{"id":148045,"date":"2026-03-22T12:00:05","date_gmt":"2026-03-22T11:00:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=148045"},"modified":"2026-03-21T12:57:41","modified_gmt":"2026-03-21T11:57:41","slug":"putins-plan-fuer-kuba","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=148045","title":{"rendered":"Putins Plan f\u00fcr Kuba"},"content":{"rendered":"<p>Russische und US-Medien berichten &uuml;ber geheime Gespr&auml;che der Regierung Trump mit dem Enkel Ra&uacute;l Castros. Pr&auml;sident Wladimir Putin wird sich nicht auf das Wagnis einlassen, das Pr&auml;sident Donald Trump rund um Kuba eingegangen ist, und die russische Marine damit beauftragen, unter russischer Flagge fahrende Tanker zu eskortieren, die Roh&ouml;l und Erd&ouml;lprodukte nach Havanna liefern. Von <strong>John Helmer<\/strong>. &Uuml;bersetzung: <strong>Rico Espinoza<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nAls Kubas Au&szlig;enminister Bruno Rodr&iacute;guez Parrilla im Kreml zu Gespr&auml;chen zusammentraf, bat er um &bdquo;eine nachdr&uuml;cklich demonstrierte Solidarit&auml;t Ihrerseits, der russischen Regierung und des Au&szlig;enministers angesichts der immer enger werdenden Blockade gegen Kuba und der j&uuml;ngsten energiepolitischen Belagerung&ldquo;. Putin entgegnete: &bdquo;Genug ist genug.&ldquo;<\/p><p>Er machte damit deutlich, dass Solidarit&auml;t mit Kuba das eine sei, nicht jedoch um den Preis einer milit&auml;rischen Auseinandersetzung mit der Regierung Trump und ihren Seestreitkr&auml;ften in der Karibik.<\/p><p>Das sei eher der Ton Michail Gorbatschows als der Nikita Chruschtschows, hie&szlig; es beim kremlnahen sicherheitspolitischen Analyseportal <em>Vzglyad<\/em>.<\/p><p>&bdquo;Bitte richten Sie dem Pr&auml;sidenten von Kuba und dem Armeegeneral [Ra&uacute;l] Castro meine besten W&uuml;nsche aus&ldquo;, erkl&auml;rte Putin gegen&uuml;ber dem Au&szlig;enminister. &bdquo;In diesem Jahr gedenken wir gemeinsam des hundertj&auml;hrigen Jubil&auml;ums der Geburt Fidel Castros.&ldquo;<\/p><p>Es ist nicht das erste Mal, dass Putin sagte, es gebe nichts als historische Erinnerung, die Kuba und Russland teilen, und dass er Russlands Milit&auml;rst&uuml;tzpunkte auf Kuba gegen wirtschaftliche Interessen mit den USA eintauschen w&uuml;rde. In einem Treffen mit Pr&auml;sident George W. Bush am 21. Oktober 2001 erkl&auml;rte sich Putin bereit, die russische Milit&auml;rgeheimdienstbasis in Kuba aufzul&ouml;sen. &bdquo;Ich will hier nicht feilschen oder um jeden Cent streiten oder dar&uuml;ber diskutieren, wer was bekommt&ldquo;, sagte Putin zu Bush in einem k&uuml;rzlich freigegebenen Gespr&auml;chsvermerk. Genau das tat Putin am Ende &ndash; doch der Handel scheiterte, weil Bush nicht entgegenkam.<\/p><p>Bei seinem Treffen mit Rodr&iacute;guez sprach Au&szlig;enminister Sergej Lawrow &ouml;ffentlich klarer &uuml;ber das, was die russische Linie bedeutet. &bdquo;Wir rufen die USA auf, Vernunft zu zeigen und verantwortungsvoll zu handeln&ldquo;, sagte er. &bdquo;Und ihre Pl&auml;ne f&uuml;r eine Seeblockade der Insel der Freiheit nicht umzusetzen. Wir weisen die weit hergeholten Behauptungen &uuml;ber Russland und Kuba sowie deren Zusammenarbeit entschieden zur&uuml;ck, wonach diese angeblich die Interessen der USA oder anderer L&auml;nder bedrohe. Alle Streitfragen sollten ausschlie&szlig;lich durch Dialog auf der Grundlage gegenseitigen Respekts und einer ausgewogenen Abw&auml;gung der jeweiligen Interessen beigelegt werden. Wir wissen, dass unsere kubanischen Freunde stets zu ehrlichen Verhandlungen bereit sind. Wir werden von unserer Seite aus Kuba und das kubanische Volk weiterhin konsequent beim Schutz ihrer Souver&auml;nit&auml;t und der Sicherheit des Landes unterst&uuml;tzen.&ldquo;<\/p><blockquote><p>&bdquo;Ich m&ouml;chte unsere uneingeschr&auml;nkte Solidarit&auml;t mit unseren kubanischen Freunden bekr&auml;ftigen. Ich teile voll und ganz die Einsch&auml;tzungen zu unseren Beziehungen und unserer strategischen Partnerschaft, die Sie [Rodr&iacute;guez] ge&auml;u&szlig;ert haben. Zugleich m&ouml;chte ich erneut betonen, dass die Ma&szlig;nahmen der USA, die, wie Sie soeben in Erinnerung gerufen haben, Kuba per Dekret als Bedrohung f&uuml;r die nationale Sicherheit der USA eingestuft haben, v&ouml;llig inakzeptabel sind. In diesem Dokument hei&szlig;t es au&szlig;erdem, diese angebliche Bedrohung werde durch Kubas Zusammenarbeit mit Russland versch&auml;rft, das dort als &lsquo;feindlicher&rsquo; und &lsquo;b&ouml;sartiger&rsquo; Akteur bezeichnet wird. Wir sind &uuml;berzeugt, dass alle Staaten ihre nationalen Interessen so definieren sollten, dass sie auch die nationalen Interessen anderer L&auml;nder anerkennen und respektieren.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>Zwischen den Zeilen, die sowohl Lawrow als auch Rodr&iacute;guez als ironisch und falsch erkennen, lautet die russische Botschaft an die Castro-Familie, dass sie mit der Trump-Regierung die bestm&ouml;glichen Bedingungen aushandeln soll. Und an die Trump-Familie sowie an die Familie des Au&szlig;enministers Marco Rubio lautet die Botschaft, dass sie die Blockade der Insel ohne russische milit&auml;rische Gegenma&szlig;nahmen fortsetzen k&ouml;nnen, bis Kuba den US-Bedingungen zustimmt.<\/p><p>In Putins Verweisen auf Fidel und Ra&uacute;l Castro deutete er auf eine russische Unterst&uuml;tzung f&uuml;r Ra&uacute;l Guillermo Rodr&iacute;guez Castro hin, den Enkel von Ra&uacute;l, auch &bdquo;Raulito&ldquo; genannt, und auf seine halbgeheimen Gespr&auml;che mit Rubio. Details dieser Gespr&auml;che &bdquo;f&uuml;r die n&auml;chste Delcy in Kuba&ldquo; wurden von&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.axios.com\/2026\/02\/18\/marco-rubio-cuba-secret-talks\"><em>Axios<\/em><\/a>&nbsp;zeitgleich mit den Treffen des Au&szlig;enministers in Moskau ver&ouml;ffentlicht. Der <em>Miami Herald<\/em> best&auml;tigte die Angaben unter Berufung auf eine &bdquo;mit der Angelegenheit vertraute Quelle, die anonym bleiben wollte, um &uuml;ber dieses sensible Thema zu sprechen&ldquo;.<\/p><p>In der Wiederholung dieser Details, um zu best&auml;tigen, dass der russische Geheimdienst den Axios-Bericht f&uuml;r zutreffend h&auml;lt,&nbsp;<a href=\"https:\/\/vz.ru\/world\/2026\/2\/19\/1396113.html\">kommentierte<\/a>&nbsp;<em>Vzglyad<\/em> in einem Leitartikel, dass Russland der kubanischen Regierung nahelege, die &bdquo;Delcy-L&ouml;sung&ldquo; zu akzeptieren, solange es keine US-Invasion auf Kuba gebe. &bdquo;Die m&ouml;gliche Unterst&uuml;tzung, die befreundete L&auml;nder, vor allem Russland und China, Kuba bieten k&ouml;nnen, ist &auml;u&szlig;erst wichtig&ldquo;, schrieb Jewgeni Krutikow. &bdquo;Selbst wenn wir davon ausgehen, dass ein Regimewechsel unvermeidlich ist, muss in jedem Fall sichergestellt werden, dass er schmerzlos und sicher vonstattengeht.&ldquo;<\/p><p><em>Es folgt die &Uuml;bersetzung des genannten Artikels von Vzglyad, der urspr&uuml;nglich auf Russisch von Evgeny Krutikov&nbsp;<a href=\"https:\/\/vz.ru\/world\/2026\/2\/19\/1396113.html\">verfasst<\/a>&nbsp;wurde. Krutikov ist ein ehemaliger Agent des russischen Milit&auml;rgeheimdienstes GRU und Enkel eines sowjetischen Handelskommissars. Die englische Version erschien als Teil des hier &uuml;bersetzten Beitrags von MR-Online:<\/em><\/p><p>Die US-amerikanischen Medien behaupten, dass die USA heimlich mit einem der Enkelkinder von Ra&uacute;l Castro &uuml;ber die &bdquo;Zukunft Kubas diskutieren&ldquo;. Wer ist dieser Mann, welche Ziele verfolgt Washington bei solchen geheimen Verhandlungen, und warum ist es wahrscheinlich, dass der Versuch des Wei&szlig;en Hauses, einen &bdquo;kubanischen Gorbatschow&ldquo; zu finden, scheitert?<\/p><p>US-Au&szlig;enminister Marco Rubio f&uuml;hrt laut US-amerikanischen Medien geheime Gespr&auml;che mit Guillermo Rodr&iacute;guez Castro, dem Enkel und Leibw&auml;chter des ehemaligen kubanischen Pr&auml;sidenten Ra&uacute;l Castro. Es wird darauf hingewiesen, dass diese Gespr&auml;che unter Umgehung der offiziellen Kan&auml;le der kubanischen Regierung stattfinden und zeigen, dass die Regierung von US-Pr&auml;sident Donald Trump den betagten Ra&uacute;l Castro f&uuml;r denjenigen h&auml;lt, der tats&auml;chlich die Entscheidungen auf der Insel trifft.<\/p><p>Ger&uuml;chte &uuml;ber diese Gespr&auml;che tauchten kurz nach dem US-Angriff auf Venezuela und der Entf&uuml;hrung von Nicol&aacute;s Maduro auf. Viele Experten sehen Kuba als n&auml;chstes Ziel Washingtons. Das &bdquo;Kuba-Problem&ldquo; in den USA f&auml;llt in den Zust&auml;ndigkeitsbereich des Au&szlig;enministers Marco Rubio. Er stammt aus einer Familie kubanischer Einwanderer der &bdquo;alten&ldquo; Welle, die vor der Revolution nach Florida kamen.<\/p><p>Auch Mario D&iacute;az-Balart, ein Abgeordneter aus Florida und Neffe der ersten Ehefrau Fidel Castros, verf&uuml;gt ebenfalls &uuml;ber betr&auml;chtlichen Einfluss. Sein &auml;lterer Bruder, Lincoln Diaz-Ballart, war langj&auml;hriger Abgeordneter des US-Repr&auml;sentantenhauses aus Florida.<\/p><p>Quellen des Portals <em>Axios<\/em> glauben, es gehe weniger um &bdquo;Verhandlungen&ldquo; als um eine &bdquo;Diskussion &uuml;ber die Zukunft&ldquo;. Die USA bestehen darauf, dass sich das politische System in Kuba &auml;ndern m&uuml;sse. Unklar ist jedoch, wie das geschehen soll und was auf einen solchen Regimewechsel folgen w&uuml;rde, falls er in irgendeiner Form stattfinden sollte. Es wird angenommen, dass Donald Trump zwar noch keine Entscheidung getroffen hat. Er selbst jedoch versichert, dass eine Milit&auml;raktion gegen Kuba nicht notwendig sei. Au&szlig;erdem gebe es in Havanna keine bestimmte Person, die bei Trump die gleiche Abneigung wie Maduro hervorrufen w&uuml;rde und durch deren Entf&uuml;hrung oder Beseitigung der US-amerikanische Pr&auml;sident das &bdquo;Problem&ldquo; f&uuml;r sich l&ouml;sen k&ouml;nnte.<\/p><p>Bisher setzt Washington auf eine wirtschaftliche, finanzielle und energiepolitische Strangulierung Kubas, w&auml;hrend es gleichzeitig komplexe Verhandlungsspiele hinter den Kulissen zur ber&uuml;chtigten &bdquo;Diskussion &uuml;ber die Zukunft&ldquo; beginnt. Es gibt Grund zu der Annahme, dass sich diese Strategie mittelfristig als vorteilhaft erweisen k&ouml;nnte und der &bdquo;Countdown&ldquo; f&uuml;r Kuba somit bereits begonnen hat.<\/p><p>Gleichzeitig kann Castro junior, wenn auch Lieblingsenkel Ra&uacute;ls, kaum als politische Figur des &Uuml;bergangs betrachtet werden. In Kuba ist er kaum bekannt und verf&uuml;gt &uuml;ber keine politische oder F&uuml;hrungserfahrung. Er geh&ouml;rt weder dem Zentralkomitee der Partei noch dem Parlament an und und bekleidet nicht einmal ein hochrangiges Amt.<\/p><p>Allerdings steht er dem milit&auml;risch-industriellen Konglomerat Gaesa [Grupo de Administraci&oacute;n Empresarial S.A.] nahe. Und in Kuba ist dies weit mehr als nur ein milit&auml;risch-industrieller Komplex. Als Teil der Revolution&auml;ren Streitkr&auml;fte Kubas kontrolliert Gaesa bis zu 37 Prozent des kubanischen Bruttoinlandsprodukts, unter anderem &uuml;ber die Gaviota-Gruppe, den staatlichen Tourismussektor &ndash; den wichtigsten Wirtschaftszweig des Landes &ndash; sowie &uuml;ber den Au&szlig;enhandel, das Bankwesen und den Einzelhandel. M&ouml;glicherweise glaubt Washington deshalb, dass Castro Junior dem Unternehmertum zugeneigt ist, was in den USA als Tugend gilt und als Grundlage f&uuml;r den Beginn einer gro&szlig;en Freundschaft angesehen wird.<\/p><p>In naher Zukunft d&uuml;rfte es um die Suche nach einer &Uuml;bergangsfigur innerhalb der F&uuml;hrung der Kommunistischen Partei gehen, die bekannter ist als Castro junior und geeignet erscheint, die Rolle eines &bdquo;kubanischen Gorbatschow&ldquo; zu &uuml;bernehmen. Castro junior k&ouml;nnte dabei im Hintergrund stehen, als Garantie daf&uuml;r, dass die Vereinigten Staaten nicht physisch in die Ereignisse in Kuba eingreifen.<\/p><p>Hier l&auml;sst sich nicht einmal die &bdquo;Option Venezuela&ldquo; erkennen, sondern vielmehr die Strategie Washingtons gegen&uuml;ber der Sowjetunion in den achtziger Jahren.<\/p><p>Insgesamt erinnert die Lage in Kuba an die letzten Jahre der Sowjetunion &ndash; sowohl in Bezug auf die Wirtschaft als auch auf die Ideologie und die sozialen Verh&auml;ltnisse. Abgesehen von der Desintegration des Landes in nationale &bdquo;Einheiten&ldquo;, die Kuba so nicht hat, ist die Entwicklungsvorhersage leider mehr oder weniger dieselbe.<\/p><p>Die Wirtschafts- und Konsumkrise ist eine sich anbahnende Katastrophe. Die Generation, die mit revolution&auml;ren Ideen aufgewachsen ist, ist mittlerweile auf nat&uuml;rliche Weise verschwunden und es gibt keine Anhaltspunkte zu der Annahme, dass die kubanische Armee einem US-Angriff in wirksamer Weise widerstehen k&ouml;nnte.<\/p><p>Trotzdem kann die Option einer milit&auml;rischen Invasion fast vollst&auml;ndig ausgeschlossen werden. Tats&auml;chlich l&auml;sst sich hier auch eine weitere direkte Analogie zur Krise der Sowjetunion ziehen. Die kubanische Bev&ouml;lkerung scheint moralisch bereit f&uuml;r Ver&auml;nderungen, aber nur unter Wahrung der eigenen W&uuml;rde. Vom Standpunkt der kubanischen Eliten sind Verhandlungen mit den USA, auch weitreichende Zugest&auml;ndnisse, m&ouml;glich, solange sie mit Washington auf Augenh&ouml;he gef&uuml;hrt werden und nicht aus der Position der Gedem&uuml;tigten und Besiegten heraus.<\/p><p>Politische Ver&auml;nderungen, wirtschaftliche Reformen und eine Normalisierung der Beziehungen zu den USA k&ouml;nnen nicht auf Kosten der nationalen Erniedrigung erreicht werden. Die Kubaner m&ouml;gen bereit sein, Ideologie, Regierung und Regime abzulegen, aber sie sind keineswegs darauf erpicht, ihr eigenes Land vollst&auml;ndig zu zerst&ouml;ren, wie es unter den Sowjetb&uuml;rgern in den achtziger Jahren weit verbreitet war.<\/p><p>M&ouml;glicherweise werden Reformen von Vertretern der Armee, des Gaesa-Konzerns und der Sicherheitsdienste angef&uuml;hrt, die sich vielleicht besser als viele andere dar&uuml;ber im Klaren sind, was gerade geschieht und wohin dies f&uuml;hren kann. Teile dieser milit&auml;rischen und geheimdienstlichen Eliten sind bereits im Wirtschaftssektor t&auml;tig, was die Grundlage f&uuml;r den Wandel des Landes bilden k&ouml;nnte, ohne grundlegende soziale Errungenschaften wie kostenlose Bildung und Gesundheitsversorgung aufzugeben.<\/p><p>In diesem Zusammenhang ist die m&ouml;gliche Unterst&uuml;tzung, die befreundete L&auml;nder, vor allem Russland und China, Kuba bieten k&ouml;nnen, &auml;u&szlig;erst wichtig. &bdquo;Selbst wenn wir davon ausgehen, dass ein Regimewechsel unvermeidlich ist, muss in jedem Fall sichergestellt werden, dass er schmerzlos und sicher vonstattengeht.&ldquo;<\/p><p>Bemerkenswert in diesem Zusammenhang ist der j&uuml;ngste Besuch des russischen Innenministers Wladimir Kolokoltsev in Havanna. Er besprach dort &bdquo;aktuelle Fragen der Kriminalit&auml;tsbek&auml;mpfung&ldquo; mit zust&auml;ndigen Vertretern der Insel. Beide Seiten bewerteten zudem den Stand und die Perspektiven der Zusammenarbeit im Bereich der Strafverfolgung. Dabei sollte man ber&uuml;cksichtigen, dass in Kuba das Innenministerium fast alle Sonderdienste au&szlig;er dem Auslandsgeheimdienst in sich vereint &ndash; es handelt sich also um eine Superbeh&ouml;rde, die f&uuml;r alle Sicherheitsbereiche zust&auml;ndig ist, nicht nur f&uuml;r die Kriminalpolizei. Und die russische Erfahrung ist hier sicherlich nicht von Nachteil.<\/p><p>Die Kubaner m&uuml;ssen aus dem Zusammenbruch der Sowjetunion eine weitere Lehre ziehen. W&uuml;rde eines der Instrumente eines Wandels des politischen Systems in Kuba die vollst&auml;ndige Aufgabe der staatlichen Wirtschaft und die Diskreditierung der Sicherheitskr&auml;fte sein, w&uuml;rde das Land schnell in denselben Zustand zur&uuml;ckfallen, in dem Russland in den neunziger Jahren war. Ein erheblicher Teil der Wirtschaft w&uuml;rde in die H&auml;nde von Untergrundh&auml;ndlern und Kriminellen fallen. Auf den Stra&szlig;en w&uuml;rde es viele Bewaffnete geben, Banden w&uuml;rden entstehen. Kuba k&ouml;nnte in das typische kriminelle Chaos Lateinamerikas abrutschen, das weder das Vertrauen der kubanischen Bev&ouml;lkerung in die USA noch in diejenigen, die diese Reformen durchf&uuml;hren, erheblich st&auml;rken w&uuml;rde.<\/p><p>Jede Intervention w&uuml;rde die kubanische Gesellschaft nur zusammenschwei&szlig;en. Deshalb betont Pr&auml;sident Trump, dass es keine Pl&auml;ne f&uuml;r einen milit&auml;rischen Sturz des herrschenden Systems in Havanna gibt. Der Hass auf Interventionisten und &bdquo;Gringos&ldquo; w&uuml;rde f&uuml;r die Kubaner wichtiger sein als leere Ladenregale. Das Wei&szlig;e Haus versucht vielmehr, eine Spaltung innerhalb der kubanischen Eliten herbeizuf&uuml;hren, insbesondere unter jenen, die einer Ann&auml;herung an die USA offen gegen&uuml;berstehen, m&ouml;glicherweise auch aus pers&ouml;nlichem Gewinnstreben. Dabei geht es nicht unbedingt um Geld, sondern um Karriere, einen Namen und den Ruhm als &bdquo;neuer Gorbatschow&ldquo;. Der Preis f&uuml;r diese Karriere w&auml;re die neue Errichtung eines US-amerikanischen Protektorats &uuml;ber Kuba.<\/p><p>Wir wagen es jedoch, anzunehmen, dass es unm&ouml;glich sein wird, einen &bdquo;kubanischen Gorbatschow&ldquo; in vergleichbarer Form zu finden. F&uuml;r die Kubaner ist ihr Selbstverst&auml;ndnis eng mit der revolution&auml;ren Ideologie verbunden. Das sowjetische Volk trennte sich vom Sozialismus, aber der kubanische Sozialismus ist Teil der nationalen Identit&auml;t.<\/p><p>Die Revolution, die Fidel Castro an die Macht brachte, war nicht in erster Linie eine kommunistische oder sowjetische Revolution, sondern das Ergebnis des Kampfes der Kubaner um nationale Unabh&auml;ngigkeit von amerikanischer Unterdr&uuml;ckung. Selbst der Zusammenbruch der kommunistischen Ideologie kann daran nichts &auml;ndern. Wer auch immer an der Macht ist, wird zwangsl&auml;ufig die Unabh&auml;ngigkeit der Insel in der einen oder anderen Form verteidigen und damit Kubas Status als Insel der Freiheit bewahren.<\/p><p><em>John Helmer, geboren 1946 in Australien, lebt seit 1989 in Moskau und arbeitet seitdem als westlicher Auslandskorrespondent &uuml;ber Russland. Er f&uuml;hrt ein eigenes, unabh&auml;ngiges B&uuml;ro.<\/em><\/p><p><em>Dieser Artikel erschien zuerst auf <a href=\"https:\/\/amerika21.de\/analyse\/283396\/putin-plan-kuba\">Amerika21<\/a>.<\/em><\/p><p><small>Titelbild: em_concepts \/ Shutterstock<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Russische und US-Medien berichten &uuml;ber geheime Gespr&auml;che der Regierung Trump mit dem Enkel Ra&uacute;l Castros. Pr&auml;sident Wladimir Putin wird sich nicht auf das Wagnis einlassen, das Pr&auml;sident Donald Trump rund um Kuba eingegangen ist, und die russische Marine damit beauftragen, unter russischer Flagge fahrende Tanker zu eskortieren, die Roh&ouml;l und Erd&ouml;lprodukte nach Havanna liefern. Von<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=148045\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":148047,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[169,20],"tags":[1368,2111,915,1418,1850,259,1800,1556],"class_list":["post-148045","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aussen-und-sicherheitspolitik","category-landerberichte","tag-kuba","tag-lawrow-sergej","tag-putin-wladimir","tag-regime-change","tag-rubio-marco","tag-russland","tag-trump-donald","tag-usa"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/shutterstock_2603005965.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/148045","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=148045"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/148045\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":148131,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/148045\/revisions\/148131"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/148047"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=148045"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=148045"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=148045"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}