{"id":148687,"date":"2026-04-03T15:00:59","date_gmt":"2026-04-03T13:00:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=148687"},"modified":"2026-04-21T16:05:11","modified_gmt":"2026-04-21T14:05:11","slug":"ein-stabiler-frieden-braucht-russland-als-gleichberechtigten-partner","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=148687","title":{"rendered":"\u201eEin stabiler Frieden braucht Russland als gleichberechtigten Partner\u201c"},"content":{"rendered":"<p><strong>Russlands Botschafter Sergej Netschajew im Exklusivinterview zum 100. Geburtstag von Walentin Falin &ndash; (Teil 1)<\/strong><br>\nIn einer &Auml;ra diplomatischer Funkstille und massiver Aufr&uuml;stung stellt sich die Frage nach der k&uuml;nftigen Ordnung Europas dringender denn je. Zum 100. Geburtstag des legend&auml;ren Diplomaten Walentin Falin &ndash; von 1971 bis 1978 Botschafter der UdSSR in Bonn &ndash; zieht sein Nachfolger <strong>Sergej Netschajew<\/strong> im Exklusivgespr&auml;ch eine klare Bilanz. Das Interview f&uuml;hrte <strong>&Eacute;va P&eacute;li<\/strong>. Netschajew mahnt eine R&uuml;ckkehr zur Realpolitik an: &bdquo;Der Frieden auf dem Kontinent wird umso stabiler sein, je mehr Russland als gleichberechtigter Partner in die europ&auml;ische Sicherheitsarchitektur eingebunden ist.&ldquo; Lesen Sie im ersten Teil, warum Moskau heute auf v&ouml;lkerrechtlich harten Garantien beharrt und welches Erbe Falin der Diplomatie hinterlassen hat.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>&Eacute;va P&eacute;li: Exzellenz, wir f&uuml;hren dieses Gespr&auml;ch an einem besonderen Jahrestag. Walentin Michailowitsch Falin wurde heute vor genau einhundert Jahren, am 3. April 1926, in Leningrad geboren. Er verlor im &bdquo;Gro&szlig;en Vaterl&auml;ndischen Krieg&ldquo; insgesamt 27 Familienmitglieder &ndash; eine Trag&ouml;die, die zeitlebens sein Motor als Br&uuml;ckenbauer blieb. Wie sehr bestimmt diese &bdquo;genetische Erinnerung&ldquo; an das Leid und den extremen Preis des Friedens heute noch die russische Diplomatie in Berlin? Und wie vermitteln Sie einem modernen Deutschland die daraus resultierenden existenziellen Sicherheitsbed&uuml;rfnisse der Russischen F&ouml;deration?<\/strong><\/p><p><strong>Sergej Netschajew<\/strong>: Der Schmerz der Trag&ouml;die des Gro&szlig;en Vaterl&auml;ndischen Krieges von 1941 bis 1945, der jede sowjetische Familie getroffen hat, lebt bis heute in den Seelen der Menschen in Russland fort. Vor 85 Jahren &ndash; im Juni 1941 &ndash; erhoben sich s&auml;mtliche V&ouml;lker der Sowjetunion ohne Ausnahme, um ihr Vaterland zu verteidigen. Jedem war bewusst, dass es um das &Uuml;berleben des Landes ging, um die Rettung des eigenen Hauses und der eigenen Familie. F&uuml;r den Sieg wurden die Leben von 27 Millionen sowjetischen B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rgern geopfert; der Gro&szlig;teil von ihnen waren Zivilisten &ndash; Senioren, Frauen und Kinder.<\/p><p>Die Nazis machten von Anfang an keinen Hehl daraus, dass sie gegen die Sowjetunion einen Vernichtungs- und Unterwerfungskrieg zu f&uuml;hren beabsichtigten. Das war in den doktrin&auml;ren Dokumenten des Dritten Reiches festgeschrieben und wurde durch die Entscheidungen des N&uuml;rnberger Tribunals best&auml;tigt. Die vom Aggressor ver&uuml;bte Grausamkeit war in der Weltgeschichte beispiellos. Systematisch wurde die gesamte Bev&ouml;lkerung unseres Landes vernichtet &ndash; ungeachtet ihrer ethnischen, rassischen oder religi&ouml;sen Zugeh&ouml;rigkeit.<\/p><p>So etwas kann nicht vergessen werden. Genau deshalb setzt sich Russland auch heute weiterhin f&uuml;r die internationale Anerkennung der Verbrechen des Dritten Reiches und seiner Helfershelfer auf dem Gebiet der UdSSR als V&ouml;lkermord an den V&ouml;lkern der Sowjetunion ein. So wurde auf Beschluss des russischen Pr&auml;sidenten Wladimir Putin ein neuer nationaler Gedenktag am 19. April eingef&uuml;hrt: der Tag des Gedenkens an die Opfer des V&ouml;lkermordes am sowjetischen Volk.<\/p><p>Die Erinnerung an die beispiellosen menschlichen Opfer und an die unvergleichliche Heldentat der Vorfahren ist f&uuml;r die heutige russische Gesellschaft von zentraler Bedeutung. Wie Sie zutreffend bemerkt haben, ist sie Teil unseres kollektiven Ged&auml;chtnisses und z&auml;hlt zu den wichtigsten kulturellen und moralischen Grundpfeilern. Sie verbindet die Menschen zu einer einheitlichen historischen und geistigen Gemeinschaft, dient der Pr&auml;gung nationaler Identit&auml;t und bildet die Grundlage f&uuml;r die patriotische Erziehung der heranwachsenden Generationen. Zugleich ist sie ein leitender Ma&szlig;stab f&uuml;r die Arbeit von russischen Diplomaten und Germanisten, zu deren herausragenden Vertretern Walentin Falin geh&ouml;rte.<\/p><p>Die Folgen eines derart zerst&ouml;rerischen Krieges haben das nationale Selbstverst&auml;ndnis tief gepr&auml;gt und in vielerlei Hinsicht die Innen- und Au&szlig;enpolitik unseres Staates bestimmt. Dessen vorrangiges Ziel bleibt nach wie vor, die garantierte Sicherheit des Landes zu gew&auml;hrleisten und eine Wiederholung gro&szlig; angelegter Konflikte in Zukunft zu verhindern. Daher h&auml;lt Russland an dem Konzept einer gleichen und unteilbaren Sicherheit fest, die nicht auf Kosten und zum Nachteil anderer Akteure der internationalen Beziehungen erreicht werden darf. Wir betrachten diesen Grundsatz als gerecht und fundamental f&uuml;r die Wahrung globaler Stabilit&auml;t und die Herbeif&uuml;hrung eines dauerhaften Friedens auf unserem Planeten.<\/p><p>Der Vermittlung dieser Ans&auml;tze in Deutschland wird besondere Bedeutung beigemessen. Wir sind &uuml;berzeugt, dass das historische Bewusstsein, das Verantwortungsgef&uuml;hl Deutschlands f&uuml;r die schrecklichen Verbrechen des Nazismus ebenso wie das Gef&uuml;hl der Dankbarkeit gegen&uuml;ber dem sowjetischen Volk f&uuml;r die Befreiung, die Nachkriegsvers&ouml;hnung und die deutsche Einheit weder von politischer Konjunktur beeinflusst werden d&uuml;rfen noch der Erosion und dem Vergessen anheimfallen k&ouml;nnen.<\/p><p><strong>Der Diplomat mahnte stets: &bdquo;Um zu erkennen, was sein wird, muss man wissen, was war.&ldquo; Er warnte fr&uuml;h vor US-amerikanischen Strategiepapieren wie der &bdquo;Operation Dropshot&ldquo; von 1949, die auf eine Zerschlagung Russlands abzielten. Wie erkl&auml;ren Sie sich die heutige Tendenz in Berlin, aktuelle Konflikte v&ouml;llig isoliert von dieser historischen Kontinuit&auml;t der USA zu betrachten? Welche Gefahr erw&auml;chst aus dieser Geschichtsvergessenheit f&uuml;r die strategische Stabilit&auml;t in Europa?<\/strong><\/p><p>Walentin Falin betrachtete die Geschichte zu Recht als einen der verl&auml;sslichsten Verb&uuml;ndeten der Diplomatie. In seiner Arbeit war er stets darum bem&uuml;ht, die Hintergr&uuml;nde aktueller Ereignisse zu erfassen und ihren eigentlichen Ursachen auf den Grund zu gehen. Seine Herangehensweisen haben bis heute nichts von ihrer Aktualit&auml;t verloren, wie sich am Beispiel der Krise in der Ukraine deutlich zeigt. Die Tatsache, dass ihre Ursachen vom kollektiven Westen absichtlich ignoriert werden, darunter auch der verfassungswidrige Staatsstreich von 2014, erkl&auml;rt in erheblichem Ma&szlig;e die unkonstruktive Haltung der transatlantischen Eliten.<\/p><p>Leider m&uuml;ssen wir feststellen, dass die meisten westeurop&auml;ischen Entscheidungstr&auml;ger an einer politischen Beilegung des Konflikts, der den Kontinent gespalten hat, kein ernsthaftes Interesse zeigen. Sein Ende wird offiziell durch eine sanktionspolitische sowie milit&auml;rische &bdquo;Abnutzung&ldquo; Russlands und durch die Zuf&uuml;gung einer &bdquo;strategischen Niederlage&ldquo; f&uuml;r unser Land angestrebt. In dieser Hinsicht erinnern die heutigen europ&auml;ischen Regierungen an die Architekten der finsteren Operation Dropshot, die einen massiven nuklearen Schlag der USA gegen alle bedeutenden St&auml;dte der UdSSR vorsah.<\/p><p>Insofern ist eher von Kontinuit&auml;t als von einem Vergessen der j&uuml;ngeren Vergangenheit seitens der Europ&auml;er zu sprechen. Wie schon in der Zeit des Kalten Krieges wird auch im heutigen Europa die mythische &bdquo;Bedrohung aus dem Osten&ldquo; erneut bereitwillig beschworen, um die Verschlechterung der sozialen und wirtschaftlichen Lage zu erkl&auml;ren, steigende Milit&auml;rausgaben zu rechtfertigen und eine verunsicherte W&auml;hlerschaft hinter einer antirussischen Agenda zu mobilisieren. All das verringert die Aussichten auf eine echte Beilegung des Konflikts in der Ukraine, verl&auml;ngert die Agonie des Kiewer Regimes und erh&ouml;ht die Risiken einer gro&szlig; angelegten Konfrontation.<\/p><p>Um einen dauerhaften Frieden zu erreichen, m&uuml;ssen die westlichen Staaten ihre feindselige Politik gegen&uuml;ber unserem Land grundlegend &uuml;berdenken und dabei die fundamentalen Sicherheitsinteressen Russlands sowie sein Recht auf eine kontinuierliche Entwicklung ber&uuml;cksichtigen. Die Eliten des Westens t&auml;ten gut daran, sich an eine schlichte Grundwahrheit zu erinnern: Der Frieden auf dem Kontinent wird umso stabiler sein, je mehr Russland als gleichberechtigter Partner in die europ&auml;ische Sicherheitsarchitektur eingebunden ist. Keinesfalls aber wird so eine Sicherheitsarchitektur tragf&auml;hig sein, wenn sie gegen Russland aufgebaut wird.<\/p><p><strong>In den 1970er-Jahren schufen Walentin Falin und Egon Bahr durch vertrauliche Kan&auml;le ein Fundament an Vertrauen, das den Kalten Krieg in geordnete Bahnen lenkte. Welche Mechanismen dieser &Auml;ra k&ouml;nnten heute als Vorbild dienen, um die totale Sprachlosigkeit zwischen Moskau und Berlin zu &uuml;berwinden? Oder ist die Basis f&uuml;r eine solche souver&auml;ne &bdquo;Geheimdiplomatie&ldquo; in der heutigen, medial getriebenen Politiklandschaft unwiederbringlich zerst&ouml;rt?<\/strong><\/p><p>Der heutige Zustand der russisch-deutschen Beziehungen ist bedr&uuml;ckend. Auf Initiative der deutschen Seite sind sie fast bis auf die Grundmauern zerst&ouml;rt worden. Es liegt auf der Hand, dass die gegenw&auml;rtige Lage kontraproduktiv ist und den Interessen der beiden Seiten nicht entspricht. Das haben wir nicht entschieden, aber so sieht die Realit&auml;t aus. Moskau hat sich nicht geweigert, mit Berlin zusammenzuarbeiten, und keine &bdquo;Br&uuml;cken&ldquo; abgebrochen.<\/p><p>Gleichzeitig ist es heute schwierig, &uuml;ber die Wiederaufnahme eines konstruktiven Dialogs auf Augenh&ouml;he zu sprechen. Nach dem Beginn der Sondermilit&auml;roperation in der Ukraine hat Berlin die &bdquo;Zeitenwende&ldquo; verk&uuml;ndet, die darin besteht, die einzigartige Vielfalt der deutsch-russischen Beziehungen zu zerst&ouml;ren, die jahrzehntelang aufgebaut wurden. Im Rahmen dieses politischen Kurses haben die deutschen politischen Eliten enthusiastisch das Ziel unterst&uuml;tzt, Russland eine &bdquo;strategische Niederlage&ldquo; zuzuf&uuml;gen. Das beinhaltet die B&uuml;ndelung von Kr&auml;ften und Mitteln durch den kollektiven Westen, um dem Kiewer Regime milit&auml;risch-technische, politische und finanzielle Unterst&uuml;tzung zu leisten, den Sanktionsdruck auf unser Land zu erh&ouml;hen und zu versuchen, es international zu isolieren und seine souver&auml;nen Verm&ouml;genswerte zu beschlagnahmen. Diese Pl&auml;ne haben sich als nicht zukunftsf&auml;hig erwiesen. Berlin ist in vielerlei Hinsicht weiterhin Geisel dieser Politik.<\/p><p>Angesichts der eindeutig antirussischen Position des offiziellen Berlins sind die Zeichen der von Ihnen erw&auml;hnten &bdquo;Geheimdiplomatie&ldquo; immer noch nicht zu sehen. Wie allgemein bekannt ist, bevor der vertrauliche &bdquo;Falin-Bahr&ldquo;-Kanal entstanden war, waren zweieinhalb Jahrzehnte des Kalten Krieges vergangen, w&auml;hrend deren die urspr&uuml;ngliche Entfremdung zwischen unseren L&auml;ndern allm&auml;hlich &uuml;berwunden wurde. Allem Anschein nach wird es auch unter aktuellen Bedingungen Zeit brauchen, vor allem damit die deutsche Seite versteht, dass konstruktive Beziehungen zwischen Russland und Deutschland alternativlos sind, und Ma&szlig;nahmen zu ihrer Normalisierung ergreift. Wir haben nichts dagegen, werden uns aber nicht aufdr&auml;ngen.<\/p><p>Ehrlich gesagt ist die Hoffnung darauf, dass es in der absehbaren Zukunft geschehen wird, gering. Derzeit sehen wir keine Signale, die von einem Paradigmenwechsel in den deutschen politischen Kreisen zugunsten der Wiederaufnahme von Kontakten zwischen unseren Staaten zeugen k&ouml;nnten.<\/p><p><strong>Falin zweifelte am Ende seines Lebens tief an der vertraglichen Verl&auml;sslichkeit Washingtons &ndash; der sogenannten &bdquo;Dogoworosposobnost&ldquo;. Er warf der sowjetischen F&uuml;hrung vor, die Sicherheit durch den Verzicht auf schriftliche Garantien gegen die NATO-Osterweiterung verspielt zu haben. Inwieweit dient diese Analyse heute als Lehrst&uuml;ck f&uuml;r die russische Diplomatie? Muss inzwischen jedes Wort v&ouml;lkerrechtlich mit harten Garantien zementiert sein, weil das &bdquo;Gentleman-Ideal&ldquo; der 1970er-Jahre gegen&uuml;ber dem Westen endg&uuml;ltig erloschen ist?<\/strong><\/p><p>Walentin Falin war ein erfahrener und hervorragender Diplomat, deshalb warnte er immer davor, m&uuml;ndliche Absprachen &ndash; die sogenannten &bdquo;gentlemen&rsquo;s agreements&ldquo; &ndash; mit westlichen Partnern zu treffen, indem er zu Recht auf ihre Unzuverl&auml;ssigkeit hingewiesen hat. Seine Bef&uuml;rchtungen haben sich mit der Zeit best&auml;tigt.<\/p><p>Tats&auml;chlich werfen heute die Zuverl&auml;ssigkeit der Versprechen und die Glaubw&uuml;rdigkeit des kollektiven Westens in den Augen Russlands viele Fragen auf. Die Gr&uuml;nde f&uuml;r solche Zur&uuml;ckhaltung sind denjenigen gut bekannt, die sich in der modernen Geschichte auskennen. Man braucht nur an die &bdquo;Operation Unthinkable&ldquo; zu erinnern, die bereits im Fr&uuml;hjahr 1945 von den britischen Streitkr&auml;ften auf Anweisung von Winston Churchill ausgearbeitet wurde und einen Plan der Kampfhandlungen gegen die sowjetischen Verb&uuml;ndeten mit dem Ziel darstellte, sie aus den besetzten Gebieten Deutschlands und Polens zu verdr&auml;ngen. Dies gilt auch f&uuml;r die Versprechen, die NATO nach Osten nicht zu erweitern, die von den westlichen Politikern der sowjetischen F&uuml;hrung Ende der 1980er- und Anfang der 1990er-Jahre gegeben wurden. Schlie&szlig;lich sind auch die j&uuml;ngsten Gest&auml;ndnisse der Entscheidungstr&auml;ger aus Frankreich und Deutschland zu erw&auml;hnen, dass ihre &bdquo;Vermittlung&ldquo; beim Abschluss der Minsker Abkommen zur Regelung der Ukraine-Krise in der Tat darauf abzielte, Zeit f&uuml;r die Umr&uuml;stung des Kiewer Regimes und die St&auml;rkung seiner Armee f&uuml;r die Konfrontation mit unserem Land zu gewinnen.<\/p><p>Wenig &uuml;berraschend ist es, dass Russland dank solcher Erfahrungen in Bezug auf jegliche Verhandlungsvorschl&auml;ge &auml;u&szlig;erst vorsichtig ist, indem es v&ouml;llig begr&uuml;ndet eine rechtlich verbindliche Festlegung der erzielten Vereinbarungen fordert. Daraus resultiert auch unsere Position bez&uuml;glich einer stabilen und langfristigen Regelung des Ukraine-Konflikts. Als Voraussetzung f&uuml;r die Herstellung eines dauerhaften Friedens sehen wir eine rechtlich bindende Vereinbarung, die die Ursachen des Konflikts beseitigen und sich auf die neuen territorialen Realit&auml;ten st&uuml;tzen w&uuml;rde, die in der russischen Verfassung festgeschrieben sind. Entscheidend ist hier die Anerkennung eines neutralen, blockfreien und nuklearwaffenfreien Status der Ukraine. Das alles muss in entsprechenden v&ouml;lkerrechtlichen Dokumenten verankert werden, die von allen Teilnehmern des Prozesses genehmigt und von legitimen Vertretern s&auml;mtlicher Vertragsparteien unterzeichnet werden.<\/p><p><strong>Exzellenz, wenn Sie Walentin Michailowitsch Falin heute, an seinem 100. Geburtstag, Bericht &uuml;ber den Zustand der Welt erstatten m&uuml;ssten: Was w&uuml;rden Sie ihm sagen?<\/strong><\/p><p>Vielen Dank f&uuml;r Ihre treffenden Einsch&auml;tzungen und pr&auml;zisen Prognosen, die der russischen Diplomatie insbesondere in den ersten Jahren nach dem Ende der Sowjetunion sehr geholfen haben. Sie hatten recht, als Sie feststellten, dass &bdquo;das Ignorieren von Fakten die durch sie hervorgerufenen Umst&auml;nde nicht aufhebt, sondern deren Folgen versch&auml;rft&ldquo;. Das bedeutet, dass russischen Diplomaten und Germanisten auch k&uuml;nftig noch viel Arbeit bevorsteht.<\/p><p><strong>Exzellenz, wir danken Ihnen sehr f&uuml;r den Austausch und die W&uuml;rdigung des Erbes von Walentin Falin in diesen herausfordernden Zeiten.<\/strong><\/p><p><em>Zum Teil 2 <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=148697\">geht es hier<\/a>: Botschafter Netschajew &uuml;ber die Zerst&ouml;rung von Nord Stream, die Frage der deutschen Souver&auml;nit&auml;t und die wirtschaftliche Resilienz Russlands gegen&uuml;ber den Sanktionen.<\/em><\/p><p><small>Titelbild: <a class=\"nolity\" href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Sergey_Yuryevitch_Nechayev_ambassador.jpg\">commons.wikimedia.org<\/a> \/ www.rusemb.at \/ <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/en:Creative_Commons\">Creative Commons<\/a> <a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by\/3.0\/deed.en\">Attribution 3.0 Unported<\/a><\/small><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/d5c59543054c4ff5b672dada2c7d2286\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><strong>Russlands Botschafter Sergej Netschajew im Exklusivinterview zum 100. 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