{"id":150575,"date":"2026-05-18T11:00:34","date_gmt":"2026-05-18T09:00:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=150575"},"modified":"2026-05-18T14:06:42","modified_gmt":"2026-05-18T12:06:42","slug":"trump-war-in-china-und-was-jetzt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=150575","title":{"rendered":"Trump war in China. Und was jetzt?"},"content":{"rendered":"<p>Welche Bilanz bleibt von Trumps China-Reise? Kurzfristige Deals und ein PR-Erfolg? Oder beginnt nun eine langfristig stabile Beziehung zwischen den beiden wohl wichtigsten Gro&szlig;m&auml;chten? Chinas Staatschef Xi Jinping betonte Partnerschaft statt Rivalit&auml;t. US-Pr&auml;sident Donald Trump hat Xi Jinping jedenfalls mehrfach als Freund bezeichnet und aggressive T&ouml;ne vermieden. Au&szlig;erdem hat ihm offenbar jemand eine ziemlich gute Festrede geschrieben. Von <strong>Stephan Ossenkopp<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_2115\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-150575-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260518_Trump_war_in_China_Und_was_jetzt_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260518_Trump_war_in_China_Und_was_jetzt_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260518_Trump_war_in_China_Und_was_jetzt_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260518_Trump_war_in_China_Und_was_jetzt_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=150575-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260518_Trump_war_in_China_Und_was_jetzt_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"260518_Trump_war_in_China_Und_was_jetzt_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Der Besuch des amerikanischen Pr&auml;sidenten Donald Trump mit gro&szlig;en Teilen seines Kabinetts und einer umfangreichen Unternehmerdelegation hat eine Flut von Bildern und Videoclips erzeugt. Die gr&ouml;&szlig;ten chinesischen Tageszeitungen haben gro&szlig;e Sonderteile, Fotostrecken und Spezialserien gedruckt. <em>Douyin<\/em>, das chinesische <em>Tiktok<\/em>, ist &uuml;bers&auml;t mit Ausschnitten der verschiedenen Begegnungen. Ob der Besuch beim Himmelstempel oder die Selfies beim Abendessen &ndash; etwa zwischen dem amerikanischen Industrieboss Elon Musk und dem CEO des chinesischen Tech-Giganten Xiaomi, Lei Jun, der ebenfalls Multimilliard&auml;r ist. Besonders bemerkenswert war die Szene, in der der chinesische Pr&auml;sident seinen amerikanischen Gast in den ansonsten unzug&auml;nglichen Regierungsbezirk mitnahm. &bdquo;Manche dieser B&auml;ume sind 150 bis 200 Jahre alt&ldquo;, sagte Xi dem erstaunten Trump. &bdquo;Dieser dort ist sogar 400 Jahre alt.&ldquo; Trump erwiderte: &bdquo;So alt k&ouml;nnen die B&auml;ume hier werden?&ldquo; Xi nickte emphatisch. Das ist chinesische Soft Power: Kontinuit&auml;t und Wertsch&auml;tzung.<\/p><p>Der Regierungskomplex Zhongnanhai war vor 400 Jahren urspr&uuml;nglich ein kaiserlicher Erholungspark mit einem zentralen (zhong) und einem s&uuml;dlichen (nan) See (hai). Nach dem Sturz der letzten Dynastie diente dieser Bezirk als Sitz verschiedener Regierungen. Mit der Gr&uuml;ndung der Volksrepublik China zog Mao Zedong hier ein und seitdem ist dieser Ort das politische Herz des Landes. Hier haben der Staatspr&auml;sident, der Ministerpr&auml;sident und das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei ihren Amtssitz. Hier finden entscheidende Sitzungen und Versammlungen statt. Die chinesischen Medien werteten es als bedeutend, dass Donald Trump hier mit dem chinesischen Staatspr&auml;sidenten in einen ruhigen und informellen Dialog treten konnte. Xi zeigte Trump daraufhin den Himmelstempel, einen symbolischen und zeremoniellen Ort, der in der chinesischen Deutung die Beziehung zwischen Himmel, Herrscher und Staat repr&auml;sentiert. Seine Gr&uuml;ndung geht auf das fr&uuml;he 15. Jahrhundert zur&uuml;ck. Von der pers&ouml;nlichen F&uuml;hrung durch Xi war Trump sichtlich beeindruckt: &bdquo;Ein gro&szlig;artiger Ort, unglaublich. China ist sch&ouml;n.&ldquo;<\/p><p><strong>&bdquo;Haben Sie &uuml;ber Taiwan geredet?&ldquo;<\/strong><\/p><p>Nach chinesischen Zeitungsberichten soll Xi Jinping anschlie&szlig;end den Besuch von Donald Trump als historisch und richtungsweisend bezeichnet haben. Das Wichtigste, was in nahezu allen Artikeln immer wieder hervorgehoben wurde, war, dass man sich auf ein Rahmenwerk geeinigt habe, eine sogenannte konstruktive strategische Stabilit&auml;t. Das bedeutet, dass bei allen schwierigen Feldern &ndash; vom Handelsstreit &uuml;ber die technologische Rivalit&auml;t bis hin zur Frage des internationalen F&uuml;hrungsanspruchs &ndash; keine weitere Eskalation oder Konfrontation gesucht werden solle, sondern zumindest eine stabile Koexistenz, besser noch eine erneute Ann&auml;herung der beiden Gro&szlig;m&auml;chte. Dies sei nur durch die pers&ouml;nliche Begegnung zwischen den Staatsspitzen m&ouml;glich und schaffe so die Basis f&uuml;r ein erneutes Vertrauensverh&auml;ltnis. Die amerikanische Presse schien daf&uuml;r wenig Verst&auml;ndnis zu haben und warf immer wieder Streitthemen in die Manege. &bdquo;Herr Pr&auml;sident, haben Sie &uuml;ber Taiwan gesprochen?&ldquo;, rief ein Journalist wiederholt. Das US-Medienpublikum sollte mit kurzatmigen Krisenthemen versorgt werden. Man wollte harte Verhandlungen, Streitgespr&auml;che und Vorw&uuml;rfe erleben. Doch das war offenbar nicht der Sinn des Empfangs des US-Pr&auml;sidenten in China nach neun Jahren Abwesenheit.<\/p><p>Dabei wurde nat&uuml;rlich auch &uuml;ber Taiwan gesprochen. Allerdings gibt es dar&uuml;ber nichts zu verhandeln oder zu debattieren. F&uuml;r Peking ist seit jeher klar, dass es sich dabei um eine innerchinesische territoriale Angelegenheit handelt, w&auml;hrend manch einer im Westen lieber die Ausrufung eines unabh&auml;ngigen Taiwan sehen w&uuml;rde. Die Sezessionisten in Taipeh haben allerdings eine starke Opposition, die die Aufr&uuml;stungsbestrebungen mit amerikanischen Geldern und Waffen so lange wie m&ouml;glich zu blockieren versucht. Die Chefin der erstarkten Oppositionspartei Kuomintang traf erst k&uuml;rzlich mit gro&szlig;er &ouml;ffentlicher Aufmerksamkeit den chinesischen Staatschef zu einem freundschaftlichen Austausch. Die chinesische F&uuml;hrung beruft sich auf rechtsverbindliche Dokumente, die am Ende des Zweiten Weltkriegs festlegten, dass das von Japan kolonisierte Formosa (Taiwan) an China zur&uuml;ckgegeben werden m&uuml;sse. Auch wenn es damals noch keine Volksrepublik gab und der B&uuml;rgerkrieg erst 1949 entschieden wurde, wurde Peking seit den entsprechenden UN-Resolutionen und den von den USA mit der Aufnahme diplomatischer Beziehungen unterzeichneten sogenannten &bdquo;3 Communiqu&eacute;s&rdquo; v&ouml;lkerrechtlich als die alleinige Vertretung Chinas anerkannt. Xi Jinping hat Trump also nicht &ndash; wie der Westen behauptet &ndash; gedroht, als er beim Empfang in der Gro&szlig;en Halle des Volkes sagte, dass die Taiwan-Frage nur auf eine Weise korrekt behandelt werden k&ouml;nne.<\/p><p><strong>&bdquo;Das Letzte, was wir jetzt brauchen, ist ein Krieg.&ldquo;<\/strong><\/p><p>Auf dem R&uuml;ckflug &auml;u&szlig;erte sich Trump gegen&uuml;ber Reportern ausf&uuml;hrlicher. Xi wolle &bdquo;keinen Kampf um Unabh&auml;ngigkeit sehen, denn das w&uuml;rde eine sehr starke Konfrontation bedeuten. Deshalb habe ich mir seine Argumente angeh&ouml;rt&ldquo;, meinte Trump und f&uuml;gte hinzu: &bdquo;Das Letzte, was wir jetzt brauchen, ist ein Krieg, der 9.500 Meilen entfernt ist. Ich denke, das ist das Allerletzte, was wir brauchen.&ldquo; Zeitgleich ver&ouml;ffentlichte die extrem liberale, sprich antichinesische <em>Washington Post<\/em> Aussagen eines amerikanischen Milit&auml;rexperten. China baue &bdquo;so viele hochentwickelte Arten von Munition, dass unsere Industriebasis nicht ann&auml;hernd so viel produzieren kann&ldquo;, so John Culver. &bdquo;Die Chinesen haben eine Schiffswerft, die mehr Schiffe baut als all unsere Schiffswerften zusammengenommen. Sie lassen j&auml;hrlich so viele Schiffe zu Wasser wie die gesamte franz&ouml;sische Marine.&ldquo; Amerika habe zwar Erfahrungen mit unterlegenen Gegnern und Gruppen von Aufst&auml;ndischen, aber keine mit einem gleichrangigen Kriegsgegner. Wer hier zuerst seine Munition verschossen hat, verliert den Krieg, so Culver. &bdquo;Ich frage mich, wann die Amerikaner beginnen zu sagen, dass wir uns besser nicht in einen Taiwan-Krieg involvieren sollten.&ldquo;<\/p><p><strong>Es geht nat&uuml;rlich um die Wirtschaft<\/strong><\/p><p>Die zentrale Frage im Zentrum der Beziehungen zwischen den USA und China ist und bleibt eine wirtschaftliche. Insbesondere: Wie viel mehr G&uuml;ter soll China von den USA kaufen? Die USA schieben ein gigantisches Handelsdefizit von fast 300 Milliarden US-Dollar gegen&uuml;ber China vor sich her. Amerika hat dieses Handelsdefizit mit eigentlich allen Regionen der Welt, einschlie&szlig;lich der EU, Mexiko und Kanada. Amerikas Anteil an der globalen Wertsch&ouml;pfung ist in den letzten 40 Jahren von &uuml;ber 20 Prozent auf unter 15 Prozent gefallen. Die USA tragen also nicht mehr ma&szlig;geblich zur Produktion der weltweit gehandelten G&uuml;ter bei. <\/p><p>Chinas Anteil ist im selben Zeitraum von 2 Prozent auf &uuml;ber 20 Prozent angestiegen. China ist das industrielle Kraftzentrum der Welt geworden, und die Schere geht immer weiter auseinander. Die Auswahl an Produkten, die China den Amerikanern abkaufen muss, wird ebenfalls immer kleiner. Bislang waren Flugzeuge und Agrarprodukte meist die erste Wahl. Doch durch Trumps Zollkrieg hat China den Kauf amerikanischer Flugzeuge und Feldfr&uuml;chte stark reduziert und seine Bezugsquellen diversifiziert. Deshalb brachte Trump den Boeing-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer Kelly Ortberg mit nach Peking, um mindestens 200 Linienflugzeuge an chinesische Fluglinien zu verkaufen. Es k&ouml;nnten sogar bis zu 750 werden, sagte Trump. Zus&auml;tzlich k&ouml;nnten 450 Triebwerke der Firma General Electric exportiert werden. Deren Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer war ebenfalls Teil der Delegation.<\/p><p>Sean Stein, der Pr&auml;sident des US-China Business Council, wollte Optimismus verspr&uuml;hen, indem er sagte, Amerika und China seien nicht nur die zwei gr&ouml;&szlig;ten, sondern auch die innovativsten Volkswirtschaften. Doch China ist hier der Magnet. Gerade hatte die chinesische Botschaft in den USA Zahlen ver&ouml;ffentlicht, nach denen mehr als 80.000 amerikanische Unternehmen in China investiert h&auml;tten, w&auml;hrend nur 7.000 chinesische Firmen in den USA ans&auml;ssig seien. Die staatliche Agentur f&uuml;r Wirtschaftsf&ouml;rderung in Peking meinte, es gebe ein enormes Potenzial f&uuml;r praktische Kooperationen im Wirtschaftsbereich zwischen Peking und Washington. Amerikanische Unternehmen wie 3M stellen bereits mehr als 50 Prozent ihrer in China verkauften Produkte lokal in China her. Manche US-Unternehmen in China verzeichnen bis zu 30 Prozent Wachstum, deutlich schneller als der globale Durchschnitt. Unternehmensf&uuml;hrer schw&auml;rmen von dem gro&szlig;en Markt, dem vollst&auml;ndigen industriellen &Ouml;kosystem, der Unterst&uuml;tzung f&uuml;r langfristiges Wachstum, den schnellen Innovationszyklen und den resilienten Lieferketten Chinas.<\/p><p><strong>Der Chip-Bann und andere Sanktionen<\/strong><\/p><p>&bdquo;Werden Sie Ihre Chips an Huawei verkaufen?&ldquo;, fragte ein Reporter Jensen Huang, den Chef von Nvidia, w&auml;hrend eines Ad-hoc-Interviews. V&ouml;llig verdutzt drehte sich Huang zu dem Reporter um und sagte: &bdquo;Was ist denn das f&uuml;r eine seltsame Frage?&ldquo; Die Frage war offensichtlich zu heikel. Nvidia darf seine fortschrittlichsten Computerchips, auf denen vor allem KI-Modelle trainiert werden, nicht nach China verkaufen. Die amerikanische Regierung will dadurch Chinas Fortschritt im Bereich der K&uuml;nstlichen Intelligenz ausbremsen, da es bislang nicht &uuml;ber die F&auml;higkeit verf&uuml;gt, diese High-End-Halbleiter selbst herzustellen. &Auml;hnliches galt bis vor kurzem jedoch auch bei KI-Software. Bis das chinesische Start-up-Unternehmen DeepSeek auf der Bildfl&auml;che erschien und dem amerikanischen KI-Modell ChatGPT Konkurrenz machte. Vor Kurzem wurde nun &ouml;ffentlich, dass DeepSeek seine Modelle k&uuml;nftig auf Prozessoren von Huawei trainieren wird. Der Technologiekonzern Huawei war eines der fr&uuml;hen Opfer von Trumps Boykott- und Sanktionspolitik w&auml;hrend seiner ersten Amtszeit. Viele hatten den Untergang von Huawei vorausgesagt. Nun steht der Tech-Gigant wieder ganz oben. Die Verkaufszahlen seiner Smartphones in China haben gerade erst die von Apples iPhone &uuml;berholt.<\/p><p>Nun spielt Huawei eine wichtige Rolle dabei, auch von Nvidia-Chips unabh&auml;ngiger zu werden. Eine abgespeckte Version des Nvidia-Chips wurde in China zwar zum Verkauf angeboten, doch bisher haben die Chinesen keine K&auml;ufe get&auml;tigt und wenden sich nun heimischen Prozessoren zu. Genau davor hatte Jensen Huang gewarnt. Laut dem Forschungsunternehmen Economist Intelligence Unit werden sich chinesische Unternehmen trotz des Gipfeltreffens zwischen Xi und Trump dem m&ouml;glichen Kauf von Nvidia-Prozessoren verweigern, denn es gebe jetzt &bdquo;eine goldene Gelegenheit, eigene Produkte anzubieten, da chinesische Firmen Schritt f&uuml;r Schritt die L&uuml;cke zu ihren Rivalen in &Uuml;bersee schlie&szlig;en&ldquo;. Im Flieger auf dem Heimweg wurde Trump dazu befragt und sagte: &bdquo;Sie wollen ihre eigenen Chips entwickeln.&ldquo; Im &Uuml;brigen entwickeln die Chinesen auch ihren eigenen Linienjet, den C919. Der Pr&auml;sident des Herstellers Commercial Aircraft Corporation of China, kurz Comac, wurde schon am selben Tisch wie der Boeing-CEO Ortberg gesichtet. China will auf gleicher Flugh&ouml;he sein.<\/p><p><strong>Zwei Festreden, &uuml;ber die hier niemand berichtete<\/strong><\/p><p>Dann waren da noch die beiden kurzen, aber erstaunlichen Festreden beim Abendbankett. Xi erw&auml;hnte den 15. F&uuml;nfjahresplan Chinas und die damit angestrebte &bdquo;Modernisierung des Landes auf allen Gebieten durch eine qualitativ hochwertige Entwicklung&ldquo;. Er sprach auch &uuml;ber das 250-j&auml;hrige Jubil&auml;um der amerikanischen Unabh&auml;ngigkeit und wie im 20. Jahrhundert das Eis zwischen den USA und China gebrochen wurde: &bdquo;Vor 55 Jahren entsandte Pr&auml;sident Richard Nixon Dr. Henry Kissinger zu einem Besuch nach China, und es kam zur &sbquo;Ping-Pong-Diplomatie&lsquo; zwischen unseren beiden L&auml;ndern. Durch die Bem&uuml;hungen beider Regierungen und V&ouml;lker wurde die T&uuml;r, die &uuml;ber 20 Jahre lang verschlossen geblieben war, ge&ouml;ffnet. Dies stellte einen Meilenstein in den zeitgen&ouml;ssischen internationalen Beziehungen dar. Seitdem haben China und die Vereinigten Staaten durch gegenseitige Offenheit und Zusammenarbeit viele Kapitel der Freundschaft geschrieben.&ldquo; So ordnet die chinesische F&uuml;hrung den Besuch Trumps also historisch ein.<\/p><p>Trump antwortet auf Xis Rede ebenfalls mit einem Verweis auf die Geschichte: &bdquo;Die Beziehungen zwischen dem amerikanischen und dem chinesischen Volk reichen bis in die Gr&uuml;ndungszeit der Vereinigten Staaten zur&uuml;ck. Der erste amerikanische Konsul in China, Samuel Shaw, kam 1784 mit dem ersten amerikanischen Handelsschiff an, das diese K&uuml;sten erreichte.&ldquo; Und weiter: &bdquo;Der Gr&uuml;ndervater Benjamin Franklin ver&ouml;ffentlichte die Spr&uuml;che des Konfuzius in seiner Kolonialzeitung und die heutige Skulptur, die an diese alte chinesische &Auml;ra erinnert, ist voller Stolz in die Fassade des Obersten Gerichtshofs der Vereinigten Staaten eingemei&szlig;elt.&ldquo; Auf dem Washington-Monument seien zudem die Worte eines chinesischen Beamten zu finden, der General Washington als &bdquo;Helden der Menschen&ldquo; bezeichnet habe. Kurz darauf erhob Trump sein Glas und sprach einen Toast &bdquo;auf die tiefe und dauerhafte Freundschaft zwischen dem amerikanischen und dem chinesischen Volk&ldquo;. Irgendjemand hat dem amerikanischen Pr&auml;sidenten eine erstaunlich harmonische Rede geschrieben.<\/p><p><strong>Wird der Konsens halten?<\/strong><\/p><p>Man stelle sich den Kontext vor. Pr&auml;sident Trump hat &uuml;ber Jahre hinweg nicht nur einen De-facto-Handelskrieg und ein Technologieembargo gegen China gef&uuml;hrt. Er hat die &bdquo;Donroe-Doktrin&ldquo; begr&uuml;ndet und unter Missachtung jeglichen V&ouml;lkerrechts eine Intervention gegen einen chinesischen Verb&uuml;ndeten, Venezuela, unternommen. Seit Ende Februar f&uuml;hrt Trump einen unprovozierten, brutalen und mit barbarischen Spr&uuml;chen gespickten Krieg gegen den Iran, einen Schl&uuml;sselverb&uuml;ndeten Chinas und BRICS-Partner. Und trotzdem erteilt ihm Xi Jinping keine Abfuhr, sondern schl&auml;gt strategische Stabilit&auml;t vor. Entweder ist Trumps positive Erwiderung darauf nur eine Showeinlage oder es liegt auch einflussreichen Kreisen in den USA daran, zumindest vor&uuml;bergehend einen Stillhaltefrieden zu erreichen. Denn die Berichte &uuml;ber verw&uuml;stete milit&auml;rische Basen der USA am Golf, ersch&ouml;pfte Munitionsvorr&auml;te, unzufriedene Kampftruppen und eine riesige weltweite Wirtschaftskrise haben inzwischen sogar den US-Mainstream erreicht. China wiederum folgt seiner zivilisatorischen DNA. Es will Stabilit&auml;t &ndash; f&uuml;r sich und global &ndash;, da es seine Zukunftsziele, ein vollst&auml;ndig entwickeltes China bis 2049, sonst auch schwerlich erreichen kann. Die Chinesen sehen sich in einer &bdquo;Schicksalsgemeinschaft&rdquo;.<\/p><p>Ob Trumps &uuml;berraschend positive China-Phase von Dauer ist oder ob er in Washington wieder in seinen alten Wahnsinn zur&uuml;ckf&auml;llt, wird man ja sehen. Jedenfalls hat Trump seinen &bdquo;Freund&rdquo; Xi f&uuml;r den 24. September ins Wei&szlig;e Haus zum Gegenbesuch eingeladen. Danach werden sie sich sowohl im November beim Asia-Pacific Economic Cooperation (APEC)-Forum in Shenzhen als auch beim G20-Gipfel im Dezember in Miami wiedersehen. Wird diese Serie von Begegnungen und eine m&ouml;gliche Konkretisierung des gemeinsamen Konsenses &uuml;ber &bdquo;strategisch stabile Beziehungen&rdquo; eine h&ouml;here Ebene er&ouml;ffnen, auf der eine zumindest grundlegend friedliche Koexistenz zwischen den USA und China besteht? Oder wird es nur ein weiteres Waffenpaket f&uuml;r Taiwan, einen erneuten milit&auml;rischen Angriff auf den Iran, eine Wahlschlappe und das Erstarken der Hardliner in den USA oder einen Zwischenfall im S&uuml;dchinesischen Meer brauchen, um das Rad wieder in Richtung Konfrontation zu drehen? Der Trump-Xi-Gipfel, der Besuch im Himmelstempel und das anschlie&szlig;ende Festbankett haben jedenfalls gezeigt, dass man trotz aller Unterschiede und trotz vorhandenen Ressentiments respektvoll miteinander umgehen kann. Von einer erneuerten und dauerhaften Kooperation zwischen den USA und China k&ouml;nnen alle nur profitieren.<\/p><p><small>Titelbild: Dilok Klaisataporn<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Welche Bilanz bleibt von Trumps China-Reise? Kurzfristige Deals und ein PR-Erfolg? Oder beginnt nun eine langfristig stabile Beziehung zwischen den beiden wohl wichtigsten Gro&szlig;m&auml;chten? Chinas Staatschef Xi Jinping betonte Partnerschaft statt Rivalit&auml;t. US-Pr&auml;sident Donald Trump hat Xi Jinping jedenfalls mehrfach als Freund bezeichnet und aggressive T&ouml;ne vermieden. Au&szlig;erdem hat ihm offenbar jemand eine ziemlich gute<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=150575\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":150576,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[169,107,30],"tags":[379,2013,3481,499,2656,2922,1800,1556,402,2114],"class_list":["post-150575","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aussen-und-sicherheitspolitik","category-audio-podcast","category-wirtschaftspoliik-und-konjunktur","tag-china","tag-entspannungspolitik","tag-friedliche-koexistenz","tag-handelsbilanz","tag-huawei","tag-taiwan","tag-trump-donald","tag-usa","tag-wachstum","tag-xi-jinping"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/shutterstock_1452251429.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/150575","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=150575"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/150575\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":150596,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/150575\/revisions\/150596"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/150576"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=150575"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=150575"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=150575"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}