{"id":149853,"date":"2026-05-03T14:00:55","date_gmt":"2026-05-03T12:00:55","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=149853"},"modified":"2026-04-30T17:47:53","modified_gmt":"2026-04-30T15:47:53","slug":"leserbriefe-zu-hohe-benzinpreise-und-uebergewinne-es-gibt-keine-einfachen-loesungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=149853","title":{"rendered":"Leserbriefe zu \u201eHohe Benzinpreise und \u00dcbergewinne \u2013 es gibt keine einfachen L\u00f6sungen\u201c"},"content":{"rendered":"<p><!--more--><br>\n<strong>Jens Berger<\/strong> <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=149703\">diskutiert hier<\/a> &uuml;ber die hohen Benzin- und Dieselpreise. Das &bdquo;Gemecker&ldquo; scheine hierzulande zum guten Ton zu geh&ouml;ren. Hohe Energiepreise seien selbstverst&auml;ndlich sowohl ein soziales als auch ein volkswirtschaftliches Problem. Dieses Problem sei jedoch strukturell und es gebe &bdquo;leider keine einfachen und schon gar keine kurzfristigen L&ouml;sungen&ldquo;. Die wohl sinnvollste L&ouml;sung des Problems sei es, mittel- bis langfristig die volkswirtschaftliche Abh&auml;ngigkeit von fossilen Brennstoffen, &uuml;ber die man als Volkswirtschaft keine direkte Kontrolle habe, herunterzufahren. Die Energie- und Mobilit&auml;tswende sei da ein Erfolg versprechender Ansatz. Abgedruckte Leserbriefe geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. K&uuml;rzungen aus redaktionellen Gr&uuml;nden bleiben vorbehalten. Wir haben dazu interessante E-Mails erhalten und danken daf&uuml;r. Es folgt nun eine Auswahl der Leserbriefe, f&uuml;r Sie zusammengestellt von <strong>Christian Reimann<\/strong>.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>1. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrte Nachdenkseiten, <\/p><p>sehr guter Artikel von Jens Berger! Angeblich komplizierte Zusammenh&auml;nge, verst&auml;ndlich erkl&auml;rt!<\/p><p>Ich geh&ouml;re durchaus&nbsp;zu den Lesern, die eine Reduktion der volkswirtschaftlich Abh&auml;ngigkeit&nbsp;von fossilen Brennstoffen&nbsp;f&uuml;r sinnvoll erachten. Nur: Energie- und Mobilit&auml;stwende werden nicht im Verh&auml;ltnis 1:1 umsetzbar sein, sondern nur mit wesentlich weniger Fremdenergie jedweder Provenienz. Wer kann schon sein SUV am 21. Dezember und tr&uuml;b-grauem Himmel mit der eigenen Solaranlage volltanken?<\/p><p>Freundliche Gr&uuml;&szlig;e, und weiter so, Wolfgang Blendinger<\/p><p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Lieber Herr Blendinger,<\/em><\/p><p><em>das ist gar nicht so kompliziert, wie es vielleicht scheint. Die L&ouml;sung sind Speicher &ndash; idealerweise dezentral und unter kommunaler oder genossenschaftlicher Kontrolle. Ihnen ist ja sicher bekannt, dass &bdquo;wenn die Sonne scheint&ldquo; und der Wind weht, schon heute deutlich mehr Energie produziert als abgenommen wird und die Preise extrem niedrig sind. Mit ausreichender Kapazit&auml;t kann man die Speicher dann f&uuml;llen und nachts oder in &bdquo;Dunkelflauten&ldquo; entleeren. Selbst die eAutos selbst k&ouml;nnen &ndash; so sie z.B. bei Eigenheimen ans Netz angeschlossen sind &ndash; diese Funktion &uuml;bernehmen. Klar, dazu m&uuml;sste noch viel ins Netz investiert werden und die Rohstoffe\/Batterien m&uuml;ssen auch importiert werden. There&acute;s no free lunch. Aber im Vergleich zu permanenten Abh&auml;ngigkeit von fossilen Energietr&auml;gern und zum gigantischen Kapitalabfluss erscheint mir das durchaus sinnvoll.&nbsp;<\/em><\/p><p><em>Beste Gr&uuml;&szlig;e<\/em><br>\n<em>Jens Berger<\/em><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>2. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Herr Berger,<\/p><p>vielleicht an der Stelle ein Hinweis: Etwas weniger zugespitzte Darstellung und etwas mehr Blick in die Quellen h&auml;tte hier vermutlich geholfen. Sonst entsteht schnell ein schiefes Bild.<\/p><p>Akteure links der Mitte haben durchaus mehrfach eine &Uuml;bergewinnsteuer &ndash; auch im Kontext der R&uuml;stungsindustrie &ndash; gefordert, z. B. <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/bremen-die-linke-will-uebergewinnsteuer-auf-ruestungsfirmen-a-201b8914-fda5-40e9-abca-a6222e900a9e\">Hier<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/ig-metall-fordert-uebergewinnsteuer-fuer-ruestungskonzerne-100.html\">hier<\/a> oder auch <a href=\"https:\/\/www.thepioneer.de\/originals\/others\/articles\/uebergewinnsteuer-ruestungskonzerne-spd-kluessendorf-linke-kritik-rechtliche-huerden\">hier<\/a>.<\/p><p>Ich wei&szlig;, dass Sie mit linker Politik nicht viel anfangen k&ouml;nnen, aber wenn man den Anspruch hat, sauber zu argumentieren, sollte man bei den Fakten bleiben.<\/p><p>Viele Gr&uuml;&szlig;e<br>\nDr Micha Kaiser<\/p><p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Lieber Herr Kaiser,<\/em><\/p><p><em>Sie haben Recht, die Formulierung ist so nicht korrekt. Wir erg&auml;nzen den Text mit einem Hinweis.<\/em><\/p><p><em>Dass ich mit &bdquo;linker Politik&ldquo; nicht viel anfangen kann, weise ich &uuml;brigens entschieden von mir. Wenn Sie den Text zu Ende lesen, stellen Sie fest, dass meine Vorschl&auml;ge (Verstaatlichung, Energiewende) doch ziemlich &bdquo;links&ldquo;, wenn auch klassisch links, sind.<\/em><\/p><p><em>Beste Gr&uuml;&szlig;e<\/em><br>\n<em>Jens Berger<\/em><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>3. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Hallo Jens,&nbsp;<\/p><p>eigentlich ist die Sache ganz einfach! Passende Gesetze machen.<\/p><p>Jeder der in Deutschland Kraftstoffe anbieten will, muss die komplette Einkaufskette offen legen ab der Quelle. Was kostet das Roh&ouml;l, was kostet die Raffination usw. Dann wird vom Staat eine Obergrenze eingef&uuml;hrt, was jeder Schritt zus&auml;tzlich kosten darf. Wer nicht mitmacht, darf nix mehr anbieten. So k&ouml;nnte man die Gewinne kontrollieren, ohne die Konzerne zu zerschlagen oder zu enteignen. Dazu w&auml;re der Kraftstoff als Grundversorgung zu definieren, der nicht den freien Marktgesetzen von Angebot und Nachfrage folgen kann. Denn tanken muss (fast) &ldquo;jeder&rdquo;. Ich denke die Konzerne w&uuml;rden sich eher mit geringeren Gewinnen zufrieden geben, als den deutschen Markt g&auml;nzlich aufzugeben.<\/p><p>Zur Wahrheit geh&ouml;rt aber auch, dass der Kraftstoff massiv durch Steuern verteuert wird. Besonders frech finde ich die Mehrwertsteuer auf die Energiesteuer! Aber bevor man da angreift und den &Ouml;lmultis noch mehr Geld in die Kassen sp&uuml;lt, sind deren undurchsichtigen Gesch&auml;ftspraktiken der Hahn abzudrehen.<\/p><p>Man kann sich auch mal bei den anderen L&auml;ndern umschauen, die bekommen ja auch g&uuml;nstigere Preise hin<\/p><p>Beste Gr&uuml;&szlig;e&nbsp;<br>\nH. Dietrich&nbsp;<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>4. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Berger<\/p><p>F&uuml;r mich, als einem in wirtschaftlichen Dingen nicht allzu bewanderten Zeitgenossen, sind ihre verst&auml;ndlichen an aktuellen Problemlagen ausgerichteten wirtschaftlichen Analysen und Einsch&auml;tzungen immer sehr lehrreich und &uuml;berzeugend.<\/p><p>Zu diesem Artikel m&ouml;chte ich nur noch eine Bemerkung zu den zun&auml;chst scheinbar vielversprechenden M&ouml;glichkeiten, die die Energie- und Mobilit&auml;tswende f&uuml;r den B&uuml;rger mit sich bringen k&ouml;nnte, wenn das nicht, wie sie richtig schreiben &ldquo;leider unrealistisch ist, wenn man sich die politische und gesellschaftliche Gemengelage anschaut&rdquo;.<\/p><p>Die M&ouml;glichkeiten f&uuml;r den B&uuml;rger, sich mit PV-Anlagen z.B. auf dem eigenen Hausdach oder im Rahmen von (kommunalen oder sonstigen Initiativen) direkt an den Gewinnen der Stromwirtschaft zu beteiligen, sind tats&auml;chlich enorm und in vieler Hinsicht sinnvoll (z.B. dezentrale Stromerzeugung, die ohne gro&szlig;en Netzausbau auskommen w&uuml;rde und sogar im Kriegsfall, die beste Variante w&auml;re). Leider ist zu beobachten, dass die Energiewirtschaft versucht ihre Pfr&uuml;nde mit allen MItteln insbesondere durch politische Einflussnahme zu verteidigen. In der Vergangenheit waren deren Einnahmen und damit ihre Investitionen sogar mittels Abnahmegarantien durch den Staat abgesichert. Neben den gro&szlig;en Playern hierzulande (Eon, Wattenfall, EnBw etc.) steigen nun auch die Mineral&ouml;lkonzerne in den Bau von gro&szlig;en Windparks ein. Letztlich werden auch diesen Markt in Zukunft, wenn es so weiterl&auml;uft, wie es sich derzeit andeuet, einige wenige Konzerne domineren und es k&ouml;nnte wieder zu einem Oligopol f&uuml;hren. Ob sie den Strompreis dann &auml;hnlich wie die Benzinpreise aktuell nach gutd&uuml;nken festlegen k&ouml;nnen ist mir nicht klar, erscheint mir aber m&ouml;glich. Die Unabh&auml;ngigkeit von nicht bzw. schwer &nbsp;kontrollierbaren undurchsichtigen internationalen Lieferketten k&ouml;nnte so aber zumindest vermieden werden.<\/p><p>Fritz Gerhard<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>5. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Berger,<\/p><p>dem muss ich entschieden widersprechen.&nbsp;<\/p><p>Die L&ouml;sung scheint kompliziert zu sein unter den aktuellen politischen Leitmotiven und einer Regierung, die mit alle Ministerien gegen die Bev&ouml;lkerung arbeitet zugunsten des &bdquo;Marktes&ldquo;, der das &bdquo;schon regeln&ldquo; wird.<\/p><p>Fakt ist, dass der Regierung genug Instrumente zur Hand gelegt sind, konsequent und entschieden dagegen vorzugehen.<\/p><p>Wie w&auml;re es beispielsweise neben Enteignung und Verstaatlichung mit dem Aufbau einer eigenen &bdquo;Schattenflotte&ldquo; von &bdquo;billigen und maroden Tankern&ldquo; (durch Kauf und Beschlagnahmung), um die Lieferungen mit anderen Lieferanten zu vereinbaren&hellip; z.B. Venezuela oder Iran oder Syrien solange die Energiewende nicht vollzogen ist?<\/p><p>Ach, das geht ja nicht. Das eine ist der Hinterhof der USA, das andere ein Schurkenstaat und Syrien existiert irgendwie nicht. Das ist auch so bl&ouml;d, wenn man Geisteshaltung gegen Pragmatismus eintauscht &ndash; wie damals beim Atomausstieg.<\/p><p>Die Bundesregierung k&ouml;nnte neben der Drohung der Nord-Stream-&Ouml;ffnung mit so vielen Mitteln die Konzerne umerziehen &ndash; funktioniert ja bei der Bev&ouml;lkerung auch. Machen aber die Verantwortlichen nicht. Es juckt sie schlicht nicht, weil sie nicht davon betroffen sind. <\/p><p>Die Lebenshaltungskosten k&ouml;nnten locker um 100% steigen, jeder einzelne Minister und Parlamentarier k&ouml;nnte das aus der Portokasse bezahlen&hellip; vorausgesetzt es bleibt was zum Bezahlen nach etlichen Zusch&uuml;ssen und Kosten&uuml;bernahmen f&uuml;r den Amtstr&auml;ger.<\/p><p>Deshalb redet man sich den Mund fusselig &uuml;ber kosmetische Eingriffe, die alles nur verschlimmbessern f&uuml;r alle anderen &ndash; nur sich selbst nicht.<\/p><p>Wie w&uuml;rden die Entscheidungen und auch die Entschlossenheit derjenigen aussehen, wenn man zum Beispiel alle Einkommen der Parlamentarier aussetzt und nur noch bezahlt, wenn die Ma&szlig;nahmen nachweislich erfolgreich umgesetzt wurden zugunsten der Bev&ouml;lkerung?<\/p><p>Dann k&ouml;nnen die meinetwegen auch zu Recht das zehnfache der aktuellen Abgeordneten-&bdquo;entsch&auml;digung&ldquo; verdienen. Aber bitte nicht im Vorfeld das x-fache eines normalen B&uuml;rgers verdienen und alles auf irgendwelche (dysfunktionalen) Marktmechanismen schieben, die einen selbst nicht betreffen.<\/p><p>Augenrollende Gr&uuml;&szlig;e<br>\nEugen Baitinger<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Anmerkung zur Korrespondenz mit den NachDenkSeiten<\/strong><\/p><p>Die NachDenkSeiten freuen sich &uuml;ber Ihre Zuschriften, am besten in einer angemessenen L&auml;nge und mit einem eindeutigen Betreff.<\/p><p>Es gibt die folgenden E-Mail-Adressen:<\/p><ul>\n<li><a href=\"mailto:leserbriefe@nachdenkseiten.de\">leserbriefe(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Kommentare zum Inhalt von Beitr&auml;gen.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:hinweise@nachdenkseiten.de\">hinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> wenn Sie Links zu Beitr&auml;gen in anderen Medien haben.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:videohinweise@nachdenkseiten.de\">videohinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r die Verlinkung von interessanten Videos.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:redaktion@nachdenkseiten.de\">redaktion(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Organisatorisches und Fragen an die Redaktion.<\/li>\n<\/ul><p>Weitere Details zu diesem Thema finden Sie in unserer &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=47939\">Gebrauchsanleitung<\/a>&ldquo;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[103],"tags":[],"class_list":["post-149853","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-leserbriefe"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/149853","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=149853"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/149853\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":149873,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/149853\/revisions\/149873"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=149853"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=149853"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=149853"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}