{"id":148494,"date":"2026-03-31T11:25:54","date_gmt":"2026-03-31T09:25:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=148494"},"modified":"2026-03-31T16:07:28","modified_gmt":"2026-03-31T14:07:28","slug":"mir-waere-fuer-meine-kinder-party-lieber-als-ostfront-johannes-varwick-ueber-die-wehrpflicht-am-schadow-gymnasium","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=148494","title":{"rendered":"\u201eMir w\u00e4re f\u00fcr meine Kinder Party lieber als Ostfront\u201c \u2013 Johannes Varwick \u00fcber die Wehrpflicht am Schadow-Gymnasium"},"content":{"rendered":"<p>Ein olivgr&uuml;ner Zeitgeist zieht in die Klassenzimmer ein: W&auml;hrend die Politik erbittert &uuml;ber die Wehrpflicht streitet, wird die Schule zum Schauplatz einer neuen Militarisierungsdebatte. Am 26. M&auml;rz 2026 diskutierten Thomas R&ouml;wekamp, Vorsitzender des Verteidigungsausschusses im Bundestag, Dr. Pia Fuhrhop von der Stiftung Wissenschaft und Politik und der Politikwissenschaftler <strong>Prof. Dr. Johannes Varwick<\/strong> am Berliner Schadow-Gymnasium &uuml;ber staatlichen Zwang und die Neuausrichtung der Bundeswehr auf den Ernstfall. Dient dieser Austausch noch der politischen Bildung oder schon der moralischen Mobilmachung? <strong>&Eacute;va P&eacute;li<\/strong> sprach mit Johannes Varwick, Inhaber des Lehrstuhls f&uuml;r Internationale Beziehungen und europ&auml;ische Politik an der Universit&auml;t Halle-Wittenberg, &uuml;ber den Zustand der politischen Bildung &ndash; und warum er den aktuellen Aufr&uuml;stungswahn sowie den herrschenden Kriegskurs f&uuml;r einen fatalen Irrweg h&auml;lt.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_5314\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-148494-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260331_Mir_waere_fuer_meine_Kinder_Party_lieber_als_Ostfront_Johannes_Varwick_ueber_die_Wehrpflicht_am_Schadow_Gymnasium_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260331_Mir_waere_fuer_meine_Kinder_Party_lieber_als_Ostfront_Johannes_Varwick_ueber_die_Wehrpflicht_am_Schadow_Gymnasium_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260331_Mir_waere_fuer_meine_Kinder_Party_lieber_als_Ostfront_Johannes_Varwick_ueber_die_Wehrpflicht_am_Schadow_Gymnasium_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260331_Mir_waere_fuer_meine_Kinder_Party_lieber_als_Ostfront_Johannes_Varwick_ueber_die_Wehrpflicht_am_Schadow_Gymnasium_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=148494-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260331_Mir_waere_fuer_meine_Kinder_Party_lieber_als_Ostfront_Johannes_Varwick_ueber_die_Wehrpflicht_am_Schadow_Gymnasium_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"260331_Mir_waere_fuer_meine_Kinder_Party_lieber_als_Ostfront_Johannes_Varwick_ueber_die_Wehrpflicht_am_Schadow_Gymnasium_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><strong>Herr Prof. Varwick, am Donnerstag haben Sie im Schadow-Gymnasium gemeinsam mit dem Unionspolitiker Thomas R&ouml;wekamp (MdB, CDU) und Pia Fuhrhop von der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) &uuml;ber die Wehrpflicht diskutiert &ndash; an einem Ort der Bildung und freien Entfaltung. Wie haben Sie die Rolle der Schule in diesem Kontext wahrgenommen: Ging es dort prim&auml;r um die politische Bildung m&uuml;ndiger B&uuml;rger oder sahen Sie Tendenzen, eine junge Generation moralisch auf k&uuml;nftige Pflichtdienste vorzubereiten?<\/strong><\/p><p>Die Veranstaltung war aus meiner Sicht wohltuend anders: Es ging um den offenen Austausch von Argumenten auf einem Panel, bei dem sehr unterschiedliche Standpunkte zu Wort kamen. Agitiert hat da niemand, die freie Rede und Gegenrede war jederzeit m&ouml;glich und gewollt. Das entsprach in vorbildlicher Weise dem so genannten Beutelsbacher Konsens der politischen Bildungsarbeit, dessen Kern das &bdquo;&Uuml;berw&auml;ltigungsverbot&ldquo; und auch die Ma&szlig;gabe ist, dass Dinge, die kontrovers sind, auch kontrovers dargestellt werden m&uuml;ssen.<\/p><p><strong>Sie sa&szlig;en dort einer Generation gegen&uuml;ber, die durch die Krisen der letzten Jahre bereits stark belastet ist. Welchen Eindruck hatten Sie von der Resonanz der Jugendlichen im Saal? &Uuml;berwog das kritische Hinterfragen staatlicher Eingriffe oder nehmen Sie eher eine wachsende Akzeptanz f&uuml;r milit&auml;rische Themen im Schulalltag wahr?<\/strong><\/p><p>Die Aula des Schadow-Gymnasiums war bis auf den letzten Platz gef&uuml;llt und sowohl der Applaus als auch die Nachfragen waren breit und bunt: Von sehr kritischen Positionen und deutlicher Kritik an der Bundesregierung bis hin zur Unterst&uuml;tzung der Regierungslinie bei der Wiedereinsetzung der Wehrpflicht war nahezu alles dabei.<\/p><p><strong>In der aktuellen Debatte f&auml;llt oft der Begriff der &bdquo;Ehrenpflicht&ldquo;. Wie gewichten Sie das Verh&auml;ltnis zwischen staatlicher Verteidigungsf&auml;higkeit und dem Recht des Einzelnen auf eine Lebensgestaltung ohne Zwang? Wo verl&auml;uft f&uuml;r Sie hier die rote Linie?<\/strong><\/p><p>Das ist eine zentrale Frage: Wann und unter welchen Voraussetzungen darf ein Staat eine so drastische Ma&szlig;nahme wie einen Zwangsdienst f&uuml;r junge Menschen vorsehen? Das Grundgesetz ist da eindeutig. Es hei&szlig;t dort: &bdquo;M&auml;nner k&ouml;nnen vom vollendeten achtzehnten Lebensjahr an zum Dienst in den Streitkr&auml;ften, im Bundesgrenzschutz oder in einem Zivilschutzverband verpflichtet werden. Wer aus Gewissensgr&uuml;nden den Kriegsdienst mit der Waffe verweigert, kann zu einem Ersatzdienst verpflichtet werden&ldquo;.<\/p><p>Die Wehrpflicht wurde 2011 ausgesetzt &ndash; nicht abgeschafft. Begr&uuml;ndung war einerseits, dass die sicherheitspolitische Lage einen derartigen Grundrechtseingriff nicht mehr erfordere. Andererseits war die sogenannte Wehrgerechtigkeit nicht mehr gegeben. Das bedeutet schlicht: Ein solcher Zwang ist rechtlich nur haltbar, wenn er fast alle eines Jahrgangs trifft. Da aber nur noch ein sehr kleiner Teil tats&auml;chlich herangezogen wurde, wurde der Dienst zu reiner Zufallssache und damit zur unzul&auml;ssigen Belastung Einzelner. Ich sehe nicht, dass sich daran etwas ge&auml;ndert h&auml;tte &ndash; eine R&uuml;ckkehr zur Wehrpflicht w&auml;re heute wie damals ein massiver und ungerechtfertigter Eingriff in die Lebensgestaltung junger Menschen. Auch wenn sich die sicherheitspolitische Lage nat&uuml;rlich mit dem Angriff Russlands auf die Ukraine deutlich verschlechtert hat.<\/p><p><strong>Das ist die rechtliche Theorie. Mein Kollege Marcus Kl&ouml;ckner stellt hier jedoch die moralische Grundsatzfrage: Darf ein Staat den Einzelnen &uuml;berhaupt dazu zwingen, gegen seinen Willen zu t&ouml;ten oder selbst get&ouml;tet zu werden? Ist dieser &bdquo;legitime Zwang&ldquo; nicht am Ende schlicht &bdquo;Menschenf&auml;ngerei&ldquo;, die das Individuum zum blo&szlig;en Staatsmaterial degradiert? Zumal Juristen warnen, dass das Recht auf Kriegsdienstverweigerung im Ernstfall faktisch ausgehebelt werden k&ouml;nnte. Wo ziehen Sie die moralische Grenze, wenn der Staat das Recht auf Leben des Einzelnen seiner Logik komplett unterordnet?<\/strong><\/p><p>Das ist keine Theorie, sondern Verfassungspraxis. Ein Staat hat auch meines Erachtens grunds&auml;tzlich das Recht auf <a href=\"https:\/\/x.com\/JohannesVarwick\/status\/2037265476787855569\">Zwangsma&szlig;nahmen<\/a>, das gilt etwa f&uuml;r die Steuerpflicht wie auch f&uuml;r die in der Verfassung vorgesehene Wehrpflicht beziehungsweise einen Ersatzdienst. Nat&uuml;rlich ist das ein Grenzbereich und nur dann verantwortbar, wenn der Staat damit verantwortlich umgeht. Das ist in Demokratien wahrscheinlicher als in anderen Staatsformen. <\/p><p>Und genau das ist der entscheidende Punkt. Der Altkanzler Helmut Schmidt hat mal bei einem &ouml;ffentlichen Gel&ouml;bnis vor Bundeswehrrekruten gesagt: Ihr k&ouml;nnt euch darauf verlassen, dieser Staat wird euch nicht missbrauchen. Das ist f&uuml;r mich der Ma&szlig;stab. Anders formuliert: Wenn die sicherheitspolitische Lage eine Wehrpflicht zur Landesverteidigung erforderlich machen w&uuml;rde, dann w&auml;re ich daf&uuml;r, zumal das Recht auf zivilen Ersatzdienst ebenso Verfassungsrang hat. Beides w&uuml;rde aber auch Zwangselemente beinhalten. Wenn das nicht m&ouml;glich w&auml;re, w&auml;re ein Staat am Ende. <\/p><p>Und die moralische Grenze muss jeder f&uuml;r sich selbst ausloten &ndash; wer sich dem System entziehen will, der kann dies tun, muss aber dann die Konsequenzen tragen. Im &Uuml;brigen: Im Krieg w&uuml;rden auch Zivilisten gegen ihren Willen get&ouml;tet und wir m&uuml;ssen dar&uuml;ber streiten, wie sich das verhindern l&auml;sst. So weit sind wir gl&uuml;cklicherweise in Deutschland derzeit nicht, aber deshalb brauchen wir zugleich eine politische Debatte &uuml;ber die richtige Sicherheitspolitik. Das kann man einfach nicht von der Beurteilung zur Legitimit&auml;t einer Wehrpflicht trennen.<\/p><p><strong>Politiker wie Ex-Au&szlig;enminister Joschka Fischer (B&uuml;ndnis 90\/Die Gr&uuml;nen) fordern einen Abschied vom bundesdeutschen Pazifismus. Ist die wachsende Pr&auml;senz der Bundeswehr an den Schulen nicht eher ein Weg zu mehr &bdquo;Kriegst&uuml;chtigkeit&ldquo; statt zur Friedensf&auml;higkeit durch Diplomatie und Interessenausgleich?<\/strong><\/p><p>Ja, das ist sie leider. Der Zeitgeist ist derzeit olivgr&uuml;n. Wir brauchen aber meines Erachtens keine Militarisierung des Denkens, sondern die R&uuml;ckkehr zu einer ausgewogenen Sicherheitspolitik, die Verteidigungsf&auml;higkeit mit ordentlich ausgestatteten und ausk&ouml;mmlich finanzierten Streitkr&auml;ften sicherstellt. Wer jetzt die alte Wehrpflicht wieder aus der Mottenkiste holt, der gibt nicht die richtigen Antworten auf eine Lage, in der Sicherheitspolitik breiter als in milit&auml;rischen Kategorien gedacht werden sollte.<\/p><p><strong>Hatten Sie den Eindruck, dass in der Diskussion im Schadow-Gymnasium alternative Wege &ndash; etwa Deeskalation und diplomatische Konfliktl&ouml;sung &ndash;&uuml;berhaupt ausreichend Raum fanden?<\/strong><\/p><p>&Uuml;ber &bdquo;ausreichend&ldquo; l&auml;sst sich streiten, aber dort wurde weniger einseitig diskutiert als oft bei anderen Veranstaltungen. Sch&ouml;n w&auml;re es nat&uuml;rlich gewesen, noch einen klassischen Friedensforscher oder eine Friedensforscherin dabei zu haben &ndash; die sind inzwischen aber rar ges&auml;t. Auch ein Pazifist oder eine Pazifistin h&auml;tte dem Panel gutgetan.<\/p><p><strong>Welchen tats&auml;chlichen Sicherheitsgewinn versprechen Sie sich von einer reaktivierten Wehrpflicht? Wir beobachten derzeit den Abschied von einer Friedensf&auml;higkeit, f&uuml;r die auch die deutsche Ostpolitik stand, hin zu einer Militarisierung fast aller gesellschaftlichen Bereiche. Welche &bdquo;Kosten-Nutzen-Rechnung&ldquo; f&uuml;r die Gesellschaft sehen Sie dabei?<\/strong><\/p><p>Ich sehe keinen Nutzen, sondern nur weitere Verschwendung von finanziellen Mitteln und eben eine erhebliche Freiheitsbeschneidung einer Generation, die ohnehin vor sehr gro&szlig;en Problemen und Belastungen steht. Von den rund 700.000 jungen Menschen pro Jahrgang leisten aktuell bereits etwa 95.000 einen freiwilligen Gesellschaftsdienst, der von vielen als sinnstiftend empfunden wird &ndash; und f&uuml;r den es mehr Nachfrage als Angebot gibt. F&uuml;r einen Dienst bei den Streitkr&auml;ften gilt das offenkundig nicht. <\/p><p>&Uuml;ber die Einf&uuml;hrung eines besser ausgestatteten Freiwilligendienstes, der entweder bei der Bundeswehr oder bei anderen Einrichtungen geleistet werden k&ouml;nnte, lie&szlig;e sich reden. Aber die klassische Wehrpflicht, deren Gegenpol dann selbstverst&auml;ndlich auch ein Zivildienst sein m&uuml;sste, ist eben ein Grundrechtseingriff, der Vielen zupassk&auml;me, der aber f&uuml;r mich nicht in die Zeit passt. Der jungen Generation zudem pauschal vorzuwerfen, sie interessiere sich nicht f&uuml;r die Gesellschaft, weil sie keinen Kriegsdienst leisten wolle, ist neben der Spur. Und selbst wenn es so w&auml;re: Mir w&auml;re f&uuml;r meine Kinder Party lieber als Ostfront.<\/p><p><strong>Ein Argument der Wehrpflicht-Bef&uuml;rworter ist die schiere Masse. Wenn wir aber den aktuellen Drohnenkrieg und die hochtechnisierte Kriegsf&uuml;hrung betrachten: Ist die Idee, Zehntausende ungelernte junge Menschen zwangsweise einzuziehen, nicht ein milit&auml;rischer Anachronismus? Wurde im Gymnasium thematisiert, dass moderne Kriege Spezialisten brauchen und keine Masse an unfreiwilligen Soldaten?<\/strong><\/p><p>Dar&uuml;ber haben wir auf dem Panel gesprochen und es kamen auch Sch&uuml;lerfragen zu diesem Aspekt. F&uuml;r mich in der Tat eine wichtige Frage: Die Wehrpflichtigen w&auml;ren wohl eher Kanonenfutter in Kriegen, die besser niemals stattfinden sollten. Das hei&szlig;t nicht unbedingt, dass die Bundeswehr als Berufsarmee nicht moderat erh&ouml;ht werden muss &ndash; die derzeitige Personalst&auml;rke von etwa 186.000 Soldaten ist wohl tats&auml;chlich eine Untergrenze. Aber das lie&szlig;e sich dann erreichen, wenn die Bedingungen bei der Bundeswehr besser und vor allem die politischen Konzepte &uuml;berzeugender w&auml;ren. Es ist nachvollziehbar und sogar gut, dass Viele nicht zu einer Bundeswehr wollen, die kriegst&uuml;chtig statt verteidigungsf&auml;hig gemacht werden soll.<\/p><p><strong>Der Auftrag der Bundeswehr ist laut Grundgesetz die Verteidigung des Landes. Laut Einsch&auml;tzung verschiedenster Analysen droht der Bundesrepublik derzeit kein Angriff von au&szlig;en mit milit&auml;rischen Mitteln wie Panzern oder Raketen. Welchen Interessen und Zielen dient der Ausbau der Bundeswehr durch eine neue Wehrpflicht angesichts dieser Lage tats&auml;chlich?<\/strong><\/p><p>Ich bin sehr f&uuml;r Landesverteidigung, aber was daf&uuml;r notwendig ist und woher die Bedrohungen f&uuml;r Stabilit&auml;t und Sicherheit kommen, dar&uuml;ber muss man streiten. Ich vertrete in der Tat die Auffassung, die derzeit mehrheitlich vertretene Bedrohungsanalyse ist alarmistisch und beruht in dem Sinne auf wenig rationalen Annahmen. Wir sollten in der Sicherheitspolitik wieder zu Ma&szlig; und Mitte zur&uuml;ckkehren, die weitere Militarisierung der Gesellschaft beenden, die teure Aufr&uuml;stungsorgie und das &uuml;berzogene 5-Prozent-Ziel deutlich zur&uuml;ckschrauben und vor allem den Kriegst&uuml;chtigkeitsdiskurs einmotten.<\/p><p><em>&Uuml;ber den Interviewpartner: <strong>Prof. Dr. Johannes Varwick<\/strong> ist Inhaber des Lehrstuhls f&uuml;r Internationale Beziehungen und europ&auml;ische Politik an der Universit&auml;t Halle-Wittenberg. Er gilt als einer der profiliertesten deutschen Experten f&uuml;r Sicherheitspolitik und die Rolle der NATO. Varwick war unter anderem Pr&auml;sident der Gesellschaft f&uuml;r Sicherheitspolitik und lehrt regelm&auml;&szlig;ig an internationalen Milit&auml;rakademien. In seinem aktuellen Buch <strong>&bdquo;Stark f&uuml;r den Frieden&ldquo;<\/strong> (2025\/2026) setzt er sich kritisch mit der zunehmenden Militarisierung der europ&auml;ischen Au&szlig;enpolitik auseinander und wirbt f&uuml;r eine R&uuml;ckkehr zu realpolitischen diplomatischen Ans&auml;tzen sowie das Konzept einer &bdquo;bewaffneten Neutralit&auml;t&ldquo; f&uuml;r die Ukraine.<\/em><\/p><p><small>Titelbild: Valeri Schiller<\/small><\/p><div class=\"moreLikeThis\">\n<strong>Mehr zum Beitrag:<\/strong>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=146566\">&bdquo;Strategische Sackgasse&ldquo;: Johannes Varwick &uuml;ber Frieden, Washington und Merz<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=146574\">&bdquo;Das Stachelschwein-Dilemma&ldquo;: Johannes Varwick &uuml;ber Neutralit&auml;t und das Erbe der Entspannung<\/a>\n<\/p><\/div><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/c6a9b651a2d3424ab5783f4aba7a6dee\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein olivgr&uuml;ner Zeitgeist zieht in die Klassenzimmer ein: W&auml;hrend die Politik erbittert &uuml;ber die Wehrpflicht streitet, wird die Schule zum Schauplatz einer neuen Militarisierungsdebatte. Am 26. M&auml;rz 2026 diskutierten Thomas R&ouml;wekamp, Vorsitzender des Verteidigungsausschusses im Bundestag, Dr. Pia Fuhrhop von der Stiftung Wissenschaft und Politik und der Politikwissenschaftler <strong>Prof. Dr. Johannes Varwick<\/strong> am Berliner Schadow-Gymnasium<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=148494\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":146567,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[169,107,209,211],"tags":[358,893,3627,2433],"class_list":["post-148494","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aussen-und-sicherheitspolitik","category-audio-podcast","category-interviews","category-veranstaltungshinweiseveranstaltungen","tag-bundeswehr","tag-militarisierung","tag-varwick-johannes","tag-wehrdienst"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/DSC00086-2_Varwick-_Von-Valeri-Schiller.jpeg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/148494","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=148494"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/148494\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":148547,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/148494\/revisions\/148547"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/146567"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=148494"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=148494"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=148494"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}