{"id":148646,"date":"2026-04-06T12:00:14","date_gmt":"2026-04-06T10:00:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=148646"},"modified":"2026-04-02T14:11:30","modified_gmt":"2026-04-02T12:11:30","slug":"alter-was-ist-eigentlich-gerecht-demographie-die-altenflut-und-die-jungenebbe-3-4","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=148646","title":{"rendered":"\u201aAlter, was ist eigentlich gerecht!\u2018 Demographie \u2013 Die Altenflut und die Jungenebbe (3\/4)"},"content":{"rendered":"<p>Die rentenpolitische Debatte wird seit Jahrzehnten von einer simplen Aussage beherrscht: die Jungen schuften, die Alten kassieren &ndash; Generationengerechtigkeit als Nullsummenspiel. Dramatische Schlagzeilen (&bdquo;Altenexplosion&ldquo;, &bdquo;Renten-Kollaps&ldquo;) und moralische Appelle an die &bdquo;junge Generation&ldquo; &uuml;bert&ouml;nen systematisch die Zahlen. <strong>Lothar Lieck<\/strong> legt in dieser vierteiligen Reihe eine n&uuml;chterne, datenbasierte Abrechnung vor: Ausgaben f&uuml;r Kinder und Jugendliche vs. Renten, reale Einkommensverh&auml;ltnisse im Alter, entzauberte Demographie-&bdquo;Katastrophen&ldquo; und die soziale Sprengkraft einer Rentenaltersanhebung auf 69. Wer statt Panikmache endlich solide Argumente sucht, liegt hier richtig.<br>\n<!--more--><br>\n<em>In diesem dritten Teil geht es um die &sbquo;demographische Katastrophe&lsquo;, also den Anstieg des durchschnittlichen Alters, des Anteils der &Auml;lteren an der Bev&ouml;lkerung, um die politischen Reaktionen und die aktuelle Situation. <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=148158\">Der erste Teil<\/a> dreht sich um die gegenw&auml;rtigen &ndash; und notwendigen &ndash; staatlichen und famili&auml;ren Ausgaben f&uuml;r Kinder und Jugendliche. Im <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=148624\">zweiten Teil<\/a> ging es um das Einkommen der &sbquo;Alten&lsquo; oder besser &sbquo;&Auml;lteren&lsquo; in der Gesellschaft, also alle, die 65 Jahre oder &auml;lter sind. Und im vierten und letzten Teil geht es um einen der wichtigsten Ver&auml;nderungsvorschl&auml;ge, die Erh&ouml;hung des Renteneintrittsalters auf 69 Jahre &ndash; oder vielleicht auch auf 70?<\/em><\/p><p><strong>Es gibt so viele Alte, und es werden immer mehr &ndash; das kann keiner mehr finanzieren<\/strong><\/p><p>Es gab zu Beginn der 80er-Jahre &ndash; und auch bis heute &ndash; <strong>die ersten Katastrophenmeldungen zur Rente<\/strong> &ndash; Berichte und Bilder, die immer noch nachwirken.[<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>] Frank Schirrmacher, Herausgeber der <em>Frankfurter Allgemeinen Zeitung<\/em>, ging davon aus, dass die aktiven Erwerbst&auml;tigen f&uuml;r die Jugend und f&uuml;r zwei Rentengenerationen arbeiten m&uuml;ssen; und dass in Zukunft nicht vier Kinder um eine Oma herumwuseln, sondern vier Omas um ein Kind. Starke Bilder, die bis heute wirken.<\/p><p>Nun stand Frank Schirrmacher mit den demographischen Daten auf Kriegsfu&szlig;, und Drama verkauft sich auch immer besser als langweilige Abw&auml;gungen auf Basis von Zahlen.<\/p><p><strong>Die politische Auseinandersetzung dreht sich in der Regel um zwei verschiedene Zeithorizonte<\/strong>. Einmal geht es um den Zeitraum von 2025\/27 bis ca. 2035\/40, in dem die geburtenstarken Jahrg&auml;nge des Zeitraums zwischen 1954 bis 1969 in Rente gehen werden bzw. bereits in Rente gegangen sind. Zweitens geht es um die langfristige Perspektive mit Zeithorizonten bis 2050\/60 und auch 2070. Solche Zeitr&auml;ume sind in der Rentenpolitik nicht ungew&ouml;hnlich, es ist n&ouml;tig, in Jahrzehnten zu denken. So war bzw. ist bei der Erh&ouml;hung des Renteneintrittsalters ein Zeitraum von 18 Jahren vorgesehen (2012 bis 2031), die Einf&uuml;hrung der vollst&auml;ndigen Besteuerung der Renten wird von 2005 bis 2058 dauern. Allerdings ist das Risiko falscher Annahmen umso gr&ouml;&szlig;er, je weiter die Ma&szlig;nahmen in die Zukunft wirken sollen.<\/p><p><strong>Die Entwicklung bis 2035\/2040<\/strong><\/p><p>Der unter dem Schlagwort &sbquo;Babyboom&lsquo;[<a href=\"#foot_3\" name=\"note_3\">3<\/a>] ber&uuml;hmt gewordene Zeitraum reicht praktisch von 1954 bis 1969, in diesem Zeitraum wurden j&auml;hrlich jeweils mehr als 1,1 Millionen Kinder geboren. Im Jahr 1972 war diese Zahl (Schlagwort &sbquo;Pillenknick&lsquo;) bereits auf 800.000 gefallen, und sie bewegt sich seitdem zwischen 800.000 (etwa 1974 und 2022) und 650.000 (2010 und 2024).<\/p><p><strong>Abbildung 3.1.: Geburten in Deutschland 1950 &ndash; 2024<\/strong>[<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>]<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/260402-gerecht-teil3-01.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/260402-gerecht-teil3-01.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p>In der aktuellen Debatte um die kurzfristigen Auswirkungen auf die Rentenversicherung stehen diese Jahrg&auml;nge im Mittelpunkt.<\/p><p>Als Folge der vergangenen &sbquo;Demographiedebatten&lsquo; wurde das <strong>Rentenzugangsalter bereits schrittweise von 65 auf 67 erh&ouml;ht<\/strong>, im Jahr 2031 ist dieser Prozess vollst&auml;ndig abgeschlossen, im Jahr 1964 Geborene werden dann regul&auml;r erst mit 67 in Rente gehen. Aktuell &ndash; im Durchschnitt der Jahre 2021 bis 2024 &ndash; liegt der reale Beginn einer Altersrente bei 64,7 Jahren (M&auml;nner und Frauen). Das reale durchschnittliche Alter bei Beginn einer Erwerbsunf&auml;higkeitsrente liegt bei 54,5 Jahren (M&auml;nner) und bei 53,5 Jahren (Frauen).[<a href=\"#foot_5\" name=\"note_5\">5<\/a>]<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><td><strong>Der Nachhaltigkeitsfaktor,<\/strong>\n<p>Der Nachhaltigkeitsfaktor ist eine der Zahlen, die bei der j&auml;hrlichen Rentenanpassung in die Rentenanpassungsformel eingesetzt wird und mitbestimmt, wie sich die Renten ver&auml;ndern. Mit diesem Faktor wird ber&uuml;cksichtigt, wie sich das Verh&auml;ltnis von Rentnern zu Beitragszahlern entwickelt. Allein auf den Nachhaltigkeitsfaktor bezogen k&ouml;nnen sich folgende Auswirkungen auf die Rentenanpassung ergeben:<\/p>\n<ul>\n<li>Ver&auml;ndert sich das Verh&auml;ltnis von Rentnern zu Beitragszahlern nicht, dann ist der Wert der Zahl 1 und die Rentenanpassung wird nicht beeinflusst.<\/li>\n<li>Wird die Gruppe der Rentenempf&auml;nger im Vergleich zu den Beitragszahlern dagegen gr&ouml;&szlig;er, so f&auml;llt der Wert unter 1 und die Rentenanpassung f&auml;llt rechnerisch niedriger aus.<\/li>\n<li>W&auml;chst dagegen die Gruppe der Beitragszahler &ndash; zum Beispiel bei einem Wirtschaftsaufschwung &ndash;, ergibt sich ein Wert gr&ouml;&szlig;er als 1. Das f&uuml;hrt in der Regel zu einer Rentenerh&ouml;hung.<\/li>\n<\/ul>\n<p>(Quelle: Deutsche Rentenversicherung, <a href=\"https:\/\/www.deutsche-rentenversicherung.de\/SharedDocs\/Downloads\/DE\/Broschueren\/national\/von_altersgrenze_bis_zeitrente_rentenlexikon.html\">Rentenlexikon<\/a>)<\/p><\/td><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Wie werden mehr Rentenbezieher ohne Mehrausgaben &sbquo;bezahlt&lsquo;?<\/strong> Im Wesentlichen geschieht <strong>die Verringerung der Ausgaben pro Kopf<\/strong> durch verschiedene D&auml;mpfungsfaktoren, demographisch ist vor allem der sogenannte &sbquo;Nachhaltigkeitsfaktor&lsquo; von Bedeutung (siehe Textfeld).[<a href=\"#foot_6\" name=\"note_6\">6<\/a>] Insgesamt ist der Anteil der Rentenausgaben am Bruttoinlandsprodukt sogar gesunken. (siehe Teil 2)<\/p><p>Und aufgrund dieser (und einiger anderer) &sbquo;D&auml;mpfungen&lsquo; <strong>landete das Rentenniveau schon im Jahr 2015 bei 47,7<\/strong> und stagniert seitdem bei rund 48 Prozent (Standardrentner, DRV-Berechnung).[<a href=\"#foot_7\" name=\"note_7\">7<\/a>]<\/p><p><strong>Die langfristige Entwicklung bis 2050\/2027<\/strong><\/p><p>Zur demographischen Entwicklung: Das gegenw&auml;rtige &sbquo;Ma&szlig; aller Dinge&lsquo; ist <strong>die neueste 16. Koordinierte Bev&ouml;lkerungsvoraussch&auml;tzung des Statistischen Bundesamts vom Dezember 2025<\/strong>. Am einfachsten zu handhaben und zu verstehen ist die moderne interaktive Darstellung.[<a href=\"#foot_8\" name=\"note_8\">8<\/a>] Man kann einfach und interaktiv die m&ouml;glichen Varianten der drei entscheidenden Einflussfaktoren Geburtenrate, Lebenserwartung und Wanderungssaldo (Einwanderung minus Auswanderung) selbst einstellen (&sbquo;W&auml;hlen Sie eine Annahme!&lsquo;). Das sieht im Jahr 2025 bei Auswahl der mittleren Varianten f&uuml;r alle drei Einflussfaktoren so aus:<\/p><p><strong>Abbildung 3.2.: Bev&ouml;lkerungsaufbau, Geburtenrate, Lebenserwartung und Wanderungssaldo 2025 (Destatis)<\/strong>[<a href=\"#foot_9\" name=\"note_9\">9<\/a>]<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/260402-gerecht-teil3-02.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/260402-gerecht-teil3-02.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p>F&uuml;r 2050 bei Einstellung auf die mittlere Variante f&uuml;r Geburtenrate, Lebenserwartung und Wanderungssaldo sieht es so aus:<\/p><p><strong>Abbildung 3.3.: Bev&ouml;lkerungsaufbau, Geburtenrate, Lebenserwartung und Wanderungssaldo 2050 (Destatis)<\/strong>[<a href=\"#foot_10\" name=\"note_10\">10<\/a>]<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/260402-gerecht-teil3-03.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/260402-gerecht-teil3-03.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p>Gem&auml;&szlig; dieser Bev&ouml;lkerungsvoraussch&auml;tzung wird der Anteil der Personen 67+ von heute 20 Prozent um sechs Prozent auf 26 Prozent im Jahr 2040 steigen. Bis 2050 bleibt es bei 26 Prozent, also bei rund einem Viertel der Bev&ouml;lkerung. Das hei&szlig;t, dass sich das Verh&auml;ltnis von Jugend\/Mitte\/Alter von 19\/61\/20 im Jahr 2025 in den darauffolgenden 25 Jahren auf 17\/57\/26 verschiebt. <strong>Wie glaubw&uuml;rdig ist es, dass damit sicher ein &sbquo;Kollaps&lsquo; eintritt?<\/strong><\/p><p>Nun erh&ouml;ht sich nicht nur die Zahl der &Auml;lteren &uuml;ber 65\/67, sondern auch das Alter der Erwerbst&auml;tigen. Und der Hauptgrund sind l&auml;ngere Ausbildungsdauern, um ein h&ouml;heres Bildungs- und Qualifikationsniveau zu erreichen. In den meisten demographischen (Horror-)Szenarien wird allerdings noch davon ausgegangen, dass die Erwerbst&auml;tigkeit mit 20 beginnt.<\/p><p>Da mittlerweile nahezu 40 Prozent eines Jahrgangs studieren und die Ausbildung damit oft bis zum 25. Lebensjahr dauert, ist das Alter 20 vielleicht nicht mehr das richtige &sbquo;finanziell kritische Enddatum&lsquo; der Jugend.[<a href=\"#foot_11\" name=\"note_11\">11<\/a>] Verschiebt man das Enddatum der Jugendzeit von 20 auf 24 Jahre (das hei&szlig;t, <strong>die mittlere Lebensphase beginnt mit 25), dann ergibt sich im Jahr 2025 folgendes Verh&auml;ltnis von Jugend\/Mitte\/Alter: 24\/56\/20. Im Jahr 2040 w&auml;re dieses Verh&auml;ltnis 22\/52\/26<\/strong>. Im Jahr 2050 w&auml;re es nur noch leicht ver&auml;ndert, 21\/53\/26, der Altenquotient bleibt stabil.<\/p><p><strong>Abbildung 3.4: Jugendquotient und Altenquotient 2025, 2040 und 2050, Altersgruppen &lt;25, 25 bis 66 und 67+<\/strong>[<a href=\"#foot_12\" name=\"note_12\">12<\/a>][<a href=\"#foot_13\" name=\"note_13\">13<\/a>]<\/p><p><strong>2025<\/strong><\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/260402-gerecht-teil3-04.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/260402-gerecht-teil3-04.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p><strong>2040<\/strong><\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/260402-gerecht-teil3-05.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/260402-gerecht-teil3-05.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p><strong>2050<\/strong><\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/260402-gerecht-teil3-06.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/260402-gerecht-teil3-06.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p>Die <strong>Ver&auml;nderungen beim Jugend- und Altenquotient<\/strong> bedeuten: Im Jahr 2040 sollen dann 100 Erwerbst&auml;tige 43 Jugendliche (weil l&auml;ngere Ausbildung) und 49 &Auml;ltere (weil l&auml;ngere Lebenserwartung) versorgen. Also 100 Erwerbst&auml;tige versorgen zusammen 92 Junge und Alte. Und um Frank Schirrmachers Bild aus seinem Buch &bdquo;Methusalemkomplott&ldquo; aufzugreifen: im Jahr 2025 k&uuml;mmern sich nicht &ndash; wie er geschrieben hat &ndash; vier Omas um ein Enkelkind, sondern f&uuml;nf Omas teilen sich vier Enkelkinder.<\/p><p><strong>Was bedeutet das f&uuml;r die Jahre bis 2040?<\/strong> Die Altersgruppe 67+ wird um 3,9 Millionen Personen wachsen, die der Jungen um 1,7 Millionen sinken, zusammengerechnet f&uuml;r beide Gruppen sind das 2,2 Millionen oder sechs Prozent mehr. In der mittleren Generation wird es 4,4 Millionen weniger Personen geben, die Zahl wird von 46,7 Millionen auf 42,3 Millionen sinken, ca. 9,5 Prozent weniger. Rein rechnerisch hei&szlig;t das, dass die aktive erwerbst&auml;tige Generation in 15 Jahren bis 2040 knapp 9,5 Prozent mehr pro Person erwirtschaften m&uuml;sste, wenn sie das gleiche Bruttoinlandsprodukt (BIP) erzeugen will wie heute.<\/p><p>Insgesamt w&auml;re also eine Steigerung von 15 bis 16 Prozent erforderlich. Sollte dies m&ouml;glich sein, w&auml;re das Bruttoinlandsprodukt insgesamt gleich, aber pro Erwerbst&auml;tigen um 9,5 Prozent h&ouml;her. Die weiteren sechs Prozent w&uuml;rden ausreichen, <strong>die gewachsene Anzahl an Alten und Jungen auf gleichem Niveau<\/strong> wie heute zu versorgen (also ohne Verbesserung des Lebensstandards, der Bildung etc.).<\/p><p>Eine Steigerung des Bruttoinlandsprodukts pro Erwerbst&auml;tigen bei abnehmender Zahl von Erwerbst&auml;tigen ist im Wesentlichen durch Produktivit&auml;tssteigerung zu erreichen. Um 15 bis 16 Prozent Produktivit&auml;tssteigerung bis 2040 zu erreichen, w&auml;re eine Produktivit&auml;tssteigerung von ziemlich genau ein Prozent pro Jahr n&ouml;tig. Das war bis 2019 nicht problematisch, ein Prozent wurden mindestens erreicht.[<a href=\"#foot_14\" name=\"note_14\">14<\/a>] Allerdings kann das derzeit niemand f&uuml;r die n&auml;chsten Jahre sicher voraussagen, weil die letzten Jahre viele extreme Besonderheiten aufwiesen (Covid-19-Pandemie, Russland-Ukraine-Krieg, Wirtschaftssanktionen, US-amerikanische Zollpolitik).<\/p><p>In einer Langfristprognose aus dem Jahr 2024 geht die Europ&auml;ische Kommission von 1,3 Prozent realem Wachstum (des BIP) pro Jahr zwischen 2002 und 2070 f&uuml;r die gesamte EU und auch f&uuml;r Deutschland aus.[<a href=\"#foot_15\" name=\"note_15\">15<\/a>] Und dies, obwohl die Zahl der Erwerbst&auml;tigen (der sogenannte &sbquo;Labour input&lsquo;) jedes Jahr um 0,2 Prozent sinkt. <strong>Der Produktivit&auml;tszuwachs soll zwar langsamer erfolgen, im Schnitt aber immer noch 1,3 Prozent pro Jahr betragen<\/strong>.<\/p><p>Aufschlussreich in Bezug auf dieses Thema ist die Debatte im Sachverst&auml;ndigenrat. Die Mehrheit schreibt im Abschnitt &uuml;ber &sbquo;M&ouml;gliche Einw&auml;nde gegen die Analysen und Schlussfolgerungen des Sachverst&auml;ndigenrates&lsquo;:<\/p><blockquote><p>\n<em>&bdquo;Ein st&auml;rkeres Wachstum von Arbeitsproduktivit&auml;t und BIP kann die demografisch bedingte Anspannung der Finanzen der GRV ohne alle Reformen verringern oder sogar ausgleichen.<\/em><\/p>\n<p><em>Diese Erwartung ist falsch. Ein st&auml;rkeres Wachstum der Arbeitsproduktivit&auml;t erh&ouml;ht das BIP und geht in der Regel mit einem entsprechend st&auml;rkeren Wachstum der L&ouml;hne einher. Unter dem geltenden Recht werden in Deutschland in diesem Fall die gesetzlichen Renten ebenfalls entsprechend st&auml;rker angepasst. Daher m&uuml;ssen auch die Beitragseinnahmen und die Bundesmittel, die zur Finanzierung der h&ouml;heren Renten erforderlich sind, st&auml;rker steigen.<\/em> <em>Gemessen an Kennziffern wie dem Beitragssatz und dem Sicherungsniveau der Renten bleibt die finanzielle Anspannung der GRV bei einem h&ouml;heren Produktivit&auml;tswachstum unver&auml;ndert.&lsquo;[<a href=\"#foot_16\" name=\"note_16\">16<\/a>]<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>Das ist einem Mitglied des Sachverst&auml;ndigenrats, Achim Truger, zu wenig gesamtwirtschaftlich gedacht. Er vertritt eine Minderheitsmeinung und schreibt:<\/p><p><em><strong>&sbquo;F&uuml;r die gesamtwirtschaftliche Belastung sind daher die Rentenausgaben in Relation zum BIP (Rentenausgabenquote) die relevantere Kennziffer<\/strong>. Denn nur diese erlaubt eine plausible Absch&auml;tzung dar&uuml;ber, ob die staatlichen Rentenausgaben gesamtwirtschaftlich ohne inakzeptable Nebenwirkungen leistbar erscheinen<\/em>.&lsquo;[<a href=\"#foot_17\" name=\"note_17\">17<\/a>]<\/p><p>Die EU sch&auml;tzt in ihrer Studie zu den finanziellen Auswirkungen der demographischen Entwicklung bis 2070 , dass der Anteil der Renten und Pensionen am Bruttoinlandsprodukt von 10,2 Prozent im Jahr 2022 (das entspricht dem OECD-Wert) auf 11 Prozent im Jahr 2045 und auf 11,4 Prozent im Jahre 2070 steigen wird.[<a href=\"#foot_18\" name=\"note_18\">18<\/a>] Auch dies ist kein Grund f&uuml;r Katastrophenalarm.<\/p><p><strong>Fazit<\/strong><\/p><p><strong>Trotz der Einf&uuml;hrung von neuen Leistungen<\/strong> (erh&ouml;hte M&uuml;tterrente) <strong>wurde zwischen 2009 und 2024 nicht einmal der Anteil der Ausgaben f&uuml;r die Altersrenten am BIP erhalten <\/strong>(siehe auch Teil 2) , geschweige denn, dass er mit dem steigenden Anteil der Rentenbezieher gestiegen w&auml;re. Kann es sein, dass die gesamten demographischen und Katastrophenszenarien nur den Zweck haben, die Rentenbezieher und die gesetzliche Rente st&auml;ndig unter Druck zu setzen, individuell und auf gesellschaftlichem Niveau?<\/p><p>Dabei wirkt das Argument, man wolle ja nur das Land mit Rentensenkungsvorschl&auml;gen vor der kommenden Rentenkatastrophe a) insgesamt retten und b) der Jugend noch eine Zukunft geben, wie eine <strong>Inszenierung<\/strong>.<\/p><p>Solche Szenarien funktionieren allerdings nie ohne einen wahren Kern. <strong>Nat&uuml;rlich erfordert die Ver&auml;nderung der Altersstrukturen Anpassungen<\/strong>. Aktuell werden die Ver&auml;nderungen aber nicht offen gemacht. Sie sind nicht so einfach zu verstehen wie etwa eine Rentensenkung oder -erh&ouml;hung. Rentensenkungen oder -erh&ouml;hungen werden in erster Linie durch Anwendung komplizierter D&auml;mpfungsfaktoren beeinflusst.<\/p><p>Wie schreibt Jochen Steffens im Portal Sozialpolitik zutreffend: &sbquo;<em>Insgesamt hat das Verfahren zur Bestimmung der aktuellen Rentenwerte &uuml;ber die vergangenen Jahre eine Komplexit&auml;t erreicht, die den Rahmen &ouml;ffentlicher Kommunizierbarkeit endg&uuml;ltig sprengt.&lsquo;[<a href=\"#foot_19\" name=\"note_19\">19<\/a>] <\/em>Anders ausgedr&uuml;ckt: <strong>Das versteht niemand, der sich nur mal auf die Schnelle damit befassen will<\/strong>.<\/p><p>Weiterhin r&uuml;ckt durch diese Dramatisierung eine gelassene Betrachtung &uuml;ber das ganze Katastrophengerede in den Hintergrund. <strong>Wer die sch&ouml;nsten Begriffe erfindet und die wildesten Vorschl&auml;ge macht, bekommt am meisten Aufmerksamkeit<\/strong>. Was hatten wir alles schon: &sbquo;Kein Wahlrecht mehr f&uuml;r Alte &uuml;ber 70&lsquo;, &sbquo;Gerontokratie&lsquo;, &sbquo;Methusalemkomplott&lsquo;, &sbquo;Verpflichtendes Jahr f&uuml;r alle Rentnerinnen und Rentner&lsquo;. <strong>Ziemlich viel Feindbild!<\/strong> Dabei k&ouml;nnten wir Alten ebenfalls sehr viel Geh&auml;ssiges &uuml;ber die Jugend beitragen, allein, wenn wir an so manch beklopptes Verhalten in unserer eigenen Jugendzeit zur&uuml;ckdenken. Also wenn ihr jung seid: Nicht darauf hereinfallen, dass ihr als &sbquo;die Zukunft&lsquo; umschmeichelt werdet, so viel seid ihr den Politikern auch nicht wert. Sonst s&auml;he es in den Schulen anders aus.<\/p><p><samll>Titelbild: MakroBetz\/shutterstock.com<\/samll><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] Deutschlandfunk Nova: &sbquo;Alter, was ist eigentlich gerecht?&rsquo; Titel einer Sendung aus dem Jahr 2017, <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunknova.de\/beitrag\/generationengerechtigkeit-rente-und-sozialbeitraege\">hier<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>] Deutschlandfunk, 10.05.2004: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/frank-schirrmacher-das-methusalem-komplott-die-macht-des-100.html\"><em>Frank Schirrmacher: Das Methusalem-Komplott.<\/em><\/a> Die Macht des Alterns 2004 &ndash; 2050<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_3\" name=\"foot_3\">&laquo;3<\/a>] Das Wort &sbquo;Babyboom&lsquo; empfinde ich pers&ouml;nlich als geringf&uuml;gig abwertend (diskriminierend), oft wird es auch im Sinne eines individuellen Vorwurfs gebraucht. Die &sbquo;geburtenschwache&lsquo; Zeit danach hei&szlig;t auch nicht &sbquo;Baby-Flaute&lsquo;, oder vielleicht sogar in bestem &Ouml;konomieenglisch &sbquo;Baby depression&lsquo;.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_4\" name=\"foot_4\">&laquo;4<\/a>] Destatis &ndash; Datenbank Genesis, Statistik der Geburten, Deutschland insgesamt: Geschlecht, Jahr <a href=\"https:\/\/www-genesis.destatis.de\/datenbank\/online\/statistic\/12612\/table\/12612-0001\/\">hier<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_5\" name=\"foot_5\">&laquo;5<\/a>] Bundesministerium f&uuml;r Arbeit und Soziales\/ Bundesanstalt f&uuml;r Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BMAS\/BAuA), 2025: Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit &ndash; Berichtsjahr 2024. Unfallverh&uuml;tungsbericht Arbeit Dortmund. <a href=\"https:\/\/www.baua.de\/DE\/Themen\/Monitoring-Evaluation\/Zahlen-Daten-Fakten\/SuGA\">hier<\/a>, S. 68<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_6\" name=\"foot_6\">&laquo;6<\/a>] &sect; 154 SGB VI Sozialgesetzbuch (SGB) Sechstes Buch (VI) &ndash; Gesetzliche Rentenversicherung &ndash; (Artikel 1 des Gesetzes v. 18. Dezember 1989, BGBl. I S. 2261, 1990 I S. 1337), &sect; 154a Sicherungsniveau vor Steuern<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/sgb_6\/__154a.html\">gesetze-im-internet.de\/sgb_6\/__154a.html<\/a> Originalzitat:<\/p>\n<p><em>&sbquo;(1) Das Sicherungsniveau vor Steuern f&uuml;r das jeweilige Kalenderjahr ist der Verh&auml;ltniswert aus der verf&uuml;gbaren Standardrente und dem verf&uuml;gbaren Durchschnittsentgelt des jeweils betreffenden Kalenderjahres.<\/em><\/p>\n<p><em>(2) Die verf&uuml;gbare Standardrente des jeweiligen Kalenderjahres ist die Standardrente, gemindert um die von den Rentnerinnen und Rentnern zu tragenden Sozialversicherungsbeitr&auml;ge. Die Standardrente ist die Regelaltersrente aus der allgemeinen Rentenversicherung mit 45 Entgeltpunkten, die sich berechnet unter Zugrundelegung des ab dem 1. Juli des betreffenden Kalenderjahres geltenden aktuellen Rentenwerts f&uuml;r zw&ouml;lf Monate. Die von den Rentnerinnen und Rentnern zu tragenden Sozialversicherungsbeitr&auml;ge berechnen sich, indem die Standardrente des betreffenden Kalenderjahres multipliziert wird mit der Summe des von den Rentnerinnen und Rentnern zu tragenden Anteils des allgemeinen Beitragssatzes sowie des durchschnittlichen Zusatzbeitragssatzes zur gesetzlichen Krankenversicherung und des Beitragssatzes zur sozialen Pflegeversicherung des betreffenden Kalenderjahres. Dabei ist die jeweilige H&ouml;he der Beitragss&auml;tze der Bekanntmachung des Gesamtsozialversicherungsbeitragssatzes nach &sect; 20 Absatz 2a Satz 5 des Vierten Buches im Bundesanzeiger zu entnehmen.<\/em><\/p>\n<p><em>(3) Das verf&uuml;gbare Durchschnittsentgelt des jeweiligen Kalenderjahres wird ermittelt, indem das verf&uuml;gbare Durchschnittsentgelt des Vorjahres mit der f&uuml;r die Rentenanpassung ma&szlig;gebenden Ver&auml;nderung der Bruttol&ouml;hne und -geh&auml;lter je Arbeitnehmer (&sect; 68 Absatz 2) und mit der Ver&auml;nderung der Nettoquote des Durchschnittsentgelts des jeweiligen Kalenderjahres gegen&uuml;ber dem Vorjahr multipliziert wird. Die Nettoquote des Durchschnittsentgelts des jeweiligen Kalenderjahres wird ermittelt, indem der Wert 100 Prozent vermindert wird um den vom Arbeitnehmer zu tragenden Anteil des im Bundesanzeiger nach &sect; 20 Absatz 2a Satz 5 des Vierten Buches bekannt gegebenen Gesamtsozialversicherungsbeitragssatzes des betreffenden Kalenderjahres.&lsquo;<\/em><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_7\" name=\"foot_7\">&laquo;7<\/a>] Deutsche Rentenversicherung, 2025: <em>Rentenversicherung in Zeitreihen 2025<\/em>, Entwicklung des Standardrentenniveaus, S. 256 <a href=\"https:\/\/www.deutsche-rentenversicherung.de\/SharedDocs\/Downloads\/DE\/Statistiken-und-Berichte\/statistikpublikationen\/rv_in_zeitreihen.html\">hier<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_8\" name=\"foot_8\">&laquo;8<\/a>] Destatis &ndash; Statistisches Bundesamt, 2025: <em>Bev&ouml;lkerungsvorausberechnung 16. koordinierte Bev&ouml;lkerungsvorausberechnung,<\/em> <a href=\"https:\/\/www.destatis.de\/DE\/Themen\/Gesellschaft-Umwelt\/Bevoelkerung\/Bevoelkerungsvorausberechnung\/annahmen_ergebnisse_16te_kBv.html?nn=208696#lebenserwartung\">hier<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_9\" name=\"foot_9\">&laquo;9<\/a>] Destatis &ndash; Statistisches Bundesamt: <em>Bev&ouml;lkerungsvorausberechnung, Statistik visualisiert<\/em> <a href=\"https:\/\/www.destatis.de\/DE\/Themen\/Gesellschaft-Umwelt\/Bevoelkerung\/Bevoelkerungsvorausberechnung\/_inhalt.html#sprg261398\">hier<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_10\" name=\"foot_10\">&laquo;10<\/a>] Destatis &ndash; Statistisches Bundesamt: <em>Bev&ouml;lkerungsvorausberechnung, Statistik visualisiert<\/em> <a href=\"https:\/\/www.destatis.de\/DE\/Themen\/Gesellschaft-Umwelt\/Bevoelkerung\/Bevoelkerungsvorausberechnung\/_inhalt.html#sprg261398\">hier<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_11\" name=\"foot_11\">&laquo;11<\/a>] Laut Destatis sind in der Gruppe der 18- bis 24-J&auml;hrigen 31% erwerbst&auml;tig, ohne gleichzeitig in einer Ausbildung oder einem Studium zu sein.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_12\" name=\"foot_12\">&laquo;12<\/a>] Destatis &ndash; Statistisches Bundesamt: <em>Bev&ouml;lkerungsvorausberechnung, Statistik visualisiert<\/em> <a href=\"https:\/\/www.destatis.de\/DE\/Themen\/Gesellschaft-Umwelt\/Bevoelkerung\/Bevoelkerungsvorausberechnung\/_inhalt.html#sprg261398\">hier<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_13\" name=\"foot_13\">&laquo;13<\/a>] Der Sachverst&auml;ndigenrat zur Beurteilung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und andere wissenschaftliche Institute und Gremien benutzen oft einen anderen Quotienten, der nicht das Verh&auml;ltnis der &Auml;lteren zur Gesamtbev&ouml;lkerung, sondern das Verh&auml;ltnis der &Auml;lteren zu den (potenziell) Erwerbst&auml;tigen, also der 20- bis 64-J&auml;hrigen wiedergibt. Dann ist der Altenquotient entsprechend h&ouml;her. Bei Anwendung dieser Berechnungsmethode kamen 2025 auf 100 Personen zwischen 20 und 64 Jahren 33 Personen &uuml;ber 65. 2040 werden es 50 sein, und 2050 werden es 52 sein.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_14\" name=\"foot_14\">&laquo;14<\/a>] Destatis &ndash; Statistisches Bundesamt, Kuntze, P., Mai Ch.: <em>Arbeitsproduktivit&auml;t &ndash; Nachlassende Dynamik in Deutschland und Europa<\/em>, in: WISTA 2, 2020 <a href=\"https:\/\/www.destatis.de\/DE\/Methoden\/WISTA-Wirtschaft-und-Statistik\/2020\/02\/arbeitsproduktivitaet-022020.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=2\">hier<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_15\" name=\"foot_15\">&laquo;15<\/a>] European Commission, <a href=\"https:\/\/commission.europa.eu\/about\/departments-and-executive-agencies\/economic-and-financial-affairs_en\">Directorate-General for Economic and Financial Affairs<\/a>, 18.April 2024: <em>Ageing Report. Economic and Budgetary Projections for the EU Member States<\/em>, S. 4 unten, <a href=\"https:\/\/economy-finance.ec.europa.eu\/document\/download\/ea60b7c2-1b91-4e28-b651-2385d589e8c4_en?filename=ip257_en_1.pdf\">hier<\/a> Daten f&uuml;r Deutschland, S. 176<\/p>\n<p><em>&sbquo;F&uuml;r den Zeitraum 2022 &ndash; 2070 wird f&uuml;r die EU ein durchschnittliches reales BIP-Wachstum von 1,3% prognostiziert (siehe Tabelle 5). Einerseits wird erwartet, dass der Beitrag der Arbeit zum BIP-Wachstum ab Ende der 2020er-Jahre negativ wird und im Prognosezeitraum um durchschnittlich 0,2% zur&uuml;ckgeht. Dieser R&uuml;ckgang ist auf einen geringeren Anteil der Bev&ouml;lkerung im erwerbsf&auml;higen Alter an einer bereits schrumpfenden Gesamtbev&ouml;lkerung zur&uuml;ckzuf&uuml;hren, wobei eine h&ouml;here Besch&auml;ftigungsquote den R&uuml;ckgang etwas ausgleicht. Andererseits wird davon ausgegangen, dass das Wachstum der Arbeitsproduktivit&auml;t im Prognosezeitraum um durchschnittlich 1,4% steigen wird, wovon 0,9 Prozentpunkte auf die totale Faktorproduktivit&auml;t (TFP) und 0,5 Prozentpunkte auf die Kapitalintensivierung zur&uuml;ckzuf&uuml;hren sind.&lsquo;<\/em><\/p>\n<p>Englisches Original: <em>Annual real GDP growth of 1.3% on average is projected for the EU in the period 2022-2070 &hellip; On the one hand, the contribution of labour to GDP growth is expected to turn negative as of the late 2020s, decreasing by 0.2% on average over the projection period. This decline results from a lower share of working-age people in an already shrinking total population, with a higher employment rate somewhat offsetting the decline. On the other hand, labour productivity growth is assumed to grow by 1.4% on average over the projection period, of which 0.9 pps comes from total factor productivity (TFP) and 0.5 pps from capital deepening.<\/em>\n<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_16\" name=\"foot_16\">&laquo;16<\/a>] Sachverst&auml;ndigenrat zur Begutachtung der wirtschaftlichen Entwicklung, 2024: <em>Jahresgutachten 2023\/24, Kapitel 5: Alterungsschub und Rentenreformen<\/em>, <a href=\"https:\/\/www.sachverstaendigenrat-wirtschaft.de\/jahresgutachten-2023-pressemitteilung\/kapitel-5.html\">hier<\/a> S. 353<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_17\" name=\"foot_17\">&laquo;17<\/a>] Ebenda, S. 357<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_18\" name=\"foot_18\">&laquo;18<\/a>] European Commission, <a href=\"https:\/\/commission.europa.eu\/about\/departments-and-executive-agencies\/economic-and-financial-affairs_en\">Directorate-General for Economic and Financial Affairs<\/a>, 18. April 2024: <em>Ageing Report. Economic and Budgetary Projections for the EU Member States, Country fiche for Germany<\/em> S. 18 <a href=\"https:\/\/economy-finance.ec.europa.eu\/document\/download\/e8f41d38-6d27-45b4-8919-c9348720fcfc_en?filename=2024-ageing-report-country-fiche-Germany.pdf\">hier<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_19\" name=\"foot_19\">&laquo;19<\/a>] Steffen, J., 2024: <a href=\"https:\/\/www.portal-sozialpolitik.de\/index.php?page=rentenanpassungen_2014_bis_2024\"><em>Die Anpassung der Renten in den Jahren 2014 bis 2024<\/em><\/a>, Portal Sozialpolitik, <a href=\"https:\/\/www.portal-sozialpolitik.de\/index.php?page=rente\">hier<\/a><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die rentenpolitische Debatte wird seit Jahrzehnten von einer simplen Aussage beherrscht: die Jungen schuften, die Alten kassieren &ndash; Generationengerechtigkeit als Nullsummenspiel. Dramatische Schlagzeilen (&bdquo;Altenexplosion&ldquo;, &bdquo;Renten-Kollaps&ldquo;) und moralische Appelle an die &bdquo;junge Generation&ldquo; &uuml;bert&ouml;nen systematisch die Zahlen. <strong>Lothar Lieck<\/strong> legt in dieser vierteiligen Reihe eine n&uuml;chterne, datenbasierte Abrechnung vor: Ausgaben f&uuml;r Kinder und Jugendliche vs. Renten,<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=148646\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":148159,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[155,158,39],"tags":[2418,1592,2270,301,1912,1609,405,291],"class_list":["post-148646","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-demografische-entwicklung","category-generationenkonflikt","category-rente","tag-bevoelkerungsentwicklung","tag-deutsche-rentenversicherung","tag-grundrente","tag-rentenalter","tag-rentenniveau","tag-rentenreform","tag-statistisches-bundesamt","tag-verteilungsgerechtigkeit"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/shutterstock_1999976627.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/148646","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=148646"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/148646\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":148670,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/148646\/revisions\/148670"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/148159"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=148646"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=148646"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=148646"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}