{"id":147990,"date":"2026-03-19T13:00:36","date_gmt":"2026-03-19T12:00:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=147990"},"modified":"2026-03-20T07:29:19","modified_gmt":"2026-03-20T06:29:19","slug":"trump-strasse-von-hormus-und-das-europaeische-trilemma","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=147990","title":{"rendered":"Trump, Stra\u00dfe von Hormus \u2013 und das europ\u00e4ische Trilemma"},"content":{"rendered":"<p>Der US-Pr&auml;sident Trump hat sich in seinem imperialistischen Gr&ouml;&szlig;enwahn ein wenig verkalkuliert. Der von den USA und Israel angegriffene Iran wehrt sich &ndash; wer h&auml;tte das gedacht. Und der Iran wehrt sich sogar viel effektiver und entschlossener, als Trump und seine Truppe es erwartet h&auml;tten. War doch Venezuela Anfang des Jahres ein milit&auml;rischer Spaziergang, so erweist sich der Iran als widerspenstig, so widerspenstig, dass er sogar die Stra&szlig;e von Hormus blockiert. Trump selbst zeigt sich von Irans Blockade zutiefst entt&auml;uscht, hat doch der Iran in seinen Augen den Krieg bereits verloren: &bdquo;<em>Es ist also etwas unfair. Man gewinnt zwar einen Krieg, aber sie haben kein Recht, das zu tun, was sie tun&ldquo;<\/em> (Blockade der Stra&szlig;e von Hormus &ndash; A. Neu)&ldquo;, <a href=\"https:\/\/x.com\/i\/status\/2033591384318333353\">so Trump k&uuml;rzlich<\/a>. Von <strong>Alexander Neu<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_6348\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-147990-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260319_Trump_Strasse_von_Hormus_und_das_europaeische_Trilemma_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260319_Trump_Strasse_von_Hormus_und_das_europaeische_Trilemma_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260319_Trump_Strasse_von_Hormus_und_das_europaeische_Trilemma_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260319_Trump_Strasse_von_Hormus_und_das_europaeische_Trilemma_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=147990-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260319_Trump_Strasse_von_Hormus_und_das_europaeische_Trilemma_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"260319_Trump_Strasse_von_Hormus_und_das_europaeische_Trilemma_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Nun, die Bockigkeit der Iraner konnte ja wirklich niemand erahnen, weder Trump noch der deutsche Kanzler, der den Angriff ja vollmundig unterst&uuml;tzte &ndash; aber eben nur verbal. Und nun fordert der Master im Wei&szlig;en Haus Solidarit&auml;t: Die NATO m&ouml;ge nun mitmachen bei der Sicherung des Seeweges. Und wenn die NATO sich nicht beteiligt, k&ouml;nnte dies &bdquo;<em>dramatische Konsequenzen f&uuml;r die NATO<\/em>&ldquo; haben. Noch aber zieren sich die europ&auml;ischen und ostasiatischen Verb&uuml;ndeten, Trumps &bdquo;Wunsch&ldquo; zu entsprechen. Wie lange noch und mit welcher Begr&uuml;ndung k&ouml;nnte es alsbald kippen?<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<em>Die Vereinigten Staaten wurden von den meisten unserer NATO-&bdquo;Verb&uuml;ndeten&ldquo; dar&uuml;ber informiert, dass sie sich nicht an unserer Milit&auml;roperation gegen das terroristische Regime des Iran im Nahen Osten beteiligen wollen &ndash; und das, obwohl fast jedes Land stark mit dem einverstanden ist, was wir tun, und obwohl Iran unter keinen Umst&auml;nden eine Atomwaffe besitzen darf.<\/em><\/p>\n<p><em>Ich bin &uuml;ber ihr Verhalten nicht &uuml;berrascht, denn ich habe die NATO, in die wir jedes Jahr Hunderte Milliarden Dollar investieren, um genau diese L&auml;nder zu sch&uuml;tzen, immer als Einbahnstra&szlig;e betrachtet &ndash; wir sch&uuml;tzen sie, aber sie tun nichts f&uuml;r uns, besonders nicht in Zeiten der Not.<\/em><\/p>\n<p><em>Gl&uuml;cklicherweise haben wir das Milit&auml;r des Iran zerschlagen &ndash; ihre Marine ist zerst&ouml;rt, ihre Luftwaffe ist zerst&ouml;rt, ihre Flugabwehr und ihr Radar sind zerst&ouml;rt und, vielleicht am wichtigsten, ihre F&uuml;hrung auf nahezu allen Ebenen ist verschwunden, sodass sie uns, unsere Verb&uuml;ndeten im Nahen Osten oder die Welt nie wieder bedrohen k&ouml;nnen.<\/em><\/p>\n<p><em>Aufgrund dieses gro&szlig;en milit&auml;rischen Erfolgs brauchen oder w&uuml;nschen wir die Unterst&uuml;tzung der NATO-Staaten nicht mehr &ndash; wir haben sie nie gebraucht! Ebenso wenig Japan, Australien oder S&uuml;dkorea.<\/em><\/p>\n<p><em>Tats&auml;chlich sage ich als Pr&auml;sident der Vereinigten Staaten von Amerika, mit Abstand das m&auml;chtigste Land der Welt: WIR BRAUCHEN DIE HILFE VON NIEMANDEM!<\/em><\/p>\n<p><em>Vielen Dank f&uuml;r Ihre Aufmerksamkeit in dieser Angelegenheit.<\/em><\/p>\n<p><em>Pr&auml;sident DONALD J.<\/em>&ldquo;<\/p>\n<p>(Post von D. Trump in Social Truth)\n<\/p><\/blockquote><p>Ganz unrecht hat Trump nicht &ndash; fordert er doch nur, was so einige europ&auml;ische Verb&uuml;ndete doch ganz toll fanden: den Iran milit&auml;risch niederzuringen, eine neue Regierung mit von Washington ausgew&auml;hltem Personal best&uuml;ckt zu etablieren und auf diese Weise der BRICS+ sowie der SCO einen Schlag zu versetzen. Trump hat halt nur das getan, was ihm irgendwelche Leute als absolut sinnvoll eingefl&uuml;stert haben. Und die verbale Unterst&uuml;tzung seitens einiger Verb&uuml;ndeter und auch des NATO-Generalsekret&auml;rs haben ihn darin best&auml;rkt, das zu tun, wozu er sich berufen f&uuml;hlt: Drittstaaten zu &uuml;berfallen oder zu strangulieren. Und nun sieht er sich in seinem Handeln von seinen Kumpels im Stich gelassen. Dass dies &ndash; sollten die Verb&uuml;ndeten nicht doch noch einknicken und sei es nur durch finanzielle Freik&auml;ufe in Milliardenh&ouml;he &ndash; Auswirkungen auf die Zukunft der NATO haben wird, davon ist auszugehen.<\/p><p><strong>(Einstweilige) Absagen der Verb&uuml;ndeten mit Ausnahme der Medien<\/strong><\/p><p>Unser Kanzler &ndash; ahnend, dass das mit der Beteiligung der NATO und der Bundesmarine keine gute Idee sein k&ouml;nnte &ndash; beeilte sich, noch am 16. M&auml;rz um 20:25 Folgendes auf <em>X<\/em> der Welt mitzuteilen, nachdem sein Au&szlig;enminister sich wenige Stunden zuvor noch etwas unverbindlicher ge&auml;u&szlig;ert hatte. Merz:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<em>Wir werden uns nicht daran beteiligen, in der Stra&szlig;e von Hormus <\/em><\/p>\n<p><em>mit milit&auml;rischen Mitteln eine freie Schifffahrt zu gew&auml;hrleisten. <\/em><\/p>\n<p><em>Der Krieg im Nahen Osten ist nicht Angelegenheit der NATO. <\/em><\/p>\n<p><em>Deshalb wird sich Deutschland auch nicht milit&auml;risch einbringen.&ldquo;<\/em><\/p>\n<p>(<a href=\"https:\/\/x.com\/bundeskanzler\/status\/2033625754894729220\">Bundeskanzler Friedrich Merz auf X<\/a>)\n<\/p><\/blockquote><p>Sein Au&szlig;enminister Wadephul zuvor um 15:33 Uhr: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<em>Wir wollen zun&auml;chst von den USA und Israel erfahren, wann sie ihre milit&auml;rischen Ziele im Iran erzielt haben wollen, bevor wir gemeinsam eine Sicherheitsarchitektur f&uuml;r die Region definieren k&ouml;nnen. Bis dahin gibt es f&uuml;r NATO &amp; EU-Mission Aspides keine Rolle.&ldquo;<\/em><\/p>\n<p>(<a href=\"https:\/\/x.com\/AuswaertigesAmt\/status\/2033537081197121889\">Ausw&auml;rtiges Amt auf X<\/a>)\n<\/p><\/blockquote><p>Und auch bei einem Treffen der EU-Au&szlig;enminister gab es <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/eu-aussenbeauftragte-kallas-zur-strasse-von-hormus-das-ist-nicht-unser-krieg-100.html\">keine Begeisterung f&uuml;r eine Beteiligung<\/a>, da sich alle dar&uuml;ber im Klaren sind, dass eine solche Beteiligung unter Umst&auml;nden zu massiven milit&auml;rischen Verlusten f&uuml;hren k&ouml;nnte.<\/p><p>Und die US-Verb&uuml;ndeten im Westpazifik wie Japan, S&uuml;dkorea und Australien scheinen auch eher geneigt zu sein, abzutauchen.<\/p><p>So weit, so gut. Allerdings laufen sich <a href=\"https:\/\/ostdeutscheallgemeine.com\/article\/notizen-aus-der-bpk-wenn-journalisten-kriegsluesterner-sind-als-die-regierung-10024879\">unsere Mainstreammedien so langsam kriegswarm<\/a>, wie es auf der Bundespressekonferenz am 16. M&auml;rz deutlich wurde. Ausnahmsweise fragten die dortigen Mainstreamjournalisten tats&auml;chlich mal nach &ndash; leider nicht f&uuml;r den Frieden, sondern eher f&uuml;r eine milit&auml;rische Beteiligung.<\/p><p>So mancher journalistischer Schreibtischstratege kann es scheinbar kaum erwarten, in den Krieg einzusteigen &ndash; also nicht er oder sie selbst, sondern nat&uuml;rlich die S&ouml;hne und T&ouml;chter der anderen Bundesb&uuml;rger. (<a href=\"https:\/\/ostdeutscheallgemeine.com\/article\/notizen-aus-der-bpk-wenn-journalisten-kriegsluesterner-sind-als-die-regierung-10024879\">Ostdeutsche Allgemeine &ndash; Iran-Krieg: Wenn Journalisten kriegsl&uuml;sterner sind als die Regierung<\/a>)<\/p><p><strong>&Ouml;konomischer Druck<\/strong><\/p><p>Das NEIN von heute muss nicht das NEIN von morgen sein. Sollte die Stra&szlig;e von Hormus &uuml;ber einen l&auml;ngeren Zeitraum blockiert bleiben, w&uuml;rde dies die Weltwirtschaft zunehmend belasten. Europ&auml;ische Reeder, Erd&ouml;lkonzerne, das produzierende Gewerbe in EU-Europa &ndash; von russischen Energietr&auml;gern angesichts unserer mittlerweile 20 EU-Sanktionspakete abgeschnitten &ndash; d&uuml;rften zunehmend Druck auf die Politik aus&uuml;ben, den sie belastenden Status Quo r&uuml;ckg&auml;ngig zu machen. Auch der deutsche Michel mag nicht mehr zur Tankstelle fahren, was seinen Unmut zunehmend sch&uuml;ren d&uuml;rfte. Und da der Iran mit dem Blockade-Instrument &uuml;ber einen sehr effektiven Hebel verf&uuml;gt, gibt es exakt drei M&ouml;glichkeiten &ndash; oder besser gesagt, ein elendes Trilemma:<\/p><blockquote><p>\nErste Option: Die EU-europ&auml;ischen Staats- und Regierungschefs versuchen ungeachtet des inneren Drucks auf die Politik, die Problematik auszusitzen.<\/p>\n<p>Zweite Option: EU-Europa versucht, auf die USA und Israel einzuwirken, Konzessionen an den Iran zu machen in der Erwartung, dass der Iran die Blockade der Seeschifffahrtsstra&szlig;e beendet. Problem d&uuml;rfte hierbei D. Trump sein. Die Auswirkungen treffen die Europ&auml;er st&auml;rker als die USA &ndash; verf&uuml;gen die USA doch selbst &uuml;ber ausreichend energetische Ressourcen im Gegensatz zu Europa. Hinzu kommt: Die Europ&auml;er haben Trump tats&auml;chlich &bdquo;in der Stunde der Not&ldquo; sitzen lassen. Warum sollte er sich dann die N&ouml;te der Europ&auml;er zu eigen machen? Auch hat D. Trump seiner Ansicht nach den Iran l&auml;ngst besiegt; eine Konzession an den Iran w&auml;re f&uuml;r ihn das Eingest&auml;ndnis einer Niederlage durch die Hintert&uuml;r &ndash; und das f&uuml;r die in seinen Augen parasit&auml;ren Europ&auml;er?<\/p>\n<p>Dritte Option: Die milit&auml;rische Durchbrechung der Seeblockade unter Beteiligung der EU-Europas. Nur, dass d&uuml;rfte sich als enorm schwierig, kostspielig und verlustreich darstellen. Die Iraner verf&uuml;gen zwar nicht mehr &uuml;ber eine klassische Marine, die ist l&auml;ngst von Trump versenkt worden. Daf&uuml;r verf&uuml;gen die Iraner &uuml;ber einen sehr langen K&uuml;stenabschnitt, der es ihnen erm&ouml;glicht, einen asymmetrischen Krieg zu f&uuml;hren. Ihre Raketen, Torpedos und Drohnen mit unterschiedlichen Reichweiten und Sprengkraft stellen eine enorme Herausforderung f&uuml;r das &bdquo;<em>m&auml;chtigste Land der Welt<\/em>&ldquo; und seine Verb&uuml;ndeten dar. Ob eine Durchbrechung tats&auml;chlich m&ouml;glich ist, ist absolut unklar.\n<\/p><\/blockquote><p>Obschon die dritte Option mit erheblichen Gefahren (milit&auml;rische Verluste oder gar milit&auml;risches Scheitern) verbunden ist, d&uuml;rfte der Druck auf die EU-europ&auml;ischen Staats- und Regierungschefs seitens der Wirtschaft und der Mainstreammedien m&auml;chtig wachsen, sich an der Seite Trumps zu &bdquo;engagieren&ldquo;. <\/p><p><strong>Rechtliche Rahmenbedingungen f&uuml;r eine Beteiligung<\/strong><\/p><ol type=\"A\">\n<li><strong>Artikel 5 &ndash; NATO-Statut<\/strong>\n<p>Da es bei dem Krieg der USA und Israels sich eindeutig um einen Angriffskrieg und somit um einen eklatanten Rechtsbruch handelt, der von den europ&auml;ischen Regierungen so auch nicht mehr ernsthaft bezweifelt wird, ist eine Berufung auf den Artikel 5 des NATO-Statuts genau genommen nicht mehr m&ouml;glich. So auch der Regierungssprecher Kornelius in der Bundespressekonferenz:<\/p>\n<blockquote><p>\n&bdquo;<em>Dieser Krieg hat mit der NATO nichts zu tun<\/em>.&ldquo;<\/p>\n<p>(<a href=\"https:\/\/ostdeutscheallgemeine.com\/article\/notizen-aus-der-bpk-wenn-journalisten-kriegsluesterner-sind-als-die-regierung-10024879\">Ostdeutsche Allgemeine &ndash; Iran-Krieg: Wenn Journalisten kriegsl&uuml;sterner sind als die Regierung<\/a>)\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Damit w&auml;re die NATO als B&uuml;ndnis formal raus.<\/p><\/li>\n<li><strong>EUNAVFOR ASPIDES<\/strong>\n<p>Zwar schippert die EU bereits mit der EUNAVOR ASPIDES in der Region auf der Grundlage von UNO-Sicherheitsratsresolutionen (2216; 2624; 2707; 2722 und 2768) sogar mit der M&ouml;glichkeit des Ergreifens milit&auml;rischer Ma&szlig;nahmen. Diese EU-Mission jedoch ist auf den Fall des Staates Jemen und den Angriffen der Huthis auf die Handelsschiffe im Roten Meer fokussiert. Auch wenn das Einsatzgebiet selbst die Stra&szlig;e von Hormus miteinschlie&szlig;t, so sind milit&auml;rische Schutzma&szlig;nahmen in der Stra&szlig;e von Hormus nicht erlaubt: <\/p>\n<blockquote><p>\n&bdquo;<em>Das Einsatzgebiet umfasst die Meerenge Bab al-Mandab und die Stra&szlig;e von Hormus sowie die internationalen Gew&auml;sser im Roten Meer, im Golf von Aden, im Arabischen Meer, im Golf von Oman und im Persischen Golf sowie den dar&uuml;berliegenden Luftraum. Ein Einsatz in Hoheitsgew&auml;ssern erfolgt nur nach Zustimmung durch den jeweiligen Anrainerstaat. Es gelten die Regeln des Seerechts&uuml;bereinkommens.<\/em><\/p>\n<p><em>Die exekutive Aufgabe des Schutzes von Schiffen gegen multidimensionale Angriffe ist im Seegebiet n&ouml;rdlich des Breitengrades von Maskat im Golf von Oman, in der Stra&szlig;e von Hormus und im Persischen Golf nicht auszu&uuml;ben und hiermit ausgeschlossen.&ldquo;<\/em><br>\n(<a href=\"https:\/\/dserver.bundestag.de\/btd\/21\/013\/2101372.pdf\">dserver.bundestag.de\/btd\/21\/013\/2101372.pdf<\/a>)<\/p>\n<p>Die Mission EUNAVFOR ASPIDES m&uuml;sste f&uuml;r einen exekutiven Schutzeinsatz in der Stra&szlig;e von Hormus eine entsprechende UNO-Sicherheitsratsresolution zu Grunde legen. Dass diese an den Vetom&auml;chten Russland und China scheitern w&uuml;rde, ist naheliegend.<\/p><\/blockquote><\/li>\n<li><strong>Erweiterter Verteidigungsfall<\/strong>\n<p>Eine andere Variante w&auml;re es, angesichts der drohenden wirtschaftlichen Belastungen das Selbstverteidigungsrecht EU-Europas zu strapazieren. Zwar liegt bis dato kein Angriff auf EU-europ&auml;isches Territorium seitens des Irans vor, sodass eine Reaktion EU-Europas auf einen vorausgegangenen milit&auml;rischen Angriff v&ouml;lkerrechtlich gar nicht m&ouml;glich ist. Jedoch hat der Westen bereits mehrfach den eigentlich territorialgebundenen und v&ouml;lkerrechtlich als auch verfassungsm&auml;&szlig;ig so definierten Verteidigungsbegriff kreativ erweitert. Die Verteidigung &bdquo;unserer Werte und Interessen&ldquo; ist halt auch Verteidigung, so die neueren Rechtsinterpretationen seit den 1990er-Jahren. Und dass Deutschland nicht an seinen territorialen Grenzen, sondern auch am Hindukusch &ndash; zumindest 20 Jahre lang &ndash; verteidigt wurde, unterstreicht die Entterritorialisierung und sodann die Willk&uuml;rlichkeit des Verteidigungsbegriffs. <\/p>\n<p>Wenn nun ein wirtschaftlicher Kollaps angesichts der iranischen Blockade anst&uuml;nde, w&auml;re die vermeintliche Berufung auf das Selbstverteidigungsrecht, mithin der &bdquo;<em>Verteidigung unserer &ouml;konomischen Interessen<\/em>&ldquo;, eine Option aus der Trickkiste. Unsere Mainstreammedien w&auml;ren einer propagandistischen Begleitung dieser Argumentationsfigur wahrscheinlich nicht abgeneigt: &bdquo;<em>Wir beteiligen uns nicht an Aggressionen gegen das iranische Hoheitsgebiet, sondern sch&uuml;tzen lediglich die Navigationsfreiheit auf See, gem&auml;&szlig; des Seerechts&uuml;bereinkommens der Vereinten Nationen<\/em>&ldquo;, so in etwa w&uuml;rde die Rhetorik aus dem Trio Politik-Medien-ThinkTanks lauten.<\/p>\n<p>Mit dem Verweis auf die Verteidigung der &bdquo;Navigationsfreiheit&ldquo; w&uuml;rde die Br&uuml;cke zum vermeintlich entterritorialisierten Selbstverteidigungsrecht (auf der Grundlage von Artikel 51 der UNO-Charta) gebaut. Dar&uuml;ber hinaus w&uuml;rde man sich auf diese Weise auch der l&auml;stigen Autorisierung durch eine UNO-Sicherheitsratsresolution (auf der Grundlage von Artikel 42 der UNO-Charta) elegant entledigen, um der Gefahr eines Vetos durch Russland und China zu entgehen.<\/p><\/li>\n<\/ol><p><strong>Fazit<\/strong><\/p><p>Wie man es auch drehen und wenden mag, alle drei Optionen sind nicht unter den Kategorien &bdquo;gut und besser&ldquo;, sondern &bdquo;schlecht und schlechter&ldquo; zu fassen. So lange Trump der &Uuml;berzeugung ist, den Iran tagt&auml;glich erneut besiegen zu m&uuml;ssen, und der Iran seine Niederlage so nicht sieht, vertieft sich das europ&auml;ische Trilemma &ndash; zumal man in Br&uuml;ssel nach wie vor der &Uuml;berzeugung ist, dass der Stopp russischer Energieimporte als Reaktion auf den Krieg Russlands die genialste Idee seit Gr&uuml;ndung der EU ist.<\/p><p><small>Titelbild: lavizzara\/shutterstock.com<\/small><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg09.met.vgwort.de\/na\/38e9189f2a65419da4f6857c0e39b72b\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der US-Pr&auml;sident Trump hat sich in seinem imperialistischen Gr&ouml;&szlig;enwahn ein wenig verkalkuliert. Der von den USA und Israel angegriffene Iran wehrt sich &ndash; wer h&auml;tte das gedacht. Und der Iran wehrt sich sogar viel effektiver und entschlossener, als Trump und seine Truppe es erwartet h&auml;tten. 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