{"id":14990,"date":"2012-11-08T08:39:43","date_gmt":"2012-11-08T07:39:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14990"},"modified":"2012-11-08T08:39:57","modified_gmt":"2012-11-08T07:39:57","slug":"hinweise-des-tages-1756","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14990","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;Mehr&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (RS\/WL)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht. Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert.<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14990#h01\">Pr&auml;sidentenwahl in den USA<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14990#h02\">Neue Regierung: Holland emp&ouml;rt sich &uuml;ber Milliarden-Sparpaket<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14990#h03\">Herbstprognose: EU bef&uuml;rchtet 19 Millionen Arbeitslose in Euro-Zone<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14990#h04\">20-Milliarden-Entlastung: Frankreich hilft Unternehmen auf die Spr&uuml;nge<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14990#h05\">Fran&ccedil;ois Hollande trifft die Wirklichkeit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14990#h06\">Generalstreik in Griechenland: Zehntausende protestieren gegen die Sparbeschl&uuml;sse<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14990#h07\">Wirtschaftsweise fordern &ldquo;Maastricht 2.0&rdquo;: Umbau der W&auml;hrungsunion<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14990#h08\">Die Reform der Minijobs: Denn sie wissen, was die wollen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14990#h09\">Quote der Empf&auml;nger sozialer Mindestsicherung sinkt auf 8,9 %<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14990#h10\">&Uuml;ber den Unsinn der Senkung der Rentenversicherungsbeitr&auml;ge<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14990#h11\">Krisen und Wohlfahrtsstaat &ndash; einige deutsche Erfahrungen im 20. Jahrhundert<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14990#h12\">Sachverst&auml;ndigenrat empfiehlt &bdquo;Gr&uuml;nstromquote&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14990#h13\">Wirtschaftsweise unzufrieden mit Merkel<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14990#h14\">Wachsende Gro&szlig;st&auml;dte &ndash; steigende Wohnungspreise<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14990#h15\">Club der jungen Schreiber &ndash; Ein Buch hilft Kindern<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14990#h16\">Zu guter Letzt: Die Piraten nerven<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14990&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Pr&auml;sidentenwahl in den USA<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Leitartikel zu USA: Jetzt muss Obama liefern<\/strong><br>\nDanke Amerika, das war eine gute Wahl. Die Welt wartet nun darauf, dass sich der Friedensnobelpreistr&auml;ger Barack Obama seine Auszeichnung noch verdient.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/meinung\/leitartikel-jetzt-muss-obama-liefern,1472602,20814812.html\">FR<\/a><\/li>\n<li><strong>Kommentar zur US-Wahl: Historischer Sieg<\/strong><br>\nPr&auml;sident Obama erringt einen historischen Sieg. Seine gr&ouml;&szlig;te Herausforderung wird nun sein, die Republikaner davon zu &uuml;berzeugen, dass sie ihre Blockadepolitik aufgeben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/us-wahl\/kommentar-zur-us-wahl-historischer-sieg,11442534,20808168.html%20\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung RS:<\/strong> Wie in allen deutschen Medien zu h&ouml;ren und zu lesen ist, wird auch hier so getan, als w&auml;re die Haushaltssanierung die gr&ouml;&szlig;te Herausforderung, die bevorsteht. Wie w&auml;re es vielleicht damit, die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen, und damit die wichtigste Voraussetzung f&uuml;r eine Haushaltssanierung &uuml;berhaupt zu schaffen?<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Amerikaner w&auml;hlen Blockade im Kongress &ndash; Senat und Repr&auml;sentantenhaus<\/strong><br>\nObama bleibt Pr&auml;sident &ndash; doch er muss weiterhin mit einem gespaltenen Kongress leben: W&auml;hrend die Republikaner ihre Mehrheit im Repr&auml;sentantenhaus verteidigen k&ouml;nnen, dominieren die Demokraten weiterhin den Senat. Bei einer Volksabstimmung in Maine sprach sich erstmals eine Mehrheit der B&uuml;rger f&uuml;r die Legalisierung der Homo-Ehe aus.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/senat-und-repraesentantenhaus-amerikaner-waehlen-blockade-im-kongress-1.1516345\">SZ<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Neue Regierung: Holland emp&ouml;rt sich &uuml;ber Milliarden-Sparpaket<\/strong><br>\nDie Niederl&auml;nder sollen europafreundlicher werden. Sie haben andere Sorgen: Ihre Regierung will das Sozialsystem umbauen und so 16 Milliarden Euro sparen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/2012-11\/Regierungswechsel-Niederlande\">ZEIT<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Warum emp&ouml;rt? Richtig &uuml;berrascht k&ouml;nnen die Niederl&auml;nder nicht sein: sie haben einer strikt neoliberalen VVD, die einen radikalen &ldquo;Sparkurs&rdquo; angek&uuml;ndigt hat, und einer durch und durch neoliberalisierten pseudo-sozialdemokratischen PvdA eine &uuml;berzeugende Mehrheit verschafft. Ein &auml;hnliches Sparprogramm war schon im Fr&uuml;hjahr (nat&uuml;rlich auch von und mit diesen Parteien) beschlossen worden.<\/em><br>\n<em>Spannend wiederum, da&szlig; die in den Niederlanden vor ein paar Jahren eingef&uuml;hrte Kopfpauschale jetzt wieder durch einkommensabh&auml;ngige Beitr&auml;ge ersetzt wird.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Herbstprognose: EU bef&uuml;rchtet 19 Millionen Arbeitslose in Euro-Zone<\/strong><br>\nDie Arbeitslosigkeit in den EU-Staaten k&ouml;nnte 2013 auf zw&ouml;lf Prozent steigen &ndash; ein historischer H&ouml;chstwert. Noch mehr Sorgen bereitet EU-Kommissar Rehn die immense Verschuldung mancher Staaten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article110761916\/EU-befuerchtet-19-Millionen-Arbeitslose-in-Euro-Zone.html\">WELT<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> &ldquo;Noch mehr Sorgen [als die Rekordarbeitslosigkeit] bereitet &hellip; die enorme Verschuldung&hellip;&rdquo; Da sieht man mal, wie verr&uuml;ckt und ungebildet diese neoliberalen EU-Kommissare sind. Auch immer wieder erstaunlich:<\/em><br>\n<em>die Konjunkturprognosen haben sich angesichts der brutalen Austerit&auml;tspolitik s&auml;mtlich als viel zu optimistisch erwiesen, aber die Hoffnung auf das n&auml;chste Wirtschaftswachstum wird einfach zwei Jahre in die Zukunft verschoben. Im Jahr 2014 dann auf das Jahr 2016 usw.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>20-Milliarden-Entlastung: Frankreich hilft Unternehmen auf die Spr&uuml;nge<\/strong><br>\nFrankreich braucht einen Ruck, stellt Ministerpr&auml;sident Ayrault fest. Mit weniger Steuern will er der Wirtschaft wieder auf die Beine helfen. Im Gegenzug soll die Mehrwertsteuer steigen. Die B&uuml;rger werden sich bedanken.<br>\nMit milliardenschweren Steuererleichterungen will Frankreich seine Unternehmen wieder fit f&uuml;r den internationalen Wettbewerb machen. Die Regierung von Pr&auml;sident Francois Hollande versprach Arbeitgebern am Dienstag eine Entlastung von 20 Milliarden Euro &uuml;ber drei Jahre.<br>\nZur Gegenfinanzierung b&uuml;rdet der Sozialist den B&uuml;rgern allerdings h&ouml;here Abgaben auf. Von 2014 an werde der Staat weitere Einsparungen in H&ouml;he von zehn Milliarden Euro vornehmen. Zudem solle es Erh&ouml;hungen der Mehrwertsteuer und neue &Ouml;kosteuern geben. Beim H&ouml;chstsatz der Mehrwertsteuer von derzeit 19,6 Prozent ist eine Anhebung um 0,4 Punkte geplant. Zudem wird in den &ouml;ffentlichen Haushalten noch mehr gek&uuml;rzt.<br>\n[&hellip;]<br>\nDie Regierung folgt mit diesen Pl&auml;nen teilweise den Empfehlungen ihres Sondergutachters Louis Gallois, der Frankreich eine &bdquo;Schocktherapie&ldquo; ans Herz legte. Der fr&uuml;here Chef des Flugzeugbau- und R&uuml;stungskonzerns EADS hatte in einem am Montag vorgelegten Bericht zur mangelnden Wettbewerbsf&auml;higkeit der Wirtschaft Erleichterungen bei den Lohnnebenkosten in H&ouml;he von 30 Milliarden Euro gefordert. 20 Milliarden davon sollten die Unternehmer direkt entlasten, weitere 10 Milliarden bei den Arbeitnehmern reduziert werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/international\/20-milliarden-entlastung-frankreichs-exportwirtschaft-im-schatten-deutschlands\/7353252-3.html\">Handelsblatt<\/a>\n<p><em><strong>Kommentar unseres Lesers J.A.:<\/strong> <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/international\/wirtschaftsreformen-gutachten-fordert-heilsamen-schock-fuer-frankreich\/7348290.html\">Am Montag bestellt<\/a> und am Dienstag schon geliefert. Nicht nur in der Art der Ma&szlig;nahmen, sondern auch in der H&ouml;he der Summen (K&uuml;rzung der Sozialabgaben um 20 Milliarden) entspricht die Regierungsank&uuml;ndigung sehr eng den &ldquo;Empfehlungen&rdquo; von Gallois. Eine Senkung der Arbeitskosten (L&ouml;hne) um ganze 6% auf einmal w&auml;re wirklich radikal. Frankreich unter dem &ldquo;Sozialisten&rdquo; Hollande &auml;hnelt doch, 10 Jahre sp&auml;ter, sehr stark Deutschland unter dem &ldquo;Sozialdemokraten&rdquo; Gerhard Schr&ouml;der. Genau wie bei Schr&ouml;der werden jetzt in Frankreich Sozialabgaben (damals Renten- und KV-Beitr&auml;ge) durch Mehrwert- und &Ouml;kosteuer ersetzt usw., und nat&uuml;rlich ist die (wissenschaftlich unhaltbare) Begr&uuml;ndung dieselbe: &ldquo;Lohnsenkungen schaffen Arbeitspl&auml;tze&rdquo;. Nebenbei bricht Hollande sein Wahlversprechen bzw. imitiert mit der &ldquo;sozialen Mehrwertsteuer&rdquo; Sarkozy. Widerw&auml;rtig und &ouml;konomisch falsch, weil sich offenbar nicht einmal Hollande traut, dem Deutschen Lohndumping den Kampf anzusagen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Fran&ccedil;ois Hollande trifft die Wirklichkeit<\/strong><br>\nFranz&ouml;sische Regierung will Wettbewerbsf&auml;higkeit der Wirtschaft st&auml;rken<br>\nFrankreich pr&auml;sentiert sich im Herbst 2012 schwach wie Flasche leer: Der Staat ist bis &uuml;ber beide Ohren verschuldet, der Haushalt tief rot. Die Industrieproduktion sinkt, die Arbeitslosigkeit steigt, der Au&szlig;enhandel verzeichnet ein Minus. Fr&uuml;her als sein sozialistischer Vorg&auml;nger und Vornamensvetter Mitterrand trifft Fran&ccedil;ois Hollande die Wirklichkeit. Beide begannen spendierfreudig: Mitterrand musste dann allerdings seinem Steuermann Jacques Delors das Kommando zur Wende geben. Und Delors trimmte die Finanz- und Wirtschaftspolitik auf Realo-Kurs.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/dlf\/sendungen\/kommentar\/1914412\/\">dradio<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers A.W.:<\/strong> es f&auml;llt mir wiederholt auf, dass Wirtschaftsnachrichten im Deutschlandfunk einseitig neoliberal angehaucht sind. Der folgende Kommentar fiel mir in dieser Hinsicht besonders Negativ auf. Es zeigt sich erneut, dass auch die &ouml;ffentlich rechtlichen Sender fest in neoliberaler Hand sind. Dieser Kommentar ist wirklich von vorn bis hinten von Arroganz gepaart mit volkswirtschaftlicher Ahnungslosigkeit strotzt.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Erg&auml;nzende Anmerkung RS:<\/strong> Auch hier die deutsche Vorstellung, nur durch Export sei man wirtschaftlich erfolgreich. Zum Teufel mit dem Konsum, der Export &ndash; und daher die Wettbewerbsf&auml;higkeit ist alles, koste es, was es wolle. Das &ldquo;Modell Deutschland&rdquo; zeigt den richtigen Weg.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Generalstreik in Griechenland: Zehntausende protestieren gegen die Sparbeschl&uuml;sse<\/strong><br>\n48 Stunden lang geht nichts mehr in Griechenland: Zehntausende Demonstranten streiken gegen das j&uuml;ngste, milliardenschwere Sparpaket der Regierung, das vor allem Rentner und Arbeitnehmer treffen soll. Sollte die Regierungskoalition das Paket aber nicht beschlie&szlig;en, k&ouml;nnte Griechenland schon Mitte November zahlungsunf&auml;hig sein.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/generalstreik-in-griechenland-zehntausende-protestieren-gegen-sparbeschluesse-1.1515573\">SZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Wirtschaftsweise fordern &ldquo;Maastricht 2.0&rdquo;: Umbau der W&auml;hrungsunion<\/strong><br>\nHeftiger Widerspruch gegen Finanzminister Sch&auml;uble : Die f&uuml;nf Wirtschaftsweisen glauben nicht daran , dass es einen europ&auml;ischen W&auml;hrungskommissar geben kann. Stattdessen schlagen sie eine Reform des Maastrichter Vertragswerkes vor. Auch der Insolvenzfall einzelner Staaten soll dort vorgesehen sein.<br>\nDie 390 Seiten starke Expertise mit dem Titel &ldquo;Stabile Architektur f&uuml;r Europa &ndash; Handlungsbedarf im Inland&rdquo; &nbsp;liegt der S&uuml;ddeutschen Zeitung vor..<br>\nUnd f&uuml;r bessere Kontrolle sorgen auch weiterhin die nationale Haftung und die disziplinierende Rolle der Finanzm&auml;rkte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/umbau-der-waehrungsunion-wirtschaftsweise-fordern-maastricht--1.1516125\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Volker Bahl:<\/strong> &hellip;. und erhalten jetzt die Finanzm&auml;rkte &ndash; jene &ldquo;Kettenhunde&rdquo; von Merkel &ndash;&nbsp;die &ldquo;allgemeine&rdquo; Anerkennung?<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Die Reform der Minijobs: Denn sie wissen, was die wollen<\/strong><br>\nMit der Reform der Minijobs st&uuml;tzt die Bundesregierung den Niedriglohnsektor. So hei&szlig;t es in einer Studie des Forschungsinstituts zur Zukunft der Arbeit (IZA), die von der Bertelsmann-Stiftung in Auftrag gegeben wurde: &raquo;Es zeigt sich, dass vor allem in der Zeit direkt nach der Minijob-Reform die Zunahme von 400-Euro-Arbeitsverh&auml;ltnissen mit einem R&uuml;ckgang von sozialversicherungspflichtiger Besch&auml;ftigung einhergegangen ist.&laquo; Dass es sich dabei nicht um ein Randph&auml;nomen handelt, verdeutlicht die Bundesagentur f&uuml;r Arbeit (BA): Die gut 7,3 Millionen Minijobs stellen inzwischen mehr als 20 Prozent aller Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnisse. Gewerkschaftsangaben zufolge sind 672&thinsp;000 Arbeitnehmer zus&auml;tzlich auf Hartz IV angewiesen. Die &raquo;Leute wollen nebenher arbeiten, diese Freiheit m&uuml;ssen und wollen wir ihnen lassen&laquo;, sagte Johannes Vogel (FDP) vorige Woche im Bundestag. Die Rede ist von jenen 2,5 Millionen Arbeitnehmern, die neben ihrer regul&auml;ren T&auml;tigkeit noch einen Minijob aus&uuml;ben. Ihre Anzahl hat sich seit 2003 verdoppelt, mittlerweile haben 8,8 Prozent der sozialversicherungspflichtig Besch&auml;ftigten einen Zweitjob. &Uuml;ber die Gr&uuml;nde l&auml;sst sich nur spekulieren: W&auml;hrend einerseits von Arbeitsfreude und Konsumbed&uuml;rfnissen die Rede ist, vermuten Gewerkschaften und Linke unzureichende L&ouml;hne hinter dem Trend zum Zweitjob. Bekannt ist etwa das Ph&auml;nomen der working poor in den USA, die sich nur mit mehreren Jobs &uuml;ber Wasser halten k&ouml;nnen.<br>\nHilmar Schneider, Bereichsdirektor im IZA, sagte im Deutschlandfunk: &raquo;Man wei&szlig; nicht wirklich etwas dar&uuml;ber, wer diese Zweitjobber sind&laquo;. Er glaube nicht, dass Armut &raquo;die treibende Kraft&laquo; f&uuml;r einen Mininebenjob sei, sondern schlicht, &raquo;dass die Bedingungen f&uuml;r Zweitjobs so g&uuml;nstig sind.&laquo; Der Forscher beschreibt Minijobs auch als Sparmodell, wenn &Uuml;berstunden anstehen &ndash; unechte Nebenjobs also. So berichtet Schneider von F&auml;llen, in denen Firmen eigens eine Tochtergesellschaft gr&uuml;ndeten, &raquo;damit ihre eigenen Mitarbeiter die M&ouml;glichkeit haben, &Uuml;berstunden in Form von Minijobs abzuwickeln&laquo;. Das Unternehmen spare dabei die Zuschl&auml;ge, und die Besch&auml;ftigten erhielten durch entfallende Sozialabgaben mehr als ihren regul&auml;ren Nettolohn. Das klingt nach einer verdeckten Subventionierung durch Sozialversicherung und Fiskus. W&auml;hrend die Koalitionsparteien unbeirrt darauf verweisen, Minijobs seien &raquo;notwendig zur Flexibilisierung&laquo; und &raquo;zum Abarbeiten von Arbeitsspitzen&laquo;, forderte der DGB, die Ausnahmeregelungen f&uuml;r &raquo;Kleinstarbeitsverh&auml;ltnisse&laquo; abzuschaffen. Denn in einigen Branchen sei der Anteil von Minijobs extrem hoch, in der Gastronomie liege er bei 50 Prozent und im Einzelhandel bei rund 33 Prozent. Es bestehe also eine Konkurrenz zu normalen Arbeitsverh&auml;ltnissen, selbst wenn dies nicht der Intention der gesetzlichen Regelung entspreche. F&uuml;r Unternehmen liege die Abgabenlast bei Minijobs mit 30 Prozent relativ h&ouml;her als normal, betont Max Straubinger (CSU). Demgegen&uuml;ber st&uuml;nden, so Diana Golze von der Linkspartei, jedoch die &raquo;geringen Standards, die sich eingeschliffen haben&laquo;. Es werden oft nicht nur geringere L&ouml;hne gezahlt, auch gesetzliche Rechte, wie die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, werden nicht gew&auml;hrt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/jungle-world.com\/artikel\/2012\/44\/46507.html\">Jungle World<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Quote der Empf&auml;nger sozialer Mindestsicherung sinkt auf 8,9 %<\/strong><br>\nIm Jahr 2011 ging in Deutschland der Anteil der Empf&auml;ngerinnen und Empf&auml;nger sozialer Mindestsicherungsleistungen an der Gesamtbev&ouml;lkerung erneut zur&uuml;ck. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, erhielten zum Jahresende 2011 rund 7,3 Millionen Menschen und damit 8,9 % der Bev&ouml;lkerung Transferleistungen zur Sicherung ihres Lebensunterhalts. Das ist der niedrigste Wert seit der erstmaligen Berechnung im Jahr 2006.<br>\nDie Inanspruchnahme von Leistungen der sozialen Mindestsicherung sank gegen&uuml;ber 2006 in allen Bundesl&auml;ndern: Am st&auml;rksten war der R&uuml;ckgang in Mecklenburg-Vorpommern. 2006 waren dort 17,8 % der Bev&ouml;lkerung auf soziale Mindestsicherungsleistungen angewiesen, 2011 waren es 13,7 %.<br>\nWie in den Vorjahren war die Quote zum Jahresende 2011 in Berlin am h&ouml;chsten (18,9 %) und in Bayern am niedrigsten (4,3 %).<br>\nDie Transferleistungen der sozialen Mindestsicherungssysteme sind finanzielle Hilfen des Staates, die zur Sicherung des grundlegenden Lebensunterhalts dienen. Dazu z&auml;hlen folgende Leistungen:\n<ul>\n<li>Arbeitslosengeld II\/Sozialgeld nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch (SGB II &bdquo;Grundsicherung f&uuml;r Arbeitsuchende&ldquo;; so genanntes Hartz IV),<\/li>\n<li>Laufende Hilfe zum Lebensunterhalt au&szlig;erhalb von Einrichtungen nach dem SGB XII &bdquo;Sozialhilfe&ldquo;,<\/li>\n<li>Laufende Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung nach dem SGB XII &bdquo;Sozialhilfe&ldquo;,<\/li>\n<li>Regelleistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) und<\/li>\n<li>Leistungen der Kriegsopferf&uuml;rsorge nach dem Bundesversorgungsgesetz (BVG). <\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Empf&auml;ngerzahlen der einzelnen Leistungen der sozialen Mindestsicherung entwickelten sich in den vergangenen Jahren unterschiedlich. So ging die Anzahl der Empf&auml;ngerinnen und Empf&auml;nger von Grundsicherung nach dem SGB II (&bdquo;Hartz IV&ldquo;) &ndash; die gr&ouml;&szlig;te Empf&auml;ngergruppe sozialer Mindestsicherungsleistungen &ndash; zum Jahresende 2011 gegen&uuml;ber 2006 um 16,0 % auf rund 6,1 Millionen Personen zur&uuml;ck.<br>\nDie Inanspruchnahme von Mindestsicherungsleistungen im Rahmen der Sozialhilfe nach dem SGB XII (&bdquo;Hilfe zum Lebensunterhalt&ldquo; und &bdquo;Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung&ldquo;) stieg im gleichen Zeitraum um 24,7 % auf &uuml;ber 952 000 Personen an.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.destatis.de\/DE\/PresseService\/Presse\/Pressemitteilungen\/2012\/11\/PD12_383_221.html\">Statistisches Bundesamt<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Zu gerne h&auml;tte man allerdings erfahren, warum die Zahl der Hartz-IV-Empf&auml;nger statistisch zur&uuml;ckgegangen ist. Lag es daran, dass viele davon in Rente gegangen sind oder dass sie in vorruhestands&auml;hnliche Regelungen gefallen sind, dass sie als arbeitsunf&auml;hig eingeordnet worden sind und eine Erwerbsminderungsrente erhielten?<\/em><br>\n<em>All dies w&uuml;rde bedeuten, dass diese Betroffenen zwar nicht mehr vom Fiskus versorgt werden m&uuml;ssen, sondern von den beitragsfinanzierten gesetzlichen Sicherungssystemen.<\/em><br>\n<em>Interessant w&auml;re, zu wissen wie viele eine ungef&ouml;rderte Erwerbst&auml;tigkeit angenommen haben.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>&Uuml;ber den Unsinn der Senkung der Rentenversicherungsbeitr&auml;ge<\/strong><br>\nDie Rentenversicherung mit ihrem hohen Ausgabenvolumen ist prinzipiell als Konjunkturstabilisator gut geeignet. Damit sie diese Funktion aber voll wahrnehmen kann, bedarf es einer ausreichend hohen Schwankungsreserve. Differenzen zwischen den Einnahmen und Ausgaben laufen in die Nachhaltigkeitsr&uuml;cklage bzw. werden ihr entnommen. Wird diese zu hoch, sollen nach Gesetz die Beitragss&auml;tze gesenkt werden. Wird sie zu niedrig, sind Beitragssatzanhebungen vorgesehen. An dieser Stelle wird letztlich &uuml;ber die L&auml;nge der tats&auml;chlichen Konjunkturstabilisierung durch die Rentenversicherung entschieden. Gegenw&auml;rtig darf diese R&uuml;cklage aber nicht mehr als eineinhalb Monatsausgaben der Rentenversicherung betragen. Letztlich sollte die Schwankungsreserve vor Beginn einer Rezession aber eine solche H&ouml;he haben, dass auch eine starke und lang andauernde Krise ohne eine Beitragssatzanhebung gemeistert werden kann. Denn eine Beitragssatzanhebung innerhalb einer Rezessionsphase wirkt ihrerseits noch Krisen verst&auml;rkend. Insofern sollte st&auml;rker als bisher auf eine hohe Nachhaltigkeitsr&uuml;cklage in normalen Konjunkturlagen Wert gelegt werden. Daf&uuml;r sollten mindestens 3 Monatsausgaben vorgesehen werden&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/pdf\/p_imk_pb_4_2012.pdf\">IMK, Rudolf Zwiener, Stellungnahme zur &ouml;ffentlichen Anh&ouml;rung des Ausschusses f&uuml;r Arbeit und Soziales [PDF &ndash; 267 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Krisen und Wohlfahrtsstaat &ndash; einige deutsche Erfahrungen im 20. Jahrhundert<\/strong><br>\nDie Betrachtung zeigt, in welch hohem Ma&szlig;e wirtschaftliche und politische Pendelschl&auml;ge das Gesicht des Sozialstaats gepr&auml;gt haben. Das sozialstaatliche System ist keine Raumkapsel, die unabh&auml;ngig von Ver&auml;nderungen der Realit&auml;t funktioniert. Es zeigt sich immer wieder ein grundlegendes Dilemma jeder Sozialstaatsstrategie. In ironischer &Uuml;berspitzung kann man es so beschreiben: Der Sozialstaat ist dann von eindrucksvoller Leistungsst&auml;rke, wenn wir ihn weniger ben&ouml;tigen, wenn also die wirtschaftliche, soziale und demographische Realit&auml;t ihn weniger fordert. Er verliert jedoch deutlich an Leistungskraft f&uuml;r den Einzelnen, wenn die Angewiesenheit der Gesellschaft steigt. Diesem Dilemma entkommt keine Sozialstaatsstrategie v&ouml;llig. Wir sollten jedoch die bestehenden Chancen zur Verringerung dieses Dilemmas aussch&ouml;pfen. Wir sollten einerseits M&ouml;glichkeiten pr&uuml;fen, die Resistenz der sozialen Sicherungssysteme bei krisenhaften Pendelschl&auml;gen zu erh&ouml;hen: So lie&szlig;e sich durch vermehrte R&uuml;cklagenbildung die bisherige Kurzatmigkeit der sozialpolitischen Ma&szlig;nahmen verringern. Auch w&uuml;rde eine Verbreiterung der Beitragspflicht auf verschiedene Einkunftsarten eine bessere Abfederung gegen wirtschaftliche Pendelschl&auml;ge erm&ouml;glichen. Andererseits sollten wir die Chance ergreifen, die Stabilit&auml;t der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung durch sozialstaatliche Zukunftsinvestitionen zu erh&ouml;hen. Hier z&auml;hlen insbesondere die Bereiche Bildung, Weiterbildung und Betreuung sowie die St&auml;rkung der pr&auml;ventiven Ausrichtung des Gesundheitsbereichs.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.gegenblende.de\/18-2012\/++co++0de2de44-28ef-11e2-88f8-52540066f352\">Gegenblende<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Auch in diesem Beitrag wird deutlich, wie wenig Beachtung selbst in gewerkschaftsnahen Kreisen der Lohn- und Besch&auml;ftigungspolitik f&uuml;r die sozialen Sicherungssystemen geschenkt wird.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Sachverst&auml;ndigenrat empfiehlt &bdquo;Gr&uuml;nstromquote&ldquo;<\/strong><br>\n&hellip;der &Uuml;bergang von einer technologiespezifischen zu einer einheitlichen<br>\ntechnologieneutralen Einspeiseverg&uuml;tung, bietet erhebliche Vorteile, die durch eine Umstellung auf eine mengenbasierte F&ouml;rderung mit einem expliziten Ausbaupfad noch<br>\nverst&auml;rkt werden. Insbesondere sch&uuml;tzt die mengenbasierte F&ouml;rderung vor einem unerwartet<br>\nschnellen Ausbau erneuerbarer Technologien, zumindest solange deren Ausbau noch subventioniert werden muss. Dadurch wird einerseits die bei preisbasierten Verfahren immer wieder auftretende &Uuml;berf&ouml;rderung des Ausbaus verhindert, etwa wenn die Investitionskosten f&uuml;r einzelne Technologien st&auml;rker als durch den Gesetzgeber erwartet sinken. Dies f&uuml;hrte in der Vergangenheit zu massiven Kapazit&auml;tsausweitungen und dadurch zu Kostensch&uuml;ben, etwa bei der Photovoltaik (Ziffern 478, 481, 484). Andererseits lie&szlig;e sich der Netzausbau besser mit dem weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien koordinieren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sachverstaendigenrat-wirtschaft.de\/fileadmin\/dateiablage\/gutachten\/ga201213\/ga12_ges.pdf\">Gutachten zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung S. 286 [PDF &ndash; 4.3 MB]<\/a> \n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Siehe dazu allerdings eine Studie des DIW &bdquo;Quotenmodell keine Alternative zum EEG:<\/em><br>\n<em>Der Umstieg auf ein solches F&ouml;rdermodell stellt jedoch keine L&ouml;sung f&uuml;r die derzeit diskutierten Probleme dar, die zu einem gro&szlig;en Teil au&szlig;erhalb des EEG anzusiedeln<br>\nsind, beispielsweise im Bereich der Netzregulierung, des Strommarktdesigns und der Innovationsf&ouml;rderung. Vielmehr w&uuml;rden mit der Einf&uuml;hrung eines Quotenmodells das Investitionsrisiko und somit die letztlich vom Endkunden zu tragenden F&ouml;rderkosten steigen. Aufgrund mangelnder Differenzierung nach Technologiebereichen w&auml;re die Einf&uuml;hrung eines Quotensystems zudem mit der Gefahr verbunden, dass die langfristigen Ziele zur Nutzung erneuerbarer Energien nicht erreicht werden und die Belastungen f&uuml;r die Stromverbraucher nicht sinken, sondern sich zus&auml;tzlich erh&ouml;hen. Ein grundlegender Wechsel des F&ouml;rdersystems ist daher nicht zu empfehlen. Vielmehr sollten die Anstrengungen zur Weiterentwicklung des bisherigen F&ouml;rdermodells in<a href=\"http:\/\/www.diw.de\/sixcms\/detail.php\/411124\"> Richtung auf Kostensenkung und Systemintegration intensiviert werden [PDF &ndash; 782 KB]<\/a>.<\/em><\/p>\n<p><em>Das Quotenmodell stammt &ndash; nebenbei bemerkt &ndash; aus dem Rheinisch Westf&auml;lischen Institut f&uuml;r Wirtschaftsforschung (RWI) und dessen Chef Christoph Schmidt sitzt nun eben auch in diesem sog. Sachverst&auml;ndigenrat. Nachdem er sein Quotenmodell schon bei der &bdquo;Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft&ldquo; als Gutachten verkauft hat, hat er es nun halt auch noch dem Sachverst&auml;ndigenrat angedient. Das ist ein typisches Beispiel, wie diese Sachverst&auml;ndigen in ihrem Jahresgutachten immer nur das anbieten, was sie schon immer vertreten haben. Und warum sollte jemand der eine bestimmte wissenschaftliche &bdquo;Lehrmeinung&ldquo; vertritt diese auch aufgeben.<\/em><br>\n<em>Das zeigt, dass dieser Rat eben gerade kein wirklicher Rat ist, sondern dort wird der alte Kaffee, den einzelne Mitglieder (bzw. ihre Mitarbeiter) vertreten, halt nochmals aufgew&auml;rmt und zwischen zwei Buchdeckel gepackt. Peter Bofinger, der einzige unter den &bdquo;F&uuml;nf Weisen&ldquo;, der eine abweichende Meinung zu den vier anderen vertritt, wird dann halt in Fu&szlig;noten oder in Minderheitenvoten abgedr&auml;ngt, die in der ver&ouml;ffentlichten Meinung niemand interessieren.<\/em><br>\n<em>So kommt es, dass der Sachverst&auml;ndigenrat seit Jahren in jedem Gutachten mit neu aufbereiteten Zahlen immer das gleiche Lied singt. Und diese Litanei lautet: Sparen, Deregulieren, L&ouml;hne senken, der Markt wird es richten. Es lohnt sich bis auf das neue statistische Material &uuml;berhaupt nicht, diesen dickleibigen Band durchzulesen.<\/em><\/p>\n<p><em>Das Quotenmodell z.B. wurde von marktgl&auml;ubigen &Ouml;konomen schon immer bevorzugt, da es auf dem Papier und theoretisch effizienter scheint. Es hat sich aber in der Praxis herausgestellt, dass es in der Wirklichkeit (speziell Gro&szlig;britannien) nicht nur ineffektiv ist, sondern sogar ineffizient ist, jedenfalls bezogen auf die gleiche Technologie. Es gibt eine Serie von Studien, die zeigen, dass beispielsweise die Windenergief&ouml;rderung auf die erzeugte kWh gerechnet, im Quotensystem wesentlich teurer ist als im Einspeisesystem. Und die Praktiker best&auml;tigen das seit Jahren. Das h&auml;ngt vor allem damit zusammen, dass der k&uuml;nftig erzielbare Preis im Quotensystem sehr unsicher ist, und dass die Investoren daher eine wesentlich h&ouml;here Mindestrendite ansetzen. Das wirkt sich besonders kostentreibend bei einer kapitalintensiven Technologie aus. Hinzukommen die Transaktionskosten f&uuml;r die Zertifikate, d.h. die Courtagen und Spekulationsgewinne der Zertifikatsh&auml;ndler.<\/em><br>\n<em>Das EEG hingegen hat die Zielsetzung, eine Reihe von Technologien gleichzeitig zu f&ouml;rdern, und bietet daher differenzierte Einspeiseverg&uuml;tungen. Das w&auml;re beim Quotenmodell nicht so angelegt, was in der Praxis dazu gef&uuml;hrt hat, dass z.B. in GB in Bezug auf Technologien gar nichts passiert ist. Die Quote wurde m&ouml;glichst mit der Wiederbelebung alter Kleinwasserkraftwerke erf&uuml;llt. GB hat daher seit einigen Jahren die F&ouml;rderpolitik (unter Einf&uuml;hrung von differenzierten Quoten) ge&auml;ndert, da a) die allgemeine Quote nie zielgerecht erf&uuml;llt wurde, b) keine Erneuerbare-Energie-Technologieentwicklung stattfand, und c) das dann auch noch relativ teuer war.<\/em><br>\n<em>Es ist h&ouml;chst fragw&uuml;rdig, dass das RWI und damit auch der Sachverst&auml;ndigenrat &uuml;berhaupt nicht auf die problematischen Aspekte der Quotenregelung eingeht, angesichts dessen, dass diese gut dokumentiert sind und auch in den Fachkreisen gut verbreitet, sodass beispielsweise auch die Internationale Energieagentur sich in ihren Analysen und Empfehlungen auf diese Erfahrungen st&uuml;tzt.<\/em><br>\n<em>Anscheinend sind diese Diskussion und diese Erkenntnisse auch vom Sachverst&auml;ndigenrat unbemerkt geblieben. Der Sachverst&auml;ndigenrat hat sich wohl auf sein Mitglied Chr. Schmidt (Pr&auml;sident des RWI) verlassen.<\/em><br>\n<em>Nun haben wir jetzt in Deutschland ja eine neue Situation, da die EE-Technologien dank EEG schon einen hohen Marktanteil haben und sehr viel billiger geworden sind.<br>\nDamit sind die Technologief&ouml;rderziele z.T. erreicht, und man kann verst&auml;rkt auf die Effizienz achten. Man kann aber nicht einfach die ollen Kamellen rausholen und sie mit den gleichen Werbespr&uuml;chen (effizient, kostensparend!) wieder verkaufen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Wirtschaftsweise unzufrieden mit Merkel<\/strong><br>\nDie Wirtschaftsweisen zeigen sich unzufrieden mit der schwarz-gelben Bundesregierung: In ihrem Jahresgutachten fordern sie die Koalition laut &ldquo;Handelsblatt&rdquo; auf, st&auml;rker zu sparen: &ldquo;Da der Bund nicht dauerhaft auf Sonderfaktoren und eine g&uuml;nstige konjunkturelle Entwicklung bauen kann, ist deutlich mehr Ehrgeiz bei der Konsolidierung des Bundeshaushalts notwendig&rdquo;, zitiert die Zeitung aus dem Bericht, der im Laufe des Tages vorgestellt werden soll.<br>\nDer Sachverst&auml;ndigenrat f&uuml;r die Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, wie die f&uuml;nf Wirtschaftsweisen korrekt hei&szlig;en, &uuml;bergibt das Jahresgutachten mit dem Titel &ldquo;Stabile Architektur f&uuml;r Europa &ndash; Handlungsbedarf im Inland&rdquo; im Laufe des Tages an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Darin kritisiert der Rat dem Bericht zufolge vor allem &ldquo;strukturelle Mehrausgaben wie etwa das Betreuungsgeld, die Zuschussrente oder die Abschaffung der Praxisgeb&uuml;hr&rdquo;. So seien die staatlichen Konsumausgaben &uuml;berproportional gestiegen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/wirtschaftsweise-fordern-von-bundesregierung-ehrgeizigeres-sparen-a-865739.html\">Spiegel-Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung J&uuml;rgen Karl:<\/strong> Wenn man diese Meldung liest fragt man sich weshalb diese Runde verbohrter neoliberaler Dogmatiker eigentlich immer als Sachverst&auml;ndigenrat und als Wirtschaftsweise bezeichnet wird? In welcher von der Realit&auml;t v&ouml;llig entr&uuml;ckten Welt leben diese Herrschaften eigentlich? Die katastrophalen Folgen der Austerit&auml;tspolitik in Griechenland, Spanien und Portugal scheinen in der Wahrnehmung dieses Rates nicht zu existieren. Die Realit&auml;t sollte also endlich aufh&ouml;ren sich den verqueren Vorstellungen dieser Weisen zu widersetzen. Offenbar ist es die Intension dieser Statements den erbarmungsw&uuml;rdigen Zustand der deutschen Wirtschaftswissenschaften immer wieder zu best&auml;tigen.<\/em><\/p>\n<p><strong>Dazu passt:<\/strong><\/p>\n<p><strong>Hundt rechnet mit Schwarz-Gelb ab<\/strong><br>\nB&uuml;rgerlich-liberale Koalitionen und Arbeitgeberpr&auml;sidenten verstehen sich traditionell eigentlich sehr gut &ndash; aber das Verh&auml;ltnis zwischen Dieter Hundt und der schwarz-gelben Regierung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist inzwischen nachhaltig gest&ouml;rt. Knapp ein Jahr vor der Bundestagswahl hat der Arbeitgeberpr&auml;sident seiner Entt&auml;uschung &uuml;ber die Bundesregierung Luft gemacht: &ldquo;Meine Hoffnung war, dass die Koalition die Rahmenbedingungen f&uuml;r Wirtschaft und Arbeit weiter verbessert&rdquo;, sagte Hundt der &ldquo;Welt&rdquo;. Doch Union und FDP h&auml;tten manche vern&uuml;nftige Reformen der Vorg&auml;ngerregierungen &ldquo;sogar verw&auml;ssert und zur&uuml;ckgedreht&rdquo;. Viele Erwartungen der Wirtschaft seien nicht erf&uuml;llt worden.<br>\nAls Beispiele f&uuml;r verfehlte Politik nannte Hundt die Felder Energie und Soziales. &ldquo;Die Energiewende ist &uuml;berst&uuml;rzt erfolgt und wird uns noch schwer zu schaffen machen&rdquo;, sagte der Pr&auml;sident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverb&auml;nde (BDA). &ldquo;In der Sozialpolitik entt&auml;uschen mich auch die j&uuml;ngsten Koalitionsbeschl&uuml;sse, allen voran die Abschaffung der Praxisgeb&uuml;hr, die ich in mehrfacher Hinsicht f&uuml;r falsch halte. Auch das Betreuungsgeld geht in die falsche Richtung. Wer den Staatshaushalt sanieren will, darf nicht neue Sozialleistungen beschlie&szlig;en.&rdquo; Besonders entt&auml;uscht sei er dar&uuml;ber, dass es immer noch keine gesetzliche Regelung zur Tarifeinheit gebe.<br>\n[&hellip;]<br>\nLobend &auml;u&szlig;erte sich Hundt zum SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbr&uuml;ck. &ldquo;Herr Steinbr&uuml;ck hat als Finanzminister der Gro&szlig;en Koalition zusammen mit der Bundeskanzlerin in der Finanzkrise 2008 die richtige Politik gemacht&rdquo;, sagte der Arbeitgeberpr&auml;sident, forderte aber zugleich: &ldquo;Jetzt muss er aber die Pl&auml;ne der SPD f&uuml;r massive Steuererh&ouml;hungen und massive Leistungsausweitungen in der Rentenversicherung korrigieren.&rdquo; Von einer m&ouml;glichen rot-gr&uuml;nen Regierung seien aufgrund der Renten- und Steuerpl&auml;ne von SPD und Gr&uuml;nen &ldquo;massive Steuererh&ouml;hungen zulasten von Wirtschaft und Arbeit zu bef&uuml;rchten&rdquo;.<br>\nDaran sieht man, dass Hundt mit zweierlei Mass mi&szlig;t. Steuergelder f&uuml;r die Bankenrettung sind gute Ausgaben, mehr Geld f&uuml;r Sozialleistungen sind schlechte Ausgaben. Und allein das Lob f&uuml;r Steinbr&uuml;ck desavouiert f&uuml;r mich diesen Mann als Kanzlerkandidaten der SPD bereits vollst&auml;ndig.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/arbeitgeberpraesident-hundt-uebt-massive-kritik-an-schwarz-gelb-a-865734.html\">Spiegel-Online<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung J&uuml;rgen Karl:<\/strong> Daran sieht man, dass Hundt mit zweierlei Mass mi&szlig;t. Steuergelder f&uuml;r die Bankenrettung sind gute Ausgaben, mehr Geld f&uuml;r Sozialleistungen sind schlechte Ausgaben. Und allein das Lob f&uuml;r Steinbr&uuml;ck desavouiert f&uuml;r mich diesen Mann als Kanzlerkandidaten der SPD bereits vollst&auml;ndig.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Wachsende Gro&szlig;st&auml;dte &ndash; steigende Wohnungspreise<\/strong><br>\nDie Preise von Eigentumswohnungen und die Wohnungsmieten sind in den vergangenen Jahren in den meisten deutschen Gro&szlig;st&auml;dten deutlich gestiegen. Diese Entwicklung wird sich 2013 fortsetzen.<br>\nBerlin, Hamburg, M&uuml;nchen und Frankfurt am Main liegen bei den Preis- und Mietsteigerungen weiterhin an der Spitze. In diesen St&auml;dten ziehen die Preise deutlich st&auml;rker an als die Mieten. F&uuml;r die Gro&szlig;st&auml;dte des Ruhrgebiets sind hingegen stagnierende oder sogar r&uuml;ckl&auml;ufige Preise und Mieten zu erwarten.<br>\nSeit Januar 2007, dem Beginn unseres Betrachtungszeitraums, sind die Wohnungspreise in Berlin um insgesamt 73 Prozent gestiegen, das entspricht knapp zehn Prozent j&auml;hrlich. In Hamburg und M&uuml;nchen betrug der j&auml;hrliche Preisanstieg 7,3 beziehungsweise 5,6 Prozent&hellip;<br>\nIn den St&auml;dten, in denen die Wohnungspreise &uuml;ber dem Durchschnitt liegen, sind auch die Mieten &uuml;berdurchschnittlich hoch. Die Mieten in Berlin erreichten Ende 2011 den Durchschnitt, der bei 7,00 Euro lag. Am h&ouml;chsten sind die Mieten in M&uuml;nchen (12,30 Euro) und Hamburg (10,90 Euro)&hellip;<br>\nIn einigen St&auml;dten steigen die Preise st&auml;rker als die Mieten, dahinter k&ouml;nnten spekulative Tendenzen stehen.<br>\nDie Geldpolitik ist aber nur der Ausl&ouml;ser des Immobilienpreisanstiegs. Ein wichtiger Faktor ist die zunehmende Wohnungsknappheit in vielen Gro&szlig;st&auml;dten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.diw.de\/sixcms\/detail.php\/411124\">DIW Wochenbericht 45\/2012 [PDF &ndash; 782 KB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Siehe dort auch das Interview mit Konstantin A. Kholodilin, einem der Verfasser der Studie &bdquo;Noch gibt es keine Immobilienblase in Deutschland&ldquo;<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Club der jungen Schreiber &ndash; Ein Buch hilft Kindern<\/strong><br>\nDer gemeinn&uuml;tzige Verein &ldquo;we4kids e.V.&rdquo; im th&uuml;ringischen Gera hat zu Gunsten der Aktion &ldquo;Th&uuml;ringen sagt ja zu Kindern&rdquo; einen Schreibwettbewerb f&uuml;r Kinder und Jugendliche ins Leben gerufen und die besten Geschichten in einem Buch zusammengefasst.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/we4kids.de\/Club-der.131.0.html\">we4kids<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Zu guter Letzt: Die Piraten nerven<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/medien.wdr.de\/radio\/wdr2kabarett\/wdr2kabarett_heinrich_20121030_1050.mp3\">WDR-2-Kabarett [Audio &ndash; mp3]<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. 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(RS\/WL)<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-14990","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/14990","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=14990"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/14990\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":14997,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/14990\/revisions\/14997"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=14990"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=14990"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=14990"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}