{"id":148364,"date":"2026-03-28T13:00:53","date_gmt":"2026-03-28T12:00:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=148364"},"modified":"2026-03-27T16:02:19","modified_gmt":"2026-03-27T15:02:19","slug":"leserbriefe-zu-der-verfall-des-journalismus-wird-besonders-deutlich-wenn-man-in-die-vergangenheit-schaut","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=148364","title":{"rendered":"Leserbriefe zu \u201eDer Verfall des Journalismus wird besonders deutlich, wenn man in die Vergangenheit schaut\u201c"},"content":{"rendered":"<p><!--more--><br>\n<strong>Jens Berger<\/strong> diskutiert <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=148246\">in diesem Beitrag<\/a> &uuml;ber die Berichterstattung der &Ouml;ffentlich-Rechtlichen. Die seien fr&uuml;her besser gewesen. Anlass f&uuml;r diese These sei eine alte Fernsehreportage der <em>ARD<\/em> zu den Geschehnissen rund um die Botschaftsbesetzung in Teheran im Jahre 1979. Man habe sich Zeit gelassen. Die Journalisten h&auml;tten Fragen gestellt und den Gefragten den n&ouml;tigen Raum gegeben, ihre Sicht der Dinge zu transportieren. Die Hintergr&uuml;nde seien dabei m&ouml;glichst neutral und objektiv erkl&auml;rt worden. Das Publikum habe sich &bdquo;wirklich eine eigene Meinung bilden&ldquo; k&ouml;nnen. Heute wirke diese Reportage von 1979 eigenwillig anachronistisch. Abgedruckte Leserbriefe geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. K&uuml;rzungen aus redaktionellen Gr&uuml;nden bleiben vorbehalten. Von unseren Leserinnen und Lesern haben wir dazu interessante E-Mails bekommen. Daf&uuml;r bedanken wir uns. Die nun folgende Auswahl der Leserbriefe hat <strong>Christian Reimann<\/strong> f&uuml;r Sie zusammengestellt.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>1. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrte Nachdenkseiten,<\/p><p>sehr guter Artikel von Jens Berger!<\/p><p>Wer das Gl&uuml;ck hatte, die Siebziger- und Achtzigerjahre bewu&szlig;t zu erleben, wird mir zustimmen, da&szlig; es keine romantische Nostalgie ist, diese Jahre als wesentlich &bdquo;menschlicher&rdquo; zu bezeichnen (wenn auch damals schon nicht alles Gold war, was gl&auml;nzte).<\/p><p>Freundliche Gr&uuml;&szlig;e, und weiter so, Wolfgang Blendinger<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>2. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Jens Berger,<\/p><p>Ich danke Ihnen f&uuml;r diesen wunderbaren Artikel.<\/p><p>Genau das beobachte ich seit Jahren, und es ist gut, dass Sie als der wesentlich J&uuml;ngere das feststellen, meiner Generation wird ja h&auml;ufig vorgeworfen, das &sbquo;Gestern&lsquo; zu verherrlichen.<\/p><p>Ich bin da ganz Ihrer Meinung &ndash; selbstverst&auml;ndlich war nicht alles besser &ndash; der Journalismus und mit ihm Frauen und M&auml;nner , die diesem Beruf nachgingen, waren allerdings ein anderes Kaliber!<\/p><p>Hach , Wolfgang Korruhn, der es seinen Interviewpartnern alles andere als einfach machte, Joachim Friedrichs, Gerd Ruge, Klaus Bednarz, wie gut, dass es Gabriele Krone-Schmalz noch gibt, die sich weiter unerm&uuml;dlich einmischt.<\/p><p>Ja, den alten Scholl-Latour hab ich auch wieder aus dem Regal gefischt. Wenn man umfassendes Hintergrundwissen ben&ouml;tigt, bleibt einem auch nichts anderes &uuml;brig als auf diese Experten zur&uuml;ckzugreifen.<\/p><p>Ich muss gestehen, ich ertrage diesen &bdquo;Betroffenheitsjournalismus&ldquo; vor allem der Tagesschau\/Tagesthemen etc.etc. nicht mehr. Er verursacht &Uuml;belkeit und Wut und wie Sie f&uuml;hl ich mich beleidigt durch dies &sbquo;betreute Denken&lsquo;.<\/p><p>Danke, Herr Berger, f&uuml;r Ihr Engagement und ihre offenen Worte, ich w&uuml;nsche Ihnen alles Gute und dass Sie so weiter arbeiten k&ouml;nnen!<\/p><p>Herzliche Gr&uuml;&szlig;e<br>\nGaby Engel<\/p><p>PS ich bin &uuml;brigens neulich im jetzt auf ein altes Interview gesto&szlig;en, das G&uuml;nter Gaus mit Golo Mann f&uuml;hrte. Ein Genuss allein durch die gesamte Art der Interviewf&uuml;hrung und durch die sprachliche Brillanz. Vermutlich werden das heute nur noch wenige &uuml;berhaupt verstehen geschweige denn die Geduld aufbringen, sich auf derartige Komplexit&auml;t einzulassen.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>3. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Guten Tag, Herr Berger,<\/p><p>ich bewundere &ndash; wundere mich &uuml;ber &ndash; Ihren Masochismus, der Ihnen den Konsum des Staatsfunks erm&ouml;glicht. Mir reicht es seit Jahrzehnten, die aufgepeppten P&uuml;ppchen und m&auml;nnlichen Bedeutungsschwangeren reden zu h&ouml;ren. Schon der Tonfall geht einem auf die Nerven &ndash; dieser pseudo-suggestive oder gebremst-alarmistische Habitus der Nachrichtenleute und das Unterbrecher-gesteuerte Geschw&auml;tz der Talkshows mit ihrem kenntnisarmen und meinungsstarken Kemfertismus und Buyxismus sind Katalysatoren der angestrebten Generalvolksverbl&ouml;dung. Als Journalist m&uuml;ssen Sie sich das antun, als B&uuml;rger hat man &ndash; noch &ndash; die M&ouml;glichkeit der Internetauswahl, ohne die die Informationssituation katastrophal w&auml;re.<\/p><p>Freundliche Gr&uuml;&szlig;e<br>\nAlexander G. Roklum<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>4. Leserbrief<\/strong><\/p><p>in der tat, lieber jens, l&auml;sst sich de liste der journalisten vom schlage des peter scholl-latour erweitern, wer die jahre nach dem 2. weltkrieg passieren l&auml;sst: peter von zahn, peter merseburger, gerd von paczensky, rudolf augstein &ndash; die namen laufen alle noch geschmeidig &uuml;ber die zunge. selbst gerhard l&ouml;wenthal war lange jahre mit seinem zdf-magazin f&uuml;r die altbackene cdu ein gewichtiger und w&uuml;rdiger vertreter beim schwarzfunk. aber ich will journalisten von heute nicht vergessen, die sich um ein differenziertes nachrichtenbild bem&uuml;hen &ndash; etwa: karin leukefeld, charlotte wiedemann und sunsanne kaul f&uuml;r den nahen osten. auch michael l&uuml;ders, soweit er seinen eigenen podcast bedient.&nbsp; die riege des &ldquo;freitag&rdquo; gibt mir w&ouml;chentlich, die &ldquo;junge welt&rdquo; tagt&auml;glich eine f&uuml;lle von informationen, die ich anderswo nicht lese. auch die taz hatte fr&uuml;her mal mit ulrike hermann und georg baltissen gestandene journalisten, die dann von den haltungsjournalisten dominik johnson und klaus-helge donath abgel&ouml;st wurden. das alte problem &ldquo;wess&rsquo; brot ich ess, dess&rsquo; lied ich sind&rdquo;. nur mut ! albert<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>5. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Guten Tag,<\/p><p>f&uuml;r wahr, leider ist es so. Breitgef&auml;cherter, objektiver und kritischer Journalismus, um nur die wesentlichen Merkmale zu nennen, finden sich mit wenigen Ausnahmen nur noch in der Vergangenheit. Vortrefflich und zutreffend von Jens Berger beschrieben. Auch hier mu&szlig; Ross und Reiter klar benannt werden. Einer der Hauptversager ist der &Ouml;RR, obwohl durch die B&uuml;rger geb&uuml;hrenfinanziert, mit dem Auftrag unabh&auml;ngig von Regierung und gesellschaftlichen Str&ouml;mungen objektiv, breitgef&auml;chert, kritisch und neutral zu berichten, erf&uuml;llen ARD und ZDF diesen Auftrag nicht. Stattdessen, Einseitigkeit, Parteinahme und Indoktrination den Zuschauern gegen&uuml;ber. Die schreibende Zunft, mit der Boulevardpresse, war wohl gef&uuml;hlt schon immer so. Medien mit h&ouml;herem Anspruch, Spiegel und Konsorten, werden diesem Anspruch nicht mehr gerecht. Entlarvend hier auch, die kriklose &Uuml;bernahme des Narrativs, nebst Einseigkeit.<\/p><p>Schade, dass sich die Mehrheit der Medienkonsumierer immer noch von diesen bel&auml;mmern l&auml;&szlig;t.<\/p><p>Die alternativen Medien, bleiben wohl fl&auml;chendeckend bei den &Uuml; 50 aussen vor. Es dominieren weiterhin, Tagesschau, heute Journal und Co.<\/p><p>Nur gut, dass es You Tube gibt, wo man auch noch ,, Echte &rdquo; Reportagen finden kann.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nThomas St&ouml;be<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>6. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Herr Berger,<\/p><p>klassische Filme mit Satelliten-Empf&auml;nger aufnehmen und dann bei Gelegenheit in Ruhe anschauen. Heute z.B. ein alter Film mit Jean Gabin und Lino Ventura auf Arte. Das mache ich schon seit vielen Jahren so. Tagesschau, dass es die gibt, kenne ich nur noch von H&ouml;rensagen. Au&szlig;erdem bleibe ich von dem ganzen Werbescheiss verschont, den Talkshows, und anderem Theater. Und, oh Gott, oh Gott, zu Weihnachten und Silvester von diesen Gesichtern aus der Regierung, die dann Unertr&auml;gliches absondern.<\/p><p>Meine Schwester macht es sich leicht. Gibt es Kritik, dass sagt eben &ldquo;die Zeiten &auml;ndern sich, heute ist eben alles anders&rdquo;. So h&auml;lt der Deutsche sich aus allem raus, mindestens seit 1848.<\/p><p>Aber es hat System, was sich in den letzten 40 Jahren ge&auml;ndert hat. Beginnend mit der Ratlosigkeit nach dem freiheitlichen R&uuml;lpser zwischen etwas 1968 und 1978, wurde schleichend die Neoliberale Agenda eingef&uuml;hrt. Kohl hat damit angefangen und alle Nachfolger haben brav weiter gemacht. Und die Presse wiederholt im Wesentlichen Merkels Mantra: &ldquo;Es geht mir gut, es geht mir gut &ndash; Keine Ahnung, keine Meinung, kein Konzept und keine Lust um aufzustehn&rdquo;.<\/p><p>Aber es gibt ja noch die NachDenkSeiten, u.a..<\/p><p>Viele Gr&uuml;&szlig;e,<br>\nRolf Henze<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Anmerkung zur Korrespondenz mit den NachDenkSeiten<\/strong><\/p><p>Die NachDenkSeiten freuen sich &uuml;ber Ihre Zuschriften, am besten in einer angemessenen L&auml;nge und mit einem eindeutigen Betreff.<\/p><p>Es gibt die folgenden E-Mail-Adressen:<\/p><ul>\n<li><a href=\"mailto:leserbriefe@nachdenkseiten.de\">leserbriefe(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Kommentare zum Inhalt von Beitr&auml;gen.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:hinweise@nachdenkseiten.de\">hinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> wenn Sie Links zu Beitr&auml;gen in anderen Medien haben.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:videohinweise@nachdenkseiten.de\">videohinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r die Verlinkung von interessanten Videos.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:redaktion@nachdenkseiten.de\">redaktion(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Organisatorisches und Fragen an die Redaktion.<\/li>\n<\/ul><p>Weitere Details zu diesem Thema finden Sie in unserer &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=47939\">Gebrauchsanleitung<\/a>&ldquo;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[103],"tags":[],"class_list":["post-148364","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-leserbriefe"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/148364","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=148364"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/148364\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":148376,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/148364\/revisions\/148376"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=148364"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=148364"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=148364"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}