{"id":148210,"date":"2026-03-24T11:11:13","date_gmt":"2026-03-24T10:11:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=148210"},"modified":"2026-03-24T16:22:13","modified_gmt":"2026-03-24T15:22:13","slug":"was-sagen-unsere-feinde-propaganda-ueberall","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=148210","title":{"rendered":"Was sagen \u201eunsere Feinde\u201c? Propaganda \u2013 \u00fcberall!"},"content":{"rendered":"<p>Eine umfassende Berichterstattung ist ein Qualit&auml;tsmerkmal. Von einer umfassenden Berichterstattung kann aber in deutschen Medien nicht die Rede sein, wenn es um den Iran und schon gar nicht um Russland geht. Stimmen aus dem Iran oder aus Russland, die eine gegen die westliche Politik gerichtete Ansicht vertreten, lassen sich zwar finden, sie sind aber d&uuml;nn ges&auml;t. Journalisten wollen dar&uuml;ber entscheiden, wem sie eine &bdquo;B&uuml;hne&ldquo; bieten wollen und wem nicht. Sie verwechseln dabei den Journalistenberuf mit dem des Theaterdirektors. Beide Seiten eines Konflikt abzubilden, ist journalistisches Handwerk. Die andere Seite hingegen an den Rand zu dr&auml;ngen, nur alibim&auml;&szlig;ig zu Wort kommen zu lassen und negativ zu rahmen, ist ein Kennzeichen von <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?tag=propaganda-taktiken\">Propaganda<\/a>. Ein Kommentar von <strong>Marcus Kl&ouml;ckner<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_5857\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-148210-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260324_Was_sagen_unsere_Feinde_Propaganda_ueberall_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260324_Was_sagen_unsere_Feinde_Propaganda_ueberall_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260324_Was_sagen_unsere_Feinde_Propaganda_ueberall_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260324_Was_sagen_unsere_Feinde_Propaganda_ueberall_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=148210-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260324_Was_sagen_unsere_Feinde_Propaganda_ueberall_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"260324_Was_sagen_unsere_Feinde_Propaganda_ueberall_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Eine B&uuml;hne oder keine B&uuml;hne bieten? Das ist hier die Frage, oder? B&uuml;cher w&uuml;rden sich f&uuml;llen lassen, wollte man &uuml;ber das &bdquo;B&uuml;hnenbild&ldquo; im Kopf deutscher Journalisten schreiben. Wem wollen, wem sollen &bdquo;Qualit&auml;tsmedien&ldquo; eine &bdquo;B&uuml;hne&ldquo; bieten? Wen wollen, wen sollen sie zu Wort kommen lassen? Was wird dar&uuml;ber in Redaktionen diskutiert! Wobei, nein, Kommando zur&uuml;ck. Viel zu diskutieren gibt es im Hinblick auf die &bdquo;B&uuml;hnenfrage&ldquo;, obwohl sie beherrschend &uuml;ber der gesamten journalistischen Arbeit steht, nicht. In den Redaktionen wei&szlig; &bdquo;man&ldquo;, wem eine B&uuml;hne geboten wird und wem nicht.<\/p><p>Oft ist zu h&ouml;ren, dieses oder jenes Medium wolle X oder Y keine B&uuml;hne bieten &ndash; dann wird schnell deutlich, woher der Wind der Ideologie in den Redaktionen weht. &bdquo;Wem eine B&uuml;hne geboten wird, bestimmen wir!&ldquo;, lautet das voller Selbstherrlichkeit vorgetragene Motto. Die B&uuml;hnenfrage &ndash; das ist l&auml;ngst der S&uuml;ndenfall des Journalismus. Wobei man besser sagen sollte: Einer der vielen S&uuml;ndenf&auml;lle!<\/p><p>Da reden die Damen und Herren aus den Mainstreammedien von einer &bdquo;B&uuml;hne&ldquo;, die sie bereitstellen wollen, und der Verdacht dr&auml;ngt sich auf, hier liegt eine gewaltige Verwechslung vor.<\/p><p>Ein Journalismus, der den Namen verdient, bietet der &Ouml;ffentlichkeit Fakten und keine &bdquo;B&uuml;hne&ldquo; an. Wer als &bdquo;Journalist&ldquo; dar&uuml;ber entscheiden will, wer auf der B&uuml;hne stehen darf und wer nicht, sollte Theaterdirektor werden.<\/p><p>Dass viele Journalisten immer wieder &uuml;ber die &bdquo;B&uuml;hne&ldquo; im Zusammenhang mit ihrer Auswahl von Stimmen sprechen, denen sie Raum geben, sagt viel aus.<\/p><p>Die B&uuml;hne ist traditionell ein Ort der Auff&uuml;hrung. Ihr Platz ist in einem Theater.<\/p><p>Allerdings erinnert das, was deutsche Medien als &bdquo;Berichterstattung&ldquo; verstanden wissen wollen, durchaus an ein Theater. Genauer: An ein Schmierenst&uuml;ck. Das Schreckliche daran ist: Dieses &bdquo;St&uuml;ck&ldquo; wird dauerhaft, rund um die Uhr, aufgef&uuml;hrt.<\/p><p>Wir sehen eine B&uuml;hne, auf der Journalisten vorgeben, die Realit&auml;t abzubilden. Was sie allerdings abbilden, ist das Gegenteil. Sie rollen Kriegstreibern f&uuml;r den B&uuml;hnenauftritt den roten Teppich aus. Sie &bdquo;bewegen&ldquo; nicht &bdquo;die Realit&auml;t&ldquo; auf den B&uuml;hnen, um sie dem Publikum aus unterschiedlichen Perspektiven zu zeigen, sondern schieben Kulissen aus billiger Pappmach&eacute; hin und her.<\/p><p>Der Krieg in der Ukraine l&auml;uft seit &uuml;ber vier Jahren. Der Krieg im Iran seit vier Wochen. Wo sind Stimmen aus Russland und dem Iran, die eine unserer westlichen &bdquo;Wertegemeinschaft&ldquo; entgegenstehende Position vertreten?<\/p><p>Jeder wei&szlig; es: In den Polit-Talkshows geben sich die bekannten Hardliner und Radikalen der Kriegspolitik die Klinken in die Hand. Panzer, Bomben, Raketen: Wer &bdquo;mehr davon!&ldquo; sagt, ist gern gesehener Gast.<\/p><p>Aber was sagen denn &bdquo;unsere Feinde&ldquo;? Wie ist ihre Position? Wie sieht das Spektrum der Kritiker der westlichen Politik in Russland und im Iran aus? Gibt es unter ihnen radikale, weniger radikale, gem&auml;&szlig;igte, weniger kluge, aber auch kluge Intellektuelle, Experten, Politiker?<\/p><p>Nat&uuml;rlich gibt es die &ndash; wie in jedem Land. Doch jetzt dr&auml;ngt sich wieder die B&uuml;hnenfrage in den Vordergrund.<\/p><p>Unter dem Deckmantel der &bdquo;journalistischen&ldquo; Auswahl, der Gewichtung, der Einordnung passiert etwas Bemerkenswertes. Journalisten stellen sich selbst auf die B&uuml;hne und sind pl&ouml;tzlich zu Zauberern geworden. Sie zaubern kein Kaninchen aus dem Hut, sondern: Sie zaubern weg!<\/p><p>Von all den Intellektuellen, Experten und Politikern aus L&auml;ndern wie Russland und dem Iran, die f&uuml;r deutsche Mainstreamohren politisch Unbequemes sagen, bleibt in unseren Medien allenfalls etwas Staub &uuml;brig.<\/p><p>Zum Standard journalistischer Arbeit geh&ouml;rt es, allen Seiten eines Konfliktes Raum zu geben. Um eine Parallele zum Recht zu ziehen: Selbst der schlimmste Schwerverbrecher hat in einem fairen Rechtssystem das Recht auf einen Verteidiger. Und er hat das Recht auf Geh&ouml;r. Er darf seinen Mund vor Gericht aufmachen &ndash; auch wenn das bisweilen als Zumutung empfunden wird.<\/p><p>Der Grund ist klar: Eine demokratische Gesellschaft mit b&uuml;rgerlichen Wertvorstellungen verbietet nicht den Mund. Sie l&auml;sst den Gegen&uuml;ber reden.<\/p><p>Die journalistischen Kriterien der Auswahl und Gewichtung sind notwendig und haben ihre Berechtigung. Allerdings sollten Medien, die nicht in der Lage sind, einen <a href=\"https:\/\/www.focus.de\/politik\/ausland\/ukraine-krise\/interview-mit-michel-wyss-es-ist-der-erste-stellevertreter-krieg-zwischen-russland-und-der-nato-in-europa_id_94392173.html\">Stellvertreterkrieg als Stellvertreterkrieg zu bezeichnen<\/a>, nicht mehr f&uuml;r sich beanspruchen, einer &bdquo;journalistischen&ldquo; Auswahl und Gewichtung gerecht zu werden.<\/p><p>Die <em>Berliner Zeitung<\/em> hat in einem <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/politik-gesellschaft\/geopolitik\/auge-um-auge-vergeltung-statt-deeskalation-irans-botschafter-verteidigt-teherans-kurs-li.10025827\">Exklusiv-Interview<\/a> den iranischen Botschafter Majid Nili Ahmadabadi sprechen lassen. Detailliert geht er in dem Interview auf die Angriffe der USA und Israels ein. Ihm eine &bdquo;B&uuml;hne&ldquo; zu bieten, hei&szlig;t noch lange nicht, sich mit der Politik Irans gemeinzumachen. Es hei&szlig;t nichts weiter, als einer &bdquo;Konfliktpartei&ldquo; Raum zum Sprechen zu geben. Nur: Ein solcher Beitrag ist die absolute Ausnahme!<\/p><p>In deutschen Medien, vor allem in Form von kurzen Zitaten in Live-Tickern\/Liveblogs, tauchen auch etwa Aussagen des iranischen Au&szlig;enministers Abbas Araghtschi auf. Allerdings: Regime-nahe Stimmen sind marginalisiert.<\/p><p>Stimmen von israelischen oder US-Regierungsvertretern finden sich hingegen zuhauf. Sie stehen in einem krassen Gegensatz zu den Stimmen aus dem Iran. Und vor allem auch: Es geht hier nicht nur die Zahl an sich. Es geht auch um die Fragen, wo, wie, wie lange, in welcher Rahmung, welcher An- und Abmoderation deutsche Medien die Kriegsparteien sprechen lassen.<\/p><p>Einfache Beobachtungen der Medien verdeutlichen bereits: In Hauptbeitr&auml;gen, Analysen, Talkshows usw. bekommen westliche Stimmen und Regimekritiker sehr viel Raum. Das hat Methode.<\/p><p>So war und ist es auch im Hinblick auf den Ukraine-Krieg und auf Russland. Und so war und ist es auch bei anderen Themen von politischer und gesellschaftlicher Relevanz. Einseitig wird es, sobald eine unliebsame Position ausgeblendet werden soll.<\/p><p>Das ist, &uuml;brigens, Verrat am Journalismus.<\/p><p>Stimmen Geh&ouml;r zu verschaffen, die vor den Gefahren der Coronaimpfung warnten &ndash; das war politisch so unerw&uuml;nscht, wie gegenw&auml;rtig kritischen Stimmen aus Russland oder dem Iran eine &bdquo;B&uuml;hne&ldquo; zu bieten. Journalisten wissen das. Und wahrscheinlich standen und stehen sie auch aus tiefer Selbst&uuml;berzeugung dahinter.<\/p><p>Einseitigkeit im Journalismus kann ein Kennzeichnen von Unprofessionalit&auml;t sein. Allerdings: Es f&auml;llt schwer, davon auszugehen, dass deutsche Journalisten ihr Handwerk nicht beherrschen.<\/p><p>Einseitigkeit im Journalismus kann auch ein Zeichen von Propaganda sein. Leider ist es &uuml;berhaupt nicht schwer, davon auszugehen, dass Journalisten bewusst im Sinne ihres eigenen politischen Weltbildes ihre Pflicht zur Objektivit&auml;t und Ausgewogenheit unter die R&auml;der werfen.<\/p><p>Dass politisch unliebsame Stimmen in deutschen Medien so gut wie nicht vorkommen oder an den Rand gedr&auml;ngt werden, verweist auf das Offensichtliche.<\/p><p>Journalismus ist an zentralen Stellen l&auml;ngst durch Propaganda ersetzt. Auf dieses &bdquo;B&uuml;hnenst&uuml;ck&ldquo; kann das Land verzichten.<\/p><p><small>Titelbild: Branko Devic \/ Shutterstock<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine umfassende Berichterstattung ist ein Qualit&auml;tsmerkmal. Von einer umfassenden Berichterstattung kann aber in deutschen Medien nicht die Rede sein, wenn es um den Iran und schon gar nicht um Russland geht. 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