wurden etwa 560 Helfer, darunter mindestens 376 UN-Angestellte, dieser Hilfsorganisationen durch israelische Luftangriffe get&ouml;tet, viele gezielt! Manche wurden unter den Tr&uuml;mmern begraben wie die Personen, denen sie zu Hilfe kamen. Um die vielen Verletzten ad&auml;quat behandeln zu k&ouml;nnen, braucht es neben Medikamenten, Ger&auml;ten und Verbandszeug auch ausreichend medizinisches Personal, das aber fehlt.<\/p><p>Inzwischen hat Israel zwei Dutzend Organisationen zugelassen, die der Anforderung der Datenvermittlung zustimmen. Damit dienen sie Israels politischen und milit&auml;rischen Zielen, so Kritiker.<\/p><p>Um Informationen &uuml;ber die von Israel zugelassenen Hilfsorganisationen zu erhalten, hat The New Humanitarian, eine US-amerikanische Hilfsorganisation, mit f&uuml;hrenden Vertretern mehrerer dieser Organisationen gesprochen und mehr als ein Dutzend andere Helfer und Experten interviewt.<\/p><p>Israel &bdquo;gestaltet den Raum f&uuml;r humanit&auml;re Akteure in Gaza neu&ldquo;, erkl&auml;rte ein hochrangiger Mitarbeiter einer Hilfsorganisation, der mit der Situation vertraut ist und aufgrund von Vergeltungsma&szlig;nahmen gegen seine Organisation anonym bleiben m&ouml;chte. &bdquo;Diejenigen, die in Gaza t&auml;tig sein werden, sind neu, klein, politisch opportun &ndash; und sie werden nichts eigenst&auml;ndig ohne Israels Genehmigung machen. &hellip; Alle wichtigen Organisationen, die derzeit von den israelischen Beh&ouml;rden bevorzugt werden, haben das Verhalten Israels in Gaza heruntergespielt oder vermieden, dar&uuml;ber zu sprechen, und hochrangige Vertreter*innen mehrerer dieser Organisationen haben Israels Milit&auml;raktion &ouml;ffentlich unterst&uuml;tzt und die Argumente der israelischen Regierung wiederholt &ndash; darunter auch die Ablehnung von Beweisen f&uuml;r eine Hungersnot als &lsquo;Fake News&rsquo;&rdquo;.[<a href=\"#foot_5\" name=\"note_5\">5<\/a>]<\/p><p><strong>Annexion des Westjordanlandes<\/strong><\/p><p>Im Windschatten des Krieges gegen Gaza und jetzt aktuell gegen den Iran wird auf brutale Weise die Annexion des Westjordanlandes vorangetrieben. Seit dem 28. Februar ist das Westjordanland hermetisch abgeriegelt. Die pal&auml;stinensische Journalistin Zena Tahhan schrieb:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Drei Millionen Pal&auml;stinenser*innen im besetzten Westjordanland stehen seit heute Morgen unter israelischer Milit&auml;rsperre. Alle pal&auml;stinensischen St&auml;dte und D&ouml;rfer sind abgeriegelt. Familien wurden voneinander getrennt. Der Zugang zu Krankenh&auml;usern ist blockiert. Arbeiter*innen und Student*innen sind eingeschlossen. Eine ganze Bev&ouml;lkerung steht unter Ausgangssperre.&ldquo;[<a href=\"#foot_6\" name=\"note_6\">6<\/a>]\n<\/p><\/blockquote><p>&bdquo;Die Armee verhindert die Ein- und Ausfahrt von Arbeitern, Kindern und Kranken&ldquo;, sagt der B&uuml;rgermeister von Duma, Hussein Dawabsheh. &bdquo;Am Montag haben wir versucht, die Evakuierung eines 88-j&auml;hrigen Patienten zu koordinieren, aber [die Armee] hat dies abgelehnt. Das Dorf ist von Siedlern umzingelt, sodass es unm&ouml;glich ist, es zu Fu&szlig; zu verlassen. Mein Sohn ist Arzt und kann seit fast einer Woche nicht mehr ins Dorf zur&uuml;ckkehren. Die Gesch&auml;fte sind leer. W&auml;hrend des Ramadan kaufen die Menschen normalerweise mehr ein, aber es gibt nichts.&ldquo;[<a href=\"#foot_7\" name=\"note_7\">7<\/a>]<\/p><p>Bereits vor dem Krieg hat die israelische Regierung die illegale Besetzung des Westjordanlandes mit zahlreichen Gesetzen und Verordnungen vorangetrieben. Neben der Genehmigung einer Rekordzahl neuer Siedlungen und einer weitreichenden Erweiterung bestehender illegaler Siedlungen wurden etliche Siedlungs-Au&szlig;enposten nachtr&auml;glich &bdquo;legalisiert&ldquo;. Dar&uuml;ber hinaus wurde Land im Westjordanland als israelisches Staatseigentum offiziell registriert. So deklarierte die israelische Zivilverwaltung 69,4 Hektar Land im n&ouml;rdlichen Westjordanland (geh&ouml;rig zu den pal&auml;stinensischen St&auml;dten Deir Istiya, Bidya und Kafr Thulth) zu &bdquo;Staatsland&ldquo;.<\/p><p>Am 8. Februar 2026 hob das Sicherheitskabinett jordanische Rechtsvorschriften auf, das israelischen Siedlern k&uuml;nftig erleichtert, pal&auml;stinensisches Land ohne staatliche Aufsicht zu erwerben.<\/p><p>&bdquo;Wir sind Zeug*innen eines Staates, der von einem Premierminister gef&uuml;hrt wird, der vom Internationalen Strafgerichtshof wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit gesucht wird, und der sich offen mit seiner Missachtung des V&ouml;lkerrechts r&uuml;hmt&ldquo;, sagt Erika Guevara-Rosas, leitende Direktorin f&uuml;r Research, Advocacy, Politik und Kampagnen bei Amnesty International. &bdquo;Israel baut weiterhin schamlos illegale Siedlungen aus, zementiert sein grausames Apartheidsystem und zerst&ouml;rt Leben und Lebensgrundlagen der Pal&auml;stinenser*innen.&ldquo; &hellip;. &bdquo;Israel hat seine Verpflichtungen als Besatzungsmacht gegen&uuml;ber der pal&auml;stinensischen Zivilbev&ouml;lkerung v&ouml;llig missachtet und stattdessen seine aggressive Annexionsagenda vors&auml;tzlich und konsequent vorangetrieben, was einen eklatanten Versto&szlig; gegen das V&ouml;lkerrecht darstellt, das die Annexion und die Errichtung von Siedlungen in besetzten Gebieten kategorisch verbietet&ldquo;, so Erika Guevara-Rosas.[<a href=\"#foot_8\" name=\"note_8\">8<\/a>]<\/p><p>Es ist das Versagen der internationalen Gemeinschaft und von Drittstaaten, die der illegalen Siedlungspolitik und den gravierenden Menschenrechtsverletzungen durch Siedler, israelische Armeeangeh&ouml;rige und Politiker seit Jahren ohne gro&szlig;en Protest und Sanktionen zuschauen.<\/p><p>Anstatt das EU-Israel-Assoziierungsabkommen auszusetzen, wogegen sich insbesondere die Bundesregierung immer gestr&auml;ubt hat, hat sie Israel trotz des Genozids in Gaza weiterhin Waffen geliefert.<\/p><p>In diesem Zusammenhang sind die Worte des ehemaligen Parlamentssprechers der Knesset, Avraham Burg, bemerkenswert:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Ich unterst&uuml;tze die erkl&auml;rten Ziele des Krieges gegen den Iran: die Absetzung eines brutalen autorit&auml;ren F&uuml;hrers, die Abl&ouml;sung eines theokratischen Regimes, die Trennung des religi&ouml;sen Fundamentalismus vom Staatsapparat und die &Ouml;ffnung eines Raums f&uuml;r eine demokratische Zivilgesellschaft, die sich selbst organisieren und Verantwortung f&uuml;r das Land &uuml;bernehmen kann. Ich habe nur einen kleinen &Auml;nderungsvorschlag. Anstatt in Teheran zu beginnen, sollten wir vielleicht hier in Jerusalem anfangen. Wenn es hier funktioniert, k&ouml;nnen wir dort weitermachen. Jemand sollte kommen und den autorit&auml;ren Dinosaurier samt seinen Gefolgsleuten, die das Amt des Premierministers &uuml;bernommen haben, auf sanfte Weise entfernen. Es besteht keine Notwendigkeit f&uuml;r dramatische Attentate. Es w&uuml;rde ausreichen, wenn der oberste F&uuml;hrer Israels einfach nach Hause geschickt w&uuml;rde, wenn die Verbindung zwischen messianischer Religion und politischer Macht gel&ouml;st w&uuml;rde und wenn eine breite zivile &Ouml;ffentlichkeit wieder die Verantwortung f&uuml;r die Gesellschaft und den Staat &uuml;bernehmen d&uuml;rfte. Leider sind solch gl&uuml;ckliche Entwicklungen in der Regel anderen L&auml;ndern vorbehalten, anderen Regimes, die als noch schlimmer gelten als unser eigenes. Niemand kommt, wir werden die Arbeit offenbar selbst erledigen m&uuml;ssen, auf die langsame und schwierige Art und Weise.&ldquo;[<a href=\"#foot_9\" name=\"note_9\">9<\/a>]\n<\/p><\/blockquote><p><small>Titelbild: Anas-Mohammed \/ Shutterstock<\/small><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] CNN &ndash; <a href=\"https:\/\/edition.cnn.com\/2026\/03\/05\/world\/video\/iran-uae-trump-liptak-live-ctw-030510aseg1-cnni-world-fast\">UAE billionaire asks Trump: Who authorised turning our region into a war zone?<\/a>,  khaleejtimes.com &ndash; <a href=\"https:\/\/www.khaleejtimes.com\/uae\/uae-billionaire-asks-trump-who-authorised-turning-our-region-unto-a-war-zone\">UAE billionaire asks Trump: Who authorised turning our region into a war zone?<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>] Dr. Ghassan Abu Sitta, pal&auml;stinensisch-britischer Arzt, derzeit auf Hilfsmission im Libanon, auf X (Twitter), 4. M&auml;rz 2026<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_3\" name=\"foot_3\">&laquo;3<\/a>] Zitat aus der Aussendung des B&uuml;ros (3. M&auml;rz 2026) der Vertretung des Staates Pal&auml;stina in &Ouml;sterreich, Slowenien und Kroatien und st&auml;ndige Beobachtermission des Staates Pal&auml;stina bei der UN und den internationalen Organisationen, das B&uuml;ro in Wien sendet auf Anfrage regelm&auml;&szlig;ig Informationen aus Pal&auml;stina und &uuml;bersetzte Artikel an Interessierte &ndash; <a href=\"https:\/\/www.palestinemission.at\">palestinemission.at<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_4\" name=\"foot_4\">&laquo;4<\/a>] Zitat aus der Aussendung des B&uuml;ros der Vertretung des Staates Pal&auml;stina, 6. M&auml;rz 2026<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_5\" name=\"foot_5\">&laquo;5<\/a>] Riley Sparks, The New Humanitarian, 11. Februar 2026 <a href=\"https:\/\/www.thenewhumanitarian.org\/investigations\/2026\/02\/11\/compliant-aid-who-are-israel-approved-ngos-scaling-gaza\">Compliant aid: Who are the Israel-approved NGOs scaling up in Gaza?<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_6\" name=\"foot_6\">&laquo;6<\/a>] ver&ouml;ffentlicht am 3. M&auml;rz von dem B&uuml;ro der Vertretung des Staates Pal&auml;stina in Wien<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_7\" name=\"foot_7\">&laquo;7<\/a>] ver&ouml;ffentlicht am 6. M&auml;rz von dem B&uuml;ro der Vertretung des Staates Pal&auml;stina in Wien<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_8\" name=\"foot_8\">&laquo;8<\/a>] &bdquo;Beispiellose Eskalation: Israel beschleunigt rechtswidrige Annexion im Westjordanland, 27. Februar 2026, <a href=\"https:\/\/www.amnesty.de\/aktuell\/israel-westjordanland-rechtswidrige-annexion-siedlungsausbau\">Beispiellose Eskalation: Israel beschleunigt rechtswidrige Annexion im Westjordanland<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_9\" name=\"foot_9\">&laquo;9<\/a>] infosperber.ch &ndash; <a href=\"https:\/\/www.infosperber.ch\/politik\/welt\/die-maenner-die-glauben-regime-stuerzen-zu-koennen\/\">Die M&auml;nner, die glauben, Regime st&uuml;rzen zu k&ouml;nnen<\/a><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Krieg gegen den Iran, den die USA und Israel am 28. Februar 2026 begonnen haben, hat weitreichende Auswirkungen. Betroffen ist die gesamte Region. Bomben und Drohnen verursachten Sch&auml;den in den Vereinigten Arabischen Emiraten, in Bahrain, im Oman, sogar in Saudi-Arabien und auf einigen Milit&auml;r-St&uuml;tzpunkten wie in Zypern. 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