{"id":150855,"date":"2026-05-25T14:00:29","date_gmt":"2026-05-25T12:00:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=150855"},"modified":"2026-05-22T20:31:11","modified_gmt":"2026-05-22T18:31:11","slug":"mangelnde-wehrbereitschaft-widerstand-oder-individualismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=150855","title":{"rendered":"Mangelnde \u201eWehrbereitschaft\u201c \u2013 Widerstand oder Individualismus?"},"content":{"rendered":"<p>Seit 1. Januar 2026 ist die Wehrpflicht wieder in Kraft. Alle Staatsb&uuml;rger, die ab diesem Datum das 18. Lebensjahr erreichen, werden angeschrieben. Die m&auml;nnlichen Adressaten m&uuml;ssen, die weiblichen k&ouml;nnen den Fragebogen ausf&uuml;llen. J&uuml;ngst wurde berichtet, dass bislang rund 28 Prozent der m&auml;nnlichen Adressaten nicht geantwortet h&auml;tten. Ist das ein stiller Protest, reine Gleichg&uuml;ltigkeit oder einem &Uuml;berindividualismus geschuldet? Es d&uuml;rften alle drei Motive in unterschiedlichen Ausma&szlig;en eine Rolle spielen. Und wenn ein stiller Protest, warum nur ein stiller Protest? Von <strong>Alexander Neu<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_4592\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-150855-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260522-Mangelnde-Wehrbereitschaft-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260522-Mangelnde-Wehrbereitschaft-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260522-Mangelnde-Wehrbereitschaft-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260522-Mangelnde-Wehrbereitschaft-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=150855-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260522-Mangelnde-Wehrbereitschaft-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"260522-Mangelnde-Wehrbereitschaft-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><strong>Die Wiedereinf&uuml;hrung der Wehrpflicht unter dem Begriff der Bedarfswehrpflicht<\/strong><\/p><p>2011 wurde die Wehrpflicht auf der Grundlage des Wehrpflichtgesetzes ausgesetzt, nicht aufgehoben. Eine Aufhebung der Wehrpflicht w&auml;re nur mit einer &Auml;nderung des Grundgesetzes (Artikel 12a) und sodann der notwendigen Mehrheiten (Zweidrittelmehrheit der Mitglieder des Deutschen Bundestages plus Zweidrittelmehrheit des Bundesrates) m&ouml;glich gewesen. Dementsprechend wurde die Aussetzung der Wehrpflicht wieder mit einer &Auml;nderung des Wehrpflichtgesetzes aufgehoben. Allerdings handelt es sich bei der nun beschlossenen Wiedereinf&uuml;hrung der Wehrpflicht nicht um ein einfaches Wiederinkrafttreten der alten Wehrpflicht. Die neue Wehrpflicht wird als &bdquo;Bedarfswehrpflicht&ldquo; bezeichnet: <em>&bdquo;Dabei soll sich die Einberufung (&hellip;) am Bedarf orientieren&ldquo;<\/em>, so die Formulierung im Wehrpflichtgesetz <a href=\"https:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/wehrpflg\/BJNR006510956.html\"><em>&bdquo;&sect; 2a Anordnung der Bedarfswehrpflicht durch Gesetz&ldquo;<\/em><\/a>. Der Bedarf ermisst sich an der von der Bundesregierung formulierten Bedrohungslage.<\/p><p><strong>Wehrpflicht &ndash; ein gesellschaftliches, staatsphilosophisches und sicherheitspolitisches Thema<\/strong><\/p><p>Die Wehrpflicht ist nicht nur ein sicherheitspolitisch relevantes Thema. Sie muss auch unter <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=146025\">gesellschaftlichen und staatsphilosophischen Aspekten diskutiert werden<\/a>: Die Frage nach Sinn und Zweck von Staatlichkeit (Sicherheitsgarant im Sinne des Gesellschaftsvertrages) sowie das Binnenverh&auml;ltnis von Gesellschaft (Erwartungshaltung nach Gew&auml;hrung staatlicher Sicherheit) und Staat (Zugriffsrecht auf Staatsb&uuml;rger, um Sicherheit gew&auml;hren zu k&ouml;nnen) muss im Bewusstsein m&uuml;ndiger Staatsb&uuml;rger verankert sein.<\/p><p>Neben der grundlegend staatsphilosophischen Frage muss die gesellschaftliche Frage mit der jeweils aktuellen sicherheitspolitischen Frage verkn&uuml;pft werden. Und die Frage lautet: Darf eine Regierung so tief in die Grundrechte der Staatsb&uuml;rger eingreifen, wenn diese Regierung selbst nicht alle diplomatischen Instrumente zuvor genutzt hat, um den konkreten Bedrohungsfall &ndash; und genau darum geht es ja bei der Revitalisierung der Wehrpflicht &ndash; zu einem noch akzeptablen Preis durch diplomatische Mittel abzuwenden? Ist die Wehrpflicht nicht vielmehr ein Mittel der Ultima Ratio, also das &auml;u&szlig;erste Mittel im Sinne des staatlichen Zugriffsrechts?<\/p><p>Manch einer mag nun entgegenhalten, die Wehrpflicht und die <em>&bdquo;Kriegstauglichkeit&ldquo;<\/em> wirkten komplement&auml;r auf und verst&auml;rkten die Diplomatie. Nur, wo ist sie, die Diplomatie? Kanzler Merz bekundete vor einigen Monaten, <a href=\"https:\/\/www.bundesregierung.de\/breg-de\/suche\/rede-von-bundeskanzler-friedrich-merz-2363918\"><em>&bdquo;die Mittel der Diplomatie sind ausgesch&ouml;pft&ldquo;<\/em><\/a>. Wer sich so &auml;u&szlig;ert, w&auml;hlt entweder direkt den Krieg, denn genau das ist es, was diese Aussage beinhaltet, oder hat einfach keine Ahnung von Sprache, Sprachinhalten und Wortbedeutungen. Nur schlecht, wenn so jemand Kanzler ist. Und wenn er um die Bedeutung seiner Worte wei&szlig;, wird es noch schlimmer. Eine Bundesregierung hat ihre <em>&bdquo;Kraft dem Wohle des deutschen Volkes (zu) widmen, seinen Nutzen (zu) mehren, Schaden von ihm ab(zu)wenden (&hellip;)&ldquo;<\/em>, so lautet er Amtseid des Kanzlers, den er geschworen hat.<\/p><p>Eine Bundesregierung tr&auml;gt Verantwortung, generell f&uuml;r das Leben der Menschen in diesem Land und sodann auch f&uuml;r Wehrpflichtige. Ein Soldat legt sein Leben, das wichtigste Gut eines Menschen, vertrauensvoll in die H&auml;nde des Staates und seiner Regierung, um diesen Staat und seine Menschen im Ernstfall auch unter Verlust des eigenen Lebens zu verteidigen &ndash; es ist die h&ouml;chste Form der Loyalit&auml;t, die h&ouml;chste Form der Verantwortungs&uuml;bernahme des B&uuml;rgers dem Gemeinwesen gegen&uuml;ber. <\/p><p>Hierdurch demonstriert der Staatsb&uuml;rger in Uniform einen besonderen Vertrauensvorschuss dem Staat und seiner Regierung gegen&uuml;ber. Soll hei&szlig;en: Ich bin bereit, mit meinem Leben mein Land zu verteidigen, vertraue aber darauf, dass meine Regierung die denkbar gr&ouml;&szlig;ten Anstrengungen unternimmt, den Ernstfall zu verhindern und somit nicht mein Leben zu riskieren. Indem er als Staatsb&uuml;rger in Uniform darauf vertrauen muss, nicht zur Z&auml;hlgr&ouml;&szlig;e und Man&ouml;vriermasse degradiert und als Kanonenfutter missbraucht zu werden. Aber ist die Regierung umgekehrt auch so loyal und verantwortungsvoll gegen&uuml;ber dem Staatsb&uuml;rger in Uniform und der Gesellschaft insgesamt gegen&uuml;ber, wenn sie einen hochriskanten au&szlig;en- und sicherheitspolitischen Kurs f&auml;hrt, der eben nicht alternativlos ist?<\/p><p><strong>Wiedereinf&uuml;hrung der Wehrpflicht aufgrund eines umfassenden au&szlig;en- und sicherheitspolitischen Irrweges<\/strong><\/p><p>Als Konsequenz einer systematisch verkorksten Au&szlig;en- und Sicherheitspolitik dieser Regierung und einiger Vorg&auml;ngerregierungen die Wehrpflicht wieder einzuf&uuml;hren und wertvolle Steuergelder in R&uuml;stungsausgaben umzuleiten, ist der Gipfel des Zynismus. Die wertvollen Steuergelder f&uuml;r eine derart missliche Politik nun umzuschichten, weg vom Sozialstaat hin zum R&uuml;stungsstaat, ist nicht minder verwerflich und verantwortungslos, als junge Menschen f&uuml;r den potenziellen Krieg zu rekrutieren, den man vers&auml;umt hat, durch umfassende Diplomatie zu verhindern.<\/p><p><strong>Gesellschaftliche Reaktionen?<\/strong><\/p><p>Die <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/innenpolitik\/bundeswehr-wehrdienst-frageboegen-100.html\">&bdquo;Tagesschau&rdquo;<\/a> berichtete k&uuml;rzlich, rund 72 Prozent der angeschriebenen m&auml;nnlichen Adressaten h&auml;tten geantwortet. Und somit haben 28 Prozent nicht geantwortet.<\/p><p>Ist das Nichtantworten zum Teil als Widerstand gegen die Wehrpflicht zu verstehen? Nehmen wir an, dass zumindest ein Teil der 28 Prozent ein passiver Widerstand in Form der Antwortverweigerung ist &ndash; dann stellt sich die Frage: Wie effektiv ist diese Widerstandsform? Ist es dann nicht nur eine individuelle Widerstandshandlung auf der denkbar geringsten Aktivit&auml;tsskala, mithin ein Widerstand auf dem Sofa? F&uuml;hrt diese Widerstandsform zu einer umfassenden und absolut &uuml;berf&auml;lligen gesellschaftlichen Debatte? Wohl kaum. Wo ist der organisierte Widerstand, wo sind die gesellschaftlichen Debatten &uuml;ber die Ausrichtung der deutschen Au&szlig;en- und Sicherheitspolitik?<\/p><p><strong>Schulstreik gegen Wehrpflicht<\/strong><\/p><p>Tats&auml;chlich regt sich etwas Widerstand, wenn auch noch sehr &uuml;berschaubar. Offensichtlich ist die Tragweite dieser Wiedereinf&uuml;hrung der Wehrpflicht noch nicht in allen Familien angekommen. Die Initiative <a href=\"https:\/\/schulstreikgegenwehrpflicht.com\/\">&bdquo;Schulstreik gegen Wehrpflicht&ldquo;<\/a> organisiert Sch&uuml;lerstreiks, letztmalig zum 8. Mai, dem Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus. Die Sch&uuml;ler positionieren sich nicht nur gegen die anachronistische deutsche Au&szlig;en- und Sicherheitspolitik, sie kritisieren auch den nicht vorhandenen Diskurs der Politik mit der Gesellschaft, konkret mit ihnen als den Betroffenen. Sie fordern demokratische Teilhabe statt par odre du mufti, denn es ginge schlie&szlig;lich um ihr Leben.<\/p><p>Allerdings k&ouml;nnen sich die Sch&uuml;ler nicht &uuml;berall auf Unterst&uuml;tzung oder zumindest Duldung ihrer Lehrer verlassen. Bisweilen werden ihnen schulische Strafen angedroht. Und nat&uuml;rlich d&uuml;rfen die <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=150267\">medialen Hofschranzen<\/a> nicht fehlen, die versuchen, die demokratisch legitimen Proteste zu diffamieren und die <em>&bdquo;Treiber&ldquo;<\/em> der Proteste als <em>&bdquo;Verfassungsfeinde&ldquo;<\/em> zu identifizieren. Wie schlecht m&uuml;ssten sich solche Journalisten eigentlich f&uuml;hlen, wenn sie morgens in den Spiegel schauen? Vermutlich sind sie moralisch so runtergekommen, dass sie sich dabei vielmehr gut f&uuml;hlen.<\/p><p>Abgesehen von den von Medien wenig beachteten Schulstreiks ploppte zwischenzeitlich dann doch ein kleiner Aufreger auf, als ein paar aufmerksame Zeitgenossen im Wehrpflichtgesetz nachschauten und feststellen mussten, dass m&auml;nnliche Staatsb&uuml;rger zwischen dem 17. und dem 45. Lebensjahr bei einer Abwesenheit aus Deutschland von mehr als drei Monaten diese Abwesenheit bei den Karrierecentern der Bundeswehr sich genehmigen lassen m&uuml;ssen. Der &ouml;ffentliche Druck war immens, sodass sich Pistorius und Co. gen&ouml;tigt sahen, zumindest verbal\/medial zur&uuml;ckzurudern. Dies zeigt einmal mehr: Fl&auml;chendeckender organisierter Druck kann wirken &ndash; Politik reagiert nur auf effektiven Druck. Allerdings, diese Reiseregelung steht so unver&auml;ndert im Wehrpflichtgesetz weiterhin drin und ist somit g&uuml;ltige Rechtslage:<\/p><blockquote><p><strong>&bdquo;&sect; 3 Inhalt und Dauer der Wehrpflicht<\/strong><\/p>\n<p>(2) M&auml;nnliche Personen haben nach Vollendung des 17. Lebensjahres eine Genehmigung des zust&auml;ndigen Karrierecenters der Bundeswehr einzuholen, wenn sie die Bundesrepublik Deutschland l&auml;nger als drei Monate verlassen wollen, ohne dass die Voraussetzungen des &sect; 1 Absatz 2 bereits vorliegen. Das Gleiche gilt, wenn sie &uuml;ber einen genehmigten Zeitraum hinaus au&szlig;erhalb der Bundesrepublik Deutschland verbleiben wollen oder einen nicht genehmigungspflichtigen Aufenthalt au&szlig;erhalb der Bundesrepublik Deutschland &uuml;ber drei Monate ausdehnen wollen. Die Genehmigung ist f&uuml;r den Zeitraum zu erteilen, in dem die m&auml;nnliche Person f&uuml;r eine Einberufung zum Wehrdienst nicht heransteht. &Uuml;ber diesen Zeitraum hinaus ist sie zu erteilen, soweit die Versagung f&uuml;r die m&auml;nnliche Person eine besondere &ndash; im Bereitschafts-, Spannungs- oder Verteidigungsfall eine unzumutbare &ndash; H&auml;rte bedeuten w&uuml;rde; &sect; 12 Absatz 6 ist entsprechend anzuwenden. Das Bundesministerium der Verteidigung kann Ausnahmen von der Genehmigungspflicht zulassen.<\/p>\n<p>(3) Die Wehrpflicht endet mit Ablauf des Jahres, in dem der Wehrpflichtige das 45. Lebensjahr vollendet.&ldquo;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/wehrpflg\/BJNR006510956.html\">https:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/wehrpflg\/BJNR006510956.html<\/a><\/p><\/blockquote><p><strong>Gesellschaftliche Wehrbereitschaft<\/strong><\/p><p>Laut einer Forsa-Umfrage aus August 2025 w&auml;ren nur 16 Prozent der Befragten bereit, im Verteidigungsfalle zur Waffe zu greifen. 32 Prozent w&auml;ren eventuell dazu bereit &ndash; also insgesamt 38 Prozent mehr oder minder gesicherte Wehrbereitschaft. Und 62 Prozent, also mehr als zwei Drittel der Befragten, <a href=\"https:\/\/www.dbwv.de\/aktuelle-themen\/newsbeitrag\/nur-16-prozent-wuerden-auf-jeden-fall-fuer-deutschland-kaempfen\">verweigern die Wehrbereitschaft<\/a>. Damit liegt Deutschland im europ&auml;ischen Ranking im unteren Drittel der L&auml;nder, deren Gesellschaften wehrbereit oder eben nicht wehrbereit sind bzw. w&auml;ren. Andererseits sind die Zustimmungswerte auch in Deutschland f&uuml;r eine verst&auml;rkte Aufr&uuml;stung gr&ouml;&szlig;er als zur Wehrbereitschaft der Menschen. Wie l&auml;sst sich dieser scheinbare Widerspruch erkl&auml;ren?<\/p><p>Die plausibelste Erkl&auml;rung ist: Die geringe Wehrbereitschaft ist weniger friedenspolitisch motiviert als vielmehr durch eine individuelle Lustlosigkeit oder einer &Uuml;berindividualisierung, der Priorisierung des Ichs, bestimmt: Selbstverst&auml;ndlich bin ich f&uuml;r die Verteidigung, aber ohne mich, so die Message von Malte und Leonie aus K&ouml;ln-Lindenthal oder dem Prenzlauer Berg in Berlin &ndash; gerade gemeinsam auf dem Weg in das mehrj&auml;hrige Sabbatical. Sollen doch Kevin und Chantalle (mit ausgesprochenem &ldquo;e&rdquo;) aus Berlin-Marzahn und K&ouml;ln-Chorweiler die Front mit ihrem Arsch begradigen. Der vom Liberalismus lange gepflegte &Uuml;berindividualismus schl&auml;gt nun zur&uuml;ck und manifestiert eine zutiefst fraktionierte Gesellschaft ohne gemeinsamen Kompass, ohne gemeinsame Identit&auml;t, wenn Malte und Leonie lieber im Fuchs- oder Pinguinkost&uuml;m als im Tarnfleck durch die Gegend rennen und ihrem Selbstfindungsprozess fr&ouml;nen.<\/p><p><strong>Fazit<\/strong><\/p><p>Die Militarisierung der K&ouml;pfe ist un&uuml;bersehbar &ndash; sie ist &uuml;berall zu sehen: Im &Ouml;PNV, auf Litfa&szlig;s&auml;ulen, in Schulen, durch Medien und nat&uuml;rlich durch die Politik. Der Erfolg stellt sich langsam, aber sicher ein. Dies zeigen die Umfragen zur wachsenden Akzeptanz der Aufr&uuml;stung sowie zur &Uuml;bernahme der Feindbilder. Wenn es jedoch darum geht, selbst auch zur Waffe zu greifen, scheint der Reflex des Lebenswillens doch noch zu &uuml;berwiegen. Aber, wie lange noch?<\/p><p><small>Titelbild: Michele Ursi \/ Shutterstock<\/small><br>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg09.met.vgwort.de\/na\/4a73dd63d92c464da14d44b2a044cb20\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit 1. Januar 2026 ist die Wehrpflicht wieder in Kraft. Alle Staatsb&uuml;rger, die ab diesem Datum das 18. Lebensjahr erreichen, werden angeschrieben. Die m&auml;nnlichen Adressaten m&uuml;ssen, die weiblichen k&ouml;nnen den Fragebogen ausf&uuml;llen. J&uuml;ngst wurde berichtet, dass bislang rund 28 Prozent der m&auml;nnlichen Adressaten nicht geantwortet h&auml;tten. 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