{"id":14931,"date":"2012-11-02T08:53:53","date_gmt":"2012-11-02T07:53:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14931"},"modified":"2012-11-02T08:53:53","modified_gmt":"2012-11-02T07:53:53","slug":"hinweise-des-tages-1752","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14931","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;Mehr&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (WL\/JB)<br>\n<!--more--><\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14931#h01\">&bdquo;Rommel&rdquo;-Film in der ARD &ndash; Der arme, arme Feldmarschall<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14931#h02\">Wolfgang M&uuml;nchau &ndash;  Das gro&szlig;e Einmaleins<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14931#h03\">Gerd Bosbach &ndash;  Da wird gelogen, was das Zeug h&auml;lt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14931#h04\">Lucas Zeise: Die Macht der Zentralbank<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14931#h05\">Arbeitslosenquote des Euroraums bei 11,6% &ndash; Quote der EU27 bei 10,6%<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14931#h06\">Das zweite Experiment &ndash; Griechenland als neues Chile<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14931#h07\">Deutsche Bank ist &ldquo;Too Big to Fail&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14931#h08\">Baroin enth&uuml;llt geheime Geschichten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14931#h09\">Spaniens Anti-Merkel-Poet<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14931#h10\">Ums&auml;tze im Einzelhandel &ndash; Deutsche in Kauflaune<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14931#h11\">Zielvereinbarungen: An der langen Leine<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14931#h12\">Tarifbindung in Deutschland &ndash; wo ist sie geblieben?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14931#h13\">Armut findet in der Postdemokratie nicht statt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14931#h14\">Hartz-IV-Empf&auml;nger in M&uuml;nchen &ndash; Hungern ist die halbe Miete<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14931#h15\">Berlin: Senat-RWE-Wasserdeal von 654 Mio. EU<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14931#h16\">Separatismus: In Teilen erfolgreich<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14931#h17\">Robert Reich &ndash; If You Succumb to Cynicism, The Regressives Win it All<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14931#h18\">Jeffrey Sachs &ndash; Vom Tellerw&auml;scher zum Tellerw&auml;scher<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14931&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>&bdquo;Rommel&rdquo;-Film in der ARD &ndash; Der arme, arme Feldmarschall<\/strong><br>\nEs menschelte gewaltig. Ulrich Tukur lie&szlig; Hitlers Lieblingsgeneral Erwin Rommel geradezu nett erscheinen. Als Film ein Ereignis &ndash; als Geschichtsstunde gruselig&hellip;<br>\nIn zwei Weltkriegen hat er viele Zehntausende in die Schlacht gef&uuml;hrt; immer auf der Suche nach Ruhm, Lorbeer und dem n&auml;chsten Orden. Eine breite Blutspur hat er in oft unsinnigen Gefechten gezogen. Er liebte den Krieg. Er spielte das Spiel. Und er wollte gewinnen. Nicht wenig hat diese Art von Militarismus dazu beigetragen, dass die erste H&auml;lfte des 20. Jahrhunderts ein furchtbares Gemetzel war&hellip;<br>\nSo bleibt vor allem eine Erkenntnis: Auch fast siebzig Jahre danach sind Hitlers schneidige Heerf&uuml;hrer die falschen Identifikationsfiguren f&uuml;r das popul&auml;re Geschichtsdrama im Fernsehen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.stern.de\/kultur\/tv\/rommel-film-in-der-ard-der-arme-arme-feldmarschall-1918663.html\">Stern<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Ich kann dem Autor Stefan Schmitz nur zustimmen. Da wird in dem Film ein schon in der Nazi-Zeit als Held hochstilisierter Milit&auml;r und unerbittlicher Eroberungsbefehlshaber, der sowohl im Ersten als auch Zweiten Weltkrieg den &bdquo;Angriffskrieg&ldquo; zu seinem Lebensinhalt machte, als sympathischer Mensch (mit Dackel an seiner Seite) voller Skrupel zwischen Verehrung seines F&uuml;hrers und &ndash; als er die milit&auml;rische Niederlage vor Auge hatte &ndash; zumindest im Innern seines Herzens als Widerst&auml;ndler dargestellt.<br>\nErwin Rommel hat Hitler geradezu unterw&uuml;rfig &bdquo;gedient&ldquo;, vom &Uuml;berfall auf Polen, &uuml;ber den Einmarsch in die Tschechei, &uuml;ber den &bdquo;W&uuml;stenkrieg&ldquo;, &uuml;ber die aussichtslose Abwehr der Landung der Westalliierten in der Normandie, ja bis zu seinem Selbsttod. Nicht ein Dokument hat er selbst hinterlassen, dass er &bdquo;seinen F&uuml;hrer&ldquo; oder die Naziherrschaft ablehnte, geschweige denn Widerstand dagegen leistete. Selbst in seinem &bdquo;Freitod&ldquo; folgte er seinem F&uuml;hrer und hat in Kauf genommen, dass sein &bdquo;Staatsbegr&auml;bnis&ldquo; f&uuml;r die Nazipropaganda missbraucht werden konnte.<br>\nWenn er &uuml;berhaupt ins Zweifeln kam, so ausschlie&szlig;lich aus milit&auml;rischen Gr&uuml;nden und weil sein &bdquo;Sieger-Mythos&ldquo; in Frage stand.<br>\nDargestellt wurde Rommel als ehrenwerter Milit&auml;r, der nichts von Politik verstand oder wissen und nur &bdquo;seinem Vaterland&ldquo; dienen wollte. Der, obwohl er an der Seite Hitlers nach Polen reiste und dort eine zeitlang Kommandant war, nichts von dem Massenmord an Polen und Juden gewusst haben soll, der &ndash; wohlgemerkt noch als Generalfeldmarschall in Frankreich &ndash; ber&uuml;hrt gewesen sein soll, als er die Fotos vom Abtransport nackter Juden in die Vernichtungslager auch aus diesem Land erfahren haben soll. Der nichts davon wissen sollte, dass die SS  bei der Verfolgung von franz&ouml;sischen Widerstandsk&auml;mpfern &ndash; wie z.B. Oradour &ndash; in grausamster Weise Zivilisten massakrierte.<br>\nAuch die Verantwortung der ihn in dem Film umgebenden Generalskameraden f&uuml;r deren verbrecherische Befehle an der &bdquo;Ostfront&ldquo; blieb in dem Film au&szlig;en vor.<br>\nWenn es so war, dass die Widerstandsk&auml;mpfer des 20. Juli Rommel als &bdquo;Kopf&ldquo; f&uuml;r ein neues Deutschland ausersehen haben sollten, ist das eigentlich nichts anderes als ein Beleg daf&uuml;r, dass dieser Widerstand einiger Weniger aus der Milit&auml;rf&uuml;hrung eher von der Uneinsichtigkeit Hitlers in die unausweichliche milit&auml;rische Niederlage des &bdquo;Dritten Reiches&ldquo; und als Rettung der &bdquo;Ehre&ldquo; der Wehrmacht motiviert war, als dass der Attentatsversuch ein Signal f&uuml;r ein demokratisches Deutschland eingeordnet werden k&ouml;nnte. Wozu brauchte man in einem friedlichen Deutschland einen &bdquo;W&uuml;stenfuchs&ldquo; als &bdquo;Gallionsfigur des Umsturzes&ldquo;? Aber auch dazu konnte sich Rommel nicht durchringen und dennoch wird in Kreisen der Bundeswehr und der Bev&ouml;lkerung bis heute an der Legende des Widerstandsk&auml;mpfers und heldenhaften und untadeligen Soldaten gestrickt. (Wie hie&szlig; es doch in Stuttgart als Rommels Sohn Manfred in Stuttgart  zum Oberb&uuml;rgermeister kandidierte: &bdquo;En Stuagart sonst koiner, als dem Rommele sei Kloiner!&ldquo;)<br>\nDer Rommel-Film in der ARD reiht sich ein in die Rechtfertigungsversuche der deutschen Wehrmacht gegen&uuml;ber den Verbrechen der Nazidiktatur, die  auch der enge Vertraute und treue Diener Hitlers, Rommel, bis zur Einsicht in die Niederlage milit&auml;risch st&uuml;tzte.<br>\nDer Film ist jedenfalls f&uuml;r den Geschichtsunterricht absolut ungeeignet. Die sich an den Film anschlie&szlig;ende Dokumentation bot mehr Aufkl&auml;rung, als das aufwendig gemachte Epos. Leider ber&uuml;hren Fakten die Einstellung von Menschen weniger, als die erfundene und menschelnde Geschichte eines letztlich netten Feldmarschalls, der in Tatort-Manier pr&auml;sentiert wird.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Wolfgang M&uuml;nchau &ndash;  Das gro&szlig;e Einmaleins<\/strong><br>\nKann sich Europa aus seiner Schuldenkrise heraussparen? Neue Daten des Internationalen W&auml;hrungsfonds legen nahe: Sparbeschl&uuml;sse beeintr&auml;chtigen das Wachstum st&auml;rker als bislang angenommen. Wer den Haushalt dann weiter zusammenk&uuml;rzt, ger&auml;t in einen Teufelskreis. Hei&szlig;t das, dass man nicht sparen darf, wenn der Multiplikator &uuml;ber eins liegt? Nicht unbedingt, aber Sie m&uuml;ssen zwei Dinge beachten. Zun&auml;chst m&uuml;ssen Sie sich dar&uuml;ber im Klaren sein, dass ein Sparprogramm den Schuldenstand im ersten Jahr erh&ouml;ht. Sie kommen erst zu einem unbestimmten sp&auml;teren Zeitpunkt wieder auf das urspr&uuml;ngliche Schuldenniveau zur&uuml;ck, und erst danach wird es besser. Vor allem aber d&uuml;rfen Sie nicht jedes Jahr neue Sparprogramme auferlegen, weil Sie damit jedes Jahr erneut diesen perversen Kurzfrist-Effekt haben. Genau das ist in Griechenland passiert, wo die Schulden zu Anfang der Krise bei 110 Prozent lagen und jetzt bei 170 Prozent. Das gleiche Drama wiederholt sich jetzt in Italien, Spanien und sogar in den Niederlanden. Man rennt einer Zahl hinterher &ndash; in diesem Fall einer Neuverschuldungsquote von 3 Prozent &ndash; verpasst das Ziel, weil das Wachstum kurzfristig f&auml;llt und die Steuereinnahmen fallen und legt dann ein neues Sparprogramm auf, das genau den gleichen Kreis durchl&auml;uft. Man hofft irgendwie, dass die Weltwirtschaft in Schwung kommt, und dass die Exporte das Land wieder hochziehen. Aber die Eurokrise behindert auch den Aufschwung der Weltwirtschaft. So ger&auml;t man in einen Teufelskreis des Sparens. &ndash; Wenn der IWF aber Recht haben sollte und wenn die europ&auml;ischen L&auml;nder ihre derzeitige Haushaltspolitik fortsetzen, dann steht ihnen eine Schuldenexplosion bevor &ndash; nicht obwohl sie sparen, sondern weil sie es tun.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/wann-sparprogramme-funktionieren-und-wann-nicht-a-864421.html\">Spiegel Online<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.imf.org\/external\/pubs\/ft\/weo\/2012\/02\/pdf\/text.pdf\">World Economic Outlook 2012 [PDF &ndash; 10.5 MB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Die NachDenkSeiten hatten bereits auf die neuen Erkenntnisse des IWF hingewiesen, allerdings kann auf diese Neuberechnung des Sparmultiplikators nicht h&auml;ufig genug hingewiesen werden. Nat&uuml;rlich haben die NDS schon h&auml;ufig darauf verwiesen, dass der Austerit&auml;tskurs vor allem der Troika eine Abw&auml;rtsspirale erzeugt. Wenn nun der IWF erkl&auml;rt, dass bei einem Multiplikator von &uuml;ber eins eine Wirtschaft schneller schrumpft als der Staatshaushalt, sich also die Schuldensituation versch&auml;rft, hat dies nat&uuml;rlich ein viel gr&ouml;&szlig;eres Gewicht. Wenn man bedenkt, dass der IWF &uuml;ber Jahrzehnte die Krisen in vielen Entwicklungsl&auml;ndern mit &auml;hnlichen Austerit&auml;tsrezepten behandelt hat, ist die Erkenntnis des IWF geradezu eine Sensation. Nat&uuml;rlich war auch dem Mainstream schon lange bekannt, dass Haushaltseinsparungen des Staates zu Wachstumseinbr&uuml;chen f&uuml;hren. Allerdings ging man immer davon aus, dass dieser einmalige R&uuml;ckgang relativ gering ausfallen w&uuml;rde und in den Folgejahren relativ schnell das urspr&uuml;ngliche Niveau erreicht werden w&uuml;rde. Neben dem h&ouml;heren Multiplikator kommt nun hinzu, wie M&uuml;nchau betont, dass in Europa auf einem Sparprogramm sofort das n&auml;chste folgte und, wenn dieses keinen Erfolg brachte, sofort wieder ein neues aufgelegt wurde. Meine Hoffnung ist allerdings gering, dass sich die deutsche Regierung den Erkenntnissen des IWF anschlie&szlig;t, der auf dieser Grundlage bereits eine zeitliche Streckung der Sparvorgaben fordert. Wahrscheinlich ist, dass der deutsche &ouml;konomische Mainstream sich in vorauseilenden Gehorsam aufmachen wird, die IWF-Erkenntnisse zu widerlegen bzw. klein zu reden. Mit der zeitlichen Streckung ist es allerdings nicht getan. Einerseits muss viel intelligenter gespart werden &ndash; die K&uuml;rzung von Bildungsausgaben in einer strukturell Kerneuropa nachhinkende Volkswirtschaft ist ein Beispiel f&uuml;r dummes Sparen &ndash;, andererseits m&uuml;ssen endlich Langfristprojekte anlaufen, die diese L&auml;nder in die Lage versetzen, der Konkurrenz der zentraleurop&auml;ischen Unternehmen standzuhalten bzw. ihre Nischenproduktion zu finden.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Gerd Bosbach &ndash;  Da wird gelogen, was das Zeug h&auml;lt<\/strong><br>\nIn unseren Medien wimmelt es von statistischen Angaben &ndash; viele von ihnen sollen bewu&szlig;t hinters Licht f&uuml;hren. Ein Gespr&auml;ch mit Gerd Bosbach: Viele Beispiele in dem Buch kommen aus dem Medienbereich. Ich hatte aber auch eine zweite Gruppe im Visier: die Politiker. Viele von ihnen l&uuml;gen bewu&szlig;t mit Zahlen, um das durchzusetzen, was sonst nicht durchsetzbar w&auml;re: Fangen wir mit dem aktuellen Kanzlerkandidaten der SPD an, Peer Steinbr&uuml;ck. Auf einer fr&uuml;heren Kundgebung, damals noch Regierungschef in NRW, schw&auml;rmt er davon, da&szlig; in Nordrhein-Westfalen 2000 Lehrer neu eingestellt wurden, der Jugend also die angemessene Aufmerksamkeit geschenkt werde. Das war zweifellos richtig &ndash; richtig war aber auch, da&szlig; im selben Jahr 2200 Lehrer pensioniert wurden. Auch wenn es formal nicht stimmt, ich nenne das L&uuml;gen mit Zahlen.  Eine beliebte L&uuml;ge ist auch das Hochrechnen kleiner Zahlen &uuml;ber viele Jahre hinweg. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte gelobt, 18 Milliarden Euro mehr in die Bildung zu stecken. Sie erw&auml;hnte jedoch nicht, da&szlig; das Bildungswesen sich diese Summe mit der Forschung teilen mu&szlig;. Und sie erkl&auml;rte auch nicht, da&szlig; die genannte Summe sich nicht auf das kommende Jahr bezieht, sondern &uuml;ber neun Jahre gestreckt wird. Unter dem Strich kommt f&uuml;r das Bildungswesen deutlich weniger als zwei Milliarden Euro pro Jahr heraus.<br>\nLeider geht der Einflu&szlig; der Politik stark in die Ministerien und untergeordnete Beh&ouml;rden hinein. Nehmen wir die Arbeitslosen-Statistik der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit: Ihre Bemessungsgrundlagen wurden seit Mitte der 80er Jahre 17 Mal ge&auml;ndert &ndash; 16 der &Auml;nderungen f&uuml;hrten zu niedrigeren offiziellen Arbeitslosenzahlen. Insgesamt stehen heute den 2,7 Millionen offiziellen Arbeitslosen &uuml;ber f&uuml;nf Millionen Bezieher von Arbeitslosengeld I oder II gegen&uuml;ber. Und auch die 4,9 Millionen registrierten Arbeitssuchenden sprechen deutlich gegen die offizielle Darstellung. Die &raquo;Stille Reserve&laquo; von etwa 1,2 Millionen komplettiert das traurige Bild, auch wenn hier die Statistik unschuldig ist.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2012\/11-01\/059.php\">junge Welt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Lucas Zeise: Die Macht der Zentralbank<\/strong><br>\nAnfang des Sommers lieferte Draghi ein Meisterst&uuml;ck ab. Er versprach &ouml;ffentlich, da&szlig; die EZB wieder Staatsanleihen der Euro-L&auml;nder kaufen werde, die Probleme hatten, vom Finanzmarkt frisches Geld zu bekommen. Das Neue an Draghis &ouml;ffentlichem Bekenntnis bestand darin, da&szlig; er betonte, der Kauf von Staatsanleihen werde unbegrenzt stattfinden. Er l&ouml;ste damit eine politische Kontroverse aus. Vor allem aber erreichte er, da&szlig; die Kurse der Staatsanleihen der S&uuml;dl&auml;nder sich erholten (also ihre Renditen oder Zinsen sanken), ohne da&szlig; die EZB einen einzigen Euro ausgegeben hatte. Es folgte eine hitzige Debatte in der deutschen &Ouml;ffentlichkeit. Dabei wurden auf beiden Seiten die eigenartigsten Argumente vorgebracht. Sowohl auf der Rechten als auch der Linken waren die Lager gespalten. Rechts verlief die Front der Argumente etwa entlang der Linie Weidmann\/Draghi. Wobei die Weidmann-Position auf den neoliberalen Prinzipien beharrt, wonach die Staatsfinanzierung durch die Notenbank den Druck von der Politik nimmt, verantwortungsvoll mit dem Steuergeld umzugehen und damit langfristig der Geldentwertung Vorschub leistet. Die Linie Draghis dagegen lautet schlicht, da&szlig; man in der Stunde der Not mit Prinzipien nicht weiterkommt und da&szlig; im Interesse der Euro-Rettung die Zwischenfinanzierung der Staaten durch die Notenbank als Notbehelf vor&uuml;bergehend erforderlich sei.<br>\nAuch auf der Linken waren und sind die Meinungen gespalten. Von den einen werden die angek&uuml;ndigten Staatsanleihek&auml;ufe als &raquo;ganz richtig&laquo; (Rudolf Hickel, Memorandum-Gruppe), als &raquo;entscheidender Schritt zur &Uuml;berwindung der Krise&laquo; (Gustav Horn, Wissenschaftlicher Direktor des Instituts f&uuml;r Makro&ouml;konomie und Konjunkturforschung) oder mit &raquo;zu begr&uuml;&szlig;en&laquo; (Axel Troost, stellvertretender Parteivorsitzender Die Linke) bezeichnet. Andere beschweren sich dar&uuml;ber, da&szlig; mit den Staatsanleihek&auml;ufen &raquo;die EZB zur Giftm&uuml;llhalde f&uuml;r toxische Wertpapiere mutiert&laquo;, so die stellvertretende Parteivorsitzende der Linken Sahra Wagenknecht. &Auml;hnlich argumentiert auch Andreas Wehr, aus dessen in anderer Hinsicht ausgezeichneten Artikel in der jungen Welt (vom 13.10.2012) die meisten der obigen Zitate entnommen sind. Wehr h&auml;lt die K&auml;ufe von Staatsanleihen f&uuml;r eine &raquo;gigantische Sozialisierung privater Verluste&laquo;.<br>\nEs besteht umgekehrt kein Grund, von der Staatsfinanzierung durch die Notenbank besondere Nachteile f&uuml;r Steuerzahler, Konsumenten und\/oder Lohnabh&auml;ngige zu bef&uuml;rchten. Unter den zwei Varianten der Staatsfinanzierung, n&auml;mlich die &uuml;ber den Finanzmarkt oder die &uuml;ber die Notenbank, ist letztere allemal vorzuziehen. Der Vorwurf, die Notenbank werde damit zur &raquo;M&uuml;llhalde abgewerteter staatlicher Schuldpapiere&laquo;, wie ihn Wehr im oben genannten Artikel erhebt, trifft weder im allgemeinen, ja nicht einmal in diesem speziellen Fall des Kaufs von Staatsanleihen von bereits in Zahlungsschwierigkeiten befindlicher Staaten zu. Wie bei der letzten Kaufrunde wird die EZB auch dieses Mal die staatlichen Schuldpapiere mit Preisen erheblich unter pari, also mit einem geh&ouml;rigen Abschlag zum Ausgabekurs, erwerben. Und generell gilt, da&szlig; die Staaten immer noch die vergleichsweise besten Schuldner sind. Das &uuml;bliche Gesch&auml;ft der Notenbank, die Kredite an die privaten Banken zu vergeben, f&uuml;hrt jedenfalls dazu, da&szlig; die Bilanz der Notenbank mit sehr viel risikoreicheren Krediten und Bankanleihen vollgestopft wird. &ndash; Die Diskussion dar&uuml;ber, ob es der Notenbank erlaubt sei, Staatsfinanzierung zu betreiben, verdeckt leider fast komplett den eigentlichen Skandal. Der besteht darin, da&szlig; es der Willk&uuml;r der Notenbanker &uuml;berlassen bleibt, von welchem Staat, in welcher Form, wann und zu welchem Ende sie Staatsanleihen kaufen.  Sehr wohl aber erkl&auml;rt sie &ouml;ffentlich, was sie von den Regierungen verlangt, wenn diese in den Genu&szlig; des Kaufs ihrer Staatsanleihen kommen will. Diese Staaten m&uuml;ssen ein Hilfsersuchen an den Rettungsfonds ESM stellen und sich dann den in Br&uuml;ssel, Berlin und Frankfurt am Main formulierten Sparauflagen widerspruchslos unterwerfen. Dies wird von Draghi und den Vertretern seiner Mehrheitslinie auch offen einger&auml;umt. Es w&auml;re allerdings naiv zu glauben, der Durchbruch zur Rettung des Euro sei mit den nun institutionell abgesicherten und potentiell unbegrenzten Staatsanleihek&auml;ufen erreicht. Die Verbesserung der Lage in den Euro-Probleml&auml;ndern durch gn&auml;dig gew&auml;hrte etwas niedrigere Zinss&auml;tze wird aufgewogen durch die Restriktionsauflagen, die die EZB als oberster Kolonialverwalter &uuml;ber diese L&auml;nder verf&uuml;gt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2012\/10-19\/018.php\">junge Welt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Eine gelungene Einleitung in die Diskussion um den unbegrenzten Aufkauf von Staatsanleihen durch die EZB. Verdienstvoll ist auch der Hinweis auf die unterschiedlichen Positionen auf der Linken. W&auml;hrend der Bezug der deutschen Mainstreamdiskussion auf die steigende Geldmenge oder gar der Geldbasis als Ursache f&uuml;r Inflation angesichts erheblich sinkenden Inflationsraten in vielen Industrie- und Schwellenl&auml;ndern durch die Entwicklung seit Mitte der 80er Jahre widerlegt ist, ist die Diskussion auf der Linken interessanter.  In einem <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2012\/10-25\/020.php\">neueren Beitrag<\/a> meint Andreas Wehr , dass die Forderung Zeises einer Aufhebung des Staatsfinanzierungsverbots &uuml;ber den Kauf von Staatsanleihen zu kurz greife, da die wirklichen Ursachen der Schlechterbehandlung der Krisenl&auml;nder auf den M&auml;rkten von Zeise nicht ber&uuml;cksichtigt w&uuml;rden. &ldquo;Es darf nicht &uuml;bersehen werden, da&szlig; im Proze&szlig; der europ&auml;ischen Integration die 27 EU-Staaten zahlreiche Instrumente zur Steuerung ihrer Wirtschaft aufgegeben haben. Sie unterliegen den Bestimmungen des Binnenmarktes, die den freien Verkehr von Waren, Kapital, Dienstleistungen und die Arbeitnehmerfreiz&uuml;gigkeit zwischen ihnen vorschreiben. Sie d&uuml;rfen deshalb keine Kapitalverkehrskontrollen einf&uuml;hren, ihre Unternehmen nicht subventionieren und haben nicht das Recht, die Ansiedlung von Firmen in ihren L&auml;ndern abzuweisen, um nur einige Beispiele zu nennen. Schwache EU-L&auml;nder sind damit schutzlos der Konkurrenz starker Konzerne der kerneurop&auml;ischen L&auml;nder, und hier vor allem Deutschlands, ausgeliefert. F&uuml;r die 17 Euro-L&auml;nder ist die Lage noch schwieriger. Sie haben mit ihren W&auml;hrungen auch die M&ouml;glichkeit zu ihrer Abwertung aufgegeben, was regelm&auml;&szlig;ig ein entscheidendes Instrument zum Erhalt der nationalen Konkurrenzf&auml;higkeit ist.&rdquo; Wehr hat recht, aber er liefert damit nur Gr&uuml;nde warum die W&auml;hrungsunion oder gar der Binnenmarkt f&uuml;r bestimmte L&auml;nder zu fr&uuml;h kam. Wehr verwechselt hier zwei Ebenen, die der kurzen Frist und die der langen Frist. Dass die Erlangung von Wettbewerbsf&auml;higkeit  f&uuml;r die L&auml;nder der Peripherie zentral ist, hat inzwischen auch der Mainstream begriffen &ndash; nur sind seine Rezepte falsch. Vor allem aber wird auch hier nicht zwischen der kurzen und der langen Frist unterschieden. Es ging doch vor allem darum, jetzt zu handeln, und hier ist der Ankauf von Staatsanleihen durch die EZB die letzt verbliebene M&ouml;glichkeit, den M&auml;rkten Paroli zu bieten. Zeise spricht in seinem Artikel die Langfristperspektive bzw. die tieferen Ursachen der Krise in der europ&auml;ischen Peripherie gar nicht an. Zu vermuten ist, dass er diese durchaus &auml;hnlich sieht wie Wehr. &ndash; Der von Wehr und Zeise pr&auml;ferierte Schuldenschnitt mag unvermeidlich sein, aber in Zeiten gr&ouml;&szlig;ter Unsicherheit d&uuml;rfte er sich verheerend auswirken. Siehe dazu die  <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14884#h04\">Ausf&uuml;hrungen von Gustav Horn<\/a>: &ldquo;Bereits der erste Schuldenschnitt war ein dramatischer Fehlschlag, der die Krise in Spanien versch&auml;rft und die Ansteckung Italiens beg&uuml;nstigt hat &hellip; Wer nach diesen Erfahrungen einen zweiten Schuldenschnitt propagiert, der tut so, als k&ouml;nnte man ein Feuer mit Benzin l&ouml;schen.&rdquo;<br>\nZu hoffen bleibt, dass die EZB beim Kauf von Staatsanleihen sich den neuen Erkenntnissen des IWF nicht verschlie&szlig;t, d.h. den bisherigen Austerit&auml;tskurs als kontraproduktiv begreift und seine Auflagen diesen Erkenntnissen anpasst.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Arbeitslosenquote des Euroraums bei 11,6% &ndash; Quote der EU27 bei 10,6%<\/strong><br>\nIm Euroraum (ER17) lag die saisonbereinigte Arbeitslosenquote im September 2012 bei 11,6%, gegen&uuml;ber 11,5% im August. In der EU27 lag die Arbeitslosenquote im September 2012 bei 10,6% stabil gegen&uuml;ber August. Im Vergleich zum September 2011 sind die Quoten in beiden Gebieten stark gestiegen; in jenem Monat hatten sie 10,3% bzw. 9,8% betragen.<br>\nEurostat sch&auml;tzt, dass im September 2012 in der EU27 insgesamt 25,751 Millionen M&auml;nner und Frauen arbeitslos waren, davon 18,490 Millionen im Euroraum. Gegen&uuml;ber August 2012 ist die Zahl der arbeitslosen Personen in der EU27 um 169 000 und im Euroraum um 146 000 gestiegen. Gegen&uuml;ber September 2011 nahm die Zahl der Arbeitslosen in der EU27 um 2,145 Millionen und im Euroraum um 2,174 Millionen zu.<br>\nVon den Mitgliedstaaten verzeichneten &Ouml;sterreich (4,4%), Luxemburg (5,2%) sowie Deutschland und die Niederlande (je 5,4%) die niedrigsten Arbeitslosenquoten. Die h&ouml;chsten Quoten meldeten Spanien (25,8%) und Griechenland (25,1% im Juli 2012).<br>\nZwanzig Mitgliedstaaten verzeichneten &uuml;ber ein Jahr betrachtet einen Anstieg der Arbeitslosenquote und sieben einen R&uuml;ckgang. Die h&ouml;chsten R&uuml;ckg&auml;nge wurden in Litauen (von 14,7% auf 12,9%), Estland (von 11,4% auf 10,0% zwischen August 2011 und August 2012) und Lettland (von 17,0% auf 15,9% zwischen dem zweiten Quartal 2011 und 2012) beobachtet. Die h&ouml;chsten Anstiege verzeichneten Griechenland (von 17,8% auf 25,1%<br>\nzwischen Juli 2011 und Juli 2012), Zypern (von 8,5% auf 12,2%), Spanien (von 22,4% auf 25,8%) und Portugal (von 13,1% auf 15,7%).<br>\nVergleicht man September 2012 mit September 2011, so stieg die Arbeitslosenquote der M&auml;nner im Euroraum von 10,1% auf 11,5% und in der EU27 von 9,7% auf 10,6%. Die Arbeitslosenquote der Frauen nahm im Euroraum von 10,6% auf 11,8% und in der EU27 von 9,9% auf 10,7% zu.<br>\nIm September 2012 waren in der EU27 5,520 Millionen Personen im Alter unter 25 Jahren arbeitslos, davon 3,493 Millionen im Euroraum. Gegen&uuml;ber September 2011 stieg deren Zahl in der EU27 um 164 000 und im Euroraum um 275 000.<br>\nDie Jugendarbeitslosenquote lag im September 2012 in der EU27 bei 22,8% und im Euroraum bei 23,3%. Im September 2011 hatten die Quoten 21,7% bzw. 21,0% betragen. Die niedrigsten Quoten im September 2012 verzeichneten Deutschland (8,0%), die Niederlande (9,7%) und &Ouml;sterreich (9,9%), und die h&ouml;chsten Quoten meldeten Griechenland (55,6% im Juli 2012) und Spanien (54,2%).<br>\nIm September 2012 lag die Arbeitslosenquote in den USA bei 7,8% und in Japan bei 4,2%.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/epp.eurostat.ec.europa.eu\/cache\/ITY_PUBLIC\/3-31102012-BP\/DE\/3-31102012-BP-DE.PDF\">eurostat [PDF &ndash; 130 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Das zweite Experiment &ndash; Griechenland als neues Chile<\/strong><br>\nNach der Finanzkrise ist der Neoliberalismus so lebendig wie nie zuvor. Die Apologeten des freien Marktes sind dabei die &ouml;ffentliche Debatte zu drehen und liefern eine neue Erkl&auml;rung f&uuml;r die Krise: Nicht zuviel, sondern zu wenig freier Markt w&auml;re die Ursache f&uuml;r den Crash gewesen. Damit wird die Legitimation f&uuml;r die Wirtschaftspolitik der EU gleich mitgeliefert.<br>\nEs bedarf eigentlich nicht der Erw&auml;hnung, dass diese Sichtweise angesichts einer nun &uuml;ber 30 Jahre w&auml;hrenden Epoche des staatlichen R&uuml;ckzuges, der Deregulierung und Privatisierung unter der Regie des Neoliberalismus entweder zynisch oder aber paradox ist. Doch genau hier ist man an einem zentralen Punkt der neoliberalen Strategen angelangt. F&uuml;r sie ist der Neoliberalismus nicht existent. Dieser Begriff ist f&uuml;r die Bef&uuml;rworter eines deregulierten Marktes lediglich ein linkes Hirngespinst. Die Freiheit des Marktes hingegen ergibt sich aus ihrer Sicht ganz allein aus einer pragmatischen Weltsicht. Und als h&auml;tte es die &ldquo;Reformen&rdquo; der letzten Jahrzehnte nicht gegeben, fordert man nun noch mehr von der Dosis, die den Patienten krank gemacht hat.<br>\nGanz zuf&auml;llig weist man so nicht nur die geistige Verantwortung f&uuml;r die Finanz- und sogenannte Staatsschuldenkrise weit von sich, sondern legitimiert damit auch die &ldquo;Reformen&rdquo; der Troika (IWF, EZB und EU-Kommission), die sich mit Griechenland ein neues Laboratorium f&uuml;r eine neoliberale &ldquo;Schocktherapie&rdquo; eingerichtet hat. Es handelt sich nicht nur um einen historischen R&uuml;ckgriff auf eine unheilvolle Geschichte &ndash; im wirtschaftspolitischen Kontext wird der Begriff vor allem mit den radikal-marktwirtschaftlichen Reformen in den Ostblockl&auml;ndern der 90er Jahre in Verbindung gebracht, und bereits im M&auml;rz 1975 sprach auch Milton Friedman bei einem Besuch in Chile von der Notwendigkeit einer &bdquo;Schockbehandlung&ldquo; &ndash; sondern auch um den zweiten gro&szlig;en Streich des Hegemonialapparates Neoliberalismus.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/le-bohemien.net\/2012\/11\/01\/das-zweite-experiment\/\">Le Boh&eacute;mien<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Deutsche Bank ist &ldquo;Too Big to Fail&rdquo;<\/strong><br>\nIhr Zusammenbruch k&ouml;nnte die Weltwirtschaft gef&auml;hrden: Die Deutsche Bank gilt nach Einsch&auml;tzung des Finanzstabilit&auml;tsrats als eine der vier wichtigsten Banken der Welt. Deshalb muss sie ihr Eigenkapital erh&ouml;hen. Eine wirksame Strategie im Fall einer Insolvenz gibt es nach Ansicht von Bundesbank-Vorstandsmitglied Dombret aber immer noch nicht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/liste-systemrelevanter-banken-deutsche-bank-ist-too-big-to-fail-1.1512201\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> &bdquo;Keine wirksame Strategie&ldquo; ist eine sehr besch&ouml;nigende Formulierung. Leider ist nicht feststellbar, dass sich die Deutsche Bank der Verantwortung, die sich aus ihrer &bdquo;Systemrelevanz&ldquo; herleitet, auch nur im Kern bewusst ist. Dazu verweise ich noch einmal auf einen <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11371#h01\">&auml;lteren Artikel<\/a> des ehemaligen IWF-Chef&ouml;konomen Simon Johnson.<\/em><\/p>\n<p>passend dazu: <strong>Deutsche Bank &ndash; &Uuml;bersch&auml;tzte Investmentbanker<\/strong><br>\nDie Deutsche Bank verbucht ihre Verg&uuml;tungskosten nicht periodengerecht und stellt damit die Ertragslage im Investmentbanking zu g&uuml;nstig dar. In einem Gastbeitrag f&uuml;r die F.A.Z. zieht Dieter Hein, Bankanalyst des unabh&auml;ngigen Analysehauses Fairesearch, den Schluss, dass der Bereich seit 1999 nicht einmal die Kapitalkosten verdient habe. Trotzdem h&auml;tten die Investmentbanker &uuml;ppige Boni erhalten. Hein verweist auf den hohen Bestand an noch nicht in der Erfolgsrechnung verbuchten Boni, die sich nach seinen Berechnungen auf 4 Milliarden Euro belaufen. Dabei handelt es sich um Zusagen, die noch verfallen k&ouml;nnen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/unternehmen\/deutsche-bank-ueberschaetzte-investmentbanker-11941938.html\">FAZ<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Baroin enth&uuml;llt geheime Geschichten<\/strong><br>\nWenn Regierungsmitglieder aus dem Amt scheiden, schreiben sie in der Regel B&uuml;cher, in denen sie aus dem Alltag ihrer politischen Arbeit berichten. Der ehemalige franz&ouml;sische Finanz- und Wirtschaftsminister Fran&ccedil;ois Baroin sorgt nun mit seiner ersten Ver&ouml;ffentlichung &ldquo;Journal de crise&rdquo;, die am 7. November erscheinen soll, f&uuml;r einen Paukenschlag. Darin schildert er, wie Merkel und Sarkozy im November 2011 auf den damaligen griechischen Premierminister George Papandreou Druck ausge&uuml;bt haben. Papandreou hatte seinerzeit ein Referendum &uuml;ber den K&uuml;rzungskurs angek&uuml;ndigt und wenige Tage sp&auml;ter widerrufen.<br>\nBaroin behauptet nun, dass Merkel und Sarkozy ein Ultimatum formulierten. Entweder Papandreou nehme Abstand von seinem Plan, eine Volksabstimmung durchzuf&uuml;hren, oder aber die Finanzhilfen w&uuml;rden nicht ausgezahlt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/tautenhahn.blog.de\/2012\/10\/31\/baroin-enthuellt-geheime-geschichten-15150846\/\">Andr&eacute; Tautenhahn<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Spaniens Anti-Merkel-Poet<\/strong><br>\nDas Lied &bdquo;Ojala&ldquo; galt einst dem kubanischen Revolutionsf&uuml;hrer Castro. Der spanische S&auml;nger Alejo Stivel hat es f&uuml;r Angela Merkel umgeschrieben (&hellip;) Er singt zusammen mit Lehrern, Krankenhauspersonal, Immigranten, Rentnern und widmet seine Version der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel. Das Video macht die Runde durch die sozialen Netzwerke und schickt sich an, zur Hymne der Proteste gegen die Sparpolitik zu werden. (&hellip;)  Mit seinem Lied an Kanzlerin Merkel will Stivel &bdquo;den Leuten eine Stimme geben, denen es schlecht geht&ldquo;. &bdquo;Das sind fast alle bis auf die Banker&ldquo;, erkl&auml;rt er. Am Ende des Videos ist Stivel zu sehen, wie er in Berlin aus dem Taxi steigt und zum Bundeskanzleramt geht. Merkel freilich empf&auml;ngt ihn nicht. So hinterlegte Stivel seinen Wunsch und den der Krisenopfer beim Pf&ouml;rtner: &bdquo;Hoffentlich passiert etwas, was dich pl&ouml;tzlich ausl&ouml;scht, ein blendendes Licht, ein Schuss aus Schnee, hoffentlich nimmt mich der Tod mit, damit ich dich nicht so viel sehe, damit ich dich nicht st&auml;ndig sehe &hellip;<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Protest-gegen-EU-Sparplaene\/!104743\/\">taz<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.20minutos.tv\/video\/moABEMP3-alejo-stivel-versiona-ojala-para-merkel\/\">Das Musikvideo mit deutschen Untertitel ist hier zu finden<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Ums&auml;tze im Einzelhandel &ndash; Deutsche in Kauflaune<\/strong><br>\nDie Aussichten f&uuml;r die Konjunktur sind eher tr&uuml;be, doch die Deutschen geben ihr Geld gern aus: Im September sind die Ums&auml;tze im Einzelhandel &uuml;berraschend stark gestiegen. Vor allem Kleidung und Schuhe waren bei den Verbrauchern begehrt.<br>\nSo kr&auml;ftig sind die Ums&auml;tze der deutschen Einzelh&auml;ndler seit mehr als einem Jahr nicht mehr gestiegen: Im September nahmen sie 1,9 Prozent mehr ein als im Vormonat, preisbereinigt bedeutet das immer noch ein Plus von 1,5 Prozent im Vergleich zum August, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. &ldquo;Das ist jeweils der gr&ouml;&szlig;te Zuwachs seit Juni 2011&rdquo;, sagte ein Statistiker. Damit f&auml;llt das Umsatzplus im Einzelhandel &uuml;berraschend hoch aus. Bankvolkswirte hatten lediglich mit einem preisbereinigten Wachstum knapp &uuml;ber der Null-Prozent-Marke gerechnet.<br>\nDennoch lagen die Ums&auml;tze unter denen vor einem Jahr. Im Vergleich zum September 2011 fielen die Erl&ouml;se um 0,7 Prozent, preisbereinigt um 3,1 Prozent. Allerdings ist daf&uuml;r ein kalendarischer Effekt verantwortlich: In diesem Jahr z&auml;hlte der Monat einen Verkaufstag weniger als 2011.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/unternehmen\/umsaetze-im-einzelhandel-nehmen-im-september-deutlich-zu-a-864414.html\">SPIEGEL Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Der SPIEGEL will offenbar den &ldquo;Neues-Deutschland-Ged&auml;chtnis-Preis&rdquo; gewinnen. Die DDR-Propaganda (&ldquo;5-Jahres-Plan deutlich &uuml;bererf&uuml;llt&rdquo;) war keinen Deut schlimmer. Die korrekte Meldung und &Uuml;berschrift ist im dritten Absatz versteckt: die Einzelhandelsums&auml;tze sind gegen&uuml;ber dem Vorjahr inflationsbereinigt um 3,1% gesunken. Wenn das mal keine Jubelmeldung wert ist! Die Dummheit des SPIEGELs ist ein einziges &Auml;rgernis.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Zielvereinbarungen: An der langen Leine<\/strong><br>\nDer Neoliberalismus erteilt keine Order, er gibt sich kooperativer und vereinbart mit seinen Klienten lieber Ziele.<br>\nUnsere Olympioniken hatten sie ebenso unterschrieben wie die flei&szlig;igen Organ-Transplanteure von G&ouml;ttingen, die meisten Hochschulen sowie die Fallmanager in den Bundesagenturen, in den Entwurf zum &ldquo;Wissenschaftsfreiheitsgesetz&rdquo; fand sie Eingang, und sogar in Tarifvertr&auml;gen steht sie schon: die Zielvereinbarung. Aus dem modernen Arbeitsleben ist dieses Steuerungsinstrument nicht mehr wegzudenken, weshalb es sich eines prominenten Platzes im W&ouml;rterbuch des neoliberalen Unmenschen sicher sein kann.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/37\/37871\/1.html\">Telepolis<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Die Anh&auml;nger des &bdquo;New Public Managements&ldquo; polemisieren, dass in fr&uuml;heren Zeiten eine &bdquo;staatliche Detailsteuerung&ldquo; den Hochschulen jegliche &bdquo;Freiheit&ldquo; genommen h&auml;tten. Schaut man sich jedoch die heutigen Zielvereinbarungen zwischen Hochschulen und den Ministerien einmal an, so findet man dickleibige Verpflichtungserkl&auml;rungen in einem Detailliertheitsgrad den sich &bdquo;freie Wissenschaftler&ldquo; vor ein paar Jahren selbst in schlimmsten Albtr&auml;umen nicht h&auml;tten ausmalen k&ouml;nnen.<br>\nEs sind Vereinbarungen zwischen der Hochschulleitung und dem Ministerium (d.h. ohne parlamentarische Einflussm&ouml;glichkeit) &bdquo;f&uuml;r mehrere Jahre &uuml;ber strategische Entwicklungsziele sowie konkrete Leistungsziele&ldquo;. (So &sect; 6 Abs. 2 HFG NRW).<br>\nDanach kann der Minister mit Geld als &bdquo;goldenem Z&uuml;gel&ldquo; die Hochschule &bdquo;anreizen&ldquo; die gew&uuml;nschten Ziele zu erreichen, d.h. &bdquo;ein Teil des Landeszuschusses an die Hochschulen (kann) nach Ma&szlig;gabe der Zielerreichung zur Verf&uuml;gung gestellt werden&ldquo;.<br>\nUnd wenn der Geldanreiz dann immer noch nicht zum gew&uuml;nschten Verhalten der Hochschule f&uuml;hrt, dann gilt sozusagen der alte Mafiabrauch, entweder wir einigen uns oder der Minister erzwingt das von ihm vorgegebenen Verhalten:<br>\nIn &sect; 6 Abs. 3 HFG NRW hei&szlig;t es: &bdquo;Wenn und soweit eine Ziel- und Leistungsvereinbarung nicht zustande kommt, kann das Ministerium nach Anh&ouml;rung der Hochschule und im Benehmen mit dem Hochschulrat Zielvorgaben zu den von der Hochschule zu erbringenden Leistungen festlegen.&ldquo;<br>\nDas erinnert einen an den Ausspruch des legend&auml;ren Mafia-Chefs Al Capone: &bdquo;Mit einem freundlichen Wort und einer Pistole in der Hand erreicht man mehr als mit einem freundlichen Wort allein.&ldquo;<br>\nNoch schlimmer f&uuml;r das demokratische Innenleben der Hochschule ist aber, dass die Zielvereinbarungen in aller Regel zwischen der der Hochschulleitung und dem Ministerium geschlossen werden, d.h. die Zentrale legt fest, was die Fachbereiche tun oder lassen sollen. Aber das b&uuml;rokratische Spiel geht meist noch weiter, wenn n&auml;mlich die Hochschulleitungen mit den Fachbereichen weitere Zielvereinbarungen aushandeln.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Tarifbindung in Deutschland &ndash; wo ist sie geblieben?<\/strong><br>\nDie L&ouml;hne bleiben in Deutschland ohne Untergrenze &ndash; eine Allgemeinverbindlichkeitserkl&auml;rung als Ausweg?<br>\nF&uuml;r immer weniger ArbeitnehmerInnen in Deutschland gelten Tarifvertr&auml;ge. Viele Arbeitgeber haben sich aus der Tarifbindung verabschiedet und auch der gewerkschaftliche Organisationsgrad in den Betrieben <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/wirtschaft\/tarifbindung-in-deutschland-loehne-ohne-untergrenze,1472780,20706404.html\">geht seit langem zur&uuml;ck<\/a>. Damit stellt die &ldquo;Frankfurter Rundschau&rdquo; eine Studie zur allgemeinen Erosion des deutschen Tarifvertragssystems aus dem Wirtschafts und sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) der Hans-B&ouml;ckler-Stiftung vor. (Vgl. <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/14_41344.htm\">&ldquo;Reform der Allgemeinverbindlich-Erkl&auml;rung hilft bei der Stabilisierung&rdquo; des Fl&auml;chentarifvertrages&rdquo;<\/a>).<br>\nEine kommentierte Presseschau von Volker Bahl.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.labournet.de\/diskussion\/gewerkschaft\/tarifpolitik\/tarifbindung_bahl.html\">LabourNet<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Armut findet in der Postdemokratie nicht statt<\/strong><br>\nRomney habe letzthin behauptet &ndash; bei einem der Phrasenduelle mit Obama war es -, dass er die Mittelschicht entlasten wolle. Das hat ihm Lob eingebracht, auch bei der hiesigen Presse. Er habe damit kundgetan, dass es ihm nicht ausschlie&szlig;lich um die Oberschicht gehe, aus der er selbst kommt. Nat&uuml;rlich ergreift in diesem Wahlkampf, wie nirgends in der westlichen Welt, niemand Partei f&uuml;r die, die man als Unterschicht bezeichnen k&ouml;nnte; f&uuml;r diejenigen, die dem Mantra Wir sind alle Mittelschicht! nicht nachkamen, die j&auml;mmerlich krepiert sind auf ihren Weg in die Mitte, gibt es selbst in Zeiten dicker Versprechungen, im Wahlkampf also, keine Hoffnungsfunken &ndash; klassischer gesagt, niemand &uuml;bernimmt Verantwortung f&uuml;r die, die im relativen Elend leben. Dass der US-Wahlkampf keine R&uuml;cksicht auf die nimmt, die qua ihres sozialen Standes Hilfe ben&ouml;tigen, ist der &uuml;bliche Schmu der Veranstaltung. Hierzulande ist das nicht anders.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/ad-sinistram.blogspot.de\/2012\/11\/armut-findet-in-der-postdemokratie.html\">ad sinistram<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Hartz-IV-Empf&auml;nger in M&uuml;nchen &ndash; Hungern ist die halbe Miete<\/strong><br>\n536 Euro kostet die M&uuml;nchner Zweizimmerwohnung des Hartz-IV-Empf&auml;ngers. Zu teuer sagt das Amt und streicht den Mietzuschuss um 100 Euro. F&uuml;r den Mann ist das ein existenzielles Problem &ndash; denn wer vermietet im teuren M&uuml;nchen schon an einen Langzeitarbeitslosen? Inzwischen leidet auch seine Gesundheit.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/muenchen\/hartz-iv-empfaenger-in-muenchen-hungern-ist-die-halbe-miete-1.1510761\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Berlin: Senat-RWE-Wasserdeal von 654 Mio. EU<\/strong><br>\nDie Regierungsfraktionen SPD und CDU haben den Beschluss des Senats, den RWE-Anteil an den Berliner Wasserbetrieben f&uuml;r  654 Mio. Euro zur&uuml;ckzukaufen, am 24.Oktober in den Aussch&uuml;ssen des Abgeordnetenhauses durchgewinkt. Die Zustimmung des Plenums soll im Schweinsgalopp per Tischvorlage in der heutigen Plenarsitzung am 25.10. folgen: ganz im Stil von 1999, als f&uuml;r dieselben Koalitionsparteien die damalige Finanzsenatorin Fugmann-Heesing die unselige Teilprivatisierung durchpeitschte.<br>\n&bdquo;Die Dreistigkeit vor allem der SPD-Abgeordneten, sich f&uuml;r diese Entscheidung auf den Volksentscheid &sbquo;Unser Wasser&rsquo; zu berufen, ist atemberaubend&ldquo;, sagt Gerlinde Schermer vom Berliner Wassertisch, der den gewonnenen Volksentscheid herbeigef&uuml;hrt hatte. &bdquo;In Wirklichkeit ist sie eine Verh&ouml;hnung der W&auml;hler und ein massiver Betrug an der gesamten Berliner Bev&ouml;lkerung.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nrhz.de\/flyer\/beitrag.php?id=18354\">Neue Rheinische Zeitung<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Separatismus: In Teilen erfolgreich<\/strong><br>\nDie Geburt neuer Staaten hat Europa schon viele gesehen. Das j&uuml;ngste Beispiel ist das Kosovo, das sich 2008 von Serbien lossagte und bis heute von etwa der H&auml;lfte der internationalen Staatengemeinschaft als unabh&auml;ngiges Land anerkannt worden ist. Nie jedoch hat sich eine solche Abspaltung beziehungsweise Neugr&uuml;ndung innerhalb der Europ&auml;ischen Union abgespielt. In diesem Herbst hat die neue Absetzbewegung ihren vorl&auml;ufigen H&ouml;hepunkt erreicht: Nach den Massendemonstrationen in Barcelona, wo im September die Losl&ouml;sung Kataloniens von Spaniens gefordert wurde, erhielten die fl&auml;mischen Separatisten bei den Kommunalwahlen in Belgien ebenfalls gewaltigen Auftrieb. Und als w&auml;re das noch nicht genug, unterzeichnete der britische Premierminister David Cameron jetzt eine Vereinbarung mit der schottischen Regionalregierung, welche die Bedingungen f&uuml;r ein Referendum &uuml;ber Schottlands Unabh&auml;ngigkeit im Herbst 2014 regelt.<br>\nDas Szenario eines neuen Staates, der aus einem EU-Staat hervorgeht, ist also real. Die Br&uuml;sseler Kommission, H&uuml;terin der europ&auml;ischen Vertr&auml;ge, gibt sich trotzdem mehr als zur&uuml;ckhaltend. Man werde nur Position dazu beziehen, wenn ein Mitgliedstaat &bdquo;auf der Grundlage eines spezifischen Szenarios dies beantragt&ldquo;, sagte die Sprecherin von Kommissionschef Jos&eacute; Manuel Barroso.  Vor wenigen Wochen noch hatte ein anderer Kommissionssprecher festgestellt, dass ein neuer unabh&auml;ngiger Staat nicht automatisch der Europ&auml;ischen Union angeh&ouml;re und die Mitgliedschaft neu beantragen m&uuml;sse. Am n&auml;chsten Tag schw&auml;chte er die Aussage ab, mit der seither &ndash; zum Beispiel in Schottland &ndash; schon m&auml;chtig Wahlkampf gemacht wird.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/zeitung\/in-teilen-erfolgreich\/7313676.html\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Wie kann nur die Kommission ein solch verheerendes Signal an die separatistischen Bewegungen in Europa senden und den Wohlstandschauvinismus im Baskenland, in Katalonien, in Norditalien, Schottland oder im fl&auml;mischen Belgien in solch einer Weise st&auml;rken: Separatismus kann durch eine Mitgliedschaft in der Europ&auml;ischen Union belohnt werden. Diese separatistischen Tendenzen sind zumeist in den reicheren Regionen der jeweiligen L&auml;nder entstanden. Ihre zentrale Forderung richtet sich gegen die Subventionierung der &auml;rmeren Regionen wie &uuml;ber den Zentralstaat. Ein sch&ouml;nes Beispiel bietet der B&uuml;rgermeister von Antwerpen,  De Wever, der erkl&auml;rte: &bdquo;Die Flamen sind es leid, wie K&uuml;he behandelt zu werden, die nur dazu gut sind, fette Milch zu liefern.&ldquo; Die Rede ist auch von Belgien als &bdquo;Transferunion&ldquo; &ndash; eine Rede, die uns wohl vertraut ist und eigentlich die Kommission in Br&uuml;ssel h&auml;tte hellh&ouml;rig machen m&uuml;ssen. Denn von diesem neuen unabh&auml;ngigen Staaten d&uuml;rfte kaum zu erwarten sein, dass sie sich in der Unterst&uuml;tzung &auml;rmerer L&auml;nder in der EU engagieren werden. Im Gegenteil, sie werden all diejenigen unterst&uuml;tzen, die die europ&auml;ische Union auf eine Freihandelszone reduzieren m&ouml;chten.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Robert Reich &ndash; If You Succumb to Cynicism, The Regressives Win it All<\/strong><br>\nThis is for those of you who consider yourself to be progressive but have given up on politics because it seems rotten to the core. You may prefer Obama to Romney but don&rsquo;t think there&rsquo;s a huge difference between the two, so you may not even vote.<br>\nYour cynicism is understandable. But cynicism is a self-fulfilling prophesy. If you succumb to it, the regressives who want to take this nation back to the 19th century win it all.<br>\nThe Koch brothers, Karl Rove, the rabid Republican right, CEOs and Wall Street titans who want to entrench their privileges and tax advantages &ndash; all of them would like nothing better than for every progressive in America to throw in the towel.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/robertreich.org\/post\/34302125733\">Robert Reich<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Jeffrey Sachs &ndash; Vom Tellerw&auml;scher zum Tellerw&auml;scher<\/strong><br>\nZu Unrecht gelten die USA als Land der unbegrenzten M&ouml;glichkeiten f&uuml;r alle. Tats&auml;chlich sorgt die dortige Politik daf&uuml;r, dass Arme auch arm bleiben &ndash; anders als in vielen anderen Industriestaaten<br>\nDie Vereinigten Staaten lassen es in grausamer Weise zu, dass ihre &auml;rmsten Kinder leiden. Arme Menschen leben in armen Gegenden mit schlechten Schulen. Die Eltern sind oftmals arbeitslos, krank, geschieden oder gar inhaftiert. Trotz des allgemeinen Wohlstands der Gesellschaft geraten die Kinder in einen generationen&uuml;bergreifenden Teufelskreis: Allzu oft werden aus Kindern, die in Armut aufwachsen, auch arme Erwachsene.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/international\/:top-oekonomen-jeffrey-sachs-vom-tellerwaescher-zum-tellerwaescher\/70112263.html\">FTD<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;Mehr&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (WL\/JB)<\/p>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-14931","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/14931","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=14931"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/14931\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":14933,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/14931\/revisions\/14933"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=14931"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=14931"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=14931"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}