{"id":150355,"date":"2026-05-14T11:00:55","date_gmt":"2026-05-14T09:00:55","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=150355"},"modified":"2026-05-13T23:48:58","modified_gmt":"2026-05-13T21:48:58","slug":"krieg-oder-frieden-wir-stehen-am-scheideweg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=150355","title":{"rendered":"Krieg oder Frieden? \u201eWir stehen am Scheideweg\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Wie spielt man auf der B&uuml;hne ein Theaterst&uuml;ck zum Thema &bdquo;Krieg&ldquo;? Vor allem aber auch: Wie l&auml;sst sich so ein Theaterst&uuml;ck mit einem kritischen Blick umsetzen? Zwei Theaterschauspielerinnen haben einen Weg gefunden. Das St&uuml;ck <a href=\"https:\/\/kriegoderfrieden.com\/\">&bdquo;Krieg oder Frieden&ldquo;<\/a> richtet die Perspektive auf die aktuell von Politikern angestrebte Kriegst&uuml;chtigkeit und geht den Fragen nach: &bdquo;Was ist Krieg?&ldquo; Und: &bdquo;Wo f&auml;ngt er an &ndash; im Au&szlig;en oder im Innern?&ldquo;. Im Interview mit den <em>NachDenkSeiten<\/em> sprechen <strong>Magdalena Scharler<\/strong> und <strong>Jenny Helene W&uuml;bbe<\/strong> &uuml;ber ein Theaterst&uuml;ck, das auf eine Weise entstanden ist, die erkennen l&auml;sst: Beide haben das Thema ernst genommen. Ein gut 15 Meter langer Tisch war gef&uuml;llt mit B&uuml;chern. &bdquo;Wir haben gelesen und gelesen und gelesen&ldquo;, sagt W&uuml;bbe. Eine Erkenntnis: Die Gesellschaft habe den Bezug zum Krieg komplett verloren, &bdquo;wir wissen nicht mehr, was Krieg bedeutet.&ldquo; Scharler merkt an: &bdquo;Entstanden ist die Idee aus unserer pers&ouml;nlichen Fassungslosigkeit dar&uuml;ber, dass diese uns&auml;gliche Kriegstreiberei der Politik und vieler Medien verh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig unwidersprochen bleibt.&ldquo; Von <strong>Marcus Kl&ouml;ckner<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Marcus Kl&ouml;ckner: Frau Scharler, Frau W&uuml;bbe: &bdquo;Krieg oder Frieden?&ldquo; &ndash; ist das hier die Frage?<\/strong><\/p><p><strong>Magdalene Scharler:<\/strong> F&uuml;r mich ist es, glaube ich, weniger eine Frage als eine Entscheidung, vor der ich wie jeder von uns und vor der wir auch als Gesellschaft jeden Tag stehen.<\/p><p>Ganz ohne Kitsch, sondern ganz praktisch &ndash; setze ich mich in Bewegung, um etwas f&uuml;r den Frieden zu tun, in mir selbst, in meinen Beziehungen, in meinem weiteren Umfeld &hellip; Oder entscheide ich mich f&uuml;r das kriegerische Prinzip, in dem ich passiv und faul bleibe und weil ich nicht verzeihen oder verstehen, nicht ins Gespr&auml;ch gehen will, geschweige denn auf eine Demo.  Oder weil ich auch kein Buch lese, das vielleicht alles, was ich bisher dachte, in Frage stellen k&ouml;nnte &hellip;<\/p><p>Aber ja &ndash; wenn Sie das so fragen &ndash; es ist wahrscheinlich schon so ein Sein- oder Nicht-Seins-Moment, den wir gerade erleben. Daher: Ja, das ist jetzt und hier die Frage.<\/p><p><strong>Jenny W&uuml;bbe:<\/strong> Es ist f&uuml;r mich auch die gro&szlig;e &Uuml;berschrift von dem, was jetzt auf uns zukommt. Es ist die Konsequenz daraus, wenn das jeweils andere in seiner Kraft versagt. Ja, eine Entscheidung, wir stehen jetzt am Scheideweg: Wohin gehen wir? Gleichzeitig schwingt da auch die Chance, die M&ouml;glichkeit auf Frieden mit &ndash; f&uuml;r die es dann aber auch eine aktive Entscheidung braucht.<\/p><p><strong>MS:<\/strong> Und vielleicht schwang das bei der Titelgebung f&uuml;r unser St&uuml;ck mehr oder weniger bewusst auch mit, die Ungeduld und Provokation: Liebe Leute, was wollt ihr denn jetzt?! Entscheidet Euch! Und handelt dann. Jetzt.<\/p><p><strong>In Ihrem Theaterst&uuml;ck greifen Sie ein zentrales Thema auf: Deutschland soll &bdquo;kriegst&uuml;chtig&ldquo; werden. Erz&auml;hlen Sie uns bitte mehr von Ihrem Theaterst&uuml;ck. Was ist der Ansatz? Worum geht es?<\/strong><\/p><p><strong>MS:<\/strong> Aus der R&uuml;ckschau betrachtet war unser Ansatz vermutlich der, dass wir ja selbst gar nicht wissen, was Krieg ist, uns aber aus vielen Gr&uuml;nden sehr unwohl dabei war, wie schnell das ging mit dem &bdquo;Hurra, wir machen Deutschland kriegst&uuml;chtig!&ldquo;.<\/p><p>Unsere Generation hier in Deutschland kennt nat&uuml;rlich die Familientraumata, die verursacht wurden durch das, was unsere Gro&szlig;v&auml;ter getan und auch erlitten und dann in verwandelter Form weitergegeben haben, aber ansonsten kennen wir doch Krieg nur aus dem Fernsehen.<\/p><p>F&uuml;r mich kam der Krieg dann allerdings sp&uuml;rbar n&auml;her, als 2015 die gro&szlig;e Fl&uuml;chtlingswelle nach Deutschland kam &ndash; und ich einige Jahre sehr intensiv mit Fl&uuml;chtlingen aus Syrien und Irak Theater gemacht habe. Wir hatten zuf&auml;lligerweise immer Endproben, also sehr intensive Probenphasen, wenn gerade die &bdquo;Endk&auml;mpfe&ldquo; um Aleppo oder Afrin waren. Und da sind die Leute dann w&auml;hrend der Proben zusammengebrochen, waren wortw&ouml;rtlich gelb und gr&uuml;n im Gesicht, weil das Haus der Mutter, die noch dort war, bombardiert wurde und man stundenlang nicht wu&szlig;te, was ist usw., und sie wollten dann aber unbedingt weitermachen, weiterproben, Theater machen &hellip; &ndash; aber das ist alles ein ganz eigenes Thema &hellip;<\/p><p><strong>Und jetzt geht es darum &hellip;<\/strong><\/p><p>&hellip;, dass wir in unserem St&uuml;ck erstmal gar nicht den Anspruch stellen, von irgendetwas Ahnung zu haben &ndash; unser hoffentlich gesunder Menschenverstand, unser Herz sagt uns zwar: Krieg ist nicht gut. Und deshalb haben wir uns entschieden, dieses St&uuml;ck zu machen. Aber dann gehen wir darin vor allem auf Forschungsreise &ndash; Erster Weltkrieg, Clausewitz, Drohnen, Risikokapital &ndash; der neue Big Player in der Kriegsindustrie, Kognitive Kriegsf&uuml;hrung. Wir versuchen, uns selbst eine Meinung zu bilden, die Zusammenh&auml;nge zu verstehen, und lassen das Publikum an unseren Entdeckungen teilhaben &ndash; es kann danach denken, was es will. Aber eben informierter als zuvor. Es kann nicht mehr sagen: Huch, das haben wir aber nicht gewusst.<\/p><p><strong>JW:<\/strong> Das Wesen des Krieges ver&auml;ndert sich momentan mit den KI-basierten Waffensystemen &auml;hnlich grundlegend, wie es das im Ersten Weltkrieg getan hat. Es ist kein Raum mehr da f&uuml;r menschliches Z&ouml;gern, Hadern, es gibt keine M&ouml;glichkeit der Gnade mehr. Was im Ersten Weltkrieg das Gas war, ist heute die Drohne auf einem Besenstil. Das stellen wir in unserem St&uuml;ck gegen&uuml;ber.<\/p><p>Hinzu kommt &ndash; und das ist ein Hauptaspekt im St&uuml;ck &ndash;, dass es nun einen weiteren Kriegsschauplatz gibt: Das menschlich Gehirn bzw. der Mensch an sich. Das klingt erst einmal alles nach gro&szlig;er Verschw&ouml;rungstheorie, kann man aber alles auf der Website der NATO nachlesen. Krieg wird nicht mehr &bdquo;nur&ldquo; auf dem Land, in der Luft, im Wasser, Weltall oder Cyberspace gef&uuml;hrt &ndash; sondern kognitiv, im menschlichen Gehirn. Das war eine Thematik, mit der wir uns f&uuml;r unser St&uuml;ck befassen mussten &ndash; weil sie den Krieg so ver&auml;ndert, dass wir ihn nicht einmal mehr merken.<\/p><p><strong>MS:<\/strong> Dabei stehen wir mittendrin.<\/p><p><strong>JW:<\/strong> Und sind selbst die Waffe.<\/p><p><strong>MS:<\/strong> Ja, konsequent zu Ende gedacht ist das tats&auml;chlich so &ndash; wenn wir zum Beispiel die Algorithmen f&uuml;ttern, die Frequenz in den sozialen Medien mit unseren Beitr&auml;gen erh&ouml;hen und die Aufmerksamkeitsverschmutzung unserer Gehirne dadurch munter mitbeschleunigen, oder indem wir die vorgedachten Gedanken weitergeben. Ach, das f&uuml;hrt jetzt viel zu weit &hellip;<\/p><p><strong>JW:<\/strong> Da kann man unser St&uuml;ck gucken oder <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=108713\">das Buch von Jonas T&ouml;gel<\/a> lesen.<\/p><p><strong>MS:<\/strong> Was ja sicher die meisten Leser der <em>NachDenkSeiten<\/em> sowieso getan haben. Aber viele in unserem Publikum eben nicht &ndash; und das ist sehr spannend, zu erleben, wie sie auf diese Informationen reagieren. &Uuml;berraschend unvoreingenommen, aber eben auch naiv.<\/p><p><strong>Wie sind Sie auf dieses Thema gekommen?<\/strong><\/p><p><strong>MS:<\/strong> Entstanden ist die Idee aus unserer pers&ouml;nlichen Fassungslosigkeit dar&uuml;ber, dass diese uns&auml;gliche Kriegstreiberei der Politik und vieler Medien verh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig unwidersprochen bleibt; und dass die meisten Theater da leider wieder sehr still sind &ndash; so wie bei Corona auch.<\/p><p><strong>JW:<\/strong> Als ich in die Oberstufe kam, wurde die Wehrpflicht ausgesetzt. Es gab damals (in meinen Kreisen) keinen Zweifel dar&uuml;ber, dass das eine gute Sache ist. Umso fassungsloser macht es mich, zu erleben, wie die Bewertungen von Krieg oder Frieden sich heute vertauscht haben; wie sich das Blatt einmal komplett gewendet hat, ohne gro&szlig;en Aufschrei. Der Diskurs dar&uuml;ber findet schlicht und ergreifend nicht statt. Theater sind doch Orte f&uuml;r gesellschaftliche Debatten und Dialog. Aber auch hier wird dar&uuml;ber viel geschwiegen, wird weggeschaut und ignoriert. Ein Armutszeugnis, wenn Sie mich fragen. Naja, da haben wir uns gesagt: Wor&uuml;ber ein St&uuml;ck machen, wenn nicht dar&uuml;ber?<\/p><p><strong>MS:<\/strong> Und ich kann mich erinnern an die Demos in meiner Schulzeit, damals gegen den Irak-Krieg von Bush Junior. Da sind alle Sch&uuml;ler &ndash; und die meisten Lehrer gleich mit &ndash; vormittags demonstrieren gegangen. Und Schr&ouml;der hat doch eigentlich mit seinem Nein zum Irak-Krieg die Wahl gewonnen. In meiner m&uuml;ndlichen Abipr&uuml;fung habe ich &uuml;ber die Kriegsl&uuml;gen der USA, Massenvernichtungswaffen etc. pp. gesprochen. Das war die Stimmung, von der ich als 80er-Jahre-Kind immer dachte, es sei quasi so etwas wie ein inoffizielles deutsches Grundgesetz, dieses &bdquo;Nie wieder&ldquo;.<\/p><p><strong>JW:<\/strong> Und jetzt fragt man sich: Wo ist das alles hin?<\/p><p><strong>MS:<\/strong> Wir waren am Freitag beim Schulstreik gegen Wehrpflicht hier in Berlin. Das ist toll, was die Sch&uuml;ler da auf die Beine stellen. Wie kreativ und klug sie das auch machen. Aber man fragt sich: Wo sind die ganzen Eltern?!<\/p><p><strong>JW:<\/strong> Auch die Eltern von den Kindern, die noch zu klein sind, um selbst zu streiken &hellip;<\/p><p><strong>Wie sieht konkret die Umsetzung auf der B&uuml;hne aus?<\/strong><\/p><p><strong>MS:<\/strong> Ja, da hatten wir lange eine Scheu &ndash; wie k&ouml;nnen wir das machen? Wie k&ouml;nnen wir zwei M&auml;dels diesem Thema in seiner Existenzialit&auml;t und Dimension gerecht werden. Das war uns sehr wichtig, da einen intelligenten Kniff zu finden &hellip; Und der Kniff ist, glaube ich, mehr denn je das Spielen. Es ist die ganze Zeit im St&uuml;ck total ersichtlich, dass wir spielen &ndash; wie die Kinder. Und dabei verhandeln wir eben hochkomplexe Inhalte. Wir erobern sie uns. Und es gibt dabei immer wieder was zu lachen. Humor ist so wichtig, damit es eben nicht dieses Oberlehrerhafte bekommt oder ins Betroffenheitstheater mutiert. N&ouml;, wir spielen mit Inbrunst, voller Liebe zu den M&ouml;glichkeiten, die das Theater bietet &ndash; da wechseln wir dann auch recht hemmungslos zwischen diversen Spielstilen und geschichtlichen Epochen hin und her. Es gibt zum Beispiel zwei NATO-Gener&auml;le, die haben bei aller Finsternis, die sie verhandeln, fast schon was Clowneskes und dabei verschroben Liebenswertes &ndash; sie sind eigentlich die Publikumslieblinge.<\/p><p><strong>JW:<\/strong> Umso besser kriegen wir aber die Heftigkeit dessen, was sie verhandeln, in den K&ouml;pfen der Menschen platziert.<\/p><p><strong>MS:<\/strong> Weil man ihnen erstmal offen begegnet, sich schon freut auf ihre n&auml;chste Szene, und nicht von vornherein denkt: Ach ja, die Welt ist schlecht und kompliziert, ich wei&szlig;. Da schalt ich lieber ab.<\/p><p><strong>JW:<\/strong> Und umso st&auml;rker wirken im Gegensatz dann auch die stilistisch und inhaltlich ganz anderen Szenen, die zum Beispiel recht n&uuml;chtern aus den Sch&uuml;tzengr&auml;ben des Ersten Weltkriegs berichten.<\/p><p><strong>MS:<\/strong> Wobei es auch da &uuml;bers Spielen beginnt &ndash; wir spielen erstmal Szenen nach und pl&ouml;tzlich sind wir drin im Kriegsschauplatz, im Sch&uuml;tzengraben. Und da &auml;ndert sich dann der Tonfall.<\/p><p><strong>Wie haben Sie sich diesem Thema gen&auml;hert? War es schwer, das Ganze in ein Theaterst&uuml;ck zu verpacken? Haben Sie viel recherchiert?<\/strong><\/p><p><strong>JW:<\/strong> Wir hatten einen sehr, sehr langen Tisch. Wirklich, der ist extrem lang, bestimmt 15 Meter. Und der war voller B&uuml;cher: Wir haben uns des Themas aus allen m&ouml;glichen Richtungen angenommen, haben recherchiert in der Geschichte, Literatur, Philosophie und Psychologie. Wir haben gelesen und gelesen und gelesen, haben uns regelrecht in dem Thema gew&auml;lzt &ndash; bis wir damit in den Probenraum gegangen sind.<\/p><p><strong>MS:<\/strong> Und da haben wir dann erstmal rausgehauen. Also wir haben alles, was wir uns angelesen haben, in Improvisationen verwandelt &ndash; ganz unvoreingenommen, ohne gro&szlig;en Plan. Wir hatten diese wirkliche Masse an Informationen in uns und haben dann im Spielen gepr&uuml;ft: Was ist geblieben, was haben wir so verinnerlicht, dass wir es ad hoc in Spielszenen verwandeln k&ouml;nnen. Wohin f&uuml;hrt uns das?<\/p><p><strong>JW:<\/strong> Da entstehen dann Dinge, Umsetzungsm&ouml;glichkeiten, die kann man sich vorher gar nicht ausdenken.<\/p><p><strong>MS:<\/strong> Und dann kommen nat&uuml;rlich auch so Gl&uuml;cksgeschenke dazu. Die Grundidee zu unseren zwei NATO-Gener&auml;len zum Beispiel. Sie stammt aus einer Art Essay von August Cole and Herv&eacute; Le Guyader &bdquo;Cognitive &ndash; A 6th Domain of Operations?&rdquo;, ver&ouml;ffentlicht im Auftrag der NATO. Ein Machwerk, das macht einen, auch unter k&uuml;nstlerischen Gesichtspunkten, sprachlos &ndash; da verhandeln n&auml;mlich tats&auml;chlich zwei fiktive Gener&auml;le dieses hochkomplexe Thema auf dem Niveau eines Groschenromans. Und so etwas ist f&uuml;r uns nat&uuml;rlich bestes &bdquo;Spielfutter&ldquo;.<\/p><p><strong>JW:<\/strong> Das wird dann bis zum Exzess weitergesponnen.<\/p><p><strong>MS:<\/strong> &hellip; und dann wieder auf spielbare oder vielmehr anguckbare Temperatur zur&uuml;ckgedampft.<\/p><p><strong>JW:<\/strong> Ja, das Schwierigste war eigentlich immer die Entscheidung: Was kommt ins St&uuml;ck? Es ist so ein umfassendes Thema, dass wir damit locker drei weitere St&uuml;cke h&auml;tten f&uuml;llen k&ouml;nnen. Das Konzept f&uuml;r ein Anschluss-St&uuml;ck steht bereits. Jetzt ben&ouml;tigen wir die Gelder dazu.<\/p><p><strong>In Ihrer Pressemitteilung platzieren Sie drei Fragen zentral, n&auml;mlich: &bdquo;Warum ist Kriegst&uuml;chtigkeit pl&ouml;tzlich sexy und Frieden von gestern? Was ist &uuml;berhaupt Krieg? Und wo f&auml;ngt er an &ndash; im Au&szlig;en oder Innen?&ldquo;<br>Haben Sie mittlerweile Antworten darauf gefunden?<\/strong><\/p><p><strong>JW:<\/strong> Krieg ist, wenn ich dem Gegner meinen Willen aufzwinge. Und weil der das in der Regel nicht will, kommt es zur Gegenwehr.<\/p><p><strong>MS:<\/strong> Und damit das gar nicht erst passiert, die Gegenwehr, wird in den K&ouml;pfen und Herzen der Menschen rummanipuliert. Also beginnt der Krieg eigentlich immer Innen.<\/p><p>Das ist vielleicht unsere Haupterkenntnis, frei nach Clausewitz, der eigentlich eh schon alle Antworten parat hat. Man muss sie nur ernst nehmen und nicht glauben, sie h&auml;tten mit der Gegenwart nichts zu tun.<\/p><p><strong>JW:<\/strong> Wir haben den Bezug dazu komplett verloren, wir wissen nicht mehr, was Krieg bedeutet. Es ist nicht nur ein cooles Computerspiel &ndash; wie es auf der Website der Bundeswehr &uuml;brigens bestens inszeniert wird. Man f&auml;hrt nicht an die Front, um dort ein bisschen Kaffee f&uuml;r die Kollegen zu kochen. Im Ernst, das wird von manchen Menschen echt gedacht.<\/p><p>Es ist, wie Magdalena sagt: eine t&auml;gliche Entscheidung. Und die ist nicht schnell und bequem oder leicht getroffen. Die Bequemlichkeit spielt, denke ich, auch eine gro&szlig;e Rolle. Ich sehe es ja auch in meinem eigenen engen Umfeld: Es wird nicht hingeschaut, es wird ignoriert und lieber auf ein leicht verdaulicheres Thema fokussiert. Die Kriegsmaschinerie kann dabei total freidrehen, ihr werden keine Grenzen mehr gesetzt.<\/p><p>Aber wir m&uuml;ssen diese Entscheidung treffen. Wir haben die Wahl, jeden Tag aufs Neue. Wir k&ouml;nnen das.<\/p><p><strong>MS:<\/strong> Der gro&szlig;artige Alexander Kluge, der ja viel zum Krieg gearbeitet hat, hat gesagt: &bdquo;Wir m&uuml;ssen nicht nur &uuml;ber Krieg erz&auml;hlen, nicht nur &uuml;ber Frieden schlie&szlig;en, nicht nur nachbeten, was die Medien sagen. Sondern in unserer wirklichen Erfahrung m&uuml;ssen wir nachgucken, um zu studieren, was Krieg und was Frieden ist. Da liegen die Auswege.&ldquo;<\/p><p>Dem ist eigentlich nichts hinzuzuf&uuml;gen.<\/p><p><em><strong>Anmerkung Redaktion<\/strong><\/em><br>\n<em>Das St&uuml;ck von Magdalena Scharler und Jenny Helene W&uuml;bbe ist hier zu sehen:<\/em><\/p><p><em>30. Mai 2026, 20:00 Uhr<\/em><br>\n<em>Theaterwerft Greifswald<\/em><br>\n<em>Bahnhofsstra&szlig;e 44 \/ 45, 17489 Greifswald<\/em><br>\n<em>Tickets: 15 \/ 11 Euro, <a href=\"http:\/\/www.theaterwerft.de\">www.theaterwerft.de<\/a><\/em><\/p><p><em>3. Juni 2026, 19:00 Uhr<\/em><br>\n<em>Kulturkirche St. Jakobi, Stralsund<\/em><br>\n<em>Jacobiturmstra&szlig;e 28, 18439 Stralsund<\/em><br>\n<em>Tickets: 15 \/ 10 Euro<\/em><\/p><p><em><strong><a href=\"http:\/\/www.kriegoderfrieden.com\">www.kriegoderfrieden.com<\/a><\/strong><\/em><\/p><p><small>Titelbild: Simon Detel<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie spielt man auf der B&uuml;hne ein Theaterst&uuml;ck zum Thema &bdquo;Krieg&ldquo;? Vor allem aber auch: Wie l&auml;sst sich so ein Theaterst&uuml;ck mit einem kritischen Blick umsetzen? Zwei Theaterschauspielerinnen haben einen Weg gefunden. 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