{"id":148893,"date":"2026-04-11T12:00:21","date_gmt":"2026-04-11T10:00:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=148893"},"modified":"2026-04-09T17:58:50","modified_gmt":"2026-04-09T15:58:50","slug":"ungarn-kann-bruessel-nicht-vertrauen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=148893","title":{"rendered":"\u201eUngarn kann Br\u00fcssel nicht vertrauen\u201c"},"content":{"rendered":"<p>W&auml;hrend Westeuropa in Folge der eigenen Sanktionspolitik &ouml;konomisch erodiert, verfolgt Budapest einen Kurs, der in Br&uuml;ssel als offene Provokation gilt: 92 Prozent des ungarischen Roh&ouml;ls stammen weiterhin aus Russland. Dahinter steckt kein ideologisches Bekenntnis, sondern eine n&uuml;chterne Interessenpolitik, die auf Versorgungssicherheit und Preisstabilit&auml;t setzt. Das Paradoxe daran: Trotz der engen Bindung an russische Pipelines &uuml;bererf&uuml;llt Ungarn seine Klimaziele bereits Jahre vor der Frist. In unserem Exklusiv-Interview analysiert der ungarische Au&szlig;enjournalist <strong>G&aacute;bor Stier<\/strong> die physischen Realit&auml;ten eines Binnenlandes, den strategischen Coup um die serbische NIS-Raffinerie, die aggressive Rolle Kiews im Kampf um die europ&auml;ische Energie-Infrastruktur und die gef&auml;hrliche Balance zwischen Geopolitik und Wahltaktik &ndash; und erkl&auml;rt, warum die Angriffe aus Kiew der Regierungspartei Fidesz am Ende sogar n&uuml;tzen k&ouml;nnten. Mit dem Experten sprach <strong>&Eacute;va P&eacute;li<\/strong> kurz vor den entscheidenden Parlamentswahlen am 12. April.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>&Eacute;va P&eacute;li: Nach der Blockade der Stra&szlig;e von Hormus explodierten die Preise am Weltmarkt. Hat Budapest mit seiner kompromisslosen Festlegung auf landgebundene Pipelines am Ende schlicht recht behalten? Ist diese &bdquo;physische Realit&auml;t&ldquo; derzeit die einzige wirksame Lebensversicherung f&uuml;r die Volkswirtschaften Mitteleuropas?<\/strong><\/p><p><strong>G&aacute;bor Stier:<\/strong> Eindeutig. Die ungarische Strategie ist pragmatisch. Im Mittelpunkt stehen die Versorgungssicherheit, die M&ouml;glichkeit der Diversifizierung und der geringstm&ouml;gliche Preis. Jetzt zeigt sich erst richtig, wie sehr dieses bodenst&auml;ndige Denken die Abh&auml;ngigkeit verringert. F&uuml;r ein Land wie Ungarn ist das ein entscheidender Aspekt. Wir sind bei fossilen Energietr&auml;gern fundamental auf Importe angewiesen.<\/p><p>Der Kernpunkt ist: Man muss &Ouml;l und Gas aus der gr&ouml;&szlig;tm&ouml;glichen N&auml;he beziehen. Vorzugsweise sollte dies auf dem Landweg &uuml;ber Pipelines geschehen. Das ist am sichersten und zugleich am billigsten. Erst recht gilt das f&uuml;r ein Binnenland ohne eigenen Meereszugang.<\/p><p>Dar&uuml;ber hinaus bevorzugte die ungarische Regierung stets leitungsgebundenes Gas auf Basis langfristiger Vertr&auml;ge gegen&uuml;ber Fl&uuml;ssiggas (LNG). Es ist eine Ironie des Schicksals, dass es nun mit beiden Optionen Probleme gibt. In Friedenszeiten ist es schwer, sich die Realit&auml;t einer Kriegssituation vorzustellen. Nun haben wir bereits zwei Kriege &ndash; beziehungsweise drei, wenn wir den Konflikt mit der EU-Kommission dazuz&auml;hlen. Deshalb m&uuml;ssen Diversifizierungsm&ouml;glichkeiten geschaffen werden.<\/p><p>In der Gesamtschau ist Russland f&uuml;r Ungarn ein zuverl&auml;ssiger Lieferant. Die aktuellen Unterbrechungen gehen dabei nicht von Moskau aus. Zudem lieferte Russland das Roh&ouml;l in den letzten Jahren um 15 bis 20 Prozent unter dem Weltmarktniveau. Das russische &Ouml;l passt perfekt zu den ungarischen Raffinerien; ein Wechsel w&auml;re technisch nicht nur extrem aufwendig, sondern auch eine &ouml;konomische Sackgasse. Zudem erweist sich der Kurs der russischen Sorte Urals derzeit als deutlich wertstabiler gegen&uuml;ber den Schwankungen der Nordseesorte Brent. Ein Wechsel der &Ouml;lsorte w&uuml;rde Milliardeninvestitionen in die Umr&uuml;stung der Raffinerien erfordern, auf die die ungarische Industrie seit Jahrzehnten optimiert ist.<\/p><p><strong>Das klingt nach einer rein technokratischen Erfolgsrechnung. Aber l&auml;sst sich diese Strategie der kurzen Wege und der staatlichen Kontrolle &uuml;ber Schl&uuml;sselsektoren in einer Zeit, in der die EU massiv auf Marktliberalisierung und Abkopplung dr&auml;ngt, dauerhaft durchhalten?<\/strong><\/p><p>Das wichtigste Ergebnis der Energiepolitik seit 2010 ist: Ungarn konnte trotz seiner Importabh&auml;ngigkeit die Versorgungssicherheit garantieren. Dies geschah zeitgleich mit der termingerechten Umsetzung des &Uuml;bergangs zu sauberer Energie. Zudem wurden erschwingliche Energiepreise sichergestellt. Die unorthodoxe ungarische Energiepolitik hat sich als krisenfest erwiesen. Das ist ma&szlig;geblich der R&uuml;ckgewinnung des staatlichen Einflusses auf Schl&uuml;sselsektoren und Infrastrukturen nach 2010 zu verdanken.<\/p><div class=\"moreLikeThis\">\n<strong>Ungarns Bilanz 2025: Der unorthodoxe Erfolg in Zahlen<\/strong>\n<ul>\n<li><strong>Versorgung:<\/strong> 92% russisches Roh&ouml;l (Sicherung des massiven Preisvorteils).<\/li>\n<li><strong>Transformation:<\/strong> 38% Strom aus Erneuerbaren (Vervierfachung seit 2010).<\/li>\n<li><strong>Klima:<\/strong> 43% Treibhausgas-Reduktion (EU-Ziel f&uuml;r 2030 bereits 2023 &uuml;bererf&uuml;llt).<\/li>\n<li><strong>Autarkie:<\/strong> Senkung der Stromimporte von 32% auf nahe 20%.<\/li>\n<\/ul>\n<\/div><p><strong>Blicken wir auf die nackten Zahlen jenseits der medialen Schlagzeilen. Wie resilient ist das ungarische Energiemodell tats&auml;chlich? Wie gro&szlig; ist die Abh&auml;ngigkeitsl&uuml;cke, die ohne russische Lieferungen einen sofortigen Industriestopp ausl&ouml;sen w&uuml;rde? Und inwieweit konnten Investitionen in Solar- und erneuerbare Energiequellen diesen &bdquo;seidenen Faden&ldquo; bereits verst&auml;rken?<\/strong><\/p><p>Ungarn hat sich verpflichtet, seine Treibhausgasemissionen bis 2030 um mindestens 40 Prozent gegen&uuml;ber 1990 zu senken. Die neuesten Daten zeigen: Mit einer Reduktion von 43 Prozent haben wir dieses Ziel bereits 2023 &uuml;bererf&uuml;llt. Bis 2030 ist sogar eine Senkung um bis zu 52 Prozent wahrscheinlich.<\/p><p>Dieser Erfolg spiegelt sich in der gesamten Energiebilanz wider: Der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung stieg bis 2025 auf 38 Prozent. Dadurch sank die Kohlenstoffintensit&auml;t der Stromproduktion seit 2010 um 44 Prozent, w&auml;hrend die Stromimporte gleichzeitig von 32 auf nahe 20 Prozent zur&uuml;ckgingen. Auch bei der W&auml;rmeerzeugung hat sich der Anteil der Erneuerbaren in 15 Jahren auf stolze 25 Prozent verdoppelt.<\/p><p>Auch im Verkehrssektor zeigt die Kurve nach oben: Lag der Anteil der Erneuerbaren 2010 noch bei etwa sechs Prozent &ndash; damals fast ausschlie&szlig;lich durch Biokraftstoffe &ndash;, hat er sich bis heute auf rund 15 Prozent mehr als verdoppelt. Neben der klassischen Beimischung treiben nun vor allem die Elektromobilit&auml;t und der Ausbau des gr&uuml;nen Schienenverkehrs diesen Wandel voran. Der Anteil fossiler Energietr&auml;ger im ungarischen Gesamtmix sinkt somit kontinuierlich und messbar.<\/p><p><strong>Das ist eine beeindruckende Bilanz beim Klimaschutz, die in Deutschland kaum bekannt ist. Aber wie passt das zu der Tatsache, dass Ihre &bdquo;Abh&auml;ngigkeit&ldquo; beim &Ouml;l sogar noch gestiegen ist? Rechnen sich die russischen Importe trotz des politischen Drucks immer noch so massiv?<\/strong><\/p><p>Tats&auml;chlich stammten 2025 rund 92 Prozent des ungarischen Roh&ouml;ls aus Russland &ndash; ein massiver Anstieg gegen&uuml;ber den 61 Prozent von 2021. Das ist jedoch kein politisches Statement, sondern die Folge blockierter Handelswege und schlichter &ouml;konomischer Vernunft: Russland bleibt f&uuml;r ein Binnenland wie Ungarn derzeit alternativlos.<\/p><p>Eine aktuelle Studie des <em>Centre for the Study of Democracy<\/em> belegt das: Der ungarische Energiekonzern MOL zahlte f&uuml;r russisches &Ouml;l im Schnitt ein F&uuml;nftel weniger als f&uuml;r nicht-russische Ware. Diese Preisdifferenz bescherte der MOL allein im Jahr 2025 eine monatliche Ersparnis von durchschnittlich 47,3 Millionen Euro. Man kauft also weiterhin russisches &Ouml;l, weil der Preisvorteil gegen&uuml;ber der Nordseesorte Brent zu gro&szlig; ist, um ihn zu ignorieren.<\/p><p>Ohne die &bdquo;Druschba&ldquo;-Leitung steigen jedoch die Versorgungsrisiken. Theoretisch g&auml;be es Alternativen aus Nordafrika oder Zentralasien, die per Schiff &uuml;ber das kroatische Omi&scaron;alj und die Adria-Pipeline nach Ungarn flie&szlig;en k&ouml;nnten. Doch in der Praxis scheiterte die Adria-Leitung zuletzt an einem Belastungstest. Eine weitere Option, die ukrainische Odessa-Brody-Pipeline, bleibt vorerst Zukunftsmusik: Sie setzt nicht nur Frieden, sondern auch massive Investitionen in eine marode Infrastruktur voraus.<\/p><p>[Anm. d. Red.: Omi&scaron;alj ist ein kleiner Hafenort an der Nordk&uuml;ste der kroatischen Insel Krk, der f&uuml;r die Energieversorgung Ungarns und ganz Mitteleuropas eine strategische Schl&uuml;sselrolle einnimmt.]<\/p><p><strong>Beim &Ouml;l sehen wir also eine rein &ouml;konomische Logik. Aber wie steht es um das Erdgas? Kiew hat den Transit gestoppt &ndash; hat Ungarn hier nicht mittlerweile seine strategische Tiefe verloren?<\/strong><\/p><p>Ungarns Erdgasimporte stiegen 2025 signifikant auf 12,4 Milliarden Kubikmeter. Das ist eine Steigerung von 24 Prozent gegen&uuml;ber 2024, was teilweise am erh&ouml;hten Transitbedarf liegt. Der ungarische Eigenverbrauch liegt bei etwa acht Milliarden Kubikmetern. Davon stammen rund 1,5 Milliarden bereits aus heimischer F&ouml;rderung. Im vergangenen Jahr kamen fast acht Milliarden Kubikmeter russisches Erdgas aus s&uuml;dlicher Richtung nach Ungarn. Das bedeutet: Die TurkStream-Pipeline lief im Grunde unter Volllast.<\/p><p>Rund zwei Milliarden Kubikmeter Gas flossen zudem aus Rum&auml;nien und Kroatien ein &ndash; zwei Quellen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit &bdquo;russlandfrei&ldquo; sind. W&auml;hrend die Verbindung nach Rum&auml;nien auf k&uuml;nftige Schwarzmeer-Gasfelder setzt, dient Kroatien mit seinem LNG-Terminal auf Krk bereits heute als wichtigste Route f&uuml;r die internationalen Zuk&auml;ufe des Staatskonzerns MVM.<\/p><p>2025 zog auch der West-Import an. Aus Richtung &Ouml;sterreich kamen fast drei Milliarden Kubikmeter Gas nach Ungarn. Da jedoch im vergangenen Jahr der ukrainische Transit eingestellt wurde, bel&auml;uft sich der russische Anteil an den Gesamtimporten immer noch auf gut 60 Prozent. Ungarn ist zu einem bedeutenden regionalen Transitland geworden. Ein Teil des Gases wird in die Slowakei und ein gr&ouml;&szlig;erer Teil in die Ukraine weitergeleitet. 46 Prozent der ukrainischen Importe stammten 2025 aus Ungarn. Hauptquelle bleibt Russland. Die ungarische Regierung unterzeichnete 2021 einen langfristigen Vertrag &uuml;ber 15 Jahre mit dem russischen Erdgaskonzern Gazprom. Das Gas kommt &uuml;ber zwei Routen: Der gr&ouml;&szlig;ere Teil von S&uuml;den &uuml;ber TurkStream und BalkanStream durch Serbien, ein kleinerer Teil aus Richtung &Ouml;sterreich.<\/p><p>Kiew konnte Ungarn mit der Einstellung des Transits 2025 also nicht unter Druck setzen. Selbst eine Aktion gegen die TurkStream w&uuml;rde das Land nicht in die Knie zwingen. Ungarn ist gut in das europ&auml;ische Leitungsnetz eingebettet. Die Kapazit&auml;ten der grenz&uuml;berschreitenden Leitungen sind gro&szlig;. Zudem steht Ungarn bei den Erdgasspeichern sehr gut da. Die Versorgung w&auml;re physisch in Ordnung. Nur mit der Bezahlbarkeit g&auml;be es im Falle eines Stopps Probleme. In L&auml;ndern wie Deutschland oder &Ouml;sterreich ist der Gaspreis f&uuml;r Haushalte heute doppelt so hoch wie vor der Abkopplung von den Energiequellen aus Russland.<\/p><p><strong>Kommen wir zur physischen Sicherheit. Seit der Sprengung von Nord Stream ist die TurkStream zur kritischsten Energie-Schlagader f&uuml;r S&uuml;dosteuropa geworden. Wie gro&szlig; sch&auml;tzt man in Budapest das Risiko ein, dass auch diese Leitung Ziel einer sabotierten &bdquo;Aktion&ldquo; wird?<\/strong><\/p><p>Das Risiko w&auml;chst st&auml;ndig. Die Ukrainer greifen heutzutage bereits w&ouml;chentlich die Kompressorstationen von BlueStream und TurkStream an. Die Antwort der ungarischen Regierung auf solche Angriffe und die Blockierung der Druschba-Pipeline ist klar: Sie stellt nach dem Diesel schrittweise auch den Gasexport in die Ukraine ein. Angriffe auf solche kritischen Anlagen galten lange als Tabu. Dieses Tabu ist heute gefallen. Die Blockierung oder Kontrolle von Transportwegen ist heute eine Waffe. Genau deshalb sind Diversifizierung und alternative Routen unerl&auml;sslich.<\/p><p><strong>Aber begeben wir uns hier nicht in eine neue Falle? Ungarns Ministerpr&auml;sident Viktor Orb&aacute;n setzt massiv auf Ankara als neuen Energie-Hub. Riskieren wir hier nicht, eine &bdquo;Abh&auml;ngigkeit&ldquo; von Russland lediglich gegen eine geopolitisch unberechenbare &bdquo;Abh&auml;ngigkeit&ldquo; von der T&uuml;rkei einzutauschen?<\/strong><\/p><p>Davon gehe ich nicht aus. Die Abh&auml;ngigkeit von Moskau war stets gegenseitig. Das wird bei den europ&auml;ischen Narrativen heute gerne weggelassen. Im &Uuml;brigen hat die Orb&aacute;n-Regierung pragmatische Arbeitsbeziehungen sowohl zu Moskau als auch zu Ankara aufgebaut. Das hilft dabei, &bdquo;&Uuml;berraschungen&ldquo; zu vermeiden.<\/p><p><em>Dass Geopolitik schwerer wiegt als nackte Zahlen, zeigt die &Uuml;bernahme der serbischen NIS-Raffinerie durch die MOL. Es ist ein offenes Geheimnis, dass der serbische Staat als K&auml;ufer auftreten wollte und bereit war, f&uuml;r die Anteile von Lukoil und Rosneft bis zum Doppelten des ungarischen Angebots zu zahlen. Doch am Ende entschied nicht der h&ouml;chste Preis, sondern der Eigent&uuml;mer: Die russische Seite gab den Ungarn den Vorzug &ndash; ein Deal, den Washington stillschweigend billigte und den Belgrad schlie&szlig;lich akzeptieren musste. Diese Transaktion beweist: Im Energiegesch&auml;ft sind Vertrauen und langfristige strategische Allianz oft die h&auml;rtere W&auml;hrung als das h&ouml;chste Gebot.<\/em><\/p><p><strong>Damit w&auml;re die MOL nun ein zentraler Akteur auf dem Balkan. Aber wie sichert man dieses neue Portfolio physisch ab, wenn die alten Versorgungswege wegbrechen?<\/strong><\/p><p>Solange Ungarn Zugang zu russischem &Ouml;l hat, wird die Raffinerie in Pan&#269;evo k&uuml;nftig &uuml;ber die neue Leitung Algy&#337; &ndash; Novi Sad versorgt. Diese Verbindung wird derzeit im Eiltempo realisiert und schlie&szlig;t Serbien an das kroatische Janaf-System (Adria-Pipeline) an.<\/p><p>Das Ergebnis ist ein strategischer Doppelsieg: Einerseits wird die Roh&ouml;lversorgung diversifiziert, andererseits entstehen neue Produktleitungen, &uuml;ber die Kraftstoffe aus Pan&#269;evo in die gesamte mitteleurop&auml;ische Region flie&szlig;en k&ouml;nnen. Serbien wird so viel enger in den EU-Binnenmarkt eingebunden. Mit dem Einstieg der MOL gewinnt das Portfolio eine echte mitteleurop&auml;ische Dimension und sichert Budapest langfristig einen massiv erweiterten strategischen Handlungsspielraum.<\/p><p><strong>Aber wie verkauft man diese n&uuml;chterne Realpolitik den W&auml;hlern? Die staatliche Deckelung der Energiekosten wird in Br&uuml;ssel gern als marktentstellender Populismus gebrandmarkt. Welches politische Gewicht hat dieses Schutznetz im aktuellen Wahlkampf?<\/strong><\/p><p>Damit verh&auml;lt es sich wie mit den Ma&szlig;nahmen gegen die Migration. Erst wurde die Regierung als &bdquo;faschistisch&ldquo; tituliert und von der EU bestraft. Heute sagt man in der gesamten Union dasselbe wie Viktor Orb&aacute;n im Jahr 2016. Auch die Nebenkostensenkung wurde als marktfeindlich gebrandmarkt. Nun d&auml;mpfen viele Staaten mit &auml;hnlichen Ma&szlig;nahmen die Krisenauswirkungen f&uuml;r die Bev&ouml;lkerung. Das ist ein scheinheiliges Verhalten.<\/p><p>Was den Wahlkampf betrifft: Die Regierung beweist seit Langem, dass Populismus keine schlechte Sache sein muss. Die Macht l&auml;sst die Hand der Bev&ouml;lkerung nicht los. Dem Durchschnittsb&uuml;rger ist das egal, solange die Stabilit&auml;t gewahrt bleibt. &Uuml;brigens ist das kein Wundermittel. Auch Unzufriedene genie&szlig;en die Vorteile dieser Politik und w&auml;hlen dann doch die Opposition. Aber besonders die &auml;rmeren Schichten z&auml;hlen auf die F&uuml;rsorge des Staates und w&auml;hlen Orb&aacute;n.<\/p><p>Ob diese Politik nachhaltig ist? Sicher nicht bis in alle Ewigkeit. Aber hoffentlich dauert die Krise nicht ewig. Bei den Kraftstoffen gibt es wegen des hohen Steueranteils noch Reserven. Zudem sind die russischen Energietr&auml;ger sp&uuml;rbar billiger. Bei langfristigen Vertr&auml;gen ist die Situation kalkulierbarer. Ein wichtiger Aspekt ist auch, dass die Dienstleister teilweise in staatlichem Eigentum sind. Das erh&ouml;ht den Handlungsspielraum massiv.<\/p><p><em>Wenige Tage vor der Parlamentswahl am kommenden Sonntag ger&auml;t Ungarn ins Kreuzfeuer globaler Strategien. W&auml;hrend US-Vizepr&auml;sident James D. Vance Ministerpr&auml;sident Viktor Orb&aacute;n am Dienstag mit einem 500-Millionen-Dollar-&Ouml;ldeal gegen Br&uuml;ssel unterst&uuml;tzt, versch&auml;rfen Bundeskanzler Friedrich Merz und der ukrainische Pr&auml;sident Wolodymyr Selenskyj den Druck auf die ungarische Versorgungssicherheit.<\/em><\/p><p><strong>Herr Stier, US-Vizepr&auml;sident J. D. Vance hat Viktor Orb&aacute;n am Dienstag in Budapest als &bdquo;profundesten Anf&uuml;hrer Europas in der Energiesicherheit&ldquo; geadelt. Hinter dem zeremoniellen Lob steht ein harter Deal: Der Kauf von 500.000 Tonnen US-Roh&ouml;l im Wert von einer halben Milliarde US-Dollar. W&auml;hrend der Rest der EU im Sog von Sanktionen und des Iran-Konflikts &ouml;konomisch erodiert &ndash; fungiert dieser Ausbau der transatlantischen Energie-Achse als eine Art strategische &bdquo;Lebensversicherung&ldquo; f&uuml;r Budapest?<\/strong><\/p><p>Nichts ist f&uuml;r die Ewigkeit, und es ist auch keine hundertprozentige Lebensversicherung &ndash; man sieht ja, dass Washington sich in die ungarisch-ukrainischen EU-Streitigkeiten nicht einmischt und Ungarn nicht verteidigt &ndash;, aber im Bedarfsfall k&ouml;nnte Orb&aacute;n auf Trump z&auml;hlen. Nat&uuml;rlich g&auml;be es auch diese Hilfe nicht umsonst.<\/p><p><strong>Es halten sich hartn&auml;ckige Ger&uuml;chte, dass hinter der drastischen Erh&ouml;hung der kroatischen Transitgeb&uuml;hren in Wahrheit das Berliner Kanzleramt unter Friedrich Merz steckt. Erleben wir gerade, wie europ&auml;ische Infrastrukturen als geopolitische Waffe gegen ein unliebsames EU-Mitglied instrumentalisiert werden?<\/strong><\/p><p>Alle Anzeichen deuten darauf hin. Bisher hat Berlin nur hinter den Kulissen intrigiert, w&auml;hrend Friedrich Merz Ungarn nun bereits offen droht. Was sich in der EU rund um die ungarische Energiepolitik abspielt, zeigt deutlich die Zerrissenheit der Union. Ungarn kann Br&uuml;ssel nicht vertrauen, w&auml;hrend Budapest seitens der EU-F&uuml;hrung unter Generalverdacht gestellt wird.<\/p><p><strong>Ein absurdes Detail der aktuellen Krise: Ungarn und die Slowakei st&uuml;tzen die ukrainische Strom- und Dieselversorgung massiv &ndash; oft ironischerweise auf Basis russischer Rohstoffe. Welcher Logik folgt Kiew, wenn es ausgerechnet jene Pipelines blockiert, die das eigene Hinterland am Leben halten?<\/strong><\/p><p>Hass macht blind und l&auml;sst einen nicht rational denken. Zudem glaubt Kiew, dass immer jemand zur Hilfe eilen wird. Da w&auml;re ich mir nicht so sicher. Und noch etwas: F&uuml;r die ukrainische F&uuml;hrung spielt der Preis keine Rolle, da nicht sie ihn bezahlt. Vorerst.<\/p><p><strong>Beobachter sprechen von einer regelrechten Fluchtbewegung: Deutsche Autohersteller weichen vor der Berliner Energiepolitik nach Ungarn aus. Inwieweit profitiert der Standort Ungarn faktisch von dieser Deindustrialisierung Deutschlands?<\/strong><\/p><p>Die deutschen Autohersteller haben Ungarn nicht erst jetzt gefunden. Dass sich diese Zusammenarbeit f&uuml;r alle lohnt, zeigt sich darin, dass sie trotz der Spannungen im bilateralen Verh&auml;ltnis funktioniert. Die ungarische Wirtschaft profitiert davon, obwohl sie den deutschen Firmen aufgrund des Wettbewerbs um Investitionen in der Region erhebliche Verg&uuml;nstigungen gew&auml;hrt. Diese Situation stabilisiert den Arbeitsmarkt und treibt auch das BIP nach oben.<\/p><p><strong>Am 5. Februar wurde mit dem Bau beim russischen Paks-II-Projekt in Ungarn begonnen, w&auml;hrend US-Au&szlig;enminister Marco Rubio genau zu diesem Zeitpunkt ein Abkommen &uuml;ber die kleinen modularen Reaktoren (SMR) der USA unterzeichnete. Ist diese Strategie machbar? Vertragen sich die zwei rivalisierenden Nukleartechnologien nebeneinander, ohne das Land in unkontrollierbare Abh&auml;ngigkeiten zu st&uuml;rzen?<\/strong><\/p><p>Diese Abh&auml;ngigkeit ist gegenseitig und zum beiderseitigen Vorteil; zwischen Budapest und Moskau funktioniert das seit Jahrzehnten. Was die US-amerikanischen oder franz&ouml;sischen Zulieferungen betrifft, so hat die ungarische Regierung damit die &ndash; nach langem Hin und Her endlich eingekehrte &ndash; Ruhe um das Projekt &bdquo;gekauft&ldquo;.<\/p><p>Daher ist es unverst&auml;ndlich, dass Siemens aus ideologischen Gr&uuml;nden von der eigenen Regierung [der deutschen Bundesregierung] vom Paks-II-Projekt ausgeschlossen wurde. Was das SMR-Gesch&auml;ft mit den USA betrifft, so hat Ungarn daran vorerst keinen dringenden Bedarf. Es fehlt auch das Geld daf&uuml;r, zudem verf&uuml;gen die USA derzeit selbst noch nicht &uuml;ber einsatzbereite kleine modularen Reaktoren. Doch mit diesem Gesch&auml;ft konnte man die ungarisch-amerikanische Zusammenarbeit &bdquo;&ouml;len&ldquo;. Problematischer ist der nukleare Brennstoff von Westinghouse, da es sich dort um zwei verschiedene Technologien handelt, aber warten wir auch da das Ende ab.<\/p><p><strong>Fabio De Masi vom BSW meint, deutsche Steuerzahler m&uuml;ssten Ungarn eigentlich f&uuml;r seine Standhaftigkeit danken, da Budapest Milliardenverluste f&uuml;r die europ&auml;ische Industrie abwendet. Verleiht diese Sch&uuml;tzenhilfe aus Deutschland der ungarischen Regierung sp&uuml;rbaren R&uuml;ckenwind bei den Verhandlungen in Br&uuml;ssel?<\/strong><\/p><p>Wie wir sehen, gar nicht, da Kanzler Merz der ungarischen Regierung wegen der Blockade bereits mit ernsthaften Konsequenzen droht.<\/p><p><strong>F&uuml;nf Tage vor der Wahl steht die TISZA-Partei im Rampenlicht. Ist diese Bewegung ein echtes, von unten gewachsenes ungarisches Ph&auml;nomen &ndash; oder fungiert sie eher als Vehikel f&uuml;r externe Kr&auml;fte, die in Budapest endlich den langersehnten Machtwechsel erzwingen wollen?<\/strong><\/p><p>Lassen wir diesen Begriff &bdquo;Systemwechsel&ldquo; als Kampagnen-Slogan beiseite. Wenn es dazu kommt, wird es ein Machtwechsel sein. Und zwar deshalb, weil der Fidesz nach 16 Jahren erm&uuml;det ist; im letzten Zyklus hat er zudem nicht nur mehr als &uuml;blich Fehler gemacht, sondern auch die &auml;u&szlig;eren Umst&auml;nde waren dem Erhalt der wirtschaftlichen Stabilit&auml;t nicht f&ouml;rderlich.<\/p><p>Aus dieser Unzufriedenheit ist die Tisza gewachsen, die am Anfang vor allem von P&eacute;ter Magyar, dem Vorsitzenden der Partei, und seinen Rachegel&uuml;sten getrieben wurde, woraufhin dann auch externe Kr&auml;fte die Chance in der Partei witterten, Orb&aacute;n abzul&ouml;sen. Die Opposition ist auch deshalb stark, weil sie im Gegensatz zu fr&uuml;her nicht gespalten ist, und der fr&uuml;here Zauber des Fidesz ist gebrochen. Hinzu kommt, dass hinter den unbestreitbaren au&szlig;enpolitischen Erfolgen ernsthafte wirtschaftliche Probleme, ein schlechter Stil und Korruption stehen. So kann es passieren, dass, w&auml;hrend in Europa gerade jene politischen Kr&auml;fte erstarken, die durch Viktor Orb&aacute;n gepr&auml;gt sind, in Ungarn gegen diesen Trend ein Machtwechsel stattfindet.<\/p><p><strong>Es wirkt wie ein Paradoxon: International ist Orb&aacute;n der Ideengeber f&uuml;r die europ&auml;ische Rechte, doch im eigenen Land k&auml;mpft er um sein politisches &Uuml;berleben. In dieser brenzligen Lage f&auml;llt die extreme Rhetorik aus Kiew auf &ndash; spielt diese aggressive Einmischung der Opposition in die H&auml;nde oder bewirkt sie das Gegenteil?<\/strong><\/p><p>Ich halte es f&uuml;r ungl&uuml;cklich, dass die Ukraine-Frage zu einem der zentralen Themen des Wahlkampfs geworden ist. Die ungarische Gesellschaft ist in dieser Frage gespalten, weil sie auch dies durch das Prisma der Einstellung zu Orb&aacute;n betrachtet.<\/p><p>Doch noch erstaunlicher ist, wie die ukrainische F&uuml;hrung sich gegen&uuml;ber Ungarn verh&auml;lt. Es ist, als ob Pr&auml;sident Wolodymyr Selenskyj und sein Team beleidigt w&auml;ren, weil es ein Land gibt, das keinen Krieg will und Nein zu einer &uuml;bereilten EU-Integration der Ukraine sagt. In diesem Geist greifen sie offen in den Wahlkampf ein und tun alles daf&uuml;r, dass Viktor Orb&aacute;n st&uuml;rzt. Die ukrainische F&uuml;hrung merkt in ihrem Hass nicht einmal, dass sie mit diesen groben &Auml;u&szlig;erungen im Kneipenstil im Wesentlichen all das best&auml;tigt, was Orb&aacute;n behauptet. So macht derzeit gerade Selenskyj am effektivsten Wahlkampf f&uuml;r den Sieg des Fidesz.<\/p><p><strong>Trotz dieser &bdquo;Wahlhilfe&ldquo; durch Selenskyj bleibt das Narrativ der &bdquo;&auml;u&szlig;eren Einmischung&ldquo; das bestimmende Thema. In Br&uuml;ssel und Washington wird bereits jetzt vor der &bdquo;russischen Karte&ldquo; gewarnt. Erleben wir hier eine reale Gefahr oder den Versuch, ein missliebiges Wahlergebnis bereits im Vorfeld moralisch zu diskreditieren?<\/strong><\/p><p>In Wahlen wurde schon immer und &uuml;berall eingegriffen &ndash; im Zeitalter der sozialen Medien ist dies fast unvermeidlich geworden. Dabei beobachten wir oft, wie sich verschiedene Interventionen gegenseitig neutralisieren. Die sozialen Medien sind jedoch ein besonders effektives Werkzeug der Einflussnahme: Wir erleben pers&ouml;nlich, wie in diesem digitalen Raum konservative Ansichten unterdr&uuml;ckt oder gar gesperrt werden. Das ist eine eindeutige Einmischung &ndash; und zwar explizit gegen die konservativen Kr&auml;fte.<\/p><p>Parallel dazu wird bereits das Narrativ f&uuml;r den Fall eines Fidesz-Sieges vorbereitet: Man will das Ergebnis vorab als Produkt russischer Manipulation delegitimieren. Davon handeln die aktuellen Artikel in der <em>Washington Post<\/em> oder der <em>Financial Times<\/em>. Wie schon in Rum&auml;nien, Moldau oder nach den US-Wahlen 2016 wird hier die &bdquo;russische Karte&ldquo; gespielt. Das Ziel ist die Diskreditierung des Wahlsiegs und die Infragestellung der demokratischen Legitimit&auml;t. Dieses Drehbuch ist hinl&auml;nglich bekannt. Ob die Russen tats&auml;chlich nachweislich eingegriffen haben, spielt dabei f&uuml;r die Akteure keine Rolle. Es geht allein darum, die Legitimit&auml;t der Regierung zu schw&auml;chen &ndash; selbst um den Preis einer innenpolitischen Destabilisierung.<\/p><p><strong>Warum herrscht eigentlich dieses Schweigen &uuml;ber die dokumentierten Einmischungsversuche Kiews oder den sanften Druck des Br&uuml;sseler Mainstreams, w&auml;hrend man sich ausschlie&szlig;lich auf die &bdquo;russische Gefahr&ldquo; fokussiert?<\/strong><\/p><p>Es reicht, Bundeskanzler Friedrich Merz zuzuh&ouml;ren: Man sp&uuml;rt deutlich, dass es hier l&auml;ngst nicht mehr nur um Sympathiebekundungen geht, sondern um konkrete Drohungen. Eines ist sicher: So haben wir uns die westliche Demokratie vor vier Jahrzehnten nicht vorgestellt.<\/p><p><strong>Blicken wir auf die Zielgerade: Der Wahlkampf ist zu einer Schlammschlacht aus Spionagevorw&uuml;rfen und Geheimdienstleaks verkommen. Was ist Ihre pers&ouml;nliche Prognose f&uuml;r den 12. April?<\/strong><\/p><p>Dieser Wahlkampf ist gleichzeitig sehr hart und extrem interessant. Beide Seiten arbeiten enorm viel, erreichen damit aber eher nur das eigene Lager. W&auml;hrend der Fidesz die &bdquo;ukrainische Karte&ldquo; ausspielt, spielt die Tisza die &bdquo;russische Karte&ldquo;.<\/p><p>Gegen P&eacute;ter Magyar spricht, dass sein Programm sich im Wesentlichen auf den Sturz von Orb&aacute;n beschr&auml;nkt. Nach dem Hochfahren der Spionagevorw&uuml;rfe kam nun US-Vizepr&auml;sident Vance am Dienstag nach Budapest. Ich denke, dass derzeit die Chancen des hochgefahrenen Fidesz um ein Haar besser sind und er 106 bis 110 Mandate [von insgesamt 199] erringen k&ouml;nnte.<\/p><p><strong>Sollte am Sonntag tats&auml;chlich ein Machtwechsel erfolgen &ndash; wie viel realen Spielraum h&auml;tte eine neue Regierung &uuml;berhaupt, um die tief verwurzelten Beziehungen zu Moskau und Peking zu kappen, ohne das Land in den Staatsbankrott zu f&uuml;hren?<\/strong><\/p><p>Die Opposition rechnet mit den bisher zur&uuml;ckgehaltenen europ&auml;ischen Geldern. Es besteht kaum ein Zweifel, dass im Falle ihres Sieges die Br&uuml;sseler Bedenken pl&ouml;tzlich verschwinden w&uuml;rden und die Rechtsstaatlichkeit auf einmal &bdquo;wiederhergestellt&ldquo; w&auml;re. Die EU w&uuml;rde im Gegenzug erwarten, dass die Regierung Moskau und Peking den R&uuml;cken kehrt.<\/p><p>Da dies jedoch auch die &uuml;brigen europ&auml;ischen L&auml;nder auf recht scheinheilige Weise tun, w&uuml;rde Budapest wohl auch nicht sofort und vollst&auml;ndig damit brechen. Egal welche Regierung Ungarn haben wird, sie muss das wirtschaftliche Problem bew&auml;ltigen. W&auml;hrend der Fidesz dies auf die bisher bekannte Weise tun w&uuml;rde, t&auml;te es die Tisza mit Steuererh&ouml;hungen und dem Erlangen der europ&auml;ischen Gelder. Dies h&auml;tte jedoch einen hohen Preis.<\/p><p><strong>Vielen Dank f&uuml;r dieses ausf&uuml;hrliche Gespr&auml;ch, Herr Stier.<\/strong><\/p><p><small>Titelbild: Hirado.hu \/ Horv&aacute;th P&eacute;ter Gyula <\/small><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/7469907a5374403483143e260f2e7ed9\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>W&auml;hrend Westeuropa in Folge der eigenen Sanktionspolitik &ouml;konomisch erodiert, verfolgt Budapest einen Kurs, der in Br&uuml;ssel als offene Provokation gilt: 92 Prozent des ungarischen Roh&ouml;ls stammen weiterhin aus Russland. Dahinter steckt kein ideologisches Bekenntnis, sondern eine n&uuml;chterne Interessenpolitik, die auf Versorgungssicherheit und Preisstabilit&auml;t setzt. Das Paradoxe daran: Trotz der engen Bindung an russische Pipelines &uuml;bererf&uuml;llt<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=148893\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":148894,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[169,162,209,190],"tags":[1754,651,1334,877,2182,783,3236,670,1191,259,260,668,1347,467],"class_list":["post-148893","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aussen-und-sicherheitspolitik","category-energiepolitik","category-interviews","category-wahlen","tag-energieversorgung","tag-energiewirtschaft","tag-erdoel","tag-erdgas","tag-erneuerbare-energie","tag-merz-friedrich","tag-mineraloelwirtschaft","tag-orban-viktor","tag-populismus","tag-russland","tag-ukraine","tag-ungarn","tag-wahlkampf","tag-wahlprognose"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/260408-iv-stier.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/148893","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=148893"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/148893\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":148914,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/148893\/revisions\/148914"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/148894"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=148893"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=148893"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=148893"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}