{"id":14860,"date":"2012-10-26T16:49:55","date_gmt":"2012-10-26T14:49:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14860"},"modified":"2012-10-26T16:49:55","modified_gmt":"2012-10-26T14:49:55","slug":"hinweise-des-tages-ii-81","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14860","title":{"rendered":"Hinweise des Tages II"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;Mehr&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (WL\/JB)<br>\n<!--more--><\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14860#h01\">Simon Johnson &ndash; Zu gro&szlig;, um sie zu kontrollieren<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14860#h02\">Die Demografiel&uuml;ge<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14860#h03\">Rudolf Hickel &ndash; Notfalls in die Pleite schicke<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14860#h04\">Eurokrise<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14860#h05\">Guerillero Weidmann<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14860#h06\">Leiharbeit: Was hei&szlig;t hier schon &ldquo;vor&uuml;bergehend&rdquo;?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14860#h07\">Gewerkschaftliche Positionen zur Europ&auml;ischen Wirtschaftsregierung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14860#h08\">Werkvertr&auml;ge: Innovative R&uuml;ckschritte<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14860#h09\">Parit&auml;tischer fordert sofortige Ma&szlig;nahmen gegen die Energiearmut<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14860#h10\">Zahl der Empf&auml;nger von Hilfe zum Lebensunterhalt 2011 um 3,9 % gestiegen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14860#h11\">Kommunen f&uuml;r den B&uuml;rger<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14860#h12\">Die gro&szlig;e Korruption<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14860#h13\">Br&uuml;ssel streitet &uuml;ber Bankerprovision: Warum Pr&auml;mien f&uuml;r Finanzberater nun doch nicht verboten werden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14860#h14\">Kontrolle versus Gleichheitssatz<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14860#h15\">Piraten-Vorstand Schramm tritt offenbar zur&uuml;ck<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14860#h16\">Union legt zu, Steinbr&uuml;ck-Bonus verpufft<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14860#h17\">Auf neoliberalen Bildungswegen<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14860&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Simon Johnson &ndash; Zu gro&szlig;, um sie zu kontrollieren<\/strong><br>\nIn der Diskussion dar&uuml;ber, ob Amerikas gr&ouml;&szlig;te Finanzinstitute zu gro&szlig; geworden sind, zeichnet sich derzeit ein radikaler Meinungsumschwung ab. Vor zwei Jahren, w&auml;hrend der Debatte &uuml;ber das Dodd-Frank-Gesetz zur Finanzreform, betrachtete kaum jemand die globalen Megabanken als dringendes Problem. Einige prominente Senatoren legten sogar nahe, dass die sehr gro&szlig;en europ&auml;ischen Banken eine Art Vorbild f&uuml;r die USA darstellen.<br>\nJedenfalls aber k&ouml;nne die Regierung &ndash; so die CEOs der gr&ouml;&szlig;ten Banken &ndash; unm&ouml;glich den Umfang der gehaltenen Verm&ouml;genswerte deckeln, weil dies die Produktivit&auml;t und die Wettbewerbsf&auml;higkeit der US-Wirtschaft untergraben w&uuml;rde. Derartige Argumente sind auch heute noch zu vernehmen &ndash; aber zunehmend nur noch von jenen im Dienste der globalen Megabanken, einschlie&szlig;lich ihrer Anw&auml;lte, Berater und handzahmen &Ouml;konomen.<br>\nAlle &uuml;brigen sind zu der &Uuml;berzeugung gelangt, dass diese Finanzkolosse zu gro&szlig; und komplex geworden sind, um sie zu kontrollieren &ndash; mit enormen negativen Folgen f&uuml;r die weitere Wirtschaft. Und jedes Mal, wenn ein CEO einer derartigen Bank zum R&uuml;cktritt gezwungen ist, h&auml;ufen sich die Belege, dass man diese Unternehmen nicht mehr auf eine verantwortliche Weise, die den Aktion&auml;ren nachhaltig nutzt und den Steuerzahlern nicht schadet, f&uuml;hren kann.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.project-syndicate.org\/commentary\/the-growing-consensus-against-big-banks-by-simon-johnson\/german\">Project Syndicate<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Die Demografiel&uuml;ge<\/strong><br>\nMit den Arbeitgebern die Altersarmut verhindern<br>\nMorgen wird der Bundestag mit schwarz-gelber Mehrheit eine Absenkung des Rentenbeitrags von 19,6 auf 18,9 beschlie&szlig;en. SPD-Chef Siegmar Gabriel dagegen will die zuk&uuml;nftigen Rentner mit einem niedrigeren Rentenniveau vor Altersarmut sch&uuml;tzen. Beide, Regierung und Opposition wollen mit ihren Ma&szlig;nahmen eine demografisch vorprogrammierte Rentenkatastrophe verhindern. Dabei gehen sie von falschen Annahmen aus, meint Stefan Welzk: es w&uuml;rden mehr Kinder geboren, als bisher angenommen. Und schon in den 70er Jahren habe man einen Bev&ouml;lkerungsverh&auml;ltnis bew&auml;ltigt,  das dem f&uuml;r 2030 prognostizierten sehr &auml;hnlich war. [&hellip;]<br>\nDeshalb &ndash; im Fazit &ndash; nun die schlechte Nachricht: Zwar droht uns aus demografischen Gr&uuml;nden keine Rentenkatastrophe. Doch man kann millionenfache Altersarmut politisch produzieren. Und genau das geschieht &ndash;  mit der Vielzahl der bereits beschlossenen Rentenk&uuml;rzungen.. Und mit der Entlastung der Arbeitgeber durch den &Uuml;bergang zur Privatvorsorge.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wdr5.de\/sendungen\/politikum\/s\/d\/24.10.2012-19.05\/b\/kommentar-121024.html\">WDR5 Politikum<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Rudolf Hickel &ndash; Notfalls in die Pleite schicke<\/strong><br>\nEine europ&auml;ische Aufsicht ist nur sinnvoll, wenn sie jederzeit in das riskante Gesch&auml;ftsgebaren von Geldh&auml;usern eingreifen kann. Bis dahin ist es ein weiter Weg [&hellip;]<br>\nWas auch immer in den n&auml;chsten Monaten geschieht &ndash; eine Bankenunion, die auf einem authentischen Aufsichtssystem beruht, muss das Ziel haben, sp&auml;testens ab 2013 systemische Bankenzusammenbr&uuml;che und die Sozialisierung von Verlusten zu Lasten der Steuerzahler zu verhindern. Dazu muss es in allen Euro-Staaten einen Fonds zur Bankenabwicklung und zur Sicherung der Sparverm&ouml;gen geben. Zus&auml;tzlich w&auml;re ein Rettungsfonds einzurichten, den die Gro&szlig;banken in der Eurozone durch j&auml;hrliche Beitr&auml;ge &ndash; gestaffelt nach den jeweils erzeugten Risiken &ndash; finanzieren, damit der Staat von den Lasten einer Insolvenz befreit bleibt.<br>\nSchlie&szlig;lich sollte eine schlagkr&auml;ftige Bankenaufsicht nicht nur die Option, sondern das Recht zur Intervention in die Gesch&auml;ftspraxis von Banken haben. Und das zu jeder Zeit! Wenn die Analysen alarmierend ausfallen, sind Auflagen zur Restrukturierung eines Instituts unerl&auml;sslich, inklusive der Option, Banken unter bestimmten Bedingungen geordnet in die Pleite gehen zu lassen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.freitag.de\/autoren\/der-freitag\/notfalls-in-die-pleite-schicken\">Der Freitag<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Eurokrise<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Streit ums Sperrkonto<\/strong><br>\nDas umstrittene Sperrkonto f&uuml;r Griechenland wird konkret. Wie die griechischen Medien berichten, sollen auch k&uuml;nftige Budget&uuml;bersch&uuml;sse auf das Konto flie&szlig;en, das f&uuml;r den Schuldendienst gegen&uuml;ber Deutschland und anderen Gl&auml;ubigern bestimmt ist. So solle sichergestellt werden, dass auch Griechenland zum Schuldendienst beitr&auml;gt, und nicht nur die internationalen Kreditgeber.<br>\nKlingt logisch, ist aber eine Falle: In Wahrheit geht es darum, dass sich die Griechen nicht aus dem Euro verabschieden, sobald sie einen ausgeglichenen Haushalt erreicht haben. Sie k&ouml;nnten dann n&auml;mlich die innergriechischen Staatsgesch&auml;fte weiterf&uuml;hren, die Schulden gegen&uuml;ber dem Ausland aber kurzerhand &ldquo;vergessen&rdquo;. So w&auml;re das Problem des immer noch wachsenden Schuldenbergs, der nach neuen Berechnungen erst 2022 auf das &ldquo;tragf&auml;hige&rdquo; Niveau von 120 Prozent des BIP sinken soll, gel&ouml;st. Und die Gl&auml;ubiger w&auml;ren die Dummen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/lostineu.eu\/das-sperrkonto-wird-konkret\/?utm_source=feedburner&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=Feed%3A+lostineu%2Frfqp+%28Lost+in+EUrope+NEU%29\">Lost in EUrope<\/a><\/li>\n<li><strong>In Greece, deflation and not inflation is the problem<\/strong><br>\nAnd things won&rsquo;t get better. The relation between money and inflation is complicated and holds &ndash; as we all should know &ndash; only in the medium run and especialy when the rate of money growth is relatively high, i.e. over 20%, while causality sometimes runs from prices to money growth. As is clearly shown during the housing bubble: higher house prices en expectations of even higher prices enabled and enticed people to borrow more  and, therewith, led to an increase in the amount of money. Sometimes, however, the causality may be the other way around, for instance in a situation of capital flight from a country. In Greece, this contributed to a severe contraction of activity and unacceptable unemployment: no &lsquo;neutrality&rsquo; of money in Greece. It leads, at this moment, also to deflation (consumer prices are still rising slightly, but the broader GDP-deflator declines). Which makes things worse.\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/121026_h2.jpg\" alt=\"In Greece, deflation and not inflation is the problem\" title=\"In Greece, deflation and not inflation is the problem\"><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/rwer.wordpress.com\/2012\/10\/26\/in-greece-deflation-and-not-inflation-is-the-problem\/\">Real World Economics Review<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> Alles andere w&auml;re auch &uuml;berraschend, da die &bdquo;Hilfsgelder&ldquo; ja nicht in Griechenland bleiben, sondern 1:1 an die Gl&auml;ubiger weitergereicht werden. Und dass eine Austerit&auml;tspolitik zu Deflation f&uuml;hrt, wei&szlig; man seit Heinrich Br&uuml;ning auch.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Fristverl&auml;ngerung f&uuml;r Reformen in Griechenland: Mehr Zeit, vor allem f&uuml;r Berlin<\/strong><br>\nGriechenland soll zwei Jahre mehr Zeit f&uuml;r die Umsetzung der Spar- und Reformvorgaben bekommen. Dies geht aus dem neuen Bericht der internationalen Troika hervor, der offiziell zwar noch nicht vorliegt, aus dem in Berlin aber schon eifrig zitiert wird. Auf den ersten Blick ist das eine gute Nachricht, schlie&szlig;lich hatte die neue Regierung Samaras um den zweij&auml;hrigen Aufschub gebeten. In Wahrheit verbirgt sich hinter dieser Meldung die ganze Misere Griechenlands &ndash; und die Ratlosigkeit seiner sogenannten Retter. Die Experten und Gl&auml;ubiger sind mit ihrem Latein am Ende &ndash; ihre Rettungspl&auml;ne haben versagt. Letztlich brauchen die Helfer die zweij&auml;hrige Atempause mindestens so dringend wie die wieder ziemlich wacklige Regierung in Athen.<br>\nVor allem Deutschland braucht mehr Zeit. Ein Jahr geht allein schon f&uuml;r den Wahlkampf und die Bundestagswahl im n&auml;chsten Herbst drauf &ndash; davor m&ouml;chte Kanzlerin Merkel Ruhe an der Eurofront. Ein weiteres Jahr d&uuml;rfte Berlin brauchen, bis sich die neue Regierung sortiert und in das griechische Drama eingearbeitet hat. Es gibt n&auml;mlich neue Fakten, die die Merkel-Regierung bisher beharrlich ignoriert. Zum einen hat der Internationale W&auml;hrungsfonds nachgerechnet und festgestellt, dass das Spardiktat wesentlich st&auml;rker auf die Realwirtschaft in Griechenland durchschl&auml;gt als zun&auml;chst angenommen. Je mehr gek&uuml;rzt wird, desto mehr brechen die Konjunktur und damit die Steuereinnahmen ein &ndash; mit der bitteren Folge, dass der Einspareffekt verpufft. Zum anderen sind sich die meisten Experten einig, dass Griechenland ohne einen neuen Schuldenschnitt nie und nimmer auf die Beine kommen wird. Doch auch auf diesem Ohr ist die Bundesregierung taub. Erst nach der Wahl d&uuml;rfte man sich langsam den Realit&auml;ten stellen &ndash; wie gut, dass nun erst mal zwei Jahre Ruhe ist!<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/!104223\/\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Nat&uuml;rlich werden die europ&auml;ischen Hardliner noch einmal aufschreien, obwohl sich diese Entscheidung schon l&auml;ngst abzeichnete. Und nat&uuml;rlich brauchen auch die ratlosen Europ&auml;er, an der Spitze Frau Merkel, diesen Aufschub. Ob sie ihn nutzen werden, darf nach den bisherigen Erfahrungen bezweifelt werden. Der Skandal an dieser Entscheidung aber ist, dass das Parteienb&uuml;ndnis Syriza um Alexis Tsipras eigentlich auch nicht mehr wollte, aber Griechenland von halb Europa unter Druck gesetzt wurde, die Linksallianz nicht zu w&auml;hlen. Damit wurde die einzigartige Chance verpasst, einer unbelasteten Politikergeneration die Neuordnung Griechenlands anzuvertrauen. Wer glaubt denn ernsthaft, dass ein Antonis Samaras die Pfr&uuml;nde der einflussreichen Interessengruppen angeht, zu denen er letztlich selbst geh&ouml;rt?<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Zypern droht Euro-Abflug<\/strong><br>\nDie linke Regierung lehnt die Sparpl&auml;ne von EU, EZB und IWF ab und hat eigene Vorschl&auml;ge. Doch bereits im Dezember k&ouml;nnte die Insel pleite sein. [&hellip;]<br>\nDie linksorthodoxe Regierung unter Pr&auml;sident Demetris Christofias lehnt die Sparvorschl&auml;ge der Troika ab und hat eigene Vorstellungen. Demnach will Zypern die Geh&auml;lter im &ouml;ffentlichen Dienst je nach Einkommensh&ouml;he um 6,5 bis 12,5 Prozent verringern, zudem sollen die Steuern erh&ouml;ht werden. Das soll binnen vier Jahren insgesamt eine Milliarde bringen.<br>\nDer Kapitalismus soll schuld sein<br>\nDie Troika geht deutlich weiter. Sie fordert, Staatsbetriebe wie die chronisch defizit&auml;re Fluglinie Cyprus Airways zu verkaufen, das 13. Monatsgehalt im &ouml;ffentlichen Dienst abzuschaffen, Lohnk&uuml;rzungen, einen Stopp des automatischen Inflationsausgleichs, K&uuml;rzungen von Abfindungen bei Renteneintritt und versch&auml;rfte Bankregelungen. Das soll das Land in den n&auml;chsten drei Jahren sanieren.<br>\nDoch Christofias m&ouml;chte den &uuml;berdimensionierten &ouml;ffentlichen Dienst schonen. Ihm f&auml;llt die Vorstellung schwer, bei seiner eigenen Klientel zu k&uuml;rzen. Zudem erkennt Christofias keine eigene Schuld an dem finanziellen Desaster an. Schuld seien die Banker und der Kapitalismus im Allgemeinen. &bdquo;Unsere Krise ist im Wesentlichen importiert&ldquo;, sagte Christofias.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/!104301\/\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> Da hat Herr Christofias nicht einmal unrecht &ndash; neben zweifelsohne vorhandenen nationalen Problemen war es vor allem die enge Zusammenarbeit des zypriotischen Bankensektors mit der griechischen Volkswirtschaft, der Zypern das <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13713\">Genick gebrochen hat<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>IMF Warns on Impact of Portuguese Austerity<\/strong><br>\nAusterity imposed under Portugal&rsquo;s &euro;78 billion ($101 billion) bailout program is having a bigger impact on the economy than previously thought, raising risks of further fiscal slippage and higher public debt, the International Monetary Fund warned Thursday.<br>\nThe fund also said signs of political and social instability are starting to appear and pose a challenge to the government, as unemployment continues to rise and the economy enters its third year of recession in 2013&hellip;<br>\nSince it requested financial help in April last year, the small Iberian country has been praised by its creditors for strictly following measures imposed under its program, raising taxes, cutting public wages and reforming key sectors to make its economy more competitive in the longer term.<br>\nSigns that the measures are having a larger-than-expected effect on the economy, however, started to emerge earlier this year, with the government consistently missing forecasts for tax revenue.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/online.wsj.com\/article\/SB10001424052970203897404578078703684762568.html?mod=WSJEurope_hpp_LEFTTopStories%E4\">Wall Street Journal<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Wie hoch muss die Arbeitslosigkeit eigentlich noch ansteigen und wie weit muss die Wirtschaft noch abst&uuml;rzen, bis die Wirklichkeit die Ideologen des Auserit&auml;tskurses f&uuml;r Europa eines Besseren belehrt?<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Guerillero Weidmann<\/strong><br>\nPaul de Grauwe, der streitbare belgische &Ouml;konomieprofessor, nahm kein Blatt vor den Mund, als er in dieser Woche in der Financial Times Jens Weidmann vorwarf, dieser f&uuml;hre einen Guerillakrieg gegen die EZB (&ldquo;Stop this guerrilla campaign against ECB policy&rdquo;). Dadurch besch&auml;dige der Bundesbankpr&auml;sident vor allem in Deutschland die Glaubw&uuml;rdigkeit des Euro und erschwere so den Aufbau der Institutionen, mit denen die junge W&auml;hrung krisenfest gemacht werden kann. [&hellip;]<br>\nIn Wirklichkeit entwickelt sich die EZB zunehmend und, wie ich denke, auch logisch zwingend, zu einer normalen Notenbank. Deren wichtigste Aufgabe besteht nicht nur f&uuml;r de Grauwe darin, in den Existenzkrisen, die im kapitalistischen System immer wieder einmal (wenn auch selten) vorkommen, daf&uuml;r zu sorgen, dass sowohl die Banken als auch die Regierungen zahlungsf&auml;hig bleiben, und dass die Anleger nicht ihr Geld verlieren. Die Banken und die Finanzen des Staates sind derart miteinander verbandelt, dass eine ernsthaft finanzielle Schieflage des einen fast zwangsl&auml;ufig die Solvenz des anderen gef&auml;hrdet. Will eine Notenbank die Stabilit&auml;t des Finanzsystems sichern, muss sie in der Krise in der Lage sein, notfalls beiden unter die Arme zu greifen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/2012\/10\/25\/guerillero-weidmann_5318\">ZEIT Herdentrieb<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Leiharbeit: Was hei&szlig;t hier schon &ldquo;vor&uuml;bergehend&rdquo;?<\/strong><br>\nSelbst nach vier Jahren in Leiharbeit haben die Betroffenen keinen Anspruch auf eine feste Stelle, entschied j&uuml;ngst das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg. Dabei sollte Leiharbeit urspr&uuml;nglich nur Auftragsspitzen &uuml;berbr&uuml;cken. Der klartext.<br>\nSchlechte Arbeitsbedingungen erwartet man ohnehin schon, wenn von Leiharbeit die Rede ist: Unsicherheit, niedrige L&ouml;hne und st&auml;ndig wechselnde Eins&auml;tze. Nun gibt es eine neue Variante, Leiharbeitskr&auml;ften selbstverst&auml;ndliche Rechte zu verweigern: Selbst nach vier Jahren &Uuml;berlassung gilt ein Einsatz als &bdquo;vor&uuml;bergehend&ldquo;, so dass die Betroffenen keinen Anspruch auf &Uuml;bernahme haben. So entschied erst j&uuml;ngst das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg im Fall einer Krankenschwester, die vier Jahre lang an die gleiche Privatklinik verliehen worden war.<br>\nLeiharbeit nimmt zu<br>\nEin Urteil, das den Verleihfirmen gefallen d&uuml;rfte. Ihre Zahl ist bis Ende 2011 auf 17.700 Betriebe gestiegen. Seit der Deregulierung der Leiharbeit durch die Hartz-Gesetze w&auml;chst allerdings auch die Zahl der Leiharbeitnehmer\/-innen rasant an: Ende Dezember 2011 waren in Deutschland fast 900.000 Leiharbeitnehmer\/-innen besch&auml;ftigt &ndash; im Vergleich zu nur 170.000 Personen im Jahr 1996.\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/642.jpg\" alt=\"Entwicklung der Leiharbeit\" title=\"Entwicklung der Leiharbeit\"><br>\nQuelle: Bundesagentur f&uuml;r Arbeit<\/p>\n<p>Vergangene Bundesregierungen haben daf&uuml;r gesorgt, dass die Leiharbeit hierzulande f&uuml;r die Betroffenen nur unbefriedigend reguliert ist: Vor allem die M&ouml;glichkeit, dauerhaft durch tarifliche Vereinbarungen von der gesetzlich geforderten Lohngleichheit abzuweichen, hat dazu gef&uuml;hrt, dass Leiharbeit vor allem Niedriglohnarbeit ist. Trotz besserer tariflicher Vereinbarungen durch Branchenzuschl&auml;ge verdienen Leiharbeitnehmer\/-innen immer noch weniger als die Stammbelegschaft und damit nicht Equal Pay.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dgb.de\/themen\/++co++3418e2be-1e97-11e2-8d4b-00188b4dc422\">DGB klartext<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Gewerkschaftliche Positionen zur Europ&auml;ischen Wirtschaftsregierung<\/strong><br>\nEuropapolitik und Wirtschaftsdemokratie geh&ouml;ren zu gro&szlig;en programmatischen Traditionslinien der Gewerkschaften. Beide erleben in letzter Zeit eine gro&szlig;e Bedeutung und besondere tagespolitische Aktualit&auml;t. Umso verwunderlicher ist es, dass sich bisher nur ganz vereinzelt Beitr&auml;ge finden, in denen beide Diskussionsstr&auml;nge miteinander verbunden werden. Die Arbeit an solchen Konzeptionen k&ouml;nnte sich lohnen, um dem offiziellen Ansatz der Bundesregierung einer &bdquo;Europ&auml;ischen Wirtschafts-Strangulierungs-Regierung&ldquo; ein konstruktives Konzept entgegenzustellen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.gegenblende.de\/17-2012\/++co++d8c26730-1dc1-11e2-87e8-52540066f352\">Gegenblende<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Werkvertr&auml;ge: Innovative R&uuml;ckschritte<\/strong><br>\nDen Anfang haben Schlachtereien und Bauunternehmen gemacht: das Instrument der Werkvertr&auml;ge nutzen, um Sozialversicherungsabgaben zu umgehen und Arbeitskr&auml;fte besonders billig und flexibel einsetzen zu k&ouml;nnen. Hier wurde an ArbeitsmigrantInnen erprobt, was jetzt um sich greift. Seit die Leiharbeit zaghaft reguliert worden ist, nehmen Werkvertragsverh&auml;ltnisse auch in vielen anderen Branchen drastisch zu.  Neben den negativen gesellschaftlichen Auswirkungen, z.B. auf die L&ouml;hne und Sozialversicherungsbeitr&auml;ge, und der &Uuml;bertragung unternehmerischer Risiken auf die Lohnabh&auml;ngigen stellt sich die Frage, wie Besch&auml;ftigte und ihre Interessenvertretungen im betrieblichen Alltag mit Werkvertr&auml;gen umgehen und welche Konsequenzen Werkvertr&auml;ge f&uuml;r betriebliche Interessenvertretung und Organisierung haben.  In den Aussagen und Beschreibungen der Betriebsr&auml;te spiegeln sich dabei betriebliche Alltagserfahrungen wider, die auf massive Einschr&auml;nkungen der Mitbestimmung f&uuml;r Besch&auml;ftigte und Betriebsr&auml;te verweisen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.linksnet.de\/de\/artikel\/28008\">Linksnet<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Parit&auml;tischer fordert sofortige Ma&szlig;nahmen gegen die Energiearmut<\/strong><br>\nZu unverz&uuml;glichem Handeln fordert der Parit&auml;tische Wohlfahrtsverband die Bundesregierung anl&auml;sslich der heute bekannt gewordenen Stromverteuerung um voraussichtlich 13 Prozent zum 1. Januar 2013 auf. Der Verband fordert eine Novellierung des Wohngeldgesetzes zur Entlastung einkommensschwacher Haushalte noch in diesem Jahr.<br>\n&ldquo;Es ist absolut untragbar, dass einkommensschwache Haushalte mit dieser Preistreiberei zus&auml;tzlich belastet werden. Bereits im letzten Jahr wurde 600.000 Haushalten in Deutschland der Strom abgestellt.<br>\nDie Bundesregierung muss dieser Entwicklung Einhalt gebieten&rdquo; so Ulrich Schneider, Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer des Parit&auml;tischen Wohlfahrtsverbandes. Angesichts der dramatischen Energiepreisentwicklung verweist der Verband auf ein gemeinsames Konzept mit dem Deutschen Mieterbund zur Unterst&uuml;tzung einkommensschwacher Haushalte.<br>\nDas Konzept sieht eine Stromkosten&uuml;bernahme bei Hartz IV Beziehern sowie eine Erh&ouml;hung des Wohngeldes von derzeit durchschnittlich 120 Euro auf 160 bis 180 Euro im Monat vor. Die Gesamtkosten der Reformvorschl&auml;ge beziffern die Verb&auml;nde auf rund 790 bis 920 Millionen Euro. Der Verband verweist darauf, dass der Staat durch die Erh&ouml;hung der EEG-Umlage zus&auml;tzliche Einnahmen in Milliardenh&ouml;he mache.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.der-paritaetische.de\/245\/?layout=ufgadoylgq&amp;tx_ttnews[tt_news]=6783&amp;cHash=b8099d5ad7128c258f18d64b994a4190\">Der Parit&auml;tische<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.der-paritaetische.de\/245\/?layout=ufgadoylgq&amp;tx_ttnews[tt_news]=6762&amp;cHash=c12822a44c91a11cdaa61491c57d4f30\">Das Konzept &bdquo;Energie f&uuml;r alle&ldquo; des Parit&auml;tischen und des Deutschen Mieterbundes<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Zahl der Empf&auml;nger von Hilfe zum Lebensunterhalt 2011 um 3,9 % gestiegen<\/strong><br>\nAm Jahresende 2011 erhielten in Deutschland rund 332 000 Personen Hilfe zum Lebensunterhalt (nach dem 3. Kapitel des Zw&ouml;lften Buches Sozialgesetzbuch &ndash; SGB XII &bdquo;Sozialhilfe&ldquo;). Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, stieg die Zahl der Hilfebezieher im Vergleich zum Vorjahr um 3,9 %.<br>\nDamit waren am Jahresende 2011 deutschlandweit 4 von 1 000 Einwohnern auf Hilfe zum Lebensunterhalt angewiesen. Am h&auml;ufigsten bezogen die Menschen in Hamburg mit 7 Personen je 1 000 Einwohner diese Sozialleistung. Am seltensten nahm die Bev&ouml;lkerung in Baden-W&uuml;rttemberg diese Hilfe in Anspruch, hier lag die Quote bei 1 Person je 1 000 Einwohner.<br>\nZwei Drittel der Leistungsberechtigten (67 %) lebten in Einrichtungen wie Wohn- oder Pflegeheimen, ein Drittel (33 %) der Empf&auml;nger lebte au&szlig;erhalb solcher Einrichtungen. Sie f&uuml;hrten &uuml;berwiegend einen Einpersonenhaushalt. Mit knapp 41 Jahren waren die Leistungsbezieher au&szlig;erhalb von Einrichtungen im Durchschnitt deutlich j&uuml;nger als Bezieher in Einrichtungen. Diese waren durchschnittlich rund 53 Jahre alt.<br>\nHilfe zum Lebensunterhalt richtet sich unter anderem an Menschen mit Behinderung und pflegebed&uuml;rftige Personen, die in Einrichtungen leben und dort Eingliederungshilfe f&uuml;r behinderte Menschen (nach dem 6. Kapitel SGB XII) oder Hilfe zur Pflege (nach dem 7. Kapitel SGB XII) beziehen. Sie k&ouml;nnen neben diesen rein ma&szlig;nahmebezogenen Sozialhilfeleistungen auch Hilfe zum Lebensunterhalt erhalten. Voraussetzung hierf&uuml;r ist, dass sie diesen Bedarf nicht zum Beispiel durch Renteneink&uuml;nfte, durch Leistungen der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung (nach dem 4. Kapitel SGB XII) oder in anderer Weise decken k&ouml;nnen. Au&szlig;erhalb von Einrichtungen kommt die Hilfe zum Lebensunterhalt etwa f&uuml;r vor&uuml;bergehend Erwerbsunf&auml;hige, l&auml;ngerfristig Erkrankte oder Vorruhestandsrentner mit niedriger Rente in Betracht.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.destatis.de\/DE\/PresseService\/Presse\/Pressemitteilungen\/2012\/10\/PD12_374_221.html;jsessionid=4411773C8AF42029C3C8F28751052A56.cae2\">Statistisches Bundesamt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Kommunen f&uuml;r den B&uuml;rger<\/strong><br>\nDie Privatisierung &ouml;ffentlicher Einrichtungen ist teuer und kostet Arbeitspl&auml;tze. Doch es g&auml;be eine sinnvolle AlternativeDie Frage, wie weit der Arm des Staates reichen darf, erlebt infolge der Finanzkrise eine Renaissance. Viele Kommunen nehmen den Entsorgungsauftrag wieder selbst wahr, weil sich das Abfallgesch&auml;ft aufgrund neuer Recyclingtechniken oder -kreisl&auml;ufe als profitabel erweist und private Anbieter zu teuer sind. Auch mit Blick auf die Strom- und Gasversorgung pr&uuml;fen zahlreiche St&auml;dte und Gemeinden, ob sie ihre Konzessionsvertr&auml;ge mit privaten Anbietern verl&auml;ngern &ndash; bis 2015 laufen bundesweit rund 1000 dieser Vertr&auml;ge aus.<br>\nDoch trotz guter Absichten sind die Kommunen angesichts klammer Kassen gezwungen, ihre Investitionen zu reduzieren. Schon vor der Wirtschafts- und Finanzmarktkrise wurde unter dem &bdquo;Diktat leerer Kassen&ldquo; immer h&auml;ufiger auf sogenannte Public-Private-Partnerships (PPP) gesetzt. Was nach Partnerschaft auf Augenh&ouml;he klingt und als Heilmittel gegen wachsende Staatsschulden gepriesen wird, erweist sich bei n&auml;herer Betrachtung jedoch als eine besonders fatale Variante des Ausverkaufs staatlichen Eigentums.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/meinung\/gastbeitrag-zu-ppp-kommunen-fuer-den-buerger,1472602,20713246.html\">Frankfurter Rundschau<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Die gro&szlig;e Korruption<\/strong><br>\nEs sieht aus, als h&auml;tten Union und FDP nachgegeben: Die Abgeordneten des Bundestags werden ihre Zusatzeink&uuml;nfte bald wesentlich genauer angeben m&uuml;ssen als bislang. Dabei wird herauskommen, dass die Neben-Gro&szlig;verdiener mehrheitlich nicht in den Oppositionsreihen sitzen, sondern bei Schwarz-Gelb. Geschieht ihnen recht &ndash; das haben sie nun davon, dass sie versuchten, den SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbr&uuml;ck mit seinen Rednerhonoraren durchs Dorf zu jagen. Was aber hat nun die geneigte &Ouml;ffentlichkeit genau davon? Einerseits ist die Debatte &uuml;ber Nebeneink&uuml;nfte ein Wert an sich. Vielleicht aber auch nicht. Zu viele Abgeordnete, aber auch zu viele MinisterInnen, Staatssekret&auml;rInnen, Spitzenbeamte, zu viele politische Akteure insgesamt lassen sich allzu gern von Wirtschaftslobbyisten erkl&auml;ren, was n&ouml;tig ist. Daran wird die Nebenverdienstregelung wahrscheinlich sehr wenig bis nichts &auml;ndern. Denn Industrie- und Unternehmensvertreter finden mannigfaltige Wege, PolitikerInnen f&uuml;r ihre Interessen einzuspannen und sie dann auch zu belohnen. Viel gr&ouml;&szlig;ere Summen aber flie&szlig;en dort, wo auch recht konkrete Transparenzregeln nicht hinlangen: Anw&auml;lte k&ouml;nnen zum Beispiel rechtlich schwer gezwungen werden, Mandate detailliert offenzulegen. L&auml;sst sich ein Abgeordneter au&szlig;erdem seinen Wahlkampf von der regionalen R&uuml;stungsindustrie bezahlen, ist dies leicht unter Parteispende verbuchbar und l&auml;uft nicht unter Korruption.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=me&amp;dig=2012%2F10%2F26%2Fa0101&amp;cHash=5ea60416613356d8357276ea39a2d4e0\">taz<\/a>\n<p>dazu: <strong>Was Parlamentarier anderswo offenlegen m&uuml;ssen<\/strong><br>\nFast &uuml;berall sind die Regeln strikter und h&auml;rter als in Deutschland. EU-Abgeordneten ist Lobbyarbeit generell verboten. In Schweden sind alle Steuererkl&auml;rungen &ndash; auch der Abgeordneten &ndash; &ouml;ffentlich. Auch in den USA m&uuml;ssen Kongressabgeordnete alle Eink&uuml;nfte offenlegen, einschlie&szlig;lich der Einkommen ihrer Ehepartner und Kinder. Die Nebeneinnahmen von US-Parlamentariern sind ebenfalls begrenzt: Sie d&uuml;rfen einen bestimmt Prozentsatz der Di&auml;ten nicht &uuml;bersteigen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=a2&amp;dig=2012%2F10%2F26%2Fa0038&amp;cHash=faf43a52bee51bbe6445006df424d7b8\">taz<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Bevor wir die Regelungen im Ausland &uuml;ber den gr&uuml;nen Klee loben, sollten wir uns die jeweilige Situation schon genauer anschauen. Ob die USA so beispielgebend sind, kann man schon  allein angesichts der vielen Reichen und Superreichen im Kongress hinterfragen. Senatoren kommen im Schnitt auf 2,6 Millionen Dollar Verm&ouml;gen, die Abgeordneten  des Repr&auml;sentantenhauses immerhin auf 746.000 Dollar (2010). So stellt sich f&uuml;r manche Abgeordnete gar nicht erst die Frage, ob sie durch einen gutbezahlten Auftritt vor der Finanzindustrie, von dieser beeinflusst werden &ndash; schon eher die Frage, inwiefern ihr eigenes Verm&ouml;gen bzw. ihre Beteiligungen durch bestimmte Gesetzesvorlagen betroffen sind. Und was die Offenlegung dieser Verm&ouml;gen betrifft, ist diese alles andere als transparent. Der Spiegel zeigt dies an einer Analyse der Washington Post auf: Die Kongressmitglieder &ldquo;m&uuml;ssen ihre Besitzt&uuml;mer nur in sehr groben Z&uuml;gen angeben, etwa erkl&auml;ren, dass ihre Beteiligung an einer bestimmten Gesellschaft &ldquo;zwischen 5 und 25 Millionen Dollar&rdquo; wert ist. Michael McCauls Offenlegungsformular aus dem Jahr 2011 weist allein auf der ersten von 35 Seiten mit aufgez&auml;hlten Investitionen drei Kreuzchen in der Spalte &ldquo;5 bis 25 Millionen&rdquo; auf, dazu noch eins in der Spalte &ldquo;&uuml;ber 50 Millionen&rdquo;. Oberhalb dieser Grenze wird gar nicht mehr differenziert. Ob die drei Kreuzchen aber eher f&uuml;r 15 oder eher f&uuml;r 75 Millionen stehen, ist f&uuml;r den B&uuml;rger nicht nachzuvollziehen.&rdquo;<\/em><br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/us-kongress-wie-reich-sind-die-abgeordneten-der-usa-a-859937.html\">SPIEGEL Online<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.washingtonpost.com\/investigations\/capitol-assets-congresss-wealthiest-mostly-shielded-in-deep-recession\/2012\/10\/06\/5a70605c-102f-11e2-acc1-e927767f41cd_story.html\">The Washington Post<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Br&uuml;ssel streitet &uuml;ber Bankerprovision: Warum Pr&auml;mien f&uuml;r Finanzberater nun doch nicht verboten werden<\/strong><br>\nDer Gr&uuml;ne Sven Giegold spricht von einer &bdquo;Katastrophe&ldquo; f&uuml;r den Verbraucherschutz. Die urspr&uuml;ngliche Verhandlungsposition sei &bdquo;in wenigen Tage durch eine konzertierte Lobbyaktion zu Fall gebracht worden&ldquo;. Schlie&szlig;lich wollten &bdquo;die Bankenverb&auml;nde die provisionsgetriebene Beratung erhalten&ldquo;. Sozial- und Christdemokraten sch&auml;umen &ndash; auch weil die Verbraucherverb&auml;nde Giegolds Argumentation aufgreifen. &bdquo;Die Legende zu verbreiten, dass die gesamte sozialdemokratische Fraktion wegen einiger Briefe aus der Bankenbranche umkippt&ldquo;, &auml;rgert sich SPD-Bullmann, &bdquo;ist einfach naiv.&ldquo; Es sei vielmehr &bdquo;normal, dass es zu ganz hei&szlig;en Themen bis zur letzten Minute Verhandlungen gibt&ldquo;. Am heutigen Freitag liegt das Gesetzespaket nun dem ganzen Parlament zur Abstimmung vor. Auf dem Tisch liegt auch ein aller Voraussicht nach chancenloser &Auml;nderungsantrag, der das Provisionsverbot wieder in den Gesetzestext hineinschreiben w&uuml;rde.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/wirtschaft\/bruessel-streitet-ueber-bankerprovision\/v_print\/7302592.html?p=\">Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Kontrolle versus Gleichheitssatz<\/strong><br>\nVor kurzem erlaubte das Verwaltungsgericht Koblenz der Bundespolizei Personenkontrollen aufgrund der Hautfarbe. Gegen das Urteil findet derzeit die Berufung statt. Im Interview spricht Rechtsanwalt Sven Adam &uuml;ber die juristische Perspektive im Umgang mit Racial Profiling und das aktuelle Verfahren am Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.publikative.org\/2012\/10\/24\/sicherheit-versus-menschenwurde\/\">Publikative.org<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Piraten-Vorstand Schramm tritt offenbar zur&uuml;ck<\/strong><br>\nSie zieht sich zur&uuml;ck: Julia Schramm, Mitglied des Bundesvorstands der Piraten, will nach einem Medienbericht noch am Freitag ihr Amt aufgeben. &Uuml;ber die Politikerin war ein Shitstorm hinweggefegt, weil sie ihr Buch nicht frei verf&uuml;gbar ins Netz stellte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/piratenpartei-vorstandsmitglied-julia-schramm-tritt-zurueck-a-863616.html\">SPIEGEL Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> Die Piraten machen es der politischen Konkurrenz denkbar einfach, indem sie sich mit Freude selbst demontieren. Es ist aber auch wirklich &bdquo;peinlich&ldquo;, dass eine erkl&auml;rte Gegnerin des Urheberschutzrechts 100.000 Euro Vorschuss f&uuml;r ein urheberrechtlich gesch&uuml;tztes Buch kassiert. Wenn dies die Probleme sind, an denen die Piraten zerbrechen, haben sie auch nichts in der Politik verloren.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Union legt zu, Steinbr&uuml;ck-Bonus verpufft<\/strong><br>\nDie Union punktet bei den W&auml;hlern. Im ZDF-Politikbarometer erreicht die Partei mit 39 Prozent ihr bestes Ergebnis in dieser Legislaturperiode. Der Steinbr&uuml;ck-Bonus der SPD ist hingegen schon wieder verpufft.<br>\nWenn am Sonntag Bundestagswahl w&auml;re, k&auml;men die Sozialdemokraten laut der Umfrage der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen nur noch auf 29 Prozent. Das ist ein Minus von zwei Punkten&hellip;Die CDU\/CSU konnte sich dagegen um einen Punkt auf 39 Prozent verbessern. Auch die Gr&uuml;nen legten um einen Punkt auf 13 Prozent zu. Im direkten Vergleich konnte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) den Vorsprung vor ihrem Herausforderer Steinbr&uuml;ck ausbauen.<br>\nF&uuml;r die Linke w&uuml;rden sich der Umfrage zufolge unver&auml;ndert sechs Prozent der W&auml;hler entscheiden. Die Piratenpartei verlor einen Punkt und w&uuml;rde mit vier Prozent den Einzug in die Bundestag verpassen. Weiterhin au&szlig;en vor w&auml;re auch die FDP, die auf ebenfalls vier Prozent verharrte. Im Bundestag w&auml;ren demnach nur vier Fraktionen vertreten. Rechnerisch m&ouml;glich w&auml;ren eine gro&szlig;e Koalition oder ein B&uuml;ndnis von CDU\/CSU und Gr&uuml;nen oder ein Zusammenschluss von SPD, Linkspartei und Gr&uuml;nen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/deutschland\/politikbarometer-union-legt-zu-steinbrueck-bonus-verpufft\/7306358.html\">Handelsblatt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Wie hie&szlig; es noch vor einem Monat kurz nach der Nominierung Steinbr&uuml;cks zum Kanzlerkandidaten der SPD. &bdquo;Der fabelhafte Peer Steinbr&uuml;ck&ldquo; titelte etwa der stern. Forsa bescheinigte Steinbr&uuml;ck <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14707#h11\">Umfrageerfolge<\/a>.  Damit wollte ein bestimmter Teil der Medien, die die &bdquo;Schr&ouml;der-SPD&ldquo; st&auml;rken wollten und Steinbr&uuml;ck hochgejubelt und der SPD geradezu aufgedr&auml;ngt haben, die Nominierung &bdquo;ihres&ldquo; Kandidaten als Erfolg darstellen und den Widerstand innerhalb der SPD brechen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Auf neoliberalen Bildungswegen<\/strong><br>\noder: wie Hessen Schule macht. Ein pers&ouml;nlicher Einblick.<br>\nIch geh&ouml;re zu jenem privilegierten Teil der Elternschaft, die sich derzeit wenig Sorgen um den schulischen Werdegang, die schulischen Leistungen des eigenen Nachwuchs machen m&uuml;sste. Doch tue ich dies. Nicht, weil ich einen Leistungsabschwung f&uuml;rchtete &ndash; der kann nat&uuml;rlich kommen, die Pubert&auml;t lauert schon. Auch nicht, weil ich zu jener Elternschaft geh&ouml;re, die bei dem Gedanken an schlechtere Zensuren erschaudert im Hinblick auf die Zukunftsaussichten und Arbeitsmarktperspektiven &ndash; denn a) sind gute Zensuren keine Garantie f&uuml;r ein zuk&uuml;nftiges Eiapopaia, b) sind hingegen schlechte nicht gleich absolute Perspektivlosigkeit und c) ist der Druck, den das Ausmalen eines solch schaurigen Szenarios bewirkt, nicht f&ouml;rderlich f&uuml;r die kindliche Motivation und die elterlichen Nerven. Dennoch sorge ich mich, denn mein Kind besucht eine hessische Realschule, die stark an neoliberalen Leitwerten arbeitet.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/ad-sinistram.blogspot.de\/2012\/10\/auf-neoliberalen-bildungswegen.html\">ad sinistram<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. 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(WL\/JB)<\/p>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-14860","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/14860","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=14860"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/14860\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":14863,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/14860\/revisions\/14863"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=14860"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=14860"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=14860"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}