{"id":151156,"date":"2026-05-30T15:00:52","date_gmt":"2026-05-30T13:00:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=151156"},"modified":"2026-05-30T15:49:30","modified_gmt":"2026-05-30T13:49:30","slug":"leserbeitraege-erinnerungen-gegen-den-krieg-aufruf-zum-8-mai-13","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=151156","title":{"rendered":"Leserbeitr\u00e4ge \u201eErinnerungen gegen den Krieg\u201c &#8211; Aufruf zum 8. Mai (13)"},"content":{"rendered":"<p>In dieser 13. Folge der Reihe &bdquo;Erinnerungen gegen den Krieg&ldquo; berichtet ein Leser davon, wie sein Vater fast als Deserteur erschossen wurde, ein weiterer davon, wie er als Grundschulkind die letzten Kriegsjahre erlebte, und im dritten Beitrag geht es in das brennende und zerbombte Berlin, in dem ein Kind sich zwischen Tr&uuml;mmerbergen und mit Hamsterfahrten durchschl&auml;gt.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_6013\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-151156-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260528_Leserbeitraege_Erinnerungen_gegen_den_Krieg_Aufruf_zum_8_Mai_Teil_13_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260528_Leserbeitraege_Erinnerungen_gegen_den_Krieg_Aufruf_zum_8_Mai_Teil_13_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260528_Leserbeitraege_Erinnerungen_gegen_den_Krieg_Aufruf_zum_8_Mai_Teil_13_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260528_Leserbeitraege_Erinnerungen_gegen_den_Krieg_Aufruf_zum_8_Mai_Teil_13_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=151156-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260528_Leserbeitraege_Erinnerungen_gegen_den_Krieg_Aufruf_zum_8_Mai_Teil_13_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"260528_Leserbeitraege_Erinnerungen_gegen_den_Krieg_Aufruf_zum_8_Mai_Teil_13_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Anl&auml;sslich des Gedenktages am 8. Mai hatten wir <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=150104\">hier<\/a> unsere Leserinnen und Leser dazu aufgerufen, kurze Schlaglichter und Eindr&uuml;cke ihrer eigenen Erinnerungen (oder der ihrer Eltern) an die Schrecken des Krieges und der unmittelbaren Nachkriegszeit aufzuschreiben und uns zu senden.<\/p><p>Wir bedanken uns von Herzen f&uuml;r die vielen und ber&uuml;hrenden Beitr&auml;ge!<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><em>Hier k&ouml;nnen Sie den <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=150403\">ersten Teil<\/a>, den <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=150464\">zweiten Teil<\/a>, den <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=150486\">dritten Teil<\/a>, den <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=150605\">vierten Teil<\/a>, den <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=150632\">f&uuml;nften Teil<\/a>, den <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=150671\">sechsten Teil<\/a>, den <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=150740\">siebenten Teil<\/a>, den <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=150816\">achten Teil<\/a>, den <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=150812\">neunten Teil<\/a>, den <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=150802\">zehnten Teil<\/a>, den <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=151038\">elften Teil<\/a> sowie den <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=151098\">zw&ouml;lften Teil<\/a> der Zusendungen unserer Leser nachlesen.<\/em><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>&bdquo;Wir haben nur gedacht: du Arschloch! Du h&auml;ttest uns gestern noch alle erschie&szlig;en lassen!&ldquo;<\/strong><\/p><p>Liebe Mannschaft der NachDenkSeiten,&nbsp;<\/p><p>Unser Vater musste den Krieg gegen die Sowjetunion mitmachen. Er hat uns &uuml;ber die Verbrechen der deutschen Wehrmacht berichtet, &uuml;ber das Erschie&szlig;en von Kommissaren und Partisanen und die Taktik der verbrannten Erde. Selbst Gie&szlig;ereiarbeiter, bekam er den Befehl, eine Gie&szlig;erei vollst&auml;ndig zu zerst&ouml;ren:&nbsp;<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Da musste in jeden Schmelzofen und auch noch in jede Werkbank eine Sprengladung rein, damit nichts, aber auch gar nichts erhalten blieb.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Als er sich weigerte, einen Kommissar zu erschie&szlig;en, wurde dieser von einem anderen Soldaten erschossen.<\/p><p>Zusammen mit weiteren Soldaten musste unser Vater verkohlte Leichen aus Eisenbahnwaggons bergen; verwundete Soldaten, die bei lebendigem Leibe verbrannt waren, weil beim R&uuml;ckzug im eisigen russischen Winter der Kanonenofen umgest&uuml;rzt war und das Stroh, auf dem die Verwundeten lagen, sofort Feuer gefangen hatte.<\/p><p>Ende Januar 1945 sollte unser Vater als Deserteur hingerichtet werden, weil er befehlsgem&auml;&szlig;&nbsp;(!) aus dem Kessel an der Weichsel ausgebrochen war und das &uuml;berlebt hat, zusammen mit den letzten 30 Mann seines Regiments. Befehlsgem&auml;&szlig;, aber logischerweise ohne schriftliche Marschpapiere, hatten sie sich tagelang in winzigen Gr&uuml;ppchen bis nach Rathenow zum Standort ihrer Einheit durchgeschlagen.&nbsp;<\/p><p>Unser Vater berichtete:&nbsp;<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;In Rathenow kam uns in der Stra&szlig;e eine Nachrichtenhelferin entgegen; die war schon v&ouml;llig aufgel&ouml;st:<\/p>\n<p>&lsquo;Ihr m&uuml;sst sofort verschwinden! Gestern sind schon welche von euch angekommen, die sollen erschossen werden als Deserteure!&rsquo;&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Unser Vater zu seinen drei Kameraden:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Wir&nbsp;<em>m&uuml;ssen<\/em>&nbsp;zur Kaserne. Wir haben keine Marschpapiere. Wenn wir irgendwo aufgegriffen werden, werden wir erst recht erschossen; so haben wir vielleicht noch eine M&ouml;glichkeit.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Unser Vater weiter:&nbsp;<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Dort sind wir von so einem einarmigen Major erst mal zur Sau gemacht worden.&ldquo;&nbsp;\n<\/p><\/blockquote><p>Der schrie uns an:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Wo wart ihr? Im Kessel? Am Kessel! Am Kochkessel habt ihr gesessen! Und mit der Suppenkelle hat euch der Russe verjagt! Ich habe meinen Gefechtsstand 1914 nicht verlassen! Mit dem Kr&uuml;ckstock hab&rsquo; ich die verjagt!&nbsp;&hellip;&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Manch einem mag das heute und aus sicherer Entfernung wie Kabarett klingen, aber hier zeigt sich die ganze Menschenverachtung der Offiziere gegen&uuml;ber dem einfachen Soldaten, dem &bdquo;Menschenmaterial&ldquo;.&nbsp;<\/p><p>Unser Vater weiter:&nbsp;<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Dann sind wir alle eingesperrt worden. Und nur, weil auch der Regimentskommandeur rausgekommen war [aus dem Kessel] und einen Tag sp&auml;ter eintraf und best&auml;tigt hat, da&szlig; die Einheit zerschlagen war, wurden wir dann nicht erschossen.<\/p>\n<p>Am n&auml;chsten Tag lie&szlig; dieser Major uns dann antreten und sagte:<\/p>\n<p>&lsquo;Heil, Soldaten! Ich soll euch gr&uuml;&szlig;en von eurem Oberst! Ihr habt euch tapfer geschlagen!&rsquo;&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Unser Vater:&nbsp;<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Wir haben nur gedacht: du Arschloch! Du h&auml;ttest uns gestern noch alle erschie&szlig;en lassen!&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Die neu aufgestellte Einheit wurde im M&auml;rz nach D&auml;nemark verlegt. Aber mit dem 8.&nbsp;Mai war das Sterben noch nicht zu Ende. Die Einheit ging in britische Kriegsgefangenschaft und wurde zum Minenr&auml;umen eingesetzt, wobei von 600 Mann nochmal 150 ums Leben kamen.<\/p><p>Im Dezember 1945 gelang es unserem Vater, aus der Gefangenschaft zu entkommen und auf heute unvorstellbare Weise Ende 1946 in seine Heimat bei Leipzig zur&uuml;ckzukehren.&nbsp;<\/p><p>Unser Vater ist bis zu seinem Tod mit 91 Jahren immer wieder nachts aus dem Bett gest&uuml;rzt, weil er in Deckung springen wollte, wenn er vom Krieg getr&auml;umt hat.<\/p><p>Dabei waren das hier nur winzige Bruchst&uuml;cke seiner Erlebnisse, die ich auf Dutzenden Seiten festgehalten habe.<\/p><p>Unsere Mutter berichtete uns vom April 1945:&nbsp;<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Als wir auf dem Feld gearbeitet haben, sind die Amis mit ihren Tieffliegern gekommen und haben auf alles geschossen, was sich bewegt hat, auch auf Pferdefuhrwerke von Bauern, die auf der Stra&szlig;e fuhren, obwohl da kein deutscher Soldat weit und breit war&nbsp;&hellip;&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Im Januar 2023, als der Bundestag die Panzerlieferung an die Ukraine beschlossen hat, habe ich diese und weitere Kriegserlebnisse meiner Eltern aufgeschrieben und in einem Brief allen Fraktionen von Linkspartei bis AfD zugeschickt und vorgeschlagen, zur Vernunft und Diplomatie zur&uuml;ckzukehren. Jedoch von keiner einzigen Fraktion habe ich auch nur eine Eingangsbest&auml;tigung erhalten. Sogar f&uuml;r die Linkspartei war es wohl wichtiger, sich von der Friedens-Demo zu distanzieren, die Frau Wagenknecht und Frau Schwarzer f&uuml;r den 25.&nbsp;Februar in Berlin organisiert hatten. Auf Vernunft und Mitmenschlichkeit kann man wohl bei den meisten unserer Politiker (und Medien) nicht mehr setzen.&nbsp;<\/p><p>Und in wenigen Wochen j&auml;hrt sich nun zum 85. Mal der Tag, an dem unter dem Decknamen &bdquo;Fall Barbarossa&ldquo; die deutsche Wehrmacht die Sowjetunion &uuml;berfiel und die meisten sowjetischen Einheiten im Schlaf &uuml;berrascht wurden &ndash;&nbsp;der 22. Juni 1941.&nbsp;<\/p><p>J&ouml;rg Fauser<\/p><p>Stadtroda<\/p><p>PS:<br>\nWie soll man sechs Jahre Tod und Schrecken in einem f&uuml;r den Leser nicht zu langen Brief zusammenfassen?<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Die Schulklassen mussten auf dem Feld mitarbeiten<\/strong><\/p><p>Sehr geehrte Damen und Herren,<\/p><p>Sie fragten nach Kriegserinnerungen. Nun, ich bin im Jahr 1958 geboren, sodass ich den Krieg nicht direkt erlebt habe.&nbsp;<\/p><p>Mein Vater, Jahrgang 1932, hat einiges erz&auml;hlt:<\/p><p>Mein Vater war 7 Jahre alt, als sein Vater in den Krieg gezogen ist. Er war mit seiner Zwillingsschwester und ihrer kranken Mutter alleine zu Hause. Mit&nbsp;fortschreitendem Verlauf des Krieges fand immer weniger Schulunterricht statt. Die Schulklassen mussten die &ouml;rtlichen Bauern bei ihrer Arbeit unterst&uuml;tzen, also auf dem Feld mitarbeiten. Mein Vater hatte ein Gesp&uuml;r f&uuml;r das Pferd des Bauern, bei dem er regelm&auml;&szlig;ig war, sodass er das Pferd f&uuml;hren konnte.<\/p><p>Bombardierungen trafen diese Kleinstadt am Rande des westf&auml;lischen M&uuml;nsterlandes vor allem auf der anderen Seite des Eisenbahnstranges, da dort die Industrieanlagen angesiedelt waren.&nbsp;<\/p><p>Zum Kriegsende musste die Familie ihr Haus r&auml;umen. Es wurden russische Offiziere einquartiert. Es gab also auch russische Soldaten im heutigen Nordrhein-Westfalen.<\/p><p>Obwohl meine Gro&szlig;eltern Haus und Garten hatten, haben auch sie Hunger erlebt. Meine Gro&szlig;mutter konnte Kl&ouml;ppeln. Mein Vater und seine Schwester sind mit deren Handarbeiten zu den Bauern gezogen und haben diese gegen Lebensmittel eingetauscht.<\/p><p>Meine ganze Familie hat den Krieg k&ouml;rperlich unversehrt &uuml;berstanden. Mein Vater hat seinen Vater 1949 wieder gesehen. Da war er 17, und mein Gro&szlig;vater kam aus franz&ouml;sischer Gefangenschaft zur&uuml;ck. Mit den seelischen Folgen, die diese schlimmen Jahre in meiner Familie angerichtet haben, bin ich gro&szlig; geworden.<\/p><p>Das sind die Erinnerungen, die ich beisteuern kann.<\/p><p>Ich danke Ihnen f&uuml;r Ihr Friedensengagement.<br>\nRalf Brester<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Man konnte die Gesichter der Piloten erkennen<\/strong><\/p><p>Gesch&auml;tzte Redaktion,<\/p><p>hatte bereits 2023 mal einige eigene Gedanken zum Ukrainekrieg und dem darauf entbrannten, im Grunde uns selbst ruinierenden extremen Russenha&szlig; im Lande zusammengetragen (&hellip;), wo auch einige (&hellip;) eigene Kriegserlebnisse dargelegt wurden. Nachstehend einiges dazu. Wenn man sich damit besch&auml;ftigt, fallen einem Sachen ohne Ende ein.<\/p><p>Man selbst erfreut sich mit 88 der Gnade der fr&uuml;hen Geburt, weshalb das alles hier nicht mehr lange ertragen werden mu&szlig;. Nichtsdestotrotz kommen aber kriegsbedingt immer mehr Kindheitserinnerungen auf. <\/p><p>Berlin hat man nach Bomben-Hageln aus dem Luftschutzkeller kommend brennen sehen. Den Vater, im Krieg seit Oktober 1939 (man selbst vierj&auml;hrig) und Hauptmann einer Pionier-Kompanie, die beim R&uuml;ckzug immer die letzten sind, um alles zu sprengen, verlor man am 13. M&auml;rz 1945, seinem 11-j&auml;hrigen Hochzeitstag, auf dem Felde der Ehre durch einen Volltreffer der eigenen Artillerie, die beim R&uuml;ckzug immer die ersten sind und ihre Munition verballern &ndash; offenbar egal wohin und modern als &bdquo;Kollateralschaden&ldquo; bezeichnet. <\/p><p>Einen gewissen Bezug zur Ukraine hatte man als Kind auch. Es gab mal die Einquartierung eines Offiziers der Waffen-SS. Das war ein Ukrainer. In der N&auml;he der elterlichen Wohnung in Berlin-Wilmersdorf gab es eine SS-Schule. <\/p><p>Um die Ecke besagter Schule, Berliner Str. Ecke Kaiserallee, wurde 1938 in der Babelsberger Str. eine Synagoge abgefackelt. Die Ruine diente Kindern lange als Spielplatz, bis dann auch vor der eigenen Haust&uuml;r weitere Ruinen in gro&szlig;er Zahl als Spielpl&auml;tze verf&uuml;gbar waren. <\/p><p>Als 10-J&auml;hriger geriet man mal in Th&uuml;ringen beim Milchholen in einen US-Kampfflieger-Angriff. Man konnte die Gesichter der Piloten erkennen, und es schien ihnen Spa&szlig; zu machen. Sie flogen immer hin und her und ballerten auf Menschen. <\/p><p>Nach dem Krieg waren in Berlin viele Stra&szlig;en nur noch schmale Fu&szlig;wege zwischen Tr&uuml;mmerbergen. Auch die Reichstagsruine war ein hoch interessanter Spielplatz. Nach dem mit immer h&ouml;herer Wahrscheinlichkeit zu erwartenden provozierten WK III mit Kernwaffeneinsatz zumindest in Europa werden aber wohl kaum noch Kinder &uuml;brig bleiben, um dann wieder in einer Reichstagsruine spielen zu k&ouml;nnen! <\/p><p>Man erinnert sich auch an die vielen gelben Sterne am Revers von Passanten, denen von Kindern &bdquo;Jude Itzig&ldquo; hinterher gerufen wurde. Diese waren aber vergleichsweise schnell aus dem Stra&szlig;enbild wieder verschwunden. <\/p><p>Hakenkreuzfahnen gab es damals viele. Hatte man keine am Fenster, gab es &Auml;rger. Aber die Deutschen lieben ja wohl Fahnen &uuml;ber alles, was man jetzt wieder an den vielen gelb\/blauen &uuml;berall sieht &ndash; auch an Kirche und am Gemeindehaus. Man h&auml;tte sich allerdings auch gew&uuml;nscht, die 10 Millionen vertriebenen Deutschen w&auml;ren seiner Zeit einst ebenso freundlich aufgenommen worden wie jetzt die geflohenen Ukrainer, was mitnichten der Fall war. Bekanntlich wurden einst deutsche Juden, denen die Flucht ins benachbarte Ausland gelang, in die Heimat zur&uuml;ckgeschickt, sofern sie kein Geld f&uuml;r den eigenen Unterhalt hatten. <\/p><p>Man erinnert sich an einen zun&auml;chst ganz seltenen Bombentrichter im Park an der Kaiserallee\/Ecke Hindenburgdamm, jetzt Bundesallee\/Ecke Volkspark. Da kamen Leute mit der S-Bahn, um sich den anzusehen. Solche Rarit&auml;ten wurden dann aber sehr schnell Gemeingut, und man konnte zu Hause bleiben, um so etwas zu sehen. Unter Kindern beliebt war auch das Sammeln und Tauschen von Granat- bzw. Bombensplittern. Was aber bald auch nicht mehr so interessant war, wenn man so etwas auch im eigenen Balkonblumenkasten finden konnte. <\/p><p>In Berlin wurde 1942 die Schulen geschlossen, sodass alle M&uuml;tter mit schulpflichtigen Kindern die Stadt verlassen mu&szlig;ten &ndash; evakuiert wurden. <\/p><p>Die Hungerei nach dem Krieg ist ein Kapitel f&uuml;r sich. Statt Pausenbrot in der Schule hatte man zeitweilig ein T&uuml;tchen mit R&uuml;benschnitzeln. Das ist der Abfall bei der Zuckerherstellung aus Zuckerr&uuml;ben und dient in der Regel als Schweinefutter. Es gab dann aber auch Schulspeisung. Das war ein Br&ouml;tchen, ein Becher w&auml;sseriger Kakao und ein Napf mit Suppe aus D&ouml;rrkohl und Trockenkartoffeln &ndash; igitt. Im Klassenzimmer stand ein Ofen, und ein langes, an der Decke h&auml;ngendes Ofenrohr f&uuml;hrte zu einem der &uuml;berwiegend mit Pappe verkleideten Fenster hinaus. Und Sch&uuml;ler wurden abwechselnd dazu verdonnert, ein Brikett zum Heizen mit in die Schule zu bringen. <\/p><p>Dann gab es die Hamsterfahrten in v&ouml;llig &uuml;berf&uuml;llten Z&uuml;gen, zum Teil auf dem Trittbrett stehend. Der letzte Schmuck wurde f&uuml;r etwas Butter, ein paar Mohrr&uuml;ben und Kartoffeln eingetauscht. Und wenn man Pech hatte, nahm einem die VoPo dann das, was man 4 km von Liepe bis Bukow durch das Luch geschleppt hatte, am Bahnhof alles wieder ab &hellip;<\/p><p>Hartmut Wohler<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><small>Titelbild: <a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:%D0%9D%D0%B5%D0%BC%D0%B5%D1%86%D0%BA%D0%B8%D0%B9_%D0%BC%D0%B0%D0%BB%D1%8C%D1%87%D0%B8%D0%BA_%D0%BD%D0%B0_%D1%80%D0%B0%D0%B7%D0%B2%D0%B0%D0%BB%D0%B8%D0%BD%D0%B0%D1%85_%D0%B2_%D0%B3.%D0%91%D0%B5%D1%80%D0%BB%D0%B8%D0%BD%D0%B5.jpg\">wikicommons<\/a><\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In dieser 13. 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