{"id":150759,"date":"2026-05-21T10:00:27","date_gmt":"2026-05-21T08:00:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=150759"},"modified":"2026-05-21T09:43:38","modified_gmt":"2026-05-21T07:43:38","slug":"ratten-in-gaza-folter-in-israelischen-gefaengnissen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=150759","title":{"rendered":"Ratten in Gaza \u2013 Folter in israelischen Gef\u00e4ngnissen"},"content":{"rendered":"<p>Am 15. Mai haben wir an den 78. Jahrestag der Nakba gedacht. &bdquo;Nakba&ldquo; bedeutet auf Deutsch Katastrophe und erinnert an die Vertreibung der &uuml;ber 750.000 Pal&auml;stinenser &ndash; mehr als die H&auml;lfte der gesamten damaligen pal&auml;stinensischen Bev&ouml;lkerung &ndash; aus ihren H&auml;usern und von ihrem Land. Es ist unfassbar, dass wir heute, 78 Jahre sp&auml;ter, Zeugen einer weiteren brutalen Vertreibung sind, einhergehend mit gr&ouml;&szlig;tm&ouml;glicher Gewalt in Gaza, der Westbank und in Ostjerusalem. Von <strong>Annette Groth<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nDie Bev&ouml;lkerung Gazas, rund zwei Millionen Menschen, ist unter schlimmsten prek&auml;ren hygienischen Bedingungen auf engstem Raum in Lager eingepfercht, ohne ausreichend sauberes Wasser, fast ohne medizinische Versorgung, aber mit gro&szlig;en M&uuml;llbergen, die nicht abtransportiert werden. 40 Millionen Tonnen M&uuml;ll in ganz Gaza sind ein idealer N&auml;hrboden f&uuml;r Epidemien und Krankheiten.<\/p><p>In mindestens 80 Prozent der Lager wimmelt es von Nagetieren. &Auml;rztinnen und &Auml;rzte, die in Gaza arbeiten, berichten, dass sie viele Patienten &ndash; darunter auch Kinder &ndash; haben, deren Zehen und Finger von Nagetieren angenagt und zerbissen wurden. Auch Kr&auml;tze und Fl&ouml;he sind weit verbreitet. Es gibt keine ordentliche Abfallentsorgung, und Reinigungsmittel wie beispielsweise Seife d&uuml;rfen nicht nach Gaza eingef&uuml;hrt werden. Zu den Waren, deren Einfuhr entweder verboten oder stark eingeschr&auml;nkt sind, geh&ouml;ren medizinische G&uuml;ter, Treibstoff, Nahrungsmittel wie Eier, Fleisch und Milchprodukte sowie bestimmte Obstsorten. Dagegen werden S&uuml;&szlig;igkeiten, Soft Drinks, Schokolade und Knabbereien nach Gaza reingelassen. Mit anderen Worten: Was gesund ist und den Menschen hilft, ist verboten, anderes erlaubt.<\/p><p>Eine Hautkrankheit in Gaza kann mittlerweile lebensgef&auml;hrlich sein; den wenigen noch halbwegs funktionierenden Krankenh&auml;usern fehlen die Mittel zur Diagnose wie auch die Medikamente zur Behandlung.<\/p><p>Die Geschichte einer &auml;lteren Diabetikerin zeigt die konkrete Auswirkung dieser unmenschlichen Situation: &bdquo;Anfang April wachte Enshrah Hajjaj, eine 61-j&auml;hrige Frau mit Diabetes, in ihrem Zelt in Gaza-Stadt auf und stellte fest, dass ihre Zehen bluteten. Sie konnte sich nicht erkl&auml;ren, woher die Blutung kam, also versorgte sie die Wunde in ihrem Zelt zusammen mit ihrer Familie und ging ihren t&auml;glichen Aufgaben nach. Eine Woche sp&auml;ter wachte sie erneut auf und stellte fest, dass ihre Zehen immer noch bluteten &ndash; doch diesmal fehlte die H&auml;lfte davon. Sie begann zu schreien, und ihre Familie brachte sie eilig ins Krankenhaus, wo die &Auml;rzte ihr sagten, dass Ratten sich durch ihre Zehen gefressen hatten, w&auml;hrend sie schlief. Als Diabetikerin hatte sie viel Gef&uuml;hl in den F&uuml;&szlig;en verloren &ndash; eine h&auml;ufige Komplikation der Krankheit &ndash; und nichts gesp&uuml;rt.&ldquo; [<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>]<\/p><p>Bislang wurden in diesem Jahr im Gazastreifen mehr als 70.000 Infektionen registriert, Gesundheitsbeh&ouml;rden warnen, dass ein Ausbruch der Pest durchaus im Bereich des M&ouml;glichen liegt. [<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>]<\/p><p>Am 10. Mai informierte Dr. Ezzideen Shehab auf <em>X (Twitter)<\/em> &uuml;ber einen starken Anstieg der F&auml;lle von Gastroenteritis:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;In einem dieser F&auml;lle war eine ganze siebenk&ouml;pfige Familie betroffen. Alle waren krank. Alle auf einmal. An einem Ort, an dem fast alles zusammengebrochen ist und an dem die Verantwortungstr&auml;ger mehr mit dem &Uuml;berleben als mit Verantwortung besch&auml;ftigt sind, gibt es kein funktionierendes System mehr, um Ausbr&uuml;che zu verfolgen oder ihre Ursachen zu untersuchen. (&hellip;) Fast alle hatten eines von zwei Dingen verzehrt: tiefgefrorenen Fisch, der auf lokalen M&auml;rkten weit verbreitet ist, oder tiefgefrorenes Fleisch, das von internationalen Hilfsorganisationen verteilt wird. Diese Produkte bleiben oft lange Zeit an Grenz&uuml;berg&auml;ngen liegen und warten auf die Einfuhrgenehmigung. (&hellip;) Lebensmittel verderben still und unbemerkt, und dann gelangen sie auf die Tische der Menschen. Das Ergebnis ist vorhersehbar: Lebensmittel, die sicher erscheinen, es aber nicht sind. Lebensmittel, die Menschen ern&auml;hren und sie dann krank machen. Das ist kein Zufall. Es ist das Ergebnis eines Systems, das nicht mehr funktioniert. Es gibt keine angemessene Aufsicht, keine wirksame Regulierung und keine Institutionen, die in der Lage sind, die Menschen vor dem zu sch&uuml;tzen, was sie essen, trinken oder erdulden. (&hellip;) Wenn das so weitergeht, wird die Gefahr nicht mehr nur der Hunger sein. Es wird etwas Heimt&uuml;ckischeres sein: eine Realit&auml;t, in der die Menschen gezwungen sind, nicht zwischen Essen und Nichtessen zu w&auml;hlen, sondern zwischen Essen und Krankheit.&ldquo; [<a href=\"#foot_3\" name=\"note_3\">3<\/a>]\n<\/p><\/blockquote><p>Dass Hunger in Gaza weit verbreitet ist, schreiben auch die Autoren Lee Mordechai und Liat Kozma in ihrem Bericht &bdquo;Bearing Witness &ndash; Starving Gaza&ldquo;. Sie beklagen, dass &bdquo;die Verhaltensnormen in Kriegszeiten, die im Zuge der Schrecken der Weltkriege geschaffen wurden, [erodieren] vor unseren Augen&ldquo; erodieren. &bdquo;Der Gazastreifen wird zum neuen Standard. Die Realit&auml;t im Gazastreifen untergr&auml;bt die Zukunft und die Sicherheit von uns allen.&ldquo; [<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>]<\/p><p>Mehr als 21.000 Patienten in Gaza warten auf eine medizinische Evakuierung und Behandlung im Ausland, darunter 4.500 Krebspatienten und 4.000 Kinder. Darunter befinden sich &uuml;ber 200 lebensbedrohliche Notf&auml;lle und mehr als 2.000 dringende &Uuml;berweisungen. Derzeit d&uuml;rfen t&auml;glich nur 30 bis 40 Patienten zur Behandlung im Ausland ausreisen. Nach Angaben des pal&auml;stinensischen Gesundheitsministeriums sind rund 1.500 Patienten gestorben, w&auml;hrend sie auf die Ausreiseerlaubnis warteten.<\/p><p>Experten warnen auch vor einer Bedrohung durch multiresistente Bakterien. Die moderne Kriegsf&uuml;hrung beschleunigt die Ausbreitung von medikamentenresistenten Infektionen.<\/p><p>Versch&auml;rft wird die katastrophale Situation durch den Mangel an sauberem Wasser. Der Bericht von M&eacute;decins sans Fronti&egrave;res (MSF, &Auml;rzte ohne Grenzen) &bdquo;Wasser als Waffe&ldquo; dokumentiert die &bdquo;wiederholte Instrumentalisierung von Wasser durch die israelischen Beh&ouml;rden&ldquo; als &bdquo;Teil eines wiederkehrenden, systematischen und sich verst&auml;rkenden Musters&ldquo;. Die MSF-Notfallkoordinatorin Claire San Filippo beklagt, dass israelische Beh&ouml;rden &bdquo;die Wasserinfrastruktur in Gaza bewusst und systematisch zerst&ouml;rt und gleichzeitig den Zugang zu Wasservorr&auml;ten konsequent blockiert&ldquo; haben. &bdquo;Pal&auml;stinenser*innen wurden verletzt und get&ouml;tet, nur weil sie versucht haben, an Wasser zu gelangen. Dieser Mangel, verbunden mit katastrophalen Lebensbedingungen, extremer &Uuml;berbelegung und einem zusammengebrochenen Gesundheitssystem, schafft ideale Voraussetzungen f&uuml;r die Ausbreitung von Krankheiten.&ldquo; [<a href=\"#foot_5\" name=\"note_5\">5<\/a>]<\/p><p>Die katastrophalen Umweltsch&auml;den und Vergiftung des Bodens, verursacht durch den Abriss Tausender Geb&auml;ude, werden fast nie thematisiert. Eyal Weizman kommentiert:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Wenn Geb&auml;ude bombardiert oder abgerissen werden, gelangen aus ihren Tr&uuml;mmern &ndash; Kunststoffe, Kabel, L&ouml;sungsmittel, D&auml;mmstoffe, Asbest &ndash; giftige Chemikalien in den Boden. Manche Bomben dringen vor ihrer Explosion in den Boden ein und setzen Schwermetalle oder Halbmetalle &ndash; wie Uran, Blei und Arsen &ndash; tief unter der Erde frei. Viele dieser Stoffe bauen sich nur langsam ab und beeinflussen die Bodenbeschaffenheit &uuml;ber Jahrzehnte hinweg. Eine bewohnte Landschaft wurde in einen Ort verwandelt, den ein ehemaliger israelischer General, Giora Eiland, als einen Ort beschrieb, &bdquo;an dem kein Mensch existieren kann&rdquo;. [<a href=\"#foot_6\" name=\"note_6\">6<\/a>]\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Sexuelle Folterungen und Vergewaltigungen<\/strong><\/p><p>Internationale Aufmerksamkeit erhielt am 11. Mai ein Artikel in der <em>New York Times<\/em> von Nikolaus Kristof mit dem Titel: &bdquo;Das Schweigen, auf das die Vergewaltigung der Pal&auml;stinenser trifft&ldquo;. Der Bericht basiert auf Zeugenaussagen, Informationen des Roten Kreuzes und auf einem Euro-Med-Bericht, in dem es hei&szlig;t: &bdquo;Israelische Streitkr&auml;fte setzen systematisch Vergewaltigung und sexuelle Folter ein, um pal&auml;stinensische weibliche Gefangene zu dem&uuml;tigen.&rdquo; [<a href=\"#foot_7\" name=\"note_7\">7<\/a>]<\/p><p>Diese schockierenden Informationen sollen hier nicht n&auml;her beschrieben, sondern vielmehr soll auf einen dringenden internationalen Appell hingewiesen werden, Dr. Hussam Abu Safiya, den ehemaligen Direktor des Kamal-Adwan-Krankenhauses, freizulassen.<\/p><p>Am 11.Mai ver&ouml;ffentlichte Amnesty International diesen Appell und &bdquo;rief die F&uuml;hrer der Welt zu sofortigem Handeln auf und dazu, Druck auf Israel auszu&uuml;ben, um Dr. Abu Safiya und alle anderen Pal&auml;stinenser freizulassen, die ohne Anklage oder Verfahren festgehalten werden, sei es im Rahmen der Verwaltungshaft oder auf Grundlage des Gesetzes &uuml;ber &bdquo;ungesetzliche Kombattanten&ldquo;. [<a href=\"#foot_8\" name=\"note_8\">8<\/a>] Dr. Hussam Abu Safiya war eine der prominentesten Stimmen, die &uuml;ber die desastr&ouml;se Lage des Gesundheitssektors im Gazastreifen berichtete. Er wurde am 27. Dezember 2024 festgenommen und schwer gefoltert.<\/p><p>Laut Zeugenaussage wurde Abu Safia nach Verh&ouml;ren verpr&uuml;gelt und von Polizeihunden angegriffen. Ein Zeuge gab an, er habe den Arzt aufgrund seines drastischen Gewichtsverlusts und eines &bdquo;benommenen&ldquo; Geisteszustands nicht mehr wiedererkannt. Abu Safia leidet unter st&auml;ndigem Erbrechen, und trotz seines lebensbedrohlichen Zustands wird ihm eine lebensnotwendige medizinische Versorgung verweigert. Die Berichte &uuml;ber schwere Folter wurden von UN-Experten und Amnesty International best&auml;tigt, die betonen, dass sich das Leben des Kinderarztes in unmittelbarer Gefahr befindet.<\/p><p>Ein Bericht des britischen Journalisten und Aktivisten Andy Worthington soll ebenfalls die internationale Gemeinschaft aufr&uuml;tteln. Er weist auf die katastrophale Situation von 75 pal&auml;stinensischen &Auml;rzten und medizinischen Fachkr&auml;ften aus dem Gazastreifen hin, die in israelischen Gef&auml;ngnissen festgehalten werden. Die meisten von ihnen sind seit 500 bis 900 Tagen ohne Anklage oder Gerichtsverfahren unter Bedingungen inhaftiert, die Worthington als &bdquo;zutiefst unmenschlich, mit Folter, Hunger und medizinischer Vernachl&auml;ssigung verbunden&ldquo; beschreibt. [<a href=\"#foot_9\" name=\"note_9\">9<\/a>]<\/p><p>Seit dem 7. Oktober 2023 wurden allein 20.000 Menschen im Westjordanland festgenommen, bis zum Mai 2026 waren noch mehr als 9.000 Pal&auml;stinenser inhaftiert. Viele wurden niemals angeklagt, sondern aus sogenannten &bdquo;Sicherheitsgr&uuml;nden&ldquo; verhaftet, den meisten wurden seit 2023 Besuche des Roten Kreuzes und der Anw&auml;lte verweigert.<\/p><p><strong>Gezielte T&ouml;tungen von Journalisten<\/strong><\/p><p>Anl&auml;sslich des vierten Todestages der renommierten US-Amerikanisch-pal&auml;stinensischen Journalistin Shireen Abu Akleh verfasste ihre Kollegin Shatha Hanaysha einen ersch&uuml;tternden Artikel in dem elektronischen Portal <em>Mondoweiss<\/em>. Sie betonte, dass seit Shireens Ermordung mehr als 275 Journalisten in Gaza und im Libanon get&ouml;tet wurden, und fragt sich, ob man so viele Journalisten ermordet h&auml;tte &ndash; die meisten gezielt (!) &ndash; ,wenn &bdquo;die Welt Israel f&uuml;r dieses erste Verbrechen zur Rechenschaft gezogen&ldquo; h&auml;tte.<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<em>Dieser Mangel an Rechenschaftspflicht erm&ouml;glicht Israels aktuelles Vorgehen, das mittlerweile so dreist geworden ist, dass es stolz und offen verk&uuml;ndet, wenn es Journalisten, &Auml;rzte und Sanit&auml;ter t&ouml;tet. So geschehen im Fall von Anas Al-Sharif , Hasan Eslayeh und Ismail al-Ghoul im Gazastreifen sowie im Fall von Ali Shuaib, Fatima Ftouni und ihrem Bruder Muhammad im S&uuml;dlibanon. In all diesen F&auml;llen, wie auch in vielen anderen, ver&ouml;ffentlichte die israelische Armee offizielle Erkl&auml;rungen, in denen sie die gezielten Angriffe best&auml;tigte, nachdem sie zuvor &ndash; teils offen in den sozialen Medien &ndash; mit deren Tod gedroht hatte. Die gesamte Welt, ihre Institutionen, ihre Menschenrechtsorganisationen und internationalen Foren tragen die Verantwortung f&uuml;r das Blutvergie&szlig;en in Gaza, im Westjordanland und im Libanon. Dazu geh&ouml;rt auch das Blut von Journalisten, die derzeit in israelischen Gef&auml;ngnissen sitzen: mehr als 44 befinden sich in Verwaltungshaft, leben isoliert, leiden unter Hunger, Krankheit und Durst, ohne dass ein Entlassungstermin absehbar ist. Ihr einziges Verbrechen: Sie sind Journalisten.&ldquo; <\/em>[<a href=\"#foot_10\" name=\"note_10\">10<\/a>]\n<\/p><\/blockquote><p>Was g&auml;be es f&uuml;r einen internationalen Aufschrei, wenn der Iran oder Russland Hunderte von Journalisten und medizinisches Personal gezielt get&ouml;tet h&auml;tte und in Gef&auml;ngnissen Folter und Vergewaltigungen an der Tagesordnung w&auml;ren?<\/p><p>Hier soll an den Bericht &uuml;ber &bdquo;Folter und V&ouml;lkermord&ldquo; erinnert werden, den Francesca Albanese, UN-Sonderberichterstatterin f&uuml;r die Lage der Menschenrechte in den besetzten pal&auml;stinensischen Gebieten, dem UN-Menschenrechtsrat am 23. M&auml;rz 2026 vorlegte. Dieser Bericht analysiert, wie der systematische Einsatz von Folter durch Israel als &bdquo;strukturelles Merkmal des andauernden israelischen V&ouml;lkermords und der umfassenderen Siedlerkolonial-Apartheid&ldquo; fungiert. [<a href=\"#foot_11\" name=\"note_11\">11<\/a>]<\/p><p>In den deutschen Mainstream-Medien wurde dieser schockierende Bericht kaum zur Kenntnis genommen. Es scheint, dass man sich an Folter und schwere Kriegs- und Menschenrechtsverbrechen gew&ouml;hnt, wenn sie dann von sogenannten &bdquo;Freunden&ldquo; begangen werden. So bezeichnete Au&szlig;enminister Wadephul anl&auml;sslich des Besuchs seines Amtskollegen Gideon Sa&rsquo;ar neulich die israelische Regierung. Ich halte das f&uuml;r skandal&ouml;s, weil Wadephul vor den Verbrechen der israelischen Regierung, ihrer Streitkr&auml;fte und der Siedler die Augen verschlie&szlig;t. Zudem h&auml;lt er die von vielen Regierungen geforderte Aussetzung des EU-Israel-Assoziierungsabkommens f&uuml;r &bdquo;unangebracht&ldquo; und hat mit seinem Veto die Bestrebungen anderer EU-Mitgliedsstaaten, dieses Abkommen auszusetzen, verhindert.<\/p><p>Angesichts der unmittelbaren Todesgefahr unz&auml;hliger pal&auml;stinensischer H&auml;ftlinge und insbesondere des Kinderarztes Dr. Hussam Abu Safiya ist die Bundesregierung wie die Au&szlig;enbeauftragte der EU aufgerufen, auf ein Ende der Folterungen und Vergewaltigungen in israelischen Gef&auml;ngnissen zu dr&auml;ngen und entsprechende Ma&szlig;nahmen zu ergreifen.<\/p><p>Die sofortige Aussetzung des EU-Israel-Assoziierungsabkommens w&auml;re ein sehr kleiner Schritt wie auch ein sofortiger Stopp der Waffenlieferungen.<\/p><p>Auch die Einreiseerlaubnis f&uuml;r schwer verletzte Kinder mit ihren Eltern oder anderen Angeh&ouml;rigen zur medizinischen Behandlung w&auml;re ein Zeichen der Humanit&auml;t. Viele L&auml;nder haben bereits Kinder zur Behandlung geholt, nur die Bundesregierung weigert sich wegen angeblich diffuser Sicherheitsbedenken, was v&ouml;llig aus der Luft gegriffen und abwegig ist.<\/p><p>Wenn die Bundesregierung die Menschenrechte nur ein wenig beachten w&uuml;rde, m&uuml;sste sie schon l&auml;ngst gehandelt haben.<\/p><p><small>Titelbild: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=28NfX2MscA4\">Screenshot Amnesty International &Ouml;sterreich<\/a>, (0:01) \/ Der pal&auml;stinensische Kinderarzt Dr. Hussam Abu Safiya<\/small><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] Tareq S. Hajjaj, &bdquo;Die durch Israels Zerst&ouml;rung des Gazastreifens verursachte Sch&auml;dlingsplage f&uuml;hrt nun zu einer Katastrophe f&uuml;r die &ouml;ffentliche Gesundheit&ldquo;, Mondoweiss, 8. Mai 2026, <a href=\"https:\/\/mondoweiss.net\/2026\/05\/rodent-infestation-caused-by-israels-destruction-of-gaza-is-now-creating-a-public-health-catastrophe\/\">mondoweiss.net\/2026\/05\/rodent-infestation-caused-by-israels-destruction-of-gaza-is-now-creating-a-public-health-catastrophe\/<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.palestinemission.at\/single-post\/die-durch-israels-zerst%C3%B6rung-des-gazastreifens-verursachte-sch%C3%A4dlingsplage-f%C3%BChrt-nun-zu-einer-katast\">palestinemission.at\/single-post\/die-durch-israels-zerst%C3%B6rung-des-gazastreifens-verursachte-sch%C3%A4dlingsplage-f%C3%BChrt-nun-zu-einer-katast<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>] Ebenda<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_3\" name=\"foot_3\">&laquo;3<\/a>] Zitiert aus der Aussendung (19. Mai 2026, A29\/2026) des B&uuml;ros der Vertretung des Staates Pal&auml;stina in &Ouml;sterreich, Slowenien und Kroatien und st&auml;ndige Beobachtermission des Staates Pal&auml;stina bei der UN und den internationalen Organisationen; das B&uuml;ro in Wien sendet auf Anfrage regelm&auml;&szlig;ig Informationen aus Pal&auml;stina und &uuml;bersetzte Artikel an Interessierte <a href=\"https:\/\/www.palestinemission.at\">palestinemission.at<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_4\" name=\"foot_4\">&laquo;4<\/a>] &bdquo;<a href=\"https:\/\/bearing-witness.com\/starvation-story\/\">Bearing Witness &ndash; Starving Gaza<\/a>&ldquo;, Mai 2026<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_5\" name=\"foot_5\">&laquo;5<\/a>] Israels Zerst&ouml;rung und Vorenthaltung von Wasser und sanit&auml;ren Einrichtungen in Gaza: &bdquo;Israel setzt Wasser als Mittel zur kollektiven Bestrafung der Pal&auml;stinenser im Gazastreifen ein&ldquo;, &Auml;rzte ohne Grenzen (MSF), 28. April 2026, <a href=\"https:\/\/prezly.msf.org.uk\/israel-uses-water-as-a-weapon-of-collective-punishment-against-palestinians-in-gaza\">prezly.msf.org.uk\/israel-uses-water-as-a-weapon-of-collective-punishment-against-palestinians-in-gaza<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.palestinemission.at\/single-post\/israel-setzt-wasser-als-mittel-zur-kollektiven-bestrafung-der-pal%C3%A4stinenser-innen-im-gazastreifen-ei\">palestinemission.at\/single-post\/israel-setzt-wasser-als-mittel-zur-kollektiven-bestrafung-der-pal%C3%A4stinenser-innen-im-gazastreifen-ei<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_6\" name=\"foot_6\">&laquo;6<\/a>] Eyal Weizman, &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.lrb.co.uk\/the-paper\/v48\/n07\/eyal-weizman\/all-they-will-find-is-sand\">Alles, was sie finden werden, ist Sand<\/a>&ldquo;, The London Review of Books, Vol. 48 No. 7, 23. April 2026, <a href=\"http:\/\/www.Palestinemission.at\">Palestinemission.at<\/a>, 22. April 2026<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_7\" name=\"foot_7\">&laquo;7<\/a>] Nikolaus Kristof: &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nytimes.com\/2026\/05\/11\/opinion\/israel-palestinians-sexual-violence.html?unlocked_article_code=1.h1A.dLiE.wyVyr6RukNeh&amp;smid=nytcore-ios-share\">Das Schweigen, das auf die Vergewaltigung der Pal&auml;stinenser trifft<\/a>&ldquo;, <a href=\"http:\/\/www.palaestina-news.ch\">www.palaestina-news.ch<\/a>, Pal&auml;stina News Nr. 64, Mai 2026, <a href=\"https:\/\/euromedmonitor.org\/uploads\/reports\/En-Another-Genocide.pdf\">euromedmonitor.org\/uploads\/reports\/En-Another-Genocide.pdf<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_8\" name=\"foot_8\">&laquo;8<\/a>] <a href=\"https:\/\/x.com\/amnesty\/status\/2053865985992520182\">x.com\/amnesty\/status\/2053865985992520182<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.saba.ye\/de\/news3703344.htm\">saba.ye\/de\/news3703344.htm<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_9\" name=\"foot_9\">&laquo;9<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.andyworthington.co.uk\/2026\/05\/06\/who-are-the-75-doctors-and-medical-staff-from-gaza-still-held-in-israels-gruesome-prisons-for-palestinians\/\">andyworthington.co.uk\/2026\/05\/06\/who-are-the-75-doctors-and-medical-staff-from-gaza-still-held-in-israels-gruesome-prisons-for-palestinians\/<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_10\" name=\"foot_10\">&laquo;10<\/a>] Shatha Hanaysha: &bdquo;From Shireen Abu Akleh to Amal Khalil, the killer is the same&ldquo; <a href=\"https:\/\/mondoweiss.net\/2026\/05\/from-shireen-abu-akleh-to-amal-khalil-the-killer-is-the-same\/\">mondoweiss.net\/2026\/05\/from-shireen-abu-akleh-to-amal-khalil-the-killer-is-the-same\/<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_11\" name=\"foot_11\">&laquo;11<\/a>] Torture and Genocide: A Summary of the UN Special Rapporteur&rsquo;s Report on Israel&rsquo;s Systematic Use of Torture against Palestinians since 7 October 2023, March 23, 2026, <a href=\"https:\/\/law4palestine.org\/torture-and-genocide-a-summary-of-the-un-special-rapporteurs-report-on-israels-systematic-use-of-torture-against-palestinians-since-7-october-2023\/\">law4palestine.org\/torture-and-genocide-a-summary-of-the-un-special-rapporteurs-report-on-israels-systematic-use-of-torture-against-palestinians-since-7-october-2023\/<\/a>\n<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 15. Mai haben wir an den 78. Jahrestag der Nakba gedacht. &bdquo;Nakba&ldquo; bedeutet auf Deutsch Katastrophe und erinnert an die Vertreibung der &uuml;ber 750.000 Pal&auml;stinenser &ndash; mehr als die H&auml;lfte der gesamten damaligen pal&auml;stinensischen Bev&ouml;lkerung &ndash; aus ihren H&auml;usern und von ihrem Land. 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