{"id":149811,"date":"2026-04-30T09:01:33","date_gmt":"2026-04-30T07:01:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=149811"},"modified":"2026-04-30T09:06:01","modified_gmt":"2026-04-30T07:06:01","slug":"wer-weiss-wann-er-kaempfen-kann-und-wann-nicht-wird-siegen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=149811","title":{"rendered":"\u201eWer wei\u00df, wann er k\u00e4mpfen kann und wann nicht, wird siegen.\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Diese kluge Aussage wird dem chinesischen Milit&auml;rstrategen Sun Tzu aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. zugeschrieben. Sie besagt in einfachen Worten: F&uuml;hre nur die Kriege, die du auch gewinnen kannst. Obschon manche Weisheiten Tausende Jahre alt, theoretisch plausibel und empirisch bewiesen sind, gibt es doch immer wieder &bdquo;Experten&ldquo; in Politik, Medien und Think Tanks, die auf dem R&uuml;cken ihrer V&ouml;lker das Gegenteil beweisen wollen &ndash; sei es durch schlichte Fehleinsch&auml;tzungen der Lagebilder und der eigenen und gegnerischen F&auml;higkeiten, sei es durch eine ideologisch determinierte Hybris oder sei es durch &bdquo;<em>es kann nicht sein, was nicht sein darf<\/em>&ldquo;. Von <strong>Alexander Neu<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nW&auml;hrend sich die &ouml;ffentliche Aufmerksamkeit in Europa auf den Krieg der USA\/Israels gegen den Iran fokussiert, eskaliert die Lage zwischen EU-Europa und der Russischen F&ouml;deration, ohne dass die Mainstreammedien diese Eskalation hinreichend beleuchten.<\/p><p>Seit einigen Jahren wird der EU-europ&auml;ischen und deutschen &Ouml;ffentlichkeit erkl&auml;rt, es sei nicht mehr so sehr ein &bdquo;ob&ldquo;, sondern vielmehr ein &bdquo;wann&ldquo; die Russen den ukrainischen Kriegsschauplatz auf andere europ&auml;ische L&auml;nder erweitern w&uuml;rden. Irgendwann zwischen 2027 und 2030 st&uuml;nde der Russe am Brandenburger Tor, wenn jetzt nicht gehandelt werde. Als Handlungsnotwendigkeit sind die massiven Aufr&uuml;stungsma&szlig;nahmen sowohl mit Blick auf die milit&auml;rischen F&auml;higkeiten (siehe auch die j&uuml;ngst ver&ouml;ffentliche <a href=\"https:\/\/www.bmvg.de\/de\/grundlagendokumente-strategische-ausrichtung#section-6092974\">&bdquo;<em>erste Milit&auml;rstrategie der Bundeswehr<\/em>&ldquo;<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.bmvg.de\/resource\/blob\/6093766\/01b1718498c25db9010ea13724d7a37a\/dl-gesamtkonzeption-der-militaerischen-download-deu-data.pdf\">&ldquo;Gesamtkonzeption milit&auml;rische Verteidigung&rdquo;<\/a>) als auch mit Blick auf die Militarisierung der K&ouml;pfe der Menschen gemeint. Denn die Menschen in Deutschland und auch in anderen EU-L&auml;ndern m&uuml;ssen ja verstehen, warum ihre Steuergelder nicht mehr in die Funktionst&uuml;chtigkeit moderner Staatlichkeit (Sozialstaat), sondern in die Militarisierung (Kriegst&uuml;chtigkeit) umgelenkt werden. Sie m&uuml;ssen ihre eigene Verarmung mindestens passiv akzeptieren, was sie wohl auch brav tun werden &ndash; zumindest in Deutschland.<\/p><p><strong>Weltneuordnungskrieg und transatlantische Welt<\/strong><\/p><p>Dass sich die Welt in einem Weltneuordnungskrieg befindet, d&uuml;rfte nicht mehr nur dem aufmerksamen Beobachter internationaler Politik deutlich werden. Es ist offensichtlich. Wer es sehen will, kann es sehen, sp&auml;testens an der Zapfs&auml;ule mit steigenden Spritpreisen. Die unipolare Weltordnung, die &bdquo;Pax Americana&ldquo; ist vorbei. Die USA k&auml;mpfen unter Trump noch um die Verteidigung m&ouml;glichst gro&szlig;er Einflussgebiete auf dem Globus. Dieser Kampf findet jedoch nicht mehr als politischer Westen statt, sondern zunehmend als ein Krieg (Wirtschafts- und Handelskrieg, Cyberwar, kinetischer Krieg etc.) der USA gegen die f&uuml;hrenden Akteure (China, Russland und Iran) des politischen Nichtwestens (siehe <a href=\"https:\/\/www.whitehouse.gov\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/2025-National-Security-Strategy.pdf\">&bdquo;<em>National Security Strategy 2025&ldquo;<\/em><\/a>). Mit der Weigerung der europ&auml;ischen NATO-Staaten, Trump in seinem Angriffskrieg gegen den Iran milit&auml;risch beizustehen, hat sich seine ohnehin negative Einsch&auml;tzung zum Wert der NATO nur verfestigt. Denn die NATO hatte f&uuml;r Trump bereits vor dem Krieg gegen den Iran kaum einen Mehrwert. Hinzu kommt: Weder Trump noch seine Amtsvorg&auml;nger der letzten 30 Jahre haben die NATO nur als ein reines Verteidigungsb&uuml;ndnis betrachtet, sondern auch und vielleicht prim&auml;r als ein den USA zur Verf&uuml;gung stehendes Milit&auml;rb&uuml;ndnis, um die US-amerikanische Machtprojektion auf dem Globus abzusichern. Und die europ&auml;ischen NATO-Mitgliedsstaaten haben dies so auch mitgetragen &ndash; Hauptsache, die USA bleiben in Europa gegen die Russen engagiert. Dieses eindimensionale Sicherheitsverst&auml;ndnis gilt bis heute, da europ&auml;ische Staatschefs, wie j&uuml;ngst Kanzler Merz, kundtun, ohne US-amerikanischen Schutz gehe es nicht. Dies erkl&auml;rt auch das Chaos in der eigenen Orientierung zwischen transatlantischer Unterw&uuml;rfigkeit der Europ&auml;er bis hin zu Distanzierungen von Trumps &Auml;u&szlig;erungen und Handlungen sowie dem Ziel nach strategischer Autonomie. Es ist ein echtes, indes selbstverschuldetes Dilemma:<\/p><blockquote><p>\n<em>German Chancellor Friedrich Merz says Europe still cannot defend itself alone, admitting continued reliance on the United States and noting only a few leaders have trusted access to President Donald Trump. &ldquo;I have access to him&hellip; things improve when doors are closed. But it&rsquo;s still not good.&rdquo; &ldquo;I didn&rsquo;t choose him, but he is the president of the United States.&rdquo; A direct reminder of Europe&rsquo;s security dependence and the diplomacy unfolding behind closed doors.<\/em><br>\n(Quelle: <a href=\"https:\/\/x.com\/i\/status\/2046570843183169806\">Defense Intelligence auf <em>X<\/em><\/a>)\n<\/p><\/blockquote><p>Doch, es h&auml;tte auch ohne die USA gehen k&ouml;nnen. Europa h&auml;tte eine gesamteurop&auml;ische Sicherheitsarchitektur aufbauen k&ouml;nnen, so wie es in der Charta von Paris 1990 auch vereinbart wurde: gemeinsame statt geteilter Sicherheit. Eine wirkliche Zeitenwende f&uuml;r Europa statt nur eine simulierte unter Regie der US-gef&uuml;hrten NATO. Dass diese gesamteurop&auml;ische Sicherheitsarchitektur nur ein Lippenbekenntnis blieb, ist ein historisches Versagen mit nun eklatanten Folgen f&uuml;r Europa und die Welt. Das Zeitfenster f&uuml;r den Aufbau eines echten gemeinsamen europ&auml;ischen Hauses von Lissabon bis Wladiwostok in den sp&auml;ten 1990er- bis Mitte der 2000er-Jahre wurde schrittweise mit der NATO-Osterweiterung geschlossen.<\/p><p>Je eher die EU-europ&auml;ischen Entscheidungseliten kapieren, dass die transatlantische Agenda angesichts der Politik Trumps nicht mehr die priorit&auml;re Orientierungs- und Handlungsblaupause sein kann, sondern Europa auf eigenen Beinen stehen muss, desto besser. Dies wird tats&auml;chlich &ndash; dank Trumps Aggressivit&auml;t und Unberechenbarkeit in alle Richtungen &ndash; auch zunehmend so gesehen. Nur, diese EU-europ&auml;ische Selbstst&auml;ndigkeit wird nicht kooperativ und konstruktiv mit dem gr&ouml;&szlig;ten europ&auml;ischen Staat aufgebaut. Das Narrativ des ausschlie&szlig;lich expansionistischen Russlands, das f&uuml;r immer unser Feind bleiben wird (Au&szlig;enminister Wadepfuhl), bestimmt nicht nur die Wahrnehmungsmuster unser Politikentscheider, sondern dementsprechend auch ihre Entscheidungen. &Uuml;berhaupt der Gedanke einer Ann&auml;herung oder zumindest einer kooperativen Probleml&ouml;sung mit Russland ist f&uuml;r die politische Klassen in den meisten EU-europ&auml;ischen Staaten schlichtweg abwegig, ohne jedoch nachhaltige Alternativen zwecks Stabilisierung des europ&auml;ischen Kontinents anbieten zu k&ouml;nnen. Stattdessen bestimmen beidseitige Aufr&uuml;stung, gegenseitige Anschuldigungen und Drohungen das Interaktionsbild zwischen EU-Europa und Moskau. An der Ukraine wird nicht deshalb so festgehalten, weil es um die sogenannten europ&auml;ischen Werte geht, sondern, weil man die Ukraine als <em>Block gegen<\/em> statt als <em>Br&uuml;cke zu<\/em> Russland betrachtet &ndash; und Russland sieht es umgekehrt &auml;hnlich.<\/p><p><strong>Von Vancouver bis Wladiwostok zu von Lissabon bis Kiew<\/strong><\/p><p>In der politischen sowie politikwissenschaftlichen Debatte gab es diverse Leitbilder einer europ&auml;ischen Sicherheitsarchitektur: Das umfassendste Leitbild war die Formulierung eines gemeinsamen Sicherheitsraumes von &bdquo;Vancouver [Kanada] bis Wladiwostok&ldquo;, welches nahezu die gesamte n&ouml;rdliche Hemisph&auml;re umfasst. Dieses Leitbild entspricht weitgehend der Charta von Paris. Dessen Umsetzung h&auml;tte den Europ&auml;ern den Jugoslawien- sowie den Ukraine-Krieg erspart.<\/p><p>Ein anderes Leitbild umfasste den Raum von Lissabon bis Wladiwostok. Dieses Leitbild steht f&uuml;r einen gesamteurop&auml;ischen\/eurasischen Sicherheitsraum ohne den dominanten Einfluss der USA. Dementsprechend haben die USA kein Interesse an einem echten Zusammenwachsen des europ&auml;ischen\/eurasischen Doppelkontinentes, da es ihrem Status als den Globus dominierende Supermacht abtr&auml;glich w&auml;re.<\/p><p>Die USA favorisierten vielmehr das f&uuml;r sie vorteilhafte Leitbild von Vancouver bis Kiew (Ukraine) &ndash; also unter Ausschluss Moskaus. Dieses Leitbild verk&ouml;rpert die NATO und ihre Osterweiterungspolitik. Die fortgesetzte NATO-Osterweiterung auch unter Einschluss postsowjetischer Staaten &ndash; minus Russland &ndash; wie der Ukraine war das nahezu drei Jahrzehnte dominante Leitbild, bei dem sich Washington und seine europ&auml;ischen Verb&uuml;ndeten weitgehend einig waren &ndash; es galt als alternativlos. Und die Umsetzung dieses Leitbildes, der Schaffung geteilter Sicherheit (NATO hier, Russland dort) ist der eigentliche und tieferliegende geopolitische Grund f&uuml;r den rechtswidrigen Krieg der Russischen F&ouml;deration gegen die Ukraine &ndash; ein Fakt, der bis heute im Westen (&bdquo;unprovoked war&ldquo;) sehr ungerne einger&auml;umt wird, au&szlig;er von Donald Trump, der genau diese NATO-Osterweiterungsambitionen um die Ukraine den Vorg&auml;ngerregierungen unter Biden und Obama als kriegsausl&ouml;send anlastet. Und auch der damalige NATO-Generalsekret&auml;r Jens Stoltenberg r&auml;umte so ganz unfreiwillig im Rahmen einer wahrlich ungeschickten Argumentationskette <a href=\"https:\/\/www.nato.int\/cps\/en\/natohq\/opinions_218172.htm?selectedLocale=en\">diesen Beweggrund Russlands ein<\/a>:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<em>Hintergrund war, dass Pr&auml;sident Putin im Herbst 2021 erkl&auml;rte und tats&auml;chlich einen Vertragsentwurf schickte, den sie von der NATO unterzeichnen lassen wollten, keine weitere NATO-Erweiterung zu versprechen. Das hat er uns geschickt. Und das war eine Voraussetzung daf&uuml;r, nicht in die Ukraine einzumarschieren. Das haben wir nat&uuml;rlich nicht unterschrieben.<\/em><\/p>\n<p><em>(&hellip;) Er wollte, dass wir dieses Versprechen unterzeichnen und die NATO niemals erweitern. (&hellip;) Also zog er in den Krieg, um die NATO, noch mehr NATO, in der N&auml;he seiner Grenzen zu verhindern<\/em>.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Mit der sichtbaren Abwendung Trumps von den europ&auml;ischen Verb&uuml;ndeten im institutionellen NATO-Rahmen betritt nun ein neues Leitbild die B&uuml;hne: Von Lissabon bis Kiew. Dieses Leitbild setzt nicht mehr auf die USA, bleibt aber zugleich dem Antagonismus gegen&uuml;ber Moskau verhaftet. Die Ukraine wird als unverhandelbarer Bestandteil dieses europ&auml;ischen Leitbildes verstanden. Der &bdquo;<em>Beitritt der Ukraine ,w&auml;re ein strategisch wichtiger Schritt f&uuml;r die Sicherheit und mehr Wohlstand in Europa<\/em>&acute;&ldquo;, <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/innenpolitik\/deutsch-ukrainische-konsultationen-102.html\">zitiert die &bdquo;Tagesschau&ldquo;<\/a> Bundeskanzler Merz w&auml;hrend des Besuchs Selenskyjs in Berlin Mitte April.<\/p><p>Die Ukraine mit der erfahrensten Kriegsarmee gegen Russland, die Ukraine mit enormen Bodensch&auml;tzen ist in den Augen f&uuml;hrender EU-europ&auml;ischer Politikentscheider ein zentraler Baustein f&uuml;r ein EU-Europa als relevanter Akteur in einer multipolaren Welt. Statt deutscher Ingenieurskunst mit russischen Bodensch&auml;tzen und menschlichen Ressourcen auf partnerschaftlicher Augenh&ouml;he f&uuml;r ein gemeinsames Europa von Lissabon bis Wladiwostok steht deutsche Ingenieurskunst mit ukrainischen Bodensch&auml;tzen und menschlichen Ressourcen unter Br&uuml;ssler und Berliner F&uuml;hrung f&uuml;r ein geteiltes Europa. Der j&uuml;ngste Besuch Selenskyjs und die unterzeichneten Vereinbarungen zwischen der Ukraine und Deutschland verk&ouml;rpern exakt dieses Leitbild: Deutschland investiert massiv in die milit&auml;rischen F&auml;higkeiten nicht nur seiner Armee, der Bundeswehr, sondern auch fortgesetzt in die ukrainischen Streitkr&auml;fte, um diese zu bef&auml;higen, sich weiterhin gegen Russland behaupten zu k&ouml;nnen. Im Gegenzug erh&auml;lt Deutschland Zugang zu ukrainischen Ressourcen (<a href=\"https:\/\/www.bundesregierung.de\/resource\/blob\/2196306\/2420584\/d1086d9698ecba67167dc8ee554002dc\/2026-04-14-d-ukr-regkonsultationen-erklaerung-deu-data.pdf?download=1&amp;enodia=eyJleHAiOjE3NzY5NDAxNTgsImNvbnRlbnQiOnRydWUsImF1ZCI6ImF1dGgiLCJIb3N0Ijoid3d3LmJ1bmRlc3JlZ2llcnVuZy5kZSIsIlNvdXJjZUlQIjoiMTcyLjk0Ljg4LjMwIiwiQ29uZmlnSUQiOiI4ZGFkY2UxMjVmZDJjMzkzMmI5NDNiNTJlOWQyY2Q2NTA1NzU0ZTE2MjIxMmEyY2UxYmI1YWYxNWMwZDRiYmZlIn0=.Wv3zHzDilVgFfF5Kd9ln-IPcxFVA_xFMk4RiPtpH9sg=\">&bdquo;<em>Erkl&auml;rung &uuml;ber eine strategische Partnerschaft zwischen Deutschland und der Ukraine<\/em>&ldquo;<\/a>).<\/p><p><strong>Dramatisch wachsende Spannungen mit Moskau<\/strong><\/p><p>Diese Vereinbarungen, die eben auch die Produktion ukrainischer Waffen mit strategischer Reichweite unter anderem in Deutschland beinhalten, haben wiederum <a href=\"https:\/\/x.com\/i\/status\/2046159089567240261\">die Russen erz&uuml;rnt<\/a>. Sie sehen diese Vereinbarungen als weiteren Schritt Europas in den Krieg und haben eine Liste von Unternehmen in Europa, darunter Deutschland, ver&ouml;ffentlicht, die sie <a href=\"https:\/\/www.merkur.de\/politik\/medwedew-droht-nach-selenskyj-besuch-in-berlin-mit-angriffsliste-94266277.html\">laut dem russischen Chefverbalrocker Medwedew<\/a>, nebenbei auch stellvertretender Chef des russischen Sicherheitsrates, fortan als <a href=\"https:\/\/archive.is\/SCVce#selection-705.34-705.87\">&bdquo;<em>Liste potentieller Ziele<\/em>&ldquo;<\/a> betrachten.<\/p><p>Nach der Ver&ouml;ffentlichung dieser Liste wurde der russische Botschafter in Berlin in das Ausw&auml;rtige Amt einbestellt, um ihm den deutschen Protest zu &uuml;bermitteln: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<em>Direkte Drohungen Russlands gegen Ziele in Deutschland sind ein Versuch, unsere Unterst&uuml;tzung f&uuml;r die Ukraine zu schw&auml;chen und unsere Geschlossenheit zu testen<\/em>.&ldquo; (<a href=\"https:\/\/x.com\/i\/status\/2046227679305728291\">x.com\/i\/status\/2046227679305728291<\/a>)\n<\/p><\/blockquote><blockquote><p>\n&bdquo;<em>Unsere Antwort ist klar: Wir lassen uns nicht einsch&uuml;chtern. Solche Drohungen und alle Arten von Spionageaktivit&auml;ten in Deutschland sind vollkommen inakzeptabel. Dazu wurde heute der russische Botschafter einbestellt.<\/em>&ldquo; (<a href=\"https:\/\/x.com\/i\/status\/2046227683382583304\">x.com\/i\/status\/2046227683382583304<\/a>)\n<\/p><\/blockquote><p>Der Chefverbalrabauke Medwedew wiederum poltert, die Europ&auml;er sollten sich der Absicherung durch die USA (Artikel 5 des NATO-Statuts) nicht mehr sicher sein, wenn sie den Weg der Eskalation mit Russland suchten:<\/p><blockquote><p>\n<em>Wird Artikel 5 des Washingtoner Vertrags tats&auml;chlich funktionieren, und w&uuml;rden die Vereinigten Staaten im Falle eines Konflikts mit Russland Europa verteidigen?<\/em><\/p>\n<p><em>Dies ist alles andere als eine triviale Frage, insbesondere angesichts der Tatsache, dass einige europ&auml;ische Staats- und Regierungschefs die Situation aktiv anheizen. <\/em>(<a href=\"https:\/\/x.com\/i\/status\/2046550986404110750\">x.com\/i\/status\/2046550986404110750<\/a>)\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Fazit<\/strong><\/p><p>All diese &Auml;u&szlig;erungen zeigen, wie ernst, wie angespannt die Lage inzwischen ist. Es sind Worte wie am Vorabend eines Krieges. Wir stehen ganz deutlich am Abgrund. Und wenn die Russen ihre bereits mehrfach nach hinten verschobenen <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=120248\">roten Linien<\/a> nun tats&auml;chlich mit milit&auml;rischen Mitteln gegen EU-europ&auml;ische Staaten behaupten sollten, was dann? Dann stehen wir schlicht in einem offenen Krieg gegen die gr&ouml;&szlig;te Atommacht der Welt. Diesen Krieg wird EU-Europa nicht gewinnen k&ouml;nnen, egal wie sehr EU-Europa Russland mit Blick auf die konventionellen F&auml;higkeiten &uuml;berlegen sein mag, denn die konventionelle Kriegsf&uuml;hrung w&uuml;rde mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in einen Nuklearschlag Russlands abrutschen &ndash; unabh&auml;ngig, ob die USA dem Artikel 5 des NATO-Statuts nachk&auml;men oder nicht. Dieser Krieg w&uuml;rde Europa zerst&ouml;ren. Und wenn uns eingeredet wird, die Russen w&uuml;rden nicht zur Atomwaffe greifen, dann ist das bestenfalls politische Inkompetenz und schlimmstenfalls eine bewusste Irref&uuml;hrung der europ&auml;ischen &Ouml;ffentlichkeit sowie ein H&ouml;chstma&szlig; an Verantwortungslosigkeit der politischen Entscheider.<\/p><p>Politische Entscheidungen von solchem Ausma&szlig; d&uuml;rfen und k&ouml;nnen nicht ideologisch gepr&auml;gte Entscheidungen sein, sondern m&uuml;ssen dem Prinzip der Verantwortungsethik folgen. Die europ&auml;ischen F&uuml;hrungs- und Entscheidungseliten in Br&uuml;ssel, Berlin, Paris, London und Moskau sind geradezu verpflichtet, einen europ&auml;ischen Waffengang zu vermeiden, diplomatische L&ouml;sungen zu finden. &bdquo;<em>Lieber 100 Stunden verhandeln als eine Minute schie&szlig;en<\/em>&ldquo;, so sagte es einst richtigerweise der ehemalige deutsche Kanzler Helmut Schmidt.<\/p><p>Mindestens aber muss der Weisheit Sun Tzus in Berlin und Br&uuml;ssel gefolgt werden: F&uuml;hre keinen Krieg, den Du nicht gewinnen kannst.<\/p><p><small>Titelbild: Shutterstock AI<\/small><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg05.met.vgwort.de\/na\/dff318d7685346d2b8bd2b8ff43a3190\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diese kluge Aussage wird dem chinesischen Milit&auml;rstrategen Sun Tzu aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. zugeschrieben. Sie besagt in einfachen Worten: F&uuml;hre nur die Kriege, die du auch gewinnen kannst. Obschon manche Weisheiten Tausende Jahre alt, theoretisch plausibel und empirisch bewiesen sind, gibt es doch immer wieder &bdquo;Experten&ldquo; in Politik, Medien und Think Tanks, die<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=149811\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":149812,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[169,172,181],"tags":[3180,3240,3360,3260,1426,2301,466,259,1977,1556],"class_list":["post-149811","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aussen-und-sicherheitspolitik","category-aufruestung","category-europapolitik","tag-charta-von-paris","tag-diplomatische-verhandlungen","tag-europaeische-union","tag-feindbild","tag-hegemonie","tag-konfrontationspolitik","tag-nato","tag-russland","tag-transatlantische-partnerschaft","tag-usa"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/shutterstock_2774143355_bearbeitet.jpeg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/149811","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=149811"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/149811\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":149815,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/149811\/revisions\/149815"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/149812"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=149811"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=149811"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=149811"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}